Persönliche Lese- tipps
Philipp Schlaffer empfiehlt:
Ein megaspannender und sehr authentischer Fall.
Waldmann von Thomas Ziebula
Als Johannes Waldmann am Vorabend seiner Rückkehr in den Dienst der Bonner Mordkommission an einen Tatort gerufen wird, ahnt er nicht, in welche Abgründe dieser Fall ihn führen wird. Während er die Leiche des getöteten Lokalpolitikers besieht, jagt eine Frau in einem gestohlenen Polizeiwagen einem Audi nach.
In ihm vermutet sie die junge Ukrainerin Zlata, die gerade noch mit dem Politiker auf einem Zimmer war. Auch die Journalistin Pia Luninger ist an dem Fall dran. Spurlos wird die große Reportage heißen, die sie über Menschenhandel und Zwangsprostitution schreiben will und die ihr endlich den ersehnten Karrieresprung ermöglichen soll. Mit jedem Schritt, den Waldmann tiefer in den Sumpf des Verbrechens hineinwatet, löst sich ein Faden, der die große Wunde seines Lebens nur oberflächlich zusammenhielt: der Verlust seiner Frau. Damals, auf einem Bazar, als sie von einem auf den anderen Moment einfach so – verschwand …
Fazit: Ein megaspannender und sehr authentischer Fall. Er zeigt, dass auch ein Polizist wie Waldmann „nur“ ein Mensch ist, der sein eigenes Päckchen zu tragen hat. Aber auch Themen wie Menschenhandel, Zwangsprostitution und die Situation von Flüchtlingsfrauen wurden gut umgesetzt und beschrieben. Teilweise sind das Themen, über die in der Öffentlichkeit kaum gesprochen wird.
Hans Hamedinger empfiehlt:
Ein Buch, das es schafft, die Zeit aufzuheben und das Vergangene gegenwärtig erscheinen zu lassen.
Querfeldein von Alex Capus
In einem Schweizer Dorf an der Grenze zu Deutschland führt vor hundert Jahren der junge Wirt Arnold einen Gasthof. Bunte Vögel und düstere Gestalten überqueren die Grenze, manche kommen auch nachts und querfeldein. Am Stammtisch sitzen die Witzbolde aus dem Dorf. Eines Tages naht eine Fremde hoch zu Ross durch den Schnee.
Ihr Name ist Betty. Arnold heiratet sie und bekommt mit ihr acht Kinder. Das Leben nimmt seinen Lauf, bis sich die älteste Tochter Clara 1933 in einen Schmuggler namens Hermann verliebt. Der bringt die Uniformierten auf beiden Seiten der Grenze gegen sich auf. Es kommt zum Drama – und das Dorf erhebt sich gegen eine Großmacht.
Fazit: "Das Haus steht heute noch." Vor hundert Jahren war es das Wirtshaus "Zur Moskau" an der schweizerisch-deutschen Grenze. Vom Wirt Arnold, der das Haus gebaut hat, seinen Schicksalen und den oft "grenzwertigen" Gästen erzählt Alex Capus (der selbst Wirt ist) in seiner bekannt leichten und dezent weisen Art, die es schafft, die Zeit aufzuheben und das Vergangene gegenwärtig erscheinen zu lassen.
Jaqueline Brabec empfiehlt:
Lesegenuss, der zum Abschalten einlädt!
Guten Morgen, schönes Wetter heute von Tanja Kokoska
Diesmal ist es etwas anderes. Darauf hofft Ina jedes Mal, wenn sie sich verliebt. Doch es geht immer schief. Sie arbeitet in einem Tattoo-Studio und wohnt mit ihrem Sohn Henry in der Siedlung »Am Kastanienbaum«, irgendwo mitten in einer großen Stadt. Dort gibt es noch mehr Menschen wie Ina, 1.583 genauer gesagt.
Fazit: Lesegenuss, der zum Abschalten einlädt! Gute Laune garantiert! Als ich es fertig gelesen habe, war ich fast ein bisschen traurig, dass ich die Protagonistin Ina gehen lassen musste.
Philipp Schlaffer empfiehlt:
Marc Raabe gehört für mich zu den besten deutschen Thrillerautoren
Im Morgengrauen von Marc Raabe
Seit Wochen gehen im Netz die Videos einer jungen Frau viral. Ihr Gesicht ist unkenntlich, auf ihrem Unterarm ist ein markantes Eulen-Tattoo. Der Inhalt der Videos: skandalöse Details ihrer Affäre mit dem Bundeskanzler. Ein Fake? Eine Kampagne? Oder die Wahrheit?
Fazit: Marc Raabe gehört für mich zu den besten deutschen Thrillerautoren.
Ich war wieder komplett gefesselt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Besonders hervorzuheben sind erneut die Figuren. Die größte Stärke der Reihe sind für mich nicht die Fälle, sondern die Menschen, die sie bevölkern.
Hans Hamedinger empfiehlt:
Zum 150. Geburtstag des wichtigen amerikanischen Autors Sherwood Anderson
Winesburg, Ohio von Sherwood Anderson
Sehnsüchte, Hoffnungen und Träume bestimmen den Alltag der Menschen in Winesburg. Wing Biddlebaum verlor durch ein fatales Missverständnis seine Stelle als Lehrer und mit ihr seine Seelenruhe. Alice Hindman wartet auch elf Jahre nach deren Verschwinden noch verzweifelt auf die Rückkehr ihrer Jugendliebe.
Der Arzt Mr. Reefy schreibt seit dem Tod seiner Frau Gedankensplitter auf kleine Zettel und wirft sie weg. Selbst die Existenz des jungen Lokalreporters George Willard, der neugierig all diese Schicksale sammelt, ist nicht frei von tragischen Verstrickungen. Schrullige, einsame Charaktere bevölkern das Städtchen Winesburg in Ohio, einen Ort auf der literarischen Landkarte, dem Autoren bis heute ihre Reverenz erweisen.
Fazit: Zum 150. Geburtstag des wichtigen amerikanischen Autors Sherwood Anderson, der Größen wie Fitzgerald und Faulkner geprägt hat: Sein Erzählwerk "Winesburg Ohio" ist eine Revue von skurrilen, traurigen, lustigen, meist heruntergekommenen Gestalten, die eine Kleinstadt bevölkern. Anderson stellt eine spontane Vertrautheit mit diesen Menschen her, und doch bleibt ihr Tun und ihr Wesen rätselhaft ...
Jaqueline Brabec empfiehlt:
Sehr unterhaltsam und tiefsinnig zugleich
Die Mitternachtsreise von Matt Haig
Stell dir vor, dein Leben zieht im Zeitraffer an dir vorbei. Was würdest du noch einmal erleben wollen? Welche Momente – und welche Menschen – zählen wirklich?
Fazit: Da ich ein großer Fan der „Mitternachtsbibliothek“ bin, habe ich mich sehr auf den neuen Roman gefreut – und wurde nicht enttäuscht! Viele Figuren aus der „Mitternachtsbibliothek“ habe ich in dieser Geschichte wiederentdeckt.
Sehr unterhaltsam und tiefsinnig zugleich!
Philipp Schlaffer empfiehlt:
Mein erstes Buch von Christine Brand und gleich ein Highlight
Vermisst - Der Fall Emily von Christine Brand
Malou Löwenberg: rebellische und engagierte Ex-Polizistin, jetzt Privatdetektivin, spezialisiert auf Cold Cases. Sie will Menschen finden, die seit Langem vermisst sind. Ihre erste Klientin ist Vera König, die seit vier Jahren nach ihrer Tochter sucht. Emily wäre heute sieben, und Vera ist überzeugt, dass sie noch lebt.
Malou stößt bei ihren Ermittlungen auf die Spur eines internationalen Kinderhändlerrings. Doch auch Emilys Vater verhält sich höchst verdächtig. Plötzlich macht Malou eine schockierende Entdeckung und blickt in Abgründe, die sie nie für möglich gehalten hätte.
Fazit: Mein erstes Buch von Christine Brand und gleich ein Highlight. Der Erzählstil und die raffinierte Story überzeugen auf ganzer Linie. UNBEDINGT LESEN!
Hans Hamedinger empfiehlt:
Eine unprätentiös erzählte Tragödie in der Nachfolge Tschechows
Das Karussell von Hans-Ulrich Treichel
Bernhard ist siebzig, geschieden, kinderlos, und seit er im Ruhestand ist, fehlt ihm etwas: eine neue Beziehung, ein Hobby oder vielleicht doch ein Ehrenamt? Nichts will sich so recht fügen. Doch dann erreicht ihn eine Einladung nach Salerno – jenen Ort an der italienischen Küste, an dem er vor Jahrzehnten einige Monate gelebt hat und der damals ein Versprechen auf ein anderes Leben war.
Dort wartet jetzt Alfredo auf ihn, Betreiber eines Strandbades und einst sein Vermieter. Und das Karussell, das Alfredo vor der Verschrottung gerettet hat und das er immer schon in Betrieb nehmen wollte. Mit Hilfe von Arianna, einer Ingenieurin, die für Bernhard womöglich mehr als nur eine Freundin war und die er nun endlich noch einmal zu treffen hofft. Er macht sich auf eine Reise zurück an jenen Ort, an dem noch Fragen offen sind.
Fazit: Hatte er die letzten Jahre vertrödelt oder verbummelt? Die guten letzten Jahre? Einem geschiedenen Mann, Ende 60, tun sich unerwartet neue gesellige Möglichkeiten in Italien auf. Hoffnungen steigen hoch, Möglichkeiten tun sich auf. Doch was, wenn sich alles als trügerisch erweist? Dann wird die Einsamkeit stärker sein als jemals zuvor. Eine unprätentiös erzählte Tragödie in der Nachfolge Tschechows − das ist Treichels neuer Roman "Das Karussell".
Jaqueline Brabec empfiehlt:
Eines der Highlights in diesem Jahr
Der Club der Unbeugsamen von Kathryn Stockett
Oxford, Mississippi, 1933. Während die Wirtschaftskrise die Welt in Atem hält, kreuzen sich in einer kleinen Stadt die Wege dreier ungewöhnlicher Frauen. Sie erkennen, dass sie gemeinsam etwas bewegen können, vielleicht sogar die Regeln ihrer Zeit verändern. Um ihre Ziele zu erreichen, gehen erstaunliche Risiken ein.
Denn sie haben eines gemeinsam: Sie haben wenig zu verlieren.
Fazit: Ich habe "Gute Geister" von Kathryn Stockett geliebt! Die Autorin schafft es, hervorragend darzustellen, wie unterschiedlich Menschen in Krisen agieren. Der Roman ist bewegend, oft witzig, manchmal traurig und doch irgendwie Mut machend. Für mich persönlich eines der Highlights in diesem Jahr!
Jaqueline Brabec empfiehlt:
Der Wunsch, dass es niemals endet
Solange ein Streichholz brennt von Christian Huber
Zwei Welten. Ein Moment. Alles ändert sich.
Bohm lebt seit fünf Jahren auf der Straße. Wie er aus seinem früheren Leben gerutscht ist, darüber schweigt er. Er besitzt so gut wie nichts. Einen alten Rucksack. Geschnitzte Holzmäuse. Einen Brief, den er nicht öffnen will. Mit seinem Hund Fox kämpft er sich durch die Tage und Nächte.
Hat jemand eine Chance auf die Liebe, der keine Chance im Leben hat?
Fazit: Zwei Welten. Ein Moment. Alles ändert sich. Von Seite zu Seite entsteht ein wunderbares Geflecht aus Gefühlen, Verzweiflung, Hoffnung und der Wunsch, dass es niemals endet ... vor allem nicht die Geschichte zwischen Bohm und Alina!











