Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Stilistisch top
Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? von Wencke Mühleisen
Dieses Buch war … anders. Anders im Sinne von besonders intensiv, schonungslos, künstlerisch … aber leider konnte es mich nicht emotional erreichen.
Zunächst einmal: Das Cover im Gemäldestil gefällt mir außerordentlich gut. Es strahlt etwas Melancholisches, Reifes, Nachdenkliches aus, was ja die Grundstimmung des Romans visuell wunderbar einfängt.
Auch sprachlich merkt man sofort: Hier schreibt jemand mit Anspruch - klar, reflektiert, enorm tiefgründig. Keine leichte Unterhaltung, sondern ein literarisches Sezieren von Sehnsucht, Altern, Körperlichkeit und Beziehungsmustern.
Der Einstieg in Triest gefiel mir noch recht gut, ist atmosphärisch dicht - die gepflasterten Straßen, das gelbe Licht der Bars, dieses leise Unbehagen unter der Oberfläche, weil Erika spürt, dass irgendetwas nicht im Reinen ist, es jedoch nicht benennen kann … das alles ist eindrücklich beschrieben worden. Überhaupt ist der Schreibstil sehr bildhaft, fast essayistisch; viele Gedanken kreisen um Vergänglichkeit, Begehren, den alternden Körper, um das Gefühl, entliebt worden zu sein - und auch darum, selbst einmal Verrat begangen zu haben. Genau an diesem Punkt begann mein innerer Abstand.
Es fiel mir schwer, tiefes Mitgefühl für Erika zu entwickeln. Denn sie selbst hatte ihren Mann Jahre zuvor betrogen - und auch wenn jede Beziehung ihre eigenen Dynamiken hat und nichts jemals schwarz-weiß ist, war es für mich keine sonderliche Überraschung, dass a) eine Beziehung nach solch einem Vorfall angeknackst sein kann und b) diese Wunde möglicherweise nie ganz verheilt. Das Vertrauen hat Risse bekommen, die Nähe ist kompliziert geworden. Vielleicht war genau diese Ambivalenz gewollt, bei mir führte sie jedoch eher zu Distanz als zu Empathie.
Was ich zudem ganz ehrlich sagen muss: Die sehr explizite, direkte Sprache in einigen Passagen war für mich schlicht nicht stimmig. Ich lese durchaus gerne Romane mit sinnlicher Note, give me anything spicy, I love it! - das ist überhaupt nicht der Punkt. Aber hier empfand ich die Wortwahl stellenweise als zu derb, vulgär … und vor allem als nicht passend zur sonst eher literarisch-künstlerischen Tonlage. Sicherlich werden viele Leser:innen genau diese Offenheit feiern, auf mich wirkte sie eher befremdlich.
Ich hatte schlicht andere Erwartungen. Der Klappentext (und auch die Empfehlung, der Read sei "warmherzig" und "witzig") ließ mich auf eine Geschichte hoffen, die trotz aller Tiefe auch Leichtigkeit trägt. Vielleicht etwas in der Art von Susanne Fröhlich - mit realistischer Note, aber stets mit einem Augenzwinkern und vor allem: mit Hauptfiguren, die ich von Herzen mag. Stattdessen empfand ich die Atmosphäre des vorliegenden Werkes als deutlich deprimierender, beklemmender, fast schwer auf der Brust liegend. Nach der Lektüre fühlte ich mich nicht bereichert oder hoffnungsvoll, sondern eher bedrückt … und so sollte sich Lesen, zumindest für mich persönlich, nicht anfühlen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass dieses Buch schlecht ist, im Gegenteil: es ist literarisch höchst anspruchsvoll, reflektiert, kompromisslos ehrlich in seiner Auseinandersetzung mit Alter, Lust, Scham und Macht in Beziehungen. Es wird sicherlich viele Leser:innen finden, die genau diese Schonungslosigkeit schätzen und sich in Erikas Fragen wiederfinden. Für mich jedoch war es eindeutig nicht das richtige Buch zur richtigen Zeit. Daher vergebe ich 3 Sterne - aus Respekt vor der literarischen Qualität, auch wenn es inhaltlich einfach überhaupt nicht mein Fall war.
Fazit:
Manchmal passt ein Buch … und manchmal eben nicht, auch das gehört zum Lesen dazu. Stilistisch: top, inhaltlich: Geschmackssache.
Rezensionen von Arambol:
Enttäuschend
39 Grad Mord von Jenny Lund Madsen
"Würden Kriminelle immer klug handeln, wären die Gefängnisse der Welt leer."
Der Kriminalroman "39 Grad Mord" von Jenny Lund Madsen erzählt von der dänischen Schriftstellerin Hannah Krause-Bendix, die nach Sizilien reist, um ihre Schreibblockade zu überwinden und an ihrem neuen Kriminalroman zu arbeiten.
Doch der Aufenthalt nimmt eine unerwartete Wendung: Statt Inspiration findet sie eines Morgens in einer Villa eine ermordete Frau. Hannah gerät schnell selbst in den Fokus der Ermittlungen, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort war. Um ihre Unschuld zu beweisen, beginnt sie auf eigene Faust nach der Wahrheit zu suchen.
Dieser Kriminalroman konnte mich leider so gar nicht überzeugen.
Die Grundidee – ein Mordfall in sommerlicher Atmosphäre auf Sizilien – hätte eigentlich viel Potenzial für einen spannenden Krimi geboten. In der Umsetzung bleibt die Geschichte jedoch überraschend flach und nimmt kaum richtig Fahrt auf.
Ein großes Problem ist die Hauptfigur Hannah. Statt mit ihr mitzufiebern, empfand ich sie über weite Strecken eher als anstrengend nervig und völlig unsympathisch. Ihre Vorgehensweise bei den Ermittlungen wirkt oft absolut überzogen und wenig authentisch, sodass ich mich zu keiner Zeit mit ihr identifizieren konnte. Auch ihr ständig betonter Alkoholkonsum trägt nicht dazu bei, die Figur sympathischer oder glaubwürdiger wirken zu lassen.
Hinzu kommt, dass auch alle weiteren Protagonisten recht blass bleiben und die Handlung gleichzeitig viel zu viele abgedroschene Klischees bedient.
So entsteht keinerlei Spannung, und die Handlung wirkt unglaubwürdig konstruiert.
Selbst das italienische Setting konnte für mich keine besondere Atmosphäre erzeugen – das typische Lebensgefühl, das man von einem sommerlichen Krimi auf Sizilien erwarten könnte, habe ich leider komplett vermisst.
Insgesamt bleibt das Gefühl zurück, dass aus der Idee deutlich mehr hätte gemacht werden können. Dieser Krimi ist weder besonders spannend noch unterhaltsam – und deshalb auch kein Buch, das ich als leichte Sommerlektüre empfehlen würde.
Rezensionen von clematis:
Die Gouvernante
Der Wille der Gräfin von Ada Caine
Für die adelige Hanna bleibt kein Erbe über. Möchte sie nicht bei ihrer Tante Unterschlupf suchen, so muss sie wohl selber als Gouvernante für ihr Auskommen sorgen. Nur knapp schrammt sie in Karlsbad an einem Unglück vorbei und lernt kurz darauf Gräfin Valeria kennen, welche für ihre verwaiste Enkelin eine Erzieherin sucht.
Allerdings stellt sie Hanna nicht ohne Hintergedanken ein.
Dieser unterhaltsame Roman, welcher im Jahre 1896 spielt, erzählt die Geschichte einer tatkräftigen jungen Frau, die auf eigenen Füßen stehen möchte und viel mehr mitbringt, als von einer Gouvernante erwartet wird. Keinesfalls möchte sie das Geheimnis um ihre adelige Abstammung preisgeben und muss daher genau darauf achten, wie sie sich gibt und was sie sagt. Das angestammte Personal beäugt die Neue skeptisch und auch die störrische Enkelin Antonia, Hannas Zögling, ist eine Herausforderung.
Aus dem bereits aus früheren Romanen bekannten Karlsbad geht es diesmal Richtung Ungarn. Mit lebendigen Bildern vor Augen und entsprechender Atmosphäre quartieren wir uns auf einem weitläufigen Anwesen ein, sitzen auf der Terrasse und beobachten das bunte Treiben zwischen Gutshof und Pferdestallungen. Natürlich bleiben Eifersucht und Intrigen nicht aus, sodass es nach der etwas lang andauernden Reise doch wieder spannend wird. Wie gewohnt, ist die Geschichte auf der letzten Seite nicht zu Ende, eine Fortsetzung in Heiligendamm mit frischer Ostseeluft wartet hoffentlich bald auf die neugierigen Leser.
Rezensionen von clematis:
Esja-Frauen
Moosland von Katrin Zipse
Ein Aufruf der isländischen Bauernpartei im Jahre 1949 bewegt etwa 300 Frauen aus Deutschland, ihre Heimat hinter sich zu lassen und als Landarbeiter auf die Insel zu kommen. Der Lohn ist hoch und im Verliererland scheint ohnehin keine Zukunft zu liegen. So brechen auch Elsa und ihre Freundin Gerda auf in eine fremde Welt, besteigen voller Aufregung den Passagierdampfer Esja (daher die Bezeichnung Esja-Frauen).
Auf großartige Weise fängt Katrin Zirpse die Situation von Elsa ein, beginnt mit der Ankunft am Hof, dem die junge Frau zugeteilt ist. Das Land ist völlig anders, die Menschen arm, die Sprache unvertraut. So schweigt Elsa, verliert sich ihrer Trauer um Familie und Freunde. Auf ihre eigene Art findet sie sich schließlich in den Alltag der Eheleute und der beiden Söhne ein, passt sich zwangsläufig an, weil ihr gar nichts anderes übrigbleibt. Der leicht melancholisch nüchterne Schreibstil der Autorin spiegelt die Atmosphäre auf Island und Elsas Gedanken perfekt wider, es handelt sich um eine bewegende Erzählung, welche ohne wortreiche Dialoge auskommt und dennoch ein klares Bild auf die Geschehnisse wirft. Der wechselseitige Einfluss der Personen wird bald deutlich, die kleine Gruppe an Figuren ist schnell kennengelernt, so unterschiedlich sie auch mit der Fremden am Hof umgehen. Trotz der vielen alltäglichen Situationen bleibt der Spannungsbogen durchgehend hoch, einige unklare Tatsachen suchen sich nur allmählich ihren Weg ans Licht. Das Ende bleibt in gewisser Weise offen und beschreibt dennoch recht deutlich, wie es Elsa, stellvertretend für die realen Esja-Frauen, ergangen ist, als sie ihre Wurzeln und ihre Identität in der Heimat zurückgelassen haben.
Ein wunderbares, wenngleich mitunter trauriges Abbild der historischen Gegebenheiten. Den Neubeginn in Island stellt Katrin Zipse ausgezeichnet dar mit einem gelungenen Mix aus detaillierter Recherchearbeit und entsprechenden fiktiven Elementen. Klare Leseempfehlung!
Rezensionen von clematis:
Die Lotsennummer
Der Gesang der See von Trude Teige
Am Lotsenhof auf einer kleinen norwegischen Fischerinsel lebt Kristiane gemeinsam mit ihrer Mutter, ihrer Schwester und ihrem Ehemann Anders. Als dieser auf hoher See den Tod findet, ist Kristiane gezwungen, die Lotsennummer ihrer Familie abzugeben oder sich einen neuen Ehemann zu suchen, der bereits als Lotse zugelassen ist oder die notwendige Prüfung ablegt.
So lauten die klaren Regeln, welche das karge und entbehrungsreiche Leben im rauen Norwegen begleiten, eine Frau selbst hat wenig zu sagen und schon gar nichts zu entscheiden. Die junge Witwe steht vor einer schwierigen Wahl und kämpft für ihre Zukunft.
Eine wunderbare Erzählung, beruhend auf genauer Recherche und inspiriert von der eigenen Familiengeschichte, erwartet die geneigten Leser bei Trude Teiges erstem Roman, der nun erstmals auch auf Deutsch erscheint. Bewegende Szenen, präzise Charakterstudien und die Kulisse einer wilden Landschaft prägen das Geschehen. Mit ruhigen, dennoch eindringlichen Worten schildert Trude Teige Kristianes Schicksal, stellt deren Zwiespalt zwischen Tradition und Aufbegehren gegen scheinbar unabänderliche Strukturen bildlich dar. Wie auch in ihrer „Großmutter-Trilogie“ steht eine starke, mutige Frau im Mittelpunkt der Handlung. Fischerei und Schifffahrt sind zwar Sache der Männer, aber Kristiane will das nicht unwidersprochen hinnehmen, immer wieder trifft sie eigene Entscheidungen, wodurch sie ihre Nachbarn vor den Kopf stößt und auch gegen kirchliche Bevormundungen weiß sie sich zu wehren. Geht sie kluge oder falsche Wege? Das ist natürlich eine Frage der Sichtweise.
Trotz der Kürze von etwa 250 Seiten hat dieses Buch eine enorme Aussagekraft, kann es mit der knappen Handlung und der großartigen, vorherrschenden Atmosphäre absolut überzeugen. Ich empfehle diese großartige Geschichte uneingeschränkt weiter.
Rezensionen von Anilam:
Eine epische Geschichte voller Strategie und Intrigen
The Ravages of Time von Mou Chan
In „The Ravages of Time – Band 2“ wird die Geschichte rund um die Machtkämpfe in China zur Zeit der Drei Reiche weitergeführt. Wer Band 1 bereits gelesen hat weiß, dass verschiedene Fraktionen um Einfluss und Macht kämpfen, während einige historische Figuren immer stärker in den Mittelpunkt rücken.
Nach wie vor finde ich es absolut gelungen, wie historische Ereignisse mit der modernen und kreativen Comic/ Anime- Erzählweise verbunden werden. Die Handlung nimmt an Komplexität zu, aber genau das macht den Reiz aus - denn so sinkt man immer tiefer in die geschichtliche Epoche ein.
Die Illustrationen sind wirklich sehr toll. Die Zeichnungen sind detailreich und dynamisch, wodurch viele Szenen besonders lebendig wirken. Gerade die Kombination aus Geschichte und starken Bildern gefällt mir sehr gut und macht das ganze total spannend. Ich finde, der Comic eignet sich besonders für Leserinnen und Leser, die sich mit dem historischen Hintergrund der Drei Reiche beschäftigen möchten, aber gleichzeitig eine visuell starke Umsetzung mit tollen Illustrationen schätzen.
Für mich ist „The Ravages of Time – Band 2“ eine spannende Fortsetzung, die sowohl geschichtlich interessierte Leser als auch Comic- bzw. Animefans abholen kann und neugierig auf die nächsten Bände macht.
Rezensionen von Tara:
Ein Wohlfühlroman mit Nordseeatmosphäre
Leuchtturmzauber von Marie Merburg
„Leuchtturmzauber“ ist der dritte Band der Nordsee-Reihe der Autorin Marie Merburg. Die Bücher lassen sich unabhängig voneinander lesen. Dieses Mal geht es auf die Insel Juist.
Nach dem Verschwinden ihrer Mutter führt die 33-jährige Julia Lüders den Familienbetrieb – eine Insel-Spedition – alleine weiter, da ihr Vater seitdem mit seinem Leben nicht mehr zurechtkommt.
Vollkommen unerwartet trifft Julia nun ihren Jugendschwarm Lukas wieder, der vierzehn Jahre zuvor die Insel überraschend verlassen hat. Julia möchte eigentlich nichts mehr von ihm wissen, aber er sucht ihre Nähe und hat eine Nachricht für sie.
Der Schreibstil von Marie Merburg ist sehr lebendig und liest sich angenehm locker und leicht.
Mit Julia hat sie eine ausgesprochen sympathische und tatkräftige Protagonistin geschaffen, die mir von der ersten Seite an gefiel.
Das Leben auf der Insel und die Umgebung konnte ich beim Lesen direkt spüren und habe wahnsinnig große Lust auf einen Inselurlaub bekommen.
Auch wenn ich mich in diesem Roman sehr wohl gefühlt habe, ist er weit mehr als eine einfache Wohlfühllektüre. Neben einer sich anbahnenden Liebesgeschichte und Romantik, geht es dabei um Julias Vergangenheit, Selbstfindung, ein Familiengeheimnis und berufliche Rivalität zwischen den konkurrierenden Kutscherbetrieben.
Es ist ein lesenswerter Roman mit viel Inselflair, Herz und Tiefgang, der mich gespannt auf weitere Bücher von Marie Merburg warten lässt.
Rezensionen von Buster:
Interessant und Spannend
Giftiger Grund von Thomas Knüwer
Nach einem Tankstellen Überfall werden alle 3 Täter geschnappt und kommen ins Gefängnis. Der längste Aufenthalt ist 7 Jahre. Genau dieser Täter, Joran, wird nach seiner Entlassung begleitet in dem Buch. Er geht nach seiner Entlassung zur Tankstelle um seine Beute zu suchen und trifft dort auf eine junge Frau und ein Kind.
Das Schicksal dieser 3 Personen wird auf tragische Weise miteinander verbunden.
Das Buch beginnt ziemlich spektakulär und dann gibt es einen Schnitt. Der Autor erzählt dann aus der jeweiligen Perspektive der 3 Personen was der Geschichte einen besonderen Touch gibt. Die Charaktere der Protagonisten sind sehr gut ausgearbeitet. Alle 3 kommen nicht aus guten Verhältnissen und jeder bemüht sich aus diesem Teufelskreis raus zu kommen und ein besseres Leben zu haben. Natürlich auf ehrliche Weise. Ich finde die Geschichte durchaus realistisch ne spannend umgesetzt und kann das Buch nur empfehlen.
Rezensionen von saskia13120:
Wie kann so viel Trauer so schön zu lesen sein?
Blue Sparrow Girls - The Melody of You and Me von Laura Willud
"Blue Sparrow Girls - The Melody of You and Me" ist ein wunderschöner und gefühlvoller Roman und der erste Teil der Blue Sparrow Girls-Diologie.
Ich habe nie mit dem Gedanken gespielt in eine WG zu ziehen. Nach diesem Buch fühlt es sich aber so an, als wäre ein WG-Leben das schönste was einem passieren kann.
Die Freundschaft sowohl von Olive, Jules und Emily als auch von Drew, Zayn und Chase fühlt sich so echt und gut an dass es schon eifersuchtserregend ist. Ich konnte die Chemie zwischen den jeweiligen Trios spüren und jeder Charakter hat sich auf seine Art wunderbar in die Story eingefügt.
Olive hat vor kurzem ihre Mutter bei einem Autounfall verloren. Um sich ihr nah zu fühlen und ihre Trauer zu bewältigen zieht sie nach Nashville, wo auch ihre Mutter ihr junges Erwachsenenleben verbracht hat. Die Trauer ist bei Olive immer allgegenwärtig. Aber es fühlt sich nicht störend oder übertrieben an weil es nunmal genauso ist, wenn man einen so geliebten Menschen verloren hat. Olive ist eine super nahbare und empathische Protagonistin und ich habe sie vom ersten Moment bis zum Ende des Buches geliebt.
Mit Drew ging es mir ähnlich. Er ist Musikproduzent und steckt in einer kreativen Kriese seit er seine (nun Ex-) Freundin inflagranti mit dem Chef des Plattenlables erwischt hat bei dem er gearbeitet hat.
Auch er ist empathischer als er sich selbst zugesteht und gleichzeitig äußerlich der Bad Boy, in den sich jede sofort verlieben möchte.
Besonders der Kleinkrieg zwischen den zwei verfeindeten WGs der beiden hat mich das ein oder andere mal zum Schmunzeln gebracht. Sie hassen sich und würden die jeweils anderen zu gern loswerden, aber ich hatte trotzdem das Gefühl dass ihnen dann doch ein wesentlicher Teil ihres Lebens fehlen würde. Eine klassische Hassliebe also.
Die Stimmung in diesen Buch war einfach einzigartig. Im Grunde dreht sich alles um Gefühle und Atmosphäre. Und das schafft die Geschichte so unglaublich gut dass ich mich trotz der vielen Trauer von Olive so wohl mit dem Buch gefühlt und es als Balsam für die Seele empfunden habe.
Die einzige kleine Kritik die ich habe ist dass die Hintergrundgeschichten der ganzen Nebencharaktere in den WGs zwar angerissen, aber nie zu Ende erzählt wurden. Wir bekommen zwar einen zweiten Teil, in der es um die Geschichte von Jules gehen wird, aber ich möchte eigentlich wirklich gerne eine Reihe haben bei der jeder der sechs WG-Mitglieder gleichermaßen zum Zug kommt.
Zuallerletzt sei noch gesagt dass das Cover und auch die Gestaltung der Kapitelüberschriften mich wirklich überzeugt hat. Ich habe das Buch wegen seiner farblichen Gestaltung und den vielen namensgebenden Spatzen so gerne einfach angeschaut. Es wirkt einfach wahnsinnig Hochwertig.
Ich kann die Blue Sparrow Girls deswegen jedem ans Herz legen, der einfach eine gute Zeit genießen und dabei sein Herz an Olive und Drew verlieren möchte!
Rezensionen von Anilam:
Weniger Druck, mehr Gelassenheit beim Essen
Essen und essen lassen von Marlene Borchardt; Nora Burgard-Arp
In dem Buch „Essen und essen lassen“ geht es darum, wie stark unser Blick auf Essen heute von Trends, Social Media und gesellschaftlichen Erwartungen geprägt ist. Das Buch zeigt, warum Ernährung für viele Menschen mit Druck verbunden ist und warum wir wieder einen entspannteren Umgang damit finden sollten.
Während des Lesens ist mir immer wieder aufgefallen, dass das Buch viele Gedanken anspricht, die ich selber kenne. Dieses ständige Nachdenken darüber, was zum Beispiel richtig oder falsch beim Essen ist. Das Buch regt auf jeden fall dazu an, solche Glaubenssätze zu hinterfragen und wieder mehr auf das eigene Gefühl zu hören.
Der Schreibstil ist angenehm verständlich und wirkt dabei sehr ehrlich. Es geht nicht darum, neue strenge Regeln aufzustellen, sondern eher darum, Druck rauszunehmen und einen liebevolleren Umgang mit sich selbst zu finden. Viele Dinge wurden so erklärt, dass man sich gerne mit einem Thema auseinandersetzt und sich nicht etwa dazu gedrängt oder belehrt fühlte - das ist mir immer besonders wichtig.
Für mich ist das Buch angenehm ruhig - denn heutzutage wird so viel Trubel in das Thema Ernährung gebracht, hier wird alles einmal gebündelt und etwas entschärft. Absolut empfehlenswert wenn man eben selbst diese Probleme kennt.











