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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von clematis:

Erschütternd

Die Apotheke der Hoffnung von Amanda Barratt

Krakau im Jahre 1941, die Spaltung zwischen Juden und Nicht-Juden schreitet voran, Ghettos werden errichtet und die Apothekerin Zosia Lewandowska verliert immer mehr Nachbarn durch zwangsweise Umsiedlungen. Gemeinsam mit einer Studienfreundin arbeitet sie fortan in der Adler-Apotheke im abgeriegelten Viertel, wo sie unter Einsatz ihres Lebens den menschenunwürdig behandelten Juden Hilfe anbietet.

Ein erschütternder Bericht, der leider auf wahren Begebenheiten fußt.

In einer nichts beschönigenden und nichts verbergenden sachlichen Schreibweise erzählt Amanda Barratt aus einem der schlimmsten Kapitel unserer Zeitgeschichte. Zosia selbst und ihre junge jüdische Freundin und ehemals Nachbarin Haina berichten in der Ich-Form, wodurch sie eine so realistische Darstellung liefern, dass einem nicht nur einmal ein kalter Schauer über den Rücken läuft. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass historische Figuren ins Geschehen eingeflochten werden, so beispielsweise der Apotheker Tadeusz Pankiewicz oder der Lagerkommandant SS-Untersturmführer Amon Göth. Andere reale Personen dienen als Vorlage für die unterschiedlichsten Charaktere in diesem ausgezeichneten, wenn auch stellenweise schwer aushaltbaren Roman. Wir begleiten unsere liebgewonnen Helden des Alltags über mehrere Jahre, ziehen von beengten Ghettounterkünften in Podgórze in das kaum vorstellbare Arbeitslager Plaszów und weitere unfassbare Stationen und erleben mit, wie dort trotz steter Angst und nagendem Hunger ein letzter Funken Hoffnung glimmt. „Stärke heißt nicht, ohne Angst zu leben, sondern trotz der Angst zu leben.“ [kindle, Pos. 3916]

Mutig und entschlossen stehen Menschen für ihre verfolgten Nachbarn ein, trotzen den schikanösen Vorschriften und werden durch kleine Gesten zu „Leuchtfeuern des Lebens inmitten eines tosenden Sturms.“ [kindle, Pos. 5826] So auch Tadeusz Pankiewicz mit seinen drei unerschrockenen Angestellten in der Apotheke, welche heute zum Historischen Museum der Stadt Krakau zählt.

Dieses Buch ist ein Meisterwerk an Erzählkunst und verknüpft erschütternde Wahrheit mit fiktiven Szenen zu einem Ort des Grauens und einer gleichzeitig nie versiegenden Hoffnung. Mögen die Verbrechen des Naziregimes nie in Vergessenheit geraten. Fünf Sterne samt Leseempfehlung für all jene, denen Recht und Gerechtigkeit ein Anliegen sind.

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Rezensionen von Tara:

Atmosphärisch & spannend

1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd von David Petry

„1736 - Chronik einer Kopfgeldjagd“ ist eine historische True Crime Story des Autors und promovierten Historikers David Petry.
Die Handlung beginnt im Februar 1736. Die Zeit ist hart und Agnes und Andreas Roß halten sich mit Einbrüchen und Diebstählen über Wasser. Der letzte endetet leider damit, dass sie nun mit ihren beiden Kindern Christian und Maria im Gefängnis sitzen.

Um an ihnen ein Exempel zu statuieren beginnt der Geheimrat Dr. Pistorius Zeugen zu holen. Die Angst der beiden Meisterdiebe ist groß.
Schon auf den ersten Seiten ist es David Petry gelungen das 18. Jahrhundert lebendig werden zu lassen. Die Atmosphäre hat mich zeitlich direkt um 300 Jahre zurückversetzt und ich konnte spüren in was für einer verzweifelten und bedrückenden Situation sich Agnes und Andreas Roß befanden.
Die Kapitel - 45 auf nur 250 Seiten - sind sehr kurz und die Handlung ist spannend und kurzweilig, so dass ich das Buch in kurzer Zeit gelesen hatte. Bei dem Gedanken, dass es sich hier um Ereignisse nach wahren Begebenheiten handelt, hatte ich Gänsehaut. Die Menschen sind damals keineswegs zimperlich miteinander umgegangen und es ist erschreckend welche Strafen verhängt wurden. Der Autor finde dafür klare Worte und beschönigt nichts.
Wer geschichtlich interessiert ist und gute Nerven hat, für den dürfte dieser spannende historische Roman ausgesprochen interessant sein.

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Rezensionen von rikes_little_library:

Sachwissen mit ganz viel Witz!

So wohne ich! Und du? von Saskia Gwinn

Wusstet ihr, dass die Krabbenspinne mit Hilfe ihrer Seidenfäden einen Ballon webt, der sie durch die Luft trägt?

dass die Sydney-Krake einen Bau aus Muschelschalen hat?

oder dass der Stierkäfer seinen Bau am liebsten unter Kacka-Haufen baut?

In „So wohne ich! Und du?“ dreht sich alles, um die vielfältigen Wohnorte von Tieren.

Vor dieser Lektüre war selbst mir nicht klar, wie viele unterschiedliche Behausungen Tiere nutzen, denn die Möglichkeiten sind vielfältig! Sortiert nach der Art des Schlafplatzes (z.B. Nest, Netz, Erdloch, Tunnel, Höhle) werden die verschiedensten Tiere vorgestellt. Auch innerhalb der einzelnen Obergruppen gibt es viele Abwandlungen, von denen wir hier zahlreiche kennenlernen! Das besondere an dem Buch ist die super lockere und witzige Schreibweise, in der die Tiere selbst sprechen und ihre Wohnorte vorstellen! Mit Hilfe von kleinen Vorstellungstexten und Sprechblasen lernen wir nach und nach alles wichtige über Tunnel, Kacka-Kugeln und co. und werden dabei von einem kleinen Kolibri durchs Buch begleitet.

Dabei kommt es auch mal zu kleineren Auseinandersetzungen zwischen den Tieren, denn jedes Tier findet seine eigenes Zuhause am schönsten. Unterstützt wird der witzige Text durch kunterbunte Illustrationen, bei denen besonders die Gesichtsausdrücke der Tiere hervorstechen!
Am Ende jeder Seite gibt es zudem schon einen Hinweis auf das nächste Tier, dass sein Zuhause vorstellen wird, was zum Raten und Weiterlesen anregt.

In „So wohne ich! Und du?“ Wird Sachwissen mit ganz viel Witz vermittelt, sodass Lernen richtig Spaß macht! Von uns gibt es daher eine große Empfehlung!

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Rezensionen von peppi:

Reise in die Eiszeit

Der rätselhafte Verwandte aus der Eiszeit von Silke Vry

Band 7 der DUSTY DIGGERS-Reihe widmet sich dem Neandertaler. Es werden komplexe archäologische Erkenntnisse so aufbereitet, dass Kinder sie mühelos verstehen können.
Ein wirklich spannendes, klug strukturiertes Kindersachbuch, das auch noch ungemein unterhaltsam ist.
Silke Vry erzählt die Entdeckung des Neandertalers als kleinen Sachbuchkrimi.

Sie verbindet historische Fakten mit mit aktuellen Forschungsergebnissen.
Sehr schön finde ich auch die Illustrationen von Marie Geissler. Sie lockern den Text wundervoll auf.
In diesem Buch findet man eine Mischung aus Wissen, Humor und tollen anschaulichen Beispielen.
Hier wird Wissen vermittelt ohne je trocken zu sein. Sicher bekommt der ein oder andere kleine Leser jetzt Lust darauf, die Rätsel der Vergangenheit weiter zu erforschen.
Ich empfehle dieses Kinderbuch auf jeden Fall weiter.

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Rezensionen von rikes_little_library:

Ein gelungenes Buch für kleine Naturentdecker*innen

Mein erstes Natur-Entdeckerbuch. Da! Eine Kuh von DK Verlag - Kids

Kennt ihr schon die „Mein erstes Natur-Entdeckerbuch“-Reihe aus dem DK-Verlag? Die Reihe wird ab 1 1/2 Jahren empfohlen und stellt verschiedene Tiere vor.

„Da! Eine Kuh“ beschäftigt sich mit den bekanntesten Bauernhoftieren Kuh, Huhn, Schaf, Schwein und Pferd. Jedem Tier ist eine Doppelseite gewidmet, auf der das Tier anhand von Fragen und Suchaufträgen vorgestellt wird.

So sollen die Kinder die Tiere suchen und können hinter verschiedenen Klappen noch mehr Exemplare entdecken. Auf den Klappen steht jeweils eine Frage dazu, welche Geräusche das Tier macht, wo es lebt und wie die Babys des Tieres heißen.

Inhaltlich empfinde ich das Buch als wirklich gut geeignet für Kinder ab einem Jahr. Durch den Fokus auf ein Tier pro Doppelseite ist das Buch nicht überladen, dafür werden viele ähnliche Tiere gezeigt, zum Beispiel Pferde mit verschiedenen Fellfarben -Mustern oder Größen, sodass Kinder lernen, das Tiere einer Art ganz unterschiedlich aussehen können, gleichzeitig aber viele Gemeinsamkeiten haben.

Die Klappen fördern die Feinmotorik und machen kleinen Leser*innen einfach besonders viel Spaß, für sehr kleine Kinder empfinde ich sie aber als etwas zu empfindlich, mein Sohn hat die erste Klappe innerhalb der ersten drei Sekunden zerstört, hier würde ich mir für Bücher für die Zielgruppe ab ca. einem Jahr etwas robustere Klappen wünschen, daher auch der Abzug eines Sternes.

Durch die einfachen, aber farbenfrohen Illustrationen, kleine Details (Regenwurm, Marienkäfer) auf jeder Seite und die einfachen Texte ist es ein wunderbares Buch für kleine Naturentdecker*innen, dass durch das gemeinsame Nachahmen der Tierlaute viel Spaß macht und gleichzeitig erstes Tierwissen vermittelt ohne überladen zu sein.

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Rezensionen von rikes_little_library:

Ein wunderbares Buch, das mit den Kindern mitwächst!

Tut das weh? von Florian Babor; Nibras Naami

Nach „Sag mal Aaah!“ erscheint nun mit „Tut das Weh?“ Die Fortsetzung von einem unserer allerliebsten Kindersachbücher aus 2025. Während sich der Vorgängerband mit dem Besuch in einer Kinderarztpraxis beschäftigt, widmet sich dieser Band einer Kinderklinik.

Die Bücher wurden von den beiden Kinderärzten Florian Babor und Nibras Naami geschrieben, die auf Social Media als handfussmund bekannt sind und sind dadurch auch fachlich super! Das Buch begleitet einen Arbeitstag in der Klinik, von der Morgenbesprechung, über die Behandlung zahlreicher Patient*innen bis zur Übergabe am Abend.

Jeweils auf einer Doppelseite werden verschiedene Fälle beleuchtet. Das Besondere ist, dass es immer einen Vorlesetext gibt, der jedoch von Expert*innenwissen begleitet wird, das je nach Alter und Interesse des Kindes mitgelesen werden kann. Dadurch wächst das Buch mit der Zeit mit und ältere Kinder erfahren beispielsweise, wie eine Infusion funktioniert, was ein MRT ist oder welche Aufgaben der Blinddarm hat.

Neben typischen Kinderkrankheiten, wie einem Magen-Darm-Infekt, einer Blinddarmentzündung oder Verletzungen, wie einer Gehirnerschütterung, werden hier auch speziellere Krankheiten und Behandlungen erklärt. Ein frühgeborenes Baby im Inkubator, wird per Hubschrauber eingeflogen, der achtjährige Toni hat Epilepsie und bekommt ein EEG, die vierzehnjährige Shari muss heute ins MRT und auch die Arbeit im Labor, ein OP-Saal, das Spielzimmer und die Cafeteria werden gezeigt, sodass kleine Leser*innen einen umfassenden Eindruck über die Arbeit in einer Kinderklinik bekommen.

Ganz besonders wundervoll machen dieses Buch die Illustrationen von Anke Evers,. Diese sind farbenfroh und liebevoll detailreich gestaltet. Nicht nur die Besucher*innen und Patient*innen der Klinik sondern auch Ärzt*innen und Pfleger*innen sind divers gestaltet und viele der Kinder werden von ihren Vätern in die Klinik begleitet. Schön ist auch, dass hier alle Menschen einen Helm beim Rad- und Einradfahren tragen. Optisch hervorgehoben gibt es im Buch zudem immer wieder Fragen, die dazu anregen sich nochmal genauer mit dem Buch zu beschäftigen.

Aufklärung hilft ungemein beim Abbau von Ängsten vor dem Arzt- oder Klinikbesuch und da ist dieses Buch einfach perfekt für geeignet. Durch die spannenden Fakten wächst es mit den Kindern mit und bei jeder Lektüre können neue Details entdeckt werden. Für mich ist es die bisher beste Kinderbuchreihe zu diesem Thema und ich kann die Bücher allen Familien sehr ans Herz legen!

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Rezensionen von rikes_little_library:

Das passende Buch für die Erkältungszeit

Nino und die Nasenblase von Olalla Castro-Klich

Kürzlich haben wir ein Buch entdeckt, das in unserer Buchsammlung absolut gefehlt hat: Ein Buch über Erkältungen - allerdings mit ganz viel Witz.

In Nino und die Nasenblase machen Nino und seine Familie eine ähnliche Erfahrung, wie zahlreiche Familien im Alltag. Kaum ist er in der Kita und der Herbst beginnt, startet eine endlose Erkältung.

Jeden Tag läuft Ninos Nase, da helfen auch Vitamine, Sonne und Medizin nicht. Doch dann passiert etwas unerwartetes: Ninos Nasenblase wird größer und größer, bis er plötzlich abhebt, aus dem Fenster gezogen wird und auf ein Abenteuer hinfortfliegt…

Das Konzept der fliegenden Nasenblase, die den kleinen Nino aus dem Fenster zieht sorgt bei Kindern für so einige Lacher. Die Illustrationen sind ganz besonders und sehr einfach gehalten: Nino und einige andere Details sind in Schwarz-Weiß illustriert, im Hintergrund gibt es dann farbige Akzente. Dadurch besitzt das Buch definitiv Wiedererkennungswert. Niedlich sind auch die Textstellen, die in kindlicher Krakelschrift geschrieben wurden.

Die Geschichte rund um den fliegenden Nino und seine Mama, die ihm auf dem Fahrrad hinterherfährt und versucht ihn einzufangen ist wirklich liebevoll gestaltet, besonders schön finde ich auch, dass auch die Mama einen Helm beim Radfahren trägt. Für Ninos Abenteuer hätte ich mir noch ein etwas aufregenderes Erlebnis erhofft, sodass das Buch auch ältere Kinder noch mehr abholt, für kleine Mäuse ab zwei ist Ninos Flug durch die Stadt aber Erlebnis genug.

Nino und die Nasenblase ist die perfekte Lektüre für alle Familien, die in der Erkältungssaison langsam an ihre Grenzen kommen und ein Buch suchen, das die Stimmung aufheitert! Die Welt wäre definitiv schöner, wenn man mit Nasenblasen wirklich auf große Abenteuer fliegen könnte.

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Rezensionen von MarcoL:

Feinfühlige Geschichte aus Marokko, feministisch und staatskritisch. Toll!

Die Zivilisation, Mutter! von Driss Chraïbi

Casablanca, Marokko. Sie wurde mit dreizehn Jahren verheiratet, und hat seit dem ihr Haus nie mehr verlassen (dürfen).

S.83: „Was ist das, 'lieben'? Was soll das heißen? … Als ich in dieses Haus zog, war ich ein Kind. Stand vor einem Mann, der mir Angst einjagte. War mit ihm allein, verstehst du? … Dann habe ich mich im Laufe der Jahre daran gewöhnt.

Die Gewohnheit ist ein Gefühl. Ich stellte mit keine Fragen, ich wusste nicht, wer ich war.“

Alles wurde von ihrem Ehemann organisiert. Sogar die Einkäufe. Sie kennt nichts anderes, glaubt einfach, es muss so sein, und allen Müttern und Ehefrauen gehe es gleich. Ihr Mann ist ein reicher Geschäftsmann, mehr unterwegs als zu Hause. Ihre beiden Söhne sind dem Kindesalter mehr oder weniger entwachsen, als sie ein Radiogerät mitbrachten. Für ihre Mutter war das Magie, und sie war lange der Meinung, dass die Stimme von einem Zauberer kommt. Und das Telefon war ihr erster richtiger Kontakt nach außen.
Die moderne Technik hält nach und nach Einzug in dem Haus. Und ihre Söhne nehmen sie mit nach draußen – in die Stadt. Geheim, von ihrem Sohn Nagib, der ein sanfter Hühne war, beschützt.

S.70: „Ein Tor war aufgestoßen worden. Nun flutete alles auf einmal auf sie herein, und sie versuchte einzudämmen, was ihrer Natur fremd war, diesen Schlamm zu verarbeiten, damit er eines Tages fruchtbar werde.“

Ihr Leben ändert sich nach und nach. Sie lernt lesen, schreiben, rechnen. Sie entdeckt die Welt, und auch ihre eigene Welt, ihre eigenen Kinder, mit neuen Augen.
Gleichzeitig mit dieser Entwicklung ändert sich auch das politische Gefüge im Land Marokko.

S.81: „Und sie sah uns. Sah, dass ich Haare am Kinn hatte und dass Nagib größer war als ihr Mann. An diesem Tag war es zu Ende mit dem Panzer, mit der Schale um sie herum.“

Irgendwann erfährt ihr Mann davon, aber er sieht ein, dass er machtlos ist. Die Freiheit beginn zu siegen. Und die Mutter der Söhne beginnt zu verstehen.

S.147: „Und der Kern der Gemeinschaft ist nun einmal die Familie. Wenn aber im Schoße dieser Familie die Frau als Gefangene gehalten wird, verschleiert noch dazu, eingesperrt, wie wir es seit Jahrhunderten getan haben; wenn sie über keinerlei Öffnungen zur Außenwelt verfügt, keine aktive Rolle spielen kann, wirkt sich das verhängnisvoll auf die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit aus; sie zieht sich zurück und hat sich und der übrigen Welt nichts mehr zu geben.“ - ein wunderbarer Satz, der alles auf einen Punkt bringt.

Die Geschichte ist sehr feinfühlig erzählt aus der Sicht ihres anderen Sohns. Ganz allmählich merken wir, dass diese Familiengeschichte als große Gesellschaftskritik funktioniert, im kleinen wie im großen. Flüssig erzählt, mit viel Empathie und Humor, führt uns Driss Chraibi durch die Erzählung, kombiniert Familie mit Staat sehr geschickt.
Ein wunderbares Buch, dem ich sehr viele Leser*innen wünsche. Das Original erschien bereits 1972.
Ganz große Leseempfehlung.

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Rezensionen von Dragon:

Auf dem Weg zur Identität

How It All Ends von Emma Hunsinger

Tara ist auf der Middle School und noch so richtig und gerne Kind. Sie spielt mit ihrem kleinen Bruder, hat phantasievolle und lustige Tagträume, in denen sie die Heldin in allen möglichen Situationen ist und ihre beste Freundin ist die 22 Monate alter Schwester Isla. Tara führt ein Leben, in dem sie gut zurechtkommt, immer mal wieder Zeit zum Spielen hat und gut in der Schule ist.

Als sie eines Tages jedoch die Mitteilung bekommt, dass sie die 8. Klasse zusammen mit 2 anderen Mitschülern aufgrund ihrer guten Leistungen überspringen darf und sofort nach dem Sommer auf die Highschool wechselt, wird sie in eine völlig andere Welt katapultiert, in der sie sich schwer einfügen kann.

Die Umsetzung der Story ist meiner Meinung nach gut gelungen. Besonders gefällt mir, dass die Graphic Novel in 2 verschiedenen Farben gehalten ist, was auch schon auf dem Cover angedeutet wird. So kann man gut zwischen der Realität und Taras Gedanken unterscheiden. Der Illustrationsstil ist jetzt nicht so meins, denn ich finde ihn teilweise zu hart, „eckig“ und sehr vereinfacht, wodurch sich bei mir beim Lesen keine so rechte Verbindung zur Story einstellen mag. Allerdings finde ich die Darstellung von Taras bisherigem behüteten Leben auf der Middle School und den auf sie einprallenden, erst mal schockierenden Gegebenheiten an der Highschool sehr glaubwürdig dargestellt, Mir gefällt, dass immer wieder Taras Gedanken und Gefühlsleben thematisiert werden und in welch innerem Zwiespalt sie sich befindet. Man kann auch schön miterleben, wie nicht nur sie langsam reifer wird, sondern auch die Schwester, die ihr bisher immer eine große Vertraute und Stütze war und jetzt aber auch zunehmend ins eigene Leben startet.

Das Buch handelt davon, wie Tara zu sich selbst findet und langsam herausfindet, wer sie ist. Ein klassischer Coming-of-age-Roman, der sich für die Altersgruppe ab etwa 10 Jahren genau richtig anfühlt und mit Tara eine Hauptprotagonistin hat, mit der man sich identifizieren kann. Die Graphic Novel halte ich nicht nur für (angehende) Teenager interessant, sondern auch für Eltern, um ihre Kids ein bisschen besser in dieser schwierigen Zeit des Erwachsenwerdens zu verstehen.

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Rezensionen von Vobabooks:

Schön unkonventionell

Keeping it casual von Karina May

„Keeping it casual“ ist ein Roman von Karina May, übersetzt von Antonia Zauder. Nach einer Diagnose und einer Trennung steht Max Leben Kopf. Sie zieht zu ihrer Freundin und meldet sich zu Ablenkungszwecken bei Tinder an. Dort lernt sie Johnny kennen, und kocht mit ihm die Rezepte aus dem Familienkochbuch ihres Exfreunds nach (es sind auch einige Rezepte abgedruckt, ein Großteil davon ist aber nur für Menschen interessant, die Fleisch essen), bis Max nun vor ihrer OP steht…
Eine Geschichte, die mich besonders durch ihre Unkonventionalität gecatcht hat.

Max meistert eine wirklich herausfordernde Lebensphase, zudem geht es auch ein wenig um Selbstfindung.
Flüssig zu Lesen, dabei sowohl mit Leichtigkeit, Skurilität, Humor und etwas Tiefe. Auch wenn es sich für mich inhaltlich an manchen Stellen ein wenig unrund und schnell abgehandelt anfühlte und ich zudem die Romanceaspekte nicht so gänzlich fühlen konnte, war es eine wirklich gute Lesezeit für mich.

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