Kunden em pfehlungen
Rezensionen von re.maier-henze@web.de:
Aus einem Senfkorn wird ein Baum
Das Unmögliche wagen von Schödl Ingeborg
Aus einem Senfkorn wird ein Baum
Frau Schödl beschreibt sehr anschaulich die Kindheit und den Lebenslauf bis zur Schulentlassung unserer 1892 geborenen Protagonistin Anna Dengel. Beeindruckt von einer als Missionsschwester in Südafrika wirkenden Tante fühlt auch sie sich zu einem solchen Schritt hingezogen (20).
Eines Tages liest Anna Dengel in einer Missionszeitschrift einen Artikel über eine Ärztin, die bereit ist, jungen Frauen das Medizinstudium zu finanzieren, sofern diese sich im Gegenzug verpflichten, 5 Jahre in Indien zu arbeiten (21). Die Annahme dieses Angebotes ist das Senfkorn.
Dr. Dengel wird nun mit katastrophalen hygienischen Zuständen und unvorstellbaren Situationen auf den Geburtsabteilungen indischer Krankenhäuser konfrontiert: Unwissenheit und Aberglaube des Pflegepersonals fördern Kindbettfieber und Todesfälle von Mutter und Kind. Der Mangel an gelernten Pflegekräften und schließlich auch das Misstrauen gegen sie als europäische Ärztin machen Anna Dengel depressiv.
Während einer Europareise und eines Aufenthaltes in Innsbruck rät ihr ein Jesuitenpater, eine in Verbindung mit der Leitung der katholischen Kirche stehende Gemeinschaft zu gründen (52). Der Erste Weltkrieg hatte Europa auch wirtschaftlich zerstört; deshalb reist Anna Dengel in die USA und hält zahlreiche Vorträge, um Geld für dieses Unterfangen zu beschaffen. Dort gründet sie 1925 ? eine Konstitution war erstellt ? ihre aus drei Mitschwestern bestehende Gemeinschaft. 1972 wirken insgesamt 700 Schwestern in indischen, amerikanischen, europäischen und auch deutschen Niederlassungen (129/150). Nur in ihrem Heimatland kann ?die Gemeinschaft der Missionsärztlichen Schwestern? - so ihr Name - nicht ?Fuß fassen? (131). Anna Dengel, jetzt nur noch ?Mutter Dengel? genannt, wird während eines jeden Generalkapitels zur Generaloberin gewählt.
Das Senfkorn der Entscheidung, als Missionarin Krankenpflege in Indien zu tätigen, wurde zum Baum einer Gemeinschaft, welche am 19. Juni 1959 von Papst Johannes XXIII. zu einem Institut päpstlichen Rechts erklärt wurde (118).
Anna Dengel stirbt 1980. Ihr Grab liegt auf dem deutschen Friedhof in Rom.
Rezensionen von Gerda Laurer:
Aussensicht der Innensicht
Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm von Ahava Selja
Dieses wunderschöne Buch über das Vergessen im Autobus zu vergessen ist schade und bedauerlich. Bedauern über das Vergessen. Listen schreiben, um nicht bedauern zu müssen, nicht zu vergessen. Das Büchlein mit den Listen vergessen. Namen vergessen. Adressen vergessen. Was haben ein Wal und eine Finnin gemeinsam? Sie haben fast vergessen, wo sie zu Hause sind und irren durch London.
Dort gehören aber weder der Wal noch Anna wirklich hin. Selja Ahava beschreibt in wunderschöner Sprache und berührenden Bildern die Geschichte von Anna, einer Finnin, die nach dem Schock über den Verlust des geliebten Mannes langsam ihr Gedächtnis verliert. Unaufhaltsam, traurig, verwirrend und doch letztendlich eigenartig rührend-schön und fast friedlich am Ende. Wie kann man als Aussenstehende wissen, was im Inneren von jemandem wirklich vorgeht, wie von aussen beschreiben wie es sich innen anfühlt, den Verstand zu verlieren?
Rezensionen von ManuManu:
Der Fürst des Parnass - kurze Erzählung des Autors wie alles begann..
Der Fürst des Parnass Eine Erzählung von Zafón Carlos Ruiz
Barcelona, 16. Jahrhundert
Der junge Buchdrucker Sempere trifft auf den verzweifelten Dichter Cervantes, der nach Erfolg schmachtet und, noch nichtsahnend, den großartigen Don Quijote schaffen wird. Der mysteriöse Verleger, Signor Corelli, verspricht ihm großen Ruhm - doch der Preis dafür ist hoch.
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Fazit--> geniale Kurzlektüre! Geburtsstunde des "Friedhofs der vergessenen Bücher", um den in den vorangegangenen Büchern des Autors schon diverse Geschichten spielen.
Absoluter, persönlicher Favorit unter den Autoren - kein anderer schreibt so mitreißend wie Zafón!
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Allmaehliches Vergessen ohne Schrecken
Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm von Ahava Selja
Eine wunderbar poetische Studie über das allmähliche Verschwinden der Wirklichkeit: Anna wird älter und gleitet nach und nach in eine Welt der Phantasie und der Vergangenheit, in ihrem Gedächtnis fehlen zuerst kleine, und dann immer größere Teile. Früher musste sie nach ein, zwei Worten suchen, heute kommen ihr ganze Gedanken abhanden, sagt sie, aber sie hat ihre Erinnerungen , und die bleiben.
Es ist ein Buch, bei dem man sich anfangs konzentrieren muss, damit man nicht selbst den Boden unter den Füßen verliert. Man kann sich vorstellen, wie es sein muss, wenn einem nach und nach die Dinge entgleiten und die Träume wichtiger werden. Aber allmählich lässt man sich auch als Leserin ein auf die Träume. Warum muss man immer wissen, was wirklich geschieht, warum soll man die Vernunft in den Vordergrund stellen, wenn die Phantasie so wirklich scheint? Es hat etwas von einem Zurückgleiten in die Welt von Kindern, wichtig ist, was ich jetzt sehe, was mir jetzt durch den Kopf geht. Und die unangenehmen Dinge, den Unmut der Umgebung, den Brand in der Wohnung, kann ich einfach ausblenden.
Und Anna vermittelt durchaus auch einen Eindruck von großer Stärke: sie weiß, dass nicht alles so ist, wie es ihr scheint, aber sie lässt sich nicht beirren. Sie geht ihren Weg, auch wenn er sie tagelang durch London führt und sie in die Irre geht, wie der Wal, der die Themse aufwärts in den sicheren Tod schwimmt. Die Zeit war Anna zwischen den Händen zerfallen, heißt es im Text, aber am Ende findet sie doch zurück auf die Insel im heimatlichen Finnland. Und man schließt das Buch und denkt, auch das Versinken im Alter und in der Demenz kann seinen Schrecken verlieren. Ein großartiger Roman, geschrieben mit dem leisen Humor, den ich an Büchern aus dem Norden Europas sehr schätze.
'Eksyneen muistikirja', der finnische Titel heißt übersetzt 'das verlorene Notizbuch' - trifft es besser, ist aber nicht so griffig wie 'DerTag, an dem ein Wal durch London schwamm' - aber was ist schon griffig am allmählichen Eintauchen im Nebel des Vergessens?
Rezensionen von HEYN Leserunde Barbara Lichtenegger:
Lust auf mehr KNOI
KNOI von Ahava Selja
Nach meiner ersten halben Knoilesezeitstunde verspürte ich eigentlich wenig Verlangen weiter zu lesen. ZAZUUUUZ. Abgesehen vom unvorhersehbaren Wechseln der unterschiedlichen Erzähl- und Zeitebenen fand ich auch die Indirekterede-langbissehrlang-Sätze, wie zum Beispiel "Sie sagte, es sei sein Blick gewesen, der sie dazu veranlasst habe, dieser Blick habe gesagt, bitte, nimm mich mit, bitte, sprich mich an, bitte, geh nicht weiter.
Sie sagte, sie habe sich nur seines Blickes angenommen, wie eines Opfers, sagte er, nein, nicht wie ein Opfer, eher wie einer, dem es die Sprache verschlagen habe." (Seite 20) Sehr ARIKE.
Noch mehr ZAZUUUUUUUUZ. Ich begann noch einmal von vorne. Und plötzlich
mittendrin: ZAZ! Ganz ohne Lidocain! Der Funke sprang über!
Das Anschnallbefehldauerpenetrationsdröhnen übertönte von da an die eine oder andere weniger OGNUITE Schilderung. Mit Konrad, Frau Dr.
Haselbrunner, Branko, Hilde, Max, Frau Kerbler, Hermann, Liliane usw.
entstanden RAULIS konstruierte Subgeschichten mit GRÄKUSEN Figuren! Zu gerne wüsste ich, wie sich die Beziehungssehnsüchte von Rita und dem Kommissar, Lutz und Mario, Conny und Jakob weiter gestalten und welche Klein-Schönbrunn-Fanatsien Max sich zur weiteren Realitätsbewältigung erdenkt. Die Liebe habe ich in diesem Buch nicht entdeckt. Aber ich habe durchaus Lust auf mehr KNOI.
Rezensionen von HEYN Leserunde Barbara Lichtenegger:
Sachen, Stunden und Woerter verlieren
Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm von Ahava Selja
Selja Ahavas Roman "Der Tag an dem ein Wal durch London schwamm" hat mich sehr berührt.
Anna, die be-merkens-werte Protagonistin der Geschichte, verliert langsam, unspektakulär und undramatisch Sachen, Stunden, Wörter, ihre Erinnerungen, ihre bewusste Wahrnehmung und - und das bleibt offen - am Ende auch ihr Leben?
In wechselnden Erzählzeiten ver-rücken mir beim Lesen nicht nur die Lebensstationen von Anna.
Auch Annas eigene Wahrnehmung ver-rückt sich zunehmend.
Durch geschickte Rückblenden und den damit erzeugten Zeitenwandel entsteht eine beeindruckende Langsamkeit, mit der sich in sorgsamer und bildhafter Sprache Annas Geschichte ent-wickelt, mich er-greift und be-trifft.
Annas Humor und ihre Fantasie bewahren mich davor, dem entstehenden dumpfen Gefühl der beschriebenen Vergessensempfindungen zu viel Platz einzuräumen, und es wirkt auf mich tröstlich und sympathisch, dass letztlich ein "lieber" Gott in weißen Socken Anna auf ihre Insel (zurück) begleitet, wo sie ihre Sehnsucht stillen und in Zufriedenheit sein und gehen kann.
Rezensionen von HEYN Leserunde Dagmar Pfleger:
Die Zeit zerfaellt zwischen den Haenden!
Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm von Ahava Selja
Sätze sind wie Kohlestriche - Augenblicke einfrieren - zwischen zwei Welten steckenbleiben. Auf sehr ansprechende Weise und in einer mit vielen Synonymen angereicherten Sprache taucht man in die Erlebniswelt von Alzheimer betroffenen Menschen ein, wird konfrontiert mit und in der Folge auch ergriffen von deren Eigenheiten.
Wenn man das Buch durchliest, dazwischen nicht weglegt und den etwas verwirrenden Beginn somit überwindet, kann man den "Knoten im Kopf" richtig spüren. Der Autorin gelingt es gut, den Kern des Themas herauszuarbeiten und den Weg "back to the roots", zurück in das Leben der Vergangenheit und Phantasie. Ein durchaus zufrieden stellendes Leseerlebnis!
Rezensionen von relya:
Eine vergessene Welt
Mythica, Göttin des Meeres von P. C. Cast
Wieder ein neues Buch von der Mythica Reihe gelesen und wurde wieder sehr positiev überrascht.
Eine junge Frau die sich mehr Magie in ihrem Leben wünscht, eine wunderschöne Göttin, ein Meermann und eine alte vergessene Welt.
Die ewige Liebe stirbt nie, das habe ich von diesem Buch gelernt, denn sie findet dich überall.
Einfach lesenswert, generell die ganze Mythica-Reihe ist einfach super.
Rezensionen von ManuManu:
Die Analphabetin, die rechnen konnte
Die Analphabetin, die rechnen konnte von Jonas Jonasson
Ein toller Schmöker eines verrückten Autors mit einer witzigen Geschichte und der jungen, afrikanischen Analphabetin Nombeko als Protagonistin.
Fazit --> gut geschrieben, skurrile Wendungen. Persönlich nicht meine bevorzugte Art der Lektüre.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Ewa Wiercinska :
Gefaehrlich Gut
Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm von Ahava Selja
Selja Ahava erzählt, wie zuerst die Worte, dann die Gedanken verschwinden, nur mehr Erinnerungen bleiben und das Gedächtnis zu einer Flickendecke wird. Die Sprache ist wie ein Gewitter mit Blitz und Donner, wirkt beängstigend und faszinierend zugleich. Schon seit jeher versetzt so ein Sprachgewitter den Leser ins Staunen.
Der sehnt sich nach dem Spannungsausgleich zwischen Wolke und Erde, aber wie finden diese Gewitterblitze wieder ihren Weg zur Erde?
Ich liebe solche Bücher!!!!







