Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Das Leben ein Traum?
Seltene Affären von Bayer Thommie
Ein Mann schreibt davon, dass er schreibt, und er träumt, dass er träumt, und er schreibt davon, wie er träumt, dass er träumt. Außerdem schreibt er Kurzgeschichten und träumt von seiner großen Liebe, der Frau seines Bruders. Das alles passiert vor dem komfortablen Hintergrund einer ausreichend großen Erbschaft.
Eine Existenz, eingebettet wie in Watte zwischen Träumereien und Phantasien- da verabschiede ich mich diskret und möchte nicht länger stören. Das Buch könnte anregen zum Nachdenken über zwei Seiten einer Existenz, über Zwillingsbrüder, die vielleicht erst gemeinsam ein Ganzes ergeben, aber es ist eindeutig nicht für mich geschrieben
Rezensionen von Mag. Karin Pfeiffer:
Schwarzer Camilleri-Humor
Die Verlockung von Andrea Camilleri
Mauro Assante führt das unscheinbare, fast langweilige Leben eines Wirtschaftsprüfers. Als eine junge hübsche Frau auftaucht, beginnt sich sein Leben dramatisch zu verwirren.
Seine Frau und sein Sohn verbringen die Sommerferien weit weg im Norden von Rom.
Als Mauro den Zusammenhang erfasst zwischen seiner Prüfung einer Bank und den verfänglichen Situationen, in die ihn die anscheinend harmlose Fremde bringt, ist es zu spät für ihn, den Intrigen zu entkommen.
Zu perfide und dicht ist das Netz gesponnen.
Camilleri beschreibt eine Situation, in die jeder von uns kommen könnte. Seine Logik und sein scharfer Verstand entwickeln eine Geschichte, die neugierig macht und fesselt.
Rezensionen von Mag. Karin Pfeiffer:
Jüdische Familiengeschichte mit viel Humor
Mischpoke! von Marcia Zuckermann
In der Rahmenhandlung erzählt eine Frau ihrer Anwältin ihre Familiengeschichte, die der Familie Kohanim. Die männlichen Nachkommen von Mindel und Samuel sterben. Über bleiben sieben Mädchen, von den Nachbarn ?Die sieben Plagen? genannt. Alle sieben sind völlig verschieden, vom Aussehen, Charakter und Werdegang.
Zur protestantischen, ebenfalls westpreußischen, Familie Hanke besteht Kontakt über beide Weltkriege.
Mit Mutterwitz und Humor erzählt Zuckermann die teilweise autobiographische Familiengeschichte und das Zusammenleben von Kommunisten, Protestanten, Juden, Adeligen und Nationalisten in den turbulenten Zeiten zwischen 1902 und 1945.
Rezensionen von Mag. Karin Pfeiffer:
Bretonischer Krimi
Bretonische Flut von Jean-Luc Bannalec
Im fünften Fall von Commissaire Dupin muss er Morde klären, die sich an der Küste und auf den vorgelagerten Inseln der Bretagne ereignen.
Die Einwohner sind mürrische, abergläubige Menschen, die nicht gerne reden und Menschen von auswärts nicht trauen und versuchen zu ignorieren. Es ist also schwierig, Zusammenhänge und Motive für die Verbrechen zu finden.
Doch Dupin lässt nicht locker und löst letztendlich mit Hilfe seiner fähigen Mitarbeiter und den Aussagen eines kleinen aufmerksamen Jungen die Fälle, nicht jedoch ohne Gefahr für ihn selbst.
Interessant sind die geschichtlichen Details der Gegend, die ja bis zu den Kelten und Römern zurückführen, ihre Sagen und Mythen, sowie die verschiedenen Praktiken des Fischfangs, sowohl der einzelnen Fischer und ihrer großen Konkurrenz, den schwimmenden Fabriken.
Rezensionen von Janine2610:
Eine Reise, die man so schnell nicht wieder vergisst
Heute fahre ich nach Morgen von Kateryna Babkina
Kateryna Babkina hat mit »Heute fahre ich nach Morgen« einen Roman geschaffen, der mit einem wundervollen und leicht verständlichen Schreibstil bezaubert. Die Geschichte selbst hat irgendwie auch etwas Magisches, ohne jedoch ins Fantasy-Genre abzurutschen. Es ist von Zeit zu Zeit die Rede von Wundern und Dingen, die man sich nicht logisch erklären kann.
Die Protagonistin Sonja ist eine junge Frau, die herausfindet, dass sie schwanger ist und diese Tatsache zum Anlass nimmt, ihren Vater, den sie nie kennengelernt hat, aufzusuchen, um eine Beziehung zu ihm herzustellen.
Sonja war für mich nicht ganz greifbar auf der Gefühlsebene, dafür waren mir die 164 Seiten einfach zu knapp. Dennoch war sie mir sympathisch, vor allem, weil sie hin und wieder ihren Kopf in den Wolken hatte, also ein wenig verträumt war, und weil sie trotz ihrer Angst vor dem Baby in ihrem Bauch, von dem sie auch nicht wusste, wer der Papa ist, auf Reisen geht, um den verlorenen Part ihrer Familie zu finden.
~ »Man kann niemandem vertrauen. Aber manchmal lässt es sich nicht vermeiden.« ~
(S. 28)
Und so kam Sonja mir zeitweise auch vor: verloren und sich nach dem Lebenssinn fragend. Dieses Buch ist auf jeden Fall eines, in dem viel herumgereist wird: von der Ukraine nach Polen, nach Deutschland, nach Griechenland und schlussendlich noch einmal nach Deutschland. Sonja trifft auf ihrer Reise allerhand Menschen, die sie komischerweise fast alle kennt und die sie auf ihren verschiedenen Stationen auch immer wieder trifft. - Was für mich etwas eigenartig war, da mir irgendwie der Zusammenhang gefehlt hat. Mir kamen all die wiederholten Treffen der Buchfiguren sehr zufällig und unwahrscheinlich vor.
Die Suche nach Sonjas Vater hat sich für mich nicht wirklich als Suche entpuppt, sondern mehr als "ich-reise-einfach-mit-den-Menschen-mit,-die-mir-begegnen-und-schaue,-wer-oder-was-mir-sonst-noch-so-über-den-Weg-läuft".
Im Grunde war genau das aber ja auch das Spannende an der ganzen Geschichte: man wusste nie, wer oder was als nächstes auf Sonjas Reise auftauchen würde.
~ Sonja fühlte sich unsichtbar wie eine umherirrende Seele. Vielleicht passierte genau das mit Menschen, wenn sie etwas Derartiges ereilte? ~
(S. 151)
Die letzten Seiten des Buches fand ich sehr überraschend, da ich so überhaupt nicht damit gerechnet habe, was die Protagonistin über den Mann, mit dem sie gereist ist, herausfindet. Aber ob das Schockierende, was Sonja herausgefunden hat, überhaupt der Wahrheit entspricht, hat man als Leser am Ende leider nicht mehr erfahren, da Sonja eine in meinen Augen ziemlich überstürzte Handlung getätigt hat. Ich persönlich fand diese Ungewissheit nach dem Lesen des letzten Satzes etwas unbefriedigend, aber wenn ich mir die Art der Protagonistin jetzt noch einmal ins Gedächtnis rufe, war diese Reaktion am Ende eh zu ihr passend.
Alles in allem hatte ich meine Freude beim Lesen. Auch, wenn die Handlung an manchen Stellen für mich nicht immer ganz glaubhaft war und das Ende mich nicht völlig zufriedengestellt hat, so fand ich wenigstens den Schreibstil besonders und irgendwie magisch, zum Träumen einladend. Die Autorin hat es damit geschafft, mich zeitweilig komplett in eine andere Welt zu entführen!
Rezensionen von Janine2610:
Wo bleibt der werdende Papa nur so lange?
Wo bist du? von Kollmann-Obwegeser Stefanie
Vom Beginn des Buches war ich wirklich begeistert: mir hat der lockere Schreibstil und der Humor darin so gut gefallen. Die Protagonistin findet ja heraus, dass sie schwanger ist, kurz nachdem ihr Liebster für unbestimmte Zeit in den Nahen Osten abgedüst ist, um dort als Kriegsberichterstatter seinen Job zu tun.
Leider ist der Gute nicht erreichbar und so führt die schwangere Hauptfigur fast die ganze Geschichte über einen Monolog bzw. hängt ihren Erinnerungen nach, an die Monate und Jahre, bevor ihr Freund, mit dem sie eigentlich eine offene Beziehung führt, mal wieder abgereist ist. Sie macht sich Gedanken darüber, wie die gemeinsame Welt aussehen wird, wenn das Baby da ist, sorgt sich, ob ihr Freund rechtzeitig zur Geburt wieder da sein wird, und wirft sich vor, dass sie ihm nicht schon eher geschrieben hat, dass sie schwanger ist.
Im Grunde erzählt die Protagonistin in diesem Buch davon, was sie alles während ihrer Schwangerschaft erlebt hat, welche Ängste sie heimgesucht haben und welche Unglaublichkeiten ihr widerfahren sind. Und zwischendurch schweifen ihre Gedanken immer wieder zum werdenden Vater ab und zu der Frage: »Wo bist du?«. Dabei war ich mir ziemlich sicher, dass die werdende Mutter eher wissen wollte, wo der Papa BLEIBT und nicht, wo er sich genau befindet ... ;)
~ Ich will einfach nur, dass du wieder heil zu mir zurückkommst. Mir ganz egal unter welchen Voraussetzungen. Wenn du nur noch einen Arm oder nur noch ein Bein hast, ist mir das völlig egal. So lange ich dein Herz habe, ist mir alles recht. Und so lange du mein Herz auf deiner Reise nicht verloren hast ... ~
(S. 178)
Geschrieben ist das Ganze ziemlich witzig, der Humor ist absolut mein Fall und ich habe mich einige Male beim herzhaft Lachen oder Losprusten ertappt. Auch die Situationskomik bzw. die Art, wie die Buchfigur gewisse Situationen beschrieben hat, war für mich teilweise zum Brüllen komisch.
Was mir mit der Zeit ein bisschen auf den Keks gegangen ist, war die Frage »Wo bist du?«. Mir ist bewusst, dass der Titel so heißt und ich bin auch davon ausgegangen, dass diese Frage das eine oder andere Mal wohl auch im Buch auftaucht, aber irgendwann ist es mir so vorgekommen, als würde sie sich die Protagonistin permanent stellen ... und irgendwann empfand ich das eben als ein wenig langweilig und vom ewigen »Wo bist du?«-fragen ist bisher ja auch noch niemand wieder nach Hause gekommen, oder?
Mit der Protagonistin selbst bin ich recht schnell warmgeworden. Auch, wenn unsere Ansichten und Wahrnehmungen in mancherlei Hinsicht etwas auseinandergegangen sind, durch ihren großartigen Humor, ist sie mir so schnell sympathisch geworden und ans Herz gewachsen, dass ich sie mir sogar als Freundin hätte vorstellen können. ;)
Für mich war diese Geschichte - wenn man das häufige »Wo bist du?«-Gefrage jetzt mal außer Acht lässt - wirklich kurzweilig und unterhaltsam. Ich habe sie mit richtig viel Spaß und Freude gelesen und deswegen gibt es dafür gerne auch eine Leseempfehlung von mir!
Rezensionen von csac:
Eine Biographie über einen ?Schönwetterguru? und ?Sturmpropheten?
Ich habe die Wolken von oben und unten gesehen von Karl Gabl
Vor vielen Jahren saß ich in einem Lawinenkurs von Karl Gabl und schon damals beeindruckten mich sein Wissen, seine Erfahrenheit am Berg und seine Leidenschaft für den Alpinismus. Sein Resümee nach vielen eingebrachten Beispielen bereits damals: Selbst jahrzehntelange Erfahrung, umfangreiches Wissen, Können und große Vorsicht sind letztlich kein Garant für absolute Sicherheit in den Bergen.
Diese seine Worte begleiteten mich als ständige leise Mahnung, in den Bergen achtsam zu bleiben.
Auch in diesem Buch weist er auf die Schwierigkeit von Prognosen zu Vorgängen in der Natur hin und wird doch oder vielleicht auch gerade deshalb von vielen als "Wettergott" bezeichnet.
Karl Gabl, einer der bekanntesten Expeditions-Meteorologen, jahrzehntelanger Leiter der Wetterdienststelle in Innsbruck, geprüfter Berg- und Skiführer, erfahrener Bergsteiger und leidenschaftlicher Alpinist, schildert in diesem Buch Stationen seines mittlerweile bereits 70-jährigen Lebens. Dabei kann man als Leser nur über die Fülle und den Reichtum der gemachten Erfahrungen staunen.
Er erzählt in chronologischer Reihenfolge, mit den Kindheitserfahrungen beginnend und in insgesamt 20 Kapiteln von Klettererlebnissen, Erfahrungen am Berg und mit Bergsteigern, Schicksalsschlägen und Glücksmomenten.
Sein Buch liest sich leicht und locker, die großen Passagen kommen eher auf leisen Sohlen daher. So etwa, als er von einer vierköpfigen Familie berichtet, die sich im Herbst in den Südtiroler Bergen verirrt und erst im Frühjahr entdeckt wird ? eng umklammert, um der Kälte zu trotzen.
Solche Textstellen berühren sehr und bleiben im Gedächtnis.
So auch seine Ausführungen zum furchtbaren Lawinenunglück in Galtür: ?Es schien, als ob es nicht mehr zu schneien aufhören würde?. Es sind solche Sätze, die bei mir als Leserin sofort das Bild der zunächst herrlichen weißen Pracht in jenem Februar 1999 heraufbeschwören, nach tagelangem Schneefall aber auch der angespannten Stille und besorgten Blicke, der Unruhe und der Angst.
Anhand dieser und unzähliger anderer Ereignisse beschreibt Karl Gabl ein Stück Regionalge-schichte. Momente, die für viele von uns alltäglich (Föhntage im Inntal), spannend (WM Arlberg), aufwühlend (Lawienenabgang Jamtalhütte) oder auch einfach nur furchtbar waren (eben besagter Lawinenwinter 1999). Er bringt damit auf den Punkt, was für Menschen, die wir in den Alpen leben, so vertraut und dennoch so erschreckend ist: Das Leben und der Tod in den Bergen, sie gehören zusammen.
Dazwischen erzählt der Autor von Erlebnissen am Berg, in Südamerika, den Alpen, mit 66 Jahren schließlich auf einem Siebentausender in Nepal. Aber auch von persönlichen Verlusten und Schicksalsschlägen. Aufgelockert wird dieses Buch durch die vielen eingeschobenen und humorigen Beiträge von Berggefährten und Freunden Karl Gabls, wie etwa Simone Moro oder Ralf Dujmovits.
Was nach Lesen dieses Buches bleibt? Der Eindruck, dass wir Karl Gabl viel zu verdanken haben, insbesondere im Bereich der alpinen Meteorologie und der Unfallprävention in den Bergen.
Und: Karl Gabl scheint mit seinem Kopf und auch seinem Herz oft in sehr hohen Gefilden zu schweben, mit seinen beiden Füße steht er aber offenbar fest und sicher auf dem Boden und ist trotz seiner Verdienste doch ein sehr bescheidener Mensch geblieben.
Rezensionen von csac:
Besser Tiger als Schaf ? die facettenreiche Biographie eines Ausnahmebergsteigers
Besser Tiger als Schaf von John Porter
In diesem Buch folgen wir dem Lebensweg des Ausnahmebergsteigers, Juristen und Funktionärs beim BMC (British Mountaineering Council) Alex MacIntyre , der in seinem kurzen Leben von nur 28 Jahren mehr erlebt hat, als wahrscheinlich so mancher in seinem gesamten Leben.
In 380 Seiten lässt der Autor und Bergfreund John Porter das Bild eines sehr lebendigen, spontanen, eigensinnigen und von Leidenschaft geprägten Mannes wiederaufleben, der sich nicht nur in der britischen Bergszene, sondern auch international durch zahlreiche Erstbegehungen und waghalsige Kletterabenteurer einen Namen machte.
Gleichzeitig galt Alex MacIntyre als ?enfant terrible? der Bergsteigerszene: Mit seinem unangepassten und widersprüchlichen Verhalten polarisierte er Zeit seines Lebens, letztendlich wurde ihm sein Ehrgeiz und der Wunsch, ?der beste Bergsteiger der Welt zu werden? zum Verhängnis. Ein einzelner Stein löste sich an der Südwand der Annapurna und löschte das kurze, intensive Leben von Alex MacIntyre aus.
Der Autor John Porter beschreibt in 29 Kapiteln nicht nur den Werdegang von Alex MacIntyre, sondern wirft gleichzeitig auch einen Blick auf die Geschichte des britischen Bergsteigens in den 70er und 80er Jahren. Neben ausführlichen und pointierten Beschreibungen der Bergsteigerszene in Großbritannien, widmet sich der Autor immer wieder auch ethischen Fragen, die Bergsteiger bis heute beschäftigen: Wie weit soll Kommerz am Berg gehen? Wie weit soll der einzelne Bergsteiger zu einem Teil der ?Tourismusindustrie? verkommen?
Insgesamt ist das Buch recht interessant und kurzweilig zu lesen, einzelne Anekdoten über die wilden 70er Jahre regen zum Schmunzeln an. Dennoch ist es meines Erachtens aber weit davon entfernt, als eines der?spannendsten Bergbücher ever? bezeichnet zu werden, wie der Klappentext wirbt. Dafür versteht es mich als Leser streckenweise zu wenig zu packen, der Funke ist in vielen Kapiteln (etwa in jenen, in welchen über den BCM berichtet wird), nicht übergesprungen, so dass ich diese Seiten letztendlich überblätterte. Gerne hätte ich dafür noch mehr über den Menschen Alex MacIntyre erfahren, der trotz der zahlreichen und unterschiedlichen Facetten, die Porter aufzuzeigen versucht, dennoch blässlich bleibt ? und wenig greifbar.
Rezensionen von Nelebooks:
Erika und Annie leben weiter
Und nebenan warten die Sterne von Nelson Spielman Lori
Allgemein: Das Cover ist stilistisch angepasst an die anderen beiden Romane der Autorin. Durch die Farbwahl wirkt es jedoch etwas kühler und unfreundlicher. Die Blume gefällt mir gut. Der Schreibstil ist sehr gut und ermöglicht ein wirklich flüssiges Lesen.
Meinung: Ich war gleich von Anfang an mitten in der Geschichte.
Es ist wirklich gut beschrieben und zieht einen in den Bann. Mit den Charakteren konnte ich mich nicht richtig anfreunden. Ich finde es gut, dass sie ihre Ecken und Kanten haben und nicht als perfekt dargestellt wurden. Auch dass sie sich in der Geschichte weiter entwickeln fand ich wirklich sehr schön und habe sie daher doch gerne begleitet. Die Geschichte macht nicht wirklich klar, wie das Ende aussehen könnte - Happy End hofft man natürlich, doch war es für mich nicht vorhersehbar. Es war interessant und die Seiten sind nur so dahin geflogen. Das Ende finde ich gelungen.
Fazit: Eine wirklich schöne Geschichte, die ich nur weiter empfehlen kann.
Rezensionen von Weltensucher:
Angenehme Lesezeit garantiert
Und nebenan warten die Sterne von Nelson Spielman Lori
Verlust, Trauer, Vergebung, Familie und Liebe. Lori Nelson Spielman verarbeitet die altbekannten Motive in ihrem neuen Roman in eine Geschichte der Selbstfindung und Erkenntnis über die wahren Werte im Leben. Es ist keine weltbewegende, die Literatur bis ins Mark prägende, eindrucksvolle Geschichte ? aber das muss sie in diesem Genre auch nicht sein.
Es ist leichte Lektüre, locker geschrieben, vielleicht hier und da ein wenig vorhersehbar, aber auch alltagsnah. Die Botschaft ? sich an den wichtigen Dingen im Leben zu orientieren, seine Zeit den Lieben statt der Arbeit widmen, das Übliche ? kommt zwar nicht spektakulär, aber doch deutlich zum Ausdruck.
?Und neben an warten die Sterne? ist ein netter (wobei ?nett? hier ganz und gar nicht abwertend gemeint ist), unterhaltsamer Roman für alle, die zwischendurch oder auch ständig gerne von ein wenig gutmütiger Moral lesen und sich nicht an der simplen, manchmal kitschigen Vermittlungsweise stören.
Aufgeteilt in zwei Perspektiven, die der Mutter Erika und ihrer Tochter Annie, wird die Zeit nach dem Tod ihrer Tochter/Schwester geschildert, welche bei einem Zugunglück plötzlich verstarb. Dabei haben sich die beiden verbliebenen Familienmitglieder über den gemeinsam erlebten Verlust entzweit ? während Erika sich in ihre Arbeit flüchtet und kaum noch Zeit für ihre Tochter findet, plagen Annie Selbstzweifel, Einsamkeit und die typischen Schwierigkeiten beim Erwachsenwerden. Beide wachsen im Laufe der Geschichte über sich hinaus; sie erkennen ihre Fehler, ihre Schwächen und machen eine charakterliche Entwicklung durch. Sie finden ihren Weg aus der Trauer heraus und auch wieder zueinander, indem sie das Wahre und Wichtige im Leben erkennen. Dabei spielen neben weiteren zentralen Familienmitgliedern natürlich auch der ein oder andere Liebhaber eine Rolle...
Der Schreibstil ist flüssig und leicht zu lesen; es wird eine angenehme und auch relativ schnelle Lesezeit geboten. Interessant ist die Ich-Perspektive aus Erikas Sicht und der Wechsel zum dritten Erzähler in Annies Kapiteln. Insgesamt ist die Handlung abwechslungsreich, mehrere Kulissen, der ein oder andere Wendepunkt kommt vor (wenn auch nicht immer überraschend) und die Unterschiede zwischen erwachsenem und jugendlichem Leben kommen in der Erzählung gut zur Geltung. Die ein oder andere Stelle hätte mehr Emotionen bedarft, zentralen Szenen fehlte oft das gewisse Etwas, die nötige Prise an angemessenen Gefühlen. Ansonsten ist die Hauptstimmung in dem Roman keineswegs durchweg traurig, wie vielleicht vermutet, sondern meistens freundlich bzw. einfach dem Alltag entsprechend. Kleine Sprüche und Lebensweisheiten, die im Text immer wieder Verwendung finden, passen durch und durch zu dem Charakter des Buches und fügen sich wunderbar ein.
Wer deshalb eine schöne, alltagsnahe und das Leben in seinen Höhen und Tiefen schildernde Geschichte lesen möchte, bei dem die zentralen ?romantischen? Motive erneut mit belehrendem Charakter verarbeitet werden ? oder auch nur einen lockeren, leichten und unterhaltsamen Roman sucht, ist mit ?Und nebenan warten die Sterne? eigentlich ganz gut aufgehoben.










