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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Stagnation

Die Geschichte der getrennten Wege - Erwachsenenjahre (Neapolitanische Saga 3) von Elena Ferrante

Die Geschichte der getrennten Wege hat als dritter Teil der Serie das Problem vieler Mittelteile von Serien. Viel ist schon passiert, das Finale ist noch fern, und dieser Teil ist handlungsarm. Lange plätschert die Handlung vor sich hin. Dafür wird immerhin gut ein Stimmungsbild der Zeit in Italien gezeigt.

Mit den Anfang der siebziger Jahren erfolgt eine Wende.
Während bisher im konservativen Teil von Italien nicht viel von Frauenrechten oder gar Feminismus zu hören war, wird jetzt immerhin schon mal nach der Pille gefragt. Auch der Arbeiterkampf spielt jetzt eine Rolle.

War die Saga bisher im Prinzip ein Entwicklungsroman in mehreren Teilen stagnieren die Figuren inzwischen mehr oder weniger. Elena kommt bei ihrer Schriftstellerei trotz Erstlingserfolg nicht richtig in Fahrt. Sie wird sogar von Lila wegen ihrer Werke kritisiert, doch warum versucht Lila nicht auch endlich mal wieder etwas in der Richtung. Sie hatte doch als Kind Potential dafür. Aber natürlich kann man verstehen, dass das nicht so einfach ist. Dafür erwartet Lila, dass Elena ihr erfolgreiches Leben quasi für sie mitlebt. Diese aber zögert und zaudert wie gewohnt.
Die Freundschaft der beiden Frauen ist jedoch abgekühlt, sie halten auch viel Distanz. Dennoch denke und hoffe ich, dass tiefergehend noch das alte Zusammengehörigkeitsgefühlt da ist. Enttäuschenderweise kommt Lila in diesem Teil der Saga aber nur wenig vor.

Der Alltag dominiert. Eigentlich ist das auch eine Qualität von Elena Ferrante, das so zu zeigen. Elena heiratet und wird Mutter. Das Eheleben mit Pietro verläuft unaufregend, dann gibt es ein Wiedersehen mit alten Freunden, wobei es eine neue Annäherung an Nino gibt.

Das Ende des Romans verläuft dann so, dass man auf keinen Fall auf den vierten und letzten Teil verzichten kann. Jetzt beginnt das Warten auf 2018.

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Rezensionen von Maeddsche:

Grausame Familiengeheimnisse

Palast der Finsternis von Bachmann Stefan

Das Buch:

In "Palast der Finsternis" von Stefan Bachmann geht es um fünf Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren, die außerwählt wurden Teil einer geheimen Mission zu werden, für die sie nach Frankreich reisen. Im Mittelpunkt steht Anouk, aus deren Sicht wir die Handlung verfolgen.

Zunächst scheint es so, als sollte die Gruppe einen geheimen, unterirdischen Palast aus zeiten der französischen Revolution erforschen, doch dann kommt alles anders...

Mein Eindruck:

Vorweg möchte ich sagen, dass es schwer ist einen Eindruck vom Buch zu vermitteln, ohne zu spoilern. Daher sind meine Formulierungen größtenteils sehr vage und oberflächlich.
Insgesamt ist das Buch sehr spannend und fesselnd, sodass man es ohne Probleme am Stück verschlingen kann. Zu Beginn kommen viele Fragen auf (Was hat es mit Anouks Familienverhältnissen auf sich? Was ist das für eine geheime Mission? Sind Anouks langsam aufkommende Zweifel begründet?) die im Laufe des Buches auch alle beantwortet werden, was ich sehr gut finde, da der Leser so nicht unbefriedigt zurück bleibt. Wie durch den Klappentext schon angekündigt, verbirgt sich in dem Palast etwas Böses und hinter jeder Tür lauern neue Gefahren. Welches Ausmaß diese haben, hätte ich mir vorher nicht ausmalen können. Bachmann gelingt es den Leser immer wieder zu überraschen und so die Spannung aufrecht zu erhalten. Dabei wirkt die Handlung in sich schlüssig und jederzeit nachvollziehbar. Allerdings sollte hier angemerkt werden, dass nicht alles was passiert auch wirklich realistisch ist, sondern in den Bereich Fantasy/Übernatürliches geht. Dennoch ergibt die Handlung im Rahmen des Buches Sinn.

Mein Fazit:

Das Buch kann ich mit gutem Gewissen weiterempfehlen. Selbst bin ich eigentlich weniger der Fan von Fantasy und Übernatürlichem, hier hat es mich jedoch nicht gestört, weil es gekonnt umgesetzt war. Kleine Abzüge gibt es nur dafür, dass die Geschehnisse teilweise zu schnell waren, sodass man nicht ganz nachvollziehen konnte, was jetzt alles passiert ist. Ein paar erklärende Worte mehr hätten da schon geholfen. Außerdem war mir das Handeln der Figuren manchmal zu gegensätzlich. Einmal voller Angst und im nächsten Moment total rational, sodass ich fast vergas, dass es sich um Teenager handelt.

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Rezensionen von Caroline :

Emilia und ihr schweres Erbe

Liebe zwischen den Zeilen von Veronica Henry

Emilia Nightingale muss den Verlust ihres Vaters verkraften. Er war ihr Fels in der Brandung, selbst als sie sich entschloss in der Ferne zu studieren und zu arbeiten, hat er sie immer aus vollstem Herzen unterstützt. Nun ist er nicht mehr da. Nur die Buchhandlung Nightingale Books ist ein sowohl großartiges wie auch großes Erbe.

Schließlich war Julius ein Buchliebhaber und kein Buchhalter. Genau das könnte Emilia nun zum Verhängnis werden. Der Laden steht nämlich auf ziemlich wackeligen Beinen, sie muss gnadenlose und rigorose Entscheidungen treffen. Kann sie den Lebenstraum ihres Vaters übernehmen, ohne komplett den Boden unter den Füssen zu verlieren? Was geschieht mit all den liebenswerten Kunden, wenn sie die Buchhandlung schließt? Fragen, die sie so kurz nach dem Tod ihres Vaters eigentlich gar nicht beantworten kann, würden ihr nicht zahlreiche Freunde, Hilfe, Kraft und Unterstützung zukommen lassen.

Wie hat es mir gefallen?
Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Sofort als ich das Cover, den Titel und den Klappentext entdeckt hatte, war klar, das Buch muss ich haben. Schließlich geht es um Menschen, die Bücher lieben.
Somit waren meine Erwartungen ziemlich hoch und anfangs konnten diese auch erfüllt werden. Der Leser begleitet Julius Nightingale in Oxford, lernt seine Leidenschaften und seine große Liebe kennen. Ist hautnah bei der Entscheidung dabei, als er sich seinen Traum einer eigenen Buchhandlung erfüllt und schließlich auch mit seinem letzten Atemzug, an seiner Seite seine Tochter Emilia. Mit ihr trauert der ganze Ort Peasebrook, in dem es vor wundervollen Menschen nur so wimmelt. Genau damit beginnt für mich die Story zu bröckeln. Die Geschichte, die hinter jeder einzelnen Person steckt, wäre es wert in einem eigenen Buch erzählt zu werden. Stattdessen erfährt man nur Bruchstücke. Egal, ob es die angekratzte Vergangenheit June?s ist oder das gut gehütete Geheimnis, das Sarah mit sich herumträgt. Oder Thomasinas Leidenschaft fürs Kochen und Unterrichten, Marlowes chaotisches Liebesleben oder Jacksons Fehler.
Ein wahres Füllhorn an Geschichten hat hier Aufstellung genommen, um leider recht schnell gelöst und erzählt zu werden. Für mich leider eine von der Autorin verpasste Gelegenheit, ein ausgezeichnetes Buch zu schreiben. So wurde es ein gutes Buch, mit Abzügen, denn ich bin mir sicher, dass Veronica Henry ein wahnsinnig gutes Gefühl für liebenswerte Charaktere hat. Sie versteht es, ausgezeichnet die Stimmungen einzufangen und zu beschreiben. Die Figuren sind lebensecht. Plagen sich mit alltäglichen Sorgen und Nöten.
Dennoch ist es ein Wohlfühl-Buch, das mich wünschen lies, eine solche kleine Buchhandlung bei mir im Dorf zu haben. Ein Ort, an dem sich Liebhaber von Worten treffen, um darüber zu sprechen oder einfach nur kurz ihre Sorgen loszuwerden.

www.mariessalondulivre.at

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Rezensionen von Caroline :

Die Vergangenheit kann man nicht so einfach abschütteln

Als die Liebe endlich war von Andrea Maria Schenkel

Regensburg 1938: Grete Schwarz packt die Gelegenheit am Schopf. 4 Passagen von Genua nach Schanghai sollen der Familie das Überleben sichern. Ihr Mann Erwin ist Jude und somit bereits ins Visier der Nazi geraten. Genauso wie ihre Kinder, Carl und Ida und sie selbst natürlich auch.
Schon auf dem Schiff entscheidet sich Erwin, umzukehren und in Deutschland zu bleiben.

Noch hat er die Hoffnung für ein friedliches Zusammenleben nicht aufgegeben. Grete bleibt alleine mit ihren Kindern an Bord und begibt sich auf eine Reise in eine ungewisse Zukunft. Das riesige Boot wird vorübergehend zur Heimat für viele Staatenlose.
Etwa zur gleichen Zeit wird Erna zu ihrer Tante nach München geschickt. Magda ist bekannt für ihre Séancen und als Lebensberaterin. Sie hilft jenen, die unbedingt Kinder haben möchten und führt auch im Geheimen Abtreibungen durch.

Larchmond 2010: hier leben Carl und Emmi gemeinsam seit fast 60 Jahren. Beide haben Deutschland und ihre Vergangenheit hinter sich gelassen. Sie begannen ein neues Leben in den USA. Sie kennen einander in- und auswendig, so dachte Carl zumindest, bis er einen Hinweis findet, der alles verändert.

Wie hat es mir gefallen?

Vielen Dank an das Bloggerportal, welches mir dieses Buch zur Verfügung gestellt hat. Die Kombination aus Cover und Klappentext haben mich sehr neugierig auf diese Geschichte gemacht.
Das Bild am Cover deutet eigentlich auf eine ganz gewöhnliche Auswandererstory hin, aber es verbirgt sich hinter Carl und Emma so viel mehr.

Abwechselnd wird von Carls Familie und Erna erzählt. Als Beobachter erfährt der Leser, was passiert. Anfangs fiel es mir nicht so leicht, mich auf die distanzierte Erzählweise einzulassen. Aber genau dieser Abstand hat mich schließlich gefesselt und mir die Möglichkeit gegeben, nicht zu emotional auf gewisse Beschreibungen zu reagieren. Neben den Hauptfiguren erschafft die Autorin auch sehr sympathische Nebenfiguren, die die Handlung sehr bereichern und abrunden.

Einen großen Teil der Geschichte nimmt natürlich die Familie Schwarz ein. Ihr Schicksal hat mich auch interessiert. Denn bisher las ich hauptsächlich von Überlebenden und ihren furchtbaren Erfahrungen in den Ghettos und KZ. In diesem Buch entscheiden sich die Juden Deutschland bzw. Österreich zu verlassen und in einem ihnen unbekannten Land, neu anzufangen. Die Kultur Schanghais unterscheidet sich komplett von der europäischen, noch dazu wird diese Großstadt von den Japanern besetzt und damit waren die Flüchtlinge dem Nazi-Einfluss nicht völlig entronnen. Je länger der Krieg dauerte, desto prekärer wurde die Lage. Neuigkeiten konnten kaum mehr überbracht werden. Somit lebten die Menschen abgeschnitten von der Welt, ihren Familien und Freunden in einer Blase, die erst nach Kriegsende in Asien zerplatze.

Der zweite Handlungsstrang dreht sich um Erna und ihr Leben in München bei ihrer Tante Magda. Als Engelmacherin drohen ihr, falls sie erwischt werden sollte, natürlich hohe Strafen. Zwar empfing Magda auch politisch wichtige Menschen, Erna jedoch half ihrer Tante und kümmerte sich nicht um Politik. Als Leser konnte man fast vergessen, welche dunkle Zeit angebrochen war. Erst mit Fortgang des Krieges verschärfte sich auch in München die Versorgungslage. Die zwei Frauen mussten sich einschränken und neue Wege finden, um zu Geld zu kommen.

Der 3. Schauplatz befindet sich beinahe in der Gegenwart und in den USA. Genau hier veränderte sich die Schreibweise ein wenig. Die Distanz verblasst. Fast schon liebevoll wird das Ehepaar tanzend im Haus beschrieben. Die offensichtliche Zuneigung der beiden für einander ist in jedem Wort zu spüren, wenn sich die zwei auch mal kräftig streiten. Als Leser erfahren wir, wie sie sich kennen gelernt haben, doch nicht sehr viel über ihr gemeinsames Leben. Die Vergangenheit, die eigentlich keine Rolle spielte, erhebt sich und holt sie ein. Zwei Menschen, die sich eigentlich niemals hätten treffen können, denn Carls Schicksal wurde besiegelt, als er als Sohn eines Juden geboren wurde.

Ein etwas anderes Buch über den Zweiten Weltkrieg, das auf Grund des Flüchtlingsthemas wieder sehr aktuell ist. Damals wie heute machen sich die Menschen auf den Weg, um zu überleben oder sich ein besseres Leben zu erarbeiten.

Das Nachwort der Autorin möchte ich euch sehr ans Herz legen. Dort berichtet sie über ihre Beweggründe, ihre Erfahrungen mit Überlebenden, Flüchtlingen dieser Zeit.

www.mariessalondulivre.at

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Rezensionen von Rebecca1493:

Amüsantes Lesevergnügen

Als die Liebe endlich war von Andrea Maria Schenkel

Ich muss zugeben, dass das gewählte Titelbild das bisher beste der Reihe ist. Es strahlt wunderbar die Leichtigkeit, die zwischen Grace und Ryan herrscht, aus. Fast ein bisschen schade, dass nicht Grace orangene Haare abgedruckt sind, aber das ist jetzt eher Jammern auf hohem Niveau.

Seit letztem Jahr bin ich begeisterter Fan der Baseball-Love-Romane rund um die Baseballer der Philadelphia Delphies.

Kein Wunder also, dass ich dem neuen Teil schon seit Wochen entgegengefiebert habe. Dieses Mal hatte es auch der Verlag spannend gemacht und erst kurz vor dem Erscheinungsdatum den Inhalt der Geschichte bekanntgegeben. Das Feld der möglichen Paarungen hatte sich im Verlauf der Bücher doch etwas eingegrenzt, sodass ich nicht wirklich überrascht war, dass Ryan und Grace nun zum Mittelpunkt werden würden. Aber natürlich hatte man bisher noch keinen Einblick in ihr "Seelenleben" gewinnen können, sodass ich als Leserin einmal mehr auf einen amüsanten aber gleichzeitig auch tiefgründigen Roman hoffen konnte.

Wer Saskia Louis kennt, weiß, dass sie im Normalfall die Lachmuskeln der Leser sehr stark strapaziert, denn die Wortgefechte und Seitenhiebe der Personen untereinander sind einfach grandios und machen regelrecht süchtig. Auch in dieser Geschichte wurde ich in diesem Punkt nicht enttäuscht und natürlich waren wieder einmal alle bisherigen Pärchen wie Emma und Luke oder Sam und Chloe mit von der Partie. Da ich sie alle ins Herz geschlossen habe, war es fast wie ein "nach Hause kommen" für mich. Ich konnte beim Lesen einfach abschalten und genießen.

Wie immer wurde die Erzählung aus der Perspektive beider Hauptpersonen geschildert, sodass man schnell ein Gefühl für Grace und Ryan entwickeln konnte. Dazu beigetragen hat natürlich auch der lockere Erzählstil der Autorin. Einmal angefangen konnte ich das Buch also praktisch nicht mehr aus der Hand legen und war innerhalb eines Tages durch die Seiten geflogen.

Im Gegensatz zu Teil 4, der von Chloe und Sam handelte, war dieser Roman nicht ganz so melancholisch und düster gehalten, was allerdings nicht heißt, dass das Buch keinen Tiefgang aufgewiesen hätte. Denn auch die jetzigen Protagonisten haben so ihre liebe Mühe mit gewissen Problemen in ihrem Alltag umzugehen. Die harmoniebedürftige Grace versucht es allen recht zu machen und nimmt im Gegenzug viele Unannehmlichkeiten in Kauf nur um keinen Streit zu riskieren. Ryan wiederum hat die Nase von Frauen gestrichen voll, da sie sich immer wieder nach kurzer Zeit als teils hinterhältige und teils verrückte Biester gezeigt haben. Also hatte Saskia Louis genug Stoff, um ihre Geschichte aufs Papier zu bringen. Und was soll ich sagen, ich war auch dieses Mal wieder hellauf begeistert, auch wenn das vierte Buch mein Liebling geblieben ist.

Natürlich bin ich sehr gespannt, wer bei 6.Teil der Reihe die Hauptrollen besetzen wird und kann die Fortsetzung eigentlich schon jetzt kaum erwarten...

Fazit: Wie immer ein amüsanter und zum Lachen anregender Liebesroman mit der genau richtigen Portion Tiefgang und Ernsthaftigkeit! Freue mich schon jetzt auf eine Fortsetzung.

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Rezensionen von yellowdog:

Feierlichkeit des Erzählens

Als die Liebe endlich war von Andrea Maria Schenkel

Pirasol ist der Name der Villa, in der die 84jährige Gwendoline Suhr und die einige Jahre jüngere Thea Hartwig seit langen gemeinsam leben. Diese Villa kann eine Festung sein, aber auch zum Gefängnis werden.

Dem Buch ist ein Zitat der großartigen Dichterin Hilde Domin vorangestellt. Das deutet schon auf den hohen Ton des Romans hin, dem auch ein gewisse Pathos inne ist.

Das ist nicht negativ gemeint, den daraus entsteht eine Feierlichkeit des Erzählens. Ein Stil, der sich vom Einheitsbrei der meisten zeitgenössischen Literatur abhebt, auch wenn er altmodisch wirken kann.

Auffällig auch die Erzählstruktur. Die Autorin setzt sinnvoll Zeitsprünge ein.
Gwendolines Erinnerungen reichen zurück in die Zeit, als ihr Vater in der schlimmen Zeit verhaftet und nach Sachsenhausen verbracht wurde, die Jahre ihrer unglücklichen Ehe mit dem besitzergreifenden Willem und ihrem Sohn.
Gegen den Jungen war Willem sogar gewalttätig. Das Gefühl, ihr Kind nicht beschützen zu können, ist für Gwendoline die schlimmste Qual.
Diese Szenen vermögen zu berühren, da die Autorin sie sehr sensibel und mit Detailgenauigkeit schildert.

Gwendoline musste harte Zeiten durchmachen. Auch die Jahre nach dem Krieg waren nicht leicht, das Eheleben mit dem älteren, sadistischen Mann war eine Qual.
Schlimm, dass selbst nach Willems Tod mit Thea sich noch so ein Parasit bei ihr einnistet. Aber da steckt noch etwas anderes dahinter.

Sprachlich ist der Roman feinfühlig gemacht. Es gibt zahlreiche Sätze, die bemerkenswert sind.
Manchmal ist das geschilderte für den Leser nicht einfach zu ertragen, aber es ist ein wichtiges Buch.

Susan Kreller schafft eine Sprache, die angemessen ist, den gepeinigten der Welt, die sich selbst nicht äußern können, eine Stimme zu geben.
Das halte ich für eine große Leistung.

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Rezensionen von TanyBee:

Grausam und trostlos

Und es schmilzt von Lize Spit

Eva lebt in einem kleinen Dorf in Belgien. Ihre besten Freunde sind Laurens und Pim, allerdings hat sie auch nicht viel Auswahl, da es nicht viele Kinder gibt im Ort. Zuhause hat sie viele Probleme, denn ihre Mutter ist Alkoholikerin und vernachlässigt die Kinder. Das Buch erzählt vom Sommer 2002, als alles anders wurde.

Und es erzählt auch von Eva heute, die in Brüssel lebt und sich von ihrer Vergangenheit und ihrer Familie los gesagt hat.

Ich muss zunächst einmal anmerken, dass ich das Cover vollkommen falsch finde für diesen Roman. Es ist ein sehr schönes Cover, und die ganze Gestaltung des Buchs gefällt mir auch sehr. Aber was hat es mit diesem Roman zu tun? Es weckt vollkommen falsche Erwartungen im Leser. Denn ?Und es schmilzt? ist durch und durch trostlos. Es erzählt eine sehr traurige Geschichte und es gibt keinen Hoffnungsschimmer, nirgends. Es erzählt von vernachlässigten Kindern, alkoholkranken Eltern, von Selbstmord und von sexueller Gewalt. Gerade die sexuelle Gewalt wird sehr ausführlich geschildert, mir wurde richtiggehend übel beim Lesen.

Auch Bücher mit schwierigen Themen können den Leser natürlich fesseln. Bei mir persönlich ist dieser Effekt bei ?Und es schmilzt? allerdings nicht eingetreten. Das Buch hat über 500 Seiten und war mir über weite Strecken zu langatmig. Erst im letzten Drittel empfand ich das Buch als spannend, aber auf eine grausame Art und Weise.

Es tut mir immer sehr leid, wenn ich über ein Buch schreibe, das ich nicht mochte, weil ich denke, dass ich vielleicht einfach nicht der richtige Leser für dieses Buch bin. Wer also denkt, dass er mit den drastischen Beschreibungen und der Trostlosigkeit umgehen kann, der sollte lieber andere Rezensionen lesen als meine, denn es gibt durchaus auch begeisterte Stimmen zu diesem Buch. Für mich war es aber leider kein Highlight.

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Rezensionen von anushka:

Ein sehr ruhiges Buch, das vom Sprachstil und der Liebe zur Wissenschaft lebt

Und Marx stand still in Darwins Garten von Jerger Ilona

England, 1881: Charles Darwin ist bereits im hohen Alter von 72 Jahren und er treibt seine Forschungen weiter voran. Die Fahrt mit der Beagle und die Evolutionstheorie sind lange her, doch Darwin interessiert sich weiterhin dafür, wie die Natur funktioniert. Allerdings ist seine Gesundheit stark angegriffen.

Seine Frau macht sich Sorgen, dass er nicht rechtzeitig den Weg zu Gott zurückfindet, während Darwin mit seinem Arzt seine Theorien und sein Leben erörtert. Es stellt sich heraus, dass der Arzt auch den schwer kranken Exilanten Karl Marx behandelt. Er kommt mit ihnen über die Theorien des jeweils anderen ins Gespräch und es wird deutlich, dass beide alte Männer viel Ballast mit sich herumtragen. Darwin wollte sich niemals gegen die Kirche stellen und auch nicht zu ihrer Abschaffung beitragen. Er fühlt sich missverstanden. Trotzdem genießt er Respekt und veröffentlicht weiterhin Bücher. Marx dagegen leidet sehr unter seinem Exil, das ihn in die Armut stürzt, obwohl er gern die Vorteile des Geldes genießt und er verzweifelt schier an den Manuskripten zu den Folgebänden des "Kapitals". Beide Männer haben vieles gemeinsam, doch ihr einziges Treffen endet im Streit.

Ilona Jerger hat in ihrem Debütroman ein Szenario entwickelt, was passiert wäre, hätten sich Darwin und Marx im wahren Leben getroffen. Tatsächlich haben sie das nie, obwohl sie gar nicht weit voneinander lebten und bekannte Persönlichkeiten ihrer Zeit waren. "Und Marx stand still in Darwins Garten" ist ein sehr ruhiges Buch, das von der Begeisterung für die Wissenschaft und den wissenschaftlichen Diskurs lebt. Darwins Experimente und Theorien werden ausführlich, aber gut verständlich, dargelegt. Darwin als Mensch wird plastisch und man kann ihn sich in den verschiedenen Szenen förmlich vorstellen wie er auf den vielen Bildern gezeigt wird; ein gutmütiger alter Mann mit weißem Rauschebart. Hinzu kommt eine Prise Humor und eine interessante Analyse von Marx' Gesellschaftstheorien.
Marx hingegen ist nicht unbedingt ein Sympathieträger. Seine Theorien muten deutlich revolutionärer und der ganze Mann gröber an. Aber auch seinen Ausführungen kann man gut folgen und man kann diesen Schlagabtausch mit dem Doktor als Verbindungsmann richtiggehend genießen in einem Wettstreit der Ideen und Denker.

Auch wenn es dem Buch vielleicht etwas an "Spannung" mangelt und ein Großteil der Handlung einfach aus Gesprächen, vor allem zwischen dem jeweiligen Patienten und dem Arzt besteht, hat mich das Buch doch in seinen Bann gezogen. Ich hatte das Gefühl, zwei der ganz Großen persönlich kennenzulernen. Sie waren sehr lebensecht dargestellt und die Erläuterungen ihrer Theorien und Studien brachten für mich noch einen Erkenntnisgewinn. Viel Spaß hat mir auch die Sprache bereitet, die die Liebe zur Wissenschaft stark vermitteln konnte. Auch wenn es kleine Abstriche gibt, bspw. dass Darwin und Marx sich nur ein einziges Mal persönlich treffen, haben mir die vielen kleinen historischen Details (Marx hat Darwin tatsächlich ein signiertes Exemplar des "Kapitals" geschickt) und die Fabulierkunst der Autorin gut gefallen.

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Rezensionen von yellowdog:

Komplexer Generationsroman

Heimkehren von Yaa Gyasi

Heimkehren ist ein richtig komplexer Roman, da er seine Themen durch einen großen Zeitraum transportiert und dabei die handelnden Figuren relativ rasch wechseln. In der Regel tauchen die alten Personen in den neuen Kapitel auch nur selten auf, dennoch gibt es offensichtlich ganz starke Verbindungen.

Das sich der Ton der Geschichten im Verlaufe der Zeit verändert, merkt der Leser erst allmählich, zum Beispiel in Teil 2 mit H. als Protagonist 1880 spürt man eine andere Sprache als noch zu Anfang des Buches. Natürlich ist da auch zwischen den afrikanischen und den amerikanischen Abschnitten zu unterscheiden
Auch inhaltlich gibt es Veränderungen, das wird z.B. deutlich im Abschnitt als Willie und Robert nach Harlem gehen und die Beschreibungen des Jazzclubs Jazzing.
Auch die Geschichte von Yaw und der Entstehung seiner Brandnarbe oder von Sonny und seine Arbeit für das NAACP sind beeindruckend. Das gilt auch für die Geschichte von Marjorie und Marcus, mit der der Roman schließlich schließt..
Es gibt in fast allen dieser Episoden so viel zu entdecken und manche hätten das Potential für eigene Romane.

Diese Romankonzeption ist ein großer, umfassender Ansatz um die Geschichte der Sklaverei zu erzählen und die Autorin hat die entsprechenden Mittel.
Wenn eine junge Autorin so schreiben kann, darf man viel von ihr erwarten. Es sei denn, das war schon ihr wichtiges Thema, mit dem sie sich dann ausgeschrieben hat. Das muss man abwarten.

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Rezensionen von leseratte212:

Ein dinostarkes Abenteuer!

Supersaurier - Kampf der Raptoren von Burridge Jay Jay

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quot;Supersaurier-Kampf der Raptoren" ist ein tolles Kinderbuch, das spannenden Lesespaß für 10-13jährige bietet.

Was wäre, wenn Dinosaurier nie ausgestorben wären? Genau in dieser Welt spielt diese Geschichte. Doch nicht jeder ist den eigentlich netten Dinos freundlich gesinnt... und so beginnt ein spannendes Abenteuer für zwei Kinder und ihre Großmutter, denn den Dinos muss geholfen werden!

Das Cover ist für kleine Kinder vielleicht etwas beängstigend, allerdings ist die Geschichte total kindgerecht und macht einfach Spaß zu lesen!

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