Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Birgit Toman:
SCHADE!
Runter vom Sofa! von Manuela Macedonia
Hält man das Buch der Autorin zum ersten Mal in den Händen und schlägt die ersten Seiten auf, dann wird der Umfang der 365 Tage Challenge (also eine Jahres-Challenge) rasch klar: Ich werde in diesem Jahr etwas für meine Gehirngefäße, für mein Kurzzeitgedächtnis, für mein Glücksgefühl, für meine Nervenzellen, für meinen Nervenwachstumsfaktor, für mein Multitasking, für meine Gehirnrinde, für das Futter meiner Neuronen, für meine Kreativität, für meine Zufriedenheit, gegen Alzheimer und für meine Geist-Körper Balance tun (müssen).
Viel Gehirn kommt vor, aber das ist nicht weiter verwunderlich, denn Frau Dr. Macedonia ist Neurowissenschaftlerin. Meine Erwartungen sind hoch.
Die Kampfansage an den inneren Schweinehund kann also beginnen. Es geht primär um das Thema BEWEGUNG und den Einfluss der Bewegung auf unser Gehirn und dessen Fähigkeiten.
Das Buch ist ein zu führendes Tagebuch, welches in 52 Wochen aufgeteilt ist.
Woche 1 beschäftigt sich mit dem Thema, welche Art von Bewegung für mich gut ist. Man setzt sich ein Bewegungs-Wochenziel und trägt in einer Liste ein, welche Art von Bewegung in welcher Dauer man gemacht hat und wie zufrieden man mit sich ist. Mögliche Ausreden werden durch kleine Motivationen der Autorin gleich außer Kraft gesetzt. Diese Bewegungsliste zum Eintragen begleitet uns in jeder Woche – auf einer ganzen Buchseite, also kann man schon einmal 52 Buchseiten des 185 starken Buches – rein von der Information her - streichen.
Woche 2 beschäftigt sich mit der Frage, wie oft ich mich bewegen soll und auf welche Dinge ich verzichten könnte, um stattdessen Bewegung zu machen. Wieder sind in der Wochenliste Daten einzutragen.
Woche 3 beschäftigt sich mit dem Thema Brainfood und der Motivation, auf gewisse Lebensmittel zu verzichten. Bereits hier merke ich, dass die Ausführungen zu den Themen viel zu kurz und nahezu „oberflächlich“ sind. In Woche 4 gibt es eine Statistik für unseren Alltag und die bereits obligate Bewegungsliste. Woche 5 widmet sich dem Schlaf, aber das bedeutet nicht, dass die Bewegungsliste plötzlich obsolet geworden sein soll.
Dass Bewegung gut gegen Stress ist, wird in Woche 6 behandelt. In Woche 7 geht es kurz um Gehirndoping mit einer einzigen Conclusio: Hände weg von allen Drogen! Wäre das auch geklärt. Kurz und (un)bündig. Dass Walnüsse eine Wohltat für das Gehirn sind, weiss mittlerweile jeder und man wird in Woche 8 gefragt, was man an seiner Ernährung ändern wollen würde. Dass Musik beim Laufen gut tut, ist auch nichts wirklich Neues. Woche 9 steht unter dem Motto Yoga und Glück. Nur leider kürzt die Autorin das Thema schnell mit den Worten ab: Zit.Seite 48 „ Ich bleibe dran und berichte darüber, sobald die Forschungslage klarer ist“. Dass man während des Gehens am Laufband Telefonate erledigen könnte, um so quasi nicht daran denken zu müssen, dass man sich bewegt (innerer Schweinehund), finde ich einen interessanten Ansatz. Eigentlich sollte man meiner Meinung nach jedoch in einen Flow kommen, bei dem Telefonate wohl eher kontraproduktiv sind. Aber das ist nur meine persönliche Meinung. Ich befinde mich beim Lesen in Woche 12 . Erst! Woche 12 hat dann aber gleich einen Ratschlag parat nach dem Motto: „Sex und Glück“. Gute Idee! In fast jedem Kapitel bisher geht es um die Dopaminausschüttung im Gehirn. Das weiss man jetzt auch, aber steter Tropfen höhlt den Stein, man soll es sich ja merken! Woche 14 erweckt endlich meine Aufmerksamkeit. Man sieht nach einer schriftlichen Einführung, wie ein Neuron aufgebaut ist, ein Neuron als Zeichnung, auf der man die Bezeichnungen der jeweiligen Bereiche des Neurons einfügen kann. Wussten Sie, dass Gewichtsreduktion wichtig ist, um Bewegung möglich zu machen? Das ist die Kernaussage in Woche 15. Ich frage mich zwischenzeitig, warum das Jahr 52 Wochen haben muss. Und immer, wenn ich einen geistigen Einbruch beim Lesen dieses Buches erleide, kommt schon wieder Sex ins Spiel – so auch in Woche 16 unter dem Thema Sex und Neurogenese. Gut, dass in diesem Kapitel Frau Dr. Macedonia ein Mind Wandering Beispiel gibt. Man soll das schönste Naturerlebnis der letzten Wochen Revue passieren lassen.
Woche 17 befasst sich wieder mit dem Übergewicht und der Aufzählung, dass man auf Snacks zwischendurch, auf Zuckerlimonaden und Naschzeug verzichten soll. Fast schelmisch fragt die Autorin uns Leser: „Habe ich etwas vergessen?“ In Woche 18 werden wir mit dem Begriff BDNF konfrontiert, der auf Deutsch übersetzt Nervenwachstumsfaktor bedeutet. Für die Entdeckung des BDNF gab es immerhin 1986 einen Nobelpreis-für eine Frau. In Woche 19 bezieht die Autorin Stellung zum E-Bike… und da bin ich ganz ihrer Meinung! Haben Sie gewusst, dass KAT Kynurenin unschädlich machen kann? Was das in etwa heißen soll, erfahren wir auch in Woche 19.
Kleine Aufmunterung der Autorin zu diesem Zeitpunkt: Zit.Seite 84 „ Wir sind stolz, dass wir es geschafft haben, uns bei schlechtem Wetter oder trotz widriger Umstände zu bewegen. Wir teilen das in unseren Social Media mit! Vergiss bitte nicht zu posten……“
In Woche 20 stellt mir die Autorin die Frage, wie groß mein Stresspaket ist, um in Woche 21 aufzuklären, dass Bewegung zu machen besser ist, als Medikamente zu nehmen. In Woche 22 sollen wir unsere kognitive Kontrolle stärken. zB Aufgaben machen und gleichzeitig Musik hören, Nachrichten schicken und schnell einen Blick in Facebook werfen. Und: Vergiss bitte nicht zu posten! Woche 24 bringt die Erkenntnis, dass Computerprogramme, Rätselhefte und alles, was zum Thema „Gehirnjogging“ verkauft wird, das Gedächtnis und die kognitive Kontrolle NICHT trainieren und verbessern kann. Eine gewagte Aussage, doch die Autorin greift dieser inneren Kritik gleich vor und erzählt von einem diesbezüglichen Gerichtsurteil in den USA. Woche 25 beschreibt das Experiment mit den Affen von Wisconsin. In Woche 26 fragt uns die Autorin, warum Kräuter in der Ernährung gesund sind und gibt die verblüffende Antwort, weil diese Aromen enthalten, die antioxidative Eigenschaften haben. Kurz und bündig. Wussten Sie das nicht? DANN haben Sie etwas dazugelernt. Bevor nach diesen 26 Wochen (ja Halbzeit!) eine Zwischenbilanz gezogen werden kann, gibt uns die Autorin ihr Pesto-Rezept bekannt.
Wenn ich sodann meine Ziele für das nächste Halbjahr definiert habe, geht es munter weiter mit Woche 27 und der Frage, ob ich meine Gehirnrinde pflege. Ich darf ja oder nein ankreuzen und womit ich sie pflege. In Woche 28 musste ich herzhaft lachen. Beim TIPP dieser Woche ist folgendes zu lesen: Zit. Seite 115: „Fragst du dich, ob man messen kann, ob die Rinde schon geschrumpft ist? Grundsätzlich ist das möglich, aber um festzustellen, ob und wo deine Rinde dünner geworden ist, hättest du schon vor 20 Jahren die erste strukturelle Magnetresonanztomografie deiner Rinde machen lassen müssen, um sie mit der heutigen vergleichen zu können. Forget it! „ Danke für diesen Tipp!
Woche 29 beschreibt den Zusammenhang zwischen Stress und Heißhunger. Wer oder was ist C. elegans? Sie erfahren es in Woche 30. Woche 31 ruft uns auf, oxidativen Stress zu vermeiden, Woche 32 ruft uns die Begriffe BDNF, Dopamin, Neurogenese, usw. wieder in Erinnerung. In Woche 31 fragt mich die Autorin, ob ich schon in die Gänge gekommen bin und ich neige dazu zu sagen „nein, beim Lesen noch nicht“……., aber die Autorin lässt mich nicht alleine und schreibt bei ihrem Tipp: Zit. Seite 129 „Take it easy“. Ja, ich versuche es. Woche 34 beschreibt, warum Schlaf für unser Gehirn so wichtig ist. Der beste Tipp: Zit. Seite 132: „Die nächsten 7 Tage bleibt das Smartphone abends im Bad und wir lassen uns vom guten alten Wecker wecken. Einverstanden?“ Ja, gerne Frau Doktor, aber wenn ich nur wüsste, wo ich den guten, alten Wecker hingegeben habe…….
Ein wichtiges Thema wird in Woche 35 behandelt: Tabletten und Schlaf. Woche 36 beschäftigt sich mit der Kreativität, Woche 37, wo die Kreativität sitzt, Woche 38 warnt uns davor, uns keine Zeit für Bewegung zu nehmen. Die Rechnung bekommen wir erst im Alter präsentiert- mit hohen Zinsen. Ja auch Angst ist ein Motivator, wie auch die Autorin selbst in einem ihrer Kapitel zugibt. Warum Gehirn und Smartphone ähnlich sind, erfährt man auch kurz und bündig in diesem Kapitel. Tanzen ist gut ist die Überschrift in Woche 39, in Woche 40 gesellen sich nun endlich zu den bereits bekannten Dopaminen die Endorphine. Diese werden im übrigen auch angeregt, wenn man die „Tor des Géants“ (die Tour der Riesen) absolviert. Ob wir Normalsterblichen in Woche 40 schon bereit sind, 330 Kilometer und 24.000 Höhenmeter in maximal 6 Tagen zu absolvieren, das bleibt dahingestellt. Motivation bleibt aber nicht aus. Zit. Seite 152 „ Diese Wettkämpfe mit den Entbehrungen, den Krämpfen im Magen und dem bitteren Speichel im Mund haben mich für das Leben geprägt: Ich kann noch, wenn alle anderen nicht mehr können“ . In Woche 42 bekommen wir ein Rezept für einen selbstgebackenen Müsliriegel, um in Woche 43 den nächsten Botenstoff, das Serotonin, kennenzulernen und die Beantwortung der Frage, warum Sorgen in der Nacht größer werden. Woche 44 stellt klipp und klar (kurz und bündig) fest, dass Altern unbarmherzig ist. Auch das Dopamin begegnet uns wieder. In Woche 45 erfahren wir etwas von der Epigenetik von Alzheimer und warum Sarden so alt werden. Woche 46 befasst sich mit unseren Telomeren und psychischem Stress und der Erkenntnis, dass Bewegung das Stresshormon Cortisol abbaut. Woche 47 beschäftigt sich wieder mit dem Tanzen und dessen Einwirkung auf unser Gehirn. In Woche 48 lernen wir Oma Irene kennen und die gute Laune im Alter, sowie die erneute Feststellung, dass Angst vor….. der beste Sportcoach ist.
Woche 49 beschäftigt sich mit der Darm-Hirn-Achse und depressiven Mäusen, um in Woche 50 die Frage gestellt zu bekommen, ob zuerst das Ei oder die Henne kam? Woche 51 stellt mir die Frage, ob ich es geschafft habe, in den letzten Monaten mein Bewegungsziel zu erreichen. In der letzten Woche geht es endlich auch einmal um den Flow durch Bewegung und ich erinnere mich an die Telefonate-Tipps am Laufband in einer der früheren Wochen. Dass uns Natur Kraft gibt, sollte eigentlich jeder wissen. Zum Abschluss des Buches kann man eine Bilanz für das 2. Halbjahr machen.
FAZIT:
Was man nach der Lektüre in jedem Fall sicher weiss ist, dass die Autorin eine begeisterte Läuferin ist, die uns alle mit ihrer Passion für das Laufen „anstecken“ möchte. Fakt ist: Frau Dr. Macedonia ist SEHR sportlich.
Das Buch selbst ist durch die Zeichnungen nett gestaltet, es kann jedoch nur als kleiner Anreiz verstanden werden, sich zu bewegen. Ein richtig gutes Motivationsbuch ist es für mich keines. Dazu ist es leider zu oberflächlich und flüchtig geschrieben. In der Kürze liegt nicht immer unbedingt auch die Würze!
Neurowissenschaftlich interessant sind lediglich die 12 Einführungskapitel. Da erfährt man vielleicht noch Neues, das man vorher nicht wusste.
Die Autorin verweist immer auch auf ihre social media Plattformen mit der Bitte: Vergiss bitte nicht zu posten. Wir freuen uns, wenn wir gemeinsam des Weges gehen! Mein Tipp: Gleich auf die social media Plattformen der Autorin gehen und sich dort mit den Menschen austauschen – gibt sicher den größeren Motivationskick!
Frau Dr. Macedonia ist sicher eine sehr gescheite Frau! Aber als Wissenschaftlerin tätig zu sein und ein Buch zu schreiben sind halt doch 2 Paar Schuhe. Ich habe das Erstlingswerk nicht gelesen, aber das werde ich nachholen. Vielleicht verstehe ich dann dieses Buch in seiner legeren Art der Untiefe etwas besser .
Auf Seite 100 schreibt die Autorin einen wichtigen Satz. Zit.“ Verlassen wir uns doch auf unseren gesunden Menschenverstand, der weiß, was gut und schlecht für uns ist – so können wir das Leben auch ein bisschen genießen.“
Und ich – ich muss jetzt an die frische Luft….. Laufen gehen.
Rezensionen von Birgit Toman:
DOROTHY, WAS FÜR EINE FRAU !
"Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber" von Michaela Karl
In den Roaring Twenties war die Königin der bissigen und sarkastisch-zynischen Verse,der smartcrackers" und Kurzgeschichten,gefürchtete Kritik-Journalistin,tätig für den New Yorker,die Vogue und Vanity Fair, DER Mittelpunkt des vicious circle", als führendes Mitglied des legendären Round Table im Algonquin Hotel in New York,Manhattan,44.
Straße.Eine eingefleischte Algonk" an jenem Round Table,an welchem sich die kulturelle Szene der damaligen Zeit traf.Dorothy Parker, von ihren Freunden Dottie" genannt,war eine zweifellos außergewöhnliche Frau .Sie schrieb Gedichte,Kurzgeschichten,Theater-und Buchkritiken und arbeitete eine Zeit lang in dem von ihr nicht geliebten Hollywood als Drehbuchautorin.Zweimal wird sie sogar für den Oscar nominiert. Ihre Verse sind kurz und prägnant und treffen mit ihrer Kürze und Schärfe mitten ins Herz,bzw. ins jeweilige Geschehen.Ihren Traum,einen Roman zu schreiben,konnte sie jedoch nie verwirklichen.Genausowenig wie sich ihr Traum,Mutter zu werden,nie erfüllte. Obwohl sie als behütetes Mitglied der gehobenen Mittelschicht aufwuchs,setzte sie sich Zeit ihres Lebens für die Unterprivilegierten und Verfolgten ein,wie z.B. im Justizskandal 1920 gegen Nicola Sacco und Bart Vanzetti.Mit 5 Jahren verlor sie ihre Mutter,was eine tiefe Wunde in ihr hinterließ und sie bis zu ihrem eigenen Tod begleiten sollte.Die Beziehung zum Vater war schwer belastet.Als Überlebensstrategie entwickelte sie ihren brillanten,scharfsinnigen Witz,der all ihre Werke so sehr auszeichnet.Mit Ihrem vielseitigen Humor und ihrer Ironie fand sie in den schlimmsten Tragödien des Menschen noch etwas Erheiterndes.Markenzeichen wurde ihre betont vornehme und leise Sprechstimme,mit der sie aber nicht weniger bissig zuschlagen" konnte,wenn ihr danach war.Vor allem die Damen der Upper-Class hatten es ihr angetan.In ihnen fand sie ihr Feindbild,das sie verachtete und verspottete.Dorothy selbst zählte sich zur neuen intellektuellen urbanen Elite New Yorks nach dem Motto:"Mode kann man kaufen,Stil hat man."In der Gesellschaft von Männern fühlte sie sich wohler und es mangelte nicht an Männern in ihrem Leben.Mit dem Redakteur Robert Benchley verband sie eine lebenslange Seelenverwandtschaft. Mit Eddie Parker und Alan Campbell war sie verheiratet,mit letzterem sogar zwei Mal. Mit dem Theaterkritiker Alexander Woollcott,den Schriftstellern Ernest Hemingway und F.Scott Fitzgerald,sowie Robert Sherwood verband sie eine enge Freundschaft.
Politisch sein wollte sie nie,engagierte sich aber dennoch dort,wo sie dachte,sich engagieren zu müssen nach dem Motto qui sentit agit" (wer fühlt,der handelt). Ungerechtigkeit,Intoleranz,Dummheit und Rassentrennung waren ihr ein Dorn im Auge.1936 gründete sie gemeinsam mit anderenSchauspielern und Produzenten die Hollywood Anti Nazi League,um in den USA Aufklärungsarbeit über den Nationalsozialismus in Deutschland zu leisten.Dieses Engagement brachte sie später sogar während der sogenannten McCarthy-Ära auf die Schwarze Liste.Nach ihrem Tod hinterließ sie ihr Vermögen und die Rechte an ihren Werken Martin Luther King und der NAACP. New York war und blieb bis an ihr Lebensende ihre Lieblingsstadt.
Leider gesellte sich in ihrem Leben ein weiteres Motto hinzu: Raus aus den nassen Klamotten,rein in einen trockenen Martini".Dorothy wurde zu einer schweren Alkoholikerin,versuchte sich mehrmals das Leben zu nehmen,litt unter Depressionen und wurde dennoch stolze 73 Jahre alt,was in Anbetracht ihres Lebenswandels fast wie ein Wunder anmutet. Ihre letzte Ruhestätte fand Dottie" in Baltimore,wo man den Dorothy Rothschild Parker Memorial Garden im nationalen Hauptquartier der NAACP besichtigen kann-ebenso wie ihre Wachsfigur bei Madame TussaudŽs.
Michaela Karl gelingt es durch ihre flüssige Erzählweise hervorragend sowohl den Charakter Dorothy ParkerŽs als auch die sozialen und politischen Hintergründe ihrer Zeit zu beschreiben. Viele Round Table Mitglieder sind heute vergessen oder im deutschsprachigen Raum beschämend unbekannt.Diese deutschsprachige Biografie bietet eine beeindruckende und sehr gut recherchierte Zusammenfassung der revolutionären Dottie" und ihrer Zeit,in der sie lebte und in die ihr Schaffen fiel. Sehr gelungen finde ich,dass die Autorin das Schaffen der Schriftstellerin immer im gesamthistorischen Kontext der damaligen Zeit porträtiert.Dadurch,dass sie Dorothy Parker immer wieder auch mit Auszügen aus ihren Versen und Geschichten-in den einzelnen Kapiteln gelungen platziert- zitiert,verschafft sie ihrem Werk Lebendigkeit und dem Leser Interesse auf mehr". Besonders gut finde ich,dass viele Zitate im englischen Original belassen und nicht übersetzt werden. Erst dadurch kommt die Genialität und der Witz von Mrs. Parker so richtig zum Aus-und Eindruck. Man schmunzelt,auch wenn man gerade ein Kapitel liest,das eigentlich gar nicht zum Schmunzeln sein sollte. Zwei der vielen Verse möchte ich zitieren: Three things I shall have till I die:Laughter and hope and a sock in the eye" oder ...Joy has gone the way it came,/That is nothing new;/I could get along the same-/Many people do..." Und ganz nebenbei erfährt man,dass ein Popovers und speakeasies alles andere als Gedichte von Dottie" sind. Ein absolut gelungener und empfehlenswerter Streifzug durch das turbulente Leben dieser grande dame der Zwanziger Jahre.
Rezensionen von Birgit Toman:
SPANNEND BIS ZUR LETZTEN SEITE
Die Morde von Morcone von Stefan Ulrich
Eigentlich lese ich nie Krimis und schaue solche auch selten im Fernsehen an. Allerdings habe ich bisher alle vom Autor Stefan Ulrich geschriebenen Bücher, die hauptsächlich von seinen Jahren in Frankreich und Italien handeln, gelesen und war immer schon von seinem lebendig intelligenten Schreibstil begeistert.
Daher konnte ich nicht anders, als mich an Die Morde von Morcone heran zu wagen. Ich habe es nicht bereut!
Der erste Krimi (und hoffentlich nicht der letzte) von Stefan Ulrich entführt uns in das dreieinhalbtausend Einwohner zählende Hügelstädtchen Morcone in der Toscana . So landschaftlich idyllisch sich dieser Ort zeigt, so geheimnisvoll und obskur tritt er plötzlich durch mehrere „Montagsmorde“ in Erscheinung.
Da gibt es den Tümpel der alten Schwefelquelle der Klösterlichen Ruine San Rocco als Anziehungsort von Satanisten in der Nähe des Fernfahrerstriches an der Via Aurelia . Während der erste Mord eine fremde Prostituierte betrifft, wird das Städtchen Morcone durch die Folgemorde an bekannten, im Ort lebenden Menschen, aus seiner Idylle gerissen.
Die Carabinieri haben alle Hände voll zu tun, die Mordfälle aufzuklären. Dabei werden sie ungewollt von den beiden Protagonisten Giada Bianchi, der selbstbewussten, eigenwilligen (Hexenohrringe aus schwarzer Lava, orangefarbene Haare, grüner Stein im linken Schneidezahn) , intuitiven , zu Tode gelangweilten Journalistin , Zeitungshändlerin in Morcone ;
sowie von Robert Lichtenwald , dem in München suspendierten Strafverteidiger, der sich ein altes Bauernhaus (Rustico) auf dem Gut des Emanuele Cardi CONTE DI MONTECIVETTA gekauft hat und sein Leben umkrempeln will, unterstützt.
Was haben die 7 Todsünden des Menschen mit den Morden zu tun? Welche sind diese 7 Todsünden? Und welche Rolle spielt Girolamo Savonarola , der radikale Bußprediger der Renaissance in Florenz sowie das Dominikanerkloster San Marco in den Mordfällen? Wer aus dem Ort sind die Opfer? Und warum? Wird es Giada Bianchi und Robert Lichtenwald gelingen, Licht ins wahre Dunkel der Morde zu bringen? Bringen sie sich dadurch in Gefahr?
Luigi Schrat, genannt La Torre, der in einem Taubenturm lebende Philosoph aus Morcone würde vielleicht den Aphoristiker Förster zitieren: Nichts ist so wie es scheint, und manchmal scheint alles nichts zu sein.
Das Werk ist wirklich bis zum Ende des Buches spannend- (ich habe soetwas in dieser Art noch nie gelesen!) . Herr Ulrich schafft es, dass man bis zur letzten Seite den Atem anhält…….. nach dem Motto: Na wer war es denn jetzt wirklich und warum? …. Und ich darf eines vorweg verraten:
Es war NICHT der Gärtner .
UNBEDINGT LESEN!!!
Rezensionen von Birgit Toman:
RÜTTELBUCH
Sei Pilot deines Lebens von Matthias Strolz
Der Titel des Buches könnte dazu verleiten zu sagen „wieder so einer dieser neumodernen Ratgeber in Sachen persönliche Entfaltung“, aber……. Wie schön, wenn der Inhalt eines Buches den Titel bei weitem an Tiefe übertrifft. Man fühlt sich beim Lesen wie auf einer Rüttelmaschine.
Kaum kommt man auch nur in die Nähe, das Buch oberflächlich zu lesen, setzt Matthias Strolz gekonnt seine Rüttelmaschine in Gang und man muss BEWUSST hinlesen, hinfühlen, sich hingeben, um bei einer tiefen Eigenreflexion zu landen.
Was für ein tolles Lesegefühl! Ja, es geht um ganz viel BEWUSSTmachung, um das wirkliche SEIN, um AUFMERKSAMKEIT und ACHTSAMKEIT dem eigenen Leben und Wirken gegenüber. Was ist JETZT richtig?
Dazu hat der Autor ein Modell entwickelt, das er die High Five der persönlchen Entfaltung nennt. Es ist ein Schichten-Modell, bei dem eine Schicht in die andere übergreift. Diese Schichten sind permanent miteinander verwoben. Keine Schicht funktioniert ohne die andere. Bewusstwerdung, Loslassen, Verbindung mit der eigenen Berufung, Formgebung und Verkörperung, das sind diese High Five.
Ist es richtig? Ist es wichtig? Was macht mich aus? Was bleibt von mir, wenn alles Äußere abfällt? Wozu fordert mich das Erlebte heraus? Was will das Leben von mir? Was ist der Sinn des Augenblicks? Das sind nur einige wenige Fragen, die in diesem Buch behandelt werden.
Strolz erklärt zudem die wichtige Differenzierung zwischen den Begriffen Chronos und Kairos. Chronos als metrischen Zeitbegriff, der in Stunden und Minuten gemessen wird und Kairos als den günstigen Zeitpunkt einer Entscheidung. Der Autor beschreibt weiters, warum es gerade in der VUKA-Welt (volatil,unsicher,komplex,ambivalent) so wichtig ist, innere Bewältigungsstrategien zur Hand zu haben, um nicht im Burn-out zu landen, warum gerade in uns stressenden Spannungszuständen besondere Möglichkeiten liegen, warum das Unbekannte die Angst braucht, um bekannt zu werden und warum es ganz heilsam sein kann, dem eigenen Tod als großartigen Coach zu begegnen.
Mit jeder der 5 Schichten beschäftigt sich der Autor intensiv, beschreibt sie detailliert, gibt Tipps zur Hand, die in erster Linie sehr persönlich geprägt sind, was das Buch umso sympathischer macht, erfährt man dadurch auch über Matthias Strolz persönlich Dinge, die man vorher SO nicht wusste.
Was ist das Lied meines Lebens? Wie klingt es? Welche Textzeilen beinhaltet es? Was möchte ich damit in die Welt tragen?
HIHIHI…. Nein kein Lachanfall zum Ende der Rezension. HInschauen, HInhören, HInspüren ! Mir mich selbst gönnen! Leere zulassen!
Die Reise zu sich selbst ist lang und ein ewiger Prozess der kleinen und großen Schritte im Sinne eines ewigen Wiederanfangens (frei zitiert nach Hugo v. Hofmannsthal).
Mark Twain: „Die zwei wichtigsten Tage in deinem Leben sind der Tag, an dem du geboren wirst, und der Tag, an dem du herausfindest, warum.“
Rezensionen von HEYN Leserunde, Barbara Maria Angerer:
Ein vergnügliches Kaleidoskop
Der Sprung von Simone Lappert
Das Buch von Simone Lappert bietet alles, was ich mir von einer gelungenen Lektüre erwarte.
Der Einstieg ist fulminant und trotz der augenscheinlichen Tragik keineswegs beklemmend. Wie durch ein Kaleidoskop schaue ich auf bunte Geschichten von unterschiedlichen Menschen, die allesamt dicht, intensiv und berührend beschrieben sind.
Die Autorin schreibt leicht, tiefgründig und witzig. Manchmal brauche ich bewusst eine Pause, um mich von den Milieustudien einer Schweizer Kleinstadt und der beschriebenen Charaktere zu erholen. So dicht zeigt die junge Autorin auf, wie das Leben so spielt ... .
Ich freu mich schon auf weitere Bücher von ihr.
Rezensionen von yellowdog:
Historischer Roman von außergewöhnlicher Qualität
Der Lehrmeister (Faustus-Serie 2) Faustus-Serie von Oliver Pötzsch
Nach Der Spielmann ist dies der zweite Teile der Faustus-Saga, Anfang des 16.Jahrhunderts.
Idealerweise sollte der Leser den ersten Teil gelesen haben, denn die Handlung setzt 6 Jahre danach an.
Oliver Pötzsch bezieht sich mit seinem Faust auf die reale historische Persönlichkeit, der später das Vorbild für Goethes Heinrich Faust wurde.
Zu Goethes Version gibt es auch Anspielungen.
Dr.Johann Georg Faustus zieht seit 6 Jahren zusammen mit seiner Tochter, der jetzt 20jährigen Greta und seinem Assistenten Karl Wagner als Jahrmarktsgaukler umher. Die quälenden Erinnerungen der Vergangenheit sind noch präsent.
Er entschließt sich zur Rückkehr nach Knittlingen, seinem Heimatort. Das führt ihn auf die Spuren seines alten Lehrmeister und Feind Tonio del Moravia.
Dann geht es nach Bamberg, später sogar nach Frankreich und im 4.Akt sogar nach Rom. Es kommt zu Begegnungen mit Leonardo da Vinci und mit dem König von Frankreich. Doch Faustus ist getrieben, seinen alten Feind gegenüberzutreten, der vielleicht selbst der Teufel ist.
Damit ein historischer Roman gelingt, benötigt es Atmosphäre und stimmige Beschreibungen. Dafür ist der erfahrene Schriftsteller Oliver Pötzsch der richtige. Es schafft Detailbeschreibungen verknüpft mit den Emotionen der Figuren. Bildreich seine wortgewaltige Sprache. Dem kann man sich als Leser schwer entziehen. In dem Hörbuch, gelesen von Tobias Kluckert, verstärkt sich diese Wirkung noch. Lange wird das Geheimnisvolle der Geschichte betont und gewahrt. Zwar gibt es nicht gerade wenig Pathos, aber es bleibt immer stimmig.
Zudem sind die Figuren überwiegend vielschichtig und lebendig, so mein Eindruck. Mit ihnen teilt der Leser im Verlaufe der Handlung eine Vielzahl an Emotionen.
Abgesehen von dem fesselnden Hauptplot gibt es auch viele kleine in sich spannende Episoden.
In Zukunft wird die Faustus-Saga neben den Henkerstochter-Reihe zu den Hauptwerken des Autors gehören.
Es ist ein umfangreiches Buch mit 3 MP3-Cds und einer Spielzeit von 1300 Minuten, aber es wird nie langweilig,daher hatte ich nie den Eindruck es wäre zu lang.
Rezensionen von Sorko:
Nur noch kurz die Welt retten...
Das Imperium aus Asche von Ryan Anthony
Der Abschlussband der zweiten hervorragend ausgearbeiteten Trilogie von Anthony Ryan.
Manchmal fand ich es schon nervig, wenn ein Kapitel sehr spannend endete, und ich dann zu einem anderen Protagonisten springen musste. Das Wechseln zwischen den Hauptfiguren erhöht natürlich die Spannung, und die bleibt auch in Band 3 dieser Reihe bis zum Schluß erhalten.
Clay, Lizanne, Hilemore und Sirus erleben jeweils aus ihrer Sicht die Geschehnisse. Und die sind weiterhin sehr bedrohlich. Der weiße Drache hat sich erhoben und fällt mit brutaler Gewalt über die Menschen her. Er ist sehr mächtig, und sein Einfluss auf Menschen und andere Drachen ist stark. Doch Clay hat bei seiner Reise in die Welt unter dem Eis viel erfahren. Sein Mut und seine Erfahrung helfen ihm dabei, langsam die Zusammenhänge zu erkennen. Sein Wissen teilt er mit Lizanne, die auch davon profitiert. Ereignisse, die längst vergessen sind, kommen wieder ans Licht. Und das ist notwendig, um im Kampf gegen den Weißen noch eine Chance zu haben. Gewinnt der Weiße, ist die Welt verloren. Doch unsere Protagonisten sind nicht gewillt, das hinzunehmen.
Sehr spannend geschrieben ist auch dieser letzte Band. Technische Feinheiten werden genauso detaillert dargestellt wie militärische Strategien. Aber es sind nie zu viele Details, sondern genau die richtige Dosis, wie ich finde.
Die Karten im Buch (und das gilt auch für die Karten in den ersten beiden Bänden) hätten meiner Ansicht nach etwas detaillierter sein können. Manche Orte und Gegenden, die in der Geschichte eine Rolle spielen, sind dort nicht eingezeichnet. Z. B. Feros – wo ist das? Da wären etwas informativere Karten sinnvoller gewesen. Aber das ist auch der einzige Kritikpunkt, den ich nennen kann. Ansonsten ist es spannende Unterhaltung vom Feinsten. Sehr zu empfehlen für Freunde von phantasievollen Geschichten!
Rezensionen von Irma2103:
Ein Sprung mit Folgen
Der Sprung von Simone Lappert
Ein Buch, das mich von Anfang an in seinen Bann gezogen hat: denn wie fügen sich die nebeneinander gestellten Lebensausschnitte und Rückblenden zusammen und wie steuern sie auf das Ereignis der Frau am Dach zu?
Auch wenn ich ab und zu zurückblättern musste, um die Personen der Handlung nochmals aufzufrischen, war die Neugier und Spannung aufrecht.
Mit großer Wärme und Empathie und mit ungeschöntem Blick auf unsere Gesellschaft, beschreibt Simone Lappert die Lebenswelt der Jungen und Alten, der Menschen am Rande der Gesellschaft und der Erfolgreichen.
Sie alle verändert der Sprung und man darf hoffen, dass er auch Manus Leben verändert.
Rezensionen von Marianne Schaffer-Schellander:
Atemberaubend!
Der Sprung von Simone Lappert
Simone Läppert beschreibt auf den ersten Seiten wie sich ein außergewöhnlicher Sprung anfühlt.
Diese atemberaubende Spannung hält bis zum Schluss des Buches an. Die Not des anderen ungeniert zu begaffen, entwickelt sich zum Hauptinhalt des Romanes. Gleichzeitig entwirrt sich das Geflecht der gegenseitigen Verwobenheit aller Beteiligten.
Unbedingt lesen!!
Rezensionen von EdVanSchleck:
Famose Bilder, aber inhaltlich nichts für Kinder
Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough von Rébecca Dautremer
Das Stundenbuch des Jacominus Gainsborough präsentiert sich auf den ersten Blick als famoses und wunderschönes Kinderbuch. Es wurde als sehr großes Format publiziert und das Cover ist ein wahrer Augenschmaus, der Interesse weckt und definitiv in Erinnerung bleibt.
Allgemein sind die reichlichen und großen Illustrationen die im Buch zu finden sind, allesamt und ausnahmslos wahre Kunstwerke.
Außerordentlich filigran und mit sehr viel Liebe zum Detail laden die Zeichnungen zum Verweilen, Entdecken und Träumen ein.
Inhaltlich konnte mich das Buch allerdings nicht wirklich überzeugen, da Jacominus Leben nur durch wenige zusammenhängende Passagen und sehr vielen Andeutungen erzählt wird. Als Erwachsener habe ich natürlich keine Probleme die Andeutungen zu Jacominus Lebensabschnitten zu verstehen, aber als Kind dürfte das (je nach Alter) unmöglich sein. Die Autorin schreibt bereits zu Beginn, dass Kinder auf Erwachsene zugehen sollen, wenn sie Probleme mit dem Verständnis haben. Da es aber die meiste Zeit notwendig ist, zwischen den Zeilen zu lesen und viel in das Geschriebene hinein zu interpretieren ist der Inhalt meiner Meinung nach nicht für Kinder geeignet. ,
Der Frage, was ein erfülltes Leben ausmacht, wird grundsätzlich sehr poetisch begegnet. Und wie das Leben so spielt, spielen neben diversen glücklichen auch viele schwere Momente eine wichtige Rolle. Da die Meisten Lebensabschnitte nur vage beschrieben werden und eben viel interpretiert werden muss, sind die Hintergründen meist nur sehr unklar oder aber gar nicht bekannt. So scheint es, dass neben dem Tod auch Krieg und Flucht aufgegriffen werden. Im allgemeinen ist mir das Buch zu düster gehalten und auch dahingehend finde ich es nicht sonderlich kindgerecht.
Hier wird der schwierige Spagat versucht, ein sehr philosophisches Thema so aufzuarbeiten, dass es für junge und ältere Leser geeignet ist. Dieser ist allerdings nach meinem Ermessen nur Mäßig gut gelungen. Dennoch durfte ich die Erfahrung machen, dass das Buch wunderbar dafür geeignet ist es mit kleineren Kindern zu betrachten. Die Bilder sind so schön und bieten so viel zu entdecken, dass diese viel Freude dabei haben werden. Inhaltlich würde ich es aber definitiv nicht als Kinderbuch sehen. Für Erwachsene, die gerne über den Sinn des Lebens sinnieren könnte es auch noch passen, dafür finde ich das Buch aber wieder zu kindlich.
- by valid_username









