Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Jule:
Recht gelungen
Cleopatra und Frankenstein von Coco Mellors
"Cleopatra und Frankenstein" ist ein recht gelungener Debütroman, der zum Nachdenken anregt und nicht so schnell loslässt.
Coco Mellors weckt eine ganze Bandbreite an Emotionen und Gefühlen, sodass kaum Langeweile entsteht und man immer weiter lesen möchte.
Schließlich geht es in diesem Roman nicht nur um Cleo und Frank, die ungleicher nicht sein könnten, sondern auch um ihre Freunde.
Dies hat bei mir, zu Beginn, für Schwierigkeiten gesorgt in die Geschichte hineinzufinden, denn ein bisschen Zeit war nötig um zu verstehen wer genau wer ist.
Dafür hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen. Er sorgt dafür, dass man irgendwann durch den Roman fliegt und nicht mehr aufhören kann zu lesen, da er authentisch ist und durch Perspektivwechsel für Abwechslung gesorgt wird.
Insgesamt hat sich das Buch wie eine Achterbahnfahrt angefühlt, da die meisten Handlungen der Protagonisten undurchsichtig waren und man nicht wusste was als nächstes kommt.
So ist auch nicht unbedingt jeder Charakter sympathisch, denn jeden mögen kann man nicht. Das lernt man in diesem Roman.
Man blickt in ihre tiefsten Abgründe und lernt ihre geheimsten Wünsche kennen und hat das Gefühl sie besser zu kennen als sie sich selbst.
So ist "Cleopatra und Frankenstein" nicht für jeden etwas, denn man muss sich auf die Geschichte und die vielschichtigen Protagonisten einlassen.
Es ist keine leichte Geschichte, denn Coco Mellors ist es hervorragend gelungen eine berückende Atmosphäre im Herzen von New York zu erschaffen.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Zeitgeist
Schönwald von Philipp Oehmke
Da hat einer wirklich alles zusammengetragen, was derzeit aktuell ist an Themen in unserer Gesellschaft: social-media-Diskussionen, queere Debatten, die NS-Vergangenheit in deutschen Familien, die verkehrte Welt des Donald Trump, unausgesprochene Konflikte in Beziehungen, Machtspiele und sexuelle Übergriffe, Abenteuer in Pakistan, viel zu reiche Eltern, gescheiterte Karriereträume… und das alles in einer einzigen Familie.
Es handelt sich um eine gut situierte Familie mit intellektuellen Ansprüchen, eine gewisse Allgemeinbildung wird auch von der Leserin, vom Leser erwartet, Poststrukturalismus, Houellebecq, oder "der Breuerstuhl" werden locker eingestreut, selbstverständlich gibt’s auch Cappuccino und etwas Champagner, eine Familie mit Stil eben.
Es ist ein breit angelegtes Sittenbild aus verschiedenen Perspektiven der unterschiedlichen Generationen, die in den USA, in Köln, Berlin und der Uckermark zuhause sind, man lernt also auch etwas von der Welt kennen. Insgesamt liest sich das Buch recht flott und unterhaltsam, reicht mit 540 Seiten auch als Lektüre für einen längeren Urlaub, aber im Rückblick bleibt mir zu wenig Substanz – bis auf ein paar Scampi vom verhinderten Grillfest.
Rezensionen von yellowdog:
Bericht einer Überlebenden
Gebranntes Kind sucht das Feuer von Cordelia Edvardson
Es ist der Bericht einer Überlebenden, erstmals 1986 erschienen.
In einem klaren, kühlen Ton erzählt Cordelia Edvardson vom Aufwachsen als dreivierteljüdin in Deutschland, schließlich die Deportation als 14jährige, Auschwitz und die Zeit danach.
Im Vergleich zu Texten von Primo Levi oder Imre Kertesz gibt es anteilsmäßig relativ wenige Lagerbeschreibungen, obwohl die enthaltenen wirkungsvoll genug sind.
Es geht anfangs viel um das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter. Die Mutter war Elizabeth Langgässer, eine bekannte Schriftstellerin, Katholikin und Halbjüdin. Sie war schwach und konnte die Tochter nicht retten. Sie sahen sich nach Cordelias Befreiung nur noch ein einziges Mal wieder.
Der Text ist überraschend literarisch, so gibt es gerade am Anfang wiederholt Wechsel der Zeiten. Der Text bleibt kompromisslos.
Das Buch schließt mit einem Nachwort von Daniel Kehlmann, das sehr lesenswert und interessant ist.
Rezensionen von brauneye29:
So was von nicht mein Buch
Prophet von Sin Blaché; Helen Macdonald
Zum Inhalt:
Was hat es mit dem plötzlich vorhandenen Diner im ländlichen England auf sich, dass nicht mal Strom hat? Als dann noch in der Nähe eine Leiche gefunden wird, werden zwei Ermittler hinzugezogen. Die beiden könnten verschiedener nicht sein und doch spüren beide eine Anziehungskraft, der sie sich trotz der Ermittlungen und unterschiedlichen Art nicht entziehen können.
Meine Meinung:
Was hab ich mich schwer getan mit dem Buch und ich sitze auch jetzt hier und frage mich, was ich zu dem Buch schreiben soll, denn ich fand die Geschichte verworren, langatmig und im Gegensatz zu manch anderer Rezension hier auch eher wenig spannend. Ich hatte auch das Gefühl, dass ich irgendwann den roten Faden verloren habe und den auch nicht wieder gefunden habe. Auch den Schreibstil fand ich eher schwergängig, so dass auch der Lesefluss nicht sonderlich gut war.
Fazit:
So was von nicht mein Buch
Rezensionen von brauneye29:
Hat was
Zeiten der Langeweile von Jenifer Becker
Zum Inhalt:
Die dreißigjährige Mila beschließt offline zu gehen, aber das ist nur der Anfang, denn sie will dass jede Spur von ihr im Netz verschwindet. Was sicher als gute Idee begann, mal nicht so von immer online sein zu müssen, wird zunehmend manisch und führt auch zu einer gewissen Einsamkeit, denn im Grunde hat sie durch ihren Lebensstil kaum mehr Kontakt zur Aussenwelt.
Meine Meinung:
Wer hat nicht schon mal darüber nachgedacht, mal eine Online-Auszeit zu nehmen, es dann letztendlich aber doch nicht getan, weil man ja glaubt, man verpasst ja so viel. Die Protagonistin zieht es durch, wird dabei aber immer manischer und verschlossener und das ist sicher ein Zustand, der nicht erstrebenswert ist. Ich fand das Buch echt interessant, weil es auch ein Stück weit bewusst macht, wie und wo man doch überall digital unterwegs ist, mitunter ohne dass es einem bewusst ist.
Fazit:
Hat was
Rezensionen von brauneye29:
Ganz schön düster
Das Buch der gestohlenen Träume (Das Buch der gestohlenen Träume 1) von David Farr
Zum Inhalt:
Im Land Krasnia sind Bücher und Geschichten verboten und der Präsident Malstein verbreitet Angst und Schrecken. Er mag Kinder überhabt nicht. In diesem Land wohnen Rachel und ihr Bruder und als sie ein magisches Buch geschenkt bekommen, ist ihnen gleich klar, dass sie alles daran setzen müssen, dass das Buch nicht in falsche Hände gerät und schon gar nicht in Malsteins.
Meine Meinung:
Bei dem Buch hat mich das Cover schon direkt angezogen, sowohl Titel als auch Illustration lassen auf eine spannende und fantasievolle Geschichte schließen und man wird auch nicht enttäuscht, denn genauso ist die Geschichte auch. Meiner Meinung nach ist das Buch allerdings eher etwas für etwas ältere Kinder geeignet als in der Altersempfehlung steht, denn es ist schon auch ziemlich düster. Mir persönlich hat das Buch aber gut gefallen.
Fazit:
Ganz schön düster
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Einblick in ein fremdes Land
Neue Weltmacht Indien von Oliver Schulz
Klappentext:
„An Indien scheiden sich die Geister. Obwohl oder gerade weil kaum jemand im Westen dieses widersprüchliche Land versteht. Zwischen Slums und Prunk, zwischen Yoga und Hightech, zwischen Bollywoodkultur und Kastenwesen ist uns das Land, dessen Bedeutung für die Weltgemeinschaft immer größer wird, ein Rätsel geblieben.
Oliver Schulz liefert einen tiefen Einblick in die verschiedenen Facetten der indischen Gesellschaft und Kultur und gibt uns einen Überblick über die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsperspektiven der neuen Supermacht, die immer deutlicher ihre Ansprüche auf eine Führungsrolle in der Welt erhebt. Wie tickt dieses Land wirklich? Was hält es zusammen? Wie verlässlich ist es als Partner? Und wie bedrohlich könnte sein Aufstieg für die Weltgemeinschaft werden?“
Dieses Sachbuch hat mir sehr gut gefallen, obwohl meines Erachtens der Autor seine eigenen Fragen nicht erschöpfend beantwortet hat. Es ist ihm aber hier wenig Vorwurf zu machen, denn niemand kann voraussehen, was die Politiker eines so komplexen Landes vorhaben.
Für mich sehr interessant war der geschichtliche Rückblick, der gut zwei Drittel der 224 Seiten in Anspruch genommen hat. Ich finde ja, man muss die Vergangenheit kennen, um in der Zukunft bestehen zu können. Die Schilderung der aktuellen Situation in Indien und ein möglicher Ausblick in die Zukunft hätten von mir aus gerne jeweils ein wenig länger ausfallen dürfen.
Der komplexe Staat Indien, der selbst jede Menge Zündstoff für Konflikte in seinen unterschiedlichen Ethnien, Religionen und dem zwar verbotenen, aber dennoch nach wie vor existierenden Kastenwesen, birgt, wird sich im Zweifelsfall immer auf seine eigene Seite schlagen und jene Allianzen schließen, die Indien im Augenblick am meisten nützlich erscheinen. Auch wenn das tags darauf schon wieder anders sein könnte. Das hat mit Unzuverlässigkeit nicht viel zu tun, sondern mit dem ehernen Gesetz, „das Hemd ist mir näher denn der Rock“.
Fazit:
Ein interessanter Einblick in ein Staatengefüge, das für uns Mitteleuropäer doch ziemlich fremd erscheint. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Aileen:
historischer Liebes-Krimi-Roman
Mord in Verona - Todesengel von Máire Brüning
Den ersten Fall der Zwei kenne ich (noch) nicht, daher gibt es bei mir natürlich Wissens-Lücken. Diese stören aber kaum und man kommt auch so gut mit. Einiges wird im Laufe der Handlung klar oder können die Spannung hoch halten.
Yon arbeitet für den Stadtherrn und soll einen Mordfall aufklären, das ist im Mittelalter natürlich nicht viel einfach als heute.
Gerade wenn es sich um einen Toten in der nobleren Gesellschaft handelt. Zudem macht ihm auch noch seine Vergangenheit zu schaffen und droht ihn einzuholen. Ada taucht erst etwas später auf, bringt aber gleich mal etwas Schwung und auch Unruhe in die Geschichte - vor allem, aber in der Gefühlswelt von Yon (und ihrer eigenen). Um dem Mörder auf die Spur zu kommen, müssen Yon und Ada wieder zusammenarbeiten. Daneben müssen sie noch mit Anschlägen und den jeweiligen Familiengeheimnissen zurechtkommen.
Sehr gut hat mir (neben dem gut durchdachten Mordfall) das Setting in Verona gefallen. Ich finde die Stadt einfach malerisch und jetzt mit den Charakteren durch sie und ihre Umgeben zu gehen/reiten war traumhaft. Genauso toll hat mir das historische Setting gefallen, die Einbindung von geschichtlichen Persönlichkeiten und Gegebenheiten ist super und rundet alles wundervoll ab.
Absolute Leseempfehlung für alle Fans von historischen Krimis. Es ist nicht notwendig die Bänder in der Reihenfolge zu lesen, man kann das Buch auch so genießen.
Rezensionen von Bücherfreundin:
Spannende und humorvolle Geschichte mit Tiefgang
Wilde Jagd von René Freund
Der österreichische Autor René Freund hat seinen neuen Roman "Wilde Jagd" veröffentlicht.
Im Mittelpunkt der spannenden Geschichte steht der 53-jährige Quintus Erlach. Er ist Philosophieprofessor an der Universität in Salzburg und lebt derzeit in seinem heruntergekommenen Elternhaus in Stein im Gebirge, während seine Ehefrau Lou, die Ärztin ist, in Südamerika über Schamanismus forscht.
Die gemeinsame Tochter Michaela redet eigentlich nicht mehr mit ihrem Vater, aber während ihres Auslandssemesters in Kanada darf er gern ihren Hund Machtnix betreuen.
Auf einem Spaziergang lernt Quintus die seltsame Evelina kennen, die einen Plüschhund namens Bruno in der Hand hält. Sie kommt aus der Slowakei und arbeitet seit 2 Wochen als Pflegerin für Herwig Zillner. Der 88-Jährige sitzt im Rollstuhl und ist auf Unterstützung und Hilfe angewiesen. Evelina erzählt Quintus, dass ihre Vorgängerin Angelika spurlos verschwunden ist, und sie beschließen, der Sache auf den Grund zu gehen.
Wir begleiten den Geisteswissenschaftler, der dem Alkohol sehr zugeneigt ist, und die Pflegerin mit den allem Anschein nach seherischen Fähigkeiten über einen Zeitraum von 12 Tagen bei ihrer Suche nach Angelika. Dabei stoßen sie bei den Dorfbewohnern auf Ablehnung und eine Mauer des Schweigens, bis jemand Quintus auf dem Zeltfest zuflüstert, er solle sich die Sundberg-Höhle anschauen ...
Der Roman hat mir sehr gut gefallen. Er ist in intelligenter Sprache geschrieben und liest sich flüssig. Der Autor lässt seinen herrlichen Humor in die Geschichte einfließen und sorgt damit für manches Schmunzeln, z.B. über den Idioten-Apostroph, dem man in der Tat häufig begegnet. Es ist ihm gelungen, nicht nur die Hauptcharaktere, sondern auch die Nebenfiguren sehr liebevoll und bildhaft zu skizzieren.
Das spannende Buch hat mich von Beginn an bis zur erschütternden Auflösung gefesselt. Es gab eine Reihe von Verdächtigen, vollkommen überraschende Wendungen und gekonnt gelegte falsche Fährten. Das Ende ist stimmig und beantwortet alle Fragen.
Ich finde die geistreiche und vergnügliche Mischung aus Komödie und Krimi, gespickt mit Gesellschaftskritik und etwas Esoterik, sehr lesenswert, und es hat mir viel Freude bereitet, Quintus' philosophischen Gedanken zu folgen. Das war zwar mein erster Roman von René Freund, aber mit Sicherheit nicht mein letzter! Absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von inya:
Reise zu den Wurzeln
Terafik von Nilufar Karkhiran Khozani
Das Cover des Buches hat mir sehr gut gefallen, da es trotz des tiefgründigen Themas eher Hoffnung und positive Energie ausstrahlt. Ich finde auch die Geschichte sehr gut. Das Buch dreht sich um die Geschichte der Autorin. Sie lebt mit ihrer Mutter in Deutschland. Doch ihr Vater im Iran, da er nach der Trennung von der Mutter der Protagonistin zurück in seine Heimat gegangen ist.
Die Mutter unterbindet es, dass das junge Mädchen den Vater in dem Iran besucht, doch dieser hält immer den Kontakt zu seiner Tochter aufrecht. Als Erwachsene wird sie wieder in den Iran eingeladen und nun macht sie sich auf die Reise zu ihrem anderen Teil der Familie. Eine tiefgründige und aus dem Leben gegriffene Geschichte, mit der sich sicher viele Menschen identifizieren können. Ich fand sie sehr gut zu lesen und ich kann dieses Buch sehr empfehlen, da es tiefgründig und gut zu lesen ist.











