Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Brombeere:
Neuauflage, zweiter Band
In aller Unschuld von Tami Hoag
Worum geht es?
Eine Frau und ihre zwei Töchter werden ermordend und schnell scheint der Täter klar zu sein. Doch die Richterin versucht für Unvoreingenommenheit zu sorgen und gerät plötzlich selbst ins Fadenkreuz.
Worum geht es wirklich?
Besitz, Lügen und Stärke
Lesenswert?
Ja, auch wenn ich einige Kritikpunkte habe.
Zuerst einmal informativ: Es handelt sich hierbei um die Neuauflage einer älteren Reihe und bei diesem konkreten Buch um Band 2 - man kam jedoch auch ohne Band 1 gut in die Geschichte rein.
Die CHARAKTERE sind zwar ganz gut gestaltet, wirken jedoch im Versuch der Andersartigkeit dann doch wieder klischeehaft. Da gibt es als starke Frauenfiguren, die aber natürlich eigentlich eine Schulter um anlehnen brauchen und denen die Stärke viel zu viel wird. Somit ist dann das Klischee doch wieder erfüllt.
In die ATMOSPHÄRE bin ich gut reingekommen, man konnte sich das ganze gut vorstellen.
Der SCHREIBSTIL (Übersetzung Gabriele Werbeck und Andrea Stumpf) war zwar prinzipiell okay und gut, die Wortwahl jedoch teilweise fragwürdig und diskriminierend. An diesen Szenen hat man dem Buch sein Alter eher angemerkt. Manche ständigen Wiederholungen erscheinen unnötig.
Die HANDLUNG ging nicht so sehr auf das eigentliche Verbrechen ein, sondern eher auf das was danach kommt. Dies ist mir positiv aufgefallen. Das Ende jedoch fand ich nicht überraschend und eher enttäuschend, denn die Vorahnung bekommt man schon im Laufe des Buches. Auch hier eher klischeehaft.
Hinsichtlich SPANNUNG kann ich mich nicht beschweren, ich bin gut in das Buch reingekommen und wollte unbedingt weiter lesen, sodass ich es in kürzester Zeit ausgelesen habe.
Die LOGIK im Buch stimmt zwar, die Anhäufung an Zufällen und speziellen Konstellationen wirkt jedoch zu viel und wiederum klischeehaft.
Alles in allem war der LESESPASS in Ordnung. Das Buch hat mich unterhalten und ich würde erneut zu einem Werk der Autorin greifen.
Meine Bewertung ist nach der CAWPILE-Methode aufgebaut und ergibt bei durchschnittlich 5,71 Bewertungspunkten gute 3 Sterne für dieses Buch.
will mehr als es liefert
Wenn Katzen reden könnten von Piergiorgio Pulixi
Worum geht es?
Buchhändler Marzio Montecristo kann sich kaum über Wasser halten. Nur seine zwei schwarzen Katzen locken noch Menschen in das Geschäft. Dann begeben sich die drei auf eine Schiffsfahrt um einen berühmten Autor zu begleiten - der bald darauf tot aufgefunden wird.
Worum geht es wirklich?
Lügen, Gemeinschaft und Geld.
Lesenswert?
Ja, auch wenn es nur eine gute Unterhaltung für zwischendurch war. Das Buch ist mir wegen seines schönen ansprechenden Covers aufgefallen und klang super für einen Sommerkrimi.
Die CHARAKTERE habe ich leider als eher klischeehaft empfunden, dabei auch einseitig ohne Ecken und Kanten und generell waren es mir einfach zu viele Männer in Hauptrollen in diesem Buch.
Hinsichtlich ATMOSPHÄRE war die Lektüre jedoch wirklich gut. Es war vorstellbar beschrieben und man konnte sich gut an die Orte denken.
Beim SCHREIBSTIL (Übersetzung Katharina Schmidt, Barbara Engelmann und Barbara Neeb) bin ich zwiegespalten. Es werden viele Begriffe nicht übersetzt und lassen das Italienisch nebenbei mit einfließen, was für einen Urlaubsroman natürlich super ist. Andererseits wirkt es dadurch teilweise gekünstelt. (Ich meine, dass es auch eine Stelle gab, bei der von „zwei Espressos“ die Rede war, was wiederum im Gegensatz zur sonstigen Verwendung der Originalsprache steht.)
Die HANDLUNG ist in Ordnung, das Ende jedoch war eher mittelmäßig und zwischendrin zieht sich die Geschichte unnötig in die Länge.
Darunter hat auch die SPANNUNG gelitten, denn ich wollte zwar wissen wie es weiter geht und was die Auflösung sein wird, der Weg dahin war jedoch stellenweise eher langweilig.
Auch die LOGIK war zu künstlich gewollt, zu unrealistisch und konstruiert.
Somit war mein LESESPASS leider nicht so hoch wie ich gehofft habe. Ich würde kein weiteres Buch von dem Autor lesen, liebe die Kampa-Cover aber einfach sehr!
Meine Bewertung ist nach der CAWPILE-Methode aufgebaut und ergibt bei durchschnittlich 4,8 Bewertungspunkten knappe 3 Sterne für dieses Buch.
fantastisch und spannend
The Tainted Cup von Robert Jackson Bennett
Worum geht es?
Ein Offizier wird tot aufgefunden - aus seinem Oberkörper sprießt ein Baum. Ermittlerin Ana und ihr Gehilfe Dinios ermitteln.
Worum geht es wirklich?
Rache, Macht und Verschwiegenheit.
Lesenswert?
Ja, sehr. Man bekommt hier ein Ermittlerduo, welches einen Fall aufdecken muss und das ganze spielt in einer durch und durch fantastischen Welt.
Die CHARAKTERE haben mir beide gut gefallen. Ana ist Sherlock Holmes sehr ähnlich und eher speziell. Beide sind unterhaltsam (gerade auch in ihrem Miteinander) und ihre eigenen Geschichten interessant. Die Art der Konstellation ist nichts neues, aber ich finde sie gut umgesetzt und schön zu lesen.
In die ATMOSPHÄRE wird man direkt reingeworfen und findet sich schnell in der Welt zurecht. Alles ist sehr fantastisch und besonders, aber der Start fiel mir relativ leicht. Am liebsten möchte man noch viel mehr über diese Welt und ihre Eigenschaften erfahren.
Den SCHREIBSTIL (Übersetzung Karla Schmidt und Jakob Schmidt) gefiel mir ebenfalls. Einige Stellen sind recht derb und Ana nimmt kein Blatt vor den Mund. Dies passte aber zu ihr. Etwas verwirrt bin ich durch die Begriffe Kind/Mädchen/Junge, die regelmäßig auftauchen und mir für die entsprechende Person immer recht unpassend vorkommen, da es sich doch um Erwachsene handelt.
Die HANDLUNG wird stark von den Ermittlungen geprägt, da die Auflösung des Falls im Mittelpunkt steht und sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Ana gibt nicht auf, bis alles auseinander gedröselt wird. Hierbei kommt es zu mehreren Wendungen.
Zu Beginn ist die SPANNUNG noch nicht gegeben, nach und nach baut sie sich jedoch auf und wenn man einmal in der Geschichte drin ist, dann will man auch unbedingt wissen wie es weiter geht.
Auch die LOGIK scheint durchdacht zu sein, auch wenn mehrere Aspekte vermutlich von anderen Autor*innen inspiriert sind - was ich jedoch nicht negativ empfinde. Man kann nicht ständig völlig neue und noch nie dagewesene Dinge lesen.
Generell hat mir die Lektüre wirklich viel SPASS bereitet und ich kann sowohl das Buch (als auch das Hörbuch) sehr empfehlen und habe großes Interesse an weiteren Bändern.
Dran bleiben lohnt sich und der Mix aus Fantasy und Krimi ist ebenfalls ziemlich gut!
Meine Bewertung ist nach der CAWPILE-Methode aufgebaut und ergibt bei 7,29 Bewertungspunkten dann 4 Sterne für dieses Buch.
spannend und nachdenklich
Home Before Dark von Eva Björg Ægisdóttir
Worum geht es?
Stina, eine Jugendliche, verschwindet 1967. Ausgerechnet an dem Ort und dem Tag, an dem sich ihre kleine Schwester Marsibil mit ihrem Brieffreund treffen wollte. Bei dem sie sich als ihre große Schwester Stina ausgegeben hat.
Worum geht es wirklich?
Erwachsenwerden, Einsamkeit und Freundschaft
Lesenswert?
Ja, hat mir gut gefallen.
Die CHARAKTERE sind vielschichtige Jugendliche, die in einer Freundesgruppe in Island aufwachsen. Innerhalb verschiedener Familienkonstellationen und -schicksale werden sie groß und hadern mit dem Aufwachsen und der ersten Liebe. Für mich waren die Gedankengänge nachvollziehbar und die Figuren nicht nur schwarz-weiß dargestellt, sondern mit Ecken und Kanten. Zeitgleich sind einige Persönlichkeiten anders als man zuerst denkt/befürchtet.
Die ATMOSPHÄRE des Erwachsenwerdens und die Situationen in den Familien und Freundesgruppen werden gut eingefangen, ebenso einige isländische und historische Besonderheiten. Das Buch behandelt wenig die Landschaft, aber viel das gesellschaftliche Miteinander und den Zeitvertreib.
Hinsichtlich SCHREIBSTIL (Übersetzung von Freyja Melsted) ist mir nichts besonderes aufgefallen, das Buch lässt sich sehr gut lesen. Hier möchte ich hinzufügen, dass sich auch das Hörbuch wirklich lohnt, da es ganz wunderbar eingesprochen ist!
Die HANDLUNG gibt nur Schritt für Schritt Dinge Preis und gerade zu Beginn scheinen alle Menschen verdächtig. Dabei zieht man immer wieder Irrschlüsse und wird von Wendungen überrascht. Auch das Ende hat mich sehr gut gefallen!
Die SPANNUNG war durchgängig hoch, ich wollte dauernd wissen wie es weiter geht. In zwei Handlungssträngen erfährt man die Geschichte von Marsibil zehn Jahre nach dem Verschwinden und Stina vor ihrem Verschwinden.
Hinsichtlich LOGIK wirkt für mich alles soweit nachvollziehbar und in sich schlüssig, auch wenn man natürlich manche Reaktionen nicht nachvollziehen kann.
SPASS beim Lesen hatte ich definitiv und habe mich super unterhalten gefühlt.
Meine Bewertung ist nach der CAWPILE-Methode aufgebaut und ergibt bei 7,14 Bewertungspunkten somit 4 Sterne für dieses Buch.
Ich kann das Buch empfehlen und würde vor allem gerne weitere Einzelbände der Autorin lesen.
teilweise leider verwirrend
Vier Minuten Stille - Und dann kam der Sturm von Chris Warnat
Worum geht es?
Eine Leiche, bedeckt von Schnee, wirft Rätsel auf. Kommissar Wase ermittelt und kommt dem Fall näher als er beabsichtig hatte.
Worum geht es wirklich?
Aufmerksamkeit, Verlust und Überleben.
Lesenswert?
Ja, auch wenn mich ein paar Dinge gestört haben.
Es handelt sich bei diesem Buch um den zweiten Band einer Reihe, was eventuell auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist.
Wenn man Band 1 nicht kennt (oder es wie bei mir länger her ist) können Handlungsstränge unklar und verwirrend sein.
Die CHARAKTERE haben mich auf jeden Fall überzeugt. Mir gefällt, wie vielschichtig sie sind, wie gut ihre Erfahrungen und Schicksale einfließen und wie die Figuren im Kommissariat ohne nähere Bemerkung dazu diverser wirken als in vielen anderen Thrillern. Wase als Hauptfigur hat mir sehr gefallen.
Ich konnte mir die ATMOSPHÄRE sehr gut vorstellen. Es wirkt alles lebendig und real. Man hat direkt Bilder im Kopf.
Dies liegt auch an dem angenehmen SCHREIBSTIL der Autorin. Manche Sätze sind kurz, andere ausschweifender. Trotzdem wirkt es manchmal etwas poetisch ohne je zu viel oder zu wenig zu sagen. Störend habe ich das starke Denglisch wahrgenommen. Nun habe ich dies durchaus auch in meiner eigenen Sprache und einige Begrifflichkeiten konnte ich sehr nachvollziehen, aber an anderen Stellen war es einfach zu viel. Schränkt eventuell die Zielgruppe ein wenig ein.
Der HANDLUNG zu folgen, wenn man Band 1 gar nicht kennt, stelle ich mir schwer vor. So viele Andeutungen und Themen, die auch für den weiteren Verlauf wichtig sind. Zwar wird man im Laufe der Handlung etwas einführend mitgenommen, habe ich jedoch als zu wenig empfunden. Das Ende bzw. die Auflösung ist für mich nicht befriedigend, hier hätte ich mir etwas anderes gewünscht. Manche Figuren werden einfach zu sehr in Leid versenkt,
Mit SPANNUNG konnte das Buch hingegen wieder punkten bei mir. Die angenehm kurzen Kapitel, die besonderen Absätze, die Zitate und die Cliffhanger haben die Spannung stets aufrecht gehalten.
Ich habe das Gefühl, dass die LOGIK durchaus gegeben ist, aber mehrere Stellen und Situationen wirkten schon sehr konstruiert und erzwungen.
LESESPASS hatte ich bei der Lektüre und der Verlauf von diesem zweiten Band lässt mich neugierig auf Band 3 werden, da dieser vielleicht mehr neue Themen wagen kann.
Meine Bewertung ist nach der CAWPILE-Methode aufgebaut und ergibt bei 6,29 Bewertungspunkten somit gute 3 Sterne für dieses Buch.
Ich kann Band 1 und 2 in Kombination definitiv empfehlen und werde weitere Bücher der Autorin lesen (wollen)!






