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Rezensionen von hyakinthos:

Zwischen Flucht und Erinnerung

Wassermann von Lukas Hoffmann

Der Roman „Wassermann“ von Lukas Hoffmann erzählt die Geschichte über einen jungen Mann, der versucht, seinem Leben und seinen inneren Konflikten zu entkommen und dabei doch immer wieder zu sich selbst zurückgeführt wird.
Im Zentrum steht Luk, der nach Barcelona geht, um Abstand zu gewinnen: von der Krankheit seiner Mutter, von der Enge seines bisherigen Lebens und von sich selbst.

Doch die erhoffte Leichtigkeit stellt sich nicht ein. Stattdessen begleitet ihn eine wachsende innere Unruhe, die sich durch die gesamte Handlung zieht. Auch die politischen Spannungen in Barcelona verstärken dieses Gefühl des Kontrollverlusts und lassen seine persönliche Krise noch deutlicher hervortreten.
Besonders eindrucksvoll ist der Schreibstil des Romans. Hoffmann arbeitet mit einer klaren, reduzierten Sprache, die oft fragmentarisch wirkt und gerade dadurch eine große emotionale Kraft entfaltet. Vieles bleibt unausgesprochen, schwingt aber zwischen den Zeilen mit.
Für mich als Spanischstudierenden war es dabei besonders spannend, in die Atmosphäre des Buches einzutauchen und gedanklich durch Barcelona zu reisen. Die Stadt wirkt nicht nur als Schauplatz, sondern fast wie ein eigener Charakter, der die Handlung mitprägt. Dadurch entstand beim Lesen das Gefühl, selbst Teil dieser Umgebung zu sein und die Stadt mit all ihren Stimmungen mitzuerleben.
Insgesamt ist „Wassermann“ ein ruhiges, nachdenkliches Debüt, das weniger durch große Handlungsmomente als durch emotionale Tiefe überzeugt. Es ist ein Roman über Fluchtbewegungen (äußere wie innere) und darüber, dass man sich selbst nicht so leicht entkommen kann.

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Mehr als nur Worte

Schleifen von Elias Hirschl

Der Roman „Schleifen“ von Elias Hirschl ist alles andere als konventionell. Ausgehend von der ungewöhnlichen Idee einer jungen Frau, die Krankheiten entwickelt, sobald sie von ihnen hört, entfaltet sich ein ebenso kluges wie radikales Spiel mit Sprache und Denken. Franziska Denk und der Mathematiker Otto Mandl geraten dabei in ein Geflecht aus Sprachsystemen und Gedankenkonstruktionen, das sich zunehmend verselbstständigt.

Was als originelle Prämisse beginnt, weitet sich zu einem vielschichtigen Experiment aus: Sprachwissenschaft, Philosophie und Mathematik überlagern sich, ernsthafte Reflexion steht neben ironischer Brechung. Manche Passagen (insbesondere die mathematischen) fordern Geduld, doch gerade diese intellektuelle Reibung macht den Reiz des Romans aus.
Der Titel ist dabei Programm: Motive kehren wieder, verschieben sich, kreisen umeinander. Es entsteht ein Text, der weniger geradlinig erzählt als vielmehr Denkbewegungen nachzeichnet.
Nicht jede*r Leser*in wird sich auf dieses Spiel einlassen wollen. Doch wer Freude an Sprachreflexion, theoretischen Gedankenspielen und literarischer Grenzüberschreitung hat, wird hier fündig. Ich persönlich habe das Buch als Sprachliebhaber besonders geschätzt; vor allem die Fragen nach der Wirkmacht von Sprache und der Idee einer „perfekten“ Ausdrucksform haben mich nachhaltig beeindruckt.
„Schleifen“ ist eigenwillig und unverkennbar: ein Roman, der nicht alles erklärt, aber lange nachhallt.

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