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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Katja K.:

Grandioser Start, aber wo war die Spannung danach?

The Crane and the Nightjar von Ada Bailey

Wie schade! Was ist da nur passiert?! Ich habe es selten, dass ich von dem Beginn eines Buches so begeistert bin. Tatsächlich fand ich die Leseprobe richtig genial und habe mich wahnsinnig auf das Buch gefreut, aber es konnte mich einfach nicht fesseln und ich musste mich immer wieder regelrecht dazu aufraffen weiterzulesen.

Gefühlt wurde da ganz viel Potenzial verschenkt.

Der Schreibstil ist an sich flüssig und sehr schön atmosphärisch, das Setting düster und die Magie, bei der man immer ein Stück seiner Seele verliert, wirklich faszinierend. Auch die Charaktere fand ich angenehm, sie wirkten erwachsen und reif.

Von den logischen Fehlern konnte ich persönlich gut absehen. Teilweise tauchen Personen an Stellen wieder auf, obwohl sie eigentlich gerade woanders sind, oder die Haarfarbe einer Person ändert sich einfach mal willkürlich. Aber wie gesagt, das hat mich persönlich nicht so gestört.

Ich hatte vielmehr Probleme damit, dass einfach für mich keine wirkliche Spannung aufkam, erst im letzten Achtel wieder. Ich nehme an, dass es zum einen daran lag, dass ich mir mehr und tiefere Emotionen gewünscht hätte und zum anderen daran, dass das Worldbuilding zu dem an sich interessanten Magie-System nicht sehr ausgereift war. Die Magie hat schlussendlich in dieser Story gar nicht so eine große Rolle gespielt. Den Plot Twist habe ich kommen sehen, aber auch darüber hätte ich hinwegsehen können, wenn ich einfach gefesselter gewesen wäre.

Fazit: Sicherlich eine solide Romantasy mit einem wirklich starken Beginn und vielversprechendem Magie-System, die dann aber geschwächelt hat und mich enttäuschend wenig mitreißen konnte.

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Beeindruckend realistische Darstellung einer Essstörung

Und alles zerbricht (Paper Hearts 1) von Maxine Reuker

Vorab: Bei Problemen mit dem Essen und dem Gewicht sollte man zuvor die Triggerwarnung durchlesen. Auch bin ich nicht sicher, inwieweit sich dieses Buch wirklich für Jugendliche eignet, die ja häufig ohnehin in einer sensiblen Phase in Bezug auf ihre Figur stecken.

Was mich persönlich angeht, so bin ich etwas holprig gestartet.

Manche Dialoge und Formulierungen kamen mir etwas umständlich und konstruiert vor, manche Handlungen nicht wirklich nachvollziehbar. Ich bin froh, dass ich wegen der Empfehlung einer Freundin trotzdem weiter gelesen habe.

Den Klappentext finde ich irreführend. Hier steht nicht die Liebesgeschichte im Vordergrund, wie angedeutet, sondern tatsächlich Milas Belastung und ihr Weg in die Essstörung. Ich bin selbst Psychotherapeutin und war wirklich tief beeindruckt davon, wie realistisch die Autorin die Essstörung, vor allem auch die Körperwahrnehmungsstörung und die Hartnäckigkeit dieser Erkrankung dargestellt hat. Man merkt, dass sie selbst Erfahrung mit dieser gefährlichen Störung hat.

Insgesamt fand ich die Charaktere sehr liebevoll gezeichnet. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Milas Unsicherheit und Ambivalenz waren für mich deutlich spürbar.

Am Ende fand ich den Schreibstil dann wieder etwas holprig, die Liebesgeschichte kitschig und das Tempo zu hoch. Außerdem wurde schnell noch etwas Drama hineingebaut, das hätte ich persönlich nicht gebraucht. Aber so ist das Ende offen geblieben und man kann gespannt auf die Fortsetzung sein.

Ich kann das Buch allen empfehlen, die sich für das Thema sensibilisieren möchten und generell an Mental Health-Themen interessiert sind. Bei eigenen Problemen mit der Figur und dem Essen würde ich hingegen gut abwägen, ob die Lektüre das Richtige für mich ist.

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Außergewöhnlich, bezaubernd und erschreckend aktuell

The Rainshadow Orphans von Naomi Ishiguro

Vorab: Hier ist ein wenig Geduld gefragt. Das Buch liest sich nicht schnell weg, sondern die Geschichte entwickelt sich langsam. Man wird ganz allmählich und behutsam in das Worldbuilding eingeführt und lernt die Charaktere nach und nach besser kennen. Es ist außerdem eine Erzählung aus der Beobachterposition und nicht, wie aktuell in, aus der Ich-Perspektive.

Dennoch gibt es unterschiedliche POV.

Ich jedenfalls musste mich erst an die langsame Geschwindigkeit und die teilweise ausführlichen Schilderungen gewöhnen. Auch erfordert es einige Konzentration, bei den vielen verschiedenen Namen und Perspektiven durchzublicken, da diese nicht übersichtlich mit den Hauptkapiteln wechseln.

Irgendwann zwischendurch hatte ich sogar einen Punkt, an dem mir ein bisschen die Puste ausging. Aber ich kann sagen: Meine Geduld wurde mit einer wirklich außergewöhnlichen und besonderen Geschichte belohnt.

Die Autorin verwebt hier gekonnt ganz viele verschiedene Elemente zu einer einzigartigen bunten und zugleich auch düsteren Welt. Wir begegnen traditioneller japanischer Mythologie, Hightech Bots, Pokémon-Vibes, Wahlgeschwistern, Geflüchteten, blutrünstigen Gangs, kaiserlicher Politik und ganz viel Bubble Tea. Ach, und natürlich Drachen!

Die verschiedenen Charaktere sind ganz liebevoll gezeichnet und in ihren Persönlichkeiten über das Buch hinweg immer deutlicher spürbar. Es sind junge Charaktere, die mir mit der Zeit sehr ans Herz gewachsen sind und mich berührt haben. Sie haben mit den Unsicherheiten normaler Jugendlicher und junger Erwachsener zu kämpfen und treffen authentische Entscheidungen. Besonders elegant finde ich, dass wir mit den Charakteren zusammen das Magie-System allmählich entdecken und verstehen dürfen.

Über allem schweben philosophische Fragen nach Identität und Heimat, dem Sinn des Lebens und den Vorteilen versus Gefahren technologischen Fortschritts.

Fazit: Auch wenn ich ein paar Längen aushalten musste, so hat mich dieses außergewöhnliche Buch doch tief berührt und ich kann es kaum erwarten, wieder in diese bezaubernde Welt voller asiatischer Mythologie und Science-Fiction einzutauchen. Von mir gibt es eine ganz klare Lese-Empfehlung. Das Glück ist mit den Geduldigen! ;)

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Herzallerliebste magische Tierwesen treffen auf Wirtschaftspolitik und Rivals to Lovers

Seamere College 1. Strange Familiars von Keshe Chow

Ich habe mich von diesem Buch, das ich trotz der Spannung eher der Cozy Romantasy zuordnen würde, insgesamt sehr gut unterhalten gefühlt und bin begeistert von den vielen kleinen kreativen (magischen) Details, die die Autorin eingebaut hat.

Der Schreibstil ist flüssig, humorvoll und locker. Es wird abwechselnd aus den Perspektiven von Gwen und Harrisford erzählt, was ich gelungen fand.

In beide Charaktere konnte ich mich gut hineinversetzen, fand ihren Schlagabtausch teilweise sehr amüsant, teilweise aber auch ein bisschen albern. Insgesamt kam es mir so vor, als ob die beiden Protagonist*innen deutlich jünger waren als Mitte 20. Das trotzige Verhalten gerade von Gwen hatte manchmal eher etwas von einem pubertierenden Teenie. Deshalb fand ich die Liebesgeschichte manchmal nicht ganz überzeugend, dann aber wiederum auch sehr rührend.

Regelrecht dahingeschmolzen bin ich bei den wirklich sehr niedlichen Beschreibungen der magischen Seelentiere und mythischen Kreaturen und ihrer Behandlung. Man merkt, dass die Autorin Tierärztin ist und ihre Freude daran hatte, ihr Wissen auf die magische Welt zu übertragen. Gerade Percy hat sich mit seiner speziellen Art in mein Herz geschlichen.

Das Worldbuilding erscheint mir nicht komplett ausgereift, manches ging mir dann doch ein bisschen zu einfach und ich weiß nicht, ob in den Fortsetzungen noch Erklärungen folgen werden. Trotzdem hat es mir gefallen, denn die Magie ist hier eine endliche Ressource, die streng reglementiert wird, und es gibt sogar zwei Konzerne mit Marktmonopol. Dieses System und seine Folgen erinnert an wirtschaftspolitische Probleme unserer heutigen Zeit, was ich sehr elegant fand.

Spannung wurde in dieser Story natürlich auch geboten und man konnte wilde Spekulationen anstellen, was mir großen Spaß gemacht hat.

Mein Fazit: Auch wenn ich das Verhalten der Hauptcharaktere teilweise etwas kindisch und das Worldbuilding nicht ganz ausgereift fand, habe ich dieses Buch vor allem wegen der magischen Tierwesen und der spannenden Storyline bei gleichzeitigem Wohlfühlfaktor sehr genossen.

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Absolute Sogwirkung

Dire Bound von Sable Sorensen

Ich hatte lange kein Buch mehr, bei dem ich einfach nicht mehr aufhören konnte zu lesen und ständig Angst vor dem Moment hatte, in dem ich das Ende erreichen würde. Für mich ist dieses Buch jetzt schon ein absolutes Highlight, so muss Fantasy sein!

Tatsächlich erinnert die Story sehr an Fourth Wing mit Panem-Vibes und ist damit nicht unbedingt neu, wird aber meiner Meinung nach erwachsener und extrem mitreißend erzählt.

Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und fesselnd, die Charaktere gut ausgearbeitet und für mich deutlich spürbar, auch wenn manche von ihnen mysteriös scheinen. Die Schattenwölfe liebe ich! Eigentlich passiert ständig etwas, ohne dass die Story gehetzt wirkt. Ich fand sie durchweg spannend und es gab auch unerwartete Wendungen.

Kleine Kritikpunkte beziehen sich auf die Spice-Szenen, die ich teilweise überflüssig und langatmig fand. Außerdem war ich etwas enttäuscht darüber, dass ich ein Ereignis schon sehr lange habe kommen sehen. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau.

Insgesamt kann ich für dieses Buch nur eine große Empfehlung an alle Fantasy-Fans aussprechen, die kein Problem mit Brutalität haben. Macht euch darauf gefasst, dass ihr das Buch nicht so schnell aus der Hand legen könnt!

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Gefühlvolle spicy Romance zwischen Bullenreiten und Datingshow

Fever Dream von Elsie Silver

Dies war mein zweites Buch der Autorin und ich war einmal mehr angetan von dem wirklich tollen Schreibstil, der anschaulich und humorvoll-spritzig ist und gleichzeitig irgendwie klug und reif wirkt.

Die Charaktere hatten überraschend viel Tiefgang, was mich begeistert hat. Sowohl Emmett als auch Julia haben mir sehr gut gefallen.

Sie waren für mich in ihren Emotionen und ihrer Persönlichkeit richtig gut spürbar und die Päckchen, die sie zu tragen hatten, haben mich ebenso wie die gefühlvolle Dynamik zwischen ihnen sehr berührt. Dadurch konnte ich richtig gut mitfiebern.

Slow Burn und Pacing fand ich hervorragend umgesetzt. Die Spannung zwischen den beiden wurde richtig schön aufgebaut und die Geschichte erschien zu keiner Zeit gehetzt oder langatmig, sondern war für mich vom Tempo her rundum stimmig.

Auch das Setting auf der Ranch mit der überaus liebenswerten und lustigen Familie von Emmett und der Datingshow, die für viel Spannung und Drama gesorgt hat, fand ich toll. Es wurde ein Blick hinter die Kulissen einer solchen Show gegeben, was zusätzlich interessant war und zum Nachdenken angeregt hat.

Meine einzigen kleinen Kritikpunkte beziehen sich zum einen darauf, dass im ersten Drittel sehr viele sexuelle Anspielungen durch Emmett gefallen sind, die ich schon grenzwertig übergriffig fand. Auch die Spice-Szenen waren mir zu häufig und lang (weniger ist mehr!). Wenn so viele ausführliche Sexszenen geschildert werden, empfinde ich das mit der Zeit immer als etwas langweilig, weil es dann nicht mehr zum Plot und zur emotionalen Annäherung der Charaktere beiträgt. Aber es gehört auch irgendwie zu den Büchern der Autorin dazu. Zum anderen wäre das Buch für mich auch ohne die letzten zwei Kapitel stimmig gewesen. Die fand ich fast ein bisschen zu viel des Guten, ohne jetzt spoilern zu wollen.

Insgesamt hat mich diese Romance vor allem durch die intensiven Emotionen und das tolle Setting überzeugt und ich kann es kaum erwarten, nach Emerald Lake zurückzukehren für die weiteren Bände. Eine große Empfehlung für Romance-Fans, die kein Problem mit Spice haben!

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Starke Kombi aus reifen Charakteren, Charme und Spannung

Witch of the Wolves: Halbmond Erbe von Kaylee Archer

Hexen und Werwölfe im viktorianischen London, reife Charaktere, feiner Humor, eine Prise Feminismus und viel Spannung - was will man mehr?!

Ich liebe Wölfe und Werwölfe, so dass mich dieses Buch gleich neugierig gemacht hat. Die Story beginnt eher ruhig mit einiger Situationskomik und den ersten unerwarteten und spannenden Wendungen, bis sie sich zum Ende hin zu einem regelrechten Showdown steigert.

Besonders gut hat mir der unaufgeregte, dem Setting entsprechend etwas altmodische und verschmitzt-humorvolle Schreibstil gefallen, der zugleich so bildhaft ist, dass ich mir das Ganze wie in einem Film vorstellen konnte. Er sorgt dafür, dass die Geschichte bei aller Unberechenbarkeit und Grausamkeit doch auch immer ein bisschen charmant und leicht wirkt. Es wird ausschließlich aus Cordelias Perspektive (Ich-Form) erzählt, was sich für mich stimmig angefühlt hat.

Die Charaktere fand ich toll. Sie haben sich reif und erwachsen verhalten,; nicht so, wie in vielen anderen Romantasy-Romanen, wo einfach mal impulsiv vorgeprescht wird. Sowohl Cordelia als auch Bishop mochte ich als Protagonist*innen sehr. Das kommt bei mir eher selten vor, weil ich meistens einen der beiden Hauptcharaktere zu blass oder zu wenig ausgearbeitet finde. Auch die Dynamik zwischen den beiden konnte ich spüren.

Ich möchte gar nicht zu viel verraten. Ich habe das Setting auf jeden Fall geliebt und war zunehmend gefesselt von der Story, die man nie so ganz vorhersehen konnte. Spice-Szenen gibt es auch, aber nicht in übertriebenen Ausmaß.

Ich kann das Buch allen empfehlen, die Hexen und Werwölfe und viktorianische Settings lieben, die auf reife Charaktere stehen und auch eine langsamere, dafür aber sehr charmante und durchdachte Storyentwicklung zu schätzen wissen.

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Ganz süß, konnte mich aber nicht richtig fesseln

The French Escape - Love & Lavender, Band 1 von Sarah Fleury

Dieses Buch ist auf jeden Fall eine nette und leichte Urlaubslektüre für zwischendurch. Das Setting an der Côte d'Azur ist herrlich, die Gerüche und die typische Atmosphäre in der Provence werden gut transportiert. Dadurch hat es für mich eine angenehme Leichtigkeit verströmt und mich an meine Urlaube in der Provence erinnert.

Auch die Charaktere fand ich sehr liebevoll gezeichnet und die Ausgangsidee der Geschichte ganz spannend. Allerdings hatte ich zum einen ein bisschen Probleme mit dem Schreibstil, da mir in den Dialogen und auch in den Grübeleien der Charaktere zu viele Fragen hintereinander vorkamen, die mir unnatürlich erschienen und mich aus dem Lesefluss gerissen haben. Auch waren die Rückblicke zwar interessant, aber wirkten immer etwas willkürlich eingestreut. Zum anderen konnte ich die Emotionen bei den ernsten Themen irgendwie nicht richtig spüren, so dass es zum Ende hin für mich auch etwas langatmig wurde.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass zu viele Themen in diese Story gepackt werden sollten: die Berufe und Leidenschaften der Charaktere, ihre Persönlichkeitseigenschaften, ihre Vergangenheit und ihre Kämpfe damit, ein wenig Spannung um ein Familiengeheimnis und dann natürlich noch das Setting in der Provence,... Dadurch konnte nichts so richtig tief bearbeitet werden.

Mein Fazit: Eine nette Lektüre für zwischendurch, die das Provence-Feeling wunderbar vermittelt und auch liebenswerte Charaktere bietet, mich aber emotional nicht richtig fesseln konnte.

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Spannende Idee, die Umsetzung war mir jedoch zu pathetisch und flach

Illusion - A Lie Worth Believing von Janine Ukena

Grundsätzlich hat mir das Setting einer Illusionsshow in Las Vegas als Idee enorm gut gefallen und am Anfang war ich auch von dem fast poetisch anmutenden Schreibstil angetan.

Diese Begeisterung hat sich jedoch bald zugunsten einer gewissen Genervtheit gelegt, weil in gefühlt jedem zweiten Satz ein bildgewaltiger Vergleich gebracht wurde und ständig Sätze mit dem Zusatz "mehr, als ich zulassen/zugeben wollte" fielen.

Das erschien mir viel zu aufgesetzt und pathetisch, als dass ich es hätte ernst nehmen können. Es hat mich aus dem Lesefluss gebracht und mir keineswegs emotionale Tiefe vermittelt, sondern im Gegenteil eher ein Gefühl von leeren Worthülsen, denn spüren konnte ich die beschriebenen Emotionen kaum.

Diese Kritik betrifft auch die Charaktere. Stella fand ich noch einigermaßen greifbar, wohingegen alle anderen Charaktere wenig bis gar nicht spürbar für mich waren, was auch für die Beziehungen untereinander und für die Liebesgeschichte gilt.

Dennoch fand ich die Story stellenweise recht spannend und besonders das Thema mit KI und Deepfakes hat mir gut gefallen. Das hätte meiner Meinung nach noch mehr ausgearbeitet werden dürfen, ebenso wie die Konflikte zwischen den Charakteren und die Gründe ihrer teilweise recht fragwürdigen Handlungen.

Fazit: Für mich hatte die Story originelle und spannende Ideen, die jedoch meiner Meinung nach ohne die nötige Tiefe und mit reichlich pathetischen Worten umgesetzt wurden. Ich könnte mir vorstellen, dass sie einem jüngeren Publikum von 16 bis 18 Jahren ganz gut gefallen könnte.

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Geheimnisse und Intrigen in der Pariser Modewelt mit eher flachen Charakteren

Les Bouttiers - Wir sind jetzt von Antonia Wesseling

Dieses Buch war für mich eine kleine Achterbahnfahrt. Zunächst habe ich nicht wirklich gut hineingefunden, fand die Charaktere langweilig und musste es immer wieder zur Seite legen. Dann war es eine Zeit lang besser, die Charaktere etwas greifbarer, die Story fesselnder. Und im letzten Drittel war ich dann trotz der aufkommenden Spannung zunehmend genervt von den Charakteren und ihren Interaktionen.

Zunächst einmal möchte ich die Elemente erwähnen, die mir an der Story gefallen haben. Da ist zum einen das Setting der Pariser Modewelt, die sprachlich gemischten Überschriften und die eingestreuten französischen Begriffe, die einen nie vergessen lassen, dass wir uns im schönen Frankreich befinden. Außerdem fand ich es erfrischend, dass es drei unterschiedliche POV gibt. Die Spannung durch die Dreiecksgeschichte und die Rivalität der beiden Modehäuser hat mir ebenfalls gut gefallen sowie die Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen. Die Nebencharaktere Zoé und Ethan mochte ich mit ihrer erfrischend unangepassten Art sehr.

Meine Kritik bezieht sich hauptsächlich auf die Darstellung der Hauptcharaktere und ihre Interaktionen. Dass in den traditionsbewussten Modehäusern eine patriarchale Struktur herrscht, war vielleicht zu erwarten, doch dies wird hier kaum kritisch aufgegriffen und hinterfragt, leider auch nicht von Elodie. Sie selbst wird meiner Meinung nach in ihrem Charakter inkonsistent dargestellt. Einerseits zeigt sie sich selbstbewusst, schlagfertig und traut sich, unangenehme Wahrheiten auszusprechen, andererseits verhält sie sich seltsam überangepasst, passiv abwartend und lässt sich herumkommandieren und bevormunden. Adam und Gabriel sollen zwar vermutlich per se ein wenig distanziert und schwer greifbar wirken, dies war mir jedoch too much. Ich fand sie teilweise richtiggehend unsympathisch. Das hat dazu geführt, dass mir ihr Schicksal recht egal war. Auch die Anziehungskraft zwischen Elodie und Gabriel konnte ich nicht spüren. Außerdem sind mir Unstimmigkeiten bezüglich Gabriels Wissen um das Familiengeheimnis aufgefallen.

Mein Fazit: Schöne Idee, tolles Setting, zwischendurch durchaus fesselnd, aber den Charakteren fehlt es meiner Meinung nach an Tiefe und sie waren mir teilweise unsympathisch. Dieses Buch hat mir etwas besser gefallen als "Dark Venice" von derselben Autorin. Ich würde es denjenigen Leser*innen empfehlen, die Fans der Autorin sind und mit ihrem Schreibstil und ihrer Charakterdarstellung vertraut sind und diese mögen.

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