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Rezensionen von verhei:
Wissenschaftsvermittlung mit Humor - typisch Science Busters
Aus! Die Wissenschaft vom Ende von Science Busters
Tja was soll ich zu diesem Buch sagen- typisch Science Busters eben. Wer diese Gruppe aus Wissenschaftlern und Comedians kennt, dem reicht diese Rezension wahrscheinlich schon. Für Personen, die die Science Busters nicht kennen: es handelt sich um eine Gruppe von Wissenschaftlern die gemeinsam mit Kabarettisten auf der Bühne verschiedene wissenschaftliche Fragen erklären und so dem Laienpublikum mit entsprechendem Witz nahebringen.
Dieses Buch ist nun eine weitere Verschriftlichung ihres Tuns- hier mit der Fragestellung wie man sich das Ende der Welt vorstellen darf, was Unendlichkeit ist und so vieles mehr in dem Zusammenhang. Alles ist für Laien verständlich aufbereitet und wird mit ordentlich Witz serviert.
Dennoch empfiehlt es sich, sich für das Buch Zeit zu nehmen, um eben möglichst viele Fakten zu sammeln. So mancher Witz ist auch vielleicht sehr Österreich typisch, aber sicher ohne Probleme auch für andere verständlich.
Manche der Witze und Pointen funktionieren sicher in der Interaktion besser als in der Niederschrift. Doch dafür hat man die Science Busters mit diesem Buch einfach immer dabei.
Für mich definitiv lesenswert, so wie die Vorgängerbücher. Science Busters gehen für mich einfach immer.
Gesellschaftskritik und Loyalitätsfrage
Schwanentage von Zhang Yueran
Yu Ling ist Kindermädchen bei einer reichen und politisch einflussreichen chinesischen Familie. Eines Tages plant sie mit ihrem Freund den Jungen Kuan Kuan zu entführen, um Lösegeld zu erpressen, um unter anderem auch Schulden zu bezahlen. Doch am Tag der geplanten Entführung, für den Jungen als Frühjahrsausflug getarnt, überschlagen sich die Ereignisse.
Der Großvater und der Vater des Jungen werden festgenommen, da sie unter Korruptionsverdacht stehen. Auch seine Mutter ist nicht mehr erreichbar.
Sehr viel wird in diesem Buch gestreift, ein bisschen Krimi, ein bisschen Satire und der Gesellschaftsroman. Insgesamt steht über allem eine kritische Betrachtung der chinesischen Gesellschaft. Es geht um das Verständnis von Klassenunterschieden, politischen Absprachen und Korruption, die Rolle der Frau und der chinesischen Partei. Eliten teilen sich die Macht und schanzen sich gegenseitig Geld und Aufträge zu. Im Gegensatz dazu die anderen, Wanderarbeiter, einfache Personen und speziell die Landbevölkerung die abschätzig behandelt wird.
Der Roman schildert die Geschehnisse aus der Sicht von Yu Ling. Man folgt ihr durch den Alltag der paar Wochen der Geschichte und bekommt all die angesprochenen Themen durch Rückblicke Yus und im Gespräch Yus mit anderen mit. Über weite Strecken plätschert die Geschichte dahin und es wird vor allem die die Beziehungen von Kuan Kuans Eltern zu deren Sohn und Yu geschildert. Über allem schwebt die Frage, wie loyal Yu sein muss oder sein will und was mit dem Jungen geschehen soll. Im letzten Teil kommt es dann doch eher unerwartet zu einem Spannungsgipfel. Das Ende bleibt in gewisser Weise offen.
Definitiv zu empfehlen, wenn man ein Buch aus der chinesischen Literaturwelt lesen möchte, zumal ich die Charaktere sehr schön gestaltet fand.
spannende Fiktion - die gläserne Decke im Bonn der 1970er
Die Frau der Stunde von Heike Specht
Die 1970er Jahre im politischen Bonn sind doch eher eine Männerwelt. Als der Außenminister und Vizekanzler überraschend zurücktritt, wird Catharina Cornelius seine Nachfolgerin, wie von ihm gewünscht. Die Politikwelt wundert sich, ob der Frau in ihren Reihen. Sie wird von allen mit Argusaugen beobachtet- von allen Seiten Politik, Journalisten und Bevölkerung.
Auch die leichtfüßigen Zeiten mit ihrer Mädels Clique aus Internatszeiten, sind so nicht mehr so leicht durchzuführen. Immer schneller dreht sich auch das Rad der Weltpolitik und Catherina findet sich mit Veränderungen in verschiedensten Orten konfrontiert.
Auch wenn diese Geschichte rein fiktiv ist, wie uns die Geschichte beweist, könnte man sie durchwegs für Realität halten, ob der detaillierten Schilderungen. Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig, aber spart nicht mit gut recherchierten Hintergründen und passt die fiktive Geschichte gekonnt in die historische Realität. Jeden geschilderten Kampf, den sie gegen die eigenen Ängste oder die Hürden anderer ausfechten fühlt sich wahr und authentisch an, und wird das zum Teil sicher auch noch heute sein.
Ich mochte außerdem die Figuren, speziell die Frauen Clique mit und um Catharina, sehr. Alle sind sehr charismatisch gestaltet und zeigen in verschiedenen Berufsfeldern, wie Frauen immer mehr und höhere Karrieren anstreben. Doch auch abseits der drei, gibt es mit den Vorzimmerdamen, Büroleitern und Referentinnen schöne gestaltete Charaktere. Man darf sich auch unterhaltsame Dialoge freuen.
Definitiv ein gelungenes, lesenswertes Gedankenexperiment.
spannend- man kann die Vergangenheit nicht einfach abschütteln
Mörderische Brise - Der Tote am Sandstrand von Nina Ohlandt; Jan F. Wielpütz
Hauptkommissarin Hannah Bülow zieht es zurück in ihre Heimat nach Ostersande. Nach dem Tod ihres Mannes, mit erwachsenen Kindern aus dem Haus, kommt das Arbeitsangebot ihrer alten Freundin Constanze wie gerufen, auch um ihren immer älter werdenden Vater im Blick zu behalten. Doch schon rasch verläuft der neue Job nicht so ruhig wie in den ersten Stunden vermutet- man findet eine Leiche am Strand, nahe einer Klinik.
Dem nicht genug, ist es ihr Freund, und alte Liebe- Phillip. Eine kryptische Notiz in seiner Tasche wird gefunden und die Kriminalpolizei im nahen Wismar übernimmt die Ermittlungen. War es ein Unfall oder doch Mord? Hannah und Constanze sehen sich mit ihrer Vergangenheit konfrontiert unter anderem auch einen Bootsunfall, der sich im Jahr 1993 im Ort ereignet hat und ihre Leben nachhaltig verändert hat.
Dies ist das erste Buch einer neuen Serie um Hannah Bülow aus der Hand von Jan F. Wielpütz und nach Idee von Nina Ohlandt. Wie schon in Vorgängerwerken, der Autoren ist hier das Setting im hohen Norden und lebt natürlich durch diverse lokale Beschreibungen und Eigenheiten. Für mich war es jedoch nicht nur ein typischer Regionalkrimi, da man sich doch sehr schnell in rasanten kriminalistischen Fahrwassern mit vielen offenen Fragen befindet.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig und transportiert gut ein Bild des eher kleinen Ortes Ostersande. Man spürt durch die Schilderungen richtiggehend die Fischbrötchen und die salzigen Meeresbrisen, also auch wundervoll atmosphärisch. Doch auch das Rätseln kommt nicht zu kurz, schnell ergeben sich viele offene Fragen, falsche Spuren, mögliche Täter. Man möchte nicht aufhören zu Lesen und freut sich, dass die Lösung trotz allem hin und her davor schlüssig ist.
Die Charaktere, speziell Hannah und ihren Vater fand ich sehr gelungen. Hannah kehrt mit Lebenserfahrungen und nach Schicksalsschlägen wieder zurück an den Ort ihrer Kindheit, der sich im Laufe der Zeit auch verändert hat. Auch die neue Beziehung zu ihrem alternden Vater wird authentisch geschildert.
Ich freue mich definitiv schon auf den nächsten Band der Reihe.
Die Welt wieder mit Kinderaugen betrachten
Drei Tage im Schnee von Ina Bhatter
Hannah lebt in der Großstadt und führt dort ein doch eher übliches Arbeitsleben. Sie hetzt zwischen Terminen, hat einen Beruf, der sie fordert. Zeit für sich selbst findet sie nicht viel und steckt diese, wenn in Selbstoptimierungskurse. Vieles ist der Karriere untergeordnet. Als sie sich ein abgelegenes Holzhäuschen für ein paar Tage mietet, tut sie das mit dem Wunsch abzuschalten.
Schön idyllisch in beschneiter Landschaft an einem See. Dann steht plötzlich die kleine Sophie im Garten und möchte Schneeengel formen. Die beiden freunden sich an – und Hannah wird immer wieder an ihre eigene Kindheit erinnert und sieht ihr Leben nun etwas mehr aus Kinderaugen.
Die Autorin erzählt in einem sehr angenehmen Stil von der Suche nach sich selbst. Ein sehr philosophisches Thema, dass auch durch den Schreibstil gespiegelt. Ruhig und sehr bildlich werden die Tage in der Hütte geschildert. Man kommt beim Lesen selbst durch die detaillierten Schilderungen selbst gut zur Ruhe.
Aktion reiche Handlung darf man auf Grund des Themas nicht erwarten. Auch die Anzahl der Charaktere ist auf zwei limitiert. Diese sind in meinen Augen aber sehr liebevoll und authentisch gestaltet. Ein junges Mädchen, dass natürlich alles aus Kinderaugen sieht und entsprechend hinterfragt. Speziell mit Hannah konnte ich mich sehr identifizieren, das die Fragen sehr viele Erwachsene wohl schon einmal umgetrieben haben.
Ein schönes Buch, auch in der Gestaltung, für eine angenehme Leseauszeit, speziell wenn es einmal philosophischer sein soll.
Temporeicher, aktueller Politthriller
Der Wortschatz des Todes von Martin von Arndt
Irina Starilenko,eine ehemalige BKA-Ermittlerin, wird von ihrem Bruder Konstantin kontaktiert, mit der Bitte seinem Freund Oeksi zu helfen. Oleksandr, Oleksi, der nach dem russischen Angriffskrieg aus der Ukraine geflüchtet ist, steht unter Verdacht einen polnischen Geschäftsmann namens Majewski erschossen zu haben.
Zu allem Überfluss hat er auch schon gestanden. Irina unterstützt Oleksis Verteidiger Julian Bergmann bei diesem Fall als Privatermittlerin, auch um ihren Bruder zu schützen.
Die Geschichte ist sehr dicht an Informationen und wird dicht und temporeich erzählt. Der Schreibstil ist flüssig, klar und verständlich. All dies sorgt dafür, dass man rasch durchs Buch kommt, unter anderem auch weil die Spannung, durch immer neue Ereignisse hoch bleibt. Dies ist auch nicht zuletzt auch dem aktuellen Thema geschuldet und der doch eher höheren Plausibilität, dass sehr viele Dinge so schon passiert ist oder passieren können.
Man erfährt im Laufe der Erzählung mehr über die Geschichte der Familie der Protagonisten und taucht damit auch immer weiter in die Geschichte der Ukraine ein. Es werden Aufstände, Hungersnöte, Repressalien und Unterdrückung in der Sowjetunion und der neuern Zeit behandelt. Man erkennt welche Auswirkungen all dies bis in die heutige Zeit und die heutigen Konflikte hat. Auch wie sehr das private Leben und Schicksale, durch all das beeinflusst werden. In manchen Geschichts- und Hintergrund lastigen Bereichen benötigt man als nicht so informierte Person jedoch sicher etwas Ruhe um die Dinge zu verarbeiten und einordnen zu können. Immerhin sind die Zusammenhänge doch komplex.
Die Charaktere sowohl der Haupt- und Nebenfiguren sind gut und glaubwürdig gezeichnet. Speziell Irina Starilenko weist viele Ecken und Kanten auf, und kämpft auch gegen ihre eigenen Dämonen. Dies macht den Charakter sehr glaubwürdig und spannend. Aber auch Nebenfiguren wie ehemalige BKA-Kollegen und Kontakte waren für mich gut getroffen, auch da sehr originell.
Insgesamt kann ich das Buch jedem empfehlen, der einen temporeichen, gut recherchierten Politthriller mit sehr aktuellem Bezug sucht. Ich hoffe noch mehr von Irina Starlineko lesen zu dürfen.
Kurzgeschichten über den Polizeialltag aus Sicht eines Polizeihundes
Man sieht nur mit der Schnauze gut von Bernhard Aichner
Aspro ein Mischlingshund, wird auf Grund eines Unfalls beim Stöckchen spielen, Waise bzw. passender herrchenlos. Die junge Polizistin, die mit dem Fall betraut wird, adoptiert ihn trotz der Widerstände ihres Partners. Langsam gewöhnt man sich aneinander, und auch an ein weiteres Familienmitglied, denn die Polizistin ist schwanger.
Aspro darf seine Chefin zum Dienst begleiten und erlebt dabei so manch ein Abenteuer und erweist sich als wertvolle Unterstützung.
Erzählt in sechsundzwanzig Kurzgeschichten, zeichnet sich das Buch vor allem durch viel Humor aus. Alle Geschichten lassen sich auch leicht zwischendurch unabhängig voneinander lesen. Leichte Kriminalfälle werden geklärt- Einbrüche, vermisste Personen.
Alles wird aus dem Blickwinkel von Aspro geschildert und dieser findet so manches menschliche Verhalten sehr eigenartig. Man bekommt Einblick in menschliches und Hundeleben. Jedes Kapitel ist eher kurz, pointiert und ein episodenhafter Einblick in den Alltag. Immer gespickt mit reichlich Humor und Wortwitz. Da sowohl das Buch in Österreich spielt als auch der Autor Österreicher ist, ist auch so mancher Ausdruck und Witz österreichisch. Ich denke, das sollte jedoch auch einfach in anderen Regionen verstanden werden.
Für mich insgesamt eine kurzweilige Lektüre mit ordentlich Humor, die schön die Beziehung zwischen Menschen und Hund beleuchtet. Ich würde mich freuen in Zukunft, einen etwas größeren Kriminalfall aus Sicht von Aspro lesen zu dürfen.
Agatha Christie trifft Computerspiel- ein etwas anderer Cozy-Crime
Die Einladung - Mord nur für geladene Gäste von Kelly Mullen
Rosemary MacLaine, 77jährig auch Mimi genannt, wird von ihrer reichen und extravaganten Nachbarin Jane zu einer Party und Auktion im Stile der Zwanzigerjahre geladen. Eigentlich möchte Mimi absagen, doch die Gastgeberin lässt ihr keine Wahl. Mimis Enkelin Addie, Computerspieldesignerin, soll sie begleiten.
Im Herrenhaus treffen sie auf eine illustre Schar aus Gästen und Angestellten. Nach der Auktion überschlagen sich die Dinge- Jane wird tot aufgefunden und ein Schneesturm gigantischen Ausmaßes schließt die Gäste und das Personal im Haus ein. Mimi und Addie machen sich auf die Suche nach dem Täter, da die Polizei wohl für einige Stunden nicht auftauchen wird.
Das Ermittlerduo aus Mimi und Addie ist definitiv gelungen. Passend zu Miss Marple- eine ältere souveräne und grantelnde Mimi, die sehr scharfsinnig ist. Unterstützt von ihrer Enkelin, die nach der Trennung von ihrem Freund und dem Verlust ihres „Babys“, dem gemeinsam entwickelten Computerspiels, sehr an sich zweifelt. Ein sehr unterschiedliches Ermittlerduo, das im Zuge der Untersuchung und natürlich auf Grund der nahen Gefahr, auch seine eigenen Differenzen versucht zu lösen. Die weiteren Charaktere muten vielleicht etwas skurril und klischeehaft an. Jedoch wir alles sehr plastisch beschrieben. Besonders gelungen fand ich in diesem Zusammenhang jedoch vor allem die Gestaltung des Covers, in dem die jeweiligen Personen abgebildet sind.
Generell wird die Geschichte mit sehr viel Humor erzählt. Der Text nimmt Anlehnungen an Agatha Christies Ermittlern und greift auch weitere berühmte Ermittler immer wieder im Text auf. Außerdem gibt es etliche Referenzen zu Popkulturthemen. Spannend ist auch das Theorien des Storytellings und der Spielentwicklung durch Addie erklärt werden. Ermittlungstechnisch ein klassischer Cozy-Crime-Roman, bei dem man dem Ermittlerduo auf seinen Befragungen folgt. Passend zu einem Computerspiel befindet man sich auch in einem Haus, das vor Geheimgängen nur so strotz.
So manches muss man meiner Meinung nach mit Humor nehmen und darf es nicht zu ernst sehen. Beispielsweise die vielleicht etwas klischeehaften, Charaktere, die dadurch jedoch erst wieder unterhaltsam sind. Auch der übermäßige Alkoholkonsum, der doch sehr fraglich ist, sollte einen wohl nicht zu sehr stören, sondern vielleicht passend sehen, denn immerhin befindet man sich in einem Herrenhaus, das den Alkoholschmugglern aus Prohibitionszeiten gehörte.
Für mich ein gutes Cozy-Crime Buch, mit Rätseln, Wendungen und Seitenhieben.
Manipulation und Abhängigkeiten- ein gelungener Krimi
Nur ein Sterbenswort von Britt Reißmann
Meike Masur, ursprünglich aus Stralsund, ermittelt nun als Komissarin in Stuttgart und bekommt es schon im ersten Fall mit Mord zu tun. Schauspielstudentin Katie wird stranguliert in ihrer Wohnung gefunden und die Ermittlungen in ihrer neuen Heimat führen sie an die Schauspielschule und zu einer kleine Filmproduktionsfirma, wo die Studentin eine Sprechrolle hatte.
Das Ermittlerteam um Meike Masur ist sehr sympathisch und realitätsnah angesiedelt. Man kämpft mit den Problemen des Alltags. Im Fall von Meike, einer neuen Umgebung und fremden regionalen Gepflogenheiten und der Trennung von der Heimat. Und wie in der Realität so üblich, gibt es auch weniger glamouröse Polizeiarbeit, die nicht ausgeklammert wird.
Die grundliegenden Themen, die aufgearbeitet werden, sind teilweise von tragischer Natur. Im Prinzip geht es darum, wie die Vergangenheit bzw. die Handlungen anderer eine Person prägt. Ohne zu viel verraten zu wollen, könnte man sagen Missbrauch in verschiedensten Formen.
Ich würde das Buch als soliden Regionalkrimi bezeichnen, mit einem sympathischen Ermittlerteam. Auch Grund der behandelten Themen, täte ich mir mit dem Begriff Cozy Crime sehr schwer. Über manche Abschnitte mögen die Einblicke ins Privatleben vielleicht etwas zu ausschweifend sein, jedoch ergibt sich daraus auch ein gewisser Charme.
Ich freue mich schon auf weiter Fälle, des sympathischen Ermittlerteams.
verschüttete Geheimnisse und Abgründe- eine Psychologin ermittelt
Stummes Trauma von Helena Kubicek-Boye
Eine Frauenleiche wird in winterlicher, eisiger Landschaft nahe der Psychiatrie in Säter gefunden. Betreut wurde das Opfer, die junge Felicia Frost, aufgrund von depressiven Episoden und Ängsten von der Psychologin Anna Varga. Im Zuge der Ermittlungen stellt sich Anna die Frage, ob sie als Behandlerin versagt hat und es ein Suizid war.
Sie forscht in ihren Akten und nimmt Kontakt mit Familie und Bekannten auf, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Immer weiter taucht sie in diverse Geheimnisse der Gemeinde ein.
Die Erzählung ist gekennzeichnet durch kurze Kapitel und häufige Szenewechsel. Wir begleiten drei Personen bei den Ermittlungen. Anna Varga, die Psychologin die das Opfer betreut hat, Miro ihren Chef und Malin, Polizistin und Freundin von Anna. Weiters folgt ein Erzählstrang Lina, einer weiteren Freundin und Kollegin Annas, die derzeit im Gefängnis auf Haftentlassung wartet.
Man merkt, dass dies der dritte Band einer Serie ist, denn es gibt immer wieder Referenzen auf vorige Ereignisse. Die Verbindungen der einzelnen Personen untereinander versteht man sicher besser mit der Kenntnis der Vorgängerbände. Aber die Geschichte lässt sich auch gut ohne Vorkenntnisse lesen.
Etwas verwirrend ist die große Fülle an Personen die vorgestellt wird, nicht nur auf Grund der Untersuchungen durch drei Ermittler, auch weil viel aus dem Privatleben der Personen einfließt. Ich fand diese Einflechtungen grundsätzlich nicht störend, da sie Charaktere ja auch realistischer machen, allerdings muss man teilweise schon sehr auf der Hut sein, nicht durcheinander zu kommen. Mit dem Fortlauf der Geschichte wird dies allerdings auch einfacher.
Die Spannung der Geschichte baut sich sukzessive auf, die Erzählstränge vereinen sich und so manches Ereignis ist Thriller typisch eine echte Überraschung. Etwas vermisst habe ich die klassische polizeiliche Ermittlungsarbeit, wohl auch einfach dadurch, dass hier Psychologin Anna viel ermittelt.
Ein Thriller bzw. Krimi für Leser, die gerne einen psychologischen Schwerpunkt haben. Ich werde mir definitiv, die beiden Vorgängerwerke der Autorin ansehen.











