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Rezensionen von ingri:

5,0 von 5 Sternen humorvoller Krimi mit einem etwas anderen Ermittler

Über die Toten nur Gutes von Andreas Izquierdo

Mads Madsen in Trauerredner und hat somit in seinem täglichen Leben viel mit dem Tod zu tun, noch mal mehr, weil sein bester Freund Bestatter ist. Nun wird sein bester Freund aus Kindheitstagen, Patrick, bei einem Unfall getötet und Mads gebeten die Trauerrede zu halten. Gleichzeitig sieht er sich mit ungewöhnlichen Vorfällen konfrontiert- eine sinnlose SMS an seine Nummer, ein Brief, der nur aus einem leeren Blatt besteht.

Besonders hervorzuheben an diesem Buch sind die herrlich skurrilen und speziellen Charaktere. Ein immer schick gekleideter Trauerredner, der meint nun ermitteln zu können. Ausgestattet mit viel Empathie und vielleicht auch einem gewissen Hang zur Selbstüberschätzung. Hals über Kopf stürzt er sich in die Ermittlung. Sein Vater, ein alter Herr, der meint sein Begräbnis vorneweg proben zu müssen. Hauptkommissarin Luise Mills, die immer schlecht gelaunt ist und Mads für einen Spinner hält. Weiters noch so viele andere Figuren, die sagen wir mal speziell gezeichnet sind.

Die Geschichte lebt von viel Humor, skurrilen Szenen und guten Beschreibungen. Man wird richtig in die Handlung gesaugt und das Kopfkino läuft de facto unweigerlich mit. Ist der Beginn doch leise plätschernd und man rätselt vor allem, warum man sein eigenes Begräbnis proben möchte- landet man schließlich im Strudel der Ereignisse und wechselt von Humor zu angstvollen Kriminalszenen.

Natürlich kommt auch ein gewisser Lokalkolorit vor- so lernt man den hohen Norden um Glücksburg und Flensburg gut kennen. Nicht nur deshalb, vielleicht, aber auch deshalb ist die Geschichte von gewisser Wärme und Tiefgang gekennzeichnet. Neben dem Lösen eines Falles nimmt man, meiner Meinung nach, außerdem eine bisschen eine andere Meinung über Tod, Bestattungen und die Berufe darum herum mit.

Für mich ein definitiv lesenswertes Buch, da schon einmal das Setting ein anderes ist. Denn wann ermittelt schon einmal ein Trauerredner? Es ist eben eine schöne Mischung aus Humor, speziellen Charakteren, und dem Wechsel zwischen Alltagssorgen und Spannung in der Ermittlung, die sehr gelungen ist.

Ich freue mich definitiv schon auf Band zwei der Reihe.

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Feinfühlige, aber auch skurrile Geschichte über Mut, Ängste und Verlust

Der Große Gary von Rob Perry

Benjamin ist, nachdem seine Großmutter im Krankenhaus liegt, eher auf sich allein gestellt. Zusätzlich zur Angst um seine Großmutter, macht ihm, die Angst vor Krankheiten und diverse andere Ängste sein Leben schwer. Als er einen toten Wal am Stand besucht, folgt ihm ein Windhund nach Hause. Ein Essenslieferant, Leonard, erkennt in diesem den „großen Garry“, einen bekannten Rennhund, der von dessen Besitzer schon gesucht wird.

Benjamin möchte den Hund schützen und flüchtet sich auf einen Roadtrip.

Insgesamt is es eine eher ungewöhnliche Geschichte.

Ich mochte außergewöhnlichen, unverwechselbaren Charaktere, mit all ihren Ecken und Kanten. Benjamin, der eigentlich Angst von fast allem hat, nimmt einen Hund in sein Leben auf, der damit nicht in seinen Wunsch nach einem keimarmen Leben passt und überwindet Ängste. Leonard, der Träumer von der großen Geschäftsidee, der doch eher nicht in Konventionen passt- hilft Benjamin und überkommt seine eigenen Probleme. Camille, Benjamins Chefin im Supermarkt, mit ihren doch eher überdrehten Wiedergeburtsideen und Kristallen.

Der Roadtrip nimmt schon etwas skurrile Züge an. Doch speziell zwischen Benjamin und Leonard gibt es eine starke Beziehung und doch auch sehr wertvolle Dialoge. Eine Mischung aus sehr viel trockenem Humor, Alltagsbanalitäten, philosophischen Betrachtungen und Albernheiten. Rob Perry schafft es die Spannung, ob ein Verrat passiert und man den Hund behalten darf, gut mit Humor zu balancieren.

Etwas abrupt und skurril kam dann für mich dann jedoch das letzte Drittel des Romans.

Der Roman ist eine schöne Coming-of-Age Geschichte. Insgesamt ein berührender Roman über Freundschaft, Verluste und dem Überwinden von Ängsten.

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unterhaltsam verrückte, mathematische Bond Sartire

Dr. No von Percival Everett

Wala Kitu forscht an der renommierten Brown Universität an nichts, an dem Nichts. John Sill möchte ins US-amerikanische Fort Knox, dem Golddepot der USA einbrechen, um das angeblich dort gelagerte Nichts zu stehlen. Wala Kitu wird engagiert, um Sill im Umgang damit zu unterstützen.

Das Buch kann man getrost als eine Mischung aus Spionageroman, Science-Fiction, Satire und philosophische Betrachtung bezeichnen.

Man hat einen eher verrückten Professor, „Dr. No“ der das Nichts erforscht. Einen klassischen Schurken, den Milliardär John Will, ein Bond Girl Eigen und Gloria, ein Roboter. Speziell den Professor fand ich auf Grund seiner Unbedarftheit und Schrullen – gut er ist im Spektrum- faszinierend und es erlaubt damit der Geschichte, den Lauf, den sie nimmt. Alle Figuren sind satirisch entsprechend überzeichnet und man findet Elemente aus diversen Actionfilmen wieder, wie Men in Black, also sonderlich glaubhaft ist die Geschichte nicht.

Die philosophisch mathematischen Ergüsse vor allem zu Beginn, führen schon mal leicht zu Kopfschmerzen, wenn man nicht vom Fach ist, jedoch können diese Stellen auch getrost übersprungen sein.

Hintergründig läuft immer etwas Systemkritik an den Vereinigten Staaten mit, den Ressentiments und Problemen die Schwarze in den USA ausgesetzt sind und auch das Luxusleben der Superreichen allgemein wird thematisiert. Andere Werke des Autors haben aber vielleicht eine größere gesellschaftlichere Relevanz, da sie diverse Probleme in den USA stärker thematisieren.

Man erhält hierbei also einen unterhaltsam geschriebenen Schurkenroman, gewürzt mit mathematischen und philosophischen Überlegungen zum Nichts.

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Die Jagd nach einem Maulwurf und einem Brandstifter - ein toller Cozy-Crime

Vino, Mord und Bella Italia! Folge 7: Das goldene Öl von Christian Homma; Elisabeth Frank

Mit dem neuesten Band der Serie „Vino, Mord und Bella Italia“ zieht es uns wieder ins schöne Fontenaia zu alten Bekannten. Eine Lagerhalle der örtlichen Olivenölkooperative brennt ab kurz vor einer wichtigen Olivenölbewertung. War es Brandstiftung? Anna wird von Commissario Vico Martinelli gebeten, bei der Suche nach einem Maulwurf zu helfen.

Der Maulwurf hat nämlich interne Ermittlungsdetails an die Zeitungen weitergeleitet und bringt dabei u.a. Comissario Martinellis Ruf in Gefahr.

Trotz eines gemächlichen Beginns mit einem Brand, schließlich ein doch sehr brisanter Fall mit Wendungen, Geheimnissen und Intrigen und Rätseln. Wie gewohnt leicht lesbar und kurzweilig. Außerdem eine Geschichte wie sie in der Realität auch geschehen könnte. Ich habe bis zum Schluss gerätselt, wer der Übeltäter ist.

Das Duo der Cozy-Crime Reihe schafft es wieder gekonnt etliche geliebte Personen des Fontenaia-Universums auftauchen zu lassen. Speziell wenn man Anna schon seit mehreren Bänden in ihrer neuen Heimat folgt, freut man sich auf ein Wiedersehen und die Verbindungen, die die Figuren miteinander intensivieren. Es ist wie alte Bekannte wiederzusehen und gleichzeitig auch ein bisschen Italienurlaub.

Kurz um – es wird nicht langweilig in Fontenaia. Das Lesen lohnt sich und ein Einstieg ist leicht möglich, auch wenn man die Vorgängerbände noch nicht kennen sollte.

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