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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ecinev:

Geplatzte Träume

Der Absturz von Édouard Louis

Als Edouard vom Tod seines großen Bruders erfährt, hatte er diesen seit 10 Jahren nicht mehr gesehen und empfand nichts. Doch nach der Nachricht seiner Mutter macht er sich sofort auf den Weg um ihr beizustehen. In Rückblicken wird die Geschichte des Bruders und der eher dysfunktionalen Familie des Autors erzählt.

Der große Bruder ist immer an seinen großen Träumen gescheitert und nie einen längeren Job gehabt da er zu viel trank. Die einzelnen Abschnitte und die jeweiligen Frauen in dieser Zeit werden beleuchtet. Daneben gibt es literarische Einschübe von Literatur Klassikern.

Der Schreibstil ist eher nüchtern aufgeklärt, Edouard macht keinen Hehl aus der Beziehung zu seinem großen Bruder der Opfer seiner eigenen hochtrabenden Träumen geworden ist und viel zu früh an Organversagen stirbt. Ich kannte den Autor Edouard Louis bislang noch nicht könnte mir aber vorstellen noch weitere Bücher dieses jungen Autors zu lesen. Trotz der Melancholie dieses Romans kann man nicht aufhören zu lesen.

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Depressiv

Die Farbe des Schattens von Susanne Tägder

Auf dem Weg zum Supermarkt in einer Plattenbausiedlung verschwindet der 11 jährige Matti spurlos. Die großangelegte Suche der Polizei verläuft im Sande. Erst Tage später wird in einem leerstehnden Block die Leiche des Jungen gefunden. Der wohnungslose Hausmeister der sich in dem Gebäude einquatiert hat, gerät in Verdacht.

Doch Kriminalkommissar Groth spürt dass er es nicht ist. Die Polizei und die Bevölkerung ist besorgt, vor etlichen Jahren verschwandt ebenfalls ein Junge spurlos.

Das Buch spielt 1992 in einer ostdeutschen Stadt, die Bevölkerung nach der Wende frustriert, zum Teil arbeitslos und haben wenig Geld. Dazu ist es Januar. Alles in allem ein eher dunkler melancholischer Krimi. Dazu kommt, dass Kommissar Groth selbst mit den Schatten seiner Vergangenheit und seiner toten Tochter kämpft. Der Schreibstil ist ebenfalls ruhig und fast depressiv. Irgendwie habe ich sehr lange gebraucht das Buch zu lesen und richtige Spannung ist bei mir nicht aufgekommen. Das Ende hat mich etwas überrascht.

Dies ist das erste Buch von Susanne Tägders gelesen habe, aber ich möchte dem ersten Teil gerne noch eine Chance geben. Das Cover passt eher zu der depressiven Grundstimmung der Geschichte

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Lebenslüge

Die Verlorene von Miriam Georg

Der Beginn ist dramatisch, als Änne fiel, wusste sie, dass sie sterben würde. Mit weit über 80 Jahren steigt Änne auf einen Stuhl um an einen Karton zu gelangen bis sie vom Hocker fällt und mit dem Kopf auf dem Boden aufschlägt. Sie stirbt allerdings erst später im Krankenhaus ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben.

Die Tochter Ellen und ihre Enkelin Laura sind im Krankenhaus und erstaunt über die Aussage der Ärztin, Änne hatte nie Epilepsie obwohl sie nach eigenen Aussagen seit Jahren Tabletten nimmt. Neugierig begeben sich die beiden auf Spurensuche in dem alten Haus und finden Bilder einer längst vergangen Zeit von einem Gutshof in Schlesien.

Laura ist neugierig geworden und macht sich auf den Weg ins ehemalige Schlesien, heute Polen. Tatsächlich gelingt es ihr den ehemaligen Gutshof zu finden und die neue Eigentümerin die das Haus gepachtet hat, läßt sie dort übernachten. Sie findet Spuren der Vergangenheit und weitere Fotos von Zwillingen.

Abwechselnd in der Gegenwart und der Vergangenheit 1945 wird hier die Geschichte der Zwillinge Änne und Luise in der Nachkriegszeit erzählt. Das Buch gibt einen guten Überblick über Landschaft und Geschichte Schlesiens. Am Ende wird es etwas verwirrend und man muss diese gewaltige Lebenslüge erst einmal sacken lassen.

Der Schreibstil ist ruhig und lebendig. Die Personen werden gut eingeführt und man kann sich gut in die grausame Nachkriegszeit hineinversetzen. Das Cover ist etwas nichtssagend und auch vom Klappentext war ich zunächst nicht so angetan, habe es aber keinesfalls bereut das ganze Buch gelesen zu haben. Längen kommen auch bei über 500 Seiten in der Geschichte nicht auf.

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Bücherstadt Leipzig

Das Antiquariat am alten Friedhof von Kai Meyer

1930, 4 junge Männer treffen sich im Hinterzimmer eines Antiquariats. Alles Söhne reicher Eltern sind sie gelangweilt vom Leben und aus purer Lust stehlen sie Bücher. Bei einem Versuch aus dem Hotelzimmer eines Buchhändlers ein wertvolles Buch zu stehlen werden sie von der frühen Rückkehr überrascht und fliehen ohne Beute.

1945, Felix Jordan inzwischen in die USA geflüchtet und bei einer Büchererfassungsstelle wieder im Einsatz. Zunächst wird er nach Griechenland beordert wo sich auf einer entlegenen Insel ein Deutscher in der Bibliothek eines Klosters verschanzt hat. Felix kann vermitteln und ist begeistert selbst in der wertvollen Johannes Bibliothek zu stöbern. Doch er soll weiter nach Deutschland wo sich ein Mann als Hitler Vorleser ausgibt. In Leipzig trifft Felix wieder auf die völlig vom Krieg zerstörte Stadt und seine eigene Vergangenheit.

Wieder einmal gelingt es Kai Meyer eine Reise in die Vergangenheit des graphischen Viertels von Leipzig und die geheime Welt der Bücher. Kein Phantasie Buch und kein historischer Roman. Dieses Mal war mir die Beschreibung des Kriegsgeschehens etwas zu viel und einige Längen hatte der Roman.

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Ein Flügelschlag

Aufsteiger von Peter Huth

Felix Licht träumt seit Jahren vom Posten als Chefredakteurs eines bekannten Magazins. Jetzt ist es endlich so weit, der alte Chefredateur hat seinen Sessel geräumt, der Sekt schon kaltgestellt und dann das. Neuer Chefredakteur wird eine Frau, und nicht nur das, eine dunkle Frau mit scharfer Zunge die sich mit ihren Ansichten nicht nur Freunde gemacht hat.

Vor allem eine ehemalige Geliebte von Felix. Voller Wut zerstört Felix auch noch sein Eheleben und zieht vorübergehend in ein Hotel wo er ein guter Gast an der Hotelbar ist. Dort wird der windige Rechtsanwalt Cornelius Sentheim auf ihn aufmerksam und überzeugt ihn, den Inhaber des Magazins wegen Diskriminierung zu verklagen. Felix lässt sich darauf ein, sucht erneut Kontakt zu Zoe Rauch, der neuen Chefredakteurin und verliebt sich erneut in sie. Ein Gesellschaftsroman jenseits der glitzernden Metropolen mit aktuellen Themen rund um Trans-Gender, Klimapolitik und Chancengleichheit. Der Schreibstil ist gut, autentisch und lebensecht, die Personen werden gut eingeführt, die aktuellen Themen werden neutral dargestellt. Dies ist mein erstes Buch von Peter Huth und bin gespannt auf weitere Bücher von ihm. Ein interessanter zeitgemäßer Roman der mir gut gefallen hat. Vor allem der interessante Einstieg wie in einen Kriminalroman

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Zwischen Nachkriegszeit und Wiederaufbau

In den Scherben das Licht von Carmen Korn

1946, die 14jährige Gisela verläßt den Bunker auf der Suche nach einer neuen Unterkunft. Dabei stößt sie auf ein vermeintlich leerstehendes Haus und kriecht durch das Kellerfenster hinein. Ihr Schreck ist groß als sie dort auf den 16jährigen Gert trifft der seit einiger Zeit mit Duldung der alternden Schauspielerin Fried im Keller lebt.

Die beiden freunden sich an und auch Friede erlaubt es Gisela im Keller zu wohnen und gelegentlich für alle in der Küche zu kochen. In der ersten Zeit dreht sich viel um Schwarzmarktgeschäfte um in den kargen eiskalten Tagen über die Runden zu kommen. Gert ist häufiger Gast in der Suchdienststelle um nach seiner Familie zu suchen bevor er als 'Kanonenfutter' in den letzten Kriegstagen eingezogen wurde. Gisela hat keine Erinnerungen an ihre Familie und findet sich damit ab. Friede Wahrlich lebt in ihrer eigenen Vergangenheit und gibt die Hoffnung auf eine bessere Zeit nicht auf.

Es kommen eine Menge Personen in diesem Buch vor und der häufige Wechsel bringt den Lesefluss zum stocken. Immer wieder muss man sich auf neue Erlebnisse einlassen. Der Schreibstil ist sehr detailreich und bildhaft. Man kann sich gut in die Personen hineinversetzen und erlebt mit ihnen die Zeit nach dem Krieg bis hin zum Wiederaufbau.

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Cold Case im Morning House

Death at Morning House von Maureen Johnson

Marlowe ergattert einen Ferienjob mit einer Freundin in einem Eissalon und hofft Akilah dort näher zu kommen. Gleichzeitig hütet sie das Haus eines Professorenehepaars und darf sich dort aufhalten. Doch bestimmt nicht um dort mit Akilah Kerzen abzubrennen und das Haus in Brand zu setzen.
Die Möglichkeit dieses peinliche Ereignis zu vergessen erhält sie nachdem sie auf einer abgelegenen Insel im Sankt Lorenz Stroms Besucher durch ein leerstehendes Haus führt.

1930 lebte dort der Arzt und Eugeniker Ralston mit seiner Frau und 6 Kindern die er selbst auf die Welt geholt und auserwählt hat. Das strikte Leben der Famile während der Sommermonate endet plötzlich mit 2 Todesfällen die bis heute ungeklärt sind.
Auch heute werden Leute in Gruppen durch das leerstehende herrschaftliche Anwesen geführt bis es dabei auch zu einem Unglück kommt.

In 2 Zeitebenen wird hier die Vergangenheit und Gegenwart verwebt. Es ist mein erstes Buch von Maureen Johnson und mir als Erwachsene hat die Geschichte gut gefallen. Auch wenn es etwas an Spannung fehlt sind die Personen gut ausgearbeitet und die Themen reichen von Erster Liebe bis hin zu einem streng geregelten Tagesablauf 1930. Der Schreibstil ist lebendig und an heiteren Abschnitten mangelt es nicht. Ein nettes Buch für zwischendurch das man recht schnell fertig hat. Für die Zielgruppe denke ich muss man schon ein Faible fürs Lesen haben denn sonst ist ein Buch mit 400 Seiten schnell zu lang.

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Eigenwillige Frau

Mein Name ist Emilia del Valle von Isabel Allende

Emilia del Valle wird 1866 als Tochter einer irischen Nonne und eines chilenischen Aristokraten geboren. Liebevoll von ihrem Papo aufgezogen in einem ärmlichen Teil von San Francisco. Eigensinnig wie sie ist möchte sie schreiben. Unter männlichem Pseudonym veröffentlich sie Groschenromane deren Handlung sich die Mutter ausgedacht hat.

Sie hat einigen Erfolg, möchte jedoch mehr. Schließlich gelingt es ihr als Auslandskorrespondentin bei einer Zeitung sogar Artikel unter eigenem Namen zu schreiben. Zusammen mit ihrem Kollegen Eric wird sie nach Chile geschickt um von dem dortigen Bürgerkrieg zu berichten.

Der chilenische Bürgerkrieg wird eindrucksvoll, lebendig aber auch teilweise grausam beschrieben. Trotz der Kriegswirren gelingt es ihr zum chilenischen Zweig ihrer Familie Kontakt zu ihrem leiblichen Vater herzustellen der sie kurz vor seinem Tod als leibliches Kind anerkennt. Er vermacht ihr sogar ein Grudstück am äußersten Zipfel von Chile im Gebiet der Mapuche.

Auch in diesem Buch beweist Isabel Allende ihr Talent, Statt trockener Geschichtsstunde wird hier die Zeit des Bürgerkrieges 1890 lebendig beschrieben. Auch die Personen werden gut dargestellt. Emilia erscheint mir jedoch sehr aus der Zeit gefallen und fast modern. Der Schreibstil ist wie immer beeindruckend, kurze klare Sätze und kaum Längen. Ich bin immer wieder aufs neue beeindruckt von den Büchern Allendes.

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keine leichte Lektüre

We Burn Daylight von Bret Anthony Johnston

Waco, eine amerikanische Kleinstadt in Texas und noch immer ein wunder Punkt in der amerikanischen Geschichte der Sekten. In einer Mischung aus Erzählung und Podcast wird hier die Geschichte einer fanatisch christlichen Sekte und ihren charismatischen Anführer 'The Lamb' kennen dem die Leute bedingslos und fast blind folgen.

Die Mutter von Jaye ist dem Charme des Anführers bald erlegen während Jaye die Teenager Tochter da weitaus näher an der Realität bleibt. Daneben ist Roy, Sohn des Polizei-Sheriffs von Waco der als Hobby Schlösser knackt und dessen Familie immer noch um den älteren Bruder trauert der im Irak Krieg gestorben ist. Bei einer für Amerika typischen Waffenschau treffen sich die beiden Teenager und eine zarte Romanze entsteht.

Dem Schreibstil ist anfangs nicht leicht zu folgen, es dauert etwas bis man in die Geschichte hineinfindet. Dem Buch liegt eine wahre Begebenheit zugrunde über die ich hier das erste Mal erfahren habe.

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Zwigespalten

Gesellschaftsspiel von Dora Zwickau

Isabelle, ihre Schwester Annika und die Tante Dagmar treffen am Sterbebett der Mutter wieder auf einander. Die 3 Frauen sind sich fremd geworden. Annika ist magersüchtig und lebt in den USA, Dagmar ist Professorin an einem Lehrstuhl, Isabelle Lehrerin an einer Schule und Mutter eines Sohnes. Jetzt ist die Mutter nach einem Schlaganfall hirntot, am Leben erhalten damit die Familie Abschied nehmen kann.

Daneben versetzt eine Meldung die Welt in Aufregung, ein Tech Milliadär plant eine Umgestaltung der Gesellschaft. Dafür hat er sich ausgerechnet Weimar ausgesucht, der Heimatstadt der 3 Frauen und historisch bedeutsam. Als Mittel gibt es dazu eine App die Millionen Nutzer sofort laden und sich ihre Meinung bilden.

An sich eine gute Idee für ein Buch in der heutigen Zeit. Allerdings bleibt sowohl die Familiengeschichte als auch der Utopie Teil mit der Gesellschaftsumgestaltung nur halb erzählt. Das Ende war für mich unbefriedigend. Überhaupt bleiben die Personen farblos, ohne viel Tiefgang. Die Absätze mit den kurzen Email und WhatsApp Posts finde ich verwirrend und ohne Aussage.
Das Buch macht deutlich die übermäßige Handynutzung in unserem modernen Alltag.

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