Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ecinev:
Zwischen Köln und Nazaré
Die Tote von Nazaré von Miguel Silva
Die Kommissarin Maren Berger hat mit Glück einen Kopfschuss überlebt und jetzt nach dem Koma braucht sie Erholung. Dazu reist sie im Januar nach Portugal, Nazaré, der Surferhotspot mit den Riesenwellen. Doch kaum angekommen stolpert sie am Strand über eine Tote. Als sie wenig später mit der Polizei zurück kehrt, ist die Tote verschwunden und keiner glaubt ihr.
Zum Glück ist da Inspetor Ferreira der sowohl deutsch spricht und ihr glaubt.
Wenig später gibt es weitere Tote in dem sonst so beschaulichen Küstenort.
Das Buch ist eine interessante Mischung aus portugiesischem Flair und der Kölner Unterwelt die in einer brisanten Enthüllung endet. Man merkt, dass der Autor ein Pseudonym eines deutschen Autors ist, denn so wird der portugiesische Lebensstil zwar recht gut beschrieben, bleibt mit der Hauptfigur und den Verbrechen in Köln eher ein Urlaubskrimi.
Das Buch lässt sich gut und schnell lesen, die Beschreibungen bleiben jedoch eher farblos. Als Urlaubsbuch gut geeignet jedoch ohne großen Nachhall.
Hochaktuell und spannend
Wellengrab von Stefan Ahnhem
Nach einem rätselhaften Stromausfall in Südschweden stehen die Ermittler um Fabian Risk vor einem Rätsel. Ein kurioser Einbruch in einem Bargeld Depot, der Tod einer alten Frau und eine Kindesentführung. Wie kann das zusammenhängen? Nach und nach entwickelt sich das Buch zu einem komplexen Thema.
Die Zeugen mauern und wollen urplötzlich nichts mehr gesehen haben. Immer mehr Vorfälle geben Rätsel auf. Eine Notrufzentrale ist plötzlich längere Zeit unbesetzt während eine Amokfahrt eine Stadt in Auffruhr versetzt.
Es dauert lange bis eine Gemeinsamkeit erkennbar ist und man hinter eine verschworene Gemeinschaft blickt. Die Kapitel enden fast immer mit einem Cliffhänger was es einem fast unmöglich macht das Buch aus der Hand zu legen. Der Spannungsbogen wird sehr hoch gehalten und hat trotz seiner über 600 Seiten kaum Längen nur zum Ende hin wirkt es etwas aufgesetzt und zu viel des Guten. Das Buch ist auch ohne Vorkenntnisse der anderen Bücher dieser Reihe gut lesbar.
Wenn ein Nein die Welt verändert
Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross
Vom trubeligen Brooklyn zieht die Familie Blum ins ruhigere Maine in die Kleinstadt Riverburg wo Gus eine Professorenstelle an der Universität aufgenommen hat. Die 18-jährige Hazel ist in ihrem letzte Schuljahr vor dem College an der Riverburg High-School. Schon während der Sommerferien im Freibad lernt sie den Direktor kennen.
Als sie an gerade an ihrem ersten Schultag mitten im Unterricht zum Direktor gerufen wird ist sie verunsichert. Dieser verspricht ihr eine großartige Zukunft durch eine Schülerzeitung doch gleichzeitig erklärt er, er suche sich jedes Jahr eine Schülerin für eine sexuelle Beziehung aus, und dieses Mal soll sie es sein. Hazel ist total vor den Kopf gestoßen und sagt mutig: Nein! Welche Lawine sie damit auslöst ahnt keiner.
Der Direktor widerspricht, wird aber trotzdem vom Amt suspendiert. Der Start von Gus an der Universität misslingt und seine Studentin wollen ihn gleich cancelln. Bei einer Veranstaltung mit einer Schriftstellerin ist Hazel sehr mutig und spricht vor dem Publikum von dem Übergriff. Die Literaturagentin ist sofort angetan und möchte einen Artikel veröffentlichen.
Der Schreibstil ist recht dicht, die Personen werden gut ausgearbeitet wirken aber nicht ganz ausgereift. Die Mutter leidet am meisten durch den Umzug wo sie keinen Fuß fassen kann und ihre Kreativität sie im Stich läßt. Was anfangs mit einem Joint beginnt, artet in einen stärkeren Konsum aus. Aus der jüngere Bruder der autistische Züge ausweise hat es nicht leicht nachdem seine erste Junior-Highschool Freundin sich als die Tochter des Direktors herausstellt. Auch Gus Fehltritt bei seiner ersten Vorlesung läßt ihn nicht ganz sattelfest erscheinen.
Der weitere Verlauf mit der plötzlichen Berühmtheit von Hazel läßt das Buch stark übertrieben wirken. Durch etliche Nebenschauplätze und den Problemen der Eltern verliert sich der Grundgedanke des Titels und es kommt zu einigen Längen. Fast ist man froh, als Hazel am Ende auch einmal ja sagt, nämlich zum Leben im Hier und jetzt in der Kleinstadt in Maine.
Die Welt der Influencer
Belladonnas von Liann Zhang
Die Zwillinge Julie und Chloe wachsen nach dem Tod ihrer Eltern getrennt voneinander auf. Während Julie bei ihrer Tante ein einfaches armes Leben führt, wird Chloe von einem reichen Ehepaar adoptiert und wächst im puren Luxus in New York City auf. Die beiden haben keinen Kontakt mehr, umso erstaunter ist Julie als ihre Schwester bei ihrer Arbeitsstelle auftaucht und sie mit einem gekauften Haus überrascht.
Chloe ist inzwischen erfolgreiche Influencerin und natürlich vermarktet sie die Aktion.
Als Julie einen merkwürdigen Anruf bekommt und sie nicht mehr erreicht, macht sie sich auf den Weg nach New York und findet sie tot in der Wohnung. Was liegt näher als den eintreffenden Beamten vorzutäuschen, sie wäre Chloe und in der Wohnung liegt die tote Zwillingsschwester. Der Tausch klappt und sie übernimmt das Leben als Influencerin.
Ein guter Einblick in die Scheinwelt der Influencer die ihr Leben nach Clicks ausrichten. Sie kommt mit Chloes Freunden in Kontakt darunter auch die Gruppe Belladonnas. Der jährliche Urlaub mit diesem Club der Super-Influencer beginnt und offenbart viel merkwürdiges und abscheuliches.
Was anfangs noch witzig ist und einen guten Einblick in die Welt der Influencer bietet, wird spätestens auf der Insel zu einem abgedrehten Horror. Der Schreibstil ist lebendig, die Scheinwelt perfekt dargestellt. Der letzte Teil ist jedoch sehr abgedreht, spirituell und überzogen.
Spannendes Versteckspiel
Der Kuckucksjunge von Søren Sveistrup
1992 eine Gruppe eines Kinderheims macht einen Ausflug in ein Naturreservat. Der Biologielehrer freut sich darauf, den Kindern die Natur näher zu bringen. Doch das endet recht bald als die Kinder beim Versteckspiel die Leiche eines Jungen finden.
In der Gegenwart wird eine junge Mutter vermisst. Die letzte Nachricht hat sie von ihrem neuen Handy an ihre Tochter geschickt.
Schnell wird klar, sie wurde schon länger gestalkt und hat nach jeder neuen Nachricht auf ihr Handy die Prepaidkarte gewechselt. Die Abzählreime die sie erhält sind verstörend. Dazu gerät ein nicht aufgeklärter Fall, der Tot einer Schülerin wieder in die Schlagzeilen. Auch sie wurde gestalkt und erhielt gruselige Nachrichten.
Die Ermittlerin Naja Thujen muss wieder mit Mark Hess zusammenzuarbeiten obwohl sie inzwischen getrennt sind. Auf diesen knapp 700 Seiten kommt auch viel privates zur Sprache und Mark ist sehr durch einen Unfall seines Bruders neben der Spur. Dadurch hat das Buch einige Längen und die Spannung konnte nicht durchgehend gehalten werden. Gerade zum Ende hin wird es wild und es sind jede Menge Personen im Spiel was einem einiges an Konzentration abverlangt.
Alles in allem aber wieder ein sehr spannendes Buch.
Der schwierige Umgang mit der Trauer
Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber
Emma und Liv waren einst dicke Freundinnen und ständig zusammen. Doch jetzt ist Emma tot, ermordet vom eigenen Ehemann und Liv ist in tiefer Trauer. Dann ist da noch Maja, die Tochter von Emma die ihre Mutter leblos im Wohnzimmer vorfand und den Notruf wählte. Der Vater ist jetzt im Gefängnis, Maja lebt bei den Großeltern mütterlicherseits im hessischen Glauburg.
Sie kämpft mit Schuldgefühlen, da sie vorher noch böse Worte zu ihrer Mutter gesagt hatte. Eigentlich hatte sie ihren Vater viel lieber, der ihr viele Dinge erlaubte. Außerdem hat sie Heimweh, da sie in Hamburg gewohnt hat. Aber auch die Eltern von Emma, die jeder für sich trauern ohne gemeinsame Worte für das Unaussprechliche zu finden.
Ein schwieriges Buch und alles andere als ein Wohlfühlroman. Zeitweise erinnert es an ein Sachbuch, insbesondere zum Schluss hin, wo die Großeltern in Hamburg ebenso um das Sorgerecht für die 12jährige Maja kämpfen.
Der Schreibstil insgesamt wirkt ein wenig distanziert und trotz des traurigen Themas konnte ich keine große Beziehung zu den Protagonisten aufbauen. Durch die kurzen Kapitel jeweils aus der Sicht von Liv, Maja und den Großeltern weiß man jeder Zeit um wen es gerade geht. Einige Kapitel, auf schwarzem Grund sind geschrieben aus der Sicht von Emma, die ihre schwieriges Eheleben die ganze Zeit geheim gehalten hat.
Emotional
Elf ist eine gerade Zahl von Martin Beyer
Bei Paula wird ein Krebsrückfall diagnostiziert und sie muß sich einer schweren Lungenoperation mit anschließendem Aufenthalt auf der Intensivstation unterziehen. Begleitet wird sie von der alleinerziehenden Mutter Katja, Grundschullehrerin. Um Paula abzulenken beginnt sie ihr eine Geschichte zu erzählen von einem Mädchen und einem Fuchs.
Eingebettet in die realen Ereignisse, dem Warten auf die Operation, dem schmerzhaften Erwachen zieht Pola in der Fabelwelt mit einem Fuchs durch die Gegend und trifft dort auf die Schattenwelt.
Diese Mischung ist ungewöhnlich und habe ich so nicht erwartet. Der Schreibstil mit den kurzen knappen Sätzen wirkt beinahe hektisch. So hektisch und emotional angespannt wie Katja sich fühlt zwischen dem eigenen Überleben und den langen Stunden bei der pubertierenden Tochter im Krankenhaus. Ein gewagter Spagat mit so weit auseinander liegenden Geschichten der emotional fast etwas überfrachtet wirkt.
Märchenhaft
Das Dreizehnte Kind von Erin A. Craig
Als 13. Kind hat Hazel Trepas es in ihrer Familie nicht leicht da das Geld kaum für die anderen 12 Geschwister reicht. Doch sie wird einem Gott versprochen. Der Endgültige ersönlich übernimmt die Patenschaft und nimmt sie an ihrem 12. Geburtstag mit. In einer Zwischenwelt wird sie als Heilerin ausgebildet.
Durch ihre Gabe durch Berührungen das Heilmittel zu sehen gelangt sie später zu einigem Ruhm und wird an den Königshof gerufen wo der König erkrankt ist. Doch bei ihm ist kein Heilmittel zu sehen sondern ein Totenkopf. Kann sie den Tod überlisten, sein Leben und den Fortbestand des Königreiches retten? Denn da ist ja noch der Prinz in den sie sich verliebt hat.
Dieses Fantasy Buch in seiner wunderschönen Aufmachung hat mich total in seinen Bann gezogen und wurde wunderbar dem Alltag entzogen. Die Personen und Gottheiten werden gut dargestellt und beschrieben ebenso die Welt in der der Roman spielt. Das Märchen dazu kenne ich nicht, aber weitere Bücher von Erin A. Graig würde ich gerne lesen.
Bin hin und weg
Blackspell von Celine Leonora
Eden Blackspell muss sich mit dem Vermächtnis ihres toten Vaters auseinandersetzen und kehrt zurück nach Thunder Hall, einer beachtlichen abgelegenen Villa in der Nähe eines Sees. Eigentlich will sie nur zur Testamentseröffnung und dann zurück in ihr Leben um das Pflegeheim ihrer Mutter bezahlen zu können.
Doch eine Klausel hat es in sich, Eden erbt Thunder Hall nach der Renovierung, die bereits bezahlt ist, sowie ein beachtliches Vermögen nur, wenn sie ein Jahr an der nahegelegenen Wyndhouse Akademie studiert. Eigentlich hat Eden die Schule abgebrochen um sich um die Mutter zu kümmern, aber das jetzt kann sie nicht ablehnen.
Sie hat keine Ahnung worauf sie sich dabei einlässt und bereits in ihrer ersten Nacht wird es brenzlig.
Nur langsam begreift sie den Sinn dieser Akademie obwohl sie selbst wohl keine besonderen Fähigkeiten zu entwickeln scheint.
Dieses Buch nimmt einem sofort in den Bann, es ist mehr als ein Young Adult Phantasy sondern man fiebert richtig mit ob es Eden gelingt Gut und Böse auseinanderzuhalten. Die kurzen Kapiteln aus Sicht der 18 jährigen Eden und der lebendige Schreibstil lassen einem nur so durch die Seiten fliegen. Wann kommt endlich Band 2 heraus? Den muss ich unbedingt haben.
Dazu noch das prächtige Cover mit Farbschnitt machen das Buch zu einem Hingucker in der Buchhandlung.
Auf nach Flammaris
Lucia 1. Flüsterin der Flammen von Sarah Fleury
Lucia lebt ein ruhiges Leben am Fuße des Ätnas in Catania. Bei der Geburtstagsfeier ihrer besten Freundin erlebt sie, wie ihr Kleid in Flammen aufzugehen scheint. Sie versteckt sich in einem einsamen Raum und versucht dieses Erlebnis erneut herbeizuführen. Dabei spürt sie in ihrer Hand einen Feuerball der sie nicht verbrennt.
Durch die Erzählungen der Älteren versucht sie diese Macht zu verbergen, da alle die plötzlich das Feuer spürten spurlos verschwunden sind. Auch ihre Adoptiveltern wollen sie versteckt halten, doch Lucia lässt sich nicht so schnell einsperren. So trifft sie in der Stadt auf einen geheimnisvollen Jungen der ganz aus Eis zu bestehen scheint. Er nimmt sie mit durch ein geheimes Portal ins Feuerland an die Akademie Fenicia. Dort lernt sie mit ihrer Magie umzugehen und erfährt von dem Schicksal ihrer Eltern.
Ein feurig magisches Buch für Mädchen. Auch wenn ich der Zielgruppe nicht mehr angehöre, hat mich das Buch gut unterhalten und ich bin gespannt auf den Folgeband. Der Schreibstil ist altersgerecht, einfach gehalten mit einer gewissen Grundspannung. Man will unbedingt wissen wie es weitergeht.











