Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ecinev:
spannendes Abenteuer
Klippo von Tobias Goldfarb
Klippo wird mitten in der Nacht von seinen Eltern geweckt, sie müssten sofort fliehen. Eiligst machen sie sich auf dem Weg zu einem Schiff dass sie auf eine Insel bringen soll die nicht angegriffen werden kann. Während der Überfahrt erfährt Klippo von dem sympatischen Kapitän die Wahrheit über seine Eltern was ihn total verwirrt.
Kaum auf der Insel angekommen, verschwinden seine Eltern spurlos und auch von dem Kapitän ist nichts mehr zu sehen. Zum Glück findet er Agnes, genannt Nessi die ihn über das Geheimnis der Inselbewohner aufklärt und ihm ebenfalls erzählt, er sei nicht der, der er glaubt zu sein. Klippo ist jetzt total verwirrt und beginnt dem Geheimnis um die Salpeter selbst auf die Spur zu gehen.
Eine abenteuerliche spannende Reise beginnt bei der man sehr gut miträtseln kann. Der Schreibstil ist sympatisch, für die Altersgruppe gut geeignet aber auch für erwachsene Leser spannend genug. Das Cover ist ein Hingucker mit dem angedeuteten Umriss eines Jungen
Venezianische Glaskunst
Das Geheimnis der Glasmacherin von Tracy Chevalier
Murano 1468 als der Maestro der Glashütte Rosso plötzlich stirbt, steht seine Familie vor einem Scherbenhaufen. Keines seiner Kinder ist fertig ausgebildet die Glasmanufaktur zu übernehmen. Orsola, die Tochter hat eine Idee und lernt Perlen zu fertigen, das einzige Handwerk das damals auch Frauen ausüben durften.
Von ihren Brüdern belächelt hat sie bald erste Erfolge und verkauft ihre Glasperlen an einen Händler.
Die weiteren Kapitel springen in der Zeit voraus, die Welt ändert sich, die Personen auf der bei Venedig liegenden Insel Murano, sind nur unwesentlich älter. Insgesamt erzählt dieses Buch den Zeitraum von 1468 und dem kleinen Mädchen Orsola bis hin zum Jahre 2019 den wechselhaften Verlauf der Geschichte von Venedig und der Glaskunst. Von der Pest die einen Teil der Familie wegreißt bis hin zu Corona.
Der Schreibstil ist sehr lebendig, man merkt die gute Recherchearbeit der Autorin zu Venedig sowie die Beschäftigung über die Fertigung von Glasperlen. Insgesamt ein spannendes und abwechlungsreiches Buch über Venedig und die Glasmacherei.
Das Cover ist wunderschön mit seinem Farbverlauf, die eingestreuten italienischen und venezianischen Begriffe machen das ganze noch autentischer.
Keine Zeit
Hast du Zeit? von Andreas Winkelmann
Mit der harmlosen Frage 'Hast du Zeit?' werden Menschen angesprochen und kurz darauf grausam ermordet. Wer tut so etwas. Wer glaubt, als Herr über der Zeit Leuten die Lebenszeit wegnehmen zu dürfen.
Die Polizei jedenfalls tappt im dunkeln, mit dabei dieses Mal ein junger unerfahrerner Polizist und ein verrenteter Polizeikommissar der von seiner Tochter engagiert wurde ihre Freundin zu überwachen die sich verfolgt fühlt.
Doch viel Zeit bleibt ihm dafür nicht bis die junge Frau tot aufgefunden wird. Auch die Tochter des Kommissars verschwindet ebenso wie eine junge Schornsteinfegerin.
Nein, Zeit hat man wirklich keine mehr wenn man einmal mit diesem Buch angefangen hat, muss man es auch fertiglesen. Im gewohnt spannenden Schreibstil von Andreas Winkelmann wird man hier gleich mitten ins Geschehen geworfen und fiebert bis zum Ende mit diesen Fall aufzuklären.
Mathematik mal anders
Pi mal Daumen von Alina Bronsky
Für Oscar stand es schon seit Kindertagen fest, er studiert später Mathematik. Jetzt endlich beginnt für den hochbegabten aber leicht autistischen jungen Mann sein Studium. Erstaunt über die Fülle der ersten Vorlesungen wird er auf eine Frau aufmerksam die auf dem ersten Blick so gar nichts mit den ganzen jungen Leuten zu tun hat.
Sie wird sogar als Putzfrau gehalten. Ausgerechnet Oscar findet einen guten Draht zu der Frau und unterstützt sie bei ihrem Studium.
Zugegeben, Mathematik ist so gar nicht mein Fach und ich war erst mistrauisch ob ich das Buch lesen soll. Die mathematischen Rätsel und die Theorien habe ich nicht nachvollziehen können, war aber auch okay für mich. Der Schreibstil dieses außergewöhnlichen Buches hat etwas fesselndes.
Während man sich manchmal über den besserwisserischen Ton von Oscar ärgert, holt einem die patente Art von Moni wieder zurück. Sie ist einfach eine patente Frau und Oma. Das Buch hat einfach etwas besonderes an sich und ich habe manchmal herzhaft lachen können.
Berührend
Der Bademeister ohne Himmel von Petra Pellini
Linda, 15, würde am liebsten vor ein Auto laufen. Davon wird sie nur von 2 Menschen abgehalten. Ihr einziger Freund Kevin und Hubert, 86, an Demenz erkrankt. Um die polnische Pflegekraft zu entlasten, kümmert sich Linda dreimal die Woche die Nachmittage mit dem Bademeister im Ruhestand. Intuitiv findet sie den richtigen Umgang mit dem Rentner der ansonsten Karotten toasten würde und auf seine vor 7 Jahren verstorbene Ehefrau warten würde.
Kevin ist hochintelligent und hadert mit der Welt am Abgrund und Hubert zieht sich immer mehr zurück. Ein Schicksalsschlag ändert dann alles.
Eine rührende Erzählung ums Erwachsenwerden und Vergessen. Gerade der spielerische, kreative Umgang von Linda mit Hubert nimmt viel Raum ein. Manche Episoden sind fast witzig, andere ernst. Der Schreibstil in Ich-Form aus der Sicht von Linda läßt einem das Buch schnell und einfach lesen. Kurze Kapitel, einfache Worte lassen einem durch das Buch fliegen. Ein Happy-End gibt es nicht, aber auch dieser Teil wird einfühlsam erzählt.
Die letzte analoge Kindheit
Geile Zeit von Niclas Seydack
In persönlichen Rückblicken erzählt Niclas Seydack, geboren 1990, von der letzten analogen Kindheit in einem beschaulichen Dorf an der Ostsee, wo man noch spontan bei den Freunden klingeln konnte und immer jemand Zeit hatte. Vom gemeinsamen Fernseheabenden mit der Familie und Nutella Brot. Die heile Welt zerbricht mit 9/11, Schweigeminuten in der Schule die einem so unendlich lange vorkam.
Kurz darauf gesellen sich Aufklärung von der Polizei über potentielle Amokläufer an der Schule dazu. Die Bedrohungen nehmen zu, von rechts, von links oder es weht ein Virus aus China die Welt komplett durcheinander. Statt nach Zivildienst und Studium, irgendwas mit Medien, also den ersten Job mit Freunden und Party zu feiern sitzen wir alle alleine im Homeoffice, die Kollegen auf kleine Bildschirmkacheln geschrumpft. Alles andere als eine geile Zeit war das.
Was anfangs noch eher in Romanform gefasste Erinnerungen daherkam, dreht sich am Ende ein ums andere Mal um die schwierige persönliche und allgemeine Lage. Der Schreibstil ist einfach, teilweise vulgär und einige Male stark übertrieben. Dennoch eine durchaus ehrliche und ungeschminkte Biographie einer Generation.
Außergewöhnlich
Darwyne von Colin Niel
Im Dschungel Französisch-Guayanas lebt der körperlich beeinträchtigte Junge Darwyne mit seiner Mutter und wechselnden Liebhabern. Darwyne liebt seine Mutter über alles, diese betrachtet ihn allerdings als Missgeburt und nennt ihn Opossum. Durch eine anonyme Meldung bei der Kinderschutzbehörde wird die Sozialarbeiterin Mathurine auf die Familie aufmerksam.
Sie bemerkt, dass der Junge ein außergewöhnliches Talent hat und sich trotz seiner Beeinträchtigung im Dschungel mühelos bewegt und dort ein geheimes Versteck hat.
Der Schreibstil ist außergewöhnlich, eher von oben betrachtet statt eines lebendigen Dialoges. Selbst wenn die Spannung eher subtil ist und nichts besonderes passiert wird man dennoch angezogen und will wissen wie es weitergeht. Das Buch hat zwar einige Längen und Wiederholungen wie die Verbissenheit der Sozialarbeiterin Mathurine in diesem Fall aber man kommt trotzdem schnell durch. Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen eher als subtilen Horror Roman.
Friesisch Herb
Leichenstarr an der Bar - Ein Nordsee-Krimi (Die Friesenbrauerin ermittelt 3) von Joost Jensen
Gesine Felber, Brauerin aus Sünnum führt einen kleinen Dorfladen und die einzige Kneipe in dem Ort wo sie ihr selbstgebrautes Tüdelbräu einschenkt. Eines Tages kommt der bekannte Umweltaktivist Enno Prester in die Kneipe und stirbt mitten in der Kneipe in ihren Armen. Seine letzten Worte: Schimmelreiter, klaut.
Was steckt dahinter?
Die Firma Friesenklima will eine klimaneutrale Feriensiedlung aufbauen, das es sich dabei nur um Abzocke handelt ahnen die Bewohner nicht die der charismatischen Mareke mit dem Versprechen einer großen Rendite ihr Erspartes anvertrauen. Als Gesine erfährt, dass Enno kurz vorher über die Friesenklima recherchiert hat, ist ihre Neugier geweckt und sie begibt sich auf gefährliche Mission.
Für mich war es das erste Buch dieser Reihe, man kann die Bücher jedoch auch ohne Vorkenntnisse der anderen Bände gut lesen. Einen echten Krimi braucht man hier nicht zu erwarten. Wiebke Felber, die Tochter von Gesine kann über die Ermittlungen der Mutter nur den Kopf schütteln. Der Schreibstil ist locker und leicht, eine gute Lektüre für einen Urlaub in Ostfriesland. Die Personen sind teilweise übertrieben beschrieben aber allesamt sehr sympatisch.
Tote Kaninchen
Finster von Ivar Leon Menger
Katzenbrunn 1986, ein 13-jähriger Junge verschwindet spurlos von einem Jahrmarkt und das ist nicht das erste Mal. Das ruft den ehemaligen Kriminalkommissar Hans J. Stahl auf den Plan dem das rätselhafte Verschwinden der Jugendlichen keine Ruhe läßt und mietet sich in einem Gasthaus ein. Immer wieder stößt er bei seinen Rundgängen über ein halb verfallenes Haus und die gegenüber gelegene psychiatrische Klinik.
Dann verschwindet wieder ein Junge, ausgerechnet der Sohn des Klinikleiters. Die diensthabenden Kollegen sind nicht gerade begeistert von Stahls Alleingängen aber die Zeit läuft ihnen davon den Jungen zu finden.
Das Buch, eingeteilt in kurzen Kapiteln aus Sicht der beteiligten Personen zieht einem unwillkürlich in seinen Bann. Am Ende werden alle Fäden verknüpft und es kommt zu einem hochdramatischen Ende. Der Spannungsbogen ist recht hoch und der Schreibstil ist lebendig, die Personen werden gut und sympatisch dargestellt.
Dennoch hat mich das Buch teilweise verwirrt was der Spannung aber nicht geschadet. Dies war mein erstes Buch von Ivar Leon Menger aber vermutlich nicht das letzte.
Gelungene historische Fantasy
Der Vertraute von Leigh Bardugo
Dies ist mein erstes Buch von Leigh Bardugo und normalerweise ist Fantasy nicht mein bevorzugtes Genre. Doch hier hat mich schon der Klappentext neugierig gemacht. Spanien im goldenen Zeitalter, die Inquisition, das interessiert mich und hat mich nicht enttäuscht.
Das jüdisch-stämmige Dienstmädchen Luzia erleichtert sich die schwere Arbeit mit kleineren Sprüchen die sie von ihrem Vater gelernt hat bis sie dabei von ihrer Dienstherrin ertappt wird.
Die Familie des niederen Adels erhofft sich durch Luzias 'Milagritos' im gesellschaftlichen Ansehen präsenter zu werden. Und so gerät sie in den Blickpunkt des in Ungnade gefallenen Sekretär des Königs der nichts unversucht lässt um wieder in die Gunst des Königshauses zu kommen.
Gemeinsam mit ihrer Tante sowie ihrem Gönner und dessen Vertrautem nimmt sie an einem Wettbewerb teil.
Der Schreibstil ist packend, geschickt wird Fantasy mit historischen Gegebenheiten kombiniert und man fiebert mit Luzia und den anderen Teilnehmern. Das Ende ist vielleicht ein wenig überfrachtet, das Buch hat mir dennoch gut gefallen. Das Cover ist sehr schön, mit dem schwarzen Buchschnitt wirkt es sehr geheimnisvoll.











