Kunden em pfehlungen
Rezensionen von MJohanna:
Ein Buch, das einen gefangen hält
Der Fall Leon von Florian Apler; Volker Schütz
Das Buch „Der Fall Leon“ kam an, und ich hatte alles, nur keine Zeit zum Lesen. Ich wollte mir das Buch am Wochenende in aller Ruhe durchlesen, denn das Schicksal der Familie hat mich von den ersten medialen Schlagzeilen an tief berührt, ich wollte eigentlich auch nur durchblättern, bin aber sofort in die unfassbare Geschichte „hineingefallen“.
Was Florian Apler geschehen ist, ist so traurig, so unbegreiflich. Da trauert die Familie um den Verlust des geliebten Sohnes, muss sechs Monate damit leben, dass der Verursacher noch immer nicht von der Polizei ausgeforscht und gefasst wurde, und dann wird der Vater auf der Landstraße, am Weg zu seinem Job, verhaftet. Von diesem Moment an wurde Florian Apler abgestempelt als Mörder seines Sohnes. Es gipfelte bei dieser Verhaftung sogar darin, dass ihm einer der vier Polizisten im Beisein aller vorschlug: Sie haben nur 2 Möglichkeiten - Gestehen oder Suizid. Herrschaften, geht´s noch? Das ist die Gangart der österreichischen Polizei? Und kein Anwalt dabei?
Ich würde jetzt gerne die einzelnen Machenschaften und Unfassbarkeiten der Ermittler, des meiner Meinung nach völlig mit dem Fall überforderten Staatsanwalts, der diversen Herren Richter bis hin zum Vorsitzenden Richter der Hauptverhandlung, darstellen, aber dann wäre meine Rezension so lang wie das Buch selbst.
Ich habe noch nie in meinem Leben von solch einem Justizskandal gelesen – man bekommt vom Kopfschütteln ein Schleudertrauma.
Ich denke mir trotz allem: irgendwann im Laufe der 17 Monate ist sicher der eine oder andere Ermittler dahintergekommen, dass die ganze Sache eigentlich ganz anders gelaufen ist. Doch niemand hatte den Mut es zuzugeben und niemand hatte sich tiefgehende Gedanken gemacht, was dadurch für ein Schaden angerichtet wurde.


