Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Minangel:
Irgendwo schenkt das Buch immer irgendwen glückliche Lesemomente
Irgendwo ist immer irgendwer verliebt von Jenn McKinlay
Meine Meinung: Chelsea versteckt sich Jahre nach dem Tod ihrer Mutter noch immer hinter der Fassade einer unnahbaren toughen Geschäftsfrau. Als ihr Vater wieder heiraten möchte, zieht ihr das den Boden unter den Füßen weg und sie überlegt, wann sie das letzte Mal glücklich war. So begibt sie sich auf die Suche nach sich selbst und diese startet in Europa, wo sie sich in einem Auslandsjahr gleich dreimal Hals über Kopf verliebt hatte.
So beschließt sie, diese drei Orte und die dazugehörigen Männer noch einmal aufzusuchen…
Jenn McKinlay zeichnet uns einen mitrei(s)ßenden Roman, der uns einige der schönsten Städte und Länder Europas bringt. Als Draufgabe erwartet uns dort auch noch jeweils ein umwerfender Mann, zudem viele Frauen sicherlich auch ja sagen würden. Vielleicht erscheint die Story somit etwas seicht, doch das ist es nicht: Chelsea hat sich Verhaltensweisen aufgebaut, dass sie ihr Herz vor dem Schmerz des Verlustes schützen kann. Immer wieder gelingt es dabei den Menschen um sie herum, dass sie Stückchen davon hinterfragt und abbaut, allen voran der unliebsame karrieregeile Arbeitskollege Jason. Seine Figur war neben Chelsea selbst am interessantesten in der Entwicklung und Tiefe. Ich mag es, wenn ich beim Lesen Emotionen verspüre und das war hier teilweise gegeben. Es kommt auch der Humor nicht zu kurz und es gibt einiges zum Schmunzeln.
Verpackt ist - wie schon erwähnt die gesamte Geschichte in wunderschöne Schauplätze, welche gut recherchiert sind und in schillerndsten Farben und Landschaftsbildern beschrieben sind. Das hat mir an einem verregneten Wochenende Urlaubsfeeling mit Herzschmerz beschert und ich war so gerne auf Reisen mit Chelsea zu sich selbst und Europa.
Fazit: ein Wohlfühlroman mit etwas Tiefgang und herrlichen Plätzen zum Verweilen. Von mir gibt es 5 Sterne fürs Ent-Wickeln der Herzen.
klärendes Wiedersehen nach einem halben Jahrhundert
Die Geschichte von Kat und Easy von Susann Pásztor
Meine Meinung: 16 Jahre sind die Freundinnen Kat und Easy im Jahre 1973 und es soll ihr Jahr werden. Doch dann verlieben sich beide in Fripp. Fripp, der schon über 20 Jahre ist und im Jugendzentrum arbeitet. Fripp, den alle mögen, Fripp, der sowohl für Easy und auch Kat da ist. Doch dann ändert eine Nacht alles.
Was da passierte, bleibt unausgesprochen und wir begeben uns mit den alten Ladies, die sich noch immer wie 16jährige anspüren auf eine Reise in die Vergangenheit. Die Autorin hat die Erzählstränge in der Gegenwart in Griechenland und in der Vergangenheit des oben besagten Sommers angesetzt. Von Kats Sichtweise erfahren wir mehr, da sie erzählt. Easy lernen wir nur über Kats Eindrücke kennen. Sie waren mir sympathisch und doch bleiben sie mir menschlich distanziert. Ich spürte zu wenig Nähe und zugleich Respekt vor dem Leben, dass sie hinter sich haben.
Teilweise waren mir die Gedankengänge zu langatmig, die Drogen zu viel und das Aufdecken zu langsam. Dann wieder hat mir das Herantasten, der zu viele Alkohol, das Setting in Griechenland und das Andeuten sehr zugesagt. Ich war drinnen in ihrer Geschichte und doch außen vor, da ich unter anderem das Nichtansprechen und den vielen Drogenkonsum nicht nachvollziehen konnte.
Fazit: Für mich eine Art Trauma, das gesehen werden will, das jahrzehntelang prägt. Wir begleiten beim Auspacken und Verzeihen, Missverstehen und Erklären. Von mir gibt es 4 Jugendliebesündensterne.
leichte spritzige Bus-Kost für zwischendurch
Mit fünfzig erwartest du Meer von Elli Voss
Kurz zum Inhalt: So schnell können wir gar nicht schauen und schon sitzen wir statt im Flugzeug im Bus mit Romy und ihrem Mann Werner. Dieser scheint etwas sehr sparsam zu sein, und so entpuppt sich die erhoffte Italienflugreise als Werbebusfahrt mit viel Geschirr und Koffern zum Spottpreis. Romy kocht innerlich und gäbe es die quirlige Lilo nicht, wäre es echt zum Verzweifeln ob dieser Wertschätzung zu ihrem Geburtstag.
Diese wiederrum überredet sie zum Schwänzen einer Verkaufsveranstaltung mit ungeahnten nachhaltigen Folgen…
Elli Voss hat einen Schreibstil, der durch Wortwitz, eindeutig zweideutigen Sätzen und rasanten Wendungen besticht. Für mich sehr unterhaltsam, doch zeitweise empfand ich es auch als mühsam, wenn es schon zu viel des Guten war und noch ein Schäufelchen wahnwitzige Begebenheiten draufgehäuft wurden auf den Reiseberg.
Die Hauptfiguren sind gut skizziert. Lilo ist ein starker Charakter, wir dürfen gut in ihr Innenleben schauen und sie war mir persönlich auch authentischer und sympathischer als Romy. Romys Handeln war mir nicht immer nachvollziehbar und sie kam mir einfach zu wenig gefestigt in der Welt vor. Werner bleibt mir fremd, dazu fehlt mir seine Sicht der Dinge. Im Laufe der Reise kommen noch einige nette Persönlichkeiten dazu und geben der Geschichte noch mehr Erzählkraft.
Kleiner Spoiler: irgendwann im Bus blieben meine Gedanken bei der Körperhygiene, Oberteilen, Alkoholkonsum und die dadurch noch mehr fehlenden Zahnbürste hängen und ich kam da fast nicht mehr raus ????, so sehr war ich mit auf Reisen und diversen Gesängen...
Fazit: eine spritzige Reise zum 50er und zu neuen alten Erkenntnissen, die mir - wie erwähnt - manchmal schon etwas zu viel des Guten war. Aufgrund des guten Plots und vieler unterhaltsamer Momente möchte ich 4 Buswerbereisensterne geben.
Nach holprigen Anfängen gab es ein spannendes Finale
Flucht nach Mattingley Hall von Nicola Vollkommer
Meine Meinung: Der Anfang, die vielen Aus- und Einblicke, verschiedene Namen und Handlungsorte, ja, da tat ich mir etwas schwer in die Geschichte zu kommen und einen Faden zu finden. Doch als ich konsequent daran blieb, begann sich die ganze Bandbreite der Geschichte vor mir zu entblättern. Die einzelnen Komponente des Romanes umfassen historisches Zeitgeschehen und Lebensweise, dazu welch Einfluss eine Zeitung auf die Bevölkerung hatte (schockierend, wie so Politik betrieben werden konnte), das Frauenbild, spannungsreiche Verbrechen und auch Morde, der christliche Glaube, viel Liebe mit Lug und Trug, zwischenmenschliche Beziehungen und Charaktere, die aus Fehlern heraus sich sehr sympathisch menschlich entwickeln.
Dies alles gepaart an ein paar schönen Schauplätzen versprechen Lesegenuss.
Für mich als Leserin dauerte etwas zu lange, dass Jasmin - unsere Hauptfigur in Mattingley Hall landete. Ich wartete schon jede Seite gespannt auf dieses Ereignis, da es ja im Titel bereits angekündigt wurde.
Die Entwicklung der einzelnen Charaktere war nachvollziehbar menschlich und ich war auch auf dem letzten Drittel sehr gefesselt in der Handlung, dass ich es mit einem Schwung auslesen musste.
Wie ich sicherlich schon oft in anderen Rezensionen erwähnt habe, hat mir auch hier ein langer Epilog gefehlt. Man begleitet die Hauptcharaktere so lange durch verschiedene schwierige Zeiten, da würde ich gerne, die Personen gefestigt in ihrem hoffentlichen Lebensglück noch etwas begleiten dürfen.
Fazit: ein gelungener facettenreicher christlich historischer Roman, der durch starke Frauenbilder und gute männliche Charaktere besticht. Nach oben erwähnten kleinen Kritikpunkten möchte ich der Geschichte lesenswerte 4 von 5 Sternen geben.
außergewöhnlich liebevoll gestaltet
Wer wohnt denn da im tiefen Wald? von Rachel Piercey
Unsere Meinung: Das Wimmelbuch „Wer wohnt denn da im tiefen Wald?“ unterhält uns mit einer Reise durch das Jahr. Egal ob Wintersport, Frühjahrsputz, Gute Nacht oder ein Regentag, alles findet Platz und die Themen sind vielfältig. Im Fokus stehen die Tiere des Bärenwaldes, welche menschlich dargestellt werden: Antropomorphismus lässt grüßen.
Dabei sind die Darstellungen durchaus als niedlich und detailverliebt zu bezeichnen und wir waren uns einig, dass sie uns begeistert gefallen.
Jede Seite wird durch ein Gedicht eingeleitet, damit wir wissen, welches Thema hier abgehandelt wird. Für uns hätte dieses eingeblendete Gedicht ruhig kleiner dargestellt (mehr Platz für diese tollen Wimmelbilder) und auch oft verkürzt sein können, da manche Reime etwas holprig erscheinen. Das ist natürlich Geschmackssache. Was uns besonders gut gefallen hat, sind die kleinen Aufgaben, was gesucht werden kann. Natürlich gibt es noch viel mehr zu entdecken, aber der Ansporn ist durch die vorgegebenen Aufgaben sehr groß.
Fazit: ein durchaus gelungenes besonderes Wimmelbuch, das uns vollends durch liebevolle detailverliebte Bilder überzeugt hat. Daher gibt es von uns 5 Sterne.
Die Purpurküste klebt Pflaster auf seelische Wunden
Die Frauen von der Purpurküste - Isabelles Geheimnis von Silke Ziegler
Meine Meinung: Amelie ist seit dem Verlust ihrer Familie in einem Schockzustand und findet nicht mehr zurück ins Leben. Mehr durch Zufall kehrt sie in den Heimatort ihres Vaters nach Frankreich zurück, wo sie versuchen will, ihre seelischen Wunden in Ruhe heilen zu lassen. Doch im Haus ihrer Großmutter wohnt bereits ein unliebsamer Mieter namens Benjamin und wohl oder über müssen sich die beiden arrangieren, um gemeinsam im Haus wohnen bleiben zu können.
Die alte Baguetterie und die Zeit mit der Großmutter und alten Freunden scheint Amelie heilen zu lassen und sie versucht, das Geheimnis der Großmutter zu lüften…
Ich mochte die ausschmückende mich im Kopf reisen lassende Sprache der Autorin Silke Ziegler von Anfang an. Ich war auch in der Lage dadurch den Schmerz von Amelie zu fühlen, genauso gut wie die warmen Sonnenstrahlen in Frankreich. Einzig das mehrmalige Aufrollen des Verlustes von Amelie nervte mich schon leicht, da ich es schon verstanden hatte, wie es ihr geht. Der zweite Handlungsstrang von Amelies Großmutter, welcher in derer Jugend spielt, wurde durch kursive Schrift gekennzeichnet. Er skizziert uns das Leben der Großmutter im zweiten Weltkrieg und deren erste Liebesgeschichte, die sie nicht vergessen kann...
Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und konnte ab einer gewissen Zeit das Buch auch nicht mehr aus der Hand legen.
Fazit: eine Geschichte der Heilung, die uns auch in die Vergangenheit führt und Geheimnisse gesehen werden dürfen. Von mir gibt es 4,5 Sterne für die heilende Liebe.
persönliche Briefe Jugendlicher im 2. Weltkrieg
Wo die Freiheit wächst von Frank Maria Reifenberg
Inhalt: Köln, 1942. Lene Meister ist 16 Jahre alt und voller Lebensfreude. Doch es ist Krieg. Ihre Heimatstadt wird regelmäßig von Bombenangriffen erschüttert. Lene versucht tapfer, die Familie zusammenzuhalten. Da lernt sie Erich kennen und verliebt sich. Bald entdeckt Lene, dass Erich ein gefährliches Spiel spielt.
Er gehört zu den Jugendlichen, die nicht in Reih und Glied marschieren wollen: zu den Edelweißpiraten. Sie beschmieren die Wände mit Anti-Nazi-Parolen und teilen regimekritische Flugblätter aus. Und das ist der Gestapo ein Dorn im Auge.
Meine Meinung:
Der Briefwechsel erfolgt zwischen der 16jährigen Lene, ihrem Bruder Franz, welcher in Russland kämpft, ihrer Freundin Rosi, welche nicht mehr in Köln ist und Lenes Liebe Erich, welcher bei den Edelweißpiraten aktiv ist. Ein Jahr begleiten wir sie durch die wohl schlimmste Zeit des 2. Weltkrieges, wo die deutschen Städte massiv bombardiert werden, immer mehr Juden „verschwinden“ und das NS-Regime nochmals hart durchgreift in der Bevölkerung, um an der Macht zu bleiben. Vom Widerstand der Edelweißpiraten wusste ich noch sehr wenig und der Roman war da eine gute Möglichkeit, darüber mehr zu erfahren und die Kriegs-Jugend zu Wort kommen zu lassen.
Manches Mal viel es mir etwas schwer, „dran“ zu bleiben, da sich einzelne Erlebnisse wiederholen in den Briefen bzw. mir Nebensächlichkeiten zu intensiv ausgeführt wurden. Ich denke mir, das ist vielleicht auch für Jugendliche schwierig, intensiv dran zu bleiben. Gerne hätte ich auch noch mehr von den Aktivitäten der Edelweißpiraten erfahren.
Sehr nah, erschütternd, ehrlich berichtet der Autor Frank Maria Reifenberg über diese Zeit. Ich habe diesen Wechsel der ersten Verliebtheit bis zu den traumatischen Erlebnissen der Verluste, des ständig in Angst leben, bis hin zur Hoffnungslosigkeit und immer wieder Hoffnung suchen und finden sehr intensiv gespürt.
Der Schluss ist mir zu abrupt: ich habe die Protagonisten vor allem Lene und Esel gern gewonnen, durch unser intensives gemeinsames Jahr, dass ich gerne wissen möchte, was aus ihnen wird, sollte vielleicht auch der schlimmste Fall eintreten...
Fazit: Lesenswert, es gibt zwar schon viel Literatur zum 2. Weltkrieg, aber aus der Sicht der Jugendlichen vor dem Hintergrund der Edelweißpiraten in Briefform ist dieses Buch eine geschichtlich emotionale sensibilisierende Bereicherung. Ich möchte 4 hoffnungsvolle Sterne vergeben, dass so eine Zeit nie mehr kommt!








