Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Kein roter Faden
Seinetwegen von Zora del Buono
Die Aurorin entschließt sich mit 60 Jahren nach dem Verursacher eines Autounfalls zu suchen. Als sie acht Monate alt war, fährt ihr dreiunddreißigjähriger Vater zusammen mit ihrem Onkels im Käfer zurück in die Klinik in der er als Arzt arbeitet. Ein junger Autofahrer überholt einen Pferdewagen und so kommt es zum für den Vater tödlichen Unfall.
Mit ihrer Mutter konnte Zora nie über den Vater reden und erst jetzt entschließt sie sich in der Sache zu recherchieren.
Bis sie wirklich nach dem Namen des Mannes, von dem sie nur die Initialen kennt, forscht, muss man sich durch das halbe Buch lesen. Da kommt Zora del Buono immer auf andere Themen, die nicht unbedingt mit dem Vater zu tun haben. Da gibt es Rückblicke, immer wieder wird Berlin als Wohnort erwähnt und neun Gespräche im Kaffeehaus mit zwei bzw. drei alten Freunden. Auch diese Gespräche habe ich meist als abschweifend empfunden.
Es gibt auch Statistiken, die mich sehr erstaunt haben, die ich aber in einem solchen Buch nicht erwartet habe.
Da die Erzählung als autofiktional beschrieben wird, muss man sich wohl mit dem Ergebnis zufriedengeben, aber ich hätte mir etwas mehr Klarheit am Ende gewünscht.
Wenn Zora von ihrer dementen Mutter berichtet, die im Leben immer so stark war und doch ihren Mann, mit dem sie neun Jahre verheiratet war, immer vermisst hat, fand ich das Buch sehr identisch und gefühlvoll. Wohingegen die Recherche zu Vaters Tod mich eher nicht überzeugen konnte.
Ich hatte nach dem Klappentext eine andere Erwartung und leider wurde diese nicht erfüllt.
Igelklassen-Detektive
Wir sind (die) Weltklasse - Die verschwundene Matilda von Tanya Lieske
Die Igelklasse, die wir schon aus dem ersten Band kennen, ist jetzt in der dritten Klasse und bald kommt noch eine neuer Junge hinzu. Ibrahim, der im Rollstuhlsitz und der mit Hilfe eines Pads spricht.
Die gesamte Igelklasse kann man am Beginn des Buches sehen, einschließlich der Maus Karol, die aber in diesem Band keine große Rolle spielt.
Irina, die mit ihrer Mama aus Russland gekommen ist, erzählt uns dieses neue Abenteuer. Denn der selbstgebastelte Dinosaurier Matilda ist aus dem Schulflur gestohlen worden und die Igeldetektive unter der Leitung der vorlauten Kürbra ermitteln. Frau Meister, ihre liebevolle Klassenlehrerin hat ihnen ein Buch gegeben in das sie ihre Gedanken zum Fall eintragen können. Dann gibt es noch einen neuen Lehrer, bei dem Irina auch Russisch hat, Herr Ozols, der einen blauen Pullover hat und sich damit verdächtig macht. Zudem sagt er selbst, dass er mal Einbrecher war. Auch zu Herrn Schrecklich, dem netten Hausmeister, führt eine Spur.
Diese Weltklasse ist einfach toll, es gibt Regeln, an die sie sich selbstverständlich halten und die mich auch sehr überzeugen. Irina ist so ein liebenswertes kleines Mädchen und auch die anderen sind jede*r auf seine Art wunderbare Kinder. Wie im wirklichen Leben, nur da sehen wir es manchmal nicht.
Eine Klasse, wie unsere Kinder sie erleben mit einer so tollen Lehrerin, die man sie den Kindern nur wünschen kann. Igelschulkind möchte man dann gerne sein.
Man erfährt einiges über andere Kulturen und dass das Leben für Irinas Mama nicht einfach ist. Die Illustrationen sind wieder so passend und ergänzen den Text wunderbar.
Ein wundervolle Geschichte gespickt mit Sachinfos und schönen Bildern
Die dicke Hummel Doris von Uwe Krauser
Ist sie nicht süß? Die Hummel Doris schaut unter einer Blühte vom Cover auf uns.
Doris lebt mit ihre Königin und vielen anderen Hummeln unter der erde in einem verlassenen Maulwurfsnest. Die Hummeln sind auf der blühenden Wiese unterwegs. Doris ist wohl seit ihrer Geburt etwas pummeliger als andere Hummeln, was aber niemanden im Hummelnest stört.
Doch durch ihr Gewicht fällt Doris das Fliegen nicht so leicht. Trotzdem macht sie ihre Arbeit genau so gut wie die anderen und sie empfindet es als Glück auf dieser schönen Welt zu leben. Manchmal besucht Doris die Brutstation und wundert sich, dass auch sie man so klein war. Auf dem Bild schauen sie Augen einer winzigen Hummel aus ihrem Ei, ein Bild, dass mein Enkel total niedlich findet.
Wenn Doris ihre Flugübungen macht, begegnen ihr manchmal die Bienen und die machen sich lustig darüber, dass Doris dick ist. Dadurch ist die si verunsichert, dass sie auf ihren Po plumpst. Zum Glück ist da die Hummelkönigin, die sie liebevoll tröstet. Auch ein Bild, dass mich sehr berührt. Natürlich geht die Geschichte gut aus und Doris wird als Heldin gefeiert.
Neben den schon erwähnten wundervollen Illustrationen, erleben wir mit der Hummel Doris ein sehr positives Geschöpf. Sie versucht zwar, abzunehmen und sich besser darzustellen, aber am Ende bleibt sie, was sie ist, eine dicke Hummel. Doch sie ist hilfsbereit und liebenswert, das zählt sicher mehr.
Auf jeder Seite gibt es zusätzlich Sachbuchinformationen, nicht nur zum Thema Hummeln. So erfährt man noch einiges über die Natur.
Da der Text des Buches länger ist, würde ich das Buch eher für etwas ältere Kinder empfehlen.
Geburtstag feiern mit dem Schaf
Alles Gute, kleines Schaf von Brigitte Weninger
Auf den Cover sieht man das Schaf mit der Geburtstagskrone, die die Kinder aus der Kita kennen. Auf dem Kuchen brennen zwei Kerzen.
Als das Schaf wach wird, freut es sich schon, den sein Teddy, der noch schlafend im Bett liegt, feiert heute Geburtstag. Wir werden aufgefordert den Bär zu finden und wach zu kitzeln.
Im Bad sieht man eine Pfütze auf dem Boden, die sollen wir wegwischen. Beim Anziehen fehlt dem Schaf der zweite rote Socken, doch den finden wir schnell. Im Garten werden Bluem gepflückt und wir stellen die gelbe in die Vase. So geht es bis zur Geburtstagsparty, denn auch das Schaf wird zwei. Natürlich helfen wir die Kerzen auszupusten. Als Letztes wird gefragt „Und wann hast du Geburtstag?“
Ein schönes Pappbilderbuch, dass den einen Geburtstag-Vormittag beschreibt, den die Kinder gut nachvollziehen können. Das kleine Schaf wird als Kind mit Kleidung dargestellt, während Bär und die anderen Gäste im Fell bleiben.
Spaßige Zusammenstellung
Worauf wartest du noch? von Lena Raubaum
Auf dem Cover sitzen Maus und Elefant mit Popcorn auf den Kinositzen, man sieht ihnen an, dass sie etwas (er)warten.
Nach dem ABC warten wir zunächst auf etwas Aufregendes, das große A sitzt auf einen altmodischen roten Sessel an beiden Seiten ist ein Vorhang zu sehen. Natürlich steht das B für Buch und das wird vorgelesen.
C ist mein liebstes Warten „…bis sich Chaos von alleine aufräumt.“ Ein schöner Gedanke! Das Bild zeigt ein Zelt, an dem ein Chamäleon sitzt, und viel Durcheinander. Bei „entdeckt werden“ finde ich das Bild ganz toll gestaltet, Tapete, Sessel und die Kleidung haben des selbe Muster. „…bis Frischgekochtes fingerwarm ist.“ Wer kennt dieses Warten nicht und es ist wohl eines der nervigsten. Die Tiere auf dem Cover warten übrigens bis es mucksmäuschenstill ist. Bei P warten wir „…bis ein pfiffiges Popolüftchen verduftet.“ Wie ich finde ein sehr pfiffiger Satz. Das Warten auf grün bei der Verkehrsampel auf grün ist, dauert manchmal auch sehr lange. Am Ende wird uns dann eine Ziel zuwinken.
Erstaunliches ist hier bei einem Satz und einem entsprechend schönen Bild herausgekommen. Sicher wird beim nächsten Warten an dieses hübsche Buch gedacht und vielleicht fällt uns dann auch ein treffender Satz dazu ein.
Frankie macht Ordnung
Frankie und wie er die Welt sieht von Zoran Drvenkar
Frankie, den wir zusammen mit seinem Freund Lars und seiner Schwester Delia auf dem Cover sehen, hat einige Probleme. Der Vater des Zehnjährigen ist vor einiger Zeit zu seiner Freundin gezogen. Die Mutter leidet sehr darunter und isst zu viele Donuts, aber sie erwartet auch eine Entschuldigung von ihrem Mann.
So macht Frankie sich spontan auf den Weg, um seinen Vater zu besuchen. Er steigt einfach von Berlin in den nächsten Zug nach Köln und als sein Vater nicht dort ist, reist er problemlos weiter. Seine Freund Lars begleitet ihn auf dieser Reise, obwohl er selbst nichts davon weiß. Aber auch Lars hat ein großes Problem und ist deshalb nicht in der Schule. Frankie, wäre nicht Frankie, würde der der Sache nicht auf den Grund gehen und seinem Freund beistehen.
Die Geschichte wird schon auf eine ungewöhnliche Weise erzählt, der Autor spricht die Leserin oder den Leser direkt an und berichtet, was parallel oder sogar davor passiert. Es ist nicht immer einfach die Realität und die Fantasie auseinander zu halten.
Ich muss zugeben, dass ich mich etwas schwer tue mit der Geschichte. Zum einen ist sie voller Fantasie zum anderen verwirrt mich manchen, wie z.B. das Unsichtbar machen. Aber vielleicht denke ich auch einfach zu realistisch und kann mich in manche Situationen nicht hineindenken.
Das Buch ist gut zu lesen und hat über jedem der Kapitel eine erklärende Überschrift und eine kleine Illustration.
Zauberhaft und magisch
Die zauberhafte Wortverlosung von Jutta Degenhardt
Helene und Oma sitzen auf einem nostalgischen Karussell, Helene hält einen Eimer mit Losen in ihren Händen. Ein Cover, dass uns gut auf die Geschichte einstimmt.
Mit Zuckerwatte in der Hand sind die beiden auf der Kirmes unterwegs und Helene möchte Lose an einer Bude kaufen, sie selbst gewinnt eine Kleinigkeit und auf Omas Los steht „Niete“.
Oma gefällt das Wort und sie nimmt es mit für ihre Wortsammlung. Helene ist begeistert von den vielen ungewöhnlichen Worten und sie hat eine Idee. So sitzt sie mit Oma vor dem Haus und hat die Worte aus der Sammlung aufgerollt in einem Eimer dabei.
Ein Mann zieht das Wort „Welle“ und Oma und Helene (und wir) können sehen, wie der Mann in Gedanken vorne auf einem Segelschiff den Winden trotz. „Hokuspokus“ bringt einen Jungen in ein Zirkuszelt, hier verwandelt er einen Löwen in ein Schwein.
So werden noch viele zauberhafte Worte gezogen und in Abenteuer umgewandelt. Am Ende fliegen Oma und Helene dank dem Wort „Rakete“ davon.
Sie Illustrationen sind sehr klar und zeigen, dass sich alles in den Köpfen abspielt und doch können Oma und Helene zuschauen. Der Text ist verständlich und regt dazu an sich Wörter zu überlegen, die uns oder andere zum Träumen bringen.
Ritter-Couture
Ritter Ronald und die Kleider von Andrea Schomburg
Hoch zu Ross sehen wir Ritter Ronald auf dem Cover, er reitet von Turnier zu Turnier, „schwingt das Schwert und schwenkt die Lanze“ und gewinnt ziemlich oft. Immer dabei sein Knappe Ullrich. Nach dem Turniert sind beide dann schnell wieder weg, geben vor noch einen Drachen bekämpfen zu müssen, sie wollen aber nur schnell wieder nach Hause, denn dort in der Turmstube gibt es ein richtiges Geheimnis, deshalb trägt Ritter Ronald den Schlüssel auch immer bei sich.
Denn dort näht der tapfere Ritter Damenkleider. Die Modele denkt er sich selbst aus und so sind die Kleider alle etwas ganz Besonderes und wenn Ullrich dann später durchs Land reitet und die Kleiden den Damen anbietet, sind alle ganz verzückt und kaufen ihm die Kleider gerne ab. Dann besorgt Ullrich neues Material und Ronald näht neue Kleider. Ullrich ist ein so guter Verkäufer, weil er die Kleider so gerne trägt und deshalb viel Gutes über sie sagen kann. So sind die beiden ein eingespieltes Team und alles könnte so schön bleiben, wenn nicht auch die Königin diese tolle Kleider entdeckt hätte.
Ich habe manchmal beim Lesen richtig laut gelacht, wenn ich mir die Situationen so vorgestellt habe, die sich danach noch entwickeln. Dass ein tapferer Ritter so gerne näht, ist schon etwas ungewöhnlich, aber durchaus vorstellbar. Ich glaube, es gibt viel mehr berühmte Männer, die Kleider für Frauen entwerfen als Frauen. Ob die allerdings auch tapfer sind, kann ich nicht bewerten. In dieser Geschichte will der Ritter das ja auch geheim halten und erfindet deshalb eine Schwester. Zum Glück ist dieser König in der Geschichte ein sehr kluger König und deshalb hat die Geschichte ein richtig gutes Ende.
In großer Schrift gedruckt und mit vielen sehr schön gestalteten Bildern wird das Buch zu einem Lesegenuss. Etwas geübte Leseanfänger*innen werden es sicher leicht lesen können und ihre Freude an dieser humorvollen Rittergeschichte haben. Was aber nicht bedeutet, dass ältere geübte Leser*innen, wie ich, nicht auch Spaß daran hätten.
Faszinierend gemacht
Asphalt! von Salla Savolainen
Auf dem schwarzen Untergrund sind schon viele Baufahrzeuge zu sehen. Unten, lässig an einen Stein gelehnt sehen wir Jarno und Jule. Jarno fährt den roten Laster. Und damit schiebt er sich schon auf die erste Doppelseite. Noch fahren alle auf der Straße, doch der Belag, der Asphalt soll erneuert werden.
Über die Seite verteilt gibt es kleine Textfelder, die eckigen geben uns Sachinformationen, der fette kurze Text erzählt eine Geschichte und die Blasen sagen uns, was gerade gesprochen wird. Als Jarno auf der Baustelle ankommt, arbeitet dort schon Baggerfahrerin Anni, die löst den alten Belag mit der Schaufel. Jarno hat auf dem Laster eine Straßenwalze (zum Glück stehen die Bezeichnungen an den Fahrzeigen, sonst hätte ich doch ein Paar Probleme). Weiter geht es mit Informationen über den Bagger, denn das, was ich gerade noch Schaufel genannt habe, ist eigentlich ein Löffel. Dann lerne ich noch eine mir völlig unbekannte Maschine kennen, den Prallbrecher. Er wird mit dem alten Asphalt befüllt. Danach geht es ins Asphaltmischwerk und am Ende nimmt Jarno die Mischung mit zur Baustelle. Aber nicht ohne, dass uns auch der LKW erklärt wird.
Ich kann nur sagen, wenn du mal ganz genau wissen willst, wie unserer Straßen erneuert werden, dann schau dir dieses Buch ganz genau an. Du lernst neuen Begriffe und Maschinen kennen und weiß nachher alles über Baufahrzeuge und Asphalt.
Auch wenn die Bilder ein wenig comicartig sind, kann man ganz genau alles erkennen und die Erklärungen habe ich auch begriffen. Einfach toll diese Sach-Bilderbuch!
Gut anzuwendende Tipps
Wenn ich verloren gehe (Starke Kinder, glückliche Eltern) von Dagmar Geisler
Schon auf dem Cover sind die ersten Tipps zu lesen, was man tun soll, wenn man verloren geht. Aber es ist auch sehr rummelig auf diesem Markt.
Lu und Mama sind auf dem Markt unterwegs und Lu denkt, sie könne sich an Mamas roten Mantel orientieren. Als sie an einem kleinen Jungen vorbeikommt, fragt sie ihn gleich, ob er verlören gegangen wäre, doch der streitet das ab.
Auch ein kleiner Hund begegnet ihr, der zwar eine Leine, aber keinen Menschen hat, der am anderen Ende wäre. Es ist laut und voll auf dem Markt und als die Frau im roten Mantel sich umdreht, ist es leider nicht Lus Mama.
Sie trifft auch wieder auf den Jungen, der inzwischen weinend gesteht doch verloren gegangen zu sein. Lu erklärt ihm die Regeln, die man befolgen soll, wenn man verloren gegangen ist und immer, wenn er verzweifelt, sagt Lu rigoros „Quatsch“, denn sie bleibt ganz ruhig und gelassen. Am Ende finden alle Gesuchten und Suchenden sich in der Apotheke.
Nach dieser verständlichen erzählten und sehr gut illustrierten Geschichte, gibt es noch eine Seite mit den sechs Regeln und den Anmerkungen für die Eltern.
Die Angst, dass eine Kind verloren gehen kann, kennen wir alle. Einige Kinder kenne sie sicher auch und finden hier mit den Regeln Sicherheit, andere Kinder machen sich da weniger Sorgen und gehen einfach unbedarft los, auch sie wird dieses Buch sensibilisieren für die Gefahr, die daraus entstehen kann.
Die Illustrationen zeigen sehr genau, was die Geschichte uns erzählt. Ein sehr schöner Ratgeber, den man gerne vorliest.











