Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde, Sigrun Alten:
Packerl – ein brillantes Literaturpaket
Packerl von Anna Neata
Anna Neata ist mit diesem Buch ein großer Familien- und Frauenroman gelungen. In einer unsentimentalen, klaren Sprache vermag sie Lebenswelten, Stimmungen und psychische Zustände mit großer Empathie zu vermitteln, ohne jemals ins Kitschige abzugleiten. Das Schweigen und die Sprachlosigkeit innerhalb der Familie – weitergetragen von einer Generation zur anderen – führt zu Verwerfungen und zu einem mehr oder weniger subtilen Unglücklichsein, aus dem es scheinbar keinen Ausweg gibt.
Gleichzeitig ist das Buch ein Spiegel der gesellschaftlichen Veränderungen von der Nazizeit bis in die Gegenwart. Eine absolute Empfehlung.
Über eine große, unbekannte Wissenschaftlerin
Die Formel der Hoffnung von Lynn Cullen
Das Buch lässt einen sehr gespalten zurück. Die Geschichte um die Entwicklung des Polioimpfstoffes ist hochinteressant und informativ und wahrscheinlich für viele Leser*innen neu. Die Lebensgeschichte der Dr. Dorothy Horstmann ist es mehr als wert erzählt zu werden. Horstmann hätte es sich aber verdient, sich in einem Text wiederzufinden, der sprachlich und stilistisch ihren Leistungen als Wissenschaftlerin und Ärztin gerecht geworden wäre.
Trotz des spannenden Themas ist man nicht nur einmal versucht, das Buch enttäuscht zur Seite zu legen. Neben einer banalen, fast kitschigen Sprache erfindet die Autorin aus unerfindlichen Gründen eine für das Buch vollkommen entbehrliche Liebesgeschichte, als wäre das Leben dieser hervorragenden Wissenschaftlerin nicht auch ohne Beziehungsdrama lesenswert genug.
Nicht nur für Krimiliebhaber*innen
Mit dem Schnee kommt der Tod von Nicola Upson
Ein durchaus gut gemachter, kurzweiliger Krimi der Lust auf einen Besuch der Insel St. Michael´s Mount macht und bestens geeignet ist für entspannte (Weihnachts-)Urlaubstage.
Nichts ist so fein gesponnen.....
Schönwald von Philipp Oehmke
Der Roman Schönwald fasziniert ab der ersten Seite. Es ist die Geschichte einer deutschen Bildungsbürgerfamilie, ihrer Sprachlosigkeit, ihrer Geheimnisse und Verletzungen, deren Fassade schlussendlich zerbröckelt.
Bezeichnend ist, dass die zweite Generation trotz veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen, Emanzipation und Liberalität keinen Deut glücklicher und ihr Leben offensichtlich nicht gelungener ist, als das ihrer Eltern nach dem 2.
Weltkrieg.
Dem Autor gelingt es vorzüglich, aktuelle politische und gesellschaftliche Themen wie Rechtpopulismus, Diversität der Geschlechter, Feminismus und das Streben nach individuellem Glück mit der Schilderung der einzelnen Lebensgeschichten zu verknüpfen und bis zum Schluss einem spannenden Bogen zu spannen. Absolut empfehlenswert.
Marschlande von Jarka Kubsova
Jarka Kubsova versucht die Verknüpfung zweier Frauenschicksale in den Marschlanden aus zwei unterschiedlichen Zeitepochen – Parallelen lassen sich daher nur bedingt herstellen, unterscheiden sich doch die Lebenswelten im 16. Jahrhundert zu deutlich von denen im 21. Jahrhundert. Unbestritten ist jedoch, dass es auch in der Gegenwart immer noch genügend Ungerechtigkeiten, gesellschaftliche Zwänge und Benachteiligungen für Frauen gibt.
Das Schicksal der Abelke ist spannend geschrieben und sehr gut recherchiert und macht das Buch zu einem lohnenden Leseerlebnis.






