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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von drachenzahn:

Straßenkämpfe im viktorianischen London

Joshua Jackelby von Benedict Mirow

Diese spannende und atmosphärisch dichte Abenteuergeschichte rund um den Jungen Joshua Jackelby spielt im viktorianischen London. Autor Benedict Mirow gelingt es, die düstere Stimmung jener Zeit mit Armut, Krankheit und gesellschaftlichen Spannungen eindrucksvoll einzufangen. Der Ton bleibt durchgehend spannend und kurzweilig.

Im Mittelpunkt steht die Auseinandersetzung mit einer skrupellosen Straßenbande, den sogenannten „Kings“, die auch vor Gewalt nicht zurückschrecken. Gleichzeitig breitet sich die Cholera unaufhaltsam aus. Die Warnungen des Arztes John Snows, der tatsächlich um diese Zeit gelebt hat und den Zusammenhang zwischen verunreinigtem Trinkwasser und der Seuche erkannte, verhallen wirkungslos. Stattdessen wird der Fremdenhass angeheizt, insbesondere gegenüber den ausländischen Zirkusartisten.

Das harte Alltagsleben zu dieser Zeit wird auch anhand von Joshuas Freunden nachempfunden. So arbeitet Joshuas Freundin Charly unter harten und gesundheitsschädlichen Bedingungen in einer Kohlefabrik. Zusammen mit ihr und seinem Freund Leroy versuchen sie einen gestohlenen Himmelsgleiter zurückzuholen. Das Fluggerät bringt zusätzlich Spannung in die Handlung und steht symbolisch für Hoffnung und Fortschritt in einer düsteren Zeit.

Empfohlen wird das Buch ab zehn Jahren. Ich denke aber, dass ältere Kinder und Jugendliche mehr mit dem Text anfangen können, da einige Themen wie Armut, Krankheit, soziale Ungerechtigkeit und Vorurteile doch recht düster beschrieben werden. Insgesamt hat mir die Geschichte wirklich gut gefallen. Mich hat jedoch die Naivität mancher Erwachsener gestört sowie dass der eigentliche Drahtzieher doch recht schnell vorhersehbar war, nachdem er das erste Mal auftauchte.

Fazit: Wer sich für authentisch erzählte Geschichten mit historischem Hintergrund und einer Prise Abenteuer begeistert, wird hier definitiv fündig.

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Mehr als ein Drachenbuch

Nelly Emberwing (1). Die verbotenen Wesen von Rustgate von Kira Gembri

Mit „Nelly Emberwing“ beginnt eine spannende Trilogie, die in ein magisches, viktorianisch angehauchtes England mit leichten Steampunk-Elementen entführt. Die Geschichte überzeugt durch vielschichtige Figuren, durchdachte Wendungen und eine mitreißende Atmosphäre. Aber auch ernsthafte Themen wie Rassismus, Ausgrenzung und Ausbeutung werden auf kindgerechte und kluge Weise in die Handlung eingebettet, sodass sowohl Kinder ab zehn Jahren als auch Erwachsene auf ihre Kosten kommen.

Die abenteuerliche Fantasiegeschichte spielt in Rustgate, einer Stadt, die von einem magischen Riss durchzogen ist. Aus diesem Spalt drangen geheimnisvolle, magische Wesen, sogenannte Chimären. Die Bewohner von Rustgate verachten und fürchten sie, können sich aber auch einer gewissen Faszination nicht entziehen. Im Zentrum steht das 14-jährige Waisenkind Nelly, das bei einer wohlhabenden Familie als Dienstmädchen arbeitet. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände gerät ihr Leben völlig aus den Fugen und sie lernt mehr über Chimären, als sie es je für möglich gehalten hätte. Insbesondere als sie plötzlich für die Aufzucht eines kleinen, verspielten Drachens namens Camou verantwortlich ist.

Kira Gembri gelingt es, durchweg Spannung aufzubauen. Ihre überraschenden Wendungen sind stets logisch und in sich schlüssig. Besonders gefällt mir, dass sowohl die menschlichen als auch magischen Figuren vielschichtig und glaubwürdig gezeichnet wurden. Fast alle Charaktere haben Ecken und Kanten. Das macht sie nahbar und realistisch. Ein echtes Highlight ist zudem der kleine Drache Camou, der mit seiner lebendigen und verspielten Art sofort alle Herzen im Sturm erobert.

Trotz der fantastischen Kulisse spart das Buch ernste Themen nicht aus. Es behandelt gesellschaftliche Missstände wie Fremdenfeindlichkeit, Tierquälerei und soziale Ungleichheit. Der Ton bleibt altersgerecht, sodass auch Kinder ab etwa zehn Jahren nicht überfordert werden, aber wichtige Denkanstöße erhalten. Obwohl die Handlung in sich abgeschlossen ist, endet das Buch mit einem Cliffhanger. Lust auf Band zwei ist also garantiert.

Bei „Nelly Emberwing“ handelt es sich um einen gelungenen Reihenauftakt mit Tiefgang, Herz und Fantasie, der Kinder und Erwachsene gleichermaßen überzeugt. Ein Jugendbuch, das unterhält, berührt und nachwirkt! Sehr empfehlenswert!

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Wenn Freundschaft Flügel verleiht

Flapp lernt fliegen von Lu Fraser

Dieses bezaubernde Bilderbuch vermittelt Kindern ab drei, vier Jahren, wie wichtig es ist, an sich selbst zu glauben. Mit Mut, Willensstärke und der Unterstützung guter Freunde kann man (fast) alles erreichen.

Im Mittelpunkt steht Flapp, der so gern fliegen würde. Doch durch seine Selbstzweifel steht er sich selbst so im Weg, dass letztlich alle seine Versuche scheitern.

Zum Glück hat er eine kleine, glitzernde Motte zum Freund. Auch wenn Flapp nicht an sich glaubt, ermutigt sie ihn immer wieder aufs Neue und steht hinter ihm. Als eines Nachts ein starker Sturm aufzieht und die Motte in Gefahr bringt, muss Flapp plötzlich über sich hinauswachsen.

Die Geschichte überzeugt nicht nur durch ihre wertvolle Botschaft, sondern auch durch die sprachliche Gestaltung. In der Regel mag ich keine Verse, da die Sätze dadurch oft überkünstelt klingen. Hier aber wirken die Reime sehr natürlich und werden auch nicht mit aller Macht erzwungen. Zudem sind die Illustrationen sehr stimmungsvoll, kindgerecht und anschaulich.

Ich kann dieses rundum gelungene Bilderbuch über Selbstvertrauen, Freundschaft und innere Stärke nur empfehlen. Die Geschichte ist charmant erzählt, liebevoll illustriert und absolut empfehlenswert.

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Ein gelungenes Abenteuer im All

Leos wilde Abenteuer - Mond-Fieber von Andreas Völlinger

Da wir die beiden Vorgänger, insbesondere Käfer-Chaos, sehr mochten, war klar, dass wir unbedingt auch die Fortsetzung lesen wollten. Das Buch „Mond-Fieber“ ist eine spannende und witzige Reise ins Weltall, die mir und meinem Kind sehr gut gefallen hat.

Tante Agnethas verrückte Erfindungen versprechen stets aufregende Unterhaltung und auch ihre neueste enttäuscht nicht.

Meine Tochter fand die Idee, ins Weltall zu reisen, überaus spannend und war erstaunt über all die Informationen, die sie über den Mond und die Schwerelosigkeit erfahren hat. Sie blieb trotz der Länge die ganze Zeit aufmerksam und wollte das Buch am nächsten Tag gleich noch einmal lesen.

Insbesondere der Humor und die wirklich liebenswerten Charaktere machen den Charme dieser großartigen Reihe aus. Es gab viele Momente, bei der wir herzlich lachen mussten. So sorgten zu Beispiel die Beschreibungen über die Hürden der Schwerelosigkeit oder die Gedächtnislücken des drolligen Roboters Albert für allgemeine Erheiterung. Es war auch schön, alte Bekannte wie Klemens oder Katinka wiederzusehen. Der Mond wird Kindern anschaulich nahegebracht und quasi nebenbei jede Menge Wissen vermittelt.

Die farbigen, kindgerechten Illustrationen passen perfekt zum Ton der Geschichte. Sie sind humorvoll, anschaulich und man findet sie auf jeder Doppelseite, sodass es auch kleineren Kindern leichtfällt, bei der Sache zu bleiben. Das Buch eignet sich aber nicht nur zum Vorlesen, sondern ist mit der größeren Fibelschrift und der einfachen Sprache auch sehr gut für Erstleser geeignet. Die Kapitel sind nicht sehr lang, weshalb Leseanfänger an geeigneten Stellen pausieren können und nicht überfordert werden.

Insgesamt kann ich dieses Buch sowie die ganze Reihe allen empfehlen, die sich für kurzweilige, spannende Abenteuerbücher mit liebenswerten Charakteren und witzigen Einfällen begeistern können.

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Ein Kater sucht sein Zuhause

Der magische Kater Schnurrifluff (Bd. 1) von Nina Müller

Diese fluffige Wohlfühl-Geschichte rund um den kleinen tollpatschigen Kater mit den magischen Fähigkeiten ist so goldig, dass Kinder ab fünf Jahren ab der ersten Seite mit ihm mitfiebern und lachen. Zusammen mit dem kleinen Kätzchen lernen sie, wie wichtig es ist, an sich selbst zu glauben und dass Veränderungen nicht immer etwas Schlechtes bedeuten müssen.

Der Kater Schnurrifluff landet eines Tages unverhofft in dem seltsamen Örtchen Woderpfefferwächst. Er weiß weder, wie er dorthin gelangt ist, noch, wie er von dort wieder wegkommt. Doch dann trifft er den frechen Vogel Papperlapapp und die hilfsbereite Schnecke Snelli. Zusammen zaubern sie aus der tristen Haltstelle, an der er und all die anderen von einer Rakete ausgesetzt wurden, zu einem richtigen Zuhause. Doch Schnurrifluff lässt nicht locker und möchte unbedingt zu seiner Hexe Zwiederwurz zurückkehren. Doch warum hat diese ihn überhaupt dorthin verwünscht, wo der Pfeffer wächst?

Nina Müller hat eine wirklich berührende und herzerwärmende Geschichte geschrieben, die mit ihrem Witz und ihrer Spannung sicher nicht nur Kindern, sondern auch den vorlesenden Erwachsenen gefällt. Der kleine Kater entwickelt während des Buches nicht nur seine magischen Fähigkeiten, er wird auch immer selbstbewusster und steht für sich und seine Freunde ein. Zudem befindet sich auf jeder Doppelseite mindestens eine kleine Illustration, manche erstrecken sich auch über die ganze Seite. Die Bilder wurden in farbenfrohen Pastelltönen gehalten und passen perfekt zum Inhalt.

„Schnurrifluff und das Wegwünsch-Gewusel“ ist eine zauberhafte, humorvolle und liebevoll illustrierte Geschichte über Freundschaft und Selbstvertrauen. Sie schenkt kleinen (und großen) Lesern nicht nur viele Schmunzelmomente, sondern auch eine schöne Botschaft. Manchmal führt uns das Leben dorthin, wo wir eigentlich nicht hinwollen – und genau dort wartet das größte Abenteuer.

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Anspruchsvoll und ambitioniert

Cosmix von Laurent Schafer

Das Cover täuscht ein wenig. Man erhält hier keineswegs eine seichte Kinderlektüre. Stattdessen setzt sich das Buch ernsthaft mit stark wissenschaftlichen Physikthemen auseinander, die hier aber kreativ in einem Comic verpackt wurden. Die Idee finde ich überaus reizvoll, teilweise amüsant und interessant, jedoch auch definitiv anspruchsvoll.

Die einzelnen Kapitel lassen sich nicht einfach simpel runterlesen. Man muss sich konzentrieren, um wirklich alles zu verstehen. Und ich als Laie muss gestehen, dass ich tatsächlich nicht jedem Aspekt vollständig folgen konnte.

Die bildlichen Darstellungen finde ich überaus gelungen und sehr anschaulich. Die Charaktere wirken sympathisch und die Themen sind überaus faszinierend. Insgesamt war mir dieser Comic aber viel zu textlastig. Ich glaube, es wäre mir fast lieber gewesen, ich hätte die wissenschaftlichen Inhalte in einer „normalen“ Textform mit verschiedenen Illustrationen zur Ergänzung lesen können. Die Pseudo-Gespräche hingegen empfand ich an einigen Stellen als anstrengend. Natürlich wird aber das für manche auch gerade der Reiz an diesem Buch sein: Wissenschaft in Comicform.

Das Buch versucht, dem Ursprung unseres Seins auf die Spur zu kommen. Wie kam es zum Urknall? Wie entstanden Sterne und wir selbst? Die Vorstellung, dass wir als Sternenstaub teil dieses riesigen und faszinierenden Universums sind, zieht sich durch das ganze Buch. Einige Thesen des Buches hallen noch lange nach und regen zum Nachdenken an.

Insgesamt mochte ich das Buch und würde es allen empfehlen, die sich für naturwissenschaftliche Themen begeistern lassen und auch offen sind für andere Möglichkeiten der Wissensvermittlung. Allerdings sollte man schon darauf gefasst sein, dass dieser Comic keineswegs auf populärwissenschaftliche Weise den Stoff weitergibt, sondern streckenweise sehr wissenschaftlich formuliert ist.

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Witziges Tierabenteuer

3 Streuner und der sprechende Berg von Anja Fröhlich

Ehrlich gesagt, habe ich erst beim Lesen festgestellt, dass es sich hier um eine Fortsetzung handelt. Jedoch hatte ich keine Probleme ins Geschehen zu finden. Die Ausgangssituation wurde gut erklärt, sodass man sich auch als Neuling sanft in die Geschichte hineingeführt fühlt. Und der Band war zudem so unterhaltsam, dass ich bereits darüber nachdenke, mir noch den Vorgänger zu holen.

Es handelt sich bei diesem Buch um eine überaus amüsante und kurzweilige Geschichte über drei Streuner und eine abenteuerlustige Schildkröte. In Joys Schule findet eine Wohlfühlwoche statt und King Kerl darf bzw. muss gezwungenermaßen mit. Doch warum sollte er ganz alleine auf Entdeckungsreise gehen und Spaß haben? Kurzerhand schummeln sich sowohl seine Freunde Big Ben und Flirty als auch die Landschildkröte Schildegard mit auf das Schulgelände. Und was hat es mit diesem Pepe und seinem Papageien auf sich?

Die Charaktere sind allesamt liebenswert und vielschichtig geschildert. Es gibt keinen Bösewicht und die Geschichte braucht auch keinen. Insbesondere die drei Pudeldamen, die gegen das Bravsein rebellieren, sorgen für Schwung. Aber auch deren Frauchen bekommt später im Buch noch deutlich mehr Tiefe, ebenso auch Pepe. Man könnte vielleicht zusammenfassen: In jedem steckt mehr, als es auf dem ersten Blick erscheint.

Ich kann diesen harmlosen Spaß für alle Kinder ab 8 Jahren zum Selberlesen empfehlen. Ich finde, er eignet sich aber auch für Schulanfänger zum Vorlesen. Wirklich empfehlenswert!

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Perfekter Einstieg für Kinder

KI und du von Diana Knodel; Hannah Lesch

Das Phänomen der Künstlichen Intelligenz scheint sich nicht mehr aufhalten zu lassen. Sowohl auf Arbeit, in der Schule als auch in unseren Alltag nimmt sie immer stärker Raum ein. Insofern bietet dieses Buch einen gelungenen Einstieg in die Materie. Es zeigt die Möglichkeiten von KI auf, warnt aber auch vor (möglichen) Gefahren.

Zwar könnte das Thema meiner Meinung fast noch etwas kritischer hinterfragt werden, aber Kinder ab zehn Jahren können hier ihre eigenen Erfahrungen von der Funktion und Wirkung einer KI machen.

In mehren Kapiteln wird nach und nach erklärt, was eine KI ist, wo sie uns begegnet, wie sie sich entwickelt hat und funktioniert. Aber auch Themen wie „Was darf KI“, „Mit KI sprechen“ oder „Gibt es künstliche Kreativität“ werden angesprochen. Die Ideen rund um KI werden in kindgerechter und verständlicher Sprache erklärt und in Videos und verschiedenen Übungen anschaulich gemacht. Über QR-Codes gelangt man zu Interviews, näheren Erläuterungen und verschiedenen KI-Spielen.

So gibt es etwa das Spiel „Quick, draw!“, bei dem man etwas zeichnet und die KI muss erkennen, was es darstellen soll. Bei einer anderen Version geht es darum, aus vier Bildern die KI-Kreation herauszufinden. Bei einem anderen bringt man der KI bei, was ein Fisch und was Müll ist. Diese Spiele sind nicht nur unterhaltsam, sondern vermitteln gleichzeitig, wie eine KI arbeitet.

Ich zumindest war begeistert von dem Buch und würde sehr gerne das ein oder andere davon mit meiner Klasse lesen und ausprobieren. Der Text gibt zudem einige Impulse, die zum Nachdenken und Philosophieren einladen. Durchaus empfehlenswert!

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Düster und tiefsinnig

Mika Mysteries - Der Ruf des Nachtraben von Johan Rundberg

Das Buch „Der Ruf des Nachtraben“ sowie seine Folgebände haben mich tief beeindruckt. Auf wenigen Seiten schafft es der Autor Johan Rundberg eine atmosphärisch dichte, kluge und spannende Krimigeschichte zu schreiben.

Mikas Leben im 19. Jahrhundert und ihre Suche nach ihrem Platz in der Welt ist mitfühlend und fesselnd geschrieben.

Sie ist ein zwölfjähriges Mädchen, das im Waisenhaus lebt, und die ganze Härte von Armut, Hunger und harter Arbeit kennengelernt hat. Allerdings besitzt sie eine rasche Beobachtungs- und Auffassungsgabe, was auch dem Kommissar Valdemar Hoff nicht entgeht. In alter Sherlock Holmes-Manier steht sie ihm bei seiner Suche nach Mördern und Dieben zur Seite.

Mikas eigene Herkunft und auch der mysteriöse „Dunkle Engel“ bilden die Hintergrundgeschichte, die auch in den nächsten beiden Bänden fortgesetzt wird. Jeder Band ist jedoch in sich abgeschlossen. Die Kriminalfälle – hier geht es um einen Serienmörder, der angeblich vor einigen Jahren hingerichtet wurde – sind dabei stets durchdacht, beachten die historische Zeit und ziehen immer wieder lieb gewonnene Charaktere wie die etwas verrückte Thekla, die Waisenhausleitung Amelia, Mikas buckliger Freund Rufus und so weiter mit ein. Besonders die väterliche Beziehung zu Valdemar wird sehr tiefgreifend sowie emotional geschildert und langsam über die drei Bände aufgebaut.

Ich kann diese Reihe wirklich allen empfehlen, die sich für düstere Krimigeschichten interessieren. Tatsächlich finde ich das Alter von zehn Jahren etwas zu gering angesetzt, da einige Themen durchaus für so junge Kinder verstörend sein könnten. Ich denke, Erwachsene und Jugendliche ab 14 Jahren gehören eher zur Zielgruppe. Mich jedenfalls hat die Reihe sehr beeindruckt und ich warte gespannt, wie es weitergeht. Aktuell sind vier Bände auf Schwedisch erschienen.

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Haarsträubende Story im coolen Gewand

Aristide Ledoux - Meisterdieb wider Willen von Frank Maria Reifenberg

Die Idee des Buches hat mir auf Anhieb gefallen: Diese geniale Kombination von traditioneller Krimigeschichte und Comic. Eine wirklich tolle Mischung, die auch Lesemuffel bei der Stange hält, da die bläulich gehaltenen Bildsequenzen wie eine wohltuende Pause wirken. Auch die Ausgangshandlung fand ich spannend.

Der Meisterdetektiv Aristide verliert bei einem missglückten Anschlag auf seine Person das Gedächtnis. Aber wie schützt man sich, wenn man nicht einmal weiß, wer man selbst ist oder dass jemand einem nach dem Leben trachtet. Die beiden anderen Hauptcharaktere mochte ich sogar noch mehr. Die toughe Leontine weiß sich zu behaupten und widersetzt sich den für Frauen vorgegebenen Beschränkungen der damaligen Zeit des 19. Jahrhunderts. Während sie und Aristide der gehobenen Klasse zuzuordnen sind, gehört ihr Freund Julien der unteren Schicht an.

Die ersten beiden Drittel der Geschichte sind wirklich interessant und kurzweilig erzählt. Die Protagonisten spielen gut zusammen, insbesondere die selbstbewusste Leontine macht großen Spaß. Allerdings sind mir beim Lesen einige Begriffe aufgefallen, die zwar sprachlich zu der damaligen Zeit passen, für Kinder ab 11 Jahren aber eine Herausforderung darstellen könnten. Ich denke, die wenigsten wissen was Guillotine, Droschke, Livree, Joppe, Harlekin, Landauer usw. bedeutet. Zudem kommen noch einige französische Namen wie Droibeaux hinzu.

Mein Hauptproblem mit dem Buch ist jedoch die völlig an den Haaren herbeigezogene Hintergrundgeschichte. Diese ist so abstrus, dass es regelrecht lächerlich ist. Leider ruiniert das für mich die gesamte Story. Es ergibt einfach keinen Sinn. Das Handeln der Figuren, die angebliche Vorgeschichte sind albern, unrealistisch und unglaubwürdig. Zumal die Geschichte offen endet. Ob es einen weiteren Band geben wird, ist mir bislang nicht bekannt.

Insgesamt mochte ich die optische Aufbereitung des Buches. Der Wechsel zwischen Lesetext und Comic sowie die bläuliche Gestaltung der Bilder war sehr modern, witzig und ansprechend. Die Auflösung der Handlung hat den Band jedoch für mich vollständig ruiniert. Zumal einige Jugendliche sicherlich Schwierigkeiten mit den altmodischen Begriffen haben könnten. Schade!

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