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Rezensionen von Anndlich:

Schmetterlingseffekt

Wenn sie lügt von Linus Geschke

Daniel, Goran, Lisa, Norah, Marcel, Peggy und Rolaf galten als die perfekte Clique. Nichts konnte die sieben trennen, bis die 17-jährige Norah sich in den 21-jährigen David verliebte und das Leben in Waldesroda sich veränderte. Nach der Trennung wurde David zum Doppelmörder, dem ein Liebespaar zum Opfer fiel.

Kurz darauf verlor auch David sein Leben. Trotz Trennung blieb an Norah der Stempel „Freundin des Killers“ haften und ihr Leben nahm eine völlig andere Richtung an. Knapp zwanzig Jahre später erhält Norah Drohbriefe, die sie in Angst und Schrecken versetzen. Denn die Briefe klingen nach David. Aus diesem Grund verlässt Goran seine neue Heimat Berlin und kehrt in seine Vergangenheit zurück. Kann er in Waldesroda helfen?

Wenn sie lügt von Linus Geschke wird in der Gegenwart in drei Perspektiven erzählt: Goran, Norah und Er. Außerdem bekommen wir informative Statistiken über Morde und Erzählungen aus der Vergangenheit, sodass wir miterleben, was 2004 im Kreise der Clique geschah.

Die beiden Protagonisten sind ambivalent gezeichnet. Beide haben Eigenschaften, die fragwürdig sind und doch gibt es viele Gedankengänge und Handlungen, die man nachvollziehen kann, sodass ich im Laufe der Geschichte durchaus mit den beiden mitgefiebert habe.

Das Thema toxische Beziehung und Schmetterlingeffekt finde ich sehr gut herausgearbeitet. Die Dynamik der toxischen Beziehung, das zweischneidige Schwert zwischen der eigenen Liebe und dem Erkennen, dass die meisten Handlungen des Partners nichts mit Liebe zu tun haben sind gut umgesetzt. Spannender fand ich jedoch noch das Thema Schmetterlingeffekt, der deutlich aufzeigt, welche Auswirkungen Entscheidungen aufs Leben haben können.

Die Spannung selbst baut sich nicht unbedingt durch die Täterfindung auf, da man sich dessen relativ bewusst ist/scheint. Dennoch erzeugte Geschke durchweg eine generelle Anspannung während des Lesens, sodass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte und förmlich durch die Seiten flog. Gegen Ende gibt es dann mehrere Twists, die mich teilweise sehr überzeugen konnten, doch auch das Gegenteil bewirkten. Letzteres bezieht sich leider auf die Auflösung, die weder überraschend noch überzeugend war. Der letzte Twist hat für meinen Geschmack zu viele Unstimmigkeiten und Fragen aufgeworfen und wirkt zudem stark konstruiert, sodass das Leseerlebnis am Ende ordentlich getrübt wurde. Neben diesen Fragen und Unstimmigkeiten, gefällt mir auch die Message, die man darin sehen kann (nicht zwangsläufig muss!) nicht. Ich muss zugeben, dass sie mich sogar ärgert, weil mir vieles an diesem Buch unglaublich gut gefällt, aber meine Gedanken bezüglich der letzten Wendung extrem negativ sind, sodass ich am Ende nicht besser bewerten kann.

Dennoch kann ich Wenn sie lügt jedem empfehlen, der Lust auf eine Geschichte hat, die einen durchweg auf ein gewisses Level der Anspannung bringt, wenn man mit den beiden Protagonisten mitfiebert und mit Sicherheit, hat nicht jeder so große Probleme mit dem Ende wie ich.

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Mutig in den ersten Schultag

Mutmurmeln für den ersten Schultag von Sarah Welk

Die Nachbarskinder Lolle und Linus sind beste Freunde und kommen übermorgen zusammen in die erste Klasse. Linus ist deshalb schon ganz aufgeregt, doch Lolle hat eine Idee, wie sie Linus’ Aufregung nehmen kann. Die beiden machen sich Mutmurmeln, doch damit die Murmeln genug Mut besitzen, müssen die beiden diesen erstmal sammeln und Mutproben bestehen.

Am Ende des Tages halten die beiden ihre ultimative Mutmurmel in der Hand, jetzt kann doch eigentlich nichts mehr schief gehen, oder?

Mutmurmeln für den ersten Schultag von Sarah Welk ist ein Vorlese- und Bilderbuch das sich perfekt für Schulanfänger:innen eignet, die auch ein bisschen Mut für ihren ersten Schultag benötigen können.

Die Geschichte um Lolle und Linus ist süß erzählt und perfekt zum Vorlesen geeignet. Da das Buch jedoch auch als Bilderbuch umworben wird, bezieht sich die Wertung auch auf diese. Denn die Zeichnungen von Caroline Opheys sind zwar wunderschön farbenfroh, haben allerdings auch bei den Kindern für einige Verwirrung gesorgt. Lolle, Linus und alle Schulanfänger:innen sind deutlich zu groß gezeichnet, gehen der Lehrerin schon bis zur Schulter und auch nicht hinter ihren Schultüten unter, das wurde erkannt und auch gewertet (‚Die sind doch viel größer als ich‘), weswegen es schwerfiel sich mit den beiden zu identifizieren und sich richtig auf die Geschichte einzulassen.

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Die Rache des Tigers

Stadt der bösen Tiere, Band 2 - Die Rettung von Gina Mayer

Die 14-jährige Kickboxerin Lizard möchte bei ihrer Ausbildung auf der Insel der bösen Tiere Jagdtechniken und Kampfkunst erlernen. Sie hat hohe Ansprüche und arbeitet hart, denn alle anderen sind schon viel länger auf der Insel und Lizard möchte Anschluss finden, um auch schnellstmöglich Freunde auf der Insel zu finden.

Außerdem befindet sich Lizard in Sicherheit vor dem Tiger Raj, der sich an ihr rächen möchte. Doch dann erhält Lizard einen beängstigenden Anruf, ihre kleine Schwester Esmeralda schwebt in Gefahr, denn Raj hat es auf sie abgesehen. Um Esmeralda zu retten setzt Lizard alles aufs Spiel und flüchtet mitten in der Nacht von der Insel.

Die Rettung ist der zweite Teil der Stadt-der-bösen-Tiere-Reihe von Gina Mayer. Der Schreibstil der Autorin wird der angesprochenen Altersgruppe gerecht und lässt Kindern ein spannungsgeladenes Abenteuer erleben. Das Buch ist, wie bereits der erste Teil, in drei Abschnitte eingeteilt, die unterschiedliche Schwerpunkte besitzen, jedoch eine vollständige Geschichte ergeben und keine Zeitbrüche enthalten. Alle Abschnitte bestehen aus mehreren, kurzen Kapiteln, sodass auch dies lesefreundlich umgesetzt wurde.

Wie bereits im ersten Band, sorgen die Illustrationen eher für Enttäuschung, da diese sich innerhalb eines Abschnitts wiederholen und somit lediglich drei unterschiedliche Zeichnungen das Buch durchweg begleiten.

Der Start war etwas holprig, was aber nicht am Schreibstil lag, sondern daran, dass das eigene Vorwissen eigenständig aktiviert werden musste und man inhaltlich keinen Einstieg bekam. Das hat aber besonders gut gepasst, denn auch Lizards Gefühlte gingen in diese Richtung. Sie empfand den Start auf der Insel auch als eindrucksvoll und musste erstmal alle Bewohner kennenlernen. Daher hat das eigene Lesegefühl super zu dem der Protagonistin gepasst.

Im laufenden hat sich die Geschichte ähnlich entwickelt wie bereits der erste Teil, auch die Rettung war insgesamt sehr actionreich, wenn auch die einzelnen Sequenzen sehr schnell abgehandelt werden und die Charaktere und Situationen dadurch keine Tiefe entwickeln konnten. Obwohl mit Action nicht gespart wird, ist die Spannung erst gegen Ende des Buchs erhöht.

Allerdings hatte ich einige Probleme mit dem Verhalten von Lizard, die wenig kommunikativ und sehr überstürzt gehandelt hat. Ihre Handlungen und Gedanken selbst schwankten zwischen deutlich jünger und deutlich älter als 14, was insgesamt jedoch eine Unausgewogenheit im Handeln hervorrief. Noch schlimmer war jedoch das Verhalten ihres Vaters und seiner Frau Solveigh, bei denen ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, dass ihnen bewusst ist, dass Esmeralda verschwunden ist.

Insgesamt ist Die Rettung eine gute Fortsetzung, jedoch mit ein paar Schwächen mehr als der Auftakt, weswegen sich das auch auf die Bewertung ausschlägt.

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Die Risiken des Lebens

Das kleine Buch der großen Risiken von Jakob Thomä

In Das kleine Buch der großen Risiken berichtet Jakob Thomä alphabetisch, also von „Atombomben“ bis „Zombieapokalypse“, von 26 Risiken unseres Planeten.

Dabei beginnt jedes Kapitel mit der Frage, ob wir uns Sorgen machen müssen und der relativ kurzen Antwort darauf. Direkt im Anschluss bekommen wir dann eine größere Analyse mit einem Fazit, die mit Informationen gespickt ist und bei einigen Risiken zum Nachdenken und Reflektieren anregt.

Den teilweisen bedrückenden Risiken, manche empfand ich von vornherein weniger erschreckend, verleiht der Autor durch eine Prise Humor eine gewisse Leichtigkeit, ohne dabei die Ernsthaftigkeit des Themas zu verhöhnen.

Ich habe das Buch nicht am Stück gelesen, weil ich über einzelne Risiken auch gerne länger und in Gesprächen mit Familie und Freunden nachgedacht habe. Für mich war Das kleine Buch der großen Risiken genau das richtige und es bietet eine tolle Grundlage, um über das Leben zu philosophieren.

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Mighty Bastards

Everything I Hate About You von Sarah Saxx

Tessa hört einen Song der Mighty Bastards im Radio und wird zwei Jahre zurückgeworfen, in eine Nacht, in der ihr Notizbuch verschwand. Ihr One-Night-Stand Alexander hat ihre Texte gelesen und sich einen zum eignen gemacht. Tessa ist empört und möchte Alexander damit konfrontieren, deswegen bewirbt sie sich als Busfahrerin für die Europatour seiner Band.

Everything I Hate About You von Sarah Saxx ist der erste Band der Mighty Bastards Reihe, die wir in diesem Band auf Europatour begleiten dürfen.

Beginnen wir mit den Protagonisten Alexander “Lex” und Theresa “Tessa”. Tessa ist zu Beginn der Geschichte 19 und im späteren Verlauf 21/22 und dieses junge Alter merkt man ihr an. Sie spricht Dinge nicht an, rennt vor Konfrontationen weg und wirkt sprunghaft. Lex ist spannender gezeichnet, seine Liebe zur Musik und seine tragische Vergangenheit sind interessant, werden jedoch nur oberflächlich behandelt. Und dann das Love Interest. Der erste Kontakt der beiden wirkte auf mich bereits suspekt, aber was dann im weiteren folgt ist ein Interesse an der anderen Person, ohne dass eine tiefe Verbindungen zwischen den beiden erkenntlich wird. Viel häufiger hat man das Gefühl, dass sie eben genau das - miteinander Kommunizieren - nicht können und das ist keine gute Grundlage für eine gesunde Beziehung. Stattdessen werden wilde Vorwürfe hingenommen und sich über anderes nicht wirklich ausgesprochen, auf die große Konfrontation (auf die sich die Geschichte aufbaut) habe ich bis zum Schluss gewartet. Das Interesse am jeweiligen anderen scheint also bis zum Ende überwiegend auf einer optischen Grundlage zu stehen und das ist mir zu dünn, um die Liebe zwischen zwei Menschen zu beschreiben. Deswegen konnte ich emotional zu keinen Zeitpunkt mitfühlen und das obwohl beide generell liebenswerte Charaktereigenschaften besitzen, davon habe ich als Leserin (durch die Perspektivwechsel) jedoch mehr mitbekommen als die beiden.

Bei Everything I Hate About You konnte mich leider weder der Inhalt noch der Schreibstil überzeugen und auch das Interesse an den anderen Bandmitgliedern bleibt aus, weswegen ich die Reihe nicht weiter verfolgen werde.

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Onyeka und ihr Ike

Academy of the Sun - Onyekas Superkraft von Tolá Okogwu

Onyeka fühlt sich in ihrem Leben als Außenseiterin und vor allem ihre wilden Afro-Haare stören sie. Doch dann entdeckt Onyeka, dass sie ihr magische Superkräfte verleihen und sie zu einer Solari machen.
Jetzt wo das Geheimnis um sie gelüftet ist, fliegt ihre Mutter mit ihr nach Nigeria, um ihren Vater zu finden und Onyeka an die Academy of the Sun zu bringen.

Dort trifft Onyeka auf viele weiter Solari-Kinder und sie lernt, ihre eigenen Kräfte zu kontrollieren. Doch dann wird die Academy angegriffen.

Onyekas Superkraft von Tọlá Okogwu ist der Auftakt der Academy of Sun Reihe mit der jungen Onyeka als Protagonistin. Die Protagonistin ist für mich der größte Pluspunkt der Geschichte, gerade junge Leser:innen können sich mit Sicherheit mit ihren Unsicherheiten identifizieren und ihre Gefühle verstehen. Doch vor allem hat mir gefallen, dass wir Dank Onyeka die Gefühle eines jungen Mädchen mit Afro-Haaren miterleben dürfen, diese Perspektive bietet eine Reflexion über das eigene Verhalten oder das Verhalten anderer und die eigene (Nicht-)Reaktion darauf. Onyeka und auch das nigerianische Setting bieten eine Perspektive, die in der (europäischen) Jugend- und Kinderliteratur sicherlich noch unterpräsentiert ist.

Super spannend empfand ich auch die Idee, dass Onyekas größter Unwohlfühlfaktor zur Superkraft wird und sie dadurch eine andere Beziehung zu ihren Haaren aufbauen kann. Das Thema Selbstliebe wird ganz groß geschrieben.


Doch neben den tollen Grundidee, fehlte mir leider der packende Schreibstil. Ich konnte Onyeka verstehen und ihre Gefühle nachvollziehen, aber mitfühlen konnte ich nicht. Der Fokus auf die Geschichte wurde für mein Empfinden auch eher auf ruhigere Szenen gelegt, die sehr lange und detailliert beschrieben, während actionreiche und spannende Szenen wiederum vergleichsweise schnell beendet wurden. Außerdem merkt man, dass es sich um einen ersten Band handelt, nach beenden der Geschichte habe ich das Gefühl, dass es jetzt erst richtig los geht.

Das Glossar am Ende hat mir sehr gut gefallen. Mir würde es auch gefallen, wenn man die Namen der Figuren mit der phonetischen Schreibweise aufführen könnte.

Onyekas Superkraft hat viele tolle Ansätze, die eine spannende Reihe versprechen. Der Auftakt war eben genau das, ein ruhiger Einstieg, der auf einen spannenden zweiten Teil hoffen lässt, den es aber auch benötigt, um dranzubleiben. Generell würde ich 3,5 Sterne verteilen, die ich abrunde, weil das Ende mir auch für einen Reihenauftakt zu offen war.

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Die Gefangene von Nostraza

Trial of the Sun Queen von Nisha J. Tuli

Seit zwölf Jahren wird Lor vom Aurorakönig im Gefängnis von Nostraza gefangen gehalten. Der einzige Lichtblick in diesem Elend sind ihre Schwester Willow und ihr Bruder Tristan. Lors größter Antrieb ist der Wunsch nach Rache am Aurorakönig und plötzlich findet sie sich im Hof des rivalisierenden Sonnenkönig Atlas wieder.

Zusammen mit neun anderen Tributen soll sie sich den Prüfungen zur Sonnenkönigin stellen und auf einmal scheint Lor ihrem Wunsch nach Rache ganz nah. Doch kann die gefangene aus Nostraza gegen neun trainierte Fae gewinnen, um zukünftig an Atlas Seite zu stehen?

Trial of the Sun Queen ist der erste Teil des Die Artefakte von Ouranos Vierteilers von Nisha J. Tuli. Der Schreibstil der Autorin ist unglaublich lebhaft, zu Beginn jedoch sehr derb, was mich langfristig gestört hätte, aus der Retroperspektive aber fantastisch den anfänglichen Umständen im Gefängnis entsprochen hat. Am Hof des Sonnenkönigs hat sich der Klang der Worte dann angepasst, dennoch hat man weiterhin die Differenz zwischen Lor und den anderen Tributen gemerkt, sodass es weiterhin absolut stimmig blieb. Die zweite Perspektive, des Auroraprinzen Nadir, ist ebenso gut umgesetzt worden und durch die „Er-Erzählform“ sind wir ihm gegenüber deutlich distanzierter.

Die Charaktere sind toll ausgearbeitet oder jeder für sich mit einem spannendem Background. Auch wenn sich erahnen lässt, welche Richtung die Geschichte nehmen wird, ist man sich teilweise doch nicht sicher, ob die Figuren nicht doch anders handeln würden. Dieser Wissensdurst hat das Buch für mich spannend gemacht, sodass ich es kaum aus der Hand legen konnte und es innerhalb kürzester Zeit durchgelesen hatte. Die kurzen Kapitel sind dafür natürlich auch vorteilhaft.

Das Ende ist keine große Überraschung, lässt einen aber gespannt auf den nächsten Teil warten.
Einziger kleiner Kritikpunkt ist für mich, dass ich nach diesem Band noch relativ wenig über die Welt und ihre Verhältnisse weiß.

Ärgerlich finde ich, dafür kann aber die Autorin nichts, dass der Klappentext eine große Sache vorwegnimmt. Ich hatte das Buch zum Glück erstmal einige Zeit auf den SUB liegen, sodass mir der Klappentext während des Lesens nicht mehr im Kopf war und ich weiterhin Miträtseln konnte, ansonsten hätte mir das wohl einiges an Lesefreude genommen.

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Wer spukt in der Villa Einsiedel?

In unserer Schule spukt's: Das Geheimnis der Villa Einsiedel von Susan Niessen

Ein Tornado hat die Grundschule von Marode zerstört, schnell siedelt die Grundschule um und findet in der verlassenen Villa Einsiedel ihren Platz. Dort lebte bis vor kurzem noch die unheimliche Edith von Einsiedel, doch seit ihrem Umzug ins Seniorenheim steht die Villa leer. Nur zwei Katzen sollen fortan vom Hausmeister gefüttert werden, doch der kriegt die beiden nie zu Gesicht und auf die Kinder wirken die beiden Katzen gruselig.

Und dann passieren täglich unheimliche Dinge, spielt ihnen jemand einen Streich oder spukt es in der Villa? Johanna, Lukas, Ravi und Sylvie gehen dem Geheimnis auf die Spur!

Das Geheimnis der Villa Einsiedel von Susan Niessen ist der erste Band der In unserer Schule spukt’s Reihe und bietet ein gespenstisches Abenteuer für Kinder ab acht Jahren.

Der Schreibstil und die Kapitellängen sind altersgerecht und werden durch wunderschöne schwarz-weiß Illustrationen von Tessa Rath unterstützt.

Die Geschichte bietet viel zum Schmunzeln und nimmt die vier Freunde - Johanna, Lukas, Ravi und Sylvie - gleichermaßen in den Fokus. Gut gefallen hat mir, dass Freundschaft hier nicht nur über gemeinsame Interessen funktioniert. Auch wenn es nicht sehr tiefgründig beschrieben wurde, wird dennoch deutlich, dass ‚Beste Freunde‘ nicht zwingend auch das gleiche Hobby haben müssen.

Toll ist auch der Aufbau der Geschichte, das Rätsel um die unheimlichen Ereignisse in der Villa und letztendlich die Auflösung. Auch wenn Das Geheimnis der Villa Einsiedel der erste Band einer Reihe ist, hätten wir gerne noch mehr von Otto gehört und ihn besser kennengelernt. Er kommt hier noch etwas zu kurz, dafür ist die Vorfreude auf den zweiten Band aber umso größer.

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Düsteres Kejari Turnier

The Serpent and the Wings of Night (Crowns of Nyaxia 1) von Carissa Broadbent

Als Kleinkind wurde Oraya vom Vampirkönig adoptiert und galt fortan als ihr menschliches Schoßhündin, die um ihr Überleben kämpfen muss. Denn Vampire bedeuten Gefahr für Menschen, um auszubrechen und in Zukunft nicht mehr als Beute der Vampire zu gelten, möchte Oraya am Kejari teilnehmen. Ein Sieg des legendären Turniers würde Oraya einen Wunsch gegenüber der Veranstalterin des Turniers ermöglichen und das ist Nyaxia, die Göttin des Todes.

Doch das Turnier gilt als eines der tödlichsten und Oraya kann es nur gewinnen, wenn sie ein Bündnis eingeht. Ausgerechnet mit Raihn, einem Rishan-Vampir, soll Oraya die Prüfungen meistern. Als Orayas Misstrauen gegenüber Raihn zu bröckeln beginnt und ungewohnte Gefühle in ihr zu schlummern beginnen, wird eine Gefahr frei, der Oraya sich noch nie bewusst war.

The Serpent and the Wings of Night von Carissa Broadbent ist der erste Band der Crowns-of-Nyaxia-Reihe und ein fulminanter Auftakt.

Der Inhalt ist von Beginn an sehr düster und melancholisch, was eine tolle Lesestimmung erzeugen konnte und die Geschichte um Oraya sehr spannend gemacht hat. Sämtliche, größere Charaktere sind toll ausgearbeitet. Mein absolutes Highlight stellt Mische dar, die dem Inhalt ein wenig Farbe verliehen hat und für einen ganz eigenen Charme sorgte.

Besonders gut gefallen hat mir die Beschreibung der Anziehung zwischen den beiden Protagonisten. Die Gefühle füreinander wurden nicht auf das optische Erscheinungsbild herunter gebrochen, sondern auf die charakterlichen Eigenschaften. Raihn und Oraya wurden aufgrund dieser zu etwas besonderen für den anderen, dadurch konnte ich die Entwicklung des Love-Interest sehr gut nachvollziehen.

Allerdings resultiert hier auch mein größter Kritikpunkt. Die wenigen intimen Szenen waren mir deutlich zu detailliert umschrieben und passten nicht zum restlichen Erscheinungsbild des Buches.

Aufgrund des Aufbaus sind gewisse Handlungsstränge vorhersehbar und wenig überraschend, dennoch konnte das Ende an einigen Stellen Spannung erzeugen. Leider warf es mir aber auch ein paar Fragen zu viel auf, obwohl es von Anfang an als Reihe vermarktet wurde, hätte ich ein paar Aspekte gerne im ersten Band erfahren, um diesen ‚runder‘ wirken zu lassen.

Nun lassen mich diese offenen Fragen, aber natürlich gespannt auf den zweiten Teil warten.

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Second Chance Tour?

The Breakup Tour – Der Sound unserer Liebe von Emily Wibberley; Austin Siegemund-Broka

Riley Wynn verarbeitet ihr Leben mit ihren Songs, mit ihrem neusten Album „The Breakup Record“ setzt sie sich mit ihrem Trennungsschmerz auseinander und widmet jeden Song einem ihrer Verflossenen. Ausgerechnet Rileys Herzschmerz sorgt dafür, dass sie über Nacht zum Superstar wird und sie vor einer großen Tour steht.

Ihr Ex-Mann möchte auch etwas vom großen Ruhm abbekommen und stellt sich als Inspiration für den Erfolgssong des Albums hin. Riley möchte ihre Fans aufklären, wer ihre wahre Inspiration war und kehrt in ihre Heimatstadt zurück, um Max wiederzutreffen. Max ist nur bereit sich als einstige große Liebe zu outen, wenn Riley ihn mit auf Tour nimmt und so spielen die beiden ihre erste gemeinsame Tour.

The Breakup Tour von Emily Wibberley und Austin Siegemund-Broka ist eine musikalische Lovestory, zwischen der Sängerin Riley und dem Keyboarder Max. Die Story selbst ist eher oberflächlich gehalten, den Protagonisten fehlt die Tiefe und auch Riley wirkte auf mich eher unnahbar, sodass auch die Gefühle der beiden mich nicht komplett einholen konnte und ich das Geschehene eher hinnahm und nicht mitgefühlt habe.

Dennoch gefiel mir das Setting der Tour, das Vorfreude auf den nächsten Sommer mit Konzerten und warmen Sommerabenden weckt und das Verarbeiten über Songs, die eine gewisse Tiefgründigkeit besaßen, und der lockere Schreibstil der Autoren sehr gut.

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