Kunden em pfehlungen
Rezensionen von kabo16:
Gerichtsverfahren auf dem Schulhof
Der war's von Juli Zeh; Elisa Hoven
Juli Zeh ist eine hervorragende Autorin, für Kinder und Erwachsene. Da sie auch Richterin ist, hat dieses Buch über unser Strafrecht gefehlt.
Zusammen mit Elisa Hoven, ebenfalls Richterin, Professorin für Strafrecht, sowie Autorin wurde diese lehrreiche Lektüre für alle Kinder geschrieben.
Ja, es spielt sogar im Klassenzimmer. Es geht um Marie, sie ist die coolste in der Klasse und ist für alle ein Vorbild. Ihre Mutter stellt die tollsten Pausenbrote her.
Ausgerechnet diese verschwinden, nur diese SUPER-Sandwichs sind weg.
Nun versucht fast die ganze Klasse dem gemeinen Dieb auf die Spur zu kommen.
Die Vorurteile kommen hervor, denn wer benimmt sich anders als all die anderen, wer gehört noch nicht zu der angesagten Clique.
Die Klasse beobachtet, befragt andere, sucht Beweise. Sie schauen sich einen Film in der Schule an und stellen nach diesem Vorbild quasi ein Gerichtsverfahren auf dem Schulhof nach. So funktioniert Gerechtigkeit. Vorurteile führen schnell zum Urteil, das wird den Kindern klar.
Dieses Buch sollte Pflichtlektüre ab der dritten Klasse werden.
Fantasievoll, spannend und lustig
Stadt der bösen Tiere, Band 1 - Die Burg von Gina Mayer
Das aufwendige Cover gefiel den Kindern in meiner AG sehr. Sofort fielen ihnen die verschieden farbigen Augen des Tigers Raj auf. Dieses starke Tier spielt eine große Rolle in der Geschichte.
Der Anfang ist für Mädchen und Jungen gleichermaßen fesselnd geschrieben. Die coole Kickboxerin Lizard wird in eine Falle gelockt, noch dazu von einem Jungen, für den sie schwärmt.
Auf einmal steht sie drei Jungen gegenüber, die sie fertig machen wollen.
Im letzten Augenblick erscheint Hilfe in Form einer Möwe, die Lizard in ihrem Kopf hören kann. Es ist das erste Mal, dass ein Tier zu ihr spricht und sie es versteht.
Gina Mayer ist hier der perfekte Start in eine neue Staffel gelungen, die sich wieder um besondere Menschen und Tiere dreht. Sie alle wollen versuchen von einander zu lernen und sich gegenseitig zu helfen. Das Ziel ist ein friedvolles Miteinander, halt eine bessere Welt für alle.
Wo bliebe die Spannung, wenn es da keine Gegenspieler gäbe. Ihnen geht es mehr um die Macht und den Reichtum.
Absolute Leseempfehlung für Jungen und Mädchen.
Wir fiebern alle dem 2. Band entgegen.
Wundervolles Buch - zum Lachen, Weinen und Träumen
Die Butterbrotbriefe von Carsten Sebastian Henn
Dieses wundervolle Buch hat mich von der ersten Seite an mitgenommen, auf eine aufregende Reise, bis in die Arktis. Der Leser begegnet nicht nur sehr speziellen Menschen, also die so einen kleinen Spleen haben, sondern erfährt auch, warum dies so ist. Ich habe sie alle in mein Herz geschlossen.
An erster Stelle steht für mich Kati, sie ist die Verfasserin der Butterbrotbriefe. Alles was sie bedrückt, erfreut oder was sie den Menschen unbedingt mitteilen möchte, schreibt sie ihnen und liest es ihnen auch immer persönlich vor. Warum? Da möchte ich nicht vorgreifen. Da fließt so manche Träne, nicht nur in dieser Geschichte.
Die Skurrilität der Menschen, die hier vorgestellt werden und was ihnen passiert ist, machen diesen Roman so lesenswert.
Es ist nie zu spät, zu neuen Ufern aufzubrechen. Wer es nicht probiert, der weiß auch nicht, ob er scheitert oder sein Glück finden wird.
Carsten Henn hat hier einen Roman mit Tiefgang geschrieben, der sich mit einer Leichtigkeit lesen lässt, und gute Laune macht.
Schade, dass wir unsere Brote nicht mehr in Butterbrotpapier einwickeln.
Packender, erschreckender Thriller um Transhumanismus
KRYO - Die Verheißung von Petra Ivanov
Dieser Thriller um das Thema Transhumanismus ist erschreckend, sehr spannend und fesselnd. Ich bin ein absoluter Neuling auf diesem Gebiet und hätte vorher nicht geglaubt, dass es so etwas gibt.
Okay, einige Menschen geben viel Geld für "Forever young" aus. Das findet auch der veschwundene Chirurg Michael Wild heraus, als er eine Story über dieses Thema schreibt.
Dabei erfährt der Leser welche Möglichkeiten es gibt, eventuell irgendwie über den Tod hinaus zu leben, zumindest ein Teil von uns. Quasi der Evolution ein Schnippchen zu schlagen.
Bei seinen Recherche stößt Michael auf die Spur eines verstorbenen Obdachlosen Jungen.
Michaels Mutter macht sich auf die Suche nach ihrem verschollenem Sohn. Sie folgt den Spuren, die er hinterlassen hat und bringt sich und andere damit in große Gefahr.
Dieser Zukunftsroman bleibt hoffentlich in weiter Ferne, aber er ist so realistisch und voller Aktion geschrieben, dass man sich die Nächte um die Ohren schlägt-um zu erfahren wie es weiter geht.
Leider bringt das nichts, denn es geht erst im Frühjahr 2024 weiter.
Finsternis und dunkle Mächte
Schatten - Der Pakt (Schatten 1) von Timo Parvela
Das Cover zeigt dem Leser schon was ihn erwartet: Es ist eine dunkle Macht, die nach der Erde greift. Farbenfroh sind die Zeichnungen von Pasi Pitkänen nicht, aber sie passen wunderbar zu dieser Geschichte und sind auf ihre Weise einmalig und interessant.
Genau so stelle ich mir die Welt vor, wenn die Anteilnahme und die Empathie für andere Lebewesen und unsere Welt verloren geht.
Pete vertraut dem Weihnachtsman seinen größten Wunsch an: Seine Freundin Sara möge wieder gesund werden. In der Nacht erscheint bei Pete ein merkwürdiges Wesen, dass seinen Schatten fordert, für die Genesung von Sara.
Da gibt es keine langen Überlegungen für den Jungen, seinen Schatten kann er entbehren. Allerdings merkt er selber, dass er sich nun verändert.
Andere um ihn herum tun das auch. Pete fallen auf einmal einige Menschen auf, die keinen Schatten mehr haben, dafür aber teure Markenartikel. Außerdem werden diese Menschen gefühlslos. Der Hass, Neid und andere dunklen Mächte machen sich breit.
Ein wirklich spannendes Leseabenteuer für Fantasieliebhaber ab 10 Jahren, auch für Ältere geeignet.
Leider ist es nur der erste Teil und wer weiß wie lange die Kids nun auf die Fortsetzung mit dem Weihnachtsman, Gnomen und Wichteln warten müssen.
Deshalb auch ein Sternchen weniger. Bücher, die mitten drin enden, sind nichts für Kinder.
Er hat wieder zugeschlagen
Der Trip - Du hast dich frei gefühlt. Bis er dich fand. von Arno Strobel
Auf verschiedenen Campingplätzen im Norden Deutschlands geschehen brutale Morde. Nachdem ein Phantombild des Täter auftaucht, meint die forensische Psychologin Evelyn Jancke ihren vor zwei Jahren verschollenen Bruder zu erkennen. Dieser war auf einem Wohnmobil-Trip mit seiner Frau auf dem Weg nach Spanien spurlos verschwunden.
Wie alle Bücher von Arno Strobel habe ich auch dieses verschlungen. Das Cover ist wirklich ansprechend und passend zu der Geschichte. Der Klappentext und Prolog haben mich neugierig gemacht und das Buch beginnt auch direkt spannend.
Normalerweise gelingen dem Autor jedoch unvorhergesehene Wendungen in seinen Geschichten, die den Leser immer wieder überraschen. In diesem Buch ist das leider nicht vollständig geglückt. Einige Aspekte scheinen den Leser verwirren zu sollen, machen die Geschichte jedoch zum Ende hin etwas suspekt. Zudem ebbte auch die Spannung im Laufe des Buches ab.
Nichtsdestrotrotz ist der Trip vor allem anfangs wirklich packend und wie von Strobel gewohnt in einem flüssigen Schreibstil verfasst. Besonders gut gefielen mir die Kapitel aus der Sicht des Täters, die einen immer wieder grübeln ließen, wonach er seine Opfer aussucht und wieso.
Diese waren auch eine schöne Abwechslung zu den sich im Kreis drehenden Gedanken der Protagonistin und ihren Albträumen.
Die Figuren und ihre Handlungen fand ich zeitweise sehr unrealistisch und anstrengend. Viele Gespräche füllen zwar das Buch, machten die Geschichte jedoch auch langweiliger, als ich es von Arno Strobel gewohnt bin.
Das Ende war mir persönlich zu abrupt und hätte man meiner Meinung nach schöner lösen können. Trotzdem insgesamt ein solider Thriller.
Zu viel Science Fiction und KI
Kommissar Jennerwein darf nicht sterben von Jörg Maurer
Der Titel samt LP hörte sich nach Spannung an und hat mich neugierig gemacht.
Ich kenne nur die ersten Romane um Kommissar Hubertus Jennerwein. Diese fand ich immer sehr flüssig geschrieben. Ironisch und spannend.
Wenn sich alle Gangster, die der Kommissar hinter Gitter gebracht hat, rächen wollen und einen der besten Profi-Mörder anheuern, dann habe ich einiges erwartet.
Zumal Jennerwein sich eine Auszeit in einem Sporthotel nimmt. Dort gibt es ja sehr viele Möglichkeiten ihn, ohne seine Kollegen zu beseitigen.
So fängt es auch sehr lustig an, aber dann bekommt unser Erholungssuchender ein Angebot, dem er nicht widerstehen kann. Er soll einen verschwundenen Mitarbeiter, aus einer großen Firma zu suchen. Nun kommt die künstliche Intelligenz mit ins Spiel, mit der dieser Großkonzern arbeitet.
Es ist mir klar das ein Autor den Zeitgeist treffen muss und KI ist zur Zeit in aller Munde und keine ferne Zukunftsmusik mehr. Trotzdem war es mir zu viel Science Fiction. Maschinen, Roboter und immer wieder riesige menschenleere Fabrikhallen. Spannung liest sich anders.
Nur gut, dass der Auftragskiller Arbeit im Hotel bekam.
Reise in die obere Gesellschaft
Melody von Martin Suter
Das Cover passt zum Roman, der den Leser in die noble Schweizer Gesellschaft führt. Keiner schafft es so bildlich darüber zu schreiben, wie Martin Suter.
Zusammen mit Tom Elmer begleiten wir den reichen, noblen ehemaligen Nationalrat Dr. Stotz in seine Vergangenheit.
Tom ist eingestellt worden um das Leben von seinem Chef glatt zu bügeln.
Er ordnet nicht nur die Papiere aus über 20 Jahren, nein er erfährt die Lebensgeschichte bzw. Liebesgeschichte über Melody, seine ehemalige Verlobte, die vor über 40 Jahren einfach verschwand.
Was ist hier die Wahrheit und was ist Geschichte. Den Reichtum von Dr. Stotz kann man riechen, genau wie das gute Essen, zubereitet von einer alten Köchin. Ich glaube sie steht den ganzen Tag nur in der Küche. Selbstverständlich gibt es auch einen Butler bzw. Chauffeur, der sich rund um die Uhr um den Todkranken kümmert. Einen Schneider, einen Arzt, einen Schriftsteller und eine junge Großnichte. Alles Menschen, die ihn seit seiner Jugend begleitet haben.
Eine ganz große Rolle spielen die erlesenen Getränke, die kostbaren Jahrgänge. Es wird genossen oder auch gesoffen. Die Arbeiten werden vom Personal in dieser riesigen Villa erledigt, bei ihrem hohen Alter fast ein Wunder.
Es ist trotz aller Völlerei einfach spannend. Ist es eine Liebesgeschichte? Oder eher ein Krimi? Auf alle Fälle fesselnd und außergewöhnlich.
Ein echter Suter.
Nostalgie pur
Sylter Welle von Max Richard Leßmann
Bei dem Cover dachte ich gleich an den Ausspruch: Die Hütte brennt!
Und im übertragenden Sinne, tut sie das auch, denn dies werden die letzten Ferien sein, die Max mit seinen Großeltern auf Sylt verbringen wird.
Es ist schon jetzt alles total anders, es sind nur drei Tage, die er mit seiner Oma Lore und Opa Ludwig dort zusammen ist.
Diesmal nicht im geliebten Wohnwagen sondern in der Sylter Ferienwohnung mit Meerblick.
60 lange Jahre Campingurlaub mit ganz vielen Erinnerungen verbunden, erst mit dem Zelt, dann als die Kinder aus dem Haus waren, mit einem Wohnwagen und den Enkeln an Bord.
Das ist Familie, zusammen gewachsen, Geschichten und Erlebnisse, Krieg und Flucht, Streiche der Eltern und die Erinnerungen an die eigene Kindheit. Dies alles erzählt Max, in einer wunderbaren traurigen und lustigen Art.
Mich hat es total berührt, ich war in dem gleichen Alter als meine Oma starb. Da wurde mir klar, dass nun das letzte Verbindungsstück zu meiner Kindheit mit starb.
Übrigens, es soll Menschen geben, die kein Maggi kennen.
Wie überall wächst die Familie weiter und nun merkt mein Sohn, dass die guten Tage mit Opa, sich langsam dem Ende nähern. Wörter, die keiner außerhalb der Familie versteht, und bald auch nicht mehr sagt. Pointen, die nur wir verstehen.
Und dieses Gefühl bringt der Autor auf den Punkt und beschreibt es mit ganz viel Liebe, Respekt und Achtung für seine Großeltern.
Dieses Buch versteht nur der, der Familie hat und mit ihr lebt.
Mittsommermorde ohne Thrillerpotenzial
Refugium von John Ajvide Lindqvist
Mittsommer, dass größte Fest der Schweden, wird mit viel Alkohol, gutem Essen und der Familie und Freunden überall im Juni gefeiert. Aber mit Schüssen?
Nein, das müssen auch Julia Malmros und Kim Ribbing mit großem Entsetzen feststellen. Auf der Nachbarinsel wird geschossen. Sechs Menschen sterben, nur die 14 jährige Astrid überlebt das Massaker unter einem Bootssteg.
Also ein sehr spannender Einstieg. Leider beginnt das Ganze erst ab Seite 91. Vorher geht es eigentlich nur um Julia, eine bekannte Buchautorin, die den neuen Millennium-Roman schreiben soll. Und um Kim, eine Art Superheld, der in seiner Kindheit misshandelt wurde. Außerdem ist er der jugendliche Liebhaber von Julia. Eine sehr merkwürdige Beziehung. Auf jeden Fall versuchen sich die beiden nun als Privatermittler, denn einer der Ermordeten ist ein Jugendfreund von Julia, die früher selber bei der Polizei gearbeitet hat.
Wie es der Zufall will, ist Jonny Munther, nicht nur der Chefermittler in diesem Fall, sondern auch noch ihr Exmann.
Was mich beim Lesen am meisten genenervt hat: Alle Personen werden meistens mit Vor und Zunamen genannt. Wenn es die Hauptpersonen sind, die immer wieder vor kommen, dann ist es nur noch störend.
Für einen Thriller, kommt mir zu viel Rettung in letzter Sekunde. Immer gibt es gleich Lösungen, richtige Fährten, die Polizei ist immer etwas langsamer als Kim, der die halbe Welt bereist - oder unsere Autorin, die alles im Netz findet.
Warm geworden bin ich mit keiner der Hauptpersonen. Am ehesten noch mit Jonny, der stinknormale Gefühle, wie z.B. Eifersucht zu lässt.
Es liest sich flüssig, ist an einigen Stellen witzig, aber insgesamt ist es mir zu glatt. Von nordischen Thrillern bin ich ein anderes Format gewohnt.











