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Rezensionen von Lisa:

Fehler gehören zum Leben dazu.....

Der goldene Sohn von Shilpi Somaya Gowda

?.. eine wundvolle Aussage, die ich in diesem Buch wirklich gerne gelesen habe! Wir, als Menschen werden es nicht schaffen alles richtig zu machen und darum geht es wohl im Leben auch nicht. Ständig entscheiden wir uns für etwas, bei dem wir wissen, dass es uns das Herz brechen wird. Wir versuchen, Menschen zu helfen und können sie auch genauso schnell verletzen wie wir ihnen geholfen haben.

Wir gewinnen Menschen und verlieren sie im selben Atemzug. Niemand kann von sich behaupten fehlerlos zu sein und doch sind es genau diese Fehler, die uns zu etwas ganz Besonderem machen. Jeden, zu einer besonderen Art von Mensch! --> Und auch wenn es vielleicht etwas grob zusammengefasst ist, genau um das geht es in diesem Buch! Um Menschen, um das Leben, um die Möglichkeit Entscheidungen zu treffen. Aber diese Entscheidungen, die immer mit einem Preis der zu zahlen ist verbunden sind. Um Rückkehr und Neuanfang! Um das Finden des eigenen Glücks, gespickt mit einem Weg, der nicht nur Gutes für einen bereithält.


Das Buch ist berauschend und die indische Kultur mitreißend! Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig. Auch wenn dieses Buch nicht nur von aufregenden, kopfschüttelnden und spannenden Momenten durchzogen war, könnte man dieses Buch in einem durchlesen! Es hat einfach eine Leichtigkeit unter der sich Kultur, Tradition, Trauer, Scham, Familie, Freunde und Liebe verstecken, die dieses Buch zu etwas atemberaubendem machen, das man gelesen haben muss.


Das wohl Spannendste an diesem Buch ist das ständige hin und her hüpfen zwischen dem Leben von Leena und Anil. Die zusammen aufwuchsen und deren Leben sich in zwei komplett verschiedene Richtungen entwickelt.


Anils Leben zieht ihn nach Amerika, als junger Student der Medizin. Er will Arzt werden, sein stummes Abkommen mit seinem Vater einhalten. Und auch wenn er den Traditionen in Indien den Rücken kehrt, seine Familie nervig findet, ist es doch die Familie, die ihn dazu treibt, dass zu erreichen was er sich vorgenommen hat. Für seinen Vater, dafür nicht als Versager nach Hause zurückzukehren! Je mehr Zeit in Amerika vergeht, desto mehr Abgründe tun sich auf. Einige Vorkommnisse lassen ihn daran zweifeln, ob er überhaupt den richtigen Weg eingeschlagen hat. Die Ausbildung ist hart und neben Studium und Arbeit tut sich nicht viel. Die Familie tritt in den Hintergrund, er verliert den Bezug zu Traditionen und fast schon zu Indien selber. Und genau das ist das Interessante. Wie schlägt sich ein Junge aus einem Dorf in Indien, der mit viel Komfort und Luxus in Amerika konfrontiert wird.

Anil. Er war leider nicht mein persönlicher Favorit in dieser Geschichte. Ich bin mir darüber bewusst, dass es nicht leicht sein muss, aber dennoch finde ich, dass er viele Entscheidungen getroffen hat, die ich nicht nachvollziehen konnte und zu oft, zu schnell einen kompletten Wechsel von einer Meinung, von der er zu 100% überzeugt war, zur anderen. Auch hat er für mich einfach zu wenig gekämpft. Im Grunde lebte er nur von Tag zu Tag, versuchte alles so gut wie möglich hinter sich zu bringen, doch fehlte mir einfach dieses: ? Ich will das und ich werde und KANN ES SCHAFFEN!? Ständig spürte man diese innerliche Zerrissenheit in ihm und eine gewisse Trauer.


Leena hingegen. Ihre Geschichte spiegelt das Leben von Traditionen und Familie in Indien wieder und das wirklich mit ALLEN Höhen, Tiefen und Schicksalsschlägen. Entsetzt, ja ich denke das ist das richtige Wort, wirklich entsetzt blickt man als Leser auf ihren Verlauf der Geschichte. Man inhaliert gerade ihre Kapitel, fiebert mit ihr, trauert mit ihr, möchte sie anschreien für einige ihrer Gedanken, es ist doch nicht ihre Schuld und bewundert gleichzeitig ihre Stärke und ihren Überlebenswillen. Sie war mein absoluter Liebling. Eine unzerstörbare Frau, die nicht aufgibt und sich ihren Weg bahnt, EGAL welche Steine ihr in den Weg geworfen werden.

Viele Situationen in diesem Buch, waren neu für mich, ich hatte mich vorher noch nie mit der indischen Kultur beschäftigt oder ein ähnliches Buch gelesen! Neben den Geschichten von Leena und Anil bekommt man noch so viel anderes mit, was einem zum Nachdenken anregt, gewisse Situationen aus einem anderen Blickwinkel zu sehen! Man nimmt diese kompletten unterscheiden zwischen zwei Kulturen auf. Versucht zu verstehen warum gewisse Situationen nicht so leicht zu Händeln sind wie wir es uns vorstellen, oder besser noch wie wir es gewohnt sind und wird aber auch gleichzeitig, in der uns vertrauten Welt, mit einer Brutalität und Schonungslosigkeit konfrontiert, wo man sich fragt, sind wir denn um so viel besser? Sind unsere Sitten und Bräuche, von denen die meisten nicht überlebt haben, noch etwas das uns ausmacht, können wir auf Traditionen und Verbundenheit in unserem Land zurückblicken und es wertschätzen, oder sind wir schon so verblendet von all dem was wir besitzen, unser eigenen nennen, dass wir vergessen, dass wir auf alles rund um uns angewiesen sind!? Das wir ohne unser Land gar nicht überleben könnten!?

Tja also, wie man vielleicht meinen Sätzen und Worten entnehmen kann, hat mir dieses Buch wirklich gefallen. Warum also nur 4 Sternchen!? Manchmal waren einfach die Zeitabstände zu groß, vieles Schritt mir zu schnell voran und einige Handlungen waren für mich nicht klar nachvollziehbar!
Aber diese paar Punkte, haben dem Lesegenuss keinen Abbruch getan.

Zum Schluss kann ich nur sagen, dass mich dieses Buch einfach verzaubert hat. Es war aufwühlend, tragisch, bezaubernd, wunderbar und einfach eine Lektüre die ich mir nicht entgehen lassen würde!

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