Kunden em pfehlungen
Rezensionen von KimVi:
Ein abenteuerlicher Jugendroman über die Kraft der Freundschaft
The Fort von Gordon Korman
Als ein Hurricane durch die kleine Stadt Canaan fegt, ahnen Evan, Jason, Mitchell, C.J. und Ricky nicht, dass er dabei etwas freilegt, was ihren Sommer unvergesslich machen wird. Denn kurz nach dem Sturm entdeckt Ricky im Wald den Eingang zu einem geheimen Bunker, der äußerst luxuriös eingerichtet ist.
Den Freunden ist klar, dass sie dieses Geheimnis für sich behalten müssen, damit das "Fort" ihr ganz persönlicher Rückzugsort bleiben kann. Doch Evans Bruder Luke und sein aggressiver Freund merken schnell, dass die Clique ein Geheimnis hat und sie wollen um jeden Preis daran teilhaben...
"The Fort - Das Geheimnis eines Sommers" ist ein Jugendbuch und wird jungen Leserinnen und Lesern ab 12 Jahren empfohlen. Doch auch wenn man das empfohlene Lesealter um Jahre überschritten hat, kann man mit diesem Buch spannende Lesestunden verbringen.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei die Jungs abwechselnd zu Wort kommen. Dadurch erlebt man, wie es in ihnen aussieht, entdeckt Stärken und Schwächen, aber auch Probleme, mit denen sie sich auseinandersetzen müssen. Man merkt aber auch, wie tief die Freundschaft zwischen ihnen ist. Das bekommt auch Ricky zu spüren, der eigentlich nicht zur Gruppe gehört, durch die Entdeckung des Bunkers allerdings zunächst eher geduldet wird. Im Fort können die Jungs ihren Problemen entfliehen, Abenteuer erleben und jede Menge Spaß haben. Diese Begeisterung wird durchgehend vermittelt.
Beim Einstieg in die Handlung sollte man konzentriert lesen, um die wechselnden Erzähler und ihre Beziehungen untereinander, richtig einordnen zu können. Doch bereits nach kurzer Zeit wachsen einem die unterschiedlichen Charaktere ans Herz und man beobachtet gespannt, wie die Ereignisse des Sommers ihren Lauf nehmen. Schon bald kann man sich nicht mehr vom Gelesenen lösen, da die Geschichte mitreißend erzählt wird und außerdem zum Nachdenken anregt. Obwohl es einige äußerst ernstzunehmende Themen gibt, mit denen sich die Freunde auseinandersetzen müssen, kommt der Humor und die Leichtigkeit eines Kindheitssommers nicht zu kurz. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und gipfeln in einem spannenden Finale.
Ein abenteuerlicher Jugendroman über einen unvergesslichen Sommer, den man allerdings auch dann noch genießen kann, wenn man das empfohlene Lesealter weit überschritten hat.
Wundervoller Liebesroman
My One True Ex Best Friend von Piper Rayne
"My One True Ex Best Friend" ist bereits der siebte Band der Reihe um die Mitglieder der Familie Greene. Da die Lovestorys in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat. Allerdings trifft man immer wieder auf Charaktere, die bereits in vorherigen Bänden eine Rolle gespielt haben und kann beobachten, wie es ihnen mittlerweile geht.
Außerdem kann man die ganz besondere Beziehung, die alle Familienmitglieder miteinander verbindet, einfach besser nachvollziehen, wenn man die Reihenfolge einhält.
Dieses Mal stehen Clara und Xavier im Zentrum der Ereignisse. Fans der Reihe dürften schon ungeduldig auf ihre Geschichte gewartet haben, da die beiden beste Freunde waren, die sich alles erzählen und einander uneingeschränkt vertrauen konnten. Doch mittlerweile gehen sie sich aus dem Weg. Nicht nur die Mitglieder der Greene Familie stellen sich die Frage, was dazu geführt haben könnte, dass Eiszeit zwischen den beiden herrscht.
Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Clara und Xavier geschildert. Dadurch kann man nicht nur in ihre Gedanken und Gefühle eintauchen, sondern auch beobachten, wie sie aufeinander wirken und was sie voneinander denken. Bei dieser Geschichte wird schnell klar, dass beide starke Gefühle füreinander haben, Xavier aber davor zurückschreckt und Clara damit tief verletzt hat.
Der Schreibstil ist locker und zuweilen humorvoll. Dennoch kann man das Knistern zwischen den beiden Hauptcharakteren von Anfang an spüren und sich deshalb ganz auf die Geschichte einlassen. Die Gefühle der beiden wirken authentisch und nachvollziehbar. Dadurch fühlt man mit ihnen mit und ist gespannt, ob Xavier das Richtige tun wird, um Claras Vertrauen zu gewinnen. Dabei spielen auch die anderen Familienmitglieder eine große Rolle. Man fühlt sich in dieser Familie einfach wohl und genießt das Wiedersehen mit den bekannten Akteuren. Auch die Kupplerinnen Ethel und Dori fühlen sich wieder dazu aufgerufen, die Initiative zu ergreifen, um Clara und Xavier auf die Sprünge zu helfen. Bei den Maßnahmen, die die beiden ergreifen, muss man einfach schmunzeln.
Die Geschichte von Clara und Xavier ist eine wundervolle Fortsetzung der Reihe. Am liebsten würde man sofort zum nächsten Band greifen, um zu erfahren, wie es in dieser Familie weitergeht.
Gelungene Fortsetzung
My Sexy Famous Rival von Piper Rayne
Die Frauenwelt steht Kopf, als der Hollywoodstar Gavin Price in die Kleinstadt Sunrise Bay zieht. Posey Greene kann es nicht glauben, dass er ausgerechnet sie um ein Date bittet. Der Abend verläuft äußerst romantisch, doch dann findet Posey heraus, dass Gavin als Bürgermeister kandidiert und damit im Wahlkampf gegen ihre Mutter antritt.
Für Posey geht nichts über ihre Familie und deshalb versucht sie, ihre Gefühle für Gavin zu ignorieren und ihre Mutter nach Kräften zu unterstützen. Doch Gavin lässt einfach nicht locker...
"My Sexy Famous Rival" ist bereits der sechste Band der Reihe um die Mitglieder der Familie Greene. Da jedes Mal ein anderes Pärchen im Zentrum der Ereignisse steht, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Reihe steht. Da die Familie Greene recht groß ist, kann man die unterschiedlichen Familienmitglieder allerdings besser zuordnen, wenn man die Reihenfolge einhält. Außerdem kann man so beobachten, wie es den Pärchen geht, die in den vorherigen Teilen im Mittelpunkt standen.
Die Handlung wird in der Ich-Perspektive, abwechselnd aus der Sicht von Posey und Gavin, geschildert. Dadurch kann man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben und außerdem beobachten, was sie voneinander denken und wie sie aufeinander wirken. Beide wirken von Anfang an sympathisch, wodurch man sich entspannt zurücklehnen und die Lovestory genießen kann. Denn das Knistern zwischen den beiden ist von Anfang an spürbar.
Wer bereits Bände dieser Reihe gelesen hat, der weiß, dass es in der Familie Greene oft recht turbulent zugeht. So ist es auch dieses Mal. Die beiden Kupplerinnen Ethel und Dori spielen ebenfalls eine große Rolle, da sie sich wieder ungefragt einmischen. Dabei kommt es zu einigen humorvollen Szenen.
Der Schreibstil des Autoren-Duos ist gewohnt locker und leicht zu lesen. Die Charaktere werden so lebendig beschrieben, dass man sie mühelos vor Augen hat. Dadurch fühlt man sich beinahe so, als ob man selbst zur Familie gehören würde und deshalb beobachtet man gespannt, wie Posey immer wieder versucht, ihre Gefühle für Gavin zu ignorieren. Da Gavin äußerst hartnäckig ist, kann man die Wortgefechte, die sich die beiden liefern, genießen. Die Gefühle der beiden werden so glaubhaft beschrieben, dass man jede Zeile dieser Lovestory genießen kann.
Eine lockere und teilweise sehr humorvolle Lovestory, die durch sympathische Charaktere und große Gefühle überzeugt.
Spannende Ermittlungen
Mörderfinder – Stimme der Angst von Arno Strobel
Auf einer Beerdigung glaubt Fallanalytiker Max Bischoff seinen Augen nicht zu trauen. Denn dort begegnet er einer Frau, die seiner großen Liebe Jenny zum Verwechseln ähnlich sieht. Bischoff spricht sie an und geht mit ihr einen Kaffee trinken. Es stellt sich heraus, dass sie Dominique Klauber heißt und dass es keine Verbindung zu der vor etwa fünf Jahren verstorbenen Jenny gibt.
Bischoff geht die Begegnung nicht mehr aus dem Kopf. Die Schuldgefühle, die er mit dem Tod von Jenny verbindet, kehren mit aller Macht zurück. Doch Bischoff muss schnell einen klaren Kopf bekommen, da seine Freundin Jana verschwindet und sein ehemaliger Partner brutal niedergeschlagen wird...
"Stimme der Angst" ist bereits der vierte Band der Mörderfinder-Reihe, in der der ehemalige Ermittler Max Bischoff seine Gabe nutzt, Mördern in den Kopf zu schauen, um die Fälle zu lösen. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat. Allerdings gibt es berufliche und private Nebenstränge, die sich durch die Reihe ziehen. Man kann das äußerst angespannte Verhältnis zu Polizeirätin Eslem Keskin, die auch dieses Mal an den Ermittlungen beteiligt ist, besser nachvollziehen, wenn man die Reihenfolge einhält.
Ohne langatmiges Vorgeplänkel, befindet man sich sofort mitten im spannenden Geschehen. Genau wie Max Bischoff, ist man davon überzeugt, dass die Verbrechen, die in seinem Umfeld passieren, kein Zufall sind. Man verfolgt gebannt die Ermittlungen und darf sich als Fan der Reihe über ein Wiedersehen mit Dr. Marvin Wagner freuen, der auch in diesem Band durch seine wortgewandten Dialoge überzeugt.
Arno Strobel versteht es wieder hervorragend, die Spuren so geschickt auszulegen, dass man ihnen zunächst bereitwillig folgt. Doch schon bald stellen sich Zweifel ein, wodurch man die Ermittlungen kritisch beäugt, um eigene Schlüsse zu ziehen. Da die Zeit drängt, ist die Spannung durchgehend spürbar. Geschickt angelegte Szenenwechsel sorgen außerdem für eine temporeiche Entwicklung, der man sich nur schwer entziehen kann. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale, in dem alle Fäden zusammenlaufen.
Zorns persönlichster Fall
Zorn - Schwarze Tage von Stephan Ludwig
"Schwarze Tage" ist bereits der dreizehnte Fall für das Ermittlerduo Zorn und Schröder. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Bücherserie gelesen hat. Allerdings hat das Duo schon einiges miteinander erlebt.
Man kann ihre Wortgefechte besser genießen, wenn man die Reihe chronologisch liest.
Dieses Mal fällt ihr Geplänkel allerdings deutlich milder aus, da der Titel "Schwarze Tage" äußerst passend gewählt ist. Denn gleich am Anfang wird man mit dem Tod eines Hauptcharakters konfrontiert, der Schröder und ganz besonders Zorn, den Boden unter den Füßen wegreißt. Als Fan der Reihe kann man die Gefühle der beiden glaubhaft nachvollziehen, da man selbst entsetzt ist.
Doch die beiden müssen funktionieren und setzen alles daran, den tödlichen Unfall zu analysieren, um Klarheit zu gewinnen und dieses einschneidende Erlebnis zu verarbeiten. Schon bald stellen sie Ungereimtheiten fest. Obwohl von höchster Stelle gemauert wird, verbeißen sich die beiden in die Aufklärung.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wobei die Nachforschungen von Zorn und Schröder im Fokus stehen. Außerdem gibt es Rückblicke in das Leben des Todesfahrers. Zunächst ahnt man nicht, wie sich dieser Strang mit den Ermittlungen verknüpfen wird, doch nach und nach verbindet sich alles schlüssig miteinander.
Da man sich als langjähriger Fan der Reihe selbst betroffen fühlt, beobachtet man gespannt die Nachforschungen und wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen. Da der Fall rätselhaft ist, kommt es zu einigen Wendungen. Dadurch wird die Spannung durchgehend erhalten. Man fiebert mit den Ermittlern mit und ist außerdem überrascht, dass Zorn in diesem Band einiges zur Aufklärung beiträgt. Die privaten Nebenhandlungen fließen harmonisch in die Ermittlungen ein und geben diesem Fall eine sehr persönliche Note. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, wodurch man das Buch erst aus der Hand legen mag, wenn man die letzte Seite gelesen hat.
Ein spannender, sehr persönlicher Fall für das sympathische Ermittlerduo.
Spannender Island-Krimi
Verborgen von Eva Björg Ægisdóttir
Die Bewohner der Kleinstadt Akranes sind erschüttert, als nach einem Hausbrand die Leiche des jungen Marino geborgen wird. Zunächst geht man von einem tragischen Unfalltod aus. Doch als sich bei der Obduktion herausstellt, dass Marino bereits vor dem Brand nicht mehr gelebt hat, müssen Kommissarin Elma und ihr Kollege Saevar die Ermittlungen ausweiten.
Bei ihren Nachforschungen kommt es zu einer unerwarteten Wendung....
"Verborgen" ist nach "Verschwiegen" und "Verlogen" bereits der dritte Band, in dem Kommissarin Elma in Akranes ermittelt. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat. Die private und berufliche Weiterentwicklung der Hauptcharaktere kann man allerdings besser nachvollziehen, wenn man die Reihenfolge einhält.
Auch in diesem Band versteht es die Autorin wieder hervorragend, Protagonisten und Handlungsorte so zu beschreiben, dass man beim Lesen alles vor Augen hat. Damit kann man sich ganz auf den Fall einlassen. Der hat es dieses Mal wirklich in sich, denn Elma und Saevar müssen mit äußerster Sorgfalt vorgehen, um kein Detail zu übersehen. Denn bei diesen Ermittlungen ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Deshalb kommt es zu einigen überraschenden Wendungen. Die Spannung wird früh aufgebaut und kann durchgehend gehalten werden, da man dazu angeregt wird, eigene Überlegungen anzustellen.
Der aktuelle Handlungsstrang wird durch Kapitel in kursiv gesetzter Schrift unterbrochen. Hier erfährt man, was sich in der jüngeren Vergangenheit des Au-Pair-Mädchens Lise zugetragen hat. Dadurch ist man den Ermittlern zwar etwas voraus, da man Einblicke hinter die Fassade einer vermeintlich heilen Familienwelt erhält, kann aber dennoch zunächst nicht erahnen, auf was das Ganze zusteuern wird.
In diesem Band müssen Elma und Saevar sich außerdem mit einer unerwarteten Wendung in ihrem Privatleben auseinandersetzen. Dieser Handlungsstrang drängt sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern sorgt eher dafür, dass die beiden Protagonisten noch authentischer wirken.
Ein spannender Island-Krimi, der durch komplexe Ermittlungen, unerwartete Wendungen und authentische Charaktere überzeugt.
Nicht ganz so spannend wie die vorherigen Bände, aber dennoch lesenswert
Enna Andersen und das weite Land von Anna Johannsen
Als in Butjadingen die sterblichen Überreste des seit zwanzig Jahren vermissten Ehepaares Feddersen gefunden werden, bittet Enna Andersens Chef sie darum, diesen alten Fall neu aufzurollen. Bevor sie sich mit ihrem Team richtig einarbeiten kann, wird Feddersens Bruder, der damals ganz weit oben in der Liste der Verdächtigen stand, ermordet aufgefunden.
Enna ist sich sicher, dass der aktuelle Mord untrennbar mit den damaligen Ereignissen verknüpft ist. Der Kollege, der die Ermittlungen zu diesem Todesfall leitet, erweist sich allerdings alles andere als kooperativ...
"Enna Andersen und das weite Land" ist bereits der sechste Fall für das Cold-Case-Team, das von Enna Andersen geleitet wird. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ereignissen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat.
Wenn man bereits Bände dieser Reihe gelesen hat, darf man sich über ein Wiedersehen mit den sympathischen Hauptcharakteren freuen und kann beobachten, wie es ihnen mittlerweile beruflich und privat ergangen ist. Diese Handlungsstränge drängen sich allerdings nicht zu sehr in den Vordergrund, sondern fließen harmonisch ins Geschehen ein und sorgen eher dafür, dass die Protagonisten lebendig wirken.
Der erneute Einstieg in die Reihe gelingt problemlos, da die Autorin es wieder hervorragend versteht, Handlungsorte und Akteure so authentisch zu beschreiben, dass man alles vor Augen hat und sich ganz auf die Ermittlungen einlassen kann. Dieses Mal gestaltet sich das Aufrollen des alten Falls für das Team etwas schwierig. Der Ermittler vor Ort gibt nur die nötigsten Informationen weiter und versucht außerdem, Enna und ihre Mitarbeiter aus den aktuellen Mordermittlungen herauszuhalten.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wodurch man einen guten Überblick bekommt. Es gilt einigen Spuren zu folgen, da der Bauer politisch engagiert und für sein aufbrausendes Wesen bekannt war. Seine Rolle, bei dem damaligen Vorhaben, Windkraftanlagen zu bauen, wird ausführlich durchleuchtet. Diese Ausführungen wirken zuweilen leider etwas langatmig und hemmen die sonst durchaus vorhandene Spannung. Mühsam gelingt es dem Team, kleine Puzzleteilchen zusammenzutragen. Doch sie ergeben lange Zeit kein stimmiges Bild. Genau wie Enna, versucht man Zusammenhänge zu erkennen und wird zum Miträtseln angeregt. Zum Ende hin verknüpft sich alles stimmig miteinander.
Durch allzu ausführliche Hintergrundinformationen nicht ganz so spannend, wie die vorherigen Teile, aber dennoch lesenswert.
Startet etwas gemächlich, entwickelt sich dann aber zu einem spannenden Pageturner
Gestehe von Henri Faber
Der Wiener Star-Ermittler Johann "Jacket" Winkler ist das Aushängeschild der Polizei, seit ihm ein spektakulärer Schlag gegen die Organmafia gelang. Als er an einen Tatort kommt, glaubt er seinen Augen nicht zu trauen. Es ist jedoch nicht die brutal zugerichtete Leiche der ermordeten Frau, die ihn ungläubig erstarren lässt, sondern die Tatsache, dass er genau diesen Tatort kennt, da er Teil seines neuen Buchs ist.
Allerdings ist es noch nicht veröffentlicht, wodurch niemand die Szenen daraus kennen und nachstellen kann...
Die Handlung wird in der Ich-Perspektive, abwechselnd aus der Sicht von Star-Ermittler Jacket, seinem bisher eher aufs Abstellgleis geschobenen Kollegen Mo und "Er", dem geheimnisvollen Unbekannten, geschildert. Da die Kapitel entsprechend gekennzeichnet sind, fällt die Orientierung leicht.
Der Einstieg in die Handlung verläuft zunächst eher gemächlich, da die unterschiedlichen Charaktere eingeführt werden. Die Anzahl der Akteure ist relativ überschaubar, wodurch man sie recht schnell zuordnen kann. Allerdings haben auch einige Protagonisten Eigenschaften, die sie nicht besonders sympathisch wirken lassen. Dadurch beobachtet man das Geschehen anfangs etwas distanziert.
Durch geschickt angelegte Szenenwechsel und relativ kurze Kapitel, gerät man aber dennoch in den Sog der Ereignisse. Denn offenbar hat sich ein Serienkiller dazu entschlossen, die Morde aus dem unveröffentlichten Buch nachzustellen. Der Ich-Erzähler Jacket wirkt unzuverlässig, wodurch man schon bald nicht mehr weiß, was man glauben soll und wem man in dieser Story eigentlich vertrauen kann. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen, die durch überraschende Wendungen aber immer wieder korrigiert werden müssen. Auch wenn man meint, dass man auf der richtigen Fährte ist, bleiben Zweifel, die dafür sorgen, dass man förmlich durch die Zeilen fliegt. Das Ganze gipfelt in einem hochspannenden Finale, das man gebannt verfolgt und wenn man schließlich wieder zu Atem kommt, gelingt es dem Autor, durch erneute Wendungen zu überraschen.
Ein Thriller, der zunächst eher gemächlich startet, sich im weiteren Verlauf aber zu einem echten Pageturner entwickelt.
Ein absolutes Muss für alle Jane-Austen- und Bridgerton-Fans!
Dangerous Relations von Jennieke Cohen
Im April 1817 gerät Lady Victoria Astons Familie in eine Notlage. Nur eine schnelle Heirat kann das Anwesen der Familie retten. Loyal und pflichtbewusst stürzt Vicky sich in die Ballsaison. Schon bald gelingt es ihr, die Aufmerksamkeit einiger Herren zu wecken. Doch leider verlaufen die Begegnungen nicht ansatzweise so, wie es Vicky aus den Büchern ihrer Lieblingsautorin Jane Austen kennt.
Deshalb ist es gar nicht leicht, in der Eile einen passenden Ehemann zu finden. Dass Vicky sich ständig in gefährlichen Situationen wiederfindet, macht die Suche nicht einfacher...
Die Handlung ist in 32 Kapitel unterteilt, die immer mit einem Zitat von Jane Austen beginnen. Dadurch wird man wunderbar auf die Ereignisse eingestimmt. Es gelingt der Autorin hervorragend, die damalige Zeit zum Leben zu erwecken, wodurch man sich ganz auf das Geschehen einlassen kann.
Vicky ist eine junge, sympathische Hauptprotagonistin, die auch nicht davor zurückschreckt, auf dem Landsitz Arbeiten zu verrichten, die nicht unbedingt für junge Ladys geeignet sind. Sie ist außerdem mutig, hartnäckig und nicht auf den Mund gefallen. Die anderen Charaktere werden ebenfalls so authentisch beschrieben, dass man sie sofort vor Augen hat. Man fasst spontane Sympathien, aber auch Abneigungen und beobachtet deshalb gespannt, wie Vicky sich auf dem Heiratsmarkt schlägt. Gemeinsam mit ihr versucht man herauszufinden, welcher Kandidat es ehrlich mit ihr meint und das ist gar nicht so einfach. Denn sowohl der charmante Mr. Carmichael als auch Vickys Jugendfreund Tom, scheinen Geheimnisse zu hüten, die sie nur ungern preisgeben.
Dadurch, dass Vicky und Tom abwechselnd im Zentrum des Geschehens stehen, wirkt die Handlung durchgehend interessant und kurzweilig. Durch die mysteriösen Vorfälle, bei denen Vicky ständig in Gefahr gerät, enthält dieser Roman auch spannende Elemente. Man wird dazu angeregt, eigene Überlegungen anzustellen, wer der Drahtzieher ist und welches Motiv ihn antreibt. Deshalb beäugt man Vickys Verehrer äußerst misstrauisch.
Romantik- und Spannungsanteil sind fein aufeinander abgestimmt, wodurch man früh in den Sog der Ereignisse gerät und dazu verleitet wird, das Buch erst aus der Hand zu legen, wenn man am Ende angekommen ist.
Ausuferndes Bargespräch
Die Insel des Zorns von Alex Michaelides
Eine von der Außenwelt abgeschnittene Insel, sieben Personen, drei Schüsse und eine Leiche. Das sind die Schlagworte, die neugierig auf den Inhalt der Geschichte machen, die Elliot Chase aus seiner Sicht erzählt. Elliot stellt gleich anfangs klar, dass es sich bei seiner Erzählung nicht um einen Krimi handelt, bei dem man sich die Frage "Wer war es?" stellen sollte, sondern lieber "Warum ist es passiert" hinterfragen muss.
Und Elliot muss es schließlich wissen, da er zu den sieben Personen gehört, die tatsächlich auf der Insel waren.
Man sollte allerdings bedenken, dass Elliot von Beruf Dramatiker ist. Bevor er mit seiner Erzählung beginnt, lädt er einen dazu ein, sich gedanklich mit ihm an eine Theke zu begeben und sich gemeinsam auf zwei Barhocker zu setzen. Dann schiebt er einen Drink rüber und fordert dazu auf, es sich damit auf dem Hocker bequem zu machen. Dadurch fühlt man sich perfekt eingestimmt, nippt am Drink und hofft auf spannende Momente.
Doch diese lassen leider lange auf sich warten. Elliot führt die Charaktere ausführlich ein, schildert die Ereignisse, schwadroniert, nähert sich langsam den Momenten, auf die man hinfiebert, um dann allerdings zurückzublicken und neue Erkenntnisse, die bisher von ihm verschwiegen wurden, einzustreuen. Man muss sich wirklich zwingen, nicht gelangweilt vom Barhocker zu rutschen. Die Versuchung, einen vorgetäuschten Aufenthalt in den Waschräumen der Bar zu nutzen, um heimlich zu verschwinden, ist zugegebenermaßen groß. Zwar kommt es durch die neuen Blickwinkel, die Elliot einbringt, zu Überraschungen, aber dennoch hat man nicht das Gefühl, dass der dramatische Erzähler überhaupt noch auf den Punkt kommt.
Doch nach fast 270 Seiten überrascht Elliot. Plötzlich ist man wieder hellwach und lauscht gebannt seinen Worten, da die Ereignisse sich zuspitzen und einen unerwarteten Verlauf nehmen. Man mag kaum glauben, dass er tatsächlich eine spannende Geschichte zu erzählen hat und klebt förmlich an seinen Lippen. Am Ende angekommen stellt man fest, dass Elliots Art, die Ereignisse zu schildern, wirklich passend ist. Bis dahin muss man sich allerdings zum Durchhalten zwingen und der Versuchung widerstehen, einfach zu verschwinden und ihn alleine an der Bar seinem Schicksal zu überlassen.











