Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von OWI:

Wenn das "Glück auf!" zu Ende geht - ein großartiger Berbau-Roman

Am Tag davor von Chalandon Sorj

Welch ein Buch! Chalandon schreibt eine Geschichte von Schuld, Verdrängung, Sühne und Rache. Vor allem aber ist es ein Lobgesang auf die untergegangene Welt des Bergbaus und damit sein Abgesang. Er spielt im nordöstlichsten Zipfel Frankreichs im ehemaligen Steinkohle-Revier des Departement Nord. Ich kenne die Region ein bisschen und habe sie beim Lesen des Romans vor Augen gehabt, diese Abraumkegel, die zu den einzigen Erhebungen im ansonsten flachen Land geworden sind.

Es geht um die harte Arbeit der Kumpels, die ständige Gefahr und um ein großes Grubenunglück (dieses hat tatsächlich stattgefunden - Chalandon widmed den Roman den 42 Toten, die er in seiner Widmung namentlich anführt) und um das damit verwobene persönliche Unglück der Hauptfigur Michel. Und um eine völlig überraschende Wende der Geschichte...

im Shop ansehen weitere Rezensionen von OWI

Der Untergang des alten Österreich - nachgezeichnet am Schicksal einer Klaviermacherdynastie

Der Engel mit der Posaune von Ernst Lothar

Ernst Lothar stellt in einem großen Bogen die Geschichte der Wiener Klaviermacher-Familie Alt dar und stellt diesen Bogen in den Rahmen der Geschichte Österreichs vom späten 19.Jahrhundert bis zum Anschluß an das 1000-jährige Reich.
Um seine zwei Hauptfiguren, Henriette Alt und ihren Lieblingssohn Hans, herum gruppieren sich die anderen Mitglieder dieser Familie, die alle in einem Haus an der Seilerstätte in Wien unter einem Dach wohnen.

Ernst Lothar gelingt es wunderbar, die Zeit der untergehenden k.u.k-Monarchie und die Zeit Ersten Republik zu schildern. Irgendwie klingt der Roman auch wie ein Abgesang an das alte Österreich, viel Wehmut schwingt da mit. Der Autor, der in der Nazi-Zeit nach Amerika emigrieren musste, arbeitet sich auch an Österreich und seinen Menschen bzw. deren Mentatlitäten ab und vergleicht diese an mehreren Stellen mit Amerika. Diese Passagen des Romans sind etwas langatmig aber trotzdem vom ihren Überlegungen her interessant. Ansonsten liest sich das Buch sehr flüssig.
Mein einziger Kritikpunkt (da ich es schätze, wenn eine Geschichte "auserzählt" ist): Das weitere Schicksal von Hans bleibt am Ende offen. Das hätte ich schon noch gerne erfahren.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von OWI

Der Untergang des alten Österreich - nachgezeichnet am Schicksal einer Klaviermacherdynastie

Der Engel mit der Posaune von Lothar Ernst

Ernst Lothar stellt in einem großen Bogen die Geschichte der Wiener Klaviermacher-Familie Alt dar und stellt diesen Bogen in den Rahmen der Geschichte Österreichs vom späten 19.Jahrhundert bis zum Anschluß an das 1000-jährige Reich.
Um seine zwei Hauptfiguren, Henriette Alt und ihren Lieblingssohn Hans, herum gruppieren sich die anderen Mitglieder dieser Familie, die alle in einem Haus an der Seilerstätte in Wien unter einem Dach wohnen.

Ernst Lothar gelingt es wunderbar, die Zeit der untergehenden k.u.k-Monarchie und die Zeit Ersten Republik zu schildern. Irgendwie klingt der Roman auch wie ein Abgesang an das alte Österreich, viel Wehmut schwingt da mit. Der Autor, der in der Nazi-Zeit nach Amerika emigrieren musste, arbeitet sich auch an Österreich und seinen Menschen bzw. deren Mentatlitäten ab und vergleicht diese an mehreren Stellen mit Amerika. Diese Passagen des Romans sind etwas langatmig aber trotzdem vom ihren Überlegungen her interessant. Ansonsten liest sich das Buch sehr flüssig.
Mein einziger Kritikpunkt (da ich es schätze, wenn eine Geschichte "auserzählt" ist): Das weitere Schicksal von Hans bleibt am Ende offen. Das hätte ich schon noch gerne erfahren.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von OWI

Eine Geschichte der rechtlichen Aufarbeitung der Naziverbrechen.

Rückkehr nach Lemberg von Philippe Sands

Der Autor widmet sich in diesem dem Holocaust. Er tut dies, indem er mehrere Schicksale jener schrecklichen Epoche erzählt, die ihren Schnittpunkt in der Stadt Lemberg steht.
Da ist das Schicksal seiner jüdischen Familie, von der nur einige Wenige davonkommen. Die meisten kommen um.
Dasselbe gilt für zwei jüdische Rechtsgelehrte, die aus dieser Stadt kommen, denen die Flucjht gelingt, die aber das Gros ihrer Angehörigen nie wiedersehen.

Diese zwei Personen spielen zum Teil wesentliche Rollen bei der Verfolgung der Nazi-Verbrechen beim Nürnberger Prozeß. Wie man damals etwas noch nie Dagewesenens zustandebrachte, nämlich über "Verbrechen gegen die Menschlichkeit2 zu urteilen, und was das dem Völkerrecht auf lange Sicht gebracht hat, das ist der zweite Hauptgegenstand des Buches. Am Beispiel des in Nürnberg gehängten Hans Frank wird das demonstriert.
Insgesamt eine sehr gute Darstellung, die einen Einblick gibt, wie Recht "entsteht". Manchmal etwas langatmig, daher ein Stern Abzug.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von OWI

Großartige Sprache, aber ärgerlichg unfertige Geschichte.

Herzklappen von Johnson & Johnson von Valerie Fritsch

Was dieses Buch so lesenswert macht, ist die großartige Sprache von Valerie Fritsch. Dem Buchrückentext ist nur zuzustimmen: "Valerie Fritsch schreibt, als würde sie zeichnen - und zwar meisterhaft." Ein Beispiel für einen Satz, der sich einprägt:"Das Schweigen war das Letzte, das sie voneinander hörten.

" Das Buch ist voller schöner Sätze wie diesem.
Warum ich trotzdem nur drei Sterne vergeben habe? Nun ich persönlich bin der Ansicht, dass Prosa immer eine Geschichte erzählen muss, und dass diese Geschichte zu Ende erzählt werden soll. Wenn das so weitgehend fehlt, dann finde ich das eigentlich sogar etwas ärgerlich. Leider trifft das auf diese Geschichte zu. Am Ende weiß man so richtig, worum es in erster Linie gegangen ist. Lose Erzählfäden, die nie ein abschließendes Muser ergeben. Am markantesten: Der Großvater über dessen Vergangenheit im Krieg ein großes Geheimnis schwebt, das nie auch nur annähernd gelüftet wird. Er habe Schlimmes getan, sei Soldat gewesen und Mörder (Nur weil er das tat, was Soldaten aller Seiten im Krieg so tun, nämlich einander umbringen? Oder war er ein Kriegsverbrecher?). Er habe in der Gefangenschaft dafür gebüßt (wie genau?) Man wartet und wartet auf eine Erklärung, aber die kommt nie.
Auf der vorletzten Seite heißt es:"Was immer sie erwartet hatte, trat nicht ein. Der letzte Vorhang fiel nicht." Besser - im doppelten Sinne - hätte man das Große und das Mittelmaß dieses Romans nicht beschreiben können...

im Shop ansehen weitere Rezensionen von OWI

Großartige Sprache, aber ärgerlich unfertige Geschichte

Herzklappen von Johnson & Johnson von Valerie Fritsch

Was dieses Buch so lesenswert macht, ist die großartige Sprache von Valerie Fritsch. Dem Buchrückentext ist nur zuzustimmen: "Valerie Fritsch schreibt, als würde sie zeichnen - und zwar meisterhaft." Ein Beispiel für einen Satz, der sich einprägt:"Das Schweigen war das Letzte, das sie voneinander hörten.

" Das Buch ist voller schöner Sätze wie diesem.
Warum ich trotzdem nur drei Sterne vergeben habe? Nun ich persönlich bin der Ansicht, dass Prosa immer eine Geschichte erzählen muss, und dass diese Geschichte zu Ende erzählt werden soll. Wenn das so weitgehend fehlt, dann finde ich das eigentlich sogar etwas ärgerlich. Leider trifft das auf diese Geschichte zu. Am Ende weiß man so richtig, worum es in erster Linie gegangen ist. Lose Erzählfäden, die nie ein abschließendes Muser ergeben. Am markantesten: Der Großvater über dessen Vergangenheit im Krieg ein großes Geheimnis schwebt, das nie auch nur annähernd gelüftet wird. Er habe Schlimmes getan, sei Soldat gewesen und Mörder (Nur weil er das tat, was Soldaten aller Seiten im Krieg so tun, nämlich einander umbringen? Oder war er ein Kriegsverbrecher?). Er habe in der Gefangenschaft dafür gebüßt (wie genau?) Man wartet und wartet auf eine Erklärung, aber die kommt nie.
Auf der vorletzten Seite heißt es:"Was immer sie erwartet hatte, trat nicht ein. Der letzte Vorhang fiel nicht." Besser - im doppelten Sinne - hätte man das Große und das Mittelmaß dieses Romans nicht beschreiben können...

im Shop ansehen weitere Rezensionen von OWI

EIne wunderbare Familiengeschichte und eine Liebeserklärung an das "Alte Land"

Altes Land von Dörte Hansen

Was soll ich sagen? Diese Geschichte hat mich einfach bezaubert. Es ist die Geschichte von Vera, die als Kind mit ihrer Mutter aus Ostpreußen vertrieben wird und fortan im Alten Land bei Hamburg sesshaft wird. Aber dort wird sie - ähnlich ist es ja vielen Vertriebenen gegangen - nie wirklich heimisch.

Und es ist die Geschichte ihrer Nichte Anne, die eines Tages bei ihr auftaucht. Sie iist im übertragenen Sinne in ihrer Familie nie heimisch geworden.
Diese zwei Leben verwebt Dörte Hansen in ihrer Geschichte zu einem überzeugend schönen Muster. Der Roman ist einfach zum Lachen schön, zum Weinen schön, zum Nachdenken schön, zum Ärgern schön, zum Freuen schön.
Kurzum: Kaufen und lesen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von OWI

EIne wunderbare Familiengeschichte und eine Liebeserklärung an das "Alte Land"

Altes Land von Dörte Hansen

Was soll ich sagen? Diese Geschichte hat mich einfach bezaubert. Es ist die Geschichte von Vera, die als Kind mit ihrer Mutter aus Ostpreußen vertrieben wird und fortan im Alten Land bei Hamburg sesshaft wird. Aber dort wird sie - ähnlich ist es ja vielen Vertriebenen gegangen - nie wirklich heimisch.

Und es ist die Geschichte ihrer Nichte Anne, die eines Tages bei ihr auftaucht. Sie iist im übertragenen Sinne in ihrer Familie nie heimisch geworden.
Diese zwei Leben verwebt Dörte Hansen in ihrer Geschichte zu einem überzeugend schönen Muster. Der Roman ist einfach zum Lachen schön, zum Weinen schön, zum Nachdenken schön, zum Ärgern schön, zum Freuen schön.
Kurzum: Kaufen und lesen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von OWI

Gut gemachter historischer kriminalroman

Der rote Judas von Thomas Ziebula

Die Latte für historische Kriminalromane, die in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen spielen, ist vor allem durch die Gereon-Rath-Romane von Volker Kutscher SEHR hoch. Am nächsten an diese Benchmark heran, wenn auch nicht ganz auf das gleiche Niveau, kommen meiner Ansicht nach die Bücher der Inspektor-Emmerich-Reihe von Alex Beer.

Etwa in diese Liga würde ich auch Thomas Ziebulas Roman "Der rote Judas" einordnen. Er spielt in Leipzig. Sowohl seine Hauptfigur, Paul Stainer, als auch das Gros der anderen Charaktere sind vom Ersten Weltkrieg geprägt. Das Zeitkolorit trifft Ziebula gut, wenn er auch da und dort etwas zu dick aufträgt.
Die Handlung dreht sich um ein Kriegsverbrechen der Deutschen Armee im Weltkrieg und um eine jener paramiltärischen Verbände, die es nach diesem für Deutschland verlorenen Krieg tatsächlich vielerorts gegeben hat. Die Handlung ist gut durchdacht, der Spannungsbogen hält bis zum Schluß. Was offen bleibt, ist gut gewählt und macht Lust auf die (schon erschienene) Fortsetzung.
Historisch ist manches aber schon etwas ungenau. So ist von einem Soldaten die Rede, der 1915 bei Verdun gefallen sei - nicht sehr wahrscheinlich, denn DIE Schlacht um Verdun war 1916. Dass an der Somme 1916 die ersten britischen Tanks zum Einsatz kamen ist richtig. Sie konnten aber sicher nicht in einem Fluß oder Kanal herumfahren, wie an einer Stelle im Roman suggeriert wird. Und das das deutsche Heer im Ersten Weltkrieg "Reichswehr" genannt wurde, ist meines Wissens nach auch nicht richtig. Erst für die Zeit der Weimarer Republik stimmt es.
Insgesamt: Vier Sterne. Wer historische Krimis mag, macht mit einem kauf sicher michts falsch.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von OWI

gut gemachter historischer Kriminalroman

Der rote Judas von Thomas Ziebula

Die Latte für historische Kriminalromane, die in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen spielen, ist vor allem durch die Gereon-Rath-Romane von Volker Kutscher SEHR hoch. Am nächsten an diese Benchmark heran, wenn auch nicht ganz auf das gleiche Niveau, kommen meiner Ansicht nach die Bücher der Inspektor-Emmerich-Reihe von Alex Beer.

Etwa in diese Liga würde ich auch Thomas Ziebulas Roman "Der rote Judas" einordnen. Er spielt in Leipzig. Sowohl seine Hauptfigur, Paul Stainer, als auch das Gros der anderen Charaktere sind vom Ersten Weltkrieg geprägt. Das Zeitkolorit trifft Ziebula gut, wenn er auch da und dort etwas zu dick aufträgt.
Die Handlung dreht sich um ein Kriegsverbrechen der Deutschen Armee im Weltkrieg und um eine jener paramiltärischen Verbände, die es nach diesem für Deutschland verlorenen Krieg tatsächlich vielerorts gegeben hat. Die Handlung ist gut durchdacht, der Spannungsbogen hält bis zum Schluß. Was offen bleibt, ist gut gewählt und macht Lust auf die (schon erschienene) Fortsetzung.
Historisch ist manches aber schon etwas ungenau. So ist von einem Soldaten die Rede, der 1915 bei Verdun gefallen sei - nicht sehr wahrscheinlich, denn DIE Schlacht um Verdun war 1916. Dass an der Somme 1916 die ersten britischen Tanks zum Einsatz kamen ist richtig. Sie konnten aber sicher nicht in einem Fluß oder Kanal herumfahren, wie an einer Stelle im Roman suggeriert wird. Und das das deutsche Heer im Ersten Weltkrieg "Reichswehr" genannt wurde, ist meines Wissens nach auch nicht richtig. Erst für die Zeit der Weimarer Republik stimmt es.
Insgesamt: Vier Sterne. Wer historische Krimis mag, macht mit einem kauf sicher michts falsch.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von OWI