Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Wetterfrosch:
Mörderische Tage - aufregende Suche nach dem Mörder
Perfect Day von Romy Hausmann
Perfect Day ist ein extrem spannender Thriller von Romy Hausmann, der fesselt, überrascht und schockiert.
Seit Jahren ist die Polizei schon hinter einem Serienmörder her, der bereits 10 Mädchen zwischen 6 und 10 Jahren ermordet und mit roten Schleifen im Haar gekennzeichnet hat. Nun wurde der hochrangige Philosophie-Professor Walter Lesniak als potentieller Mörder gefangen genommen und sitzt in Untersuchungshaft.
Seine Tochter Ann ist schockiert und kann dies nicht glauben. Es kommt ihr vor wie in einem schlechten Traum, denn ihr gutmütiger, liebevoller Vater kann keiner Fliege was zu Leide tun. Voll Entsetzen ist sie unfähig ihr Germanistikstudium fortzuführen, jobbt stattdessen in einem Café und beginnt auf eigene Faust nach dem eigentlichen Mörder zu suchen. Hierbei bekommt sie mit der Zeit Unterstützung vom Journalisten Jakob und die beiden geben alles, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.
Das ist das erste Buch, das ich von Romy Hausmann las und sie hat mich mit ihrem flüssigen und besonderen Sprachstil vollständig von sich überzeugt. Gekonnt schafft sie es, Spannung aufzubauen und zu halten und baut überraschende Wendungen ein. Mich hat das Buch bis zum Schluss gefesselt. Die Story erlebt man aus der Sicht von Ann und immer am Kapitelende erhält man einen kleinen Einblick in die Sichtweise des Mörders.
Das Cover ist gelungen gestaltet und passt farblich gut zu einem Thriller.
Die Charaktere sind realistisch und vielschichtig gestaltet und lassen viel Raum für Verdächtigungen. Zudem sind Ann und Jakob starke Protagonisten, die unablässig ermitteln und Mut beweisen. Ingesamt lässt einen dieser Thriller stets mitraten, wer der Mörder sein könnte. Am Ende war ich jedoch von der Auflösung überrascht.
Ein gelungenes und sehr empfehlenswertes Buch von Romy Hausmann, das einen neuen Blick auf die Tiefen der menschlichen Psyche wirft und spannend unterhält.
Die großartige Rettung des Wiener Tiergartens Schönbrunn
Die Frauen von Schönbrunn von Beate Maly
Dieser historische Roman, in dem die Autorin Beate Maly wieder die Rolle von starken Frauen in der Zeit des Ersten Weltkriegs aufgreift, beleuchtet zugleich auch die Geschichte Wiens. Und ganz besonders hier die Geschichte des Wiener Zoos Schönbrunn.
Emma ist es zu dieser Zeit nicht möglich, Tierärztin zu werden.
Sie wird Tierpflegerin im Tierpark Schönbrunn und da viele junge Männer an die Front des Krieges eingezogen werden, übernimmt sie schnell immer mehr Verantwortung für den Zoo. Beate Maly beschreibt anschaulich die Haltung der Tiere in dieser Zeit und welchen Stellenwert Tiere hatten, wie ihre Gefühle und ihre Intelligenz eingeschätzt wurde.
Der Alltag des Krieges wird für Emma und ihre schwangere Schwester Greta immer beschwerlicher, da ihr Vater und auch der Ehemann von Greta eingezogen wurden.
Die katastrophale medizinische Versorgungslage und vor allem auch der Hunger werden für den Zoo zur existenziellen Grundfrage. Können Tiere gefüttert werden, wenn die Menschen täglich hungern? Einige Tiere müssen geschlachtet werden, für das Überleben anderer Tiere.
Dieser Roman zeigt, dass es auch in schlimmsten Zeiten eine Wende zum Guten geben kann.
Es bleibt immer ein Funken Hoffnung, der nie aufgegeben werden darf. Dabei hilft ihr die Liebe zu dem Kriegsversehrten Tierarzt Julius Winter.
Obwohl im Buch die Elefanten nur wenig Raum finden, zeigt das wunderschöne Cover des Buches die Pflege von Elefanten und im Vordergrund eine junge Frau, die wohl Emma darstellen soll. In der Innenseite des Bucheinbands werden Emma und ihre Schwester Greta kurz vorgestellt und im hinteren Einbandbereich wird kurz die Geschichte des Tiergartens Schönbrunn erzählt.
Beate Malys Schreibstil ist absolut fesselnd und gefühlvoll.
Da ich Zoos in allen Kontinenten sehr gerne besuche, war das Lesen dieses Buch für mich unverzichtbar.
Ich empfehle allen, die Tiere gerne mögen, dieses Buch zu Lesen und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Buch.
Wenn Freundschaft zur Gefahr wird
In ewiger Freundschaft von Nele Neuhaus
Bereits mit dem geheimnisvollen, leicht düsteren Cover reiht sich dieses Buch sehr gut in die Krimireihe um die Kriminalhauptkommissare Pia Sander und Oliver von Bodenstein ein.
Mit Nele Neuhaus zehntem Band kommt wie gewohnt Spannung auf und Geheimnisse treten ans Licht.
Durch ihren flüssigen und angenehmen Schreibstil taucht man rasch in die Handlung ein und kann mit den Ermittlern auf Spurensuche in einem in sich stimmigen Fall gehen.
Die Story dreht sich dieses Mal rund um das Frankfurter Verlagswesen. Die ehemalige Programmdirektorin des Winterscheid Verlags Heike Wersch wird vermisst. In ihrer Wohnung wird ihr dementer Vater dehydriert aufgefunden. Die Küche zeigt Spuren einer Bluttat. Das alles vor dem Hintergrund, dass ihr erst vor kurzem vom Verlag gekündigt wurde und sie einen Autor, mit dem sie seit ihrer Jungend freundschaftlich verbunden ist, des Plagiats beschuldigt hat. Etwas später wird ihre Leiche gefunden.
Die Geschichte beginnt mit einem Rückblick auf einen Urlaub im Jahre 1983 auf der französischen Atlantikinsel Ile de Noirmoutier. Hier liegt die Quelle der immerwährenden Feindschaft des Freundeskreises.
Dieser Freundeskreis ist eng verstrickt in den Winterscheid Verlag und die Beziehungen der einzelnen Charaktere zueinander sind emotional tiefgründig und der Leser misstraut bis zum Ende des Buches den meisten Personen. Die Spannung bleibt beim Lesen bis zur schlüssigen Auflösung erhalten, die Handlung überzeugt und lässt Raum zum Miträtseln.
Nele Neuhaus schafft in diesem Roman eine Atmosphäre wie es sonst nur renommierte Autoren wie etwa Agatha Christie oder Edgar Wallace erreichen.
Ein rundum gelungener Kriminalroman der Taunusreihe mit interessanten Einblicken in das Verlagswesen, den wie immer sympathischen Ermittlern Pia Sander und Oliver von Bodenstein, einem permanenten Spannungsbogen und einer überraschenden Auflösung.
Ich kann das Lesen dieses neuesten Buches von Nele Neuhaus allen Liebhabern von Krimis sehr ans Herz legen. Ich selbst bin total begeistert!
UFA - faszinierende Entstehung des Kinos im Berlin der Weimarer Republik
Der Traumpalast von Peter Prange
Mit viel Herzblut lässt Bestsellerautor Peter Prange in seinem Buch „Der Traumpalast“ die Zwanziger Jahre aufleben. Der erste Band „Im Bann der Bilder“ wurde aufwändig recherchiert und bietet Geschichtsunterricht vom Feinsten. Deutschland im Aufbruch nach dem Desaster des Ersten Weltkrieges mit allem Elend, großer Armut und Arbeitslosigkeit.
Um der Last des Krieges zu entkommen, sehnen sich die Menschen nach Freiheit, Wohlstand und Lebensfreude. Daraus wächst ein neues Lebensgefühl, das der UFA-Filmpalast als neues Berliner Großprojekt mit der Erfindung des Kinos perfekt erfüllt.
Tino, Berliner Bankiersohn und Lebemann begegnet als Finanzdirektor der UFA der jungen Rahel. Rahel stammt aus einem gutbürgerlichen Elternhaus und träumt von einer Karriere als Journalistin. Tino, immer noch traumatisiert vom Krieg ist von Rahel fasziniert. Sie ist Jüdin und voller Tatendrang für einen Einstieg in die männlich dominierte Welt des Journalismus.
Der Glanz der Traumfabrik, Stars und Sternchen lassen die Menschen in die Kinos strömen. Hier lässt Peter Prange einige historische Filmgrößen in der fiktiven Handlung des Buches aufleben.
Gleichzeitig wird der Leser durch den politischen Untergang der Weimarer Republik mit den unüberwindbaren Problemen der Arbeitslosigkeit geführt. Die Stärkung des Nationalsozialismus und der aufkommende Antisemitismus gehen auch an Tino und Rahel nicht spurlos vorbei. Die neu gegründete NSDAP von Adolf Hitler ist nicht zu bremsen. Peter Prange zeigt hervorragend die politischen und gesellschaftlichen Strömungen und beschreibt detailreich historische Ereignisse mit zahlreichen bekannten Persönlichkeiten. Das alles in sehr anschaulichem und flüssigem Schreibstil, so dass die gut 800 Seiten des Buches Geschichtsunterricht par Excellence bieten und gleichzeitig den heutigen Zeitgeist treffen.
Das sehr ansprechende Cover zeigt ein Paar in gepflegter Kleidung beim Betreten eines opulenten Filmpalastes im Stil der zwanziger Jahre.
Ich kann dieses Buch für alle historisch interessierten Leser und für Kinoliebhaber sehr empfehlen.
Berlin zwischen Glitzerwelt und Finsternis
Berlin Friedrichstraße: Novembersturm von Ulrike Schweikert
Novembersturm Berlin Friedrichstraße von Ulrike Schweikert ist ein wunderbarer Roman des Berlins der 1920er Jahre. Gezeichnet durch das Leid des Ersten Weltkrieges, dem Tatendrang des Wiederaufbaus, enormem technischen Fortschritts und dem Wunsch der Gesellschaft nach lustvoller Leichtigkeit und Vergnügen.
Die Protagonisten Robert, Luise und Johannes wachsen im Berliner Stadtteil Charlottenburg am Stuttgarter Platz in gutbürgerlichen Verhältnissen auf. Sie sind von Kindheit an eng befreundet. Später verlieben sich Robert und Johannes in die schöne Luise. Luise entscheidet sich für Johannes und kurz bevor Johannes und Robert an die Front eingezogen werden, verloben sich Johannes und Luise heimlich. Robert kommt am Ende des Krieges zurück in die Heimat, von Johannes fehlt jede Spur. Daraus entsteht eine Liebesbeziehung zwischen Luise und Robert, sie möchten heiraten und ausgerechnet am Tag der Hochzeit erscheint Johannes, verarmt, kriegsversehrt und hoffnungslos. Kann Luises Liebe zu Robert das aushalten?
Ulrike Schweikert hat die Geschichte Berlins hervorragend recherchiert. Das wurde bereits in ihren Büchern der Charité-Reihe deutlich. Im Buch Novembersturm zeigt sie alle Facetten der Jahre nach dem Ersten Weltkrieg: tiefe emotionale Wunden und körperliche Versehrtheit, gesellschaftliche Kluften, technischer Fortschritt, politische Ideologien, Vielfalt der Kunst. Zensur, Emanzipation der Frau, Judenhass und Homosexualität. Das alles erzählt sie in sehr mitreisendem und emotionalem Schreibstil. Dabei nimmt Sie immer wieder Bezug zu berühmten Persönlichkeiten dieser Zeit wie Marlene Dietrich, Erich Kästner und vielen mehr.
Das sehr ansprechende Cover zeigt im oberen Teil eine elegante Frau, das könnte Luise darstellen und im unteren Bereich den Bahnhof Friedrichstraße. Zur besseren Orientierung in Berlin hilft ein Stadtplan Berlins im vorderen Klappenbereich. Am Ende des Buches hat Ulrike Schweikert ein Verzeichnis über die Quellen ihrer Recherche aus Literatur, Magazinen und Filmen eingefügt, hilfreich für alle Leser, die ihr Geschichtswissen noch etwas vertiefen möchten.
Ein sehr emotionaler Roman, spannend und fesselnd geschrieben, mit großem geschichtlichem Hintergrund, absolut lesenswert und filmreif.
Kriegslast und wunderbare Natur
Fanzi von Elisabeth Schmidauer
Fanzi ist ein Roman, der den zweiten Weltkrieg aus einer bisher nicht beschriebenen Seite zeigt. Franz trägt das Leid und die Schuld des Krieges über Jahrzehnte in sich. Erst durch seine Enkelin Astrid lernt
Franz nach und nach sich vor dieser Last zu lösen.
Elisabeth Schmidauer erzählt immer im Wechsel aus der Sicht von Astrid der Biologin und von Franz ihrem Großvater, der so unendlich lange unter seinen traumatischen Erlebnissen gelitten hat.
Die detailgenauen Naturbeschreibungen lassen den Leser die Natur förmlich erleben. Gleichzeitig wird die Geschichte von Franz erzählt, der in einem kleinen österreichischen Dorf die Kriegszeit verbrachte.
In sehr fesselndem Schreibstil beschreibt Frau Schmidauer die große Liebe von Franz zu seiner kleinen Schwester Elfi, die ihn Fanzi nannte und damit den Titel des Buches kreierte. Durch eine Erkrankung muss sie die Familie verlassen und wird in ein Heim gebracht. Franz quälen deshalb ewige Schuldgefühle.
Sie gab ihm die Kraft, das Leid der Familie und des Krieges zu ertragen.
Gleichzeitig fühlte ich beim Lesen auch sehr stark, wie alltägliche Dinge das Leben lebenswert machen können.
Das sehr ansprechende Cover zeigt den nachdenklichen Franz alleine in der Natur.
Ein absolut lesenswertes Buch, das für mich auch geeignet wäre, im Schulunterricht zum Thema zweiter Weltkrieg eingesetzt zu werden.
Sarahs Aufstieg zu einer Expertin der Londoner Auktionsszene
Das Auktionshaus von Amelia Martin
Im Jahre 1910 lernt Sarah im Atelier, in dem ihre Mutter als Näherin arbeitet, Lady Sudbury kennen. Lady Sudbury ist eine vornehme Dame aus Londons bester Gesellschaft und sie findet Gefallen an Sarah. Sie stellt Sarah als Gesellschafterin ein und bietet ihr ein attraktives Gehalt. Für Sarah, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt, ist es die Chance ihres Lebens.
Lady Sudbury nimmt sie mit auf Reisen und unterrichtet sie in Allgemeinbildung und Französisch. Sarah lernt schnell, ist intelligent und fleißig. Sie erhält eine neue Arbeitsstelle als Sekretärin im Auktionshaus Varnham’s . Die Wirren des ersten Weltkrieges helfen ihr, die Karriereleiter nach oben zu klettern. Sie ist eine selbstbewusste und sehr erfolgreiche junge Frau geworden und eine interessante Liebesbeziehung bahnt sich an.
Der historische Roman „Das Auktionshaus – Der Glanz Londons“ wurde von der Autorin unter dem Pseudonym Amelia Martin in fabelhaftem und sehr flüssigem Schreibstil geschrieben. Sie recherchierte detailliert die Zeit des ersten Weltkriegs und die Folgejahre. Die Alltagsbeschreibungen der Kriegsjahre sind beeindruckend. Die tiefen Kenntnisse der Autorin im Auktionsgeschäft sind fabelhaft und eröffneten mir eine neue Sicht in die Welt der schönen und wertvollen Gegenstände.
Das Cover zeigt Sarah in einer vornehmen Londoner Straße. Sie trägt einen edlen dunkelroten Samtmantel, weiße Handschuhe und sie wirkt durchaus elegant. Durch ihren Mut, Glück und ihrem liebenswerten Charakter, aber vor allem durch ihren Fleiß und ihre Intelligenz hat sie einen außergewöhnlichen gesellschaftlichen Aufstieg geschafft.
Ein wunderbar gefühlvoller historischer Roman der unbedingt gelesen werden muss. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Eintauchen in die afrikanische Wildnis
Löwenherzen von Gesa Neitzel
Beim ersten Betrachten des sehr ansprechenden Covers von "Löwenherzen – Zwei unterwegs in Afrika" spürt man schon das Glück, das Gesa Neitzel zusammen mit ihrem Lebensgefährten Frank ausstrahlen. Sie gehen in ruhiger Harmonie mit Fernglas und Kamera durch die afrikanische Natur, immer bereit für ein neues Abenteuer.
Im unteren Teil des Covers kann man einer entspannten Löwin direkt in die Augen schauen. Diese Abenteuer im Einklang und mit viel Liebe zur Natur beschreibt Gesa Neitzel einzigartig und weckte damit ein starkes Fernweh in mir.
Gesa Neitzel kam ursprünglich aus Berlin und reiste nach Südafrika um dort eine Ausbildung zur Rangerin zu machen. Dabei lernte sie die Verhaltensweisen der Tiere kennen und die Kunst Spuren zu lesen. Jetzt lebt sie mit Frank, der aus Südafrika stammt, zusammen in Australien und arbeitet als Autorin.
In diesem Buch erzählt sie in sehr ansprechender Sprache von ihrer mehrjährigen Reise mit Frank durch Botswana, Namibia und Sambia. In ihrem schon etwas älteren Landrover Ellie schlafen Sie im Zeltdach und erleben dabei die ganze Pracht der Elefanten, Flusspferde, Zebras, Gnus, Antilopen, Hyänen, Giraffen, Löwen, Leoparden, Stachelschweinen und vielen weiteren Tieren. Für den Leser des Buches sind diese Beschreibungen sehr lehrreich und man fühlt sich wie in einer Reise durch die Wildnis.
Da ich selbst schon mehrmals in Botswana und Namibia unterwegs war, kann ich nachfühlen, wenn Gesa im WC auf eine Puffotter trifft oder wenn sie im Mokorro in Botswana auf nervöse Flusspferde stößt. Die Fotos im Mittelteil des Buches zeigen einen kleinen und trotzdem sehr gefühlvollen Einblick in die Reise. Eine Karte des südlichen Afrikas veranschaulicht die Route der Reise beginnend in Botswana, weiter geht die Safari durch Namibia und Sambia ist das letzte Land der Reise.
Löwenherzen ist ein absolut lesenswertes Buch, ich kann es jedem nur empfehlen in dieses Buch einzutauchen und die Sehnsucht nach Afrika zu erfahren.
Packender Thriller, der die Gefährlichkeit von Social Media aufzeigt
Die Karte von Andreas Winkelmann
Die Ermittler Jens Kerner und Becca Oswald sind auf der Spur eines Mörders, welcher Joggerinnen auf grausame Weise umbringt und vor nichts zurückschreckt.
Die Geschichte spielt in naher Zukunft, in der die Coronazeit schon vorbei ist.
Dies ist der 4. Band der Kerner und Oswald Ermittlerreihe von Andreas Winkelmann und mein erstes Buch des Autors.
Durch seinen flüssigen und angenehmen Schreibstil hat er mich sofort in seinen Bann gezogen.
Das Buch beginnt direkt sehr spannend und Winkelmann schafft es den Spannungsbogen durchweg aufrecht zu halten. Verschiedene Handlungsstränge laufen zunächst parallel und verflechten sich immer mehr, bis das Ganze einen Sinn ergibt. So sieht man die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, wie z.B. von Jens Kerner oder aus der Sicht des Mörders und der Opfer. Dadurch wirken einzelne Szenen teils sehr grausam und man erhascht Einblicke in die dargestellte Psyche vom Täter und spürt die Angst der Opfer. Immer wieder kommt es zu unerwarteten Wendungen, die den Leser im Dunkeln tappen lassen und zum Mitraten anregen. Auf die Lösung der Geschichte wäre ich nie gekommen.
Die Charaktere sind allesamt unterschiedlich und authentisch gestaltet, Personen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten und alle sehr gut vorstellbar beschrieben.
Sympathisch finde ich es, dass die Ermittlerin Becca Oswald im Rollstuhl sitzt und eine wichtige Rolle inne hat. Dennoch wird auch klar, dass sie trotzdem benachteiligt ist.
Gefallen hat mir auch der digitale Forensiker Hillmann-Tony. Und natürlich allen voran der Kommissar Kerner, der hartnäckig und zielgerichtet den Fall aufnimmt, auch mal Schwächen zeigt, sehr kollegial ist und der einen als Leser auf seine Ermittlungen mitnimmt.
Der Kern der Geschichte: Selbstpräsentation in Social Media ist ein wichtiges und gut gewähltes Thema. Ständige Überwachung z.B. per Fitness-GPS-Tracker und Mitteilung der Daten im Internet machen das Leben durchsichtiger und auch gefährlicher.
Weitere Themen der Story, wie Kindesmisshandlung und Drogenabhängigkeit, sind Randthemen der Gesellschaft für die es weiterhin keine guten Lösungen gibt, welche aber gut im Buch präsentiert werden.
Insgesamt hat mir das Buch super gefallen und mir spannende Lesestunden beschert. Ich bin vom Aufbau des Buches, den Charakteren und der Themenwahl sehr begeistert. Man kann den Band gut lesen, ohne die vorherigen zu kennen. Die weiteren Bücher der Thrillerreihe des Ermittlerduos möchte ich nun gerne auch noch lesen und hoffe, dass es auch noch weitere Bände geben wird.
Klare Empfehlung für Fans von Thriller und Spannung, die vor kaltblütigen Mordgeschichten nicht zurückschrecken.
Entschlüsselung der Geheimnisse um die Wiener Ritualmorde mit Hilfe des Totengräbers Augustin Rothmayer
Das Buch des Totengräbers (Die Totengräber-Serie 1) von Oliver Pötzsch
Wien im Jahre 1893 mit seinen Tagelöhnern, Dienstmädchen und Blumenmädchen und der alltäglichen Armut inmitten einer Weltstadt. Zerstreuung sucht man schon damals für einige sorglose Stunden im Prater. Die bürgerliche und adlige Gesellschaft an der Galopprennbahn und die einfache Bevölkerung Wiens am Wurstelprater.
Am Rande der Amüsierviertel geschehen innerhalb kurzer Zeit mehrere Ritualmorde an Dienstmädchen. Die Leichen werden ermordet und gepfählt aufgefunden, als Leopold von Herzfeldt, ein junger Inspektor aus Graz, seinen Dienst bei der Wiener Polizei antritt. Ausgestattet mit einer Kamera und mit seinen Kenntnissen der Kriminalstatistik möchte er effektiv und wissenschaftlich an der Mordaufklärung ermitteln. Die Wiener Kollegen vereiteln Leopold von Herzfeldt die Mitarbeit an der Mordaufklärung und senden ihn stattdessen zu einem Fall der Grabräuberei auf den Wiener Zentralfriedhof. Dort trifft er auf den Geige spielenden Totengräber Augustin Rothmayer. Seit Generationen steht seine Familie im Dienst des Zentralfriedhofs und er hat ein erstaunliches Wissen über den Verwesungszustand von Leichen und den damit verbundenen Rückschlüssen zum Todeszeitpunkt und der Todesart. Er kennt alle Formen des natürlichen Todes und er ist ein Spezialist in Sachen Mord. Geschätzt wird sein Wissen nicht zuletzt auch vom Leiter des gerichtsmedizinischen Instituts. Dieses Wissen ist die Grundlage für den von ihm verfassten „Almanach für Totengräber“, das erste Werk dieser Art.
Leopold von Herzfeldt findet in Augustin Rothmayer einen Mitstreiter bei der Aufklärung der Dienstmädchenmorde und zusammen mit der Telefonistin Julia Wolf genannt das „Lämmchen“ gelingt es ihnen die Morde zu entschlüsseln. Dabei stoßen Sie auf tiefe moralische Abgründe der feinen Gesellschaft Wiens.
Das ansprechende Cover zeigt eine Silhouette des Wiener Stephansdoms integriert in einen Grabhügel mit Kreuz.
Der Autor Oliver Pötzsch überzeugt in diesem historischen Kriminalroman mit einer sehr lebendigen Darstellung Wiens zum Ende des 19. Jahrhunderts. Er gibt einen Einblick in die anstehenden technischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Ich liebe seinen Schreibstil und ich habe auch bereits alle seine Bücher aus der Reihe der Henkerstochter gelesen. Oliver Pötzsch ist wieder ein von der ersten bis zur letzten Seite spannender Kriminalroman gelungen. Absolut lesenswert!











