Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anja:
Auftaktband mit vielen Überraschungen
Die Hüter der fünf Jahreszeiten, Band 1: The Lie in Your Kiss (Romantische Fantasy - So aufwühlend wie der Herbstwind, so unvergesslich wie ein Sommerabend.) von Kim Nina Ocker
Die Idee der Geschichte hat mir gut gefallen: Es gibt vier Jahrenszeitenfamilien, die über den Jahreszyklus wachen und die Jahreszeiten einleiten, damit alles seinen geordneten Gang geht. Diese Familien besitzen magische Kräfte, die auf die jeweiligen Eigenschaften der Jahreszeit angepasst sind. Verbindungen mit normalen Menschen werden nicht gern gesehen, ebenso Beziehungen zu den anderen Jahreszeitenhöfen.
Bloom ist ein Wintermädchen. Aber sie besitzt keine Kräfte und deshalb wurde sie bisher nicht unterrichtet und auch nicht für die Position einer Hütern vorbereitet. Das ganze System ist ihr verhasst. Sie fühl sich nicht richtig zugehörig, wird sie doch aus vielen Familienangelegenheiten ausgeschlossen. Dennoch genießt sie es, dass sie dadurch die Freiheit hat, eine öffentliche Schule zu besuchen.
Ein Vorfall innerhalb der Familie macht sie zur nächsten Hüterin. Mit allen Pflichten, die dazu gehören. Und mit plötzlich erwachenden Kräften, die Bloom nicht zu beherrschen weiß.
Zwar war mir Bloom nicht unsympathisch, ich habe sie allerdings oft als unnötig zickig und auch sehr naiv empfunden. Wenn ihr ganz offensichtlich jemand etwas verschweigt – was sie auch bemerkt –, geht sie darüber hinweg und schenkt demjenigen dennoch ihr Vertrauen. Mit fatalen Auswirkungen. Sie trifft Entscheidungen, ohne die Folgen komplett zu überdenken. Zu ihrer Verteidigung muss man natürlich sagen, dass sie viele Dinge nicht wissen kann, weil es ihr nie erklärt wurde. So richtig intensiv sucht sie aber auch nicht nach Antworten.
Da Bloom die Ich-Erzählerin ist, teilt sie mit den Leser/innen entsprechend auch nur ihr eingeschränktes Wissen, gibt aber viele Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle.
Das Buch entwickelt sich völlig anders, als der Klappentext zunächst vermuten lässt. Nur der Titel dienst hier quasi als kleiner Spoiler. Die unerfahrene Bloom ist das perfekte Opfer für eine Gruppe von Leuten, die das ganze System umkrempeln wollen. Dadurch gerät die 17-jährige unverschuldet zwischen die Fronten. Welche Seite Recht hat, vermag sie nicht zu sagen. Bloom versucht, das Richtige zu tun, gerät dabei aber immer wieder in neue Schwierigkeiten. Dadurch liegt durchweg eine gewisse Spannung über der Geschichte. Es gibt einige Wendungen, die mich überraschen konnten. Allerdings gab es auch einige Längen. Oft passiert gar nicht so richtig viel – weil Bloom nicht weiter weiß oder nichts tun kann. Sie denkt viel nach, dreht sich dabei aber auch oft im Kreis. Unnötigerweise gibt es auch etliche Wiederholungen bereits geschilderter Sachverhalte.
Zum Ende hin nehmen Spannung und Dramatik deutlich zu. Es kommt zu weiteren Überraschungen und traurigen Momenten. An einer besonders dramatischen Stelle endet das Buch und lässt noch viele Fragen offen.
Fazit
Auftaktband voller Wendungen, Intrigen und Geheimnisse. Die Idee der Story hat mir gut gefallen. Streckenweise empfand ich die Protagonistin als anstrengend, die aufgrund ihrer Naivität nicht ganz unschuldig von Problem zu Problem stolpert. Neben vielen spannenden und überraschenden Momenten hat die Geschichte aber auch einige Längen. Der Cliffhanger macht neugierig auf die Fortsetzung.
Abwechslungsreich, spannend, magisch
Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann von Kerstin Gier
Auf einer Party trifft der 17-jährige Quinn ein Mädchen, das ihn vor einer Gefahr warnt. Aber bevor er herausfinden kann, worum es geht, hat Quinn einen schweren Unfall. Danach sieht er immer häufiger Dinge, die nicht real sein können. Da er sich niemandem anvertrauen kann, sucht er Hilfe bei seiner Nachbarin Matilda.
Die zwei Familien können sich nicht ausstehen und was die Matilda über ihn denkt, ist ihm egal. Oder…? Und dann ist es ausgerechnet Matilda, die ihn unterstützt, als all die irren Dinge wahr zu sein scheinen…
Ich kenne bisher nur ein Buch von Kertin Gier. Wolkenschloss habe ich damals als Hörbuch gehört und fand es recht gut. Komplett umgehauen hat es mich aber nicht. Vergissmeinnicht hingegen hat mich sofort in seinen Bann gezogen.
Quinn und Matilda sind unglaublich tolle, sympathische Protagonisten. Abwechselnd schildern die beiden ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle aus der Ich-Perspektive. Der anschauliche, flüssige Schreibstil macht es leicht, sich in die Figuren einzufühlen und sich all die neuen Wesen vorzustellen.
Von ihrer Familie wird Matilda als „schwarzes Schaf“ bezeichnet. Dabei scheint sie doch die einzig “normale“ zu sein. Da die Mädchen der Familie sich aber alle sehr ähnlich sehen, kam und kommt es immer wieder zu Verwechslungen – teils sehr unangenehm für Matilda. Als Fantasy-Leseratte kann sie sich mit allem Übernatürlichen fast schneller anfreunden als Quinn, dessen Leben sich so schlagartig ändert.
Quinn ist nach seinem Unfall mit der Situation überfordert. Er sieht Dinge, die er nicht sehen sollte. Der Versuch, mit seinen Mitmenschen darüber zu reden, bringt ihm aber nur deprimierende Psychologentermine ein. Nach und nach eröffnet sich ihm eine neue, fremde Welt mit ungewöhnlichen Wesen und Begebenheiten, die verborgen vor den Menschen existiert. Als er sich sicher sein kann, dass er nicht verrückt ist, beginnt er, die neuen Erkenntnisse zu hinterfragen. Was gar nicht so einfach ist, wenn einem immer nur Halbwahrheiten aufgetischt werden.
Schnell wissen er und Matilda nicht mehr, wem sie glauben und vertrauen können. Ihnen passieren unglaublich viele unglaubliche Dinge. Die Handlung bietet einige Wendungen und Überraschungen. Aber vor allem hält sie lauter liebevoll ausgearbeitete Fantasywesen bereit. Fiese Schurken, zauberhaft-niedliche Wesen und verrückte Typen.
Die Mischung aus Fantasy-Abenteuer und zaghafter Annährung der mehr oder weniger verfeindeten Nachbarskinder hat mir gut gefallen. Die Geschichte weist dadurch ruhigere, gefühlvolle Momente zwischen all den rasanten und fantastischen Begebenheiten auf. Es werden ununterbrochen Fragen aufgeworfen, die die Spannung hoch halten und das Schicksal der Figuren offen lassen. Ich bin förmlich durch die Seiten gerast, weil ich stetig mit den beiden mitgefiebert habe und wissen wollte, wie es weitergeht.
Das offene Ende macht Lust auf die Fortsetzung.
Fazit
Sehr sympathische Figuren, mit denen man gern mitfiebert, eine tolle ausgearbeitete Fantasywelt mit facettenreichen Bewohnern, und eine abwechslungsreiche, spannende Handlung sorgen für aufregende Lesestunden. Ich bin gespannt auf Band 2.
wendungsreich und voller Geheimnisse
Flame & Arrow, Band 1 - Drachenprinz von Sandra Grauer
Drachenprinz Aiden wird an ein Collage in Dublin geschickt. Elfenkriegerin Kailey ebenfalls – allerdings nicht zum Studieren, sondern um den Drachen auszuspionieren. Denn ein Krieg zwischen beiden Völkern scheint kaum noch vermeidbar. Jedes Wissen über den Gegner kann daher zum Vorteil werden. Doch Kaileys Auftrag steht von Beginn an auf wackeligen Beinen…
Von Sandra Grauer kenne ich bisher leider nur Band 1 von „Clans of London„.
Das Buch fand ich super – fragt mich nicht, warum ich den zweiten Band bisher nicht gelesen habe. Tatsächlich wäre es nicht verkehrt gewesen, auch Teil 2 zu kennen, da Flame und Arrow zwar grundsätzlich eigenständig ist, die bekannten Figuren und ihre Geschichte aber dennoch darin vorkommen und es schon auch irgendwie um die Hexenclans geht.
Erzählt wird die Geschichte aus drei verschiedenen Perspektiven, zwei in der Ich-Form, eine aus der personalen Perspektive (der Grund für diesen Unterschied erschließt sich mir nicht). Durch die Wechsel gibt es einen guten Überblick über das Geschehen an verschiedenen Orten und Einblicke in die Strukturen und Vorhaben beider Völker.
Die Fae und die Drachen sind verfeindet. Deswegen sind Aiden und Kailey auch Feinde. Einfach, weil es so sein muss. Nun ist es aber ihre jeweilige Aufgabe, das Vertrauen des anderen zu gewinnen, um den Gegner auszuspionieren. Dabei bekommen sie Einblicke ins Leben und Wesen des jeweils anderen, die sie immer wieder zum Nachdenken und Zweifeln bringen. Doch der drohende Krieg lässt nur wenig Platz für Zuneigung.
Beide waren mir sympathisch, auch wenn ich mit Kailey immer mal wieder gehadert habe, da sie sich sehr viel verbissener an die auferlegten Regeln hält, obwohl es einige Ungereimtheiten gibt.
Interessant sind vor allem die gemeinsamen Szenen der beiden, die geprägt sind von ihrem Versteckspiel und der angeborenen Abneigung zueinander. Neben einigen Wortgefechten gibt es actionreiche Momente und auch emotionalere Szenen.
Die Geschichte steckt voller Geheimnisse. Viele Hintergründe bleiben sehr vage, sodass ich nur über die Absichten beider Völker rätseln konnte. Dabei kommt es im Verlauf zu mehreren Wendungen und Überraschungen, viele Antworten gibt es aber dennoch nicht.
Das Ende ist ein ziemlich fieser Cliffhanger und zudem der einzige Moment, wo ich das Handeln einer Figur absolut überhaupt gar nicht nachvollziehen konnte. Warum…? Ich muss definitiv auch Band 2 lesen, um die Antwort darauf zu erhalten.
Der Schreibstil ist anschaulich und flüssig, die Figuren facettenreich ausgearbeitet. Ich mag das System der Drachen, Fae und Hexen, die durch verschiedene Vorfälle in der Vergangenheit feste Regeln und Gebiete haben. Auch die unterschiedlichen Lebensweisen der Völker fand ich sehr interessant und bin gespannt, mehr darüber zu erfahren.
Fazit
In Erinnerung bleibt: definitiv das schockierende Ende. Die Handlung mit ihren Spannungsmomenten, den vielen offenen Fragen und zahlreichen Wendungen konnte mich überzeugen. Die erschaffene Welt der Drachen, Fae und Hexen hat mir gut gefallen.
Eigentlich total spannend, aber…
Underworld Chronicles - Gejagt von Jackie May
Kurzer Rückblick zu Band 1 und damit auch ein Spoiler zum Vorgänger – aber wer den ersten Band nicht kennt, sollte ohnehin weder diese Rezension noch das Buch lesen:
Ich mochte die vielfältigen Wesen und die wirklich tollen, schrägen Charaktere super gern. Allerdings hat mich gestört, dass Nora von jedem Kerl schwärmt und etliche Flirtereien so viel Raum einnehmen, während doch eigentlich gerade dringende Probleme gelöst werden müssen.
Nora hat zwar eine gewisse Anziehung auf Männer, für die sie nichts kann, aber sie springt selbst auch irgendwie auf jeden Kerl an. Ich hatte gehofft, dass dies in Band 2 etwas weniger dominant ausfällt. Aber weit gefehlt. Es wird sogar noch „schlimmer“, denn hier gibt es kein Liebesdreieck mehr, sondern mindestens ein Drölfeck. So wenig Nora Einfluss auf ihre Außenwirkung haben mag, für ihr Handeln ist sie schon noch selbst verantwortlich und da gibt es hier einige Momente, wo ich ihr Verhalten nicht ganz nachvollziehbar fand. Auch schwärmt sie wieder unglaublich viel von allen möglichen Typen, wodurch für mich die drumherum wirklich spannende Handlung immer wieder Dämpfer erhält.
Dabei steckt Nora eigentlich wieder in einem riesigen Schlamassel. Der Werwolf-Clan bittet Nora um Hilfe. Sie ahnt nicht, welche Auswirkungen das auf sie haben wird und stolpert unwissend in eine große Gefahr hinein. Viele Drahtzieher und Hintergründe bleiben lange unklar, sodass Nora sich in ständiger Gefahr wähnt und sehr vorsichtig agieren muss. Für Spannung ist also gesorgt. Darüber hinaus gibt es dramatische und schockierende Szenen. Die verschiedenen magischen Rassen haben teils sehr grausame Regeln, mit denen Nora Bekanntschaft machen wird.
Die Geschichte bietet einige Wendungen, unerwartete Intrigen und auch ein paar witzige Momente. Die Handlung um den Werwolf-Clan habe ich sehr gern gelesen. Und auch sonst mag ich Noras Interaktion mit den verschiedenen Charakteren grundsätzlich schon, würde mir aber im nächsten Teil weniger Schwärmerei und auch weniger ausführliche Beschreibungen vom Aussehen jedes einzelnen Mannes wünschen.
Am Ende wird ein großes Geheimnis gelüftet, das bereits neue Probleme für den nächsten Band verspricht.
Fazit
Spannende Ereignisse, große Geheimnisse, viele Intrigen. Das Buch hat einige aufregende, emotionale und spaßige Momente zu bieten. Unterbrochen wird die tolle Handlung aber leider immer wieder von zu viel Geflirte und Geschwärme. Teils unnötiges, teils aber auch interessantes Liebesdrölfeck inklusive.
Demokratie kindgerecht erklärt
Wie du die Welt verändern kannst von Sarah Welk
Im Buch wird das Prinzip von Demokratie und Föderalismus in einfachen Worten und mit vielen anschaulichen Vergleichen erklärt, sodass das Grundprinzip verständlich wird. Zudem werden ein paar historische Grundlagen genannt und auch ein vergleichender Blick auf Diktaturen geworfen.
Auch wie eine Wahl funktioniert, welche Stimmen es gibt, welche verschiedenen Wahlen und Regierungsebenen wir in Deutschland haben, wird im Buch erläutert.
Damit ist es nicht nur für Kinder, sondern ebenso für „politikfaule“ Erwachsene geeignet, um sich im Begriffswust von Bundestag, Bundesrat und co zurechtzufinden.
Die Kinder werden als „DU“ direkt angesprochen. Vom kleinen zum großen Bereich wird Schritt für Schritt geschildert, wo und wie Kinder mitwirken können: zuhause in Verhandlungen mit Eltern, in der Schule über Klassensprecher*innen und Schüler*innenparlamente, in ihrer Stadt und dem ganzen Land mit Briefen an Politiker*innen, Demonstrationen oder Petitionen.
Dabei wird darauf hingewiesen, dass es nicht immer darum geht, am Ende wirklich etwas durchzusetzen – denn das kann, gerade auf Stadt- oder gar Bundesebene, natürlich ein schwieriger und langwieriger Prozess sein, Veränderungen überhaupt in Gang zu bringen. Und natürlich sind nicht alle Kinderwünsche umsetzbar und sinnvoll für Erwachsene und auch tatsächlich bezahlbar…
Aber es geht darum, den Mut und die Beharrlichkeit aufzubringen, es überhaupt zu versuchen. Sich für die eigenen Interessen oder den Planeten einzusetzen und sich Gehör zu verschaffen. Und vielleicht kommt ja auf lange Sicht etwas in Gang… Zuhause mit etwas Glück auch schon früher.
So werden den Kindern neben Anleitungen, wie Demonstrationen beantragt und Petitionen eingereicht werden, auch Tipps und Tricks für Verhandlungen an die Hand gegeben: für zuhause oder für die Schule. Und an dieser Stelle weist das Buch für mich ein paar Schwächen auf, denn hier werden Erwachsene teils für dumm verkauft. So wird darauf hingewiesen, sich in vielen Bereichen Hilfe von älteren Kindern oder Erwachsenen zu suchen (was beispielsweise Internetaktivitäten oder Anträge angeht). Aber bei einigen Aktionen wird empfohlen, die Jüngsten zu schicken, da diese gestresste Erwachsene besser um den Finger wickeln können…
Auch was die Tipps für die Verhandlungen mit Eltern angeht, finde ich zumindest die Art der Formulierung teils grenzwertig. Klar geht es immer wieder darum, Kompromisse zu finden, mit denen alle einverstanden sind, Zugeständnisse zu machen und sich auch in die Gegenseite hineinzudenken, um deren Sichtweise zu verstehen. Aber platt gesagt, werden die Kinder hier dazu aufgefordert, die Erwachsenen in ihren Verhandlungen auszutricksen. Und natürlich sollen sie den Erwachsenen diese Tricks nicht verraten, sonst klappen sie ja nicht mehr.
Dabei sind mir die Vorschläge, was sich Kinder wünschen könnten, teils etwas zu skurril und weltfremd: jeden Tag Pudding zum Mittag in der Schule, kostenloses Eis im Freibad… Allerdings wird zumindest in einigen Fällen auch erläutert, warum viele Dinge, die richtig cool wären, halt so leider nicht funktionieren können, weil verschiedene Parteien oder Kosten oder Jobs daran hängen.
Spannend sind die vielen Beispiele von Städten, Schulen und Projekten, wo Kinder etwas erreicht haben – eine demokratische Schule, in der man auch den ganzen Tag spielen dürfte, statt zu lernen, oder Kinderbürgermeisterinnen.
Das Buch ist ansprechend gestaltet. Es gibt viele einfach gehaltene Grafiken und bunte Kästen mit zusätzlichen Erläuterungen, die den Text auflockern. Und Text gibt es tatsächlich eine ganze Menge. Gut ist auch der „Kurz & Knapp“-Bereich am Ende vieler Abschnitte, der die wichtigsten Punkte, z.B. die Schritte der Wahl oder den Ablauf des Klassenrats, nochmal zusammenfasst.
Als nicht so gelungen empfinde ich die kleinen Quizfragen, die am Ende einen Lösungssatz ergeben: Die falschen Antworten sind nämlich durchweg lächerlicher Blödsinn, sodass es nicht wirklich eine Rolle spielt, ob der entsprechende Text gelesen, geschweige denn verstanden, wurde.
Fazit
Die Begriffe Demokratie und Föderalismus werden kindgerecht (und politikuninteressiertengerecht) erklärt. Auch das deutsche Wahl- und Regierungssystem wird in einfachen Worten und mit vielen anschaulichen Beispielen dargestellt. Auf dieser Grundlage zeigt das Buch verschiedene Beispiele auf, wo und wie Kinder mitwirken können, wobei auch ihre Chancen abgewogen werden – die in der Familie oder Schule natürlich besser stehen als in der Stadtpolitik, wo viel mehr Bereiche und Menschen in Entscheidungen einbezogen werden müssen. Kinder werden aber dennoch aufgefordert, den Mut zu fassen, sich für ihre persönlichen Wünsche ebenso wie für Belange, die ihnen am Herzen liegen, einzusetzen und sich nicht zu leicht abwimmeln zu lassen.
Die Tipps für die Verhandlungen mit Erwachsenen mögen aus Kindersicht ganz cool sein, ich empfinde sie – als Erwachsene – aber als teilweise grenzüberschreitend, da Erwachsene dabei an einigen Stellen als dumm hingestellt werden und den Kindern signalisiert wird, ‚mit diesen Handlungsweise und Argumenten kannst du deine Eltern in die Ecke drängen, sie veralbern und deinen Willen durchsetzen‘.
Durch viele verschiedenen bunten Infokästen werden die langen Textpassagen aufgelockert. Gar nicht gelungen empfinde ich die Rätsel, da die falschen Antworten überwiegend unsinnig (im Sinne von absolut albern) sind, sodass zur Beantwortung der Frage auch auf das Lesen des Buches verzichtet werden kann.
weder realistisch noch vernünftig, aber oft spaßig und in gewisser Weise lehrreich
Das Universum ist verdammt groß und supermystisch von Lisa Krusche
„Und manchmal braucht man jemanden, der für einen träumt,
wenn einem selbst die Fantasie fehlt.“ (Kapitel 21)
Gustav würde gern seinen Vater finden. Als seine Mutter mit ihrem neuen Freund in den Urlaub fährt, bietet sich für ihn eine Chance: Zusammen mit seinem Opa und Freundin Charles begibt sich Gustav auf eine lange, ereignisreiche Suche, die Gustav schon bald für aussichtslos hält.
Doch Charles vertraut auf die mystische Kraft des Universums…
Gustav und Charles sind zwei sehr gegensätzliche Figuren. Gustav, sehr schweigsam, hat seinen Wohnort bisher kaum verlassen. Er weiß nichts über seinen Vater, stellt sich aber allerlei Berufsmöglichkeiten vor. Als Ich-Erzähler der Geschichte teilt er zumindest den Leser/innen seine Gedanken und Gefühle mit – seiner Umwelt nur bedingt.
Charles hingegen ist offen, fast schon aufdringlich, voller Fantasie und Abenteuerlust. Während Gustav wenig redet, sprudeln die Worte und Weisheiten aus ihr nur so heraus. Aufgeben ist keine Option für sie. Und so ist sie maßgeblich für das kommende Abenteuer verantwortlich.
Die Handlung selbst ist schon sehr unrealistisch und in vielen Punkten auch einfach schräg. Nur mit einem Namen und völlig veralteten Infos durch halb Europa zu fahren, auf der Suche nach einem Menschen, von dem man weder weiß, was er heut tut, noch wie er inzwischen aussieht… klingt nicht gerade erfolgsversprechend.
Begleitet von einem Opa, der diese wahnsinnige Strecke vielleicht besser nicht allein fahren sollte. Einer eigentlich Fremden, die Gustav in dieses Abenteuer gedrängt hat. Einem mindestens 30 Jahre altes Kaninchen…. Und einer mehr oder weniger sprechenden Wasserpflanze.
An abenteuerlichen Geschehnissen mangelt es genauso wenig wie an einer skurrilen Reisegesellschaft.
Aber darum geht es letztlich gar nicht: Der Kernpunkt der Geschichte ist, dass man an etwas glauben soll. Dass man dranbleiben soll, egal wie unwahrscheinlich es auch ist. In den Worten von Charles – man soll auf das Universum vertrauen und darauf, dass vom Universum geschaffene Umwege ebenfalls ihre Berechtigung haben.
Der Weg ist das Ziel – und das Ziel ist nicht unbedingt immer, wie man sich es vorgestellt hat.
Und das gilt in gewisser Weise auch für das Buch.
Die Geschichte liest sich auf keinen Fall schlecht, der Schreibstil ist passend kindgerecht gehalten. Allerdings empfand ich die Story aufgrund der zahlreichen eigenwilligen Begebenheiten nicht immer als ganz rund. Berührende Passagen und kluge Weisheiten entschädigen aber dafür. Die andauernde Suche hält eine gewisse Spannung aufrecht.
Zwischen den Zeilen stecken noch viel mehr angedeutete Themen und Sorgen. Wenn über die schwierige Familiensituation mit wechselnden Männern berichtet wird, über eingesperrte Zirkustiere, oder über Gustavs Mutter, die aus Angst, nach einem Urlaub nicht mehr in ihr Leben zu passen, ihr zuhause lieber gar nicht erst verlässt…
Fazit
Eine Reise voller Abenteuer und kleiner Hindernisse – weder realistisch noch vernünftig, aber oft spaßig und in gewisser Weise dennoch lehrreich (in einigen Punkten aber halt auch nicht).
abwechslungsreiche, lehrreiche Story mit zu vielen Themen
Leo und Lucy 1: Die Sache mit dem dritten L von Rebecca Elbs
Leo wünscht sich ein spezielles Skateboard. Dieses gibt es als Preis bei einem Vorlesewettbewerb zu gewinnen. Allerdings ist Lesen nicht gerade Leos Stärke. Dennoch ist er fest entschlossen, in den verbleibenden Wochen bis zum Wettbewerb zu üben. Unterstützung bekommt er von seinen Freunden, die sich immer neue Aufgaben für ihn überlegen.
Das Thema Legasthenie hat mich im Klappentext direkt angesprochen. Ich war neugierig, in welcher Form es umgesetzt wird und wie Leo und sein Umfeld damit umgehen.
Überrascht war ich aber, wie viele andere Themen noch in das Buch gepackt wurden. Und insgesamt muss ich sagen, waren es vielleicht dann doch etwas zu viele, denn am Ende bleibt einiges auf der Strecke…
Leo ist der Ich-Erzähler der Geschichte. In einfacher Sprache schildert er seine Erlebnisse und Gefühle. Gelungen finde ich dargestellt, wie sich seine Gedanken manchmal verknoten. Wenn er beispielsweise negativ über Mitschüler denkt und für sich feststellt, dass er dies eigentlich gar nicht will und es auch nicht gut ist, er aber gerade nicht anders kann.
Wenn Leo versucht, zu lesen, machen sich die Buchstaben auf dem Papier selbstständig. Vor allem, wenn er unter Druck oder Beobachtung steht, fällt es ihm schwer, Wörter zu entziffern. Ist er allein, gelingt das Lesen deutlich leichter – und dann kann Leo sich auch richtig viel merken. Seine Leseschwierigkeiten, wie sich die Buchstaben verhalten und verdrehen, werden sehr anschaulich dargestellt.
Die Strategien seiner Freunde, optische Eselsbrücken zu bauen, fand ich sehr clever. Die ganze Nachbarschaft wird in die Pläne mit einbezogen und unterstützt Leo tatkräftig, auch wenn nicht jede/r die nötige Geduld mitbringt. Richtig wütend gemacht hat mich hingegen der Umgang seines Lehrers mit dem Thema.
Leos Wettebewerbsvorbereitung zeigt, wie wichtig es ist, sich etwas zuzutrauen und für seinen Traum zu arbeiten. Wie gut, dass Leo so tolle Freunde hat, die ihn auf unterschiedlichste, kreative Arten unterstützen. Ihn aufbauen, wenn Leo der Mut verlässt und ihn nicht aufgeben lassen.
Die Freundschaft der drei Kinder ist neben Leos Legasthenie ein zentrales Thema. Leo und Lucy sind beste Freunde. Begleitet werden die zwei auf Schritt und Tritt von Lucys Hund Blumenkohl. Cornelius kommt neu zu diesem Grüppchen dazu, hat aber keinen ganz einfachen Einstieg. Die drei müssen erst zusammenwachsen und besonders Leo setzt sich in dieser Zeit auch mit den Themen Neid und (fehlendem) Vertrauen auseinander. Die Kinder erkennen, wie wichtig es ist, sich Fehler einzugestehen und aus diesen zu lernen.
Mobbing erfahren alle drei in der Schule auf verschiedene Weise. Leo durch seine Leseschwäche. Lucy sitzt im Rollstuhl. Und Cornelius wegen seiner Figur und Unsportlichkeit. Die Schwierigkeiten, mit denen sich Leos Freunde auseinandersetzen müssen, schwingen allerdings nur nebenbei mit. So wird beispielsweise zigfach darauf hingewiesen, dass Cornelius von seinen Eltern nur Salat zum Essen bekommt, sodass ich mir letztlich auch nochmal einen intensiveren Umgang mit diesem Themen gewünscht hätte.
In einer Szene versuchen einige Erwachsene, Leo, der von Mitschülern gehänselt wird, aufzumuntern, indem sie ihm zeigen, welche Beleidigungen sie bereits in ihrem Leben ertragen mussten. Dies ist zwar ein berührender Moment, fördert aber viele neue Themen wie Rassismus oder Sexualität zutage, für die kein weiterer Raum zur Bearbeitung zur Verfügung steht.
Und dann gibt es da ja auch noch die Sache mit Leos Eltern. Leo lebt allein bei seiner Mutter. Seinen Vater kennt er nicht. Er weiß nur, dass dieser Astronaut ist – zumindest ist er fest davon überzeugt.
Im Verlauf offenbart seine Mutter ein persönliches Geheimnis. Und findet den neuen Hausmeister ganz spannend… Und um den Vater tut sich ganz am Ende auch noch eine Story auf, auf die für mein Empfinden aber viel zu wenig eingegangen wird.
Und als wäre das alles nicht genug, werden die Kinder auch noch in eine Hundeentführung verstrickt.
Fazit
Legasthenie, Mobbing, Behinderung, Freundschaft, Familie, Hundeentführungen, große Träume und kleine Abenteuer… Ganz schön viel Stoff. Für mich verliert die Handlung dabei immer mal wieder den roten Faden und ich empfand einige der Abschweifungen als langatmig, während ich mir an anderen Stellen eine intensivere Bearbeitung einiger angeschnittener Themen gewünscht hätte (wenn man sie halt schon benennt).
Insgesamt konnte mich die teils verrückte, teils berührende Geschichte aber gut unterhalten. Und letztlich zeigt sich, wie wichtig Freundschaft und Zusammenhalt sind. Und dass es sich lohnt, für seine Ziele zu arbeiten…
Ernste Themen dominieren das Buch – zulasten der Handlung
A Reason to Stay (Liverpool-Reihe 1) Liverpool-Reihe von Jennifer Benkau
Achtung: Die Rezension enthält kleine Spoiler zur Geschichte.
Billy möchte in Liverpool neu anfangen und bewirbt sich in einem Museum. Dort läuft sie Cedric in die Arme. Sie ist sofort fasziniert von ihm, doch beide haben unterschiedliche Vorstellungen: Cedric lässt sich auf niemanden länger als eine Nacht ein.
Billy reicht das nicht. Doch Cedric hat (gute?) Gründe für sein Handeln…
Ich kenne bereits Fantasyromane von Jennifer Benkau, die mir gut gefallen haben. Daher war ich neugierig auf diese New Adult-Geschichte.
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Leider bin ich bis zuletzt mit den zwei Sprechstimmen, die sich für die jeweiligen Ich-Perspektiven abwechseln, nicht warm geworden. Zum einen passten die Stimmen für mich nicht so gut zu den jungen Erwachsenen, wie ich sie mir vorgestellt habe. Zum anderen gab es immer wieder Stellen, in denen Betonung und Story für mich nicht zueinander passten. Als Beispiel: Billy ist furchtbar aufgeregt, doch die Sprecherin bleibt monoton. An anderen Stellen wirkt es übertrieben, besonders in den Passagen, in denen die wörtliche Rede anderer Figuren wiedergegeben wurde. Die vielen Emotionen, die die Geschichte eigentlich zu bieten hat, kamen dadurch bei mir nur selten an.
Aber auch inhaltlich hat mich das Buch nicht komplett überzeugt. Dabei hat es einiges zu bieten: Billy und Cedric tragen beide große Probleme mit sich herum. Während Cedric sich schon frühzeitig äußert und ausführlich seine Gedanken und Gefühle schildert, bewahrt Billy ihr Geheimnis lange und offenbart sich erst kurz vor Schluss.
Obwohl ich beide Themen an sich interessant fand, war es mir zu viel. Beide kämpfen mit völlig verschiedenen psychischen Erkrankungen. Es gibt unglaublich viel Gesprächsbedarf. Den Einblick in Cedrics Kopf fand ich total spannend. Das Krankheitsbild und die damit einhergehenden Schwierigkeiten werden sehr intensiv und anschaulich dargestellt.
Doch dadurch blieb letztlich die Handlung für mich auf der Strecke. Es wird viel geredet. Und nachgedacht. Und wieder geredet. Tatsächliche Handlung gibt es nur wenig, sieht man mal von den Versuchen ab, sich gegenseitig zu therapieren.
Erst zum Ende hin passieren ein paar mehr Dinge und die Entwicklungen konnten mich tatsächlich auch überraschen. Aber als Billy ihre Geschichte auspackt, wird wieder unglaublich viel geredet. Ich empfand es einfach als überladen und hätte es völlig ausreichend gefunden, wenn ein Krankheitsbild in die Story eingebunden gewesen wäre, das genügend Raum bekommt, statt immer noch einen drauf zu setzen.
In Kombination mit der für mich nicht so gelungenen Vertonung empfand ich die ganze Geschichte dadurch als unglaublich zäh, obwohl so viele ernste, wichtige Themen besprochen werden.
Fazit
Cedrics Krankheit fand ich unglaublich gut dargestellt. Dass Billy aber ebenfalls noch so ein großes Päckchen mit sich herumträgt, war mir zu viel. Zu viele Probleme. Viel zu viele Gespräche. Wobei ich es gut fand, wie beide versuchen, ihre Gefühle und Sorgen und Ängste in Worte zu packen. Aber aufgrund der Vielzahl an Problemen tun sie fast nichts anderes als zu reden. Das restliche Geschehen lässt sich in wenigen Sätzen zusammenfassen. Da ich zudem die Sprechstimmen und Betonung nicht immer passend fand, zog sich das Hörbuch für mich sehr in die Länge und konnte mich nur in wenigen Passagen abholen.
gelungene Mischung aus Spaß, Spannung und ernsten Themen
Evie und die Macht der Tiere,1 Audio-CD, 1 MP3 von Matt Haig
Die 11-jährige Evie kann mit Tieren sprechen. Doch sie versucht, diese Gabe zu verstecken, denn sie birgt auch Gefahren. Niemand darf von Evies Fähigkeit wissen, doch dann wird die ganze Stadt auf sie aufmerksam, als ihr etwas Unglaubliches gelingt. Und die Bedrohung rückt dadurch immer näher…
Gelesen wird das Buch von Rufus Beck, der die Geschichte auf sehr ansprechende Art vorträgt.
Erzähltempo und Betonung sind super. Besonders toll ist die Darstellung der unterschiedlichen Tierstimmen, wodurch das Zuhören großen Spaß macht.
Die Sprache ist überwiegend einfach und kindgerecht gehalten.
Auch die Story kann überzeugen. Die Geschichte ist witzig und süß und spannend und sehr informativ. Wusstet ihr, dass Otter sich im Schlaf an den Händen halten, um nicht voneinander wegzutreiben? Durch Evies Interesse an Tieren werden zahlreiche Fakten über die unterschiedlichsten Arten in die Geschichte eingewoben. Darüber kommt auch das Thema Umwelt- und Tierschutz immer wieder zur Sprache, da auch von gefährdeten oder bereits ausgestorbenen Tieren berichtet wird – und von der Rolle, die der Mensch dabei oft spielt. Die vielen Infos fügen sich nahtlos in die Handlung und wirken zu keiner Zeit belehrend.
Neben den ernsten Themen gibt es auch einige witzige Momente. Evie spricht mit den unterschiedlichsten Tieren. Manche haben bedeutsame Dinge zu sagen oder berichten, wie es ihnen bei ihren Besitzern geht (im positiven wie negativen Sinne), aber andere sind einfach ein wenig verrückt und haben ziemlich niedlich-wirre Gedanken.
In der Geschichte stecken verschiedene wichtige Botschaften. Neben der Darstellung der engen Verbindung von Tier- und Menschenleben wird auch aufgezeigt, dass Taten immer Folgen haben – und wenn man jemandem hilft, kann man vielleicht auch irgendwann auf seine Unterstützung hoffen. Bestimmte Eigenschaften sind nicht grundsätzlich gut oder böse. Es kommt immer darauf an, was man damit macht. Und es ist gar nicht schlimm „anders“ zu sein – denn das macht uns besonders. „Normal“ kann ja jeder…
Es geht ebenso um Freundschaft, Zusammenhalt und Nächstenliebe, wobei die Geschichte eher ruhig und ein wenig verspielt beginnt und dann immer spannender und dramatischer wird.
Nur ein Punkt ist mir aufgestoßen. Das Hörbuch wird ab 8 Jahren (beim Buch steht 9 Jahre) empfohlen. Ich empfinde sie in einigen Punkten allerdings als recht grausam. Es geht über das komplette (Hör)buch hinweg immer wieder um Tod bzw. Mord. Evies Mutter ist vor Jahren gestorben. Nun droht verschiedenen Personen aus Evies Umfeld der Tod durch wilde Tiere, durch hungrige Löwen oder giftige Schlangen. Es gibt zwar keine detaillierten Beschreiungen tatsächlicher Morde (wobei das Ende allerdings nicht gewaltfrei bleibt), dennoch schwingt über die Geschichte hinweg jede Menge Tod und Gewaltandrohungen mit.
Fazit
Evie kann mit Tiere sprechen – eine spannende, aber auch gefährliche Gabe. Die Handlung beginnt ruhig und wird zum Ende hin immer aufregender – wobei die drohende Gefahr, die Evie zur Vorsicht zwingt, dauerhaft mitschwingt. Die Geschichte steckt voller spaßiger Szenen, besonders durch die vielen witzigen Tierdarstellungen, die auch toll gesprochen werden. Sie bietet aber auch Geheimnisse, die es zu lüften gilt, jede Menge Tierinformationen und verschiedene wichtige Botschaften, die kindgerecht verpackt werden.
Allerdings lässt die Menge an Gewalt- und Mordandrohung mich dennoch kritisch auf die Altersempfehlung schauen.
Ruhige Geschichte mit sympathischen Figuren
Mit dir leuchtet der Ozean von Lea Coplin
Penny hat gerade ihr Studium abgebrochen und will sich eine Auszeit auf Fuerteventura nehmen, wo sie einen Job in einer Hotelanlage bekommen hat. Dort trifft sie auf Milo, der ebenfalls vor seinem Leben in München geflüchtet ist. Milo, mit dem sie eine gemeinsame Vergangenheit verbindet…
Das Buch spielt auf Fuerteventura und weckt auf jeden Fall Fernweh und Urlaubsgefühle.
Letztlich hätte ich mir davon aber noch viel mehr gewünscht – mehr Naturbeschreibungen und Inselausflüge, vielleicht auch mehr Kontakte mit Einheimischen und ja, ich hätte auch noch ein wenig mehr Hotelflair und Bingo-Abende vertragen. All das gibt es eher am Rande, obwohl die Arbeit im Hotel ihren Alltag bestimmt und nur wenig Freizeit lässt. Dadurch bleibt das Setting leider etwas austauschbar.
Die langsame Annährung der Figuren und vor allem die Gedanken, die sich beide über sich selbst und übereinander machen, stehen klar im Vordergrund und bestimmen das Geschehen.
Dabei gibt es zunächst gar nicht so viele gemeinsame Szenen, sondern eher gemeinsame Momente, über die sinniert wird und bei denen sich beide Gedanken machen, was ihr erneutes Aufeinandertreffen zu bedeuten hat. Darunter leidet die eigentliche Handlung teilweise ein wenig, denn das meiste spielt sich in den Gedanken der Figuren ab.
Sowohl Milo als auch Penny haben ihre Probleme beim Flug über den Atlantik nicht völlig hinter sich lassen können, sodass durchaus auch ernste Themen besprochen werden. Besonders Milo hat eine dramatische Vergangenheit, die ihn nicht zuletzt in Form von üblen Gerüchten stets verfolgt. Die Mühe, den Leuten die Wahrheit zu sagen, macht er sich nicht.
Für Drama sorgen Milo und Penny selbst eher nicht. Dafür sind andere zuständig. Dabei gibt es einen Sinneswandel einer Figur, den ich nicht so ganz nachvollziehen konnte.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Milo und Penny schildern ihre Erlebnisse und Erinnerungen abwechselnd aus der Ich-Perspektive. Beide haben eine sehr angenehme Art, die es leicht macht, sich in sie hineinzufühlen. Gut gefallen hat mir auch der Umgang miteinander. Die Gefühlsentwicklung ist nachvollziehbar dargestellt.
Der Schluss kam für mich etwas abrupt. Es hätten am Ende für mich gern noch ein paar Seiten mehr sein dürfen.
Fazit
Schön geschrieben, tolles Setting, das aber gern mehr Raum hätte bekommen dürfen. Insgesamt hat mir das Buch gefallen, ich mochte beide Hauptfiguren und ihre Gefühlsentwicklung. Allerdings grübeln beide mehr, als miteinander in Aktion zu treten, sodass es für mich durchaus etwas mehr Handlung und ein paar weniger sich im Kreis drehende Gedanken hätte geben dürfen.











