Kunden em pfehlungen
Rezensionen von buchina:
Wunderbares Buch nicht nur für Islandfreunde
Das Wörterbuch des Windes von Nina Blazon
Nina Blazon habe ich durch ihre bekannten Jugendbücher kennengelernt. Ich mochte ihre Bücher, die mich in ganz andere Welten entführt haben. Deshalb war ich sehr gespannt, als sie angefangen hat in einem neuen Genre zu schreiben. Bereits in ihrem Buch „Liebten wir“ zeigte sich ihre Liebe zu ungewöhnlichen, manchmal etwas schrulligen Charakteren und ihre Liebe zu nordischen Ländern.
War es in dem früheren Roman Finnland, entführt sie mich hier nach Island.
Protagonistin dieses Romans ist Swea, die mit ihrem Mann Urlaub in Island macht. Kurz vor der Abreise, erkennt sie, dass er sie betrügt und lässt ihn bei einem Ausflug stehen. Unterschlupf findet sie durch Zufall bei Einar. Dessen Haus in der einsamen Natur Islands liegt wunderschön, aber trägt auch ein Geheimnis.
Sweas Entwicklung zu einer selbstbewussten, eigeneständigen Frau steht im Zentrum des Romans. Besonders wurde der Roman für mich durch die Beschreibungen des Landes Island. Nicht nur die Natur findet hier viel Raum, sondern auch die Menschen, ihre Kultur, aber auch ihre wirtschaftliche Entwicklung. Die einzelnen Charaktere sind wunderbar gezeichnet. Sie sind sympathisch, haben aber auch ihre Ecken und Kanten.
Den Roman zu lesen ist einfach entspannend, ohne kitschig zu sein. Nina Blazon hat mich an die Hand genommen und mich durch dieses raue und doch wunderschöne Land geführt. Selten konnte mich ein Roman so aus der Realität entführen und mich als Teil einer Geschichte fühlen. Am Ende des Romans war ich sehr traurig meine Freunde verabschieden zu müssen.
Fazit: einfach ein sehr gut geschriebener Roman, der mich träumen ließ.
Interessante Fälle, die etwas zu kurz kommen
ZEIT Verbrechen,5 Audio-CD von Sabine Rückert
Dieses Hörbuch ist aus einen Podcast Der Zeit entstanden. Verschiedene Folgen der Podcastsendung wurden hier auf dem Hörbuch vereint. Ich selbst kenne den Podcast nicht, weshalb ich jetzt nichts dazu sagen kann, inwieweit Kürzungen vorgenommen oder anderweitig verändert wurden. Das Hörbuch besteht aus sehr unterschiedlichen Berichten über wahre Verbrechen und es wurden verschiedene bekannte Hörbuchsprecher*innen ausgewählt.
Viele der Sprecher*innen kannte ich aus anderen Hörbüchern. Sie wurden sehr gut ausgewählt und machen einen sehr guten Job.
Die Berichte über die Verbrechen empfand ich quantitativ und qualitativ als sehr unterschiedlich. Einige wenige Geschichten habe mich gefesselt und ich konnte richtig mitfiebern. Andere Berichte haben nur an der Oberfläche des Falls gekratzt und es blieben eigentlich nur Fragen übrig. Täter und Opfer blieben in diesen Geschichten irgendwie gesichtslos, weshalb ich auch keinen wirklichen Zugang zu dem Fall bekam und dementsprechend blieb auch die Spannung weg.
Insgesamt konnte mich diese Art des Hörbuchs nicht überzeugen. Mir wurden die Fälle zu knapp behandelt. Kaum war ich richtig drin, war es schon wieder zu Ende. Ich denke für mich ist diese Form einfach nichts. Ich bleibe dann doch lieber bei dem Fernseh- oder Zeitschriftenformat, was die Berichte von wahren Verbrechen angeht. Und höre mir dann lieber Krimi- oder Thrillerhörbücher an. Das Hörbuch hat mich aber auch neugierig auf den Podcast gemacht, in dem ich jetzt sicher mal reinhören werde.
Alte Märchen für die Kleinen
Es war einmal: Meine Märchen von Grimm Sandra
Seit meiner eigenen Kindheit bin ich ein großer Fan von den traditionellen Grimmmärchen und habe noch gezögert sie meinem kleinen Sohn vorzulesen. Da sie doch noch etwas kompliziert sind und zu viel Text beinhalten. Nun hat Ravensburger eine Ausgabe herausgebracht, die sich an den Kleinen orientiert.
Das Buch besteht aus dicken Pappseiten in einem schönen großen Format. Auf jeder Doppelseite findet sich ein Märchen, mit einfachen aber schön bunten Illustrationen dazu. Die Zeichnungen sind klar ohne viel Schnörkel oder Schatten, genau richtig für junge Leser*innen. Es sind insgesamt 10 Märchen.
Ich bin beeindruckt wie gut die Autorin mit passenden Namen die Märchen so verkürzen konnte und dennoch den wichtigen Inhalt wiedergeben. Der Inhalt orientiert sich auch mehr an den Originalmärchen als den weichgespülten Disneymärchen.
Mein dreijähriger hatte bei diesem Buch die nötige Geduld sich das Märchen im Ganzen anzuhören. Aber er schaut sich das Buch auch selbst gerne an. Ihm gefallen die bunten Bilder. Es gibt also von uns beiden eine Leseempfehlung.
Emotional berührt
Was uns verbindet von Shilpi Somaya Gowda
Die Autorin kenne ich bereits von zwei weiteren Romanen und ihre Bücher haben mich immer sehr gut unterhalten. Dieser Roman hat mich daneben aber noch sehr berührt. Die Familie Olander wirkt perfekt, Vater, Mutter lieben sich. Ihre Tochter und Sohn entwickeln sich gut. Plötzlich ändert sich alles ihr Sohn Prem stirbt und die Familie zerbricht.
Jeder sucht seinen Weg mit dem Verlust klar zu kommen und haben nicht die Kraft sich umeinander zu kümmern.
Im Mittelpunkt steht Karina, die Tochter, die sich als ältere Schwester verantwortlich sieht für den Tod ihres geliebten Bruders. Nach außen gefestigt, sieht es in ihrem Inneren ganz anders aus. Die Mutter sucht Trost in der Religion und der Vater in der Arbeit.
Die Perspektiven wechseln zwischen den Protagonisten und selbst der tote Bruder kommt noch zu Wort. Sehr einfühlsam beschreibt die Autoren die Emotionen der Familienmitglieder ohne kitschig zu sein. Sehr gelungen beschreibt sie die Fluchten der Eltern ohne erhobenen Zeigefinger. Sie zeigt, dass an so einem Unglück niemand die Schuld trägt und, dass es keinen perfekten Weg gibt damit fertig zu werden.
Mich hat das Buch sicherlich auch deshalb so berührt, da ich selber Mutter von einem Mädchen und Jungen bin, fast mit dem gleichen Altersunterschied. Ich konnte die Emotionen sehr gut nachvollziehen.
Aber es ist nicht nur ein emotionales Buch, sondern auch ein spannendes. Die Handlungswechsel in diese drei sehr unterschiedlichen Leben sorgen für Abwechslung und einen hohen Spannungsbogen. Es hat mich wunderbar unterhalten und emotional tief berührt. Absolut weiterzuempfehlen an alle Altersgruppen.
Ein anderes Ende gewünscht
Im Sturm der Echos von Dabos Christelle
Das ist nun der letzte Band dieser doch außergewöhnlichen Reihe. Allen sei empfohlen, die Bücher der Reihenfolge zu lesen, denn sonst kann man kaum den zum Teil sehr komplizierten Handlungen folgen.
Auch dieser Band spielt in Babel. Nach dem Cliffhanger aus dem Band 3 scheint das Ende der Archen bevorzustehen, aus allen Teilen der Welt kommen Schreckensnachrichten über die bröckelnden Welten.
Ophelia und Thorn müssen den Anderen suchen.
Zuviel möchte ich gar nicht zum Inhalt schreiben, weil es relativ kompliziert wird und für mich oft auch zu abstrus. Es gibt einige interessante Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hätte, das hat es nochmal spannend gemacht. Aber dennoch kommt der 4. Teil nicht an die Vorgängerbände heran, vor allem nicht an die grandiosen ersten beiden Teile. Mir fehlte vor allem die Weiterentwicklung der Beziehung von Thorn und Ophelia, die ich als eine der interessantesten Paarbeziehungen der letzten Jahre empfand. Aber auch läuft fast alles getrennt voneinander. Auch die anderen, doch sehr gut aufgebauten Charaktere der letzten Teile bekommen nur wenig Raum. Viel Raum dagegen bekommen die Erklärungen über das Entstehen des Ganzen, obwohl ich bis zum Schluss das Gefühl habe, die Welt der Autorin nicht zu verstehen.
Ich muss sagen, dass es für mich zum Teil doch sehr anstrengend war diesem Teil zu folgen. Vielleicht stellt das Hörbuch bei dieser Reihe auch eine besondere Herausforderung dar, denn es ist gekürzt. Vielleicht habe ich deshalb das Gefühlt, dass mir einige wichtige Infos fehlen. Die Hörbuchsprecherin hat aber wieder einen guten Job gemacht und es war eine Freude ihr zuzuhören.
Auch wenn mich der Abschluss der Reihe und auch deren doch offenes Ende nicht begeistern konnten, hat mir die Reihe sehr gefallen. Sie sticht unter den Jugendromanen sehr heraus. Die Charaktere und auch die Welt sind sehr komplex und vielschichtig. Schade, dass ich die Archen und ihre Bewohner*innen jetzt verlassen muss.
Sehr ehrlich geschrieben
Mehr als wir uns erträumten von Juha Itkonen
Dieses Buch habe ich vor allem deshalb gelesen, da ich selbst ein Frühchen habe und ich es spannend fand diese Erlebnisse aus Sicht des Vaters zu lesen. Das Buch hat mich jedenfalls sehr überrascht, es ist nicht so ein typischer Schicksalsroman, der von starken Emotionen lebt. Man merkte sofort, dass der Autor Schriftsteller ist und versucht seine persönlichen Erlebnisse literarisch umzusetzen.
Er hat mit seiner Frau zwei gesunde Kinder und lebt ein glückliches Familienleben. So richtig kann er sich nicht für ein drittes Kind entscheiden, aber das Schicksal entscheidet für ihn. Seine Frau wird schwanger, aber es gibt Schwierigkeiten. Seine Frau hofft weiter, er ist im Zwiespalt. Ihr Kind stirbt, aber schon kurze Zeit danach wird sie wieder schwanger, sogar mit Zwillingen, leider auch mit Komplikationen. Die Zwillinge werden zu früh geboren.
Ich fand es wunderbar zu lesen, in welchen Gefühlschaos der Autor war. Er war voll mit Zweifeln und das konnte ich selbst nachvollziehen. Es wirkte oft kalt und emotionslos, aber genau das gefiel mir, da ich sonst wenig typische Schicksalsromane lese, weil sie mir zu emotional geschrieben sind. Die Gefühle seiner Frau bleiben etwas außen vor, aber es ist sein Roman.
Zwischendurch hatte es ein paar Längen, wo es doch etwas anstrengend dem Buch noch zu folgen, aber dann ging die Handlung wieder weiter und ich war einfach gespannt, wie es mit dem Babys weitergeht. Das Geschehen auf der Neugeborenen Intensivstation war sehr realistisch beschrieben, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.
Für mich ist es kein Buch für Menschen, die erstmals Eltern werden wollen. Denn meist leben diese noch in einer rosaroten Wolke, wo Kinder bekommen noch sowas wundervolles ist, wo man die Schattenseiten nicht sieht. Was auch gut ist. Ich würde dieses Buch eher Menschen empfehlen, die schon Kinder haben und vor allem Eltern, die selbst in dieser Situation waren. Ich habe mich mit meinen eigenen Gefühlen sehr wieder gefunden. Gerade beim zweiten Teil des Buches kamen viele Erinnerungen und Gefühle, die ich bei der Geburt meines Frühchens hatte, wieder. Mir tat es gut.
Ruhiger Roman in Zeiten des Umbruchs
Der Empfänger von Ulla Lenze
Im Mittelpunkt des Romans steht Josef Klein, dessen Name Programm ist. Ein etwas kleiner unscheinbarer Mann, der in seinem Leben durch Zufall und auch Naivität in das Spionageprogramm der Nazis rutscht. Josef hat es immer in die weite Welt gezogen. Er wandert nach dem Ersten Weltkrieg nach Amerika aus und fühlt sich in New York gleich zu Hause.
In einer Druckerei findet er einen Job und durch sein Hobby das Funken auch eine Freundin. Aus der Politik hält er sich raus, auch wenn mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Deutschland sich auch das Leben der Deutschen in Amerika ändert. Sich raushalten geht nicht mehr, man muss sich entscheiden. Josef tut dies nicht und wird in die Machenschaften der Naziunterstützer hineingezogen.
Neben diesem Handlungsstrang wechselt es immer wieder in die Zeit vor seine Abreise nach Amerika, seine Rückkehr nach Deutschland und zu seiner erneuten Auswanderung. Die Wechsel werden durch die Überschriften über den einzelnen Kapiteln mit Zeit und Ortsangabe erleichtert. Josef ist und bleibt der Angelpunkt. Die anderen Charaktere sieht man nur durch seine Augen, seinen Bruder, seine Freundin, sympathische Charaktere, die mir aber immer etwas blass blieben. Auch Josef selbst ist ein ruhiger Charakter, der selten größere Gefühle zeigt. So blieb die ganze Geschichte ruhig, trotz der Brisanz des Themas. Das hatte für mich etwas Besonderes, hier gibt es keine actionreiche Agentengeschichte, sondern eine Geschichte eines Mannes, der seinen Platz sucht und sich von außen treiben lässt. So empfand ich es, denn ich hatte das Gefühl, Josef braucht immer wieder einen Anschubser.
Josefs Beziehungen zu seiner Freundin und seinem Bruder sind für mich die Highlights des Romans, geprägt von den leisen Tönen, aber dennoch von tiefen Gefühlen. Auch die Beschreibungen von New York und Nachkriegsdeutschland sind gelungen. Ich fühlte mich richtig in die Zeit versetzt und konnte Josefs Liebe zu New York sehr gut nachvollziehen.
Insgesamt ein ruhiger und tiefgründiger Roman, dessen Ende mich nur etwas hilflos zurückließ. Vielleicht ist Josef am Ende wirklich angekommen, aber ich hätte noch ein paar mehr Seiten gebraucht.
Schöne Idee, Umsetzung hat nicht gut geklappt
Wieso? Weshalb? Warum? Mein junior zum Hören, Band 1: Bauernhoftiere von Susanne Gernhäuser
Schon bei meiner großen Tochter haben wir die Wieso Weshalb Warum Bücher für 2-4jährige geliebt und eine Menge von ihnen gesammelt. Der kleine Bruder ist jetzt der Nutznießer der großen Sammlung. Die Mischung aus Wissen und Spass gefällt meinen Kindern und auch uns Eltern. Da mein Sohn im Moment auch sehr auf Soundbücher steht, dachte ich die neue Reihe die Sound und Klappen kombiniert, ist die perfekte Mischung für ihn.
Wie auch schon bei der alten Reihe gibt es einiges informatives zu sehen und vorlesen. Hier nun stehen die typischen Bauernhoftiere im Vordergrund: Schweinen, Schafen, Kühen, Ziegen und Hühnern. Zu jedem Tier gibt es eine Doppelseite mit mehreren Klappen. Hinter einer Klappe befindet sich ein Tiergeräusch, das ertönt, wenn man die Klappe öffnet. Soweit die Theorie. Bei unserem Buch hört man das Geräusch, wenn man die Seite umschlägt und nicht beim Klappen öffnen. Nur manchmal klappt es mit der Klappe, damit ist ein gewisses Frustpotential vorprogrammiert. Dazu kommt, dass man die Geräusche nur bei gutem Licht hört, da diese mit Lichtsensoren arbeiten. Naja es ist damit nicht unbedingt ein gutes Buch zum abendlichen Vorlesen. Und auch vom Informationsgehalt muss ich sagen, dass mir die Reihe ohne Sound mehr gefällt. Es gibt dort mehr kleinere Bilder und mehr Information.
Die Idee der Bücher ist wirklich super, aber die Umsetzung hat leider nicht geklappt, jedenfalls bei uns.
Dunkel, brutal, grausam
Die Fesseln des Bösen,8 Audio-CDs von Jean-Christophe Grangé
Ich habe bereits einige Thriller des Autors gelesen. Ich wusste auf was ich mich einlasse, denn in diesen Thrillern geht es nicht um nette Vorstadtpolizisten und Blümchensex. Diesmal ist nicht nur der Fall brutal, sondern auch der Ermittler Corso. Ein Protagonist mit vielen Ecken und Kanten, der Grenzen ignoriert.
Es ist eine dunkle Szene auf die er bei seinen Ermittlungen zu dem Mord an einer Stripperin trifft. Gewalt, brutaler Sex, Porno, Drogen, der Autor lässt kaum etwas aus. Die Ermittlungen schleppen sich dahin. Immer wieder gelangt Corso in Sackgassen, bis zum nächsten Opfer. Es gibt einen Verdächtigen, aber die Zweifel bei Corso und dem Leser bleiben.
Mir hat sehr gefallen wie der Autor immer wieder mich als Leser in die falschen Richtungen geschickt hat. Zusammen mit Corso wurde man immer wieder ausgebremst. Leider erwiesen sich die Ermittlungen in der Mitte des Buches als sehr langatmig. Erst gegen Ende als der Fall endlich seine ganze Tragweite aufzeigte, wurde es nochmal richtig spannend.
Was mir gar nicht gefiel war der Protagonist Corso. Ich habe nichts gegen Ecken und Kanten, aber das ein Polizist alle möglichen rechtlichen und ethischen Grenzen überschreitet und dafür keine Konsequenzen erhält, empfand ich als furchtbar. Auch das Privatleben von Corso ist einfach nur dunkel, einzig sein Sohn ist ein Lichtblick, für den er aber auch nicht wirklich bereit ist, sein kaputtes Leben zu ändern. Auch wenn es typisch für den Autor ist, die vielen Gewaltszenen sind meiner Meinung überflüssig, hier wäre wirklich weniger mehr gewesen.
Insgesamt war es an sich ein interessanter Fall mit ungewöhnlichen Charakteren, aber in der war es mir viel zu langatmig, die Ermittlung ist zu sehr in den Hintergrund gerückt. Dazu die Gewaltszenen und der gewissenlose Protagonist machen diesen Roman nicht wirklich empfehlenswert. Da hat Grangé schon viel Bessere geschrieben.
Am Ende noch kurz zum Hörbuchsprecher. Da habe ich nichts zu kritisieren, er spricht Corso sehr gut, seine Stimme ist etwas dunkel angehaucht, was sehr gut zum Roman passt. Ich vermute der Roman ist wenig gekürzt, obwohl es hier dem Hörbuch nicht geschadet hätte.
Stimmungsvoll
Totenstille von Dean Will
Totenstille ist für mich ein ungewöhnlicher Krimi. Das Cover ist nicht ungewöhnlich, es zeigt eine typisch düstere, einsame Landschaft in Skandinavien. Dann ist da aber die Protagonistin Tuva. Eine Journalistin, die eigentlich ihr Großstadtleben liebt, aber wegen ihrer kranken Mutter in die nordschwedische Provinz zieht.
Das ungewöhnlich an ihr, sie ist taub und braucht Hörgeräte. Ohne viel Aufhebens integriert der Autor diese Besonderheit in seine Geschichte ohne dass es etwas Besonderes ist. Dies finde ich wirklich gelungen. Was mir auch sehr gut gefiel und was den Krimi besonders für mich macht, ist der Schreibstil des Autors. Er beschreibt sehr genau die Umgebung und auch die Stimmung, selbst Kleinigkeiten finden bei ihm Platz. Das klingt erst einmal langatmig, bei mir hat es dafür gesorgt, dass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte und mich fast selbst in der schwedischen Wildnis wiederfand.
Der Krimi an sich nahm dagegen nur langsam Fahrt auf und verlor sich auch etwas in der Mitte des Buches. Da hatte ich den Eindruck, es geht nicht voran. Dazu kam, dass ich mich sehr schwer mit dem Charakter von Tuva tat. Sie wurde mir nicht wirklich sympathisch, auch einige ihrer Entscheidungen und Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen. Sie reagierte oft unüberlegt und hatte Ängste, die ich nicht wirklich nachvollziehen konnte (z.B. Angst vor Holztrollen). Ihre Vergangenheit blieb nebulös. Es gab immer wieder Andeutungen. Ich vermute mal, dass der Autor in Folgebänden Tuvas Geschichte erzählen möchte. Für mich wurde es aber nicht wirklich rund. Was wiederum sehr gut gelungen ist, sind die Charakterbeschreibungen der Bewohner*innen der Kleinstadt, obwohl ich das Gefühl hatte, dass es dort keine „normalen“ Menschen gibt. Aber so gab es von Anfang an jedenfalls viele Verdächtige und es blieb bis zum Schluss spannend, welcher exzentrische Charakter nun der Mörder ist.
Insgesamt ist es ein atmosphärisch sehr starker Krimi, der leider den Spannungsbogen nicht halten kann und mir dessen Protagonistin es schwer ist warm zu werden. Dennoch würde ich mich über einen weiteren Roman des Autors freuen, denn es hat allein wegen seinen guten Beschreibungen Spass gemacht den Roman zu lesen. Außerdem möchte ich wissen, wie es mit den skurrilen Charakteren in dieser schwedischen Kleinstadt weitergeht.











