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Rezensionen von Leserin71:

Spitzenregionalkrimi

Waidmannsruh von Alexandra Bleyer

Im bereits 5. Fall lässt Alexandra Bleyer den knorrigen Sepp Flattacher im Mölltal in Jägerkreisen ermitteln. Zuerst nur im Fall eines unrechtmäßigen Abschusses eines Einserhirsches, dann aber in einem Mord. Die Polizei wird auch kräftig auf Trab gehalten durch einen Serieneinbrecher. Gibt es hier etwa Zusammenhänge?

Meine Meinung
Sepp Flattacher ist einfach Kult.

Die Schlagabtäusche, die er sich mit seinem Nachbarn oder auch dem netten Kriminaler Martin liefert, sind schon eine Nummer für sich. Überhaupt kommen in dem Krimi lauter Menschen aus Fleisch und Blut vor, mit Ecken und Kanten, mit Gefühlen und Launen, was die Geschichte sehr glaubwürdig und auch interessant macht. Auf jeden Fall sollte man auch die Vorgängerbände lesen!

Die Story an sich ist klasse erzählt. Auch wenn der Mord erst nach der Hälfte des Buches passiert, hat mich die Entwicklung bis dahin in Atem gehalten, auch durch die Nebenhandlung mit dem Einbrecher und den Problemen der Polizisten mit sich. Für mich habe ich einige Personen mit Mordmotiv gefunden, die Auflösung habe ich aber so nicht erwartet. Das Ende war wieder so typisch Flattacher, dass ich es wieder schade fand, dass das Buch zu Ende war. Ich hoffe sehr auf eine Fortsetzung.

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Hochspannend und facettenreich

Du darfst nicht sterben von Andrea Nagele

Andrea Nageles Bücher kenne und schätze ich seit langem als Regionalkrimis mit Tiefgang und detaillierten Charakterisierungen und war nun sehr gespannt auf ihr neuestes Werk, den Psychothriller "Du darfst nicht sterben".

Zum Inhalt:

Die eineiigen Zwillinge Anne und Lili verlieben sich in denselben Mann.

Während er Lili anfangs nur seine guten Seiten zeigt, wird Anne schnell klar, dass dieser Mann gefährlich ist. Obwohl sie ihre Schwester warnt, glaubt Lili ihr nicht. Erst als es fast zu spät ist, erkennt sie ihren Fehler. Nur zusammen können sie sich der Gefahr entkommen....

Meine Meinung

Schon von Anfang an ist die Spannung hoch. Im ersten Teil wird der Leser konfrontiert mit einem Messerangriff und dem anschließenden Ringen um Leben und Tod. Im zweiten Teil erfahren wir, wie die Zwillinge und Paul sich kennenlernten und erleben fast hautnah mit, wie sich die Beziehungen entwickeln. Dadurch, dass jedes Kapitel von einer anderen Schwester aus ihrer Perspektive erzählt wird, sind ihre Gedanken und Gefühle fast greifbar und verständlich. Auch Paul erzählt gelegentlich in Ich-Form.

Der dritte und vierte Teil sind quasi eine einzige Verfolgungsjagd (ohne quietschende Reifen) mit viel innerer Anspannung. Stellenweise wusste ich auch nicht mehr, ob die erzählende Person nicht am Halluzinieren ist.

Die Schreibweise der Autorin finde ich hervorragend. Sie ist gut verständlich, prägnant und doch kann ich mir die Orte und Gegebenheiten gut vorstellen.

Von mir gibt es 5 Sterne für diesen hervorragenden Psychothriller.

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Der richtige Krimi für heiße Tage

Weißbier-Requiem von Andreas Schröfl

Heiß her geht es in Sanktus' neuem Fall. Diesmal ist der Sanktus in seiner Funktion als Brauer in einem Bierwellness-Hotel, als er einen Mann tot im Pool entdeckt. Doch als er nach Alarmierung von Polizei und Ehefrau wiederkommt, ist diese verschwunden! Ermittlung für Sanktus Pflicht (wer jetzt denkt, das fehlt ein Wörtchen, hat richtig gelesen) Große Frage: Wo ist der Tote? Kommt dafür jemand von den Wiesnkollegen, vom Personal oder gar der Familie in Frage? Sanktus hat ganz schön was zu tun, vor allem da der Bichä ausfällt und die Kommissare in Erding ihre Ermittlungen nicht so vorantreiben wie er.

Meine Meinung:

Der Sanktus - Alfred Sanktjohanser - ist und bleibt ein Münchner Unikum. Es ist herrlich zu lesen, wie er in seinem Beruf aufgeht, ein harmonisches Familienleben führt und einen Freundeskreis hat, auf den er zählen kann. Der Text ist so geschrieben, wie der Sanktus denkt. An seinen Gedanken ist der Leser ganz nah dran, dazu gehört auch, dass manche Sätze nicht ganz vollständig sind. Am Anfang ist das gewöhnungsbedürfig, aber man gewöhnt sich gerne daran, einfach weil der Sanktus so authentisch ist.

Das Personenverzeichnis am Anfang frischt für Kenner der Reihe die Zusammenhänge auf und ist für Neueinsteiger sehr hilfreich. Überhaupt würde ich empfehlen, nicht mit diesem sondern mit dem ersten "Brauerehre" anzufangen, um die ganze Corona vom Sanktus so nach und nach kennenzulernen. Aber logisch kann man auch mit diesem, dem 5. Band anfangen.

Das Lesen geht flott und das Buch geht runter wie ein gekühltes Bier. Empfehlung: Vorher eines kühl stellen und dann in Ruhe dazu trinken.

Schon der Beginn zeigt, dass es zur Sache geht. Bei den vielen neuen Personen ist das Verzeichnis wirklich hilfreich. Sanktus ermittelt auf seine unnnachahmliche Art, wobei mir eine Agatha-Christie-Imitiationsszene ein bisschen zu gestellt war. Dafür liebe ich die verschiedenen Dialekte und Sprachen, die Andreas Schröfl in lesbarer und verständlicher Art einbaut. Für Nichtbayern gibt es ein Glossar am Ende.

Das Ende ist ein grande finale furioso, das Sanktus und Graffiti einiges abverlangt. So habe ich mir das erhofft, aber lang ned gwusst, wer's do hod.

Locker, leicht, süffig - Leseempfehlung! Und bitte noch eines!

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Proseccolügen

Proseccolügen von Gudrun Grägel

An der Proseccostraße im Veneto in Italien will sich die Köchin Doro Ritter in einem kleinen Hotel Ideen für Rezepte holen. Doch dann ereignen sich dort ein paar Ereignisse. Doro hält Augen und Ohren offen und mischt sich unterstützt von ihrem Freund Vinc in Sachen ein, die sie eigentlich nichts angehen.

Meine Meinung:

Schnell ist man mit Doro Ritter in Italien angekommen. Sie ist eine sympatische, sehr aktive Person, die neugierig Herausforderungen annimmt bzw. sich selbst sucht. Das Kochen und ihre Leben meistert sie mit Leichtigkeit. Manchmal gerät sogar sie an ihre Grenzen.

Dank des Personenverzeichnis am Ende des Buches verliert man bei den vielen Mitwirkenden nicht den Überblick. Aufpassen muss man allerdings schon, wer mit wem und wann was getan hat. Das macht ja auch den Reiz aus. Doro ermittelt mit viel Herz. Ihr Privatleben kommt dabei nicht zu kurz.

Der Fall selbst wartete am Ende mit einer faustdicken Überraschung auf. Mehrere Verdächtige hätten aus unterschiedlichen Motiven die Vorfälle im und um das Hotel verursachen können.

Die Mischung aus Urlaub und Arbeit, Ermittlung und Freundschaft hat mir gut gefallen. Das Italienflair war auf jeden Fall da und hat mir ein paar sehr schöne Stunden beschert. Die Rezepte am Ende werden ich mal ausprobieren, v. a. das Kokoseis und das Olivenfoccaccia.

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Im Hochzeitsfieber

Grado im Mondschein von Andrea Nagele

Im 5. Band um die Gradeser Ermittlerin Maddalena Degrassi dreht sich alles um die Hochzeit ihrer Mutter mit ihrem Chef, was Maddy in vieler Hinsicht beschäftigt. Parallel zu den Hochzeitsvorbereitungen wird eine zweite Handlung eingeflochten, die in Sizilien mit der Flucht einer jungen Frau vor ihrem gewalttätigen Freund beginnt.

Die Frage ist nun, ob und vor allem wann diese beiden Handlungsstränge zusammenkommen. Die Spannung wird durch kurze Kapitel aus unterschiedlichen Blickwinkeln immer noch weiter gesteigert.

An Andrea Nageles Krimi schätze ich dieses Kombinieren von unterschiedlichen Sichtweisen zu einem großen Bild. Die Personen haben eine Tiefe, wie ich es sonst selten lesen. Der Autorin gelingen die Einblicke in die Psyche der Charaktere ohne jede Wertung, aber mit Verständnis ohne zuviele Worte, was ihre Erfahrung als Psychotherapeutin widerspiegelt.

Dieses Buch ist wie alle Vorgänger und anderen Bücher der Autorin ein echter Page turner, der mich von Anfang an gefesselt hat. Besonders gut haben mir auch die Beschreibungen der Landschaft um Grado und das Wasserschloss in Grassoldo gefallen, kulinarische und sprachliches Lokalkolorit mit einem Rezept am Ende.

Sehr gerne vergebe ich 5 Sterne und hoffe auf ein Wiedersehen mit Maddalena.

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Hochspannender Genuss-Krimi aus Bordeaux

Winteraustern von Alexander Oetker

Dieser Krimi hat mir einen erstklassigen Hörgenuss beschert. Frank Arnold hat das Buch nur geringfügig gekürzt in hervorragender Weise eingesprochen. Mein Kopfkino lief von Anfang an.

Gemächlich geht es los. Anfangs werden Personen vorgestellt, über deren Bedeutung für die Handlung man nur spekulieren kann.

Kommissar Luc Verlain will mit seinem Vater auf eine gemütliche Bootstour gehen im Patrouilleboot der Nationalgarde. Der alte Austernfischer soll die Gelegenheit bekommen, sich wieder einmal auf dem Bassin d'Arcachon die Seeluft um die Nase wehen zu lassen. Doch dann schlägt das Verbrechen zu. Ein Austernzüchter wird niedergeschlagen auf einer Sandbank aufgefunden und zwei weitere an zwei Pfähle gebunden - wie bei einer Hinrichtung. Luc und seine Partnerin Anouk (beruflich wie privat) ermitteln in Bordeaux und Paris und dann scheint alles klar...


Meine Meinung

Schon der Vorgängerfall "Chateau Mort" hat ein sehr sympatisches Bild der Region um Bordeaux gezeichnet. Während dort das Thema Wein im Vordergrund stand, sind es dieses Mal die Austern und das Bassin. Auch die Dune de Pilat darf nicht fehlen.

Der Fall selbst ist hochspannend und bleibt es auch bei aller der zahlreichen Beschreibungen von Landschaft und kulinarischen Genüssen. Auch das Privatleben der Ermittler lässt mich nicht kalt. Manche Wiederholung war unnötig und hat mich kurz verwundert.

Mich hat der Fall sehr gut unterhalten und deshalb vergebe ich 5 Sterne.

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Dritter Fall für Sebastian Franck

Feuersee von Thilo Scheurer

Sebastian Franck, der korrekte Ermittler im T.O.M. Team in Stuttgart, bekommt es mit einem grausigen Cold Case zu tun. Eine Leiche wurde zerstückelt und in Müllsäcken an verschiedenen Stellen "entsorgt". Doch was hat dieser Fund mit dem anderen im Rottweiler Wald zu tun? Wo sind die Münzen des Opfers?

In Zusammenarbeit mit den Rottweiler Kommissaren Wolfgang Treidler und Carina Melchior gelingt der Durchbruch.

Meine Meinung

Dieser Krimi ist eines meiner Krimihighlights des Jahres. Die Charaktere und die Handlung sind einfach rundum gelungen.

Eigentlich sind es sogar zwei Kriminalfälle, die gelöst werden sollten. Die Leiterin des Dezernats Marga Kronthaler will nämlich auch klären, wer den Bruder von Sebastian erschossen hat. Dieser Fall zieht sich durch die Reihe. Sicherlich kann das Buch auch ohne die Vorkenntnisse gelesen werden.

Was mir hier auch gut gefällt, ist die Verbindung zu den Rottweiler Kommissaren, die in einer eigenen Reihe eine Rolle spielen. Diese kenne ich nicht, aber die Melchior und Treidler haben mir gut gefallen, so dass ich mir diese Bücher genauer anschauen möchte.

Die Charaktere sind alle ein bisschen kauzig, aber sympatisch. Jeder hat Ecken und Kanten und das macht sie menschlich und gibt ihnen Tiefe. Thilo Scheurer kann auch gut Situationen beschreiben. Mein Kopfkino bekam was zu tun.

Gerne vergebe ich 5 Sterne für diesen hervorragenden Krimi.

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Mystisches, dunkles, sehr lebendiges Graz

Der Tod tanzt in Graz von Robert Preis

Klappentext:

Showdown beim Aufsteirern

Der Tod eines bekannten Volksmusikers erschüttert Österreich. Als ein zweiter Künstler stirbt, verfällt das Land in Schockstarre. Die Polizei kommt nicht voran, und Chefermittler Armin Trost ist untergetaucht. Dafür treiben nun seltsam finstere Kerle ihr Unwesen.

Sogar vom Teufel selbst ist die Rede. Und dabei steht doch das größte Brauchtumsfest im ganzen Land vor der Tür: das »Aufsteirern«.

Meine Meinung:

Robert Preis schreibt keine Cosy-Krimis, sondern Krimis mit Mystik und Zeitkritik.

Schon am Anfang entwirft er das Bild einer heilen Welt, auf der Alm mit Volksmusik, um dieses Bild gleich wieder zu zerstören, mit der Realität zu verbinden.

Der bereits im Prolog erwähnte Teufel als mystische Gestalt zieht sich durch das ganze Buch, das Anfang und Ende auf dem Hochschwab findet. Dieser große Gebirgsstock und die spärliche Besiedlung ist Anfang und Ende dieser Geschichte.

Der Text ist sehr flüssig zu lesen. Hilfreich ist es, die Vorgeschichte um den im Verborgenen agierenden Kommissar Armin Trost zu kennen, aber keine Notwendigkeit.

Mir hat dieses Buch wieder sehr gut gefallen, ein Buch voller Gegensätze: Kommerz und Kultur, Volksmusik und volksdümmlicher Musik, Realität und Mystik, Geradlinigkeit und Irrwege.

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Flattacher in Höchstform

Kärntner Kesseltrieb von Alexandra Bleyer

Als Aufsichtsjäger hat Sepp Flattacher im schönen Mölltal ja eigentlich einen ruhige, besinnliche Beschäftigung, ist viel an der frischen Luft und muss sich wenig mit Leuten abgeben. Aber dann findet er in seinem Revier eine Marihuana-Plantage, eine Giftschlange und gerade bei seinem Schützling Reini synthetische Drogen.

Auch die Polizei ermittelt, aber ohne den Sepp wären sie aufgeschmissen. Aber eine Sache ist auch für den Sepp nicht so einfach zu lösen: Irmi. Während er bei anderen durchaus Ratschläge in punkto Liebe gibt, hat er selbst nicht den Mut.

Das Buch greift wieder ein brisantes Thema auf (Drogenhandel). Interessant sind hier auch die Szenenwechsel aus Konsumenten/Tätersicht.

Natürlich darf auch Heinrich Belten nicht fehlen. Seine Nachbarschaft zu Flattacher ist schon Kult, ich freue mich jedes Mal auf neue "herzliche" Begegnungen zwischen den beiden.

Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Die Spannung war durchgängig vorhanden und hat sich am Ende immer weiter gesteigert, was ich in diesem Maße bei Regionalkrimis nicht so kenne. Sehr gerne vergebe ich 5 von 5 Sternen und hoffe auf eine Fortsetzung und den Film!

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Klassentreffen der anderen Art

Hüttenkatz von Kaspar Panizza

Dass Klassentreffen für Überraschungen gut sein können, ist nichts Neues. Dieses Treffen auf einer Berghütte nach langen Jahren hat es aber in sich. Kaum dass ein Totgeglaubter plötzlich wieder auftaucht, ist er auch schon tatsächlich tot. Da Kommissar Steinböck als Klassenkamerad das Geschehen hautnah miterlebte, kann er auch gleich ermitteln.

Hilfe bekommt er dann aus dem Tal von seinen Kollegen - und natürlich auch von der Katz', mit der er sich rege austauscht.

Meine Meinung:

Nach Agatha Christie Manier ermittelt Steinböck im kleinen Kreis der Verdächtigen. Dass es dabei zu immer wieder kleinen lustigen Szenen mit der Katz' und auch im Team kommt, bringt Würze ins Buch. Gefallen hat mir, dass fast jeder von den Klassenkameraden ein Motiv für den Mord gehabt haben könnte. Bis zum Schluss ist es mir noch nicht recht klar gewesen, wer tatsächlich der Schuldige ist.

Das Buch liest sich gut an einem Stück durch, ein paar Ausflüge in die bayerische Sprache sollte der Leser mitmachen wollen.

Gerne empfehle ich das Buch weiter.

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