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Rezensionen von Allers:
Wie nationale Identität sich wandelt
Ein Palast für die Republik von Merlijn Schoonenboom
Dieses Buch ist ein echter Erkenntnisgewinn! Die heutige moderne Gesellschaft besteht mehr denn je aus verschiedenen Gruppen, und all diese Gruppen würden sich nun miteinander im Konflikt befinden: „Links gegen rechts, der rechte Rand gegen den linksliberalen Mainstream, oben gegen unten, Geschlecht gegen Geschlecht, Inländer gegen Ausländer, alt gegen jung.
“
Mit anderen Worten: Der Aufstieg von rechts-nationalistischen Parteien ist der Anlass für die heftiger gewordenen Emotionen bei der Suche nach Identität im 21. Jahrhundert.
Der Autor Merlijn Schoonenboom beginnt seine journalistische Recherche beim Berliner Stadtschloss: Nach der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland 1990 wurde 23 Jahre lang über den Wiederaufbau des Berliner Schlosses diskutiert, gestritten, beraten. Das Ergebnis dieses mühsamen Prozesses: Das Schloss wird ein Museum für „Weltkulturen“ beherbergen, mit Kunstwerken aus anderen Weltteilen und ethnografischen Objekten aus Asien und Afrika. Das Museum soll nichts weniger leisten, als den „Dialog der Kulturen“ zu fördern. „Mitten in der wiedervereinigten Hauptstadt will sich Deutschland dem Rest der Welt als selbstbewusstes und weltoffenes Land präsentieren”, so die The New York Times.
In Deutschland finden die gleichen Diskussionen wie anderswo in Europa statt, aber hier werden sie wegen der vielen historischen Empfindsamkeiten noch extra zugespitzt. Die Argumente sind emotional und grimmig, mit vielen Verweisen auf berühmte deutsche Dichter und Denker und auf die berüchtigten deutschen Richter und Henker.


