Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gaby2707:
Das werden tolle Erinnerungen
Kindergartenfreunde - DINOS von Pia Loewe
Da unser Kleiner bald in den Kindergarten kommt und Dinos über alles liebt, war es gar keine Frage, dass er dieses Kindergarten-Freundschaftsbuch „Dinos“ an seinem ersten Kindergartentag bekommen wird.
Mit einem Format von 22 x 22 cm und 72 Seiten bietet dieses stabile Hardcoverbuch sehr viel Platz für alle kleinen Freunde, die er im Kindergarten kennenlernen wird.
Mit der Goldfolienprägung sieht das Buch nicht nur wunderschön, sondern auch sehr edel aus.
Nach „Dieses Buch gehört:“ folgt eine Doppelseite „Geburtstagskalender“. Mit „Das bin ich“ stellt sich der kleine Buchbesitzer vor. Nun kommen ganz viele Doppelseiten mit den verschiedensten Dinos, wo sich die Freunde mit Foto und Steckbrief verewigen können. Es kann geschrieben, gemalt, geklebt und angekreuzt werden. Besonders gut gefällt mir persönlich ein großes Feld, wo die Kleinen sich kreativ „austoben“ können. Am Schluss gibt es noch 4 Doppelseiten für „Meine Gruppe“, „Mein/e Erzieher/in“, „Meine Feste & Ausflüge“ und Fotos und Erinnerungen“.
Ein hochwertiges Erinnerungsalbum an all die vielen kleinen Begleiter, die unser Kleiner während seiner Kindergartenzeit kennenlernen wird.
Guter Auftakt einer Familien-Trilogie
Das Limettenhaus von Valentina Cebeni
Als Eva Morris die Verlobung mit Miguel Ferrer löst um dessen bis dahin besten Freund Fernando Fontamara zu heiraten, beginnt eine Familienfehde, die darin gipfelt, dass Eva, die ihren Fernando schon nach 12 Jahren Ehe verloren hat, Kuba nach einem großen Brand mit ihren Kindern Gabriel, Diana, Myriam und Nesthäkchen Clio verlässt.
Sie kommen in Italien in der Nähe von Rom bei Fernandos Bruder Giacomo unter. Hier, wo Kultur und das politische Leben so ganz anders ist, wie in ihrer alten Heimat, fällt es besonders Diana schwer, sich einzuleben. Sie will ihre gerade erst beginnende Liebe zum Sohn des Widersachers Miguel Ferrer nicht aufgeben. Aber auch die anderen Familienmitglieder tun sich mit der neuen Situation nicht leicht.
Der Schreib- und Erzählstil von Valentina Cebeni ist so leicht und einfühlsam, die Beschreibungen so bildhaft, dass ich beim Lesen alles regelrecht vor mir gesehen habe. Sie vermittelt eine trügerische Idylle inmitten von Zypressen und Limettenbäumen im stilvollen Anwesen „La Goioisa“.
Beim Zugang zu den Protagonisten habe ich mich sehr schwer getan. Vielleicht sind es einfach zu viele Fontamaras, denen ich hier plötzlich gegenüber stehe. Am besten ist mir das noch bei Eva gelungen. Und bei der 16-jährigen Diana, die ich in ihrem Herzschmerz und ihrer Verwirrtheit so gerne in den Arm genommen und getröstet hätte. Alle Anderen sind mir nicht sehr nahe gekommen, blieben für mich bisher ohne Tiefe. Da dies der Auftakt einer Trilogie über die Frauen der Fontamara-Familie ist, werden sich die anderen Figuren, allen voran Myriam, Clio, Viola, Angela und Lia noch entwickeln, denke ich. Und darauf freue ich mich schon.
Gut eingearbeitet finde ich die politischen Wirrungen, die hier gerade auch Italien heimsuchen. Homosexualität und Judenverfolgung, das auch in unserer Zeit leider noch immer oder wieder ein Thema ist, werden hier z.B. anhand von Freundschaften, eingebunden.
An dem Mandelgebäck, das Myriam für Diana bäckt, werde ich mich bestimmt auch mal versuchen.
Trotz der kleinen Kritik hat mich die Geschichte um die Familie Fontamara mit ihren Frauen und Gabriel sehr gut unterhalten. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung und bin gespannt, wie es den Menschen, die ich hier kennengelernt habe, weiter ergeht.
Der erste Teil der Trilogie bekommt von mir 4 von 5 Sternen.
Ein wunderschönes Kinderbuch, das zu Herzen geht
Du, Papa ... Ist zehn viel? von Sabine Bohlmann
"Ist zehn viel?" fragte der kleine Wolf seinen Papa, als sie gemeinsam im Wald spazieren gingen. "Kommt ganz drauf an", meinte daraufhin Papawolf. "Worauf denn?", fragte der Kleine neugierig und spitzte seine Ohren. Papawolf überlegte ein Weilchen."
Und dann erklärt Papa Wolf seinem Sohnemann die verschiedensten Sachen, wie dick oder dünn, schnell oder langsam, klein oder groß und noch Vieles andere auf sehr anschauliche Weise.
Was für eine wunderschöne Geschichte. Ich bin entzückt vom kleinen Wolf, der wissbegierig eine Frage nach der anderen stellt. Und ich bin ganz angetan von Papa Wolf, mit wie viel Liebe und Geduld er seinem kleinen Sohn die Welt und das Leben erklärt. Immer mit dem fast gleichen Satz, nur der Frage gemäß angepasst. Auf der letzten Seite dann der schönste Satz von Papa Wolf überhaupt: „Egal wie … du bist. Ich hab dich lieb. Ich hab dich immer lieb. So ist das. So ist das Leben. So und nicht anders.“ Hach – wie schön!
Ich liebe die tollen Texte, die sich Sabine Bohlmann ausgedacht hat und die einfach zauberhaften Illustrationen von Emilia Dziubak.
Eine so wunderschöne, herzerwärmende Papa-Kind-Geschichte, die in keinem Kinderzimmer fehlen sollte.
Ein verruchtes Geheimnis
Die Macht der Lustspiele | Erotischer Roman von Laura Lee Logan
Jacky Mills ist 29 Jahre alt und gefangenen in ihrem kleinen braven Vorstadtleben mit Mann Lucas und den beiden Söhnen, wo alles immer perfekt sein muss. Soll das schon alles in ihrem Leben gewesen sein? Nachts räumt sie von fremden Männern, die sie begehren und befingern. Bei einem Mädelsabend mit ihrer Freundin Nelly gibt sich Jacky fast einem anderen Mann hin – und beichtet das ihrem Lucas.
Sie sprechen über ihre geheimen Wünsche und Lucas lässt sich eine ganze Menge einfallen, um Abwechslung in ihren Ehe- und Liebesalltag zu bringen.
Mir hat diese sehr erotische Geschichte von Laura Lee Logan sehr gut gefallen.
Die Autorin hat einen gefühlvollen, mitreißenden und vor allem bildhaften Erzählstil ohne derb, obszön oder vulgär zu erscheinen. Die Menschen, denen ich hier begegne sind sympathisch und kommen authentisch rüber. Mein Kopfkino ist ab der ersten Seite im Einsatz und sie hat mich sehr gut unterhalten. Von den verschiedenen Aktivitäten, die Lucas seiner Jacky anbietet, bin ich immer noch ganz hingerissen. Vielleicht probieren wir das ein oder andere mal aus.
Als zusätzliches Goodie bekomme ich noch den Gutschein-Code für eine weitere Internet-Geschichte „Der Frauenarzt“, auch von Laura Lee Logan, - gratis.
„Die Macht der Lustspiele“ von Laura Lee Logan – eine hoch erotische Geschichte, die ich gerne empfehle.
Endlich ist er wieder da – Max Raintaler
Mord am Viktualienmarkt von Michael Gerwien
Nach einem netten Geplänkel mit 2 Dortmunderinnen an einem Biertisch im Biergarten am Viktualienmarkt, wo Ex-Kommissar Max Raintaler und sein Freund Hauptkommissar Franz Wurmdobler, Leiter der Mordabteilung K11 der Kripo München einen abgeschlossenen Fall feiern, verschwindet Mathilde Maier, die nur kurz telefonieren wollte, spurlos.
Ihre Freundin Dagmar Siebert und Max machen sich auf die erfolglose Suche nach ihr. Am nächsten Tag wird sie in einem nahen Hinterhof gefunden – tot.
Die Kripo München hat einen neuen Fall.
Ich verfolge die Fälle von Max Raintaler und Franz Wurmdobler nun schon viele Jahr lang und hab mich riesig gefreut, dass ich nun mal wieder mit ihnen ermitteln darf.
Alle, die ich schon als richtige Freunde empfinde, sind wieder mit dabei: natürlich Max und seine Teilzeitlebensgefährtin Monika Schindler mit ihrer kleinen Kneipe am Tierpark; sein bester Freund Franz mit seiner Sandra; seine nette betagte Nachbarin, die ihn jeden Freitag mit Gulasch bekocht; Monis beste Freundin Anneliese Rothmüller, die in der kleinen Kneipe immer einspringt, wenn Not an der Frau ist und Max´ Freund Josef Stirner vom FC Kneipenluft, der der Kripo hier wieder als „Berater“ zur Verfügung steht. Auch mein absoluter Lieblingsverein TSV 1860 München „die Löwen“ findet wieder eine kurze Erwähnung.
Dieser Fall ist etwas verzwickt, da keine Spuren zum Täter führen, niemand etwas gesehen hat und alle Verdächtigen Alibis haben. Dazu kommt Ärger mit Karl Freisinger, dem Neuen im Team, Neffe vom obersten Chef, der so einen an der Klatsche hat…
Dazu weht den Münchnern gerade der Föhn um die Nase, der ihnen ihre Freundlichkeit und Gelassenheit nimmt. Monika bekommt es im Biergarten ihrer kleinen Kneipe mit einigen unliebsamen Zeitgenossen zu tun und könnte die Unterstützung von ihrem Max gerade sehr gut brauchen.
Ich liebe die Leichtigkeit, die Lebendigkeit, den charmanten Witz und die Dialoge mit denen Autor Michael Gerwien die Menschen in dieser Geschichte agieren lässt. Es zieht mich von Anfang an in den Fall hinein und als langjährige Münchnerin kenne ich mich an den meisten Schauplätzen aus. Das verschafft mir noch mehr Bilder im Kopf und ich fühle mich wie live dabei. Die Auflösung hatte ich so ähnlich schon mal im Hinterkopf, habe mich durch falsche Spuren aber wieder davon abbringen lassen. Klasse finde ich auch die dauernden Perspektivwechsel, die so eingesetzt werden, dass ich einfach immer weiter lesen musste.
Wenn Jemand einen knallharten Krimi mit Action, Blutvergießen und Spannung auf Höchstniveau sucht, der wird hier nicht bedient. Wer aber einen interessanter Fall sucht, gepaart mit privaten Einblicken, sowohl bei Max als auch bei Franz, und vielen authentischen Personen, der ist hier genau richtig. Ich konnte wieder mit rätseln und mit ermitteln und mich hat der „Mord am Viktualienmarkt“, der 12. Fall für Raintaler und Wurmdobler, sehr gut unterhalten.
Der gelungene Auftakt zu einer neuen Thriller Reihe
Die Verlorenen von Simon Beckett
Seit 10 Jahren hat Sergeant Jonah Cooley nichts mehr von seinem ehemals besten Freund Detective Sergeant Gavin McKinney gehört. Nun taucht er plötzlich aus dem Nichts wieder auf. Warum soll Jonah nun unbedingt zum Slaughter Quai, einer abseits an der Themse gelegenen Kaianlage kommen? Täuscht er sich oder klingt sein so taffer Freund ängstlich? Als er dann zur angegebenen Stelle kommt, beginnt für ihn ein großer Albtraum.
..
Dies ist mein erstes Buch, das ich von Simon Beckett gelesen habe. Und ich frage mich, warum bin ich nicht schon eher auf diesen Autor gestoßen? Ich war sofort in der Geschichte drin; der Schreibstil ist rasant und lässt beim Lesen kaum Pausen zu; die Cliffhanger treiben mich von einem Kapitel zum nächsten. Aber es gibt auch ruhigere Passagen, die mich nachdenken und mitfiebern lassen, ehe die Ermittlungen wieder in eine andere Richtung laufen. Und die Spannung – die steigt von Beginn an und löst sich in einem Showdown explosionsartig auf.
Jonah, der für Detective Inspector Jack Fletcher - ein unsympathischer Zeitgenosse - und seine Partnerin DS Bennet lange Zeit als Täter gilt, ohne ihm etwas nachweisen zu können, hat sich entschieden, auf eigene Faust den Taten in der Lagerhalle am Schlachter Quai auf den Grund zu gehen. Starrköpfig will er immer alles alleine stemmen, was ihn als Polizisten für mich manchmal etwas unglaubwürdig wirken lässt. Dass er da ständig in Gefahr schwebt und begibt, sollte klar sein.
So ganz bin ich mit der sehr unverhofften Auflösung, mit der ich in dieser Form gar nicht gerechnet hatte, nicht ganz zufrieden. Für mich ist das Motiv nicht schlüssig und es bleiben Fragen offen. Na gut, die werden vielleicht in einem der nächsten Bände geklärt. Darauf freue ich mich schon und bleibe gespannt. Auch auf die Entwicklung, die Jonah Cooley hoffentlich noch machen wird.
“Die Verlorenen“ von Simon Beckett – ein gut durchdachter, atmosphärisch dichter Auftakt mit einigen scheußlichen Gänsehautmomenten zu einer neuen Thriller Reihe. Gute und vor allem spannende Unterhaltung.
Freundschaft ist ein Geschenk – wie wahr
Freundschaft ist ein Geschenk, einfach wunderbar! von Paul Reinker
Die kleine Maus Fridolin lebt einsam und allein in einem fernen Land. Er möchte nicht mehr allein sein und macht sich auf den Weg um einen Freund zu finden. Der Panda, das Känguru und der Kakadu sind der Meinung, dass sie zu verschieden sind und lassen Fridolin einfach stehen. Ob die vier dennoch Freunde werden, lest ihr in diesem kleinen Büchlein.
Paul Reinker versieht seine 13 liebevoll und farbenfroh gestalteten Bilder mit kleinen 2- bis 10-zeiligen Reimen, die die Kleinen sehr gut verstehen können. Die Bilder haben wir uns als erstes angeschaut. Unser Kleiner hat sofort entdeckt, dass die Maus eine Blume am Hut trägt und er findet es sehr witzig, dass das Känguru mit einem Strohhalm trinkt. Auch die schützende Hand über dem Wort „sicher“ hat er gleich entdeckt.
Ein wunderbar illustriertes und mit Reimen versehenes kleines Buch über die Freundschaft, die einfach wunderbar ist. Wie wahr!
Ein absoluter Dino-Schatz
Der Ravensburger Dinosaurier-Atlas - eine Zeitreise zu den Urzeitechsen von Anne Rooney
Als ich vor ein paar Tagen eine recht große, schwere Buchsendung bekam, war ich schon überrascht, dass sich darin der „Ravensburger Dinosaurier Atlas“, der mit seinen Maßen von 26.2 x 2.2 x 28.4 cm ein übergroßes Format und durch die Doppelseiten ein ordentliches Gewicht hat, zum Vorschein kam.
Mit seinem Gewicht und den Ausmaßen hatte ich nicht gerechnet. Ich bin absolut positiv überrascht. Sofort aufgefallen ist mir aber, dass man mit den Seiten, die nicht allzu stabil sind, vorsichtig umgehen muss, um sie nicht zu beschädigen.
Das Cover mit 5 verschiedenen Echsenarten bietet nicht nur etwas für´s Auge. Beim streichen mit den Fingerspitzen über die Vorderseite wird auch der Tastsinn angesprochen. Ein absoluter Hingucker.
Mit diesem Buch hat Anne Rooney ein Werk mit erschaffen, das jeden kleinen und auch großen Dinosaurier-Fan begeistern wird.
Das Sachbuch erklärt auf den ersten Seiten, in welchem Zeitalter die Dinos lebten und wann ihre Zeit zu Ende war. Unterteilt nach Kontinenten werden die verschiedensten Arten, viele davon waren mir bis hierher noch kein Begriff, vorgestellt. Fast alle Seiten lassen sich ausklappen, so dass extra große Schaubilder entstehen. Außerdem gibt es viele kleine und größere Klappen, die unter z.B. dem Giganotosauruskopf das Skelett dazu zeigen.
Die vielen Zeichnungen der Dinosaurier sind von James Gilleard eher einfach gestaltet. Die graphische Umsetzung wirkt insgesamt sehr modern. Trotzdem werden die Verschiedenartigkeiten sehr gut sichtbar. Auch verschiedene Fotos finden sich im Buch.
Zu den Bildern, Illustrationen und Grafiken gibt es kleine Texte, die die verschiedenen Dinge noch mal ausführlich erklären.
Es gibt so Vieles zu entdecken in einem Land, wo vor über 200 Millionen Jahren diese Urechsen lebten. Hier werden nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene, ganz bestimmt ihre Freude dran haben.
Als Altersempfehlung wird 7 Jahre angegeben, was ich wegen der riesigen Informationsflut fast etwas zu früh finde. Zusammen mit einem Erwachsenen wird das Buch aber bestimmt zu einem großen Lese- und Lern-Abenteuer – für Beide. Ich werde es mit unseren Enkeln bestimmt sehr oft anschauen – und immer noch etwas dazu lernen.
Wer ist hier der böse „Wolf“
Wenn der Glaubenberg schweigt von Monika Mansour
Warum versucht der russische Kunsthändler und Multimillionär Viktor Kasakow, der Mann, den sie als ihren schlimmsten Feind bezeichnet, Staatsanwältin Eva Roos-Chengiz unbedingt sprechen und versucht alles um sie in seine Gewalt zu bekommen? Cem Cengiz, Ermittler beim Dezernat für Leib und Leben in Luzern, tut alles um seine Frau vor diesem Mann zu schützen.
Wie kommt da seine Exfreundin Lana Rot, „Lila“, ins Spiel? Was haben sie und der malische Junge Sambou mit dem russischen Geheimdienst zu tun? Und wer ist „der Wolf“?
Nicht nur mit diesen Fragen müssen sich Cem Cengiz und seine Kollegen in Luzern beschäftigen. Als Cem und Frau Ella anhand Tarotkarten eine Tote in der Wolfsschlucht finden, beginnt es richtig spannend zu werden.
Monika Mansour zieht mich sofort mit dem kurzen Prolog in den neuen Fall der Kripo Luzern mit ihrem Hauptermittler Cem Cengiz hinein und ich habe mich sehr schwer getan, auch mal eine kurze Lesepause einzulegen.
Sie träufelt genau die richtige Dosis aus Rückschau in die Geschichte ein, damit man sich in die Personen hinein denken kann und ihren Hintergrund besser versteht, auch wenn man die Vorgängerfälle von Cem Cengiz noch nicht kennt.
Da ich bisher alle Fälle zusammen mit Cem und seinen Kollegen gelöst habe, kenne ich viele der Personen, die hier agieren schon. Diejenigen, die neu hinzukommen, vor allem ein russischer Agent und Frau Ella (die mich absolut fasziniert hat!), werden so lebendig und echt beschrieben und wirken absolut menschlich mit den ihnen eigenen Charaktereigenschaften.
Es geht um Geldwäsche, Drogen-, Menschen- und Waffenhandel, Schutzgelderpressung, Kunstfälschungen und vor allem die Erkenntnis, dass man sich nicht mit den falschen Leuten einlassen sollte.
Der Autorin ist es auch diesmal gelungen mich auf eine falsche Fährte zu führen und mit meinen eigenen Ermittlungen hat sie mich kläglich scheitern lassen.
Der Fall bleibt von Anfang bis Ende sehr spannend. Immer wieder kommen Fragen auf, die sich zum Ende hin schlüssig auflösen und die losen Fäden verbinden sich zu einem großen Ganzen.
Es gibt aber auch ein paar Szenen, wo ich schmunzeln bzw. lachen musste.
Für Leser, die nicht alle Ausdrücke kennen, findet sich am Schluss der Geschichte ein Glossar mit ein paar „Übersetzungen“ aus dem schwyzerischen, russischen oder italienischen.
Auch der 6. Fall für Cem Cengiz und die Kripo Luzern bietet wieder allerbeste Unterhaltung und man braucht diesmal sehr gute Nerven.
Sabine Buxbaum kann auch Thriller schreiben
Flussaufwärts von Sabine Buxbaum
Bis jetzt kannte ich nur eine Liebesgeschichte in der Kulisse des Paznauntales von Sabine Buxbaum. Und nun ein Thriller? Ich war sehr gespannt. Jetzt kann ich sagen, sie hat mich auch diesmal nicht enttäuscht.
Ally Wyatt, eine junge Journalistin reist nach Clinton, einer kleinen Stadt an der Grenze zu Illinois am Mississippi River, um hier ihre Recherche für eine Reportage über die von einem Serienmörder bestialisch ermordeten Frauen zu beginnen.
Dabei erfährt sie, dass die Frauen alle auf ihre Art sehr unsympathisch waren. Sven Sjörgen, den man der Taten verdächtigt, hatte es in seinem bisherigen Leben auch nicht leicht. Zahlt er den Frauen die an ihm begangenen psychischen Verletzungen nun auf diese Weise heim? Zu dieser These kommt Ally nachdem sie einiges über die Getöteten in Erfahrung gebracht hat.
Sven Sjörgen, der nicht nur von dem Kopfgeldjäger Hank Hunter gejagd wird, lerne ich schon auf den ersten Seiten des Buches kennen. Ab hier lese ich die Geschehnisse jeweils aus seiner als auch aus Allys oder aus Hanks Sicht. Gerade die Einblicke in Svens Gedanken finde ich sehr interessant und aufschlussreich. Auch Ally interessiert sich langsam mehr für den Täter als für seine Opfer. Eine Mischung aus Angst und Neugier treibt sie an, bis sie ihm schließlich selbst in die Hände fällt.
Sabine Buxbaum schreibt leicht,einfach und flüssig, oft in kurzen knappen Sätzen und in kurzen Kapiteln, die die Spannung immer weiter steigern und weit oben hält. Ihre Beschreibungen von der Grenzregion und den Menschen, die dort leben, regen meine Sinne und meine Vorstellungskraft an. Ich meine den verbrannten Toast und den Schweiß im Pub von Walter Smith riechen zu können und das kalte Wasser des Mississippi zu spüren. Bilder entstehen in meinem Kopf. Mir gefallen die Menschen, die Ally zumeist sehr freundlich entgegen kommen.
Ally mit ihrer zugewandten, offenen, neugierige und mutigen Art hat sich meine Sympathien schnell gesichert. Auch die meisten anderen Menschen, die ich hier kennenlerne haben eine Art, die ich mag. Die Taten von Sven Sjörgen finde ich zwar absolut abscheulich und äußerst grausam. Aber er tut mir auch ein bisserl leid, wenn er die Schuld für sein Verhalten bei seinem ersten Opfer sucht, das ihn verspottet und abgewiesen hat. Früh genug in Therapie hätte man ihn vielleicht "retten" können.
Gestört hat mich die eingeflochtene Liebesgeschichte zwischen Hank und Ally. Bei einem Thriller mag ich das einfach nicht. Aber das ist meine ganz eigene Meinung.
Der Thriller von Sabine Buxbaum hat mich ansonsten sehr gut unterhalten und mir Gänsehautmomente und spannende Lesestunden geschenkt, die leider viel zu schnell vorüber waren.











