Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von gaby2707:

Einfach unfassbar

Stille Befreiung von Petra Hammesfahr

Die 18-jährige Sandra Korfmacher schlägt alle Warnungen ihrer Eltern und vor allem ihrer Großmutter in den Wind und heiratet den smarten Ronnie Renner, dessen Familie ortsbekannt ist. Aber schon am Tag der Hochzeit kommen ihr Zweifel, ob dies die richtige Entscheidung war. Aber eine Trennung oder ein zurück ins Elternhaus kommt für sie nicht in Frage.

Erst zwei Jahre nach der Geburt ihrer kleinen Tochter Josie nimmt sie ihr Leben in die eigenen Hände und zieht mit Josie in die kleine 2-Zimmer Wohnung im Haus von Rebekkas Eltern, für die sie ab jetzt als Pflegerin arbeitet. Nicht ahnend, was sie dort alles erwartet.


Ich würde euch so gerne gleich die ganze Geschichte erzählen, denn die hat mich so mitgenommen, dass es einfach aus mir raus will. Ich hatte vor lauter Anspannung fast keine Zeit das Buch mal aus der Hand zu legen.
Hier nur ein paar meiner Gedanken:
Selten habe ich mich beim Lesen so in einem Menschen getäuscht, wie in Ronnie Renner. Warum, das werdet ihr beim Lesen selbst heraus finden.
Überhaupt ist einiges in der Geschichte nicht so, wie man es zuerst erwartet. Die Dinge entwickeln sich so rasant, gehen plötzlich in eine Richtung, die ich nicht erwartet habe. Auch habe ich es mit Menschen zu tun, bei denen ich mir zwar vorstellen kann, dass sie genau so denken und Ticken, wie ich es hier lese. Aber verstehen kann ich es/sie nicht. Es ist aber auch schier unglaublich, was hier alles passiert. Wie passiv Sandra sich größtenteils verhält, wie ihre beste Freundin ihr in den Rücken fällt, wie sich der beste Freund ihres Mannes sich verhält. Und vor allem ihre Schwiegermutter. Richtig lieb gewonnen habe ich Sandras Papa, der wirklich fast alles für seinen Augenstern tut.
Leid getan hat mir Rebekka, die junge Frau, für deren Pflege Sandra eingestellt wird. So ein Schicksal – einfach unfassbar.
Mehr möchte ich einfach nicht verraten. Ihr müsst dieses Buch selbst lesen. Ich bin mir sicher, dann könnt ihr mich verstehen.

Spannend, fesselnd, grausam, kaum zu glauben, dramatisch, wendungsreich – ein Buch, das man einfach lesen muss und nicht mehr aus der Hand legen kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Anders sein ist ganz normal

Der kleine Tigerhase von Stefanie Steenken

Der kleine Tigerhase ist so traurig, weil er so anders aussieht, wie seine Geschwister. Er hat Streifen, die die anderen nicht haben. Die ganze Familie macht sich Gedanken, wie sie ihm helfen können. Doch jede Idee hat auch ihre Tücken. Bis seine Schwester mit ihm zusammen Bilder aus einem kleinen Kästchen anschaut.

Was darauf zu sehen ist und warum dieses Kästchen bzw. die Geschichte, die seine Schwester erzählt, den kleinen Tigerhasen froh und glücklich macht?

Das lest ihr in der wunderschönen kleinen Geschichte „Der kleine Tigerhase“ von Stefanie Steenken, die in einer leicht verständlichen und kindgerechten Erzählweise vermittelt, dass jeder, auch wenn er anders ist, genau so richtig ist. Dass es nicht schlimm ist, anders zu sein.
Die Illustrationen von Isabella Flore ergänzen farbenfroh und detailreich diese liebevolle Geschichte.
Ein wundervolles Mut-mach-Buch mit einer wichtigen Botschaft über Toleranz und Selbstvertrauen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Sylt aus Sicht einer Einheimischen

Diese eine Liebe wird nie zu Ende gehn von Susanne Matthiessen

Nachdem ich schon mit „Ozelot und Friesennerz“ mit Autorin Susanne Matthiessen nach Sylt gereist bin, habe ich mich auf dieses Buch sehr gefreut. Auch hier nimmt mich die Autorin mit ins Sylt der 1980er Jahre, wo sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hat.

Sie macht mich mit ihren Eltern, ihren Großeltern und ihrem Vorfahren Mathias dem Glücklichen bekannt; erzählt von der größten Sturmflut des 20.

Jahrhunderts am 24.11.1981. Ich lerne den Immobilienmakler Karl-Hermann Karbig und Pastor Traugott Giesen kennen, und Anneliese Mahler-Nissen, der halb Rantum gehört. Auch für Konsul Hans Hermann Weyer Graf von Yorck spielte Sylt eine große Rolle in den 80er Jahren.
Susanne war dabei als die Ärzte, die auch ich sehr mag, auf Sylt bei ihrer Abschiedstournee ihr letztes Konzert gaben. Schlimm finde ich den Bericht über das Robbensterben im Sommer 1988, wo so viele kleine und große Robben tot an Land gespült wurden. Nicht zu vergessen die Sylter Chaostage, als die Punks auf der Insel eingefallen sind.
Auch die Silberhochzeit ihrer Eltern ist ein Thema und die Hochzeit ihrer Großmutter. Sie beschreibt den „Ausverkauf“ der Nordseeinsel, wo sich immer mehr Zweitwohnungsbesitzer ansiedeln und den Einheimischen kaum die Luft zum Atmen bleibt. Die aufs Festland ziehen müssen, weil sie sich eine Wohnung auf ihrer Insel nicht mehr leisten können.
Ich lerne die Sage um Ekke Nekkepenn kennen und Mythen und Rituale, die auf der Insel von den Eltern an die Kinder weitergegeben werden.

Ihren Blick auf ihre Insel während des ersten Lockdowns wegen Corona fand ich sehr interessant. Es durften keine Gäste mehr kommen, die Straßen waren leer, die Kunden in den Geschäften und Lokalitäten blieben aus und die Insulaner hatten die Insel seit Jahren mal wieder ganz für sich. Sie nehmen sich der Natur wieder an und ich hoffe, dass der Lieblingsplatz der Autorin noch lange fast versteckt und unberührt bleibt.
Ich hatte während des Lesens das Gefühl, ich sitze neben Susanne Matthiessen in einem Strandkorb an der Westerländer Strandpromenade, schaue auf die still vor sich hin wogende Nordsee und höre ihr zu, wie sie mit dem Lockdown beginnt und dann immer wieder Bögen zurück in die Vergangenheit spannt.

Ich habe die Erzählungen von Susanne Matthiessen sehr genossen. Mir ist dabei klar geworden, dass ich unbedingt mal wieder auf diese Insel der Reichen und Schönen reisen möchte. Bestimmt werde ich dort an das ein oder andere, was ich hier gelesen habe, wieder erinnert.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Überraschende Unterhaltung

Bluntly honest - durchtriebene Gier | 12 geile Erotische Geschichten von Ebony White

Dies ist das erste Mal, dass ich mit den Geschichten von Ebony White in Berührung komme. Den Namen werde ich mir auf alle Fälle merken, wenn es um erotische Literatur geht.

Egal ob es Amy und Tommes, Amila und Tino, Jason und Lea, Lenny und Lucy, Mila und der Psychopath Sam oder Nine und der Teufel in der Bank, im Krankenhaus, in der Bibliothek, der Psychatrie oder unter einem Hochsitz treiben, immer gibt es am Ende eine überraschende Wende, mit der ich so nicht gerechnet habe.

Das macht die Geschichten für mich richtig einzigartig. Es geht eben nicht nur um das „Eine“, sondern die Geschichten halten auch eine tüchtige Portion Spannung bereit.

Die Kurzgeschichten von Ebony White sind locker und leicht geschrieben. Nach einer kurzen einleitenden Handlung geht es los mit Erotik und Sex pur. Es geht zwar handfest und auch grob zur Sache, es wird aber nicht anstößig oder unter der Gürtellinie. Im Gegenteil, sie regen die Fantasie an und man kann das ein oder andere ja mal selbst ausprobieren.

Mir haben zwar nicht ausnahmslos alle Kurzgeschichten gefallen. Aber bei der bunten Mischung ist für jeden Geschmack etwas dabei. Ich kann sie jedenfalls empfehlen.

Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code mit dem ich mir eine weitere heiße Geschichte als E-Book aus dem Internet herunterladen kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Die nächsten Abenteuer für Kappa und Skoppa

Doppel-Galoppel 2. Zwei und das Wassergespenst von Chantal Schreiber

Dies ist der 2. Band der Doppel-Galoppel-Reihe um die kleinen Pferde Kappa und Skoppa und ihren menschlichen Freunden, den Geschwistern Fanndis und Jon mit ihrem Großvater Valdi, der herrliche Geschichten erzählen kann. Die Geschichte spielt auf Island. Obwohl ich Band 1 noch nicht kenne, hatte ich keine Probleme dem Geschehen zu folgen.

Fanndis und Jon glauben nicht an Gespenster, bis ihnen Opa Valdi die Geschichte von Kappa und Skoppa erzählt, die ein kleines schwarzes Lämmchen vor einem Wassergespenst beschützen und die es dann selbst mit Windgespenstern auf der Leine zu tun bekommen. Die etwas älteren Hengstfohlen Dreki und Bokki ärgern den kleinen Kappa und machen sich über ihn lustig. Aber dann kommt es zu einer Entschuldigung.

Die kurzen Kapitel wechseln zwischen den Geschichten, die Opa Valdis von Kappa und Skoppa erzählt und dem Leben auf dem großelterlichen Hof von Fanndis und Jon. Es ist so schön zu lesen, dass sich kleine Fohlen und Menschenkinder gar nicht so unähnlich sind. Die Parallelen sind verständlich und gut nachvollziehbar für unsere kleinen Zuhörer ausgearbeitet. Es geht um sich streiten, entschuldigen und vertragen, um Freundschaft, Mut und Zuversicht, eingebunden in eine kindgerechte, fantasievolle Geschichte. Mein Enkel und ich haben uns köstlich amüsiert und auch wieder etwas gelernt.

Die Schrift ist angenehm groß, so dass ältere Kinder sie auch selbst lesen können. Ich habe sie meinem kleinen Enkel vorgelesen, der von Kappa und Skppa und auch von Fanndis, Jon und Opa Valdis ganz begeistert ist. Genau so wie ich. Chantal Schreiber erzählt hier eine so wunderschöne Geschichte, deren Protagonisten, egal ob Mensch oder Tier, man einfach liebhaben muss.
Die hinreißenden Illustrationen von Iris Hardt, bei denen es immer Neues zu entdecken gibt, lockern die Geschichte auf und veranschaulichen das Gelesene auf gekonnte Weise.

Ein lustiger, unterhaltsamer Lesespass nicht nur für Kinder und Pferdefans, der auch noch mit einer guten Portion Spannung aufwartet. Unser kleiner Enkel und ich werden die Abenteuer von Kappa und Skoppa, von denen es hoffentlich noch viele gibt, auf alle Fälle weiter verfolgen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Absolut lesenswert

Sklave der eigenen Lust | Erotischer SM-Roman von Angelique Corse

Ich habe schon einige SM-Romane von Angelique Corse gelesen. So hat mich "Sklave der eigenen Lust" sofort angesprochen und mich ab den ersten Seiten begeistert.

Nachdem der 35-jährige Wissenschaftler Stefan sein bisheriges Leben mehr oder weniger der Forschung verschrieben hatte, möchten nun sein Körper und sein Geist etwas anderes vom Leben und die Lust bahnt sich ihren Raum.

Eingebettet in sein reales Leben und in seine Gedankenwelt entführt uns die Fantasie des Wissenschaftlers, hier kursiv dargestellt, in die dunkle Welt der Qualen und der Erniedrigung. Sein zunehmender Kontrollverlust sorgt dabei noch für eine aufflammende Spannung.

Der SM-Roman von Angelique Corse ist locker und leicht geschrieben, voller purer Erotik und Lust. Es geht zwar handfest zur Sache, aber ihre Geschichte ist weder derb, noch anstößig oder unter der Gürtellinie. Im Gegenteil, mit ihrer direkten Sprache gibt sie mir interessante Einblicke in die verschiedensten Spielarten der SM-Szene, regt die Fantasie und mein Kopfkino an und ist dabei absolut lesenswert.
Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße Geschichte aus der Feder von Angelique Corse als E-Book aus dem Internet herunter laden kann.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Der letzte Fall für Loretta Luchs

Tote tanzen keinen Walzer von Lotte Minck

Loretta Luchs bekommt fast Schnappatmung, als ihr bester Freund Frank sie bittet zusammen mit seinen 3 anderen Freunden und ihm und seiner Bärbel einen Tanzkurs zu machen. Loretta und tanzen – das geht gar nicht. Aber für die Hochzeit ihres besten Freundes Frank Kropka, der endlich seine Bärbel heiraten wird, lässt sie sich überreden.

Zu ihrer eigenen Überraschung hat sie dann sogar Spaß daran. Bis beim Foxtrott ein Schuss durchs Fenster knallt und Christian, einer der Tanzschüler, in den Armen seiner Jenny zusammenbricht – tot. Ganz klar, dass es sich Hornbrillengirl Loretta, unterstützt von Frank, nicht nehmen lässt und selbst in die Ermittlungen einsteigt.

Seit dem 1. Band "Radieschen von unten" war ich bis jetzt immer an der Seite von Loretta Luchs, die neben ihrem eigentlichen Job bei einer Sexhotline immer wieder in Kriminalfälle hinein schlittert. Ich kann es noch gar nicht fassen, dass diesmal das letzte Mal gewesen sein soll.
Aber auch wer mit diesem Fall erst die Bekanntschaft der lustigen Truppe aus dem Ruhrpott macht, hat keine Probleme sich ohne Vorkenntnisse zurecht zu finden. Mir hat es allerdings großen Spaß gemacht, Loretta mit ihrem Kater Baghira, Bärbel und Frank, der reden kann wie ein Wasserfall, Doris, die als begeisterte Köchin für das leibliche Wohl der Freunde sorgt und Erwin, den Ex-Polizist, und auch die von Loretta stark genervte Kommissarin Astrid Küpper, Patenkind von Erwin, von Fall zu Fall immer näher kennen zu lernen.

Bei Lotte Mincks Krimödien bin ich immer sofort mittendrin und voll dabei. Ihr Schreibstil reißt mich mit und die für Frank typische Ruhrpottschnauze und die launigen Sprüche werde ich vermissen. Genau so wie jeden einzelnen der sympathischen Menschen, die ich hier im Laufe der Zeit kennengelernt habe.

Der Fall, bei dem einer der Tänzer ums Leben kommt, ist gar nicht so einfach zu lösen, weil es einige Menschen gibt, die ein Motiv haben. Aber Loretta schafft es auch diesmal mit der ihr eigenen Verhörtechnik ein Detail nach dem anderen aus ihren Verdächtigen heraus zu kitzeln. Zum Schluss der spannende Showdown, der dem Fall den krönenden Abschluss beschert.

Erwähnen möchte ich noch das Cover von Ommo Wille, bei dem ein Blick nicht reicht um all die liebevollen Kleinigkeiten zu entdecken, die er hier untergebracht hat.

Auch der letzte Fall für Loretta und ihre Freunde hat mich wieder blendend unterhalten und bekommt von mir die Höchstpunktzahl: 5 von 5 Sternen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

In Hirschweiler ticken die Uhren anders

Nur Bärbel backte besser von Dany R. Wood

Seinen 5. Fall nimmt Dorfpolizist und Oberkommissar Jupp Backes aus dem saarländischen Hirschweiler schon sehr persönlich. Gerade hatten sie eine Putzfrau zur Unterstützung seiner Gattin Inge gefunden, die wegen eines Bänderrisses mit Krücken unterwegs ist, da liegt Ivana Nowak tot auf dem Rasen vor ihrem Haus.

Selbstmord? Oder hat sie jemand vom Balkon geschmissen? Das ist hier die Frage, die Jupp als Ermittler alles abverlangt.

Nach Hirschweiler zu kommen ist für mich wie gute Bekannte besuchen und ihnen bei ihrem Treiben über die Schulter zu schauen. Und auch diesmal ist ganz schön was los in der Familie Backes.

Oma Käthe versucht betagte Senoren zu finden, die des Backens mächtig sind und sie bei der Gründung eines Online-Tortenimperiums unterstützen. Ob das mit Müllersch Marianne wirklich klappt? Inge hat Zoff mit ihrer besten Freundin Doris, die nach der Trennung von ihrem Mann mit einem Callboy die Hauptstraße von Hirschweiler unsicher macht. Dazu macht sie sich Gedanken, ob die Putzfrau sich vielleicht wegen ihr bzw. ihrem gerade stark verschmutzten Haushalt das Leben genommen hat. Und Jupp, der wird aus seinem eintönigen Polizistendasein gerissen, muss sich mit aus Saarbrigge Zugezogenen und sauteuren Koi-Fischen beschäftigen anstatt in der Dienststelle mit seinem Freund zu kniffeln und hat endlich mal wieder einen richtigen Fall an der Backe.

Ich liebe den etwas eigenwilligen Humor, die trotz ihrer Macken so liebenswerten Menschen, den Saarländer Dialekt, die Missverständnisse und vor allem die Dialoge, die mich immer wieder zum schnunzeln oder lachen bringen. Mein Kopfkino schaltet sich auf Seite 1 an und ich muss mich zwingen, es am Ende auszuschalten. Ich wäre auch diesmal gerne länger in Hirschweiler geblieben.

Dany R. Wood hat den Kriminalfall auch diesmal so spannend angelegt, dass ich seinen Spuren gerne gefolgt bin, in der Annahme, den Täter so zu überführen. Aber nein, leider haben die mich immer wieder in die falsche Richtung geführt. Es braucht halt einen Jupp Backes und seine Inge mitsamt Oma Käthe um diesen Fall zu lösen.

Wer einen bierernsten Krimi sucht, der ist hier falsch. Wer sich vom Autor nach Hirschweiler entführen lassen will, hier die unterschiedlichen Menschen kennenlernen möchte und außerdem bei einem spannenden Fall mit ermitteln will, der ist hier genau richtig.
Ich kann die Geschichte nur empfehlen und ich komme sehr gerne wieder.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Der Start der neuen Reihe hat mich beeindruckt

Gezeitenmord von Dennis Jürgensen

Der 11-jährige Villads Geertsen ist mit seinem Lehrer Lasse Espersen auf Beobachtungsgang im Watt unterwegs als er im Sand eine schauerliche Entdeckung macht. Im dichten Nebel bekommt Espersen einen Schlag auf den Kopf und Villads verschwindet – unauffindbar. Genau wie die sechsjährige Rosa Molberg vor anderthalb Jahren.

Bei der Suche nach dem Jungen findet man im Sand vergraben die Leiche des Dealers, Einbrechers und Hehlers Bjarke Laumann.
Da der Tote im Grenzgebiet zwischen Dänemark und Deutschland gefunden wurde, bekommt die dänische Ermittlerin Lykke Teit aus Kopenhagen, die hier ihren ersten eigenen Fall zu bearbeiten hat, Gesellschaft und Unterstützung von ihrem Flensburger Kollegen Hauptkommissar Rudolph "Rudi" Lehmann. Mogens Krogh von der örtlichen Polizei in Melum dagegen ist keine große Hilfe, wenigstens am Beginn der Ermittlungen. Brisant wird die Geschichte, als sich herausstellt, dass Lykke mit dem Toten vor nicht allzu langer Zeit eine kurze Affäre hatte.

Skandinawische Krims sind normalerweise nicht so mein Fall. Aber hier war ich gleich mittendrin im Geschehen und habe mich sofort wohlgefühlt im Wattenmeer.
Bisher kannte ich keines der Bücher von Dennis Jürgensen. Hier habe ich ihn mit seinen Schreibstil kennengelernt, der mich richtig anspricht und der mir sehr gut gefällt.

Die junge Ermittlerin Lykke Teit und der erfahrene HK Rudi Lehmann passen sehr gut zueinander und ergänzen sich perfekt, wie ich finde. Mir gefällt es, dass der doch große Altersunterschied der Beiden kein Thema ist, es kein Kompetenzgerangel gibt und sie von Anfang an auf einer Stufe stehen. Die Gespräche, die mich mit den Ermittlern in ihr Privatleben führen, gefallen mir sehr gut. Lerne ich sie so immer ein Stückerl näher kennen und auch verstehen. Ich finde Rudis Humor so klasse. Und so schwierig die Suche nach dem Mörder bzw. Entführer auch ist, merkt man, wie die Routine die Ermittler immer wieder auf neue Fährten und Spuren stoßen lässt. So gut sich die beiden verstehen, so zugeknöpft, wortkarg und stur verhalten sich die Dorfbewohner des kleinen Ortes Melum in Südwestjütland, wo sowohl Rosa und Villads zuhause sind, als auch der dorthin zugezogene Bjarke Laumann und die beiden weitere Toten, Freunde von Laumann, Charlie Simonsen und Tina Fromm. Zur besseren Orientierung hätte ich mir vorne oder hinten im Buch einen Übersichtsplan mit den verschiedenen Orten gewünscht, an denen ich hier mit ermittle.
Manchmal derbe Dialoge, die wie die Faust aufs Auge treffen, nehmen mich genau so mit wie ein wie zufällig hingeworfener Scherz, der aber auch genau ins Schwarze trifft. Hier passt einfach alles zusammen.
Die etwas düstere Atmosphäre, die der Autor hier schafft, jagt mir ein paar Mal Schauer über den Rücken. Die Spannung baut sich ab der ersten Seite stetig auf und fällt erst ab, als sich alles stimmig und schlüssig auflöst. Alle Fragen haben sich für mich nachvollziehbar beantwortet.

Für mich hat sich die Lesereise nach Jütland und ins Wattenmeer gelohnt. Ich habe sympathische Ermittler kennengelernt, wurde sehr gut unterhalten und hoffe, dass sie bald wieder zusammen im deutsch-dänischen Grenzgebiet ermitteln dürfen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707

Ein ganzer Sack voller Missverständnisse

Sonne über dem Salzgarten von Tabea Bach

Schon das Cover macht Lust auf Urlaub und ich habe Fernweh bekommen. Bevor ich angefangen habe zu lesen, habe ich mir die inneren Klappen des Buches angeschaut und wieder ein bisserl was über Meersalz gelernt.

Julia Brunner, 32, Chef de Cuisine im Restaurant Savoir Vivre, hat eigentlich für ihren 12-jährigen Neffen Emil, der aus einem Internat am Bodensee ausgebüchst ist, gar keine Zeit.

Aber um ihm die Eingewöhnung auf der Insel La Palma bei seinem Vater Jens einfacher zu machen, begleitet sie ihn für zunächst drei Tage auf die Kanareninsel La Palma. Hier hat sich ihr Bruder mit seiner neuen Lebenspartnerin Tanja als Outdoor-Profi selbstständig gemacht. Die Situation mit ihrem anstrengenden Chef eskaliert, als die Fluggesellschaft streikt und Julia ihren Dienst nicht wie geplant nach drei Tagen wieder antreten kann. Ihr wird kurzerhand gekündigt.
Zusammen mit Emil erkundet Julia derweil die Insel, lernt den smarten Álvaro kennen und verliebt sich in eine alte Finca, die geradezu dazu einlädt, hier wieder ein Restaurant zu eröffnen. Sie kauft das Anwesen, nicht ahnend, dass sie damit einigen Inselbewohnern gewaltig auf die Füße tritt.
Was es damit auf sich hat, das lest ihr in dem wunderschönen Roman von Tabea Bach „Sonne über dem Salzgarten“.

Mich hat der flüssige und leichte zu erfassende Schreib- und Erzählstil der Autorin sofort überzeugt.
Die Menschen, die ich hier kennenlerne sind so liebevoll, facettenreich und authentisch beschrieben, da kann ich Julia verstehen, dass sie sich hier gerne niederlassen würde. Klar gibt es auch ein paar Grantler, denen es aber schwer fällt, sich Julias Charme auf Dauer zu entziehen. Julias Bruder Jens, ein wie ich finde unmöglicher Typ, muss noch stark an sich arbeiten, damit auch er mir sympathisch wird.
Julia ist eine so zauberhafte, sympathische, liebenswerte und starke Person – sie muss man einfach gern haben. Mir hat es sehr gut gefallen, wie sie sich der alten Dinge aus der Finca annimmt, und sie zusammen mit einigen Neuanschaffungen zu neuem Leben erweckt. Dazu der smarte und gutaussehende Álvaro, der sein Geld mit dem Salz aus seinem Salzgarten verdient. Es dauert eine Weile, aber dann finden die Beiden, wie voraussehbar, zueinander.
Wunderschön finde ich auch die Landschaftsbeschreibungen. Hier zeigt sich, dass die Autorin weiß wovon sie schreibt und ich habe das Gefühl, dass sie ihre Liebe zu dieser Insel an ihre Leser*innen weitergeben möchte. Das ist ihr in meinen Augen sehr gut gelungen.

Eine wunderschöne Liebesgeschichte, die auch die Themen auswandern, Lebensqualität, Umweltschutz, Nachhaltigkeit und Salzgewinnung anspricht. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und dabei auch noch etwas gelernt.
Ich habe diese Reise nach La Palma sehr genossen und freue mich schon jetzt auf die beiden noch folgenden Geschichten mit Julia und bestimmt auch Álvaro.
Von mir bekommt diese Geschichte 4,5 von 5 Sternen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gaby 2707