Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gaby2707:
Eine berührende Familiengeschichte
Findelmädchen von Lilly Bernstein
Die 6-jährige Helga van Beek und ihr 4 Jahre älterer Bruder Jürgen hatten das große Glück von Claire und Albert aus Frankreich aus den Trümmern von Köln mit nach Frankreich genommen zu werden und dort aufwachsen zu dürfen. Weihnachten 1955 erreicht sie auf dem französischen Weingut eine Nachricht ihres Vater Ruud, der endlich aus Kriegsgefangenschaft heimgekehrt ist.
Bald darauf leben sie wieder in Köln, im Haus ihrer verschollenen Mutter Elisa, zusammen mit deren Schwester Meta und zwei Flüchtlingen, die unter dem Dach einquartiert wurden. Jürgen hat das große Glück bei Ford gleich eine Anstellung zu finden und Geld zu verdienen. Helgas größter Wunsch ist es aufs Gymnasium zu gehen um anschließend Schriftstellerin zu werden. Für ihren Vater, ehemals selbst Journalist, ist das ein rotes Tuch und er meldet sie auf der Hauswirtschaftsschule an. Bei einem Praktikum im Waisenhaus kommt Helga mit Erziehungsmethoden in Berührung, die sie schockieren und gegen die sie unbedingt etwas unternehmen will.
Lilly Bernstein schreibt so eindringlich, bildhaft und trotzdem leicht, dass es mir eine große Freude macht Helga und Jürgen von Dezember 1954 bis Januar 1956 auf ihrem Lebensweg zu begleiten. Zwischendurch lese ich immer wieder Tagebucheinträge von Mutter Elisa aus 1945 von ihrer gemeinsamen Zeit im Bunker. Dadurch bin ich der Familie, gerade Helga, in ihrem Wissen um die Vergangenheit, lange Zeit ein ganzes Stück voraus.
Ihre Zeit bei Claire und Albert in Frankreich empfinde ich als eine sehr schöne, behütete Zeit, obwohl sich die Kinder, gerade Helga, als Deutsche immer wieder angefeindet sehen. Wie schwer muss es ihren Ersatzeltern gefallen sein, sie nach 9 Jahren wieder gehen zu lassen um bei ihrem Vater zu leben. Die Beiden bewundere ich wegen ihrer uneigennützigen Hilfsbereitschaft sehr.
Mit Helga, die versucht ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen, habe ich gehofft, gebangt und mit ihr gelitten. Einerseits ist sie froh und dankbar, dass sie ihren Vater wiedergefunden haben. Andererseits muss sie sich aber auch seinen Anordnungen beugen, was ihr absolut nicht leicht fällt. Sie schlägt auch mal über die Stränge, was zu einem bitteren Ende führt. Aber ich will nicht zu viel verraten.
Sehr interessant und aufschlussreich, aber auch emotional stark mitgenommen haben mich die Schilderungen aus dem Waisenhaus, in dem Helga als Praktikantin arbeitet. Besonders die kleine milchschokoladenbraune Bärbel mit ihrem schwarzen Wuschelkopf ist mir sofort ans Herz gewachsen. Das Leid der Waisenkinder und die Kaltherzigkeit und Bosheit der Nonnen im Heim haben mich erschüttert. Wie kann man mit kleinen Menschenkindern, die selbst schon so vieles haben erleiden müssen, so herzlos und brutal umgehen. Vor allem sind das ja leider nicht nur Geschichten. Vieles hat sich ja wirklich so abgespielt.
Aber nicht nur die Kinder haben gelitten. Ebenso die jungen ledigen Mütter, denen man ihre Kinder weggenommen hat und die in eines dieser Heime gesteckt wurden. Wie schlimm es für sie war, lese ich hier am Beispiel der taffen Fanny, die sich und ihr Leben trotzdem nicht aufgegeben hat.
Diese fesselnde, so herzergreifende, emotionale Geschichte mit charismatischen Menschen in der Nachkriegskulisse von Köln hat mir spannende und aufwühlende Lesestunden geschenkt. Wer gerne in die noch gar nicht so ferne Vergangenheit unserer Geschichte eintauchen möchte, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.
Auszüge aus dem Leben der Porträtmalerin Susanna Faesch
Susanna von Alex Capus
Seit 6 Jahren hält der Kutscherknecht Anton Morgenthaler im Kostüm des Wilden Mannes eine Tradition in Basel hoch. Mit einem Floß kommt er den Rhein herunter. Am 13. Januar 1849 passiert es dann: die 5-jährige Susanne Faesch stürzt, Anton hilft ihr auf, nimmt sie auf den Arm und Susanne sticht ihm in ihrer Angst gezielt das linke Auge aus.
Damit beginnt die Geschichte von Susanne Faesch und ihrer Familie. Alex Capus erzählt Geschichten von Vater Lukas, der zusammen mit Karl Valentiny aus Dortmund an der algerisch-marokkanischen Grenze als Söldner dient. Von seiner Heimkehr; von Karls Leben als Arzt in Dortmund, von wo er flieht und in Basel bei seinem Freund Unterschlupf findet. Als seine Aufenthaltsgenehmigung abläuft, wandert er nach Amerika aus. Maria und Lukas Faesch haben sich auseinander gelebt und Maria zieht ein Jahr später mit Susanna nach Amerika zu Karl. In New York arbeitet Karl als Arzt, Maria unterstützt ihn und nachdem Maria geschieden ist, heiraten die Beiden. Susanna verdient bald ihr eigenes Geld als angesagte Porträtmalerin.
Mit 21 lernt sie den 4 Jahre älteren Bernhard Claudius Schlatter aus der Schweiz kennen, ebenfalls Arzt wie Karl. Sie heiraten. Ihren Sohn Christopher bekommt sie von einem anderen Mann.
Der Autor erzählt die Geschichte von Caroline Weldon geb. Faesch, einer schweizerisch-amerikanischen Künstlerin, die auch Sitting Bull gemalt hat. Durch den bildhaften und lebendigen Erzählstil komme ich den Menschen, die ich hier kennenlerne und durchwegs sympathisch finde, sehr schnell sehr nahe. Gerade die Dialoge zwischen den verschiedenen Parteien, Lukas und Karl, Karl und Hildi, Karl und Maria, Maria und Lukas, Susanna und Christie oder Susanna und Captain Sully finde ich sehr gelungen und aufschlussreich.
Nachdem ich mir von diesem Buch nach der Leseprobe etwas ganz anderes versprochen hatte, war ich zwar überrascht, aber keinesfalls negativ. Im Gegenteil – ich hatte wunderbare Lesestunden über eine faszinierende, eigenwillige Frau mit einer starken Persönlichkeit.
Eine sehr interessante und kurzweilige Lektüre, die ich gerne weiter empfehle.
Kriminelles Apulien
Vermisst von Joseph Lemark
Dottor Simoncini macht sich Sorgen um die Nichte seines ehemaligen Kanzleipartners und ehemalige Kollegin. Avvocata Dottoressa Rosaria Maci, den Namen hatte Ex-Commissario Dottor Guiseppe Quaranta, wie Major a.D. Josef Vierziger hier in Apulien im Süden Italiens genannt wird, schon mal gehört. Die Polizei fühlt sich nicht zuständig.
Seine Freundin Franca ist gerade geschäftlich unterwegs. Also hat er Zeit sich um die Bitte seines Nachbarn zu kümmern. Außerdem gehört Detektiv spielen zu seinen Leidenschaften.
Schnell findet er Spuren, die nichts Gutes verheißen: eine unverschlossene Wohnungstüre, Blutspuren und Haare am Glastisch, der Kühlschrank mit dem Notwendigsten gefüllt, niemand scheint zu wissen, wo sie sein könnte. Und sie hat Termine verstreichen lassen, was ganz untypisch für sie ist.
Weißt das erste Kapitel mit seinen erotischen Anspielungen vielleicht auf eine Tat hin? Ist die Avvocata der apulischen Mafia Sacra Corona Unita in die Quere gekommen? Oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Vierziger tut ich jedenfalls nicht leicht bei seinen Ermittlungen.
Joseph Lemark macht es mir mit seinem flüssigen und gut zu lesendem Schreibstil leicht mich in die Lage von Josef Vierziger, den ich richtig schätzen gelernt habe, hinein zu versetzen. Zusammen genießen wir das dolce far niente, die leichte Lebensart Italiens und das gute Essen der Region, was beides dazu beiträgt, dass die Ermittlungen sich nur sehr langsam entwickeln. Niveauvolle Gespräche, sehr interessante Menschen, die ich hier kennenlerne, kleine Besichtigungstouren und immer wieder Spekulationen bringen mir spannende Lesestunden. Machen es mir aber auch schwer, zu ergründen, was mit la Signora geschehen sein könnte.
Immer wieder sind italienische Wort und Redewendungen eingefügt, die sich entweder während des Lesens selbst erklären oder im angehängten Glossar übersetzt werden. Das gibt der Geschichte das italienische Flair. Dazu die Beschreibungen der Umgebung. Damit zusammen habe ich mich direkt in die süditalienische Region Apulien hinein versetzen können. Absolutes Urlaubsfeeling, trotz des Verschwindens von Rosaria Maci.
Vierziger, ein absoluter Genussmensch, macht mir mit den Köstlichkeiten, die er immer wieder verspeist Appetit. Klar, dass da neben dem Glossar auch ein Paar Rezepte am Ende der Geschichte nicht fehlen.
Eine spannende Suche nach einer ungewöhnlichen Frau, die noch nicht zu ende zu sein scheint.
Sehr gute Unterhaltung.
Eine unterhaltsame Reise nach Zürich
Mord mit Limmatblick von Susanne Mathies
Der ziemlich erfolglose Krimiautor Florian Berger mietet sich in dem vornehmen Züricher Hotel „Storchen“ ein um dort seinem Leben ein Ende zu bereiten. Bevor er sich erschießt, will er aber seinen überlauten Zimmernachbarn noch die Meinung sagen. Dort trifft auf eine am Boden liegende junge Frau mit einem Loch im Rücken.
Als er sich um sie kümmern will, überrascht ihn der Hotelportier Nils Halstrom und Berger flieht. Klar, dass sich damit die Polizei an seine Fersen heftet.
Zusammen mit seiner Autorenkollegin Cressida Kandel versucht er dem Anschlag auf die junge Frau auf die Spur zu kommen.
Ich habe mich von Autorin Susanne Mathies sehr gerne nach Zürich an die Limmat entführen lassen. Hier lerne ich die verschiedensten Menschen kennen; allen voran die 16-jährige Marianna Schrödinger, die nur Marie genannt werden möchte. Sie ist die Tochter von Lena, der Frau, die mit der Kugel im Rücken von Florian gefunden wurde. Florian, der nicht erkannt hat, dass es seine Freundin Lena ist, die dort im Hotelzimmer auf dem Boden liegt. So kommen manche Verwicklungen zustande, die ich nicht immer nachvollziehen konnte. Gerade zum Ende hin, wo sich langsam alles aufklärt und aufgedröselt wird, hatte ich bei der ein oder anderen Aktion so meine Wahrscheinlichkeits-Bedenken. Aber gut – alles kann – nichts muss. Meinem Lesespaß hat das keinen Abbruch getan. Im Gegenteil. Die bildhaften Beschreibungen zaubern mir vielfarbige Bilder in den Kopf und werfen mein Kopfkino an.
Leicht und flüssig zu lesen mit z.T. herrlich ironischen Dialogen, spannend zum mit rätseln, mit Menschen, die ich größtenteils nicht in meinem Freundeskreis haben möchte, in einer Stadt, die ich mir gerne mal anschauen würde und einem Fall, der mich ab seinem Entstehen gefesselt hat.
Gute Unterhaltung.
Auf der Suche nach einem Serienmörder
Die MörderMitzi und der Sensenmann von Isabella Archan
Maria Konstanze Schlager, die viele die sie kennen nur Mitzi nennen, hat ein Problem. Sie hat sich von ihrem Freund getrennt und ist nun wohnungslos. Aber es gibt auch einen Lichtblick. Von ihrer verstorbenen Großmutter hat sie ein Grundstück geerbt, dass ihr der Bauer Radl, ein ehemaliger Nachbar abkaufen will, wenn er seinen eigenen Hof verkauft hat.
Dann hätte sie das Geld für eine eigene Wohnung.
Ihre einzige Freundin Inspektorin Agnes Kirschnagel von der PI Kufstein ist schwanger und wird in den Innendienst versetzt, wo sie sich gar nicht wohl fühlt. Als bei Sanierungen in einem Haus die vor vielen Jahren eingemauerte Leiche einer jungen Frau gefunden wird, kommt ihr das gerade recht und sie übernimmt diesen Fall. Und natürlich schaltet sich auch Mitzi ein. Nicht ahnend, wie nahe sie, und auch Agnes, dem Täter, der ein Faible für linke Ohren zu haben scheint, immer wieder kommt.
Dies ist schon der 4. Fall für Mitzi Schlager und Agnes Kirschnagel. Ich habe die beiden Hauptpersonen allerdings erst jetzt kennengelernt. Zwar hatte ich nicht den Eindruck bisher etwas verpasst zu haben. Aber ich denke, wenn ich mich auch noch mit den bisherigen Fällen beschäftige, lerne ich Mitzi und Agnes noch besser und näher kennen. Außerdem macht Mitzis Vergangenheit richtig neugierig.
Mitzi, die durch einen Brand, den sie verursacht haben soll, ihre Eltern und ihren Bruder verloren hat, ist dieses Trauma immer noch nicht los. Und ich habe den Eindruck, als wenn sich dieser Unfall vielleicht doch ganz anders zugetragen hat, als Mitzi, die dadurch auch als "Mörder-Mitzi" bekannt geworden ist, sich zu erinnern glaubt.
Mir gefällt dieses ungleiche Ermittlerduo aus einer jungen, gutgläubigen Frau wie Mitzi und der taffen Kommissarin aus Kufstein sehr gut, die jede auf ihre Weise versuchen Licht ins Dunkel zu bringen.
Es ist nicht nur der Cold Case, der mich hier fesselt. Auch die so unterschiedlichen, sehr gut ausgearbeiteten Protagonisten, die erfrischenden Dialoge und der Humor machen dieses Buch für mich zu einem Lesegenuss. Dazu die Reiselustigkeit von Mitzi, die mich immer wieder an andere sehenswerte Ecken in Österreich bringt und so den lokalen Kolorit sehr gut vermittelt.
Anschließend an die kriminelle Geschichte finde ich noch ein Guglhupf-Rezept und eine Karte auf der die Orte in denen ich mich hier bewege eingezeichnet sind.
Isabella Archan hat mich in die Irre geführt, mir einige sehenswerte Landstriche in Österreich gezeigt, aber auch zum Nachdenken gebracht und mich somit bestens unterhalten.
Cold Case gelöst
Im Watt nix Neues von Ele Wolff
Als Emely Petersen von ihrer Nachbarin Elaine, die eigentlich Else heißt, erfährt, dass ihr derzeitiger Freund Fokke Bohlen von der Polizei mitgenommen worden ist, schlägt ihre Leidenschaft für Mord und Totschlag wieder zu. Fokkes Frau wurde vor 16 Jahren erstochen am Strand gefunden und seine kleine Tochter Lilli ist seit dem verschwunden.
Nun wird der Fall anscheinend wieder aufgerollt. Klar, dass Emely sich da nicht zurückhalten kann.
In diesem Cold Case, der ja nun schon 16 Jahre zurückliegt, tut sich Emely nicht leicht bei ihren Nachforschungen. Doch ein Puzzleteilchen nach dem anderen fördert sie zutage und Kommissar Zufall hat dann auch noch seine Hand im Spiel.
Ich finde diesen Fall sehr interessant. Nicht nur wegen dem Mord an Fokkes Frau und dem Verschwinden seiner kleinen Tochter, die damals erst 2 Jahre alt war. Gerade die Menschen, die ich durch den Fall kennenlerne finde ich sehr interessant. Allen voran Frau Prinz, die ich dafür bewundere, dass sie all die Jahre ihr Wissen zurück gehalten hat und nun sichtbar erleichtert ist, dass sie sich Emely anvertrauen konnte.
Aber auch bei den Teeschwestern Hedwig, Franziska, Tabea und Emelys Schwiegermutter Netti, die täglich an ihrem Stammtisch sitzen und schnacken, ist einiges los. Da muss hier und da mal geschlichtet werden. Ich mag es sehr, wenn ich neben den kriminellen Geschehnissen auch einiges an Privatem geboten bekomme.
Ich lese sehr gerne Krimis, in denen es nicht so blutig und brutal zugeht. Da bin ich bei den Geschichten, die Ele Wolff schreibt, genau richtig. Sie trifft meinen Lesegeschmack ganz genau.
Da ich auch von der wunderschönen Landschaft in und um Neuharlingersiel wieder ein bisserl was mitbekommen habe, ist auch meine Nordseesehnsucht wieder ein Stückerl gewachsen. Wenn ich die Bilder im Kopf habe, komme ich aus dem Schwärmen nicht mehr raus. Einfach herrlich dort oben.
Ein aussergewöhnlicher Fall, der mich hat mit rätseln und mit suchen lassen; der mich erstaunt und vor allem sehr gut unterhalten zurück gelassen hat.
Die Magie des Herzens
Emmi & Einschwein 6. Fabelwesen zelten selten von Anna Böhm
Die Magie des Herzens
Familie Brix, das sind Emmi und ihr Einschwein, Meike und Klingende Wildkatze, Mama und Blütenspatz Pieps und Papa mit seinem Drachen Henk; der kleine Fiete bekommt sein eigenes Fabelwesen erst mit 10 Jahren. Sie wuseln alle gerade im Haus herum und packen. Es soll ans Meer gehen, in Urlaub.
Nur Einschwein ist nicht in Urlaubsstimmung, denn es muss dauernd irgendwelche Sachen herbei zaubern. Bis es plötzlich passiert: sein Horn blinkt nur noch ganz zart und statt einer Torte, die sich Moritz für seinen Fabelwesentag gewünscht hat, regnet es saure Gurken. Dann kommt noch eine schlechte Nachricht: der Fabelbaum der Familie auf der Brombeer-Lichtung im Sonnenwald soll einer Baustelle weichen. Kurzerhand wird der Strandurlaub gestrichen, dafür geht es auf die Lichtung zum zelten. Denn der Fabelbaum muss unbedingt beschützt werden.
Ob es Familie Brix schaffen wird den Fabelbaum zu retten? Und bekommt Einschwein seine Zauberkraft zurück?
Das lest ihr in dem nun schon 6. Band "Fabelwesen zelten selten" aus der Reihe Emmi und Einschwein von Anna Böhm. Für mich war es die erste Begegnung mit den Beiden. Aber ich hatte keine Probleme in die Geschichte hinein zu finden. Kleine Erklärungen machen den Einstieg sehr leicht und auch neugierig auf die vorher gehenden Geschichten. Ich habe mich sehr schnell in Einschwein mit seiner zurückhaltenden Art und seinen klugen und weisen Sprüchen verliebt. Auch die anderen Fabelwesen und die meisten ihrer Menschen sind einfach zauberhaft. Bis auf ein Wesen, dass dieses ganze Schlamassel ausgelöst hat. Wer das ist – das müsst ihr beim Lesen schon selbst heraus finden.
Autorin Anna Böhm schafft es mit ihrem sehr unterhaltsamen und bildhaften Erzählstil in meinem Kopf einen Film ablaufen zu lassen. Ich liebe den sprachlichen Ausdruck, den sie dazu verwendet. Bauarbeiter Schulli, der immer drei verschiedene Synonyme für seine Tätigkeiten verwendet, trägt gut zur Sprachentwicklung der selbst lesenden oder lauschenden Kinder bei.
Dazu die Vielzahl an schwarz/weiß Illustrationen von Susanne Göhlich, die sich richtig gut in die Geschichte einpassen und mein Kopfkino mit weiteren Bildern füttern.
Die Grundaussage der Geschichte gefällt mir besonders gut: Man sollte nur Dinge tun, die einem Spaß machen, solange man anderen damit nicht schadet. Und man sollte manchmal Urlaub vom müssen machen, damit vielleicht das müssen dann wieder Spaß macht.
Eine wunderbare Geschichte über Mut zum Handeln, Herzenswärme und Freundschaft, in der auch die Spannung nicht zu kurz kommt.
Hochzeit mit Hindernissen
Der Gast aus Hörnum von Ulrike Busch
Endlich ist er da – der große Tag für Kuno Knudsen und seine Bente Johannson. Alle, die etwas zum Buffet beitragen, dürfen an der Wikingerhochzeit teilnehmen. Hier treffen auch der berühmte Regisseur Carlos Odenhoven und der nordfriesische Naturfilmer Niklas Phillipsen aufeinander. Auf eine Schlägerei folgt ein Mordversuch in den Odenhovens Kameramann Benno Breker verwickelt ist und ein paar Tage später ist einer der Männer tot.
Mit Kunos Flitterwochen wird´s leider vorerst nix. Gut, dass sein Partner Arne Zander mit seiner Lebensgefährtin, der Kriminaltechnikerin Inka Hoop, ebenfalls auf der Hochzeit war. Nun müssen sie erst mal ermitteln. Was bei der geringen Spurenlage nicht gerade leicht ist.
Durch den leichten und eingängigen Schreibstil von Autorin Ulrike Busch bin ich sehr schnell in Nebel auf Amrum angekommen und habe mich auf der Wikingerhochzeit trotz der kleinen Widrigkeiten sehr wohl gefühlt. Auch der Spaziergang mit Kuno und Bente hat mir sehr gut gefallen und mir die Insel Amrum ein kleines bisschen näher gebracht. Später auf Sylt fühle ich mich genau so wohl.
Ich kenne die Menschen rund um die Kripo Wattenmeer nun schon seit einigen Jahren und es ist immer wie Freunde zu besuchen, wenn ich zu ihnen in den Norden komme. Für diejenigen, die hier zum ersten Mal mit ermitteln, stellt die Autorin das Stammpersonal gleich zu Beginn vor. Auch wenn alle vorhergehenden Ermittlungen in sich abgeschlossen sind, lohnt es sich absolut sie ab dem ersten Band zu verfolgen.
Dieser Fall hat es in sich. Nicht nur weil es nach einer Schlägerei zu einer Messerattacke und dann sogar zu einem Toten kommt. Die Ermittlungen ziehen sich zäh und sind sehr verzwickt. Ich habe die Gespräche und Diskussionen der ermittelnden Beamten untereinander sehr genossen. Ich konnte wieder sehr gut mit spekulieren, wie sich wohl alles zugetragen hat. Aber dann gibt es eine für mich unerwartete Wendung, die alle meine Ermittlungsergebnisse über den Haufen wirft und meinen Täter entlastet. Mit der gut nachvollziehbaren Auflösung des Falles, die diesmal etwas ungewöhnlich ist, bin ich sehr zufrieden.
Ein ungewöhnlicher Fall mit zumeist sympathischen Menschen hat mich für ein paar Stunden auf zwei wunderschöne Inseln entführt, mich sehr gut unterhalten und in Atem gehalten. Davon hätte ich gerne mehr.
So macht gärtnern Spaß
Boden & Pflanzen natürlich stärken von Markus Gastl; Melanie Schoppe
Mit dem Ratgeber "Boden und Pflanzen natürlich stärken" von Markus Gastl und Melanie Schoppe versuche nun unseren Garten nachsichtig mit selbst gemachtem Dünger und Pflanzenschutz zu versorgen.
Zu den Themen
- Grundlage: Gesunder Boden
- Pflanzen: woher und wohin?
- Pflanzen rundum stärken
- Pflanzen gezielt stärken und heilen
- Schädlinge organisch kontrollieren
- Nützlinge fördern
bekomme ich jede Menge nützliches Wissen und Informationen, die ich nicht überall finde.
Vor allem bringen die Autoren dies so rüber, dass auch ich als Anfänger es gut verstehen kann. Zusätzliche Bilder, einige Tabellen, Infokästen mit Fakten und Zahlen und kleine Sprechblasen verdeutlichen den Inhalt des Themas und ergänzen es.
Klasse finde ich die "Rezepte" zur Herstellung von Pflanzenschutz und -stärkungsmitteln. Hier kann ich verschiedene Pflanzenbrühen, Tees für die Pflanzen und verschiedene Jauchen selbst ansetzen. Alles ist Schritt für Schritt erkärt und sogar für mich als absoluter Neuling leicht zu bewerkstelligen.
Ein toller Ratgeber mit ganz viel nützlichem Wissen, der mich absolut begeistert und in den ich immer mal wieder reinschauen werde um Neues auszuprobieren und mein Wissen zu vertiefen. Und das alles giftfrei und ökologisch.
Bis sich die Wolken verziehen
Himmel über dem Salzgarten von Tabea Bach
Bis sich die Wolken verziehen
Endlich geht sie weiter, die Geschichte von Julia, die auf der kanarischen Insel La Palma mit dem Garafiano-Rüden Amo nicht nur aus den Hund kommt, sondern auch ihren Álvaro kennengelernt hat. Hier hat sie mit der Finca und dem Landgasthof Mesón Flor de Sal am äußersten Rand einer mächtigen Klippe hoch über dem Atlantik ihr neues Zuhause gefunden.
Leider gibt es von Seiten ihres Bruders Jens, der eine neue touristische Tauchstation eröffnen will, immer wieder Schwierigkeiten. Nicht nur, dass er seinen Sohn Emil mal wieder links liegen lässt. Nein, mit seinen Plänen gefährdet er die Unterwasserwelt der Insel und vor allem Álvaros Salzgarten ganz massiv.
Ich liebe den leichten und doch so intensiven, eindringlichen Schreibstil von Tabea Bach mit ihren bildlichen Erzählungen, bei denen ich sofort wunderschöne Bilder im Kopf habe. Sie zieht mich ab der ersten Seite mitten hinein ins Inselleben von „La Isla de San Miguel de La Palma“, wie die Insel mit vollem Namen heißt.
Die meisten ihrer Figuren, auch wenn sie kleine Macken haben, sind mir sehr sympathisch. Bis auf Julias Bruder Jens, dessen Art mit den Menschen und der Natur umzugehen, mir überhaupt nicht gefällt. Er gehört zu den Menschen, die ich einfach nur schütteln möchte, damit sie endlich wach werden und merken, was sie mit ihrem Tun anrichten.
Ich gehe mit Julia und Álvaro tauchen und erlebe eine faszinierende Unterwasserwelt. Und ich bekomme Einblicke in die Imkerei, die Töpferei und einen Blumengarten, in dem die meisten Blüten essbar sind. Klar, dass Julia die für ihre vegetarischen Gerichte gut brauchen kann.
Ganz langsam baut sich die Spannungskurve auf, immer wieder gibt es überraschende Wendungen oder Aktionen, mit denen Julia und ich nicht gerechnet haben. Und zum Schluss wird es richtig brenzlig. Aber das solltet ihr alles selbst lesen.
Obwohl ich schon einige Menschen im ersten Band kennengelernt habe, ist es für mich immer noch sehr praktisch, dass ich hier und da in das Namensregister im Buchumschlag spicken kann, wer zu wem gehört.
Für die wenigen spanischen Worte, die das Inselfeeling in "Himmel über dem Salzgarten" weiter erhöhen, brauche ich keine extra Übersetzung, da sie sich aus dem Text heraus selbst erkären.
Ich bekomme aber nicht nur eine wunderschöne Inselgeschichte von zwei wunderbaren Menschen, sondern von Julia einige Rezepte, die mir das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Durch Álvaro erfahre ich einiges über das Salz und dessen Gewinnung in seinem Salzgarten.
Ich bin wieder sehr gerne nach La Palma ins Mesón Flor de Sal gereist. Ich hatte einige wundervolle Lesestunden mit interessanten Menschen und zum nächsten Band komme ich ganz bestimmt wieder.











