Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gaby2707:
Ein tolles Wimmelbuch zum Suchen und Finden
Wieso? Weshalb? Warum? Sonderband - Das große Wimmelwissen (Riesenbuch) von Carola von Kessel
Wieso, weshalb, warum? Meine Kinder und ich haben die Sesamstraße geliebt. Nun haben wir für unseren Jüngsten dieses Wimmelbuch gefunden. Und er ist absolut begeistert.
Als erstes fällt dieses tolle Buch durch seine ungewöhnliche Größe auf. Deshalb müssen im Moment noch Oma und Opa beim Halten helfen.
Auf 8 farbenfroh gestalteten Doppelseiten dreht sich alles um jeweils ein Thema: die Stadt; Einsatzkräfte im Notfall; Der Zoo; das Meer; die Baustelle; der Bauernhof; der Wald und zum Abschluss der Bahnhof. Es gibt auf jeder Seite so viel zu entdecken. Und bei jedem Mal, wenn wir es anschauen, fällt etwas Neues auf, auf das wir bisher nicht geachtet hatten.
Die Texte findet man im oberen Viertel jeder Doppelseite, wobei jeweils eine Frage gestellt wird. Auf der rechten Seite eher allgemein; auf der linken Seite geht es in einem Thema etwas in Detail. Aufgelockert wird das Ganze durch kleine Mäuschen mit Sprechblasen, die dem jeweiligen Thema angepasst eine Bekleidung tragen. Auch in den Bildern selbst sind kleine Felder mit Erklärungen eingefügt. Kleine Klappen, hinter die unser kleiner Mann besonders gerne schaut, vertiefen das Wissen noch etwas weiter. Ganz besonders liebt er die Einsatzkräfte der Feuerwehr und den Hubschrauber.
Carola von Kessel und Guido Wandrey ist ein tolles, informatives und lehrreiches XXL-Buch gelungen, das auch Omas und Opas bestimmt gefällt, mit farbenfrohen Bildern und kleinen Texten zum Vorlesen, selbst lesen und vor allem zum Suchen und Erklären.
Ein wunderschön gestaltetes Buch für unsere Jüngsten
Wie kleine Tiere groß werden von Grimm Sandra
Aus der Serie von Sandra Grimm und Agnese Baruzzi "Wie kleine Tiere groß werden" haben wir neben "Die kleinen Rotkehlchen" auch "Die kleine Raupe" für unseren kleinen Enkel gekauft. Er kennt die kleine Raupe schon als PopUp-Buch und ist auch von der neuen Raupe, die aus dem Cover durch das Guckloch schaut, ganz begeistert.
Wunderschön den Werdegang der kleinen Raupe zu beobachten, wie sie sich langsam durch die Seiten knabbert, sich in einem Kokon verpuppt und schließlich zu einem wunderschönen Schmetterling wird.
Kurze, knappe Texte zusammen mit wunderschönen Illustrationen bei denen man so Vieles und immer wieder Neues entdecken kann sind gerade richtig für dieses Alter. Die festen Pappseiten mit den abgerundeten Ecken halten, denke ich zumindest, auch häufiges Anschauen gut aus.
Wir hoffen, dass es aus der Serie "Wie kleine Tiere groß werden" bald weitere Bilderbücher geben wird.
Tennis ist ein großes Rätsel
Das Haifischhaus von Barth Rüdiger
Toto Berger hat alles, was man sich als Tenniscrack nur wünschen kann. Viel Geld, ist angesehen und beliebt, jeder in der Branche kennt ihn. Und dann kommt der Break und alles ist vorbei. Von Heute auf Morgen. Dazu Krankheit und Alkoholismus. Doch plötzlich ein Licht am Horizont. Ein letztes Spiel gegen die aktuelle Nr.
1 im Tennis auf Schalke.
Wir er es noch einmal schaffen sich zu überwinden, über sich hinaus zu wachsen, sich zu Höchstleistungen zu pushen?
Durch das Cover mit dem Tenniscourt und den Klappentext bin ich auf das Buch aufmerksam und vor allem neugierig geworden. Mit Tennis hatte ich bis hierher nicht viel am Hut. Trotzdem hat mich das Buch recht schnell in seinen Bann gezogen. An den außergewöhnlichen Schreibstil habe ich mich erst gewöhnen müssen, was aber recht flott ging.
Auch wenn ich hier und da Frau Google bemühen musste, weil mir Begriffe nicht klar waren oder ich Sätze nicht verstanden habe, war ich schnell in der Welt des Tennis daheim. Mit Toto Berger erlebe ich den Aufstieg und den Fall eines großen Tennisasses. Ich lerne die Menschen aus seinem direkten Umfeld kennen und Viele, die er im Lauf seiner Karriere kennengelernt hat. Um ihn herum ergibt sich ein stimmiges Bild eines Ausnahmesportler mit seinen Stärken und Schwächen, seinen Freunden, seinen Sherpas und auch von Missgünstigen.
Ich stehe mit ihm auf der Terrasse des Haifischhauses und schaue auf die Flensburger Förde hinaus. Der Autor hat eine so detailreiche ausdrucksstarke Schreibweise, dass sofort farbige Bilder in meinem Kopf entstehen und ich meine sogar den Wind an der Ostsee zu spüren und die Wellen rauschen zu hören.
Zum Schluss hin, wo ich bei seinem letzten Spiel dabei bin, war es mir dann doch zu tennisdominant. Da habe ich etwas abgeschaltet, was den Unterhaltungswert aber in keinster Weise geschmälert hat.
Ein tolles Buch mit vielseitigen und vielschichtigen Charakteren, über Erfolg, Rücksichtslosigkeit und den tiefen Fall, über neue Chancen, gute Freunde und Menschen, bei denen ich nicht weiß, ob sie es wirklich gut meinen. Ich erhalte tiefe Einblicke in den Tennissport, lerne Fachbegriffe und bin bei Totos letztem Spiel dabei.
Ein ausdrucksstarker Roman über Höhen und Tiefen, den ich nicht nur Tennisfans ans Herz legen möchte. Ein packendes Debüt eines Autors, von dem ich gerne mehr lesen möchte.
Ein brisantes Thema spannend aufgearbeitet
Todesmal von Andreas Gruber
Nach einer heftigen Diskussion mit seinem Chef Dirk van Nistelrooy hat Kriminalhauptkommissar Maarten S. Sneijder seinen Job an den Nagel gehängt. Das BKA will seine exaltierten Forderungen nicht erfüllen.
Seine bisherige Kollegin Sabine Nemez hat gerade eine Nonne im Empfang genommen, die ihr Anliegen nur mit Sneijder besprechen will.
Im Verhörraum spricht sie von 7 Morden, die in den nächsten 7 Tagen geschehen werden. Und obwohl Sabine eine der besten Profilerinnen beim LKA ist, kann sie den Tod des ersten Opfers nicht verhindern. Dieser Fall scheint so interessant, dass Sneijder sich doch wieder einschaltet. Außerdem will die Nonne nur mit ihm sprechen. Warum? Zusammen mit Sabine Nemez und Tina Martinelli bildet er ein Team. Der Pole Krzysztof und IT-Spezialist Marc Krüger komplettieren die Crew, die nun versucht 6 Menschenleben zu retten.
Maarten Somerset Sneijder, polizeilicher Fallanalytiker, Entführungsspezialist und forensischer Kripopsychologe beim Bundeskriminalamt in Wiesbaden, raucht Marihuana, trinkt Vanilletee und hat überall sein Akupunkturset dabei. Dieser Mann ist mir ab der ersten Seite mit seinen menschenverachtenden Sprüchen und Kommentaren dermaßen unsympathisch. Ein solcher Kotzbrocken, der aber bei seiner Arbeit einfach genial ist. Wofür ich ihn absolut bewundere.
In menschlicher Hinsicht ganz der Gegenpol dazu die beiden Frauen im Team, Sabine Nemez und Tina Martinelli. Auch der Pole Krzysztof, den Sneijder aus dem Knast geholt hat, IT-Spezialist Marc Krüger und Horowitz, der im Rollstuhl sitzende das Team komplettiert, passen perfekt zusammen. Jeder hat seine speziellen Aufgaben und Fähigkeiten, die Sneijder mit seinem goldenes Händchen gekonnt einsetzt. Sie arbeiten toll zusammen und unterstützen sich gegenseitig, wo es nur geht.
Sehr gut gefallen hat mir hier, dass ich zwar recht bald wusste, wer der oder die Täter sind, aber immer bangen musste, ob Sneijder´s Team das nächste fällige Menschenleben retten kann. Wie frustrierend muss es sein, immer nur ein paar Minuten zu spät zu kommen.
Mit manchen Opfern habe ich schon sehr mit gelitten. Obwohl sie auch in meinen Augen eine Bestrafung verdient hatten. Was aber hier die Komplizen der Nonne mit den Opfern anstellen war schon heftig. Mein Kopfkino habe ich an ein paar Stellen ausschalten müssen.
Aber warum müssen all die so unterschiedlichen Menschen hier sterben? Das ergeben nach und nach die Ermittlungen von Sneijder und seinem Team. Haarsträubend und erschreckend, wenn ich bedenke, dass es sich so auch im wahren Leben abgespielt haben könnte.
Eingeschoben werden ein paar Mal kurze Kapitel über eine Gebirgsjägerin beim österreichischen Bundesheer und einen Soldaten der deutschen Bundeswehr, der z.B. in Afghanistan gedient hat. Was die Beiden hier zu tun haben, klärt sich im Laufe der Geschichte.
Andreas Gruber hetzt mich zusammen mit seinen Akteuren von einem Tatort zum nächsten, schafft es zwischendurch immer wieder etwas Ruhe in die Geschichte zu bringen um die Landschaft oder die Umgebung auf mich wirken zu lassen und kreiert dabei eine Spannung, die ab der ersten Seite ein sehr hohes Level erreicht. Und dies auch hält, bis sich zum Ende hin alles schlüssig auflöst. Alle meine Fragen, die sich im Laufe der Geschichte angesammelt haben, und davon gab es Viele, lösen sich auf und ich bin erschüttert von dem, was die Ermittler hier alles zutage fördern.
Dies war mein erster Thriller, den ich von Andreas Gruber gelesen habe. Ich habe Blut geleckt und werde mir auch die Vorgängerbände zulegen.
Beste Unterhaltung, Nervenkitzel, Spannung, einem Fall, der mir an die Nieren gegangen ist und einem ganz besonderen Team, das ich ins Herz geschlossen habe. Meine Leseempfehlung hat sich der Thriller verdient!
Allerbeste Unterhaltung – realitätsnah und äußerst spannend
Todesmal von Andreas Gruber
Er wollte doch nur schnell Pommes-Schranke und etwas zu trinken am Kiosk besorgen. Als er zurück kommt, ist seine Freundin Janina tot. Erschlagen mit einer seiner Hanteln, die er zum trainieren mitgenommen hatte, und in ein Gebüsch gezerrt. 1000 Sachen schwirren in seinem Kopf herum. Er ist doch wegen Körperverletzung schon vorbestraft und nur auf Bewährung nicht im Knast.
Trotzdem ruft er die Polizei, die schnell herausfindet, wer sie alarmiert hat. Nur seine Bewährungshelferin Marie Marler glaubt an seine Unschuld und versucht alles, damit Frederik nicht in Untersuchungshaft bleiben muss. Das allerdings bringt sie in Konflikt zu ihrem Freund, Hauptkommissar Christian Kramer vom KK11 in Bochum, der zusammen mit einem Kollegen diesen Fall aufzuklären hat.
Wie von Autor Peter Märkert gewohnt, machen kurze, knappe Sätze und die Erzählung in der Gegenwart die Geschichte sehr schnell und lassen die Seiten nur so durch meine Finger fliegen. Ich muss mich zwingen, hier und da mal eine keine Pause zu machen, was mir dank der Spannung, die zwar nur ganz unterschwellig da ist, sehr schwer fällt.
Die Personen sind lebensnah und menschlich beschrieben und ich kann sie mir sehr gut vorstellen. Die lebensfrohe Janina Kamphausen, die gerne auffällige Kleidung trägt und von den jungen Männern umschwärmt wird, mir selbst aber nicht sehr sympathisch ist. Ihr Freund Frederik Sunter, der auf der Abifeier den gleichaltrigen Sebastian zusammengeschlagen hat, vom Gericht 8 Monate auf 2 Jahre Bewährung bekommen hat und Sebastian ein mtl. Schmerzensgeld zahlen muss, ihn hätte ich gerne hier und da in den Arm genommen und ihm Trost und Mut zugesprochen. Ein richtig lieber Junge eben. Ihre allerbeste Freundin Larissa Larrisch, mit der Janina noch viel lieber zusammen ist wie mit Frederik, was ich persönlich nicht verstehen kann. Doch was macht man gegen seine Gefühle. Eifersüchteleien bleiben bei dieser Konstellation natürlich nicht. Gerade Frederik macht in dieser Geschichte solch gravierende persönliche Fortschritte, dass ich ihn dafür einfach nur bewundern kann.
Auch von Bewährungshelferin Marie Marler und Hauptkommissar Christian Kramer hatte ich bald ein klares Bild im Kopf, genauso wie von den meisten anderen Personen, die in dieser Geschichte einen Platz gefunden haben. Mein Kopfkino wurde ab der ersten Seite gezündet und hat sich erst zum Schluss wieder abschalten lassen.
Die Geschichte könnte genau so passiert sein und das macht mich echt sprachlos. Wie schnell sich Liebe in Hass verwandeln kann. Realitätsnah zusammengefasst von einem Autor, dessen Namen ich mir ab jetzt merken werde. Er hat mich mit nur wenigen Seiten gepackt, in die Geschichte hinein gezogen und gefesselt. Ich habe so mit Frederik gebangt, dass der wahre Sachverhalt endlich ans Licht kommt. Am Schluss bin ich froh und zufrieden mit dem Ausgang zurück geblieben.
Wer gerne Krimis liest, die realitätsnah sind und ohne viel Blutvergießen auskommen, der ist hier genau richtig. Allerbeste Unterhaltung mit einem hoch und stabil bleibenden Spannungsbogen ist garantiert.
Noch besser als seine Vorgängerbände
Sterbekammer von Fölck Romy
Der Hund von Josef Hader gebärdet sich wie verrückt. Ist etwas passiert? Eine Nachbarin informiert Frida Paulsen, die sofort zur Deichmühle fährt. Und ja, es ist dort etwas passiert: Der alte Eigenbrötler ist die Treppe herunter gefallen. Beim näheren Hinschauen fällt Frida eine Bodenklappe auf, die in den Keller führt.
War dies hier ein Gefängnis? Bjarne Haverkorn, der sich immer noch von einer Rauchvergiftung erholt, erinnert sich an einen Cold Case, der nun schon 10 Jahre zurück liegt. Damals wurde die junge Frau und Mutter zweier kleiner Jungs, Anneke Jung, hier in der Gegend entführt. DNA-Spuren ergeben, dass Anneke eine Zeit lang hier gefangen gehalten sein muss.
Zeitgleich trifft bei der Mordkommission in Itzehoe die Meldung ein, dass in einer Tankstelle der Tankwart in der vergangenen Nacht ermordet wurde.
Für den neuen Leiter Nick Wahler, der die Mordkommission von seinem Vorgänger Andreas Vollmer, der zur LKA nach Kiel zur Operativen Fallanalyse gewechselt ist, übernommen hat, also zwei Fälle, die sehr arbeitsintensiv sind. Vor Frida Paulsen, Bjarne Haverkorn und ihre Kollege liegt eine Menge Arbeit.
Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn durfte ich schon bei zwei vorangegangenen Fällen begleiten und habe die beiden sympathischen Ermittler direkt ins Herz geschlossen.
Frida hat es in diesen Tagen nicht leicht. Nick Wahler scheint sich auf sie eingeschossen zu haben und lässt sie seine neue Macht spüren.
Ich finde es immer wieder schön, auch Persönliches über die Ermittler zu erfahren, lerne sie daher noch besser kennen und kann manches Tun besser einschätzen und verstehen. Es ist allerdings auch ohne Vorkenntnis der Vorgängerbände kein Problem dem Fall hier zu folgen. Manches aus der Vergangenheit wird kurz angerissen, was vollkommen zum Verständnis reicht.
Der leichte, schnell zu lesende Schreib- und Erzählstil lässt die Geschichte mit verschiedenen Strängen schnell an mir vorüber ziehen. Wobei mich gerade die Passagen, die in der Ich-Form von der Entführten erzählt werden, ganz besonders mitgenommen und Gänsehaut erzeugt haben. Es scheint unglaublich, was ein Mensch alles erleiden und erdulden kann. Ich bewundere die starke Frau, die den Tod nicht fürchtet, sich aber Gedanken macht, dass ihr Mann und ihre Kinder nicht wissen, was mit ihr geschehen ist. Es ist ein zähes Ringen. Wird sie es schaffen? Kann die Polizei ihr Martyrium noch rechtzeitig stoppen? Ich habe mit gerätselt, mich gegruselt, mitgefiebert, mit gebangt und mit gelitten.
Ich finde es so spannend und interessant am eigenen Leib zu erfahren, wie es die Autorin immer wieder schafft, die verschiedensten Emotionen bei mir zu wecken. Und mit diesem Buch hat sie sich, wie ich finde, gegenüber den beiden Vorgängerbänden wieder um Einiges gesteigert. Bitte weiter so, Frau Fölck.
Zum Schluss setzt noch mal eine Wendung ein, an die ich absolut nicht gedacht hätte. Alles wird logisch und schlüssig aufgelöst und ich bleibe mit einem wunderschönen Blick aus Bjarnes Augen in seine neue Lebensmitte zurück. Immer in der Vorfreude auf den nächsten Fall für Paulsen und Haverkorn.
Ein spannender Fall, der sich jederzeit und überall ereignet haben könnte. Sympathische Ermittler, die keine Kraftanstrengung scheuen, den neuen Fall zu lösen. Und ein neuer Kripochef, dem ich zutraue, sich bald richtig gut in die eingeschworene Gemeinschaft der Ermittler einzubringen.
Für alle, die gerne spannende Krimis lesen: Hier müsst ihr dabei sein!
Zum Vorlesen und darüber sprechen
Plötzlich war ein Wuckel da von Marmon Uticha
Zum Vorlesen und darüber sprechen
Der kleinen Ida geht es gar nicht gut. Die Eltern haben ein Wuckel mitgebracht. Und das bleibt jetzt da, schreit dauernd und alles dreht sich nur um das Wuckel. Bis Ida merkt, dass sie dem Wuckel alles, was sie angestellt hat, in die Schuhe schieben kann. Ida ist einfach nur eifersüchtig.
Da unser Krümel noch zu klein für dieses Buch ist, habe ich es mit ihm nur angeschaut. Unsere kleine Nachbarin (4 1/2 Jahre) hat sich sehr gefreut, dass ich ein neues Buch habe und hat es sehr interessiert mit mir angeschaut und ich habe vorgelesen. Anschließend haben wir uns über Ida und das Wuckel unterhalten. Ich war erstaunt, dass die Kleine das Wuckel gleich als Baby angesehen und ihm einen Namen gegeben hat. Bei uns heißt das Wuckel nun Leon. Sie hat gar nicht verstehen können, warum Ida so fies zu Leon ist, da Babys doch so süß sind und sie sich unbedingt einen Babybruder wünscht und der soll dann Leon heißen.
Ich muss sagen, auch mir hat das Buch in seiner Farb- und Wortgestaltung sehr gut gefallen. Es eignet sich sehr gut für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren, zum Vorlesen, vielleicht schon selbst lesen und vor allen Dingen zum anschauen und darüber sprechen.
Ein tolles Buch für junge Eltern, die schon ein Kind haben, das bald ein Geschwisterchen bekommen wird.
Wenn Loretta ermittelt ist gute Laune vorprogrammiert
Darf`s ein bisschen Mord sein? Eine Ruhrpott-Krimödie mit Loretta Luchs. 14.08.2019. Paperback / softback. von Minck Lotte
Loretta Luchs ist umgezogen. Bei einem Streifzug durch ihr neues Viertel lernt sie Gitti Scheffer kennen, die einen kleinen Tante-Emma-Laden betreibt. Ihr geht es gerade nicht so gut: sie hat sich das Schlüsselbein gebrochen. Unsere herzensgute Loretta greift natürlich helfend ein, bringt Gitti ins Krankenhaus und hilft im Laden aus.
Dabei erfährt sie, dass Gitti bedroht wird: sie soll ihr Haus verkaufen. Als dann auch noch ein Toter neben dem Haus liegt, ist Loretta nicht mehr zu halten und zusammen gehen Minipli-Man und Hornbrillen-Girl auf Gangstersuche.
Es ist nun schon der elfte Fall für Loretta Luchs, wo ich ihr und Erwin beim „ermitteln“ über die Schulter schauen darf. Es ist so schön, die alten Bekannten aus dem Ruhrpott wiederzulesen. Loretta, ihren Chef Dennis Karger, Doris und Erwin, und natürlich Frank mit "Kropkas Klümpchenbude“ und seine Freundin Bärbel. Sie alle sind mir in den letzten Lesejahren richtig ans Herz gewachsen. Und nun kommen noch Gitti und die manchmal nervtötende Frau Sievers hinzu.
Lotte Minck hat eine so tolle Art zu schreiben, dass sich meine Mundwinkel immer wieder nach oben ziehen oder ich sogar mal laut lachen muss.
Die Ruhrpott-Atmosphäre kommt durch den immer wieder eingestreuten Ruhrpottdialekt, vor allem durch Gitti und Frank sehr gut zum Ausdruck. Er wird aber nur so dezent eingestreut, dass ihn auch „Südländer“ oder „Nordlichter“ sehr gut verstehen können.
Der Fall, in den Loretta diesmal rein gerät, könnte sich genau so oder so ähnlich wirklich zugetragen haben. Nur dass hier die Polizei nur am Rande zum Zuge kommt und Loretta und Erwin sich mal wieder als Privatermittler betätigen. Er glänzt durch seine Spannung, die auch im Hintergrund immer präsent ist und lässt sich gut nachvollziehen. Das Ende kommt mir hier sogar etwas zu schnell.
Spannend, mitreißend, humorvoll – einfach gute Unterhaltung – die neue Krimödie von Lotte Minck.
Aus dem Leben einer interessanten Frau
Die Dame hinter dem Vorhang von Peters Veronika
Jane Banister ist gerade mal 18 Jahre alt, da verlässt sie Gut Renishaw, den Landsitz der Familie Sitwell in Yorkshire. In London tritt sie die Stelle als Dienstmädchen bei der von ihrer Familie ungeliebten exzentrischen Dichterin und Schriftstellerin Edith Louisa Sitwell an. Mit den Jahren entspinnt sich zwischen den beiden so ungleichen Frauen eine Freundschaft und eine für Dienstbotin und Herrschaft ungewöhnliche Vertrautheit.
Durch Edith lernt Jane die Metropolen dieser Welt und zahlreiche Persönlichkeiten kennen. Aber sie blickt auch hinter den Vorhang und wird Zeugin von Armut, Alkoholismus, nicht erwiderte Liebe zu einem russischen Künstler, Krankheit und Verfall der Frau, der sie so viel zu verdanken hat.
Ich lerne Edith Sitwell aus der Sicht ihrer Vertrauten Jane Banister kennen, die 37 Jahre in ihrem Dienst stand und zu einer der ganz wenigen Freunde wurde. Die Geschichte beginnt 1964 kurz vor Edith´ Tod und durch Rückblenden erfahre ich Vieles aus dem Leben der exzentrischen Künstlerin. Sie, die von Geburt an von ihren Eltern ungeliebt war, sie, die nicht dem damaligen Schönheitsideal entsprach, die in eine körperformende Apparatur gezwängt wurde, deren Schmerzen sie noch viele Jahre spürte, die sich von ihrem Elternhaus entfernte und außerhalb dieser elitären Welt ihren ganz eigenen meist nicht einfachen Weg ging.
Ich kannte Edith Sitwell bisher noch nicht. Das Buch hat mich dazu angestachelt, mich etwas intensiver mit dieser Frau und ihrem Werdegang zu beschäftigen.
Ich genieße es durch die Augen von Jane Banister das Leben dieser Frau mit verfolgen zu können. Allerdings die meiste Zeit nur hinter dem Vorhang. Mir hätte es noch besser gefallen, wenn ich auch vor dem Vorhang öfters mit dabei gewesen wäre.
Trotzdem: Ein absolut lesenswertes Buch über eine sehr interessante Frau und ihr exzentrisches Leben, das hinter dem Vorhang meist ganz anders aussah.
Kann es wirklich nicht mehr so weitergehen?
Es wird Zeit von Ildikó von Kürthy
Judith Rogge ist fast fünfzig Jahre alt und steht an einem Scheideweg:
Ihre Ehe mit einem Mann, den sie eigentlich nicht wollte, scheint am Ende; ihre drei erwachsenen Kinder brauchen sie nicht mehr; sie ist mit sich selbst total unzufrieden. Und dann stirbt auch noch ihre Mutter. Nun ist sie die Nächste.
Kann das alles gewesen sein?
Die Fahrt zur Beerdigung ihrer Mutter führt sie aus Hamburg-Wedel nach Jülich im Rheinland, wo sie auch ihre frühere beste Freundin Anne, deren Leben gerade durch eine Krankheit auf der Kippe steht, und ihre große Liebe Heiko wiedersieht. Hier nimmt sie sich eine Auszeit und überdenkt ihr bisheriges und ihr vielleicht zukünftiges Leben.
Ich bin zwar schon etwas älter als Judith, habe mich aber beim Lesen immer wieder an die Zeit erinnert, als ich mit mir selbst immer wieder gehadert habe. Ich denke, diese Phase macht jede Frau mehr oder weniger mal durch. Schon daher hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Die eingestreuten Songtexte aus Judiths Jugendzeit haben mich auch immer wieder an mich selbst in dieser Zeit erinnert.
Da die Geschichte von Judith selbst erzählt wird, kann ich ihr Handeln und ihre Gedanken noch besser verstehen. Bin viel näher an ihr dran. Sie ist mir mit ihrer lieben, herzlichen und hilfsbereiten Art sofort sympathisch. Aber auch die anderen Menschen, in deren Umfeld ich mich hier bewege, werden sehr realitätsnah, menschlich und gut vorstellbar beschrieben.
Es geht um verschiedene menschliche Schicksale, um Fragen, die in einem bestimmten Alter fast von alleine kommen, von einer Krise, die bewältigt werden will. Obwohl es um viele ernste Themen geht, driftet die Geschichte zu keinem Zeitpunkt ins deprimierende ab. Die kleinen humorvollen Spitzen, die immer wieder eingestreut werden, aber auch die lebensbejahende Art von Judith lässt für ein Schmunzeln immer wieder Raum.
Bisher habe ich noch kein Buch der Autorin gelesen. Was sich aber nun nach „Es wird Zeit“ ändern wird. Mir hat der eingängige, leicht zu lesende und zu verstehende und sehr realitätsnah geschriebene Roman sehr gut gefallen. Eine so warmherzige Geschichte mit viel Humor, mit traurigen Momenten, jeder Menge Emotionen und viel Gefühl, der mich nachdenklich gemacht hat. Der aber auch zeigt, wie viel das Leben zu bieten hat. Man muss es nur annehmen.
Wunderschöne Zeichnungen von Peter Pichler runden den Roman ab.
Ich habe es nicht bedauert, einen kleinen Teil ihres Lebens mit Judith gemeinsam gegangen zu sein. Nein, ich habe es richtig genossen.










