Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Das Echo vom Alpenrand:
Wer war Andrew Green?
Der große Fehler von Jonathan Lee
Ein ansprechendes Cover, das in Verbindung mit dem Klappentext, neugierig darauf macht, Andrew Haswell Green den Father of Greater New York kennenzulernen. Auch wenn Green bereits auf den ersten Seiten ermordet wird und man sich naturgemäß zunächst die Frage nach Täter und Motiv stellt, ist man, bevor es an die Aufklärung des Falls geht, gerne dazu bereit, sich mit dessen Lebensgeschichte zu beschäftigen.
Schwer enttäuscht stellt man dann fest, dass diese sich in langatmigen Rückblicken und Episoden seines Lebens verliert, die wenig dazu beitragen, Green richtig kennenzulernen. Erst gegen Ende, als es doch noch darum geht den Mord an ihm aufzuklären, kommt ein wenig Bewegung in die Geschichte, die dadurch aber auch nicht mehr zu retten ist.
FAZIT
Eine langatmige und anstrengende Lektüre, die den Erwartungen nicht gerecht wird und eine gehörige Portion Ausdauer erfordert, um bis zur letzten Seite durchzuhalten.
Rammadamma
Zurück nach Übertreibling von Gloria Gray; Robin Felder
Höchste Alarmstufe für Vikki. Ihr Erzfeind Toni Besenwiesler, hat sich letzte Nacht, kurz vor dem offiziellen Ende seiner Haftstrafe, selbst entlassen. Was zwar endgültig beweist, dass er nicht der Hellste ist, was für Vikki angesichts der Lage aber absolut nebensächlich ist. Obwohl primär von Fluchtgedanken getrieben, entwickelt sie parallel, also ziemlich zeitgleich, einen gewagten Plan.
Dieser entpuppt sich trotz tatkräftiger Unterstützung von erwarteter und unerwarteter Seite, dummerweise als ziemlicher Rohrkrepierer. Doch so schnell gibt sich eine Vikki nicht geschlagen. Und so kommt es, dass sie nach einer, von außergewöhnlicher Denkschärfe geprägten Offenbarung, vom endgültigen Showdown nur noch wenige Blessuren entfernt ist.
FAZIT
Ein wahnwitziges Roadmovie zwischen München und Übertreibling, das gute Chancen hat zu einer bayerischen Kultserie zu werden.
Die Entscheidung
Die andere Schwester von Peter Mohlin; Peter Nyström
John Adderly, der als Polizist im Rahmen eines Zeugenschutzprogramms im schwedischen Karlstad ein neues Leben führt, befürchtet, dass er von den Schatten seiner Vergangenheit eingeholt worden ist. Nicht nur, dass er wieder um sein Leben fürchten muss – viel schwerer wiegt für ihn der Verdacht, dass er dies wahrscheinlich seinem alten Freund Trevor zu verdanken hat.
Dass er ausgerechnet jetzt einen Mord aufklären soll, belastet ihn zusätzlich. Während er fieberhaft nach einer Lösung sucht, die ihn aus seiner misslichen Lage befreit, scheint ihm der Mordfall langsam aber sicher zu entgleiten. Doch dann spielt ihm der Zufall einen Joker zu und obwohl er sich zunehmend auf dünnerem Eis bewegt, ist er entschlossen sein Ding um jeden Preis durchzuziehen.
FAZIT
Selbstjustiz in Wildwestmanier, fragwürdige Charaktere und ein unrealistischer Plot, der trotz aller Spannung wenig Lust auf die angekündigte Fortsetzung macht.
Das Experiment
Der dreizehnte Mann von Florian Schwiecker; Michael Tsokos
Eigentlich fühlt es sich für den Strafverteidiger Rocco Eberhardt vollkommen falsch an, das Mandat zu übernehmen. Aber irgendetwas an der Story, mit der die Journalistin unverhofft bei ihm aufgetaucht ist, hat seine Neugier geweckt. Nach den ersten Recherchen sieht er sich in seinem Gefühl, dass es sich um einem äußerst brisanten Fall handelt, bestätigt.
Mit viel Fingerspitzengefühl und der tatkräftigen Unterstützung von seinem Freund Tobias, gelingt es ihm zwar relativ schnell den Fall zu durchschauen, aber seine Beweise reichen bei weitem nicht aus, um die Staatsanwaltschaft zu einer Anklage bewegen zu können. Erst als er von unerwarteter Seite die entscheidenden Beweismittel zugespielt bekommt, kann er es wagen in die Offensive zu gehen und den Fall öffentlich machen.
FAZIT
Eine schockierende Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruhend, zum Nachdenken und Hinterfragen anregt und über den amateurhaften Schreibstil hinwegsehen lässt.
Der Tote im Watt
Gezeitenmord von Dennis Jürgensen
Lykke Teit, Kommissarin bei der dänischen Kripo, die schon lange auf ihren ersten eigenen Mordfall wartet, ist alles andere begeistert, als es endlich soweit ist. Nicht nur, dass sie das Opfer gekannt hat und den Fall eigentlich nicht übernehmen dürfte, sieht sie der erzwungenen Zusammenarbeit mit dem fremden deutschen Kollegen, mit äußerst gemischten Gefühlen entgegen.
Als dieser sich aber als überaus sympathisch und kompetent erweist, sind ihre Befürchtungen schnell vergessen. Entsprechend unkompliziert gestalten sich dann auch die gemeinsamen Ermittlungen, deren Ergebnisse beide immer mehr in ihren Bann zieht. Obwohl sie, um den Fall lösen zu können, ihr eigenes Leben riskieren müssen, setzen sie alles daran den Opfern wenigstens posthum Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.
FAZIT
Ein, von wenigen Längen abgesehen, gelungenes Debut mit einem interessanten Ermittlerteam, das hoffentlich bald wieder zusammen ermitteln wird.
Molly the Maid
The Maid von Nita Prose
Molly, ein junges Zimmermädchen, geht voll in ihrem Job auf. Die von den Hotelgästen teilweise recht übel zugerichteten Zimmer und Suiten wieder in einen Zustand der Perfektion zurückzuversetzen, geht ihr über alles. Anders getaktet, als der Durchschnittsmensch, ist sie dankbar für die ganzen Regeln und Vorschriften die sie zu beachten hat, da sie ihr ein Gefühl der Sicherheit geben.
Aber genau da lauert die Gefahr, denn Molly ist unfähig die üblichen nonverbalen Kommunikationsmethoden ihrer Mitmenschen richtig zu deuten. So ist es kein Wunder, dass sie in ihrer Gutgläubigkeit zum Opfer einer fies eingefädelten Geschichte wird. Aber selbst, als ihr das Wasser bis zum Hals steht, hält sie eisern an ihren Grundsätzen fest. Doch erst mit der tatkräftigen Unterstützung ihrer neuen Freunde, gelingt es ihr am Ende nicht nur ihren Kopf aus der Schlinge zu ziehen, sondern auch zum ersten Mal eine eigenständige Entscheidung zu treffen.
FAZIT
Eine liebenswerte Geschichte, mit einer Protagonistin, die auf sympathische Weise aus dem Rahmen fällt und neugierig auf weitere Folgen dieser neuen Reihe macht.
Loch im Kopf
Mrs Potts' Mordclub und der tote Nachbar von Robert Thorogood
Mrs Pott, überzeugt davon, dass es der Polizei nicht gelingen wird den Mörder ihres Nachbarn zu finden, sieht sich in der Pflicht die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Mit Feuereifer beginnt sie, sehr zum Ärger der zuständigen DS Tanika Malik, eigene Ermittlungen anzustellen. Tatsächlich dauert es nicht lange und Mrs Pott ist überzeugt zu wissen, wer ihren Nachbarn auf dem Gewissen hat.
Doch auch mit der tatkräftigen Unterstützung, ihres mittlerweile um zwei weitere Mitstreiterinnen angewachsenen Teams, gelingt es ihr nicht ihre Theorie zu beweisen. Aber es dauert nicht lange, bis der nächste Kandidat zum Mörder gekürt wird. Als dieser ebenfalls ausscheidet, schleicht sich im Team langsam Ratlosigkeit ein. Erst als Mrs Pott bei ihrem abendlichen Scotch die Erleuchtung kommt, fallen die einzelnen Puzzleteile in ihre richtige Position und sie kann endlich den Startschuss zum Showdown geben.
FAZIT
Eine, an die bewährte englische Krimitradition anknüpfende Story, mit einer neuen Amateurdetektivin, die von Mrs Marple noch viel lernen kann.
Die Katze
In ewiger Freundschaft von Nele Neuhaus
Ein brutaler Mord bringt das Ermittlerteam Pia Sander und Oliver von Bodenstein auf die Spur einer Clique, die seit vielen Jahren eigentlich nur noch durch ein gut gehütetes Geheimnis verbunden ist. Trotz ihrer langjährigen Erfahrung, sind die Ermittler von der skrupellosen Vorgehensweise des unbekannten Täters total geschockt.
Zahlreiche Widersprüche und eine tragische Familiengeschichte, erschweren ihre Recherchen zusätzlich. Erst als ihnen klar wird, dass sie vom scheinbar Offensichtlichen in die Irre geleitet worden sind, setzt sich langsam ein schlüssiges Bild zusammen. Doch noch immer hakt es irgendwo. Erst als sie damit beginnen alle Beteiligten mit ihren eigenen Unzulänglichkeiten und Widersprüchen zu konfrontieren, beginnt das so sorgsam aufgebaute Lügengebäude in sich zusammenzustürzen.
FAZIT
Ein spannender und überraschungsreicher Krimi, mit vielen interessanten Charakteren, der als zehnter Band dieser Reihe, der perfekte Auftakt für die nächsten zehn Fälle ist.
Über alle Leichen
Abgetrennt von Michael Tsokos
Rechtsmediziner Dr. Paul Herzfeld, der nach seinem letzten dramatischen Einsatz eine längere Auszeit genommen hat, ist erst seit kurzem wieder zurück an seinem alten Institut in Kiel, als er erneut in einen abenteuerlichen Fall verwickelt wird. Als nach einer Beschlagnahmung von Leichenteilen, ein bereits schon einmal von ihm obduzierter Arm erneut auf seinem Sektionstisch landet, gibt es für ihn nur eine denkbare Erklärung.
Vorsichtig versucht er seinem Verdacht nachzugehen. Dass er sich dabei durch eine Verquickung unglücklicher Abläufe erneut in höchste Lebensgefahr begibt, ist für ihn genauso wenig absehbar wie die Widerauferstehung seines größten Todfeindes.
FAZIT
Ein auf spektakuläre Effekte setzender Plot, der sich zwischen Vorhersehbarkeit und Unglaubwürdigkeit auf recht dünnem Eis bewegt.
Ein schlimmer Verdacht
Die Früchte, die man erntet von Michael Hjorth; Hans Rosenfeldt
Auch wenn es auf den ersten Blick keinen Zusammenhang zwischen den in kürzester Folge brutal ermordeten Opfern gibt, liegt der Verdacht nahe, dass es irgendeine Gemeinsamkeit geben muss. Obwohl die örtlichen Polizeibeamten bereits sehr früh die Hilfe der Reichsmordkommission angefordert haben, gibt es zunächst keine bahnbrechenden Erkenntnisse.
Es beginnt ein mühsames Puzzlespiel, durch das sie plötzlich auf die richtige Spur gebracht werden. Auch wenn sie jetzt wissen, nach wem sie suchen, erweist sich ein Zugriff als äußerst schwierig. Trotz aller Bemühungen gelingt es ihnen deshalb auch nicht die drohende Eskalation zu verhindern. Obwohl die Mordserie damit zwar gestoppt ist, und der Fall als aufgeklärt abgelegt werden kann, bleibt ein schales Gefühl zurück, denn irgendetwas passt nicht zusammen …
FAZIT
Vielschichtige Charaktere und eine temporeiche Story, die auch Neueinsteigern in die Serie keine Probleme bereitet.











