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Rezensionen von Das Echo vom Alpenrand:
Erfahrung ist alles
Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel von Richard Osman
Warum nicht das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden? Keine Frage für den Donnerstagmordclub, der als eingeschworene Gemeinschaft, bereits so manches Rätsel gelöst hat. Vor allem dann, wenn es darum geht einen alten Mordfall zu untersuchen, der es ihnen im Rahmen der Recherchen ermöglicht, einen Blick hinter so manche Kulisse zu werfen.
Und so dauert es nicht lange bis alle Aufgaben, entsprechend ihren Fähigkeiten und Neigungen, verteilt sind. Dass nichts so ist, wie es der äußere Anschein vorgibt, ist zwar von Anfang an klar, doch mit einem derartig verwickelten Fall haben sie nicht gerechnet. Von den Umständen dazu gezwungen, entwickeln sie einen vollkommen abstrusen Plan, der zu einem vollkommen unerwarteten Ergebnis führt.
- FAZIT -
Eine höchst unterhaltsame Mörderjagd, die mit typisch britischem Humor, für beste Unterhaltung sorgt.
Verschwunden
Der Strand: Vermisst von Karen Sander
Eine spurlos verschwundene junge Frau, die als letztes Lebenszeichen eine kryptische Botschaft an ihre Freundin geschickt hat – sie zu finden, ist keine leichte Aufgabe für Kriminalkommissar Tom Engelhardt und seine Kollegin Mascha Krieger. Beide haben es als Ortsfremde schwer, sich gegen die eingeschworene Dorfgemeinschaft durchzusetzen.
Denn trotz der Sorge um die junge Frau, die bei allen beliebt war, gibt es so einige die genügend Dreck am Stecken haben und sich daher entsprechend bedeckt halten. Dennoch gelingt es Tom und Mascha, trotz ihren privaten Problemen, einen klaren Kopf zu bewahren um gerade noch rechtzeitig zu verhindern, dass ein Unschuldiger verurteilt wird.
FAZIT
Ein interessanter Fall, mit einem unbefriedigenden Schluss, der zu offensichtlich auf die beiden angekündigten Folgebände verweist.
Totgeschwiegen
Verschwiegen von Eva Björg Ægisdóttir
Als die Polizistin Elma, die gerade erst aus Reykjavik an ihren Geburtsort Akranes zurückgekehrt ist, mit dem Mord an einer jungen Frau konfrontiert wird, empfindet sie dies zunächst als willkommene Ablenkung von ihren eigenen Problemen. Fieberhaft beginnt sie zu recherchieren und alte Erinnerungen an ihre Kindheit wachzurufen.
Aber erst als sie bei ihren Eltern nachhakt und diese wiederholt befragt, verdichtet sich langsam ein Verdacht in ihr und sie stößt auf ein altes Geheimnis, das von der Gemeinschaft der Kleinstadt bisher erfolgreich totgeschwiegen worden ist. Mit viel Fingerspitzengefühl gelingt es Elma das Schweigen zu brechen und damit nicht nur einen Mord aufzuklären, sondern auch endlich für Gerechtigkeit zu sorgen.
FAZIT
Eine atmosphärisch dichte Story, die neugierig auf die angekündigte Fortsetzung macht.
Eiskalt
The Dark von Emma Haughton
Als Kate North, die seit einem Autounfall schwer traumatisiert ist, das ungewöhnliche Jobangebot als Notärztin in der Antarktis zu arbeiten erhält, sagt sie ohne groß darüber nachzudenken spontan zu. Schon kurz nach ihrer Ankunft bereut sie ihren Entschluss, doch zum Umkehren ist es zu spät. Mit jedem Tag wächst ihr Unbehagen, aber es gibt kein Entrinnen.
Irgendwie muss sie die nächsten Monate, auf der von der Außenwelt abgeriegelten Forschungsstation, durchstehen. Als es zur unausweichlichen Eskalation kommt und allen klar ist, dass sich unter ihnen ein Mörder befindet, der jederzeit dazu bereit ist wieder zuzuschlagen, gelingt es Kate über sich selbst hinauszuwachsen und damit auch wieder mit sich selbst ins Reine zu kommen.
FAZIT
Spannend und hochdramatisch – ein Thriller der die Antarktis ins Wohnzimmer holt.
Wer bist du wirklich?
Das siebte Mädchen von Stacy Willingham
Als Chloe, die seit der Verurteilung ihres Vaters als Serienmörder, nur noch schwer Vertrauen zu anderen Menschen aufbauen kann, den einfühlsamen Daniel kennenlernt, scheint der Bann endlich gebrochen. Aber schon bald kommen ihr erhebliche Zweifel an seiner Integrität. Mit der Unterstützung des Journalisten Aaron begibt sie sich auf eine gefährliche Spurensuche, die sie an den Rand ihrer psychischen Belastbarkeit bringt.
Doch erst als sie bereit dazu ist, sich ehrlich mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen, beginnt sie zu begreifen wie die einzelnen Puzzleteile zusammenpassen. Als diese zu einem Bild werden, dass nur noch eine Lösung zulässt, muss sie endlich der Wahrheit ins Auge sehen.
FAZIT
Ein von vielen Wendungen durchzogener Thriller, der Familienzusammenhalt und Loyalität stark infrage stellt.
Schuldig für immer
Sturmrot von Tove Alsterdal
Als Olof Hagström einem Impuls folgend einen Abstecher zu seinem Elternhaus macht, findet er dort zu seinem Entsetzen seinen toten Vater. Olof gerät in Panik. Schon einmal ist er als Teenager unter fragwürdigen Umständen zum Mörder gestempelt worden. Auch jetzt zeigen alle Finger auf ihn und er muss erneut mit einer Verurteilung rechnen.
Selbst als er zum Opfer eines Anschlags wird, der ihn beinahe das Leben kostet, ist er noch lange nicht aus dem Schneider. Aber nicht nur Olof hat sein Päckchen zu tragen. Auch die ermittelnde Polizistin Eira Sjödin wird zunehmend von ihrer Vergangenheit eingeholt. Obwohl sie damit rechnen muss, ihrer eigenen Familie zu schaden, setzt sie alles daran die Wahrheit ans Licht zu bringen.
FAZIT
Ein interessanter Auftakt zu einer neuen Reihe, bei dem allerdings noch einige Luft nach oben bleibt.
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm
Der Tod macht Urlaub in Schweden von Anders de la Motte; Måns Nilsson
Es ist dem reinen Zufall geschuldet, dass der erfahrene und bekannte Ermittler Peter Vinston und die junge Kommissarin Tove Esping dazu gezwungen werden gemeinsam in einem Mordfall zu ermitteln. Obwohl Tove von der Zusammenarbeit nur profitieren kann, ist sie alles andere als begeistert, dass sie ihren ersten eigenen Fall nicht alleine lösen darf.
Trotzdem beginnen die beiden sich im Lauf der Ermittlungen einander anzunähern und auch eine gewisse Sympathie für einander zu entwickeln. Dies schließt diverse Meinungsverschiedenheiten nicht aus, trägt aber entschieden dazu bei, dass es ihnen letztendlich gemeinsam gelingt den Fall mit Bravour zu lösen.
FAZIT
Ein raffiniert aufgebauter Krimi mit schwedischem Flair und gelungener Auftakt zu einer neuen Serie in Agatha-Christie-Manier.
Ein langer Weg
Dreivierteltot von Christina Stein
Kim und Jon, ein junges Paar, das sich vorgenommen hat den 160 km langen schottischen West Highland Trail zu bezwingen, trifft unterwegs auf die unterschiedlichsten Menschen und Charaktere. Kim, die ohnehin ein recht gespaltenes Verhältnis zu ihren Mitmenschen hat, fühlt sich zunehmend bedroht und von Jon im Stich gelassen.
Als Kim dann auch noch eine Leiche findet, die außer ihr und ihrem Freund keiner gesehen haben will, spitzt sich die Situation unaufhaltsam zu. Sie beginnt alles und jeden infrage zu stellen. Doch erst als sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird und plötzlich ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht, gelingt es ihr der Wahrheit ins Gesicht zu sehen.
FAZIT
Nach einem spektakulären Einstieg verliert die Story zu schnell an Tempo und Spannung, um als Thriller überzeugen zu können.
Rätsel, Codes und Illusionen
Schwarzlicht von Camilla Läckberg; Henrik Fexeus
Als Kommissarin Mina Dabiri keine andere Chance mehr sieht, die rätselhaften und vollkommen aus dem üblichen Raster fallenden Morde zu lösen, entschließt sie sich den bekannten Mentalisten Vincent Walder um Unterstützung zu bitten. Nach anfänglichem Sträuben, ist dieser tatsächlich dazu bereit.
Dies stößt bei ihren Kollegen zwar auf wenig Gegenliebe. Doch ihre Teamleiterin, die damit rechnen muss, dass das Team ohne baldigen Ermittlungserfolg aufgelöst wird, ist in ihrer Not dazu bereit alles auf eine Karte zu setzten. Aber die anfänglichen Ermittlungserfolge relativieren sich recht schnell, als Mina auf eine Verbindung zwischen den Mordopfern und Walder stößt. Wem kann sie noch glauben und wer steckt wirklich hinter dieser bizarren Mordserie?
FAZIT
Ein spannender Wettlauf gegen die Zeit, mit einem ungewöhnlichen Ermittlerteam das, trotz des unbefriedigenden Endes, neugierig auf die beiden kommenden Fälle macht.
Die Leiche im Keller
Mord in Montagnola von Mascha Vassena
Moira, die gerade zu Besuch bei ihrem Vater in Montagnola ist, wird von der örtlichen Polizei gebeten, in einem ungewöhnlichen Todesfall, als Dolmetscherin auszuhelfen. Dass sie dabei auf ihre alte Jugendliebe Luca trifft, ist für sie ein überaus willkommener Nebeneffekt, der sie dazu animiert sich als Amateurdetektivin zu betätigen.
Daraus entwickelt sich eine gekünstelt wirkende Geschichte zwischen Love and Crime, die alles andere als realistisch ist und kein gutes Licht auf die Tessiner Polizei wirft. Wesentlich unterhaltsamer gestaltet sich dagegen die Beziehung zwischen Moira und ihrem Vater, die mit einigen Gags, in Kombination mit dem ansprechenden Lokalkolorit für etwas Abwechslung sorgt.
FAZIT
Eine schwache Story, die außer ihrem Lokalkolorit zu wenig zu bieten hat, um Interesse an einer Fortsetzung zu wecken.











