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Rezensionen von Helu:

Grazer Beitrag zum Konzilsjubiläum

Zerbrechlich und kraftvoll von Peter Ebenbauer; Rainer Bucher; Bernhard Körner

In ihrer Reihe "Theologie im kulturellen Dialog" legt die Katholisch-Theologische Fakultät Graz einen Beitrag zum 50jährigen Jubiläum des Zweiten Vatikanischen Konzils vor. Es handelt sich um einen Sammelband, dessen Beiträge auf eine Vortragsreihe im Wintersemester 2012/13 zurückgehen.

Mit Ausnahme von S. Wiedenhofer und H. Wustamns sind (bzw. waren) alle AutorInnen Lehrende an selbiger Fakultät. Dass es sich ursprünglich um Vorträge gehalten hat, ist den Texten noch deutlich anzumerken. Dies ist aber durchaus positiv zu sehen. Durchgehend steht am Anfang eine Hinführung, es folgt eine These, die knapp und prägnant ausgeführt wird, sowie eine Zusammenfassung, meist mit einem Ausblick, und einem Literaturverzeichnis.
Thematisiert werden neben den zentralen Konzilstexten noch die Rolle der Frauen generell, das Leben der Madeleine Delbrêl, sowie die Hermeneutik des Konzils. Vor allem diese drei letztgenannten Beiträge stechen hervor ? nicht zuletzt, da sie Themen ansprechen, die nicht ohnehin schon in unüberschaubarer Vielfalt bearbeitet worden sind.
Den Anfang bildet der Beitrag von B. Körner zur Kirchenkonstitution, in dem vor allem auf das Bild des pilgernden Gottesvolkes erläutert und interpretiert wird. Dieses war schon immer unterwegs und wird es immer bleiben. Als Beitrag des II. Vatikanums sieht er dafür, dass das Verständnis vom Volk Gottes erneuert und gleichzeitig korrigiert worden ist.
Eine sehr knappe und interessante Analyse der gesellschaftlichen Entwicklung von der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute bildet den Einstieg des Beitrags zur Pastoralkonstitution. Ausgehend davon bestimmt R. Bucher als Kern von Gaudium et spes, dass das Handeln der Kirche immer in Verpflichtung vor der eigenen Tradition und in Verpflichtung auf eine gute Zukunft geschehen muss. Seine zentrale These lautet: Das Zweite Vatikanum hat "die Software für das Leben als Christ und Christin in den prekären Gegenden der Gegenwart geliefert" (37), jedoch gilt es diese heute in rechter Weise zu aktivieren.
B. Groen und P. Ebenbauer zeigen die Anfänge der liturgischen Bewegung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf. Davon ausgehende analysieren sie den Konzilstext, um diesem dann die "tatsächlichen" Veränderungen gegenüberzustellen. Sie scheuen sich auch nicht, Entwicklungen zu benennen, die mit dem Liturgieverständnis des II. Vatikanums und der folgenden Entwicklung nicht in Einklang zu bringen sind (Hostien aus dem Tabernakel; fehlende Gabenprozessionen und Kommunion unter beiderlei Gestalt u.a.).
Der Neutestamentler J. Pichler setzt sich mit der Offenbarungskonstitution Dei Verbum auseinander. Vor allem die Punkte, die er unter 3. behandelt, sind sehr aufschlussreich und klären das Verhältnis von Schrift und Offenbarung sehr anschaulich und nachvollziehbar. Anhand einiger Schlaglichter zur Emmausperikope zeigt der Verfasser, welche Chancen eine Schriftinterpretation, wie sie im Konzilstext vorgeschlagen wird, bietet. Schließlich zeigt er, dass Exegese, die nach dem II. Vatikanum geschieht, Anwältin des Textes sein muss, und zwar der Texte des biblischen Kanons in ihrer Vielgestalt, Verschiedenheit und Offenheit
U. Bechmann liest Nostra Aetate als schöpfungstheologisch argumentierenden Text. Dieser Zugang ermöglicht es theologisch, eine universale Orientierung einzunehmen. Alle Menschen sind Geschöpfe Gottes ? daher muss auch Heil von der Menschheit insgesamt her gedacht werden. Glaubensgrenzen sind ab sofort nicht mehr identisch mit Heilsgrenzen. Die Argumentation ist zwar christologisch: Christus ist der alleinige Weg zur Fülle des Heils. Jedoch bezieht sich dieses Heil sich auf alle Menschen. So kommt Bechmann zu dem Schluss, Nostra Aetate als "Kairos theologischen Denkens" (118) zu beschreiben.
Unter den Stichworten Zeichen der Zeit und aggiornamento nähert sich H. Wustmans dem Thema "Das Zweite Vatikanum und die Frauen ? eine unerhörte Geschichte" an. Sie vergleicht die Stellung der Frau mit der Arbeiterfrage im 19.Jh. Die Kirche stehe gegenwärtig in der Gefahr, die Frauen zu verlieren, wie damals die Arbeiter. Sie sieht die postkonziliare Entwicklung in eine Richtung laufen, die die Chancen des Konzils nicht wahrnimmt, sondern gar gegenläufige Tendenzen zeigt. Deshalb schließt die Theologen mit deutlichen Forderungen, die für eine solche Bestimmung der Rolle der Frau (nicht nur in der Kirche) notwendig wären, damit sie der Gegenwart und dem Geist des Konzil entsprechen und gerecht würden.
E. Pernkopf schreibt über Madeleine Delbrêl, deren Leben ein Beispiel für eine Biographie im Gesite des II. Vatikanums deklariert wird, obwohl sie dessen Ende nicht mehr erlebt hat. An ihrem Leben und Wirken zeigt sich v.a. die Zuwendung zur Welt und die untrennbare Gottes- und Menschenliebe.
Thematisch knüpft der folgende Beitrag von L. Neuhold daran an, indem er die Frage der Zugewandtheit zur Welt ausgehend von Gaudium et Spes zu bestimmen versucht. Der Schwerpunkt hier liegt auf Aussagen zur Soziallehre. Er macht sich v.a. für einen partnerschaftlichen Dialog zwischen den Milieus stark.
P. Argárate macht deutlich, dass Spaltungen innerhalb der Kirche nichts Neues sind; vielmehr gab es solche nach nahezu allen Konzilien. Neu jedoch sei der ausdrückliche und starke Wunsch nach Einheit. Dies ist im Ökumenismusdrekret angesichts der Entwicklungen in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts, die hinsichtlich ökumenischer Bestrebungen sehr kritisch und ablehnend waren, umso höher einzuschätzen. Der Beitrag behandelt vor allem die Beschreibung des Vatikanums als "ökumenisches" Konzil, sowie das Ökumenismusdekret selbst, und nachkonziliare wichtige Texte zur Ökumene. So ist es gut möglich, große Entwicklungslinien mitzuverfolgen.
Abgeschlossen wird der Band mit einem Beitrag zur Hermeneutik des Konzils von S. Wiedenhofer. Ausgangspunkt bildet für ihn die zunehmende Polarisierung innerhalb der katholischen Kirche, deren Ursprung er in verschiedenen Verständnissen des Konzils festmacht. Er sieht die Kirche in einer epochalen Übergangszeit: etwas Altes geht zu Ende, etwas Neues beginnt. Aus diesem Umstand heraus lassen sich die tiefgreifende Orientierungs- und Kommunikationskrise erklären. Vielfalt wird das Bild der Kirche jedoch noch stärker prägen ? daher braucht es eine entsprechende Hermeneutik, die dieser Vielfalt Raum gibt, und Polarisierungen oder gar Spaltungen verhindertn kann. Nach Wiedenhofer ist der wichtigste Punkt, um das zu erreichen, wechselseitige Anerkennung. Was er darunter versteht, legt er ausführlich dar.

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Zeugnisse eines von der Bibel Faszinierten

Faszination Bibel von Johannes Marböck

In der Reihe "Theologie im kulturellen Dialog", die von der Katholisch-Theologischen Fakultät der Uni Graz verantwortet wird, legt der Tyrolia-Verlag eine Sammlung von Beiträgen des emeritierten Alttestamentlers Johannes Marböck vor. Drei davon, alle dem Kapitel "Prophetie" zugehörig, waren bisher unveröffentlicht.

Die Beiträge sind thematisch sortiert, so dass sich sieben Themenbereiche ergeben.
Nach einem Grußwort des emeritierten Bischofs von Linz, dem Vorwort der Herausgeber(in) und einer Einführung Marböcks selbst, folgt der erste Teil, der mit "Dynamik des Wortes" überschrieben ist. Zwei Aspekte fallen hier auf: zum einen der sehr spannend zu lesende Beitrag "Stationen, Erfahrungen und Begegnungen in einer "Expedition Bibel". Hier zeichnet der Verf. in sehr persönlich-biographischem Stil die Geschichte der katholischen Exegese im 20. Jahrhundert in Universität, Kirche und Praxis nach. Er scheut sich auch nicht, offene Baustellen klar zu benennen, wie beispielsweise die Verschleierung des Eigenwerts des Alten Testaments in der kirchlichen Praxis (S.35). Zum anderen – und dabei handelt es sich gewissermaßen um die Weiterführung dieser Beobachtungen – plädiert Marböck dafür, die Verkündigung des Wortes der Bibel noch vor und über jeden Katechismus zu stellen (S.37). Schließlich zeigt er im letzten Beitrag dieses Kapitels die biblische Tradition von Wortgottesdiensten anhand von Neh 8 auf, und begreift diese insofern als Chance auch der kirchlichen Situation im 21. Jahrhundert.
Die nächsten fünf Beiträge sind zusammengefasst unter dem Titel "Psalmen". Neben einer grundsätzlichen, v.a. thematisch-inhaltlichen Einführung in den Psalter, stehen die Auslegungen einzelner Psalmen, wie die v.a. auch neutestamentlich rezipierten Psalmen 22; 42; 51 und 130. Außerdem finden sich meditative Texte zu Bildern aus Psalmversen bzw. zu Dan 3,51-98.
Sehr dicht und informativ sind die Beiträge zur Weisheit, zweifelsohne das Spezialgebiet des Verf.s. Er macht sich dabei v.a. gegen Steinbruchexegese stark, bei der aus dem Kontext heraus Zitate für eigene Interessen verwendet werden. In der Analyse der Hiob-Erzählung sieht er große Chancen, gerade für die Moderne und ihre Herausforderungen. Die Sammlung der Texte unter diesem Kapitel kann gewiss als hervorragende Einführung für Studierende in die Thematik biblischer Weisheitsliteratur empfohlen werden!
Es folgen Ausführungen zur Prophetie Israels, wobei ein deutlicher Schwerpunkt auf Jesaja erkennbar ist. Dieses Buch wird nahezu komplett in den Blick genommen und durch einen Beitrag zu Jer 1 ergänzt. Besonders bei der Auslegung der Gottesknechtstexte wird deren Rezeption bei der Deutung des Leidens und Sterbens Jesu angeschnitten.
Der Blick auf die Vorstellungen in den Nachbarkulturen Israels wird besonders im ersten Beitrag des Kapitels "Apokalyptik" gerichtet. Sehr wichtig scheint mir hier der Hinweis, dass die Antworten der Bibel so verschieden sind, wie ihre Texte, dieser Umstand jedoch die conditio humana ernst nimmt, und so auch auszuhalten ist.
Unter dem Stichwort "Judentum und Heiliges Land" macht Marböck ganz konkrete Vorschläge für die Praxis in der Kirche, die zu einem erneuerten und adäquateren Verhältnis zum Judentum beitragen sollen.
Am Ende steht ein sehr persönliches Fazit, das seinem Titel "Faszination Bibel" sehr gut gerecht wird. Es handelt sich dabei um die Abschiedsvorlesung des Autors, in der er noch einmal darstellt, wie er den Zugang zur Bibel gewonnen hat, und worin sich seine bleibende Faszination an ihr festmachen lässt.

Alles in allem liegt hier ein beeindruckender Einblick in das Wirken eines Exegeten-Lebens vor. Da es sich um eine Sammlung verschiedener Beiträge handelt, gibt es teilweise die Tendenz zur Redundanz, v.a. innerhalb eines Themenkapitels. Es ist sehr deutlich, dass der Schwerpunkt auf dem ersten Teil der Bibel, dem Alten Testament liegt, so dass sich die Frage stellt, ob der Titel der Sammlung so glücklich gewählt ist, und nicht besser noch eine Präzisierung vertragen hätte. Nichts desto trotz: die Mischung aus pastoralen Aspekten und Anliegen, wie sie der Verf. in seinem Vorwort formuliert, mit wissenschaftlichen Erkenntnissen und Zugängen, ist es, die die Stärke der einzelnen Beiträge wie auch ihrer Zusammenstellung ausmacht.

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Ausdrückliche Verkündigung der christlichen Botschaft

Schlüsselworte der christlichen Botschaft von Augustin Schmied

Die "ausdrückliche Verkündigung der christlichen Botschaft" (S.9) ist es, die dem Theologen A. Schmied am Herzen liegt. Einen kleinen Beitrag dazu versucht er mit dem vorgelegten Büchlein zu leisten.
Er wählt acht Schlüsselworte, welche die Grundbotschaft des Glaubens erfassen sollen.

Diese unterscheiden sich dadurch von vielen anderen Einführungen, dass sie nicht am Glaubensbekenntnis entlang gehen, aber dennoch erscheint die Auswahl gut nachvollziehbar. Die Schlüsselwörter sind: Evangelium; Vater; Jesus Christus, der Lebende; Heilszeichen Kreuz; Heiliger Geist; zu seinem Gedächtnis; Getauft; Ewiges Leben.
Der Ordensmann setzt ein mit Überlegungen zum "Evangelium" als dem Kern der Botschaft. Er betont besonders, dass die Frohe Botschaft auch eine soziale Komponente miteinschließen muss. In den Überlegungen zu Gott dem Vater zeigt sich bereits der starke Schwerpunkt des Verfassers auf die Christologie. Angebracht erscheint in diesem Kapitel auch die Thematisierung der Theodizee-Frage. Es folgt das Kapitel zu Jesus Christus, in dem sehr behutsam eine Annäherung an Ostern und den Osterglauben versucht wird. Auch hier stehen Vorschläge, wie der Glaube an Ostern praktische Gestalt gewinnen und für die Gegenwart fruchtbar gemacht werden kann. Unter dem Schlüsselwort "Heilszeichen Kreuz" spricht der Autor von der Notwendigkeit einer neuen, zuverlässigen Kreuzestheologie. Diese müsse davon geprägt sein, das Kreuz im Zusammenhang mit dem ganzen Leben und Wirken Jesu zu sehen. Alle verengten Sichtweisen würden zu sehr problematischen und perfiden Deutungen des Kreuzes führen. Sehr knapp fallen die Bemerkungen zum Heiligen Geist aus, der als vorwärts-gewandte Kraft vorgestellt wird, die die Bewältigung der Aufgaben jeder Zeit ermöglicht. Eher meditativ ist der Zugang zur Eucharistie, der von den biblischen und liturgischen Texten ausgeht. Hier ist wohl das einzige Kapitel, in dem die katholische Perspektive eingenommen und deutlich wird. Im Kapitel "Getauft" wiederum dominieren praktische Überlegungen. Interessant scheint der Vorschlag eines nachgeholten Katechumenats, dessen Notwendigkeit Schmied aufgrund der weitläufigen Praxis der Kindertaufe sieht und plausibel macht. Das Buch schließt mit Ausführungen zum ewigen Leben. Die Überzeugung davon, so Schmied, muss die Gegenwart positiv prägen und darf sie keinesfalls abwerten.
Schmied legt insgesamt ein interessantes Büchlein vor. Sein Zugang ist sehr stark biblisch geprägt. Er geht immer von den Texten des Alten und Neuen Testaments aus, die für das jeweilige Schlüsselwort zentral sind. Er zeigt die wichtigsten Akzente der Texte und deutet die Schwierigkeiten an. Es folgen meist Ausführungen zur Praxis - dies scheint ihm ein großes Anliegen zu sein! Schließlich bringt er häufig markante Sätze und Zitate aus spiritueller und theologischer Literatur und Tradition.
So fügt sich der Beitrag sehr gut in die Buch-Reihe der Redemptoristen, "Spiritualität und Seelsorge", und leistet gut lesbare Einführungen in Grundthemen des Glaubens.

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Bewusst Taufpate/Taufpatin sein

Miteinander ins Leben gehen von Helene Daxecker-Okon; Anna Hintner; Maria Rhomberg

Sehr handlich und übersichtlich ist der Leitfaden "Miteinander ins Leben gehen ? Taufpate/Taufpatin sein" gestaltet. Unter vier Gesichtspunkten versucht er Annäherungen an das Patenamt bei katholischen Taufen von Kindern (das Patenamt bei Erwachsenentaufen wird so gut wie nicht thematisiert):
1.

Was ist das, Pate sein? In knappen Ausführungen wird dargelegt, wer das Amt überhaupt übernehmen darf und was die Erwartungen an einen Paten/eine Patin sein können. Möglicherweise sind die Ausführungen hier schon zu knapp. Zumindest einen Verweis auf die Dokumente, wo die Regelungen nachzuschlagen sind, wäre hilfreich gewesen. Schließlich werden die Zugangskriterien immer häufiger erfragt und in manchen Fällen auch zum Gegenstand von Unverständnis.
2. Wie steht es mit meinem Glauben als Pate bzw. Patin? Unter dieser Frage werden Impulse für die Reflexion des eigenen Glaubens-Standpunkts vorgestellt. Der sehr gelungene Grundtenor lautet: Zweifel sind legitimer Bestandteil einer Glaubensbiographie und dürfen bzw. sollen sogar im Austausch mit dem Patenkind thematisiert werden.
3. Was ist die Taufe? Dieser Frage ist der größte Teil des Büchleins gewidmet. In einem ersten Punkt geht es um die Sakramentalität der Taufe und was das bedeutet. Hier wird versucht, in sehr einfachen Worten theologisch sachgemäß zu erklären, was Sakrament bedeutet. Dieses Bemühen gelingt sehr gut und setzt sich in einer Kurzerklärung der einzelnen Bestandteile des Glaubensbekenntnisses fort. Wertvoll ist auch, dass die Fragen, die in der liturgischen Feier an den Paten/die Patin gestellt werden, wortwörtlich übernommen wurden. Es folgt eine kurze Vorstellung der ausdeutenden Riten. Theologisch neu scheint die Deutung von Untertauchen in das Wasser und von Taufkleid als Zeichen dafür, dass der Täufling von allen Seiten von Jesus umgeben, gewärmt und geschützt wird (S. 31 + 33). Möglicherweise ist sie aber auch nur dem Bemühen der Verständlichkeit und Kommunizierbarkeit geschuldet. Etwas überrascht auch das Fehlen des Effata-Ritus.
4. Wie geht das, Pate sein? Zu guter Letzt wird die Zeit nach der Tauffeier angesprochen. Besonders hinsichtlich der Erwartungen appellieren die Verfasserinnen für eine neue "Geschenkskultur", die das Miteinander und die Beziehung von Pate/Patin und Täufling ins Zentrum rückt. Das Büchlein endet mit Mediationstexten, wie u.a. zwei Segensgebeten, einem vorgeschlagenen Ritual zum Namenstag und zwei Erzählungen.
Mit seiner leicht verständlichen Sprache und seiner überblicksartigen Darstellung von Bedeutung und Feier der Taufe kann das Büchlein ein wirklicher Leitfaden für solche sein, die zu Paten werden oder es schon sind, und diesem Amt neue Impulse geben möchten. Freilich ist es wohl besonders jenen eine Hilfe, die bisher keine oder nur geringe Erfahrungen mit dem Patenamt und der Taufe gemacht haben.

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Leitfaden für Paten und Patinnen

Miteinander durch dick und dünn von Helene Daxecker-Okon; Anna Hintner; Maria Rhomberg

Zunächst wird thematisiert, was mit dem Patenamt gemeint ist. Welche Erwartungen und Voraussetzungen an einen gestellt werden, wird in aller Kürze vorgestellt. Eine kurze Geschichte und thematisch passende Zitate runden den Einstieg in das Büchlein ab.
Als zweiter Aspekt rückt die Glaubensbiographie des Paten/der Patin in den Blick.

Die Verfasserinnen rufen dazu auf, Fragen und auch Zweifel, die einen selbst in Glaubensfragen umtreiben, im Gespräch mit dem anvertrauten Firmling zu thematisieren. In sehr einfachen Worten wird erklärt, was Glaube meint und bedeuten kann.
Es folgt eine vergleichsweise ausführliche Erklärung der Bedeutung der Firmung, die Feier mit ihren Symbolen und die Rolle des Paten/der Patin darin. Nicht zur Sprache kommt, wo die biblischen und urchristlichen Ursprünge der Firmung liegen ? aber das ist wohl der Kürze des Bandes geschuldet. Erklärt werden u.a. der Heilige Geist, die Hand und die Salbung mit Chrisamöl (innovativ ist sicher die Deutung von Öl u.a. als Motoröl als Symbol dafür, "dass im Leben des Firmlings alles 'geschmiert' laufen soll" S. 29).
Schließlich geht es um die bleibende Verwirklichung des Patenamtes nach der Feier. Neben dem Vorschlag einer neuen "Geschenkskultur" sind v.a. die ?15 Wege, Firmlingen zu zeigen, wie sehr man sie mag" erwähnenswert. Hier scheint das Anliegen im Vordergrund zu stehen, dass Patinnen und Paten Firmlinge in ihren Entscheidungen und Anliegen als Erwachsene ernstnehmen und respektieren sollten. Nach Gebets- und Meditationstexten folgt eine Tabelle, in der man kenntlich machen kann, welche Eigenschaften eines Paten bzw. einer Patin einem wichtig sind. Diese dürfte in erster Linie für Firmlinge sehr hilfreich sein können, die vor der Entscheidung stehen, jemanden um die Übernahme dieses Amtes zu bitten.
Alles in allem handelt es sich um einen sehr netten kleinen Beitrag zur Bedeutung des Patenamts bei Firmungen. Vor allem Personen, die mit dem Amt und der Firmung an sich weniger vertraut sind, können hier fündig werden und Impulse für die Ausübung erhalten.

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Mit Stecher auf seine Heimat blicken

Reinhold Stecher Bildkalender 2013. von Maler: Stecher Reinhold

Zwei Aspekte, die Reinhold Stecher vermutlich wesentlich geprägt haben, sind in diesem Kalender vereint: Seine Verbundenheit mit dem Land Tirol und seiner Landeshauptstadt Innsbruck sowie sein tiefer Glaube. Diese zwei Seiten kommen auf jeder Monatsseite zum Ausdruck, indem die Aquarelle ? allesamt von Stecher ? vorwiegend Szenen und Ansichten Tirols zeigen, und dazu meditative Texte ? drei davon von Stecher selbst ? abgedruckt sind.

Die weiteren Texte stammen aus verschiedenen Federn, von Rainer Maria Rilke und Dorothe Sölle bis hin zur Wegbegleiterin Stechers Ingeborg Ladurner.
Unter den Aquarellen sticht das zum Dezember mit dem Titel ?Höttinger Bild? heraus: Es zeigt passend zum Monat der Weihnacht eine sehr idyllische Winterlandschaft mit einer kleinen Kapelle im Mittelpunkt. Der Hinweis, dass es sich dabei um Stechers letztes Aquarell handelt, verleiht dem Kalenderblatt besondere Bedeutung.
Dank dieses Kalenders gibt es die schöne Möglichkeit, ein Jahr nach dem Tod des Bischofs mit ihm durch das Jahr 2014 zu gehen und seinen Blick auf Innsbruck und Tirol ein Stück weit zu teilen.

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Friedensgebet für junge Menschen im 21. Jahrhundert

Friedens-Rap von Stephan Sigg

Aus der Welt einen Ort machen, an dem sich alle wohl fühlen - so appelliert der Autor an die Leser seiner Auslegung des Friedensgebets. Diese Richtung verfolgt er konsequent in seinen knappen Impulsen und Meditationen zu den einzelnen Bitten des Gebetes. Nur in aller Kürze werden die wichtigsten Hintergründe zu dem Gebet genannt (so u.

a. die lange Zeit vorherrschende fälschliche Annahme, dass der hl. Franziskus das Gebet verfasst hätte; S.44), so dass man ausreichend informiert ist.
Das äußere Erscheinungsbild und die graphische Umsetzung sind sehr ansprechend und zeitgemäß gestaltet, wie man es von den Veröffentlichungen Siggs gewohnt ist. So wird auf jeder Doppelseite je ein Vers des Original-Gebets abgedruckt und vom Autor ausgelegt, kommentiert und aktualisiert. Die Art und Weise gefällt - es gelingt ihm, das Gebet für junge Menschen des 21. Jahrhunderts zum Sprechen zu bringen. Vermutlich werden sich höhere Semester an der Sprache stören, aber genau darin liegt ja die große Chance, nämlich Jugendliche in ihrer Lebenswelt und Sprache zu erreichen.
Das Büchlein ist natürlich sehr überschaubar. Umso mehr scheint es mehr als für die private Lektüre (dafür dann wohl eher ?Echtzeit? vom selben Autor) geeignet zu sein, in der Praxis verwendet zu werden. Es wäre sehr spannend, eine Umsetzung in Jugendarbeit und oder -gottesdienst zu versuchen. Möglicherweise dann auch in Durchführung als Rap, wie es der Titel andeutet.

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nachlesen - nach vorne blicken

Nachlese von Reinhold Stecher

Es ist noch kein Jahr vergangen seit dem Tod Reinhold Stechers, da gibt sein enger Vertrauter Paul Ladurner dieses Büchlein heraus. Es sammelt kurze bisher unveröffentlichte Texte und Gedichte sowie Malereien und Zeichnungen des angesehenen Innsbrucker Altbischofs.
Die Texte geben Zeugnis von einem unglaublich vielfältigen Leben, das stark geprägt war durch Begegnungen einerseits - sei es das Aufeinandertreffen mit Soldaten an der Front oder mit einem Schüler, der beim Schwänzen erwischt wird - und der Heimatverbundenheit mit dem Land Tirol andererseits.

Die Texte atmen diese Vielfalt, so dass sie von humoristisch ("In memoriam Muck") über nachdenklich stimmend ("Tirol bei Nacht") bis hin zu tief ergreifend ("Der Antiheld") verschiedenste Gefühle hervorrufen. Was die Lektüre bereichert ist die häufige Korrespondenz zwischen Text und Bild - da untermalt eine Zeichnung die Geschichte über das Maultier Regina (das es fast in sein Bischofswappen geschafft hätte) oder das Aquarell eines Bergbauernhofs die Erzählung über das raue Leben auf einem ebensolchen. Es ist der liebevolle Blick auf alltägliche Geschehnisse und Szenen, aus dessen Sicht die Geschichten erzählt werden, und was sie so unverwechselbar sein lässt. Wenn man Stecher nicht gekannt hat, versteht man nach der Lektüre die Popularität des Bischofs bei den Seinen - kannte man ihn, wird man ihn in diesem Buch wiederentdecken.
Der Herausgeber spricht von der Hoffnung, dass die Sammlung Freude und gute Erinnerung bewirken möge. Dies ist zweifellos gelungen - aber darüber hinaus noch vieles an Ernsthaftigkeit und Anregung zum Nach- und Weiterdenken bei den Lesern der "Nachlese".

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Auf Spurensuche...

Ihren Spuren folgen von Franz Troyer

In 19 Kapiteln begibt sich der Innsbrucker Pfarrer auf Spurensuche. Er sucht nach den Spuren, die bekannte und weniger bekannte Gestalten in der Bibel hinterlassen haben und fragt nach deren Bedeutung für Menschen der Gegenwart. Die zentrale Frage lautet: Inwieweit können uns die Wege dieser biblischen Figuren konkret in bestimmten Situationen zu einem helfenden Begleiter werden?
Die Auswahl der Figuren ist fast durchgängig nachvollziehbar.

V.a. die alttestamentlichen Gestalten (von Adam und Eva über Mose bis hin zu Rafael) sind allesamt bekannt. Die neutestamentlichen Charaktere sind nicht ganz einheitlich, mischen sich doch mit den Korinthern und den Philippern ganze Gruppen, mit Markus ein möglicher Verfasser und mit der Bergpredigt ein Text unter Personen wie Maria, Jesus, Petrus oder Andreas.
So vielseitig die Figuren, so verschieden auch die Bereiche, in denen uns diese Hilfestellungen geben sollen: sich dem Burnout stellen, Hoffnung verkünden, beten und arbeiten, oder auch Freude teilen, um nur einige zu nennen. Die Beziehungen, die Troyer zwischen biblischer Figur und dem, was man von dieser lernen kann, herstellt, sind allesamt schlüssig. Ist der Autor zwar promovierter Theologe, beschränkt er wissenschaftliche Fragestellungen auf das Nötigste. Nur dort, wo formale oder historisch-kritische Beobachtungen etwas zur spezifischen Thematik beitragen, werden sie in verständlicher Sprache vorgestellt.
Im Bereich der neutestamentlichen Gestalten entsteht vermehrt der Eindruck, dass die Ausführungen sehr stark von Bibelkursen (von denen viele Eindrücke geschildert werden) beeinflusst wurden. Dies zeigt sich an einer zunehmenden Zahl von Impuls-Fragen, die die Leser des Buches zum Nachdenken anregen können. Dieser Eindruck wird bestätigt durch manche Punkte, die nur angerissen werden. Hier würde man sich eine weitere Vertiefung wünschen, die in den Bibelkursen vermutlich gegeben worden ist (z.B. die Ausführungen zur lectio divina innerhalb der Ausführungen zu Mk 9,2-10).
Das Buch ist wohl in erster Linie im persönlich-spirituellen Bereich zu empfehlen. Schließlich bringt sich der Autor auch sehr häufig mit eigenen Gedanken, Wünschen und Eindrücken ein (?Ich denke??; ?Ich bin überzeugt??; ?Ich frage mich manchmal??; ?Mich fasziniert?? uvm.), was dem Ganzen eine sehr persönliche Note verleiht. Die Thematik legt auch eine gut portionierte Lektüre nahe - ein Buch, das man von vorne bis hinten in einem durchliest, ist es sicher nicht.
Das Vorhaben, biblische Gestalten und ihre Eigenheiten für die Menschen des 21. Jahrhunderts zum Sprechen zu bringen, ist Franz Troyer zweifelsohne geglückt. Wer ihn kennt, entdeckt seine Handschrift auf jeder Seite. Als Meditations-Buch für den eigenen Gebrauch, wie auch als Fundgrube für bibelpastorale Aufgaben, ist der besprochene Band sicher eine Bereicherung.

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Gelungene Mischung

Der Wolfgangweg von Peter Pfarl

Eine gute Mischung ist dem Autor und Hobby-Pilger Peter Pfarl bei dem vorliegenden Pilgerführer gelungen. Eine Mischung, die Hintergrundinformationen über den Heiligen Wolfgang, eine Fußweg- und eine Fahrradroute zum Wolfgangsee sowie viele Hinweise auf landschaftliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten entlang des Weges zusammenbringt und zu einem runden Ganzen werden lässt.

Am Beginn stehen Biographie, Legenden, Wallfahrt und Wunder des Heiligen Wolfgang. Hier erklärt sich der Weg vom Ort der Grabstätte (Regensburg) hin nach St. Wolfgang, das seit jeher weitaus bedeutender und größer ist, was die Verehrung des Heiligen angeht. In diesem ersten Teil fällt das Kapitel zu den anderen Wolfgangsorten sowohl wegen seiner sprachlichen und inhaltlichen Schwächen auf. Da hier fast nur aufgezählt wird, hätte man es sich entweder komplett sparen können, oder eben erweitern müssen ? schließlich möchte der Leser zum Beispiel, da er auf ein ?Sauhaxenopfer? in Fratres (S.30) hingewiesen wird, auch wissen, was es damit auf sich hat.
Es folgt die Beschreibung des Wolfgang-Pilgerwegs für solche, die sich zu Fuß auf den Weg machen. Nach grundsätzlichen knappen Tipps zum Fußpilgern (für einen völlig unerfahrenen sind diese vermutlich zu wenig ausführlich), folgt die Beschreibung der jeweiligen Etappen, die zwischen 17 und 37 km liegen. Die Beschreibungen sind zunächst sehr pragmatisch: Neben der letzten Gelegenheit für längere Zeit, die Wasservorräte aufzufüllen, stehen vor allem Wegbeschreibungen oder Hinweise auf Wegweiser. Zusätzlich werden Informationen über die Orte, ihre Baudenkmäler (v.a. Kirchen) und die Landschaften gegeben. So erfährt man vieles über die Ausstattung der Kirchen und Legenden aus dem Leben Wolfgangs, die mit bestimmten Orten in Verbindung gebracht werden. Besonders informativ sind die farbig unterlegten Kästchen, die auf Höhepunkte an der Strecke hinweisen. Immer wieder empfiehlt der Autor Routen abseits der Verkehrsstraßen, auch wenn damit teilweise Umwege verbunden sind.
In gleicher Weise wird der Fahrradweg beschrieben, der abgesehen von Start- und Zielpunkt erst ab Mattighofen mit dem Fußweg identisch ist.
Der kritische Leser mag sich an mancher Formulierung etwas stoßen (?Nachdem sich weitere Wunder ereignet hatten [...]?, S.32; ?Er gehört zu einer Kirche, die wegen eines Hostienfrevels erbaut wurde [...]?, S. 94), jedoch muss man das Format und das Profil des Autors berücksichtigen.
Als einer, der von der Wallfahrt und seiner Heimat fasziniert ist, möchte er das Pilgern auf einem ?der großen Wege der Welt?, den er als ?ein Stück abendländischer Kulturgeschichte? (S.32) beschreibt, wiederbeleben und dazu ermuntern. In den Texten wird diese Leidenschaft sehr deutlich erfahrbar, z.B. wenn er bei der Landschaft, die Richtung Wolfgangsee immer schöner wird, regelrecht ins Schwärmen gerät.

Auf diese Weise kann der Pilgerführer ein hilfreicher Begleiter werden für jene, die sich auf den Weg nach St. Wolfgang am Wolfgangsee machen und dabei die Mischung aus Pilgern, Landschaften und Kulturdenkmälern erfahren wollen.

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