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Rezensionen von Siegfried:
Spannender Fantasyroman mit Tiefgang
Sturmtänzer von Matthias Daxer
Matthias Daxers „Sturmtänzer“ ist ein fesselnder Fantasyroman – und zugleich mehr als das. Unter der epischen Oberfläche entfaltet sich ein komplexes Geflecht aus Mythen, Symbolen und gesellschaftlichen Reflexionen.
Die geisterhafte Wolkenbarke, die durch sieben Welten auf Seelenfang reist, ist das zentrale Motiv dieser vielschichtigen Erzählung.
Daxer kombiniert Elemente nordischer Mythen, alpiner Sagen und antiker Götterwelten mit Kreaturen, die aus den dunklen Kosmen eines Tolkien oder Lovecraft stammen könnten – Totenflüsterer, Kehlschnürer, Schattenraben und andere Wesen zwischen Leben und Tod.
Und dann gibt es natürlich auch die Menschen - die aus der Rahmenhandlung und solche, die in die Zwischenwelten entführt wurden – Orte von alptraumhafter Düsternis und Trostlosigkeit, wie der grauenhafte Käfigturm des Avergeistes und die Wolkenbarke - ein kafkaeskes Labyrinth ohne sichtbaren Ausweg.
Unter der packenden Handlung pulsiert ein gesellschaftskritischer Unterstrom. Daxer erzählt von Diktatur und Rebellion, von Unterdrückung, Gewalt und der Hoffnung auf Befreiung – Themen von zeitloser Gültigkeit, in eine dichte, atmosphärisch aufgeladene Sprache verpackt.
Nicht alle Fragen werden beantwortet; bewusst lässt der Autor Leerstellen, die auf den zweiten Teil verweisen. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt das etwas gewöhnungsbedürftige Schriftbild – doch schon nach wenigen Seiten verliert man sich in der Handlung.
Der „Sturmtänzer“ ist ein ungewöhnlicher Beitrag zur deutschsprachigen Fantasy: poetisch, düster und zugleich von philosophischer Tiefe. Matthias Daxer gelingt es, Mythos und Gegenwart, Traum und Gesellschaftskritik zu einem intensiven Leseerlebnis zu verweben.


