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Rezensionen von Caroline :
Die Schottischen Highlands als zu Hause
Nach einem abenteurlichen Ausflug nach London kehrt Rowena MacLawry in die Highlands zurück. Die Großstadt hat sie verändert und nun ist sie bestrebt ihrer Jugendliebe Lachlan MacTier den Rücken zu kehren. Sie war lange Zeit davon überzeugt, dass sie Lach heiraten würde, jedoch hat er in ihr niemals die Frau sondern nur die jüngere Schwester gesehen.
In einem klärenden Gespräch werden die Fronten gezogen und Lachlan ist endlich frei von ihren Schwärmereien. Allerdings kann er die neu gewonnene Freiheit gar nicht richtig genießen, denn Rowena zeigt ihm die kalte Schulter und widerspricht ihm ständig. Nichts ist mehr übrig vom jungen Mädchen.
Zur Hochzeit von Ranulf und Charlotte fällt eine ganze Horde von englischen Lords und Ladies in den Highlands ein. Rowena steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der männlichen Besucher und Lachlan erkennt, dass sich seine Winnie verändert hat. Es passt ihm gar nicht, dass andere früher erkannt haben, dass Rowena nicht nur wunderschön ist sondern auch witzig und geistreich.
Damit beginnt für ihn eine Jagd auf Rowena MacLawry, die ihm niemals davon läuft, aber ihn ständig abblitzen lässt.
Wie hat es mir gefallen?
Da ich den 1. Teil wahrlich geliebt habe, das 2. Buch interessant, freute ich mich schon auf Rowenas und Lachlans Geschichte. Ich wurde nicht enttäuscht.
Rowena spielte ja bereits in den beiden anderen Büchern eine tragende Rolle - vor allem in Teil 1. Wegen ihrer Flucht nach London, muss sich Ranulf nach ihr auf die Suche machen und findet dort sein Glück. Nachdem Winnie ihre Saison in London bekommen hat, kommt sie in die Highlands zurück, um die Hochzeitsvorbereitungen zu unterstützen. Gleichzeitig möchte sie einen kultivierten, gebildeten Mann finden, der sie aus ganzem Herzen liebt.
Lachlan erkennt scheinbar zu spät, wie viel im Rowena bedeutet. Erst mühsam und langsam muss er sie überzeugen, dass sie aus den Highlands stammt und auch einen Highlander zum Mann braucht.
Diese Bemühungen sind voller schottischer Sportarten, mit vollem Körpereinsatz und den dazu gehörenden Verlockungen.
Rowena und Lachlan ergeben von Beginn an ein wundervolles Paar, das einige riesige Hürden überwinden muss. Ein Lesegenuss für alle Liebhaber von Highlandern, witzigen Dialogen und frechen Frauen, die wissen was sie wollen.
Ich hoffe doch sehr für alle, die auf Deutsch lesen, dass Teil 4 "Some like it Scot" noch übersetzt wird.
www.mariessalondulivre.at
Irgendwo in den Bergen
Monteperdido Das Dorf der verschwundenen Mädchen von Martínez Agustín
Ana und Lucia verschwinden - einfach so, von einer Minute zur anderen. Nicht aus einer anonymen Großstadt, sondern aus einem kleinen Dorf in den Pyrenäen. Hier kennt jeder jeden und somit sollte sich dieser Fall auch schnell klären lassen. Dem ist aber nicht so und erst als 5 Jahre später Ana bei einem Verkehrsunfall verletzt wieder auftaucht, kommt neuer Schwung in die Ermittlungen.
Nun werden Polizeiexperten auf den Plan gerufen, die endlich Licht ins Dunkle bringen und natürlich auch Lucia finden sollen.
Als Anas Erinnerungen keine Hinweise auf den Entführer geben, beginnen alle Bewohner des Dorfes einander wieder zu verdächtigen und zu beschuldigen.
Aber wer steckt wirklich hinter diesem Verbrechen? Lebt Lucia denn überhaupt noch?
Wie hat es mir gefallen?
Als ich den Titel und den Klappentext gelesen hatte, war mir schnell klar, dass ich das Buch unbedingt lesen muss.
Ich finde Geschichten, die in einem Mikrokosmos spielen ungemein spannend. Diese Dorf in den Pyrenäen mit dem Rücken zum Berg und verborgen vor den Augen der Welt versprach eine geheimnisvolle Story, mit seltsamen Bewohnern und ihren Geheimnissen.
Leider wurde ich recht enttäuscht und das liegt vor allem an folgenden Punkten.
Ständig wechselt der POV. Normalerweise mag ich das sehr gerne. Ich finde es interessant verschiedene Sichtweisen zu lesen, im entscheidenden Moment abzublenden, erhöht die Neugier und zwingt mich zum Weiterlesen. Allerdings gibt es hier so viele erzählende Personen, dass ich recht schnell den Faden verloren habe. Oftmals musste ich zurück blättern, um mich zu vergewissern, dass ich beim richtigen Erzähler anknüpfe.
Die erdrückende Atmosphäre dieses Bergtals kam bei mir auch nicht wirklich an. Vielleicht liegt es daran, dass ich in den Bergen aufgewachsen bin und mich deshalb diese Täler, die langen Winter und das abgeschnitten sein, nicht in dem erforderlichen Maß begeistern konnte.
Der Krimi an sich, war interessant. Gut durchdacht und vor allem, die gegenseitigen Verdächtigungen, die erfolglosen Ermittlungen der Dorfpolizei und die anderen Geheimnisse, die nun aufgedeckt werden.
Da der Autor ein erfolgreicher Drehbuchautor ist, könnte ich mir vorstellen, dass sich die Geschichte als TV Mini-Serie gut eignet.
Ein düsteres Zeitalter beginnt
Königreich der Schatten: Die wahre Königin von Sophie Jordan
Die Finsterirrdischen regieren die Welt von Relhok und nur kurz für ca. 1 Stunde zur Mittagszeit kann die Sonne ihre Strahlen ausbreiten. Seit 17 Jahren muss sich Luna schon vor dem neuen König verstecken, er hat ihre Eltern ermordet, um selbst die Macht zu erlangen. Ihr Geheimnis wird von zwei der engsten und besten Menschen gehütet.
Zu dritt leben sie Abseits und ohne Aufmerksamkeit zu erregen. Luna verlässt nur selten den sicheren Turm. Hin und wieder jedoch entzieht sie sich der liebevollen Überwachung, um die Welt zu entdecken. Bei einem dieser Ausgänge trifft sie auf Fowler, dem sie das Leben rettet und ihm und seinen zwei jungen Begleitern, Unterschlupf im Turm gewährt.
Damit verändert sich ihr ruhiges Leben komplett und sie muss große Entscheidungen treffen.
Wie hat es mir gefallen?
Ein gelungener Serienauftakt! Die Autorin führt in die finstere Welt von Relhok. Grausame Wesen leben im einst blühenden und nun lichtlosen Land. Die Natur und die Menschen leiden ohne die strahlende Sonne. Mitten drin lebt Luna mit ihren zwei treuen Begleitern. Der abgeschieden gelegene Turm beschützt sie alle, denn niemand darf wissen, dass die Tochter des richtigen Königs noch lebt. Luna ahnt, dass ihr dieses Leben nicht für immer beschieden sein wird, aber dass es sich so schnell und abrupt ändert, hätte auch sie niemals gedacht.
Fowler tritt in ihr geordnetes Dasein und bringt alles gehörig durcheinander. Zuerst findet sie ihn nicht sympathisch, denn er erweckt den Eindruck sehr egoistisch und rücksichtslos zu sein. Im entscheidenden Moment reagiert er selbstlos und damit erkämpft er sich einen Platz in Lunas Herz.
Die Geschichte wird hauptsächlich durch Luna und Fowler getragen, ergänzt wird sie vor allem durch die Beschreibungen der düsteren Welt und ihrer Geschöpfe. Die Dunkelheit hat sich über das Land gelegt, wie eine schwere Decke, die auch die Menschen unter sich begräbt und ihnen den Lebenswillen und das Mitgefühl raubt.
Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten Teil, denn die düstere Atmosphäre und der Handlungsverlauf haben mich in ihren Bann gezogen.
Charlotte, die geheimnisvolle anu
Token von Kay Jones
Charlotte weiß, dass sie anders ist. Sie hat Visionen, die sie unheimlich quälen. Visionen, die manchmal die Vergangenheit zeigen aber manchmal auch die Zukunft. Diese sind oft so unheimlich und realistisch, dass Charlotte Probleme hat, sie auf Dauer abzuschütteln. Lange war sie einsam und ohne Freunde oder Vertraute.
Erst Tyler kann ihr Geheimnis lüften und steht ihr immer bei. Sein Halt gibt ihr die Kraft, sich ihren Visionen zu stellen, auch als vergessene Erinnerungen in ihr aufkommen.
Wie hat es mir gefallen?
Die Erzählerin ist Charlotte, die uns anfangs über ihr Leben erzählt. Sie wechselt dabei öfter zwischen der realen Welt und einer fiktiven, aus mythischen Geschichten.
Mit Tyler steht ihr ein wahrer Freund zur Seite. Ein gut aussehender Nerd, dem ich recht schnell verfallen bin.
Bei den weiteren Figuren ist es nicht so einfach zwischen gut und böse zu unterscheiden. Diese Ungewissheit macht die Geschichte interessant und sehr komplex.
Dabei muss ich noch eine Kleinigkeit erwähnen - ich wusste immer schon, dass die Kathedrale von Amiens geheiligter Boden ist. (Zur Erklärung, meine Mama ist dort aufgewachsen und ich kenne diese Kirche in und auswendig.)
Die Story ist rasant und vor allem der Wechsel der Schauplätze gibt ihr das gewisse Extra. Das Ende ist explosiv und überraschend.
Wie lernt man jemanden kennen?
Den Mund voll ungesagter Dinge Roman. 06.03.2017. Paperback. von Freytag Anne
Sophie ist fast 18 Jahre alt und hat keine Wahl. Da ihre Mutter niemals Teil der kleinen Familie war, bzw. es nicht sein wollte, beschließt ihr Vater zu seiner Freundin Lena nach München zu ziehen. Zwar hält Alex nicht sehr viel in Hamburg seit ihr allerbester Freund der Liebe wegen nach Paris gegangen ist.
Aber begeistert über den Umzug ist sie auch nicht. So kurz vor dem Abitur in eine neue Schule zu wechseln, entspricht nicht dem Versprechen, das ihr Vater gegeben hat. Wird sie sich im neuen zu Hause bei Lena und deren zwei Söhnen auch willkommen fühlen? Kann sie ihr altes Ich zurücklassen und einen Strich unter ihrer Vergangenheit ziehen und in München einen Neuanfang wagen? Ist ein Neustart überhaupt notwendig? Fragen, die sie sich stellt und die ihr im Kopf herumschwirren.
Wie hat es mir gefallen?
Vorab - ich denke, jeder sollte sich den Vergleich mit "mein bester letzter sommer" sparen. Die zwei Geschichten könnten nicht unterschiedlicher sein. Sie haben nur das Genre gemeinsam und die Autorin, aber sonst nichts mehr.
Die Geschichte greift neben einem Tabuthema (ein Wort, das mir persönlich überhaupt nicht gefällt, denn es sollte keine Tabus in dieser Hinsicht geben) auch das Thema Erwachsen werden auf.
Sophie ist eine vielleicht nicht ganz typische fast 18 jährige junge Erwachsene. Sie schlägt sich mit üblichen Problemen herum, aber gleichzeitig fragt sie sich selbst, ob sie nicht einfach nur recht seltsam ist. Sie macht Dinge, die sie im nachhinein mehr als nur bereut. Die neue Familie, mit Vater, (Stief)Mutter und zwei (Stief)Brüdern überfordern sie. Ihr Kopf ist voller unbeantworteter Fragen und sie vertraut niemandem außer ihrem besten Freund, den sie leider nur via Skype sprechen kann. Sie hat einfach das Gefühl völlig auf sich alleine gestellt zu sein. Selbst ihr Vater entgleitet ihr immer mehr, zumindest empfindet sie es so. Seine Freundin Lena versucht Sophie in die Familie zu integrieren. Das fällt ihr aber nicht so leicht.
Alex ist die gleichaltrige Tochter der Nachbarsfamilie. Sie besuchen die gleiche Schule und ganz langsam entsteht sowas wie eine Freundschaft. Beide Mädchen sind darauf bedacht nicht zu viel von sich selbst preis zu geben, um nicht verletzt zu werden.
Zwar sind seit meiner Teenager Zeit schon einige Jährchen ins Land gezogen, aber die Gefühle und Gedanken, die ich damals hatte, sind immer noch präsent. Denn nur weil man erwachsen wird, ändern sich manche Fragen nicht. So zum Beispiel die wichtige Frage "Wie lerne ich jemanden kennen?" Ist das etwas, das wir als Kinder im Kindergarten oder in der Schule lernen und damit niemals wieder vergessen? Wieso fällt es mir jetzt als Frau von 45 Jahren dennoch so schwer Freundschaft zu schließen.
Woher erlernt frau es Mutter zu sein, wenn frau selbst niemals eine Mutter hatte? Gibt es ein Muttergen, das sich im richtigen Moment entwickelt?
Wie merke ich, dass ich "normal" bin? Was ist denn eigentlich normal? Dafür hätte ich wahnsinnig gerne so was wie einen Leitfaden, mit Punkten, die ich abhacken kann, um nicht aufzufallen.
Die Geschichte bewegt auf jeden Fall. Egal, ob normal oder seltsam. Mich hat sich dazu angeregt, über eigentlich einfache Fragen, nachzudenken. Mich selbst und meine Entscheidungen zu hinterfragen, um schließlich zu Erkenntnis zu kommen, dass es gut ist, wie es ist.
Vielen Dank an den Verlag für das Überraschungspaket mit diesem ganz besonderen Buch.
Mutige Frauen auf dem Weg in eine ungewisse Zukunft
Über uns der Himmel, unter uns das Meer von Jojo Moyes
Der zweite Weltkrieg ist vorbei und überall wird versucht einen Alltag wiederzufinden.
Das Ende des Krieges ist für viele australische Frauen ein Neubeginn. Sie haben während des Krieges englische Soldaten geheiratet. Oft kannten sich die zwei Menschen nur wenige Tage und schlossen den Bund fürs Leben recht überhastet.
Der letzte Transport der Kriegsbräute erfolgt auf der HMS Victoria. Ein umgebauter Flugzeugträger, der 600 Frauen in 6 Wochen von Australien nach England bringen soll.
So begegnen sich auf sehr begrenztem Platz Frauen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten, die alle den gleichen Traum träumen: eine stabile Zukunft mit einem Mann, den sie kaum kennen. Mit Familien, die ihnen nicht immer wohlwollend entgegen kommen werden. Kann die Liebe solche Hindernisse, die Zeit und den Krieg überwinden?
Wie hat es mir gefallen?
Nach Anlaufschwierigkeiten auf Grund des Prologs flogen die Seiten nur so dahin.
Das Thema der Kriegsbräute kannte ich bisher nur von den USA und da die Autorin in ihrer Einleitung auch schrieb, dass ihre Grossmutter einer dieser Bräute war, musste ich natürlich sofort nachgooglen. Ich bin immer sehr neugierig und konnte dort einiges Wissenswertes erfahren.
Die Geschichte ist fiktional, fußt aber auf historischen Tatsachen. Solche Stories gefallen mir oft sehr gut. So auch in diesem Fall.
Im Mittelpunkt stehen 4 Frauen, die sich eine Kabine teilen müssen. Margaret, eine junge Frau, die auf einer Farm aufgewachsen ist und ein Baby erwartet. Sie ist eine Frohnatur, die immer versucht die düsteren Gedanken ihrer Mitreisenden zu verscheuchen.
Avice, ein Mädchen aus gutem Hause, die nicht versteht, warum sie mit solchen Frauen 6 Wochen im selben Zimmer verbringen muss.
Jean, erst 16 Jahre alt, naiv und ungebildet, aber immer zu Scherzen und derben Sprüchen aufgelegt.
Frances, eine Krankenschwester, die sich immer zurückzieht und sich sehr reserviert zeigt.
Die Schwierigkeiten an Bord ergeben sich nicht nur aus dem Aufenthalt so vieler Frauen, sondern auch, dass sich natürlich Männer dort befinden. Die Geschlechter sollen getrennt sein, da sich solch ein Benehmen in der Royal Navy natürlich nicht schickt. Aber es lassen sich Kontakte nicht vermeiden und der Captain sieht sich mit Problemen konfrontiert, die er in 45 Jahren auf See niemals zu lösen hatte.
Womit ich mehrmals zu kämpfen hatte, war die Einstellung zu Frauen damals. Frauen verachtend, nicht nur von den Männern sondern auch von den Geschlechtsgenossinnen. Das schlug mir richtig auf den Magen.
Wieder hat die Autorin es geschafft, mich mit diesem Buch zu fesseln und zu begeistern.
Eine klare Empfehlung für Leser, die gerne Fiktion mit historischen Tatsachen verknüpft sehen.
Langatmig, unglaubwürdig
Fremd von Ursula Poznanski; Arno Strobel
Joanna freut sich auf einen netten Abend in ihrem Haus, als plötzlich ein fremder Mann in ihrem Wohnzimmer steht. Dieser behauptet doch glatt, sie wären verlobt und würden hier gemeinsam wohnen. Da Joanna überhaupt keine Erinnerung hat und es im Haus auch nicht so aussieht, als ob auch ein Mann dort wohnen würde, flippt sie natürlich vollkommen aus und möchte den Fremden sofort loswerden.
Ihre beste Freundin Ela bestätigt ihr am nächsten Tag die Geschichte und erklärt ihr, dass Erik tatsächlich die Liebe ihres Lebens ist.
Joanna - zuerst überzeugt, dass sie recht hat - beginnt an sich selbst zu zweifeln, deshalb macht sie sich gemeinsam mit Erik auf, ihre Gedächtnislücken zu füllen. Mit den Tagen, die folgen geschehen immer mehr seltsame Dinge und schließlich müssen die zwei akzeptieren, dass ihr Leben auf dem Spiel steht.
Wie hat es mir gefallen?
Kurz und bündig: leider nicht mein Fall!
Die Ausgangssituation klingt total spannend, verwirrend und deshalb wollte ich wissen, was es damit auf sich hat. Um dies genau zu erklären, fühlten sich für mich die ersten 140 Seiten wie 1000 Seiten an. Erst da nahm die Geschichte Fahrt auf und wurde auch richtig gehend rasant.
Der Schluss jedoch hat mich zutiefst enttäuscht und mir die Haare zu Berge stehen lassen. Das unglaubwürdige Ende entsprach überhaupt nicht meinen Erwartungen, denn ich kenne einige Bücher von Arno Strobel, deshalb weiß ich um die Qualität des Autors.
Die abwechselnde Perspektive fand ich ausgesprochen gelungen. So erhielt man als Leser viele Informationen und konnte manche Handlungen besser verstehen. Am besten fand ich Joanna und ihre Zweifel. Ihr Leben wird völlig auf den Kopf gestellt. Sie macht Dinge, die ihr überhaupt nicht entsprechen.
Dieser Pluspunkt kann aber meinen Gesamteindruck nicht verbessern.
Spontane Reise nach Paris
Fremd von Ursula Poznanski; Arno Strobel
Allyson ist die perfekte Tochter. Bevor sie zum Medizinstudium aufs College geht, schenken ihr ihre Eltern eine Rundreise durch Europa. Gemeinsam mit ihrer Freundin besucht sie Rom, Budapest, Wien, Berlin und London. Nur Paris muss auf Grund von Streiks ausfallen. In der Shakespeare Stadt Stratford-upon-Avon entscheiden sie sich kurzfristig die Hamlet Aufführung der Royal Shakespeare Company gegen eine wilde Strassenaufführung von "Was ihr wollt.
" Der Hauptdarsteller hinterlässt unglaublichen Eindruck und wie es der Zufall so will, begegnen sie sich im Zug nach London wieder. Willem spricht sie an und sie beschließen gemeinsam einen Tag in Paris zu verbringen. Dieser eine Tag prägt sich Allyson so stark in die Erinnerung, dass sie Willem trotz seines überraschenden Weggangs, nicht vergessen kann. Lange Zeit versucht sie ihn zu vergessen, in ihrem Studium ist sie nicht so erfolgreich wie gedacht und sie stellt ihr gesamtes Leben in Frage.
Meine Meinung:
Eine sehr ungewöhnliche Geschichte, die mich überrascht hat. Es ist keine typische Liebesgeschichte.
Allyson erstickt beinahe an den Erwartungen ihrer Eltern. Selbst die Europareise kann sie nicht wirklich begeistern. Erst als sie Willem kennen lernt und diesen einen Tag in Paris verbringt, beginnen sich bei ihr Dinge in Bewegung zu setzen. Sie braucht Zeit, um zu erkennen, wer sie ist und wo sie hin will. Auch gegen die Widerstände ihrer Mutter, beginnt sie neue Wege zu beschreiten.
Willem bleibt in diesem Buch im Schatten. Er lockt zwar Allyson aus ihrem Schneckenhaus, aber seine diversen Frauenbekanntschaften - selbst in Paris - machen ihn irgendwie zum Hallodri, aber ein sympathischer. Aber ich bin sehr froh, dass ich nun seine Geschichte lesen kann, denn es blieben doch sehr viele Fragen ungeklärt.
Was mir auch gut gefallen hat, war der Schauplatz. Ich liebe Paris, aber hier sind nicht die typischen Touristenziele im Mittelpunkt. Die zwei kommen durch ungewöhnliche Stadtteile von Paris und dennoch konnte ich mich dem Charme der Stadt nicht entziehen.
Sympathische ungewöhnliche Gesichte rund um das Wort
Die Sehnsucht des Vorlesers von Didierlaurent Jean-Paul
Guylain Vignolles nimmt jeden Tag um 6 Uhr 27 die U-Bahn, um zu seiner Arbeitsstelle zu kommen. Dabei sitzt er immer auf dem selben Platz und liest vor. Keine langen und zusammenhängende Werke sondern seine Schätze, die er der Zerstör entrissen hat. Die Zerstör verdient ihren Namen: Sie zerstört Bücher, um daraus Papierbrei und neues Papier zu machen.
Wenn er Seiten, die die Maschine nicht erwischt, mit nach Hause nimmt, erlebt er seine eigene kleine Rebellion. Seine Freunde Guiseppe und Yvon reißen ihn aus seinem gewöhnlichen Alltag.
Sein Leben hat einen Rhythmus und er scheint gefangen. Bis er einen roten USB Stick findet. Darauf entdeckt er eine Geschichte, die so ungewöhnlich ist, dass er wissen möchte, wer sie verfasst hat.
Meine Meinung:
Mit diesem Buch habe ich wieder einmal unter Beweis gestellt, dass ich ein leichtes Opfer für schöne Cover, Titel und Klappentexte bin.
Das Buch wurde bezeichnender Weise aus Recycling Papier hergestellt, das finde ich äußerst passend.
Die Geschichte ist nicht gerade extra lang und dennoch gelingt es dem Autor mit äußerst ungewöhnliche Figuren zu punkten.
Allen voran wäre da Guylain, der seinen Job hasst, mit einem Goldfisch seine Wohnung teilt und seine Mutter belügt. Der komplett durchschnittlich erscheint, aber täglich in der U-Bahn laut vorliest. Eigentlich tut er das ohne Hintergedanken oder Absichten, aber er verändert dadurch das Leben anderer.
Seine ehemaliger Arbeitskollege Guiseppe, der nach einem tragischen Unfall beide Beine verloren hat und jetzt in einem Rollstuhl auf einer geheimnisvollen Suche ist.
Yvon arbeitet mit Guylain zusammen und sein Gedächtnis ist phänomenal, genauso wie seine Erscheinung, wenn er aus diversen klassischen Theaterstücken rezitiert.
Eigentlich könnte damit die Geschichte recht langweilig sein, aber weit gefehlt. Sie überzeugt durch witzige Ideen, kluge Bemerkungen, Weisheiten und Sprüche, die niemals lehrhaft wirken sondern einem ein Lächeln ins Gesicht zaubern und manches Mal auch lauthals auflachen lassen.
Die kleine Liebesgeschichte, die in der Beschreibung angedeutet wird, streckt tatsächlich ihre zarten Fühler aus.
Sie liest sich leicht, denn sie versucht nicht mit lauten oder schrillen Phrasen zu prahlen, sondern mit einfachen Sätzen über normale Menschen, die ein wenig skurril anmuten, die mich mit ihrem Charme in ihren Bann gezogen haben.
Ein Buch für ruhige Stunden!
Bittersweet Symphony
Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag
Als Tessa erfährt, dass sie nur mehr ein paar Wochen bestenfalls ein paar Monate zu leben hat, zieht sie sich in ihr Zimmer zurück und wartet auf den Tod.
Sie wartet, so wie sie früher auf den perfekten Moment gewartet hat, perfekt um einen Jungen zu küssen, perfekt um auf die richtige Uni zu gehen.
Alles sollte immer perfekt sein, genau wie sie, die alles richtig gemacht hat und jetzt feststellen muss, dass ihr all die wichtigen Momente durch die Finger geglitten sind.
Als Oskar in ihr Leben tritt, stellt er alles auf den Kopf. Er ist der perfekte junge Mann, doch Tessa glaubt, er käme zu spät. Sie will nicht, dass er ihr beim Sterben zusieht.
Da hat sie die Rechnung ohne Oskar gemacht, denn der sieht bis in den letzten Winkel ihres kranken Herzens und erlebt mit ihr viele perfekte Momente.
Meine Meinung:
An alle zukünftigen Leser/Leserinnen - legt euch eine große Packung Taschentücher bereit, denn ohne wird es kaum gehen.
Selbst jetzt Stunden nachdem ich das Buch gelesen habe, steigen mir Tränen in die Augen, wenn ich an die Geschichte denke.
Natürlich ist sie traurig, aber es ist nicht nur dieses Gefühl, das mich überfällt, sondern auch die Liebe, die in jedem Wort zu fühlen ist.
Tessa und Oskar finden einander im allerletzten Augenblick. Das Leben war nicht gerade fair zu Tessa, aber im Endspurt trifft sie Oskar und damit die wahre Liebe ihres Leben. Gemeinsam schaffen sie sich viele wundervolle schöne Momente, denn sie wissen ihre Zeit ist begrenzt. Trotz all der Liebe gibt es auch Streitigkeiten und extrem ehrliche Wortwechsel, die mich auch in ihren Bann gezogen haben. Denn vor allem im Angesicht des Todes muss man die Wahrheit schonungslos sagen und nichts zurück halten.
Ausnahmsweise möchte ich auch das Buch an sich erwähnen. Es ist tatsächlich eine ganz besondere Ausgabe. Neben dem schönen Cover, das einfach und nicht überladen ist, hat mich das Innenleben berührt. Vorne erahnt man aus der Landkarte, welchen Weg Tessa und Oskar gemeinsam nehmen und hinten ergänzt eine Playlist die Handlung. Die meisten Lieder kannte ich nicht, aber sie passen sehr gut zur Erzählung.
Ein kleiner Tipp neben den Taschentüchern, ladet euch die Lieder vorab herunter und spielt sie an, zum richtigen Zeitpunkt. Das werde ich beim Wiederlesen machen.
Ich durfte die Autorin letztes Jahr in Berlin bei der LLC kennen lernen. Sie war voller Witz und lustig, dass ich es mich noch zusätzlich beeindruckt, dass sie ein so "trauriges" Thema gefühlvoll verpackt, aber auch immer mit Humor und einem klaren JA zum Leben.









