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Rezensionen von April1985 :

Edingburgh und seine dunklen Geheimnisse

Anatomy von Dana Schwartz

Mit 'Anatomy - Eine Liebesgeschichte' habe ich das Jahr 2022 tatsächlich noch mit einem Highlight beendet. Die Geschichte ist besonders und außergewöhnlich. Eine Regency Romance und zugleich ein Thriller mit feministischen Elementen. Bereits das Cover hat mich fasziniert - makaber und anmutig zugleich.

Ich musste es einfach lesen. Wenn ihr wissen wollt, warum mir das Buch so gut gefallen hat, lest gerne weiter.

Edingburgh und seine dunklen Geheimnisse...

Als ich den Klappentext das erste Mal gelesen habe, war ich mir eigentlich schon sehr sicher, dass mir Dana Schwartz düstere Regency Romance sehr gut gefallen wird. Und ich sollte Recht behalten. Nicht nur dass Dana Schwartz Schreibstil sehr einnehmend, unkompliziert und unglaublich bildhaft ist, auch die Handlung hat mich begeistert. Die Autorin nimmt uns mit ins Jahr 1817 nach Edinburgh, wo wir auf die 17-jährige Lady Hazel Sinett treffen. Hazels großer Traum ist es Medizin zu studieren und Chirurgin zu werden - für Frauen zur damaligen Zeit undenkbar. Als junger Student verkleidet schummelt sich Hazel in eine Vorlesung. Hazels Schwindel fliegt zwar auf, sie kann allerdings Kontakt zu dem berühmten Chirurgen Professor Dr. Beecham knüpfen. Die beiden gehen einen Handel ein. Sollte Hazel die medizinische Aufnahmeprüfung bestehen ohne die Vorlesungen zu besuchen, wird sie zum Studium der Medizin zugelassen. Doch wie soll man ohne Übungsmaterial lernen? Auferstehungsmann Jack Currer beschließt Hazel zu helfen und Hazel mit Leichen zu versorgen. Als Hazel bei der Obduktion Unstimmigkeiten auffallen, die nicht zur offiziellen Todesursache passen, ahnt sie noch nicht, welche dunkle Geheimnisse Edinburgh verbirgt.

Ich war von Seite 1 an komplett gefesselt von der Handlung, die sich in keine Schublade stecken lässt. Das Buch ist historisch, Liebesgeschichte, Krimi und hat auch kleine Mysteryelemente. Hazels Leidenschaft für die Medizin und ihre Forschungen stehen im Fokus. Dabei wird es mitunter schon mal ziemlich blutig und makaber, wenn wieder einmal ein Leichnam ins Anwesen der Sinetts geliefert wird oder Lady Hazel Herzen seziert. Unterbrochen wird die Handlung immer wieder durch kleine Einschübe aus Dr. Beechams medizinischer Abhandlung, welche für einen noch tieferen Einblick in die Medizin der damaligen Zeit sorgen.

Als Menschen verschwinden, manche nur mehr im Sarg, andere nicht mehr ganz vollständig wieder auftauchen, beginnt Hazel ganz 'Sherlock Holmes'-like Ermittlungen anzustellen, nichts ahnend welcher Gefahr sie schon bald gegenüber steht.

Neben der Liebe zur Medizin und Hazels detektivischer Recherche steht auch die aufkeimende Liebe zwischen Hazel und Auferstehungsmann Jack. Manch junge Lady mag es wenn der Verehrer mit einem Strauß Rosen an der Tür klingelt. Nicht so Hazel, sie weiß Jacks besondere Vorzüge als Leichenbeschaffer zu schätzen. Die Liebe ist nicht nur aufgrund der Standesunterschiede unziemlich und verboten, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass Lady Hazel eigentlich bereits ihrem Cousin zur Ehe versprochen ist. Aber Hazel setzt auch hier ihren Kopf durch und so nähern sich Hazel und Jack langsam an. Mir hat Entwicklung sehr gut gefallen. Vorallem auch, da dieser romantische Part die restliche Handlung nicht verdrängt hat.

So überraschend, wendungsreich und vielschichtig wie die Handlung sind auch die Charaktere. Zu Hazel brauche ich glaub ich nicht mehr viel schreiben. Die junge Lady weiß was sie will, sie ist klug, hat Kampfgeist ist erfrischend unkonventionell und setzt sich über die Gepflogenheiten ihrer Zeit hinweg. Hazel ist auch mehr oder weniger auf sich alleine gestellt. Die Beziehung zu ihrer alleinerziehenden Mutter schwierig, trauert diese noch dem Tod des ältesten Sohnes hinterher. Ihre Fürsorge gilt zudem hauptsächlich dem Gesundheitszustand des jüngsten Sinnett-Sprosses. Die Abwesenheit ihrer Mutter ist es aber auch, welche Hazel für ihre Studien zu Gute kommt.

Auch Jack mochte ich total gerne. Im Gegensatz zu Hazel stammt Jack aus ärmlichen Verhältnissen. Seine Anstellung im Theater kann er aufgrund des grassierenden römischen Fiebers nicht ausüben, weshalb er sich Geld als Beschaffer von Leichen für die Universität verdient. Er führt ein gefährliches Leben an der Grenze zur Legalität und pendelt zwischen Herrenhäusern und Friedhöfen hin und her.

Neben Hazel und Jack begegnen wir noch zahlreichen anderen Charakteren. Die einen mehr, die anderen weniger sympathisch und wieder andere sorgen für völlig unerwartete Überraschungen.

Dana Schwartz weiß wie sie Spannung aufbauen muss. Mich hatte sie zumindest am Haken. Vorallem die zweite Hälfte hatte es ziemlich in sich. Die Auflösung des Ganzen hat mich dann ziemlich überrascht, auch wenn meine Vorahnung schon in diese Richtung ging. Am Ende hat Dana Schwartz mein Herz zerschmettert. Wird es eine Fortsetzung geben? Ich hoffe es!

Fazit

Dana Schwartz 'Anatomy' war ein würdiger Abschluss des Lesejahres 2022. Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte angesiedelt zwischen Tanzveranstaltungen der gehobenen Gesellschaft, blutigen Seziertischen, Operationssälen und dunklen Friedhöfen im vom römischen Fieber heimgesuchten Edinburgh des Jahres 1817. Dana Schwartz hat mich auf ganzer Länge überzeugt und ich fiebere einer Fortsetzung entgegen.

Wenn du düster gruselige Geschichten im Stil von Mary Shelley magst, dann kann ich dir 'Anatomy - Eine Liebesgeschichte ' sehr empfehlen.

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8 Frauen

Miss Kim weiß Bescheid von Nam-joo Cho

Das Hörbuch zu 'Kim Jiyoung' geboren 1982 habe ich letztes Jahr in einem Rutsch durchgehört. Ich war daher schon sehr auf den Nachfolger gespannt. Leider konnte mich 'Miss Kim weiß Bescheid' nicht ganz so fesseln.

Sprachlich konnte mich die Kurzgeschichtensammlung vollends überzeugen.

Klar und nüchtern portraitiert Cho Nam-Joo das Leben und Schicksal von 8 Frauen unterschiedlichen Alters und geht dabei auf das Rollenbild der Frau bzw. die Lebensweise und Kultur in Südkorea ein. Es finden sich Thematiken wie Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz, Gewalt in der Beziehung, sexuelle Belästigung, aber auch wie die 'südkoreanische Familie' richtig zu funktionieren hat und den Ausbruch aus den vorgegeben Normen.
Leider konnten mich nicht alle Geschichten gleichermaßen begeistern. Zu manchen fehlte mir einfach der Zugang. Einige werden mir mehr, andere weniger in Erinnerung bleiben.

Wem das erste Buch der Autorin gefallen hat, wird auch an diesem Folgeband Freude finden. Für Zwischendurch war das Buch auf jeden Fall sehr gut zu hören.

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Der Trojanische Krieg aus weiblicher Sicht

Elektra, die hell Leuchtende von Jennifer Saint

Ich liebe Geschichten mit mythologischem Hintergrund und die griechische Götterwelt. Von Elektra, der Tochter des namhaften Herrschers Agamemnon hatte ich zuvor tatsächlich noch nichts gehört bzw. gelesen, was Jennifer Saints Roman natürlich noch spannender für mich gemacht hat. Ich bin daher sehr enthusiastisch in die Geschichte gestartet und habe überrascht festgestellt, dass es gleich drei Protagonistinnen sind, von denen die Geschichte Trojas erzählt wird.

Elektra, welche die Heimkehr ihres Vaters Agamemnon herbeisehnt, Klytaimnestra, die Schwester Helenas von Troja und Agamemnons Ehefrau, die nach einer großen Untat Rache an ihrem Mann sinnt und Kassandra, Prinzessin von Troja und Priesterin Apollons, welche von Agamemnon als Kriegsbeute verschleppt wird. Drei einzigartige Frauen, deren Schicksal eng miteinander verbunden ist.

Jennifer Saint erzählt die Geschichte des Trojanischen Krieges abwechselnd aus der Sicht von Elektra, Klytaimnestra und Kassandra und das auf eine sehr emotionale Art und Weise. Die Autorin beleuchtet die Seite der Frauen, die im Krieg zurück geblieben sind. Die den Untaten der Männer und Launen der Götter ausgesetzt sind und diesen trotzen. Dabei ist mir besonders Klytaimnestras Schicksal und der Verlust ihrer Tochter Iphigenie, welche das erste Opfer des Krieges wurde, sehr nah gegangen. Ihr Schicksal hat mich am meisten bewegt und es ist auch jenes, welches den größten Teil des Romans einnimmt. Doch auch das Los von Priesterin Kassandra, deren Visionen niemand Glauben schenkt, hat mich sehr bewegt. Die titelgebende Elektra ist hinter den beiden erstgenannten Frauen leider etwas zur Randnotiz verblasst, weshalb ich die Titelwahl auch nicht so ganz nachvollziehen kann. Doch auch ihre Rolle ist natürlich wichtig für das große Ganze.

Mich hat diese außergewöhnliche Nacherzählung über den Trojanischen Krieg und besonders die weibliche Ansicht mit all ihren Facetten gepackt. Jennifer Saint schreibt sehr einnehmend und mitreißend. Die Kapitel sind dabei eher kurz gehalten und laden dazu ein einfach immer weiter zu lesen und ganz tief in der Vergangenheit zu versinken.

Gerne empfehle ich das Buch weiter. Und es wird auch bestimmt nicht mein letztes Buch von Jennifer Saint sein.

Fazit

'Elektra - Die hell Leuchtende' erzählt die doch sehr bekannte Geschichte des Trojanischen Krieges aus Sicht der Frauen - Königin Klytaimnestra, Priesterin Kassandra und eben der titelgebenden Prinzessin Elektra. Mich hat das Buch nach einer kleinen Eingewöhnungsphase total abgeholt und ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen.

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Die Autorin hält uns den Spiegel vor

Unsre verschwundenen Herzen von Celeste Ng

Mein erstes Buch im Jahr 2023 sollte für mich eine Autorinnenpremiere werden. Fest steht, dass ich Celeste Ng definitiv im Auge behalten werde, auch wenn 'Unsre verschwundenen Herzen' kein Highlight geworden ist.

Die Autorin hält uns den Spiegel vor...

Celeste Ng's Dystopie schrammt verdammt nah an der Realität vorbei.

Wir befinden uns in den USA der Zukunft, welche geschwächt von der Wirtschaftskrise seine Macht wieder zurück erlangen will. Dazu gehört auch, dass jegliches anti-amerikankische Gedankengut ausgelöscht werden soll. Vorallem Menschen mit asiatischer Herkunft und Abstammung werden diskriminiert, gibt man ihnen die Hauptschuld an der großen Krise. Ein Gesetz namens PACT ermöglicht es zum Beispiel, dass Kinder gewaltsam aus Familien gerissen werden, die "anders" denken oder gegen den Staat agieren, um sie im Anschluss umzudrehen. Der 12-jährige Bird wächst bei seinem Vater auf, nachdem seine Mutter ihn vor Jahren ganz plötzlich verlassen hat. Bird hat es nicht leicht, da auch er asiatische Vorfahren hat. Als Bird eine rätselhafte Botschaft von seiner Mutter erhält, beschließt er sich auf die Suche zu machen. Er möchte endlich Antworten und wissen, warum sie ihn alleine zurück gelassen hat. Seine Suche führt ihn von alten japanischen Märchen, verbotenen Büchern und Buchhandlungen zu den "verschwundenen Herzen" - eine Widerstandsbewegung, die irgendwie mit seiner Mutter zusammenhängt.

Mir hat Celeste Ng's Roman wirklich gut gefallen. Die Autorin schreibt sehr poetisch und weiß zu fesseln, wobei mich vorallem das erste und das letzte Drittel besonders mitreißen konnten. Besonders die Einflechtung des japanischen Märchens 'Der Junge der Katzen malte' und die Liebe zu Büchern und Gedichten haben mir sehr gut gefallen. Die Elemente begleiten durch die gesamte Geschichte. Gedichte als plakative Protestschreie und Bibliotheken als Orte des Widerstandes in einer Zeit der Bücherverbote. Ich liebe es wie die Macht der geschriebenen Wörter hier regelrecht aufblüht. Es geht aber auch um Familie, die Beziehung einer Mutter zu ihrem Sohn und einen Jungen, der seinen Weg erst noch finden muss.

'Unsre verschwundenen Herzen' ist vorallem auch sehr gesellschaftskritisch, in großen Teilen erschreckend, sehr emotional und aktuell. Ich habe Bird unglaublich gerne begleitet. Im zweiten Teil des Buches kommt eine weitere Perspektive dazu, welche ich sehr aufschlussreich und spannend fand. Das Ende hat mich wiederum sehr berührt und hallt auch definitiv noch länger nach.

Fazit

Mit 'Unsre verschwundenen Herzen' hat Celeste Ng einen sehr gesellschaftskritischen Roman geschrieben, den ich gerne gelesen habe. Es geht um Diskriminierung, Rassismus, Manipulation und die Einschränkung der Meinungsfreiheit. Im Zentrum steht ein 12-jähriger Junge, der sich auf die Suche nach seiner Mutter macht und auf seiner Reise von Gedichten und einem japanischen Märchen begleitet wird. Auf der einen Seite erschreckend, auf der anderen sehr berührend, regt der Roman sehr zum Nachdenken an und hallt definitiv nach.

Empfehlung, für all jene, die gerne besondere Dystopien mit Realitätsbezug lesen.

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Der Wahnsinn der Weihnachtszeit

Ein Alman feiert selten allein (ungekürzt) von Aylin Atmaca

Was für ein großartiges und witziges Buch! Aylin Atmaca hat mir die Vorweihnachtszeit richtig schön versüßt. Ich habe 'Ein Alman feiert selten allein' als Hörbuch gehört, welches super vertont ist. Ich konnte mich richtig schön in die Geschichte fallen lassen und ich musstw sehr oft, sehr laut und herzhaft gelacht.

Die Listenliebe der Deutschen, WhatsApp als Instrument des Teufels und Familienmitglieder, die kein Fettnäpfchen auslassen - Aylin Atmaca schreibt kabarettreif und urkomisch. Die Autorin mit den türkischen Wurzeln hat sich dabei von ihren eigenen Erfahrungen inspirieren lassen und nimmt 'das deutsche Weihnachtsfest' ordentlich aufs Korn. Dabei bleiben Klischees natürlich nicht aus. Ich konnte mich selbst aber auch in einigen Situationen wieder finden und musste mehrmals über mich selbst den Kopf schütteln. Die Schilderungen über den Weihnachtswahnsinn bzw. die Vorbereitungen haben mir die Zeit vor Weihnachten versüßt und ganz viel Stress rausbekommen. Ein kleines und feines Highlight, welches ich gerne weiterempfehle.

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Der Wahnsinn der Weihnachtszeit

Ein Alman feiert selten allein von Aylin Atmaca

Was für ein großartiges und witziges Buch! Aylin Atmaca hat mir die Vorweihnachtszeit richtig schön versüßt. Ich habe 'Ein Alman feiert selten allein' als Hörbuch gehört, welches super vertont ist. Ich konnte mich richtig schön in die Geschichte fallen lassen und ich musstw sehr oft, sehr laut und herzhaft gelacht.

Die Listenliebe der Deutschen, WhatsApp als Instrument des Teufels und Familienmitglieder, die kein Fettnäpfchen auslassen - Aylin Atmaca schreibt kabarettreif und urkomisch. Die Autorin mit den türkischen Wurzeln hat sich dabei von ihren eigenen Erfahrungen inspirieren lassen und nimmt 'das deutsche Weihnachtsfest' ordentlich aufs Korn. Dabei bleiben Klischees natürlich nicht aus. Ich konnte mich selbst aber auch in einigen Situationen wieder finden und musste mehrmals über mich selbst den Kopf schütteln. Die Schilderungen über den Weihnachtswahnsinn bzw. die Vorbereitungen haben mir die Zeit vor Weihnachten versüßt und ganz viel Stress rausbekommen. Ein kleines und feines Highlight, welches ich gerne weiterempfehle.

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Perfekt für den Advent

Love Songs in London - All I (don't) want for Christmas von Tonia Krüger

'All I (don't) want for Christmas' hat mir die Adventszeit ziemlich versüßt und mich richtig schön auf Weihnachten eingestimmt. Dabei war ich mit anfangs gar nicht sicher, ob ich weiter lesen möchte, denn Protagonist Liam hat es mir nicht leicht gemacht. Er war mir einfach zu abgehoben und vorallem zu herablassend.

Ich muss auch gestehen, dass ich nach wie vor nicht nachvollziehen kann, dass sich Febe auf die Fake-Beziehung mit ihm eingelassen hat. Geldnot hin oder her. Aber es sei wie es sei und letztlich war es auch gut, dass es so gekommen ist. Denn die weitere Entwicklung hat mir richtig gut gefallen.

'All I (don't) want for Christmas' ist ein schöner weihnachtlicher Liebesroman mit allem was dazu gehört. Plätzchen backen, Küsse unterm Mistelzweig und das alltägliche Familienchaos. Und auch das Fake-Dating-Trope, welches ich seit Ali Hazelwood liebe, finde ich toll umgesetzt.

Ich kann das Buch allen romantischen Herzen empfehlen, die gerne weihnachtliche Romane lesen und Shakespeare genau so feiern wie Protagonistin Febe.

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So machen Klassiker Spaß

Das Gespenst von Canterville (Weltliteratur und Musik mit CD und zum Streamen) von Henrik Albrecht; Oscar Wilde

Ich kannte die 'Weltliteratur & Musik'-Reihe bislang nicht. Daher war ich sehr gespannt auf die Umsetzung und ob das Konzept funktioniert. Und was soll ich sagen? Ich bin absolut begeistert.

Hendrik Albrecht hat den Klassiker Oscar Wilde kindgerecht und damit leicht verständlich aufgearbeitet.

Das Buch ist sehr hochwertig gestaltet und bietet zahlreiche Möglichkeiten die Geschichten von Familie Otis und dem kleinen Gespenst zu erleben. Als Vorlesegeschichte, als Hörspiel mit CD oder als Download (welcher reibungslos und super funktioniert hat), oder man macht es wie ich und liest erst eine Szene und hört im Anschluss die dazugehörige Stelle. Man kann aber auch einfach die tollen Illustrationen sprechen lassen, welche sich jeweils über die ganze Seite erstrecken. Die Möglichkeiten sind wie gesagt umfassend und machen alle Spaß.

Das Highlight ist aber die eigens für das Buch komponierte Orchestermusik, durch die eine großartige Atmosphäre entsteht. Spannende und gruselige Szenen werden perfekt inszeniert. Und es wird auch erklärend auf die Musik und die Instrumente eingegangen.

Ich bin begeistert und kann das Buch sehr empfehlen.

Fazit

'Das Gespenst von Canterville' bietet ein umfangreiches Lese- und Hörerlebnis für Kinder ab 5 Jahren. Das Highlight ist die orchestrale Umsetzung, welche eine unglaublich tolle Atmosphäre erzeugt.
Ganz große Empfehlung!

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Liber Noctem

Book of Night von Holly Black

Holly Blacks erster Roman für Erwachsene ist düster, rau, gefährlich und entführt seine Leser*innen in eine Welt voller Schatten und dunkler Schattenmagie. In dieser Welt lebt die ehemalige Diebin und Barkeeperin Charlie Hall. Charlie möchte mit der Schattenwelt so wenig wie möglich zu tun haben, doch als sie auf ihrem Heimweg von der Arbeit einen Mord beobachtet, wird sie mitten hineingezogen.

Dabei holt sie nicht nur ihre eigene Vergangenheit ein, auch ihr Freund Vince, der gar keinen Schatten besitzt, scheint in dunkle Machenschaften verstrickt zu sein und ein dunkles Geheimnis zu hüten.

Holly Black hat eine faszinierende Welt erschaffen, die unserer gar nicht so unähnlich ist, nur düsterer, geheimnisvoller und voller gefährlicher Schatten. Eine Sin City, in der wir auf zwielichtige Gestalten, Schattenmagier, Schattendiebe, Betrüger, Mörder und geheime Gesellschaften treffen, welche gefühlt alle ein Ziel haben: Das 'Book of Night', mit welchem man Blights erschaffen kann, in die Finger zu bekommen. Blights sind wohl die gefährlichsten Schatten überhaupt, denn sie entwickeln ein Eigenleben und allein der Gedanke daran, dass dein Schatten die Kontrolle übernimmt, ist beängstigend.

Ich fand die Idee wie gesagt richtig genial, hätte mir aber mehr Erklärungen und Informationen gewünscht. Holly Black schreibt zwar unglaublich einnehmend, detailliert und ausschweifend, allerdings lässt sie einem auch viel rätseln. Es fallen Begriffe wie Gloamist, Mask und Carpacer - alles Schattenmagier mit unterschiedlichen Begabungen, wie ich nach und nach herausgefiltert habe. So ganz hat sich mir die Welt der Schattenmagie aber (noch) nicht erschlossen. Ich finde es schade, dass die Autorin in diesem Punkt so spärlich mit Erklärungen umgeht, denn die Handlung an sich ist wirklich toll. Nach einem etwas ruhigeren Einstieg, in dem wir Charlie und ihr Umfeld -unter anderem auch durch viele Rückblenden in Charlies Vergangenheit bzw. Kindheit - kennen lernen, nimmt die Geschichte ab der Hälfte immer mehr an Fahrt auf und gipfelt schließlich in einem Plottwist, den ich nicht habe kommen sehen. Ich kann wirklich nur jedem raten, weiter zu lesen und sich nicht von dem etwas gestrecktem Einstieg beirren zu lassen. Gerade das letzte Drittel ist unglaublich mitreißend, turbulent und entwickelt einen richtigen Sog.

Fazit
Zwielichtige Gestalten, Schattenmagie und die gefährliche Jagd nach dem 'Book of Night'!

Holly Black hat einen Reihenauftakt mit genialer Grundidee zu Papier gebracht. Nur an der Umsetzung mangelt es ein bisschen. Mir haben insbesondere Erklärungen zur Magie und der Schattenwelt und ihren Strukturen gefehlt. Nichts desto trotz ist mir Protagonistin und Antiheldin Charlie Hall sehr ans Herz gewachsen und die Handlung konnte mich mitreißen. Ich hoffe auf eine baldige Fortsetzung und ein Wiedersehen mit Charlie, Vince und Co.

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Kaum cosy Vibes

Maple-Creek-Reihe, Band 1 - Meet Me in Maple Creek von Alexandra Flint

2 Anläufe und eine Lesepause hat es gebraucht und ich kann verkünden, dass ich 'Meet me in Miracle Creek' beendet habe. Das Buch und ich wollten erst nicht so richtig miteinander harmonieren. Erst war meine Erwartung eine ganz andere, dann musste meine Stimmung passen. Letztlich hat es mit Unterstützung des Hörbuches dann noch geklappt.

Und mir hat der Dilogieauftakt trotz des holprigen Starts dann sogar noch recht gut gefallen.

Darum geht's...

Als Mira erfährt, dass sie einen Zwillingsbruder hat, ändert sich ihr beschauliches Leben in Maple Creek schlagartig. Denn ihr Bruder Lilac ist kein unbeschriebenes Blatt. In Maple Creek soll Lilac sein Leben in geordnete Bahnen bringen und den Ausstieg aus der New Yorker Unterwelt schaffen. Unterstützung bekommt Lilac von seinem besten Freund Joshka. Während Mira versucht eine Beziehung zu ihrem Bruder aufzubauen, kommt sie auch Joshka näher. Sie ahnt dabei nicht, welche Gefahr von dem 23-Jährigen ausgeht.

Kaum cozy Vibes, dafür umso mehr Thrill...

Mir ist beim Lesen relativ schnell klar geworden, dass meine Erwartungen an das Buch komplett andere waren. Wer so wie ich kuschelige Cafés, Kürbisschnitzen, Kleinstadtrratsch und schrullig-liebevolle Stadtbewohner sucht, wird sie in Maple Creek nicht treffen. Die Geschichte schlägt eine viel dunklere, gefährliche Richtung ein. So dienen neben Maple Creek, das zugegebenermaßen schon süß und cozy ist, auch Seattle und die New Yorker Untergrundszene als Schauplätze. Leider ist genau diese Sache mit dem Untergrund nicht so ganz bei mir angekommen, was vorallem auch an Protagonisten Joshka lag, dem ich die Untergrund-Boss-Rolle einfach nicht abgekauft habe. Dafür war er für mich dann doch zuviel Good Guy als Bad Ass. Und ich fand in auch recht austauschbar. So hatte ich zum Beispiel gerade anfangs meine Probleme damit Joshka und Lilac auseinander zu halten und habe die beiden ständig verwechselt. Mein Lesefluss wurde dadurch leider immer wieder gestört.
Mira mochte ich hingegen ganz gerne. Sie ist kein Prinzesschen, dass gerettet werden muss. Sie ergreift die Initiative und handelt. Das hat ihr auf jeden Fall Pluspunkte eingebracht.
Leider ist die Geschichte von Mira und ihrem Bruder durch die Liebesgeschichte bzw. die Entwicklung in Richtung Thriller ziemlich in den Hintergrund geraten, was ich sehr schade fand.

Auch wenn mir die Umsetzung nicht so ganz zugesagt hat, habe ich das Buch letztlich ganz gerne gelesen. Ja, es war anders als erwartet, kein Highlight, aber auch nicht schlecht. Ein guter Lesesnack für Zwischendurch.

Fazit

Entgegen aller Erwartungen war 'Meet me in Maple Creek' kein cozy Herbstbuch mit Wohlfühlvibes, sondern eher ein 'Romance Thriller' mit dunklen Vibes. Nach einigen Startschwierigkeiten war ich dann aber doch neugierig auf die New Yorker Unterwelt. Das letzte Drittel konnte mich dann sogar ziemlich mitreißen. Insgesamt ist das Buch kein Highlight, aber wenn die Stimmung passt ein guter Snack für Zwischendurch.

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