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Rezensionen von Wanderpfa.de:

Meisterhafter Bildband als Eintrittskarte ins Karwendelgebirge

Karwendel von Heinz Zak

Klapptext
Der Name Heinz Zak ist untrennbar mit dem Karwendel verbunden. Keiner kennt die Felswildnis zwischen Isar und Inn so gut wie der Tiroler Bergsteiger und Extremkletterer, kein anderer Fotograf lässt uns die majestätische Größe und Vielfalt dieses einzigartigen Gebirges so unmittelbar erleben wie er.

Seine faszinierenden Bilder öffnen die Augen für das Besondre und halten flüchtige Momente als kostbare, zeitlose Kunstwerke der Natur fest. Zak komponiert mit Farben, Formen und Strukturen, mit Licht und Schatten und vor allem: mit der Gabe des Blicks für den einzigartigen Augenblick. So ist ein meisterhafter Bildband entstanden, der uns die mythische Schönheit dieses Gebirges wie eine vielstimmige, bislang ungehörte Karwendelsinfonie auf faszinierender Weise neu erleben lässt.

Der Autor
Aktuell begegnet man Heinz Zak recht oft, so durfte er im DAV-Panorama 04/2014 ebenfalls die Paradetouren im Karwendel ausführlich beschreiben und es wurden auch Fotos, darunter auch das Titelbild von ihm abgedruckt. Heinz Zak, geb. 1958 lebt seit über 30 Jahren in Scharnitz zu Füssen des Karwendel-Gebirges. Und ebensolange zieht es ihn bei jeder Tages- und Nacht- sowie Jahreszeit hinaus in sein Gebirge. Als Bergsteiger überschritt er alle vier Karwendelketten, als Kletterer eröffnete er zahlreiche extreme Routen, unter anderem am Halleranger und der Lalider Nordwand. Als international renommierter Fotograf, Bergsteiger und Extremkletterer ist er sowohl in den heimischen Bergregionen als auch in den Bergen der Welt unterwegs. Seine Bilder veröffentlicht er in Bildbänden, Magazinen und Kalendern. Seit 1998 hält er Fotokurse, als Bergführer leitet er Outdoor-Seminare und Klettercamps. Seine Vorträge begeistern jährlich Tausende von Besuchern. www.heinzzak.com

Inhalt:
KARWENDEL ? beim vorliegenden Buch handelt es sich um einen Bildband, der sich hauptsächlich mit dem Heimatgebirge des Autors und Fotografen beschäftigt. Es zeigt dabei jedoch nicht einfach nur Bilder sondern stellt dem Betrachter und Leser das Gebiet in verschiedensten Facetten vor, wobei die Schwerpunkte auf dem Bergsport liegen. Dem Buch gelingt ein wunderbarer Spagat zwischen verführerischen Bildband mit Infos zur Gegend und Wanderführer. Ganz besonders muss man hier außerdem noch hervorheben, welch künstlerische Qualität die Fotografien im Buch haben.

Das Buch hangelt sich geschickt von Thema zu Thema, es wechseln sich die genannt brillanten Bilder mit lesenswerten Texten ab.
Es beginnt mit einer Beschreibung der Menschen im Karwendel und ihre Historie sowie ihr gefährliche Arbeit, die Holzdrift. Es geht über zum Aufbau und Erklärung des Gebirges bei Nennung der wichtigsten Orte und Begrenzungen. Bei der Beschreibung der Geologie des Karwendel wird auch nicht verpasst, die Bergbau Geschichte zu erwähnen und zu beschreiben. Weiter geht es mit der Flora und Fauna, immer ansehnlich mit tollen Bildern und interessant beschrieben, immer wieder auch gewürzt mit eindringlichen Texten zu Erlebnissen des Autors in seinem Gebirge.

Anschließend widmet sich das Buch umfassenden dem Thema Wasser, vor allem der Isar. Auch hier wird wieder fließend der Übergang von Beschreibung der Umgebung zum Bergsport geschafft, Canyoning und Kanufahren sind die folgenden Themen.

Es folgen das Karwendel als Wanderparadies mit kurzen Ausführungen der schönesten Touren, beginnend bei Durchquerungen und Mehrtagestouren wie den ?Karwendelmarsch? von Scharnitz nach Pertisau, zur Isarquelle, von Seefeld ins Halltal oder Mittenwald-Innsbruck, gefolgt von Gipfeltouren wie Ödkarspitze und viele andere.

Zwischen drin werden auch immer wieder Persönlichkeiten wie Sennen oder Hüttenwirtsleute vorgestellt sowie Rückblicke auf frühere, bedeutende Menschen wie dem ?Pleisentoni? geworfen.
Folgend widmet sich das Buch ganz umfassend dem Thema Klettern, wobei der Autor einen Rückblick auf seine Taten im Karwendel wirft und folgend einige der schönsten Routen (Dschungelbuch, Kaiser-Maximilian-Grotte, Martinswand, Halleranger) vorstellt. Fließend ist dann der Übergang zum Slacklinen, vor allem das Highlinen, das wiederrum mit beeindruckenden Bildern beschrieben wird.

Die nächsten Beschreibungen widmen sich den Klettersteigen und dem Mountainbiken, wieder mit Nennung der interessantesten Ziele. Am Schluss des Buches geht es noch um das Thema Winter, vor allem aber Bilder einer Ballonfahrt, Skitouren und ? Zak ist Kletterer ? Eisklettern. Abgeschlossen wird das Buch mit Fotos des Sternenhimmels über dem Karwendel.

Fazit:
Ich kannte das Karwendel nur vom Vorbeifahren, wenns Richtung Italien ging. Der Bildband KARWENDEL von Heinz Zak ist jedoch bestens dafür geeignet, sich die ersten Erkenntnisse und Eindrücke über dieses Gebirge anzulesen und zu sehen. Durch die mehr als beeindruckenden Bilder ist es Zak gelungen, wirklich ein super Buch über seine Heimat zu schaffen. Man merkt ihm seine Gebietskenntnisse, seine Bergerfahrung, seine Weltoffenheit in diesem Buch an. Und er schafft es, sofort Lust zu wecken, das Karwendel nicht nur im Buch zu sehen, sondern sich sofort auf dem Weg zu machen und es selbst zu entdecken und erleben. Das Buch ist sehr lesenswert, sowohl für Leute, die zum ersten Mal mit dem Karwendel in Berührung kommen als auch Leute, die das Karwendel kennen. Ich für meinen Teil werde nun öfter Touren dort machen.

(Buchbesprechung vom 07.10.14 © Schorsch_FKB vom Alpic.net/forum)

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Im Schatten großer Alpinisten

Lächeln gegen die Kälte von Rudolf Alexander Mayr

In 22 Kurzgeschichten beschreibt der Himalaya erfahrene Autor Menschen, denen er dort begegnet ist. Menschen, die auf die eine Art und Weise ganz anders sind wie wir, die aber in mancherlei Hinsicht von den gleichen Wünschen und Sehnsüchten getrieben werden wie der westlich geprägte Mensch.

Sehr persönlich, ausgesprochen authentisch, weil selbst erlebt, sind Mayrs Geschichten und vielleicht ist das der Grund, dass sie einem durchaus unter die Haut gehen können.

Hier wird nichts erdacht, nichts beschönigt. Mayr beschreibt die Menschen so, wie sie ihm begegnet sind, unverfremdet, echt.

Neben Geschehnissen, die einfach nur tragisch sind, wie das eine oder andere Unglück am Berg, gibt es solche, die auf den ersten Blick sehr skurril wirken, bei näherem Hinsehen aber einen tieferen Blick in die Seele und Denkweise der Menschen zulassen. So schildert Mayr zum Beispiel ein sogenanntes Luftbegräbnis, bei dem der tote Körper eines Lama den Vögeln des Himmels ?zurückgegeben? wird. Das Herz des Toten holt sich ein riesiger schwarzer Geier mit einer Flügelspannweite von 13 Metern. Das klingt nach Fantasy, ist es aber nicht als solche gedacht; jedenfalls gelingt es Mayr, die Szene so darzustellen, dass man am Wahrheitsgehalt der Schilderung nicht zweifeln möchte.

Manche der kleinen Erzählungen erinnern durchaus an Lebensgeschichten, wie sie sich auch bei uns jederzeit in ähnlicher Weise ereignen könnten. So gibt sich eine Vielzahl handelnder Personen immer wieder dem Alkohol in Form von Tschang, Dong Tschang, Tomba und Rahksi hin. Insoweit besteht kein Unterschied zu alpinen Bergsteigern und Bergführern, die auch allzu gerne mal auf einen Gipfelsieg anstoßen. Besonders tragisch ist der Fall des vom König hochdekorierten siebenfachen Everest-Bezwingers Sundare, der zunehmend dem Suff verfällt, am Schluss alles verliert und sich letztlich von einer Brücke stürzt.

Fazit: Wer sich für menschliche Schicksale gerade vor dem Hintergrund eines immer stärker zunehmenden Tourismus und dessen Auswirkungen auf die Menschen vor Ort interessiert, wird sein Vergnügen an dem Büchlein haben. Zur Pflichtlektüre für Himalayatouristen wird es sich jedoch kaum entwickeln. Dennoch: Aktuell ist die Grundthematik allemal; man braucht nur an das aktuelle Unglück am Everest denken, bei dem etliche Sherpas ihr Leben für die trügerische Sicherheit von Touristen gelassen haben, die selbst ohne fremde Hilfe niemals in der Lage wären, einen 8000er zu besteigen.

(Buchbesprechung vom 13.06.2014 © Gipfelsammler Claus vom Alpic.net/forum)

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Umfassendes Lehrbuch für all Jene, die sich ins winterliche Hochgebirge wagen

Powderguide Free Ski von Jimmy Odén

Um dieses Buch zu verstehen, sollte man zunächst wissen, was Powderguide ist. Unter diesem Namen haben sich einige Protagonisten der Snowboard und Freerideszene zusammengeschlossen und bieten seit Jahren breit gestreute Wetter-Schnee und Resortinformationen aus den Alpen und den Gebirgen der Welt auf der sehr informativen Seite: Powderguide.

com.

Die Intension dieses Werkes ist es in erster Linie diese anzusprechen, die sich vom Pistenfahrer zum ?Freerider? und weiter zum Winterbergsteiger entwickeln. Diese Art des Winterbergsteigens ist in erster Linie in Chamonix, Verbier, La Grave und mit Abstrichen auch weiteren größeren Skigebieten, wie z.B. Oberstdorf verbreitet.
Plötzlich hat man das gesicherte Gelände verlassen und steht im wilden und ursprünglichen Hochgebirge, dass nur dem Bergsteiger mit reichlich Erfahrung und Wissen zugänglich ist. Free Ski versucht dieses Wissen zu vermitteln.

Für die Anderen, also jene, die nur deshalb irgendwann mit Tourenski unterwegs sind, weil sie auch bei Schnee nicht auf die Berge verzichten wollen, ist das Buch jedoch gleichermaßen geeignet. Das Werk ist eben cooler, jünger, internationaler, als die herkömmlichen im deutschsprachigen Raum verbreiteten alpinen Lehrschriften.
Neben klassischer Lawinen- und Wetterkunde nimmt das Thema Seil- und Sicherungstechnik einen breiten Raum ein. Wer also, egal auf welchem Weg er zum Winterbergsteiger geworden ist, über den Tellerrand der nördlichen Ostalpen hinausschauen möchte, sich ins vergletscherte Hochgebirge vorwagen will, für den gehören dieses Dinge zum Handwerkszeug.

Zitat: "Ich erinnere mich immer noch an all die Fragen, die ich hatte, als ich anfing Vollzeit-Skifahrer zu sein. Mit meinem Wissen von heute ist dies das Buch, das ich mir gewünscht hätte, damals zu haben.? So der gebürtige Schwede Jimmy Odén, der Autor dieses Buches.

Fazit: Das Ergebnis seiner jahrzehntelangen Skiing-all-year-Erfahrung als Skiprofi in den Westalpen und seiner Kompetenz als staatlich geprüfter Bergführer ist ein umfassendes, sehr persönliches und aufwändig gestaltetes Freeride-Lehrbuch, das bald als Geheimtipp in der Freeride-Szene galt. Einziges Manko: dass es bislang nicht auf Deutsch verfügbar war. Powderguide Autorin Lea Hartl machte sich die Mühe dieses Buch zu übersetzen Die Jungs und Mädels hinter dem Projekt PowderGuide haben diese, mit den neuesten Entwicklungen und Erkenntnissen erweiterte, deutsche Erstausgabe veröffentlicht.
Vielleicht wird sich der eine oder andere konservative Ostalpenalpinist an den vielen Anglizismen und den weltweiten Aufnahmen reiben. Das Buch ist jung, cool und international. Das allem tut seiner fachlichen Qualität keinen Abbruch- im Gegenteil.

Mit diesem Werk liegt ein umfassendes Lehrbuch für all jene vor, die sich ins winterliche Hochgebirge wagen. Prädikat: empfehlenswert

(Buchbesprechung von Kristian bei Alpic.net/forum vom 12.02.2014)

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Reflektion

Lebe. Jetzt! von Gregor Sieböck

Wir alle kennen dieses Phänomen: Wir nehmen uns etwas vor, setzen uns ein Lebensziel, tun uns aber dennoch schwer, es in die Tat umzusetzen. Oft wird der Alltag dafür verantwortlich gemacht, der Stress, die fehlende Zeit, und so schiebt man seine Pläne immer weiter vor sich her. "Wenn ich Rentner bin, dann habe ich für so etwas Zeit.

" Warum erst dann? Warum nehmen wir unsere Ziele nicht sofort in die Hand? Warum leben wir unsere Träume nicht jetzt? "Lebe. Jetzt!" müsste die Devise heißen. "Lebe. Jetzt!", das ist der Titel eines Büchleins, das uns dazu anregen soll, unser Leben wirklich zu leben. Verfasst wurde es vom österreichischen Weltenwanderer Gregor Sieböck.

"Lebe. Jetzt!" kombiniert Weisheiten über das Leben mit dazu passenden Fotos. Die Weisheiten stammen zu einem großen Teil vom Autor selbst, aber es werden u.a. auch der Psychiater Wilhelm Reich, der Schriftsteller Kurt Tucholsky und der libanesische Dichter Khalil Gibran zitiert. Untermalt werden die Sprüche von Aufnahmen aus aller Welt. Sie zeigen sowohl Landschaften wie etwa die Dolomiten, aber auch Tiere wie Delfine vor der peruanischen Küste und Königspinguine auf Feuerland. Eindrucksvoll sind einige Detailaufnahmen, wie etwa die eines Steingesichts in der Kreuzeckgruppe oder einer Wendeltreppe im Stift Melk. Schließlich ist auf einigen Fotos der Autor selbst zu sehen, und zwar immer an sehr außergewöhnlichen Orten oder in auffälligen Situationen. So ist er auf einem Bild nur mit Badehose und Kappe bekleidet unter einem Sonnenschirm am Ufer eines Eissees in Südnorwegen zu sehen. Ein anderes zeigt ihn mit weit ausgebreiteten Armen am Bug eines Schiffes sitzend.

Fazit: "Lebe. Jetzt!" weist viele Parallelen zu Bernd Ritschels Buch "Der andere Horizont" auf. Beide Bücher haben dasselbe Format und sind vom Layout her gleich gestaltet. Während sich "Der andere Horizont" jedoch auf Bergfotos und Weisheiten zum Bergsteigen konzentriert, liegt Gregor Sieböcks Intention darin, die Leserin und den Leser über das Leben an sich nachdenken zu lassen. Die Auswahl der Sprüche und Fotos macht deutlich, dass der Autor auf die Vielfalt und Schönheit des Lebens hinweisen möchte. Dadurch gelingt es Sieböck, die Leserin und den Leser zum Reflektieren der eigenen Lebensführung anzuregen. Obwohl wir alle keine Weltenwanderer wie Gregor Sieböck sind und uns nicht ohne weiteres aus den Fängen des Alltags befreien können, steckt in jedem der zitierten Sprüche ein Funke Wahrheit. Setzen wir also unsere Träume in die Realität um und leben jetzt!

Klappentext: Gregor Sieböck, geb. 1976 in Oberösterreich, ist seit 2003 als "Weltenwanderer" unterwegs. In diesem Buch versammelt er eigene Reflektionen sowie Inspirationen von Erich Fromm, Khalil Gibran, Václav Havel, Kurt Tucholsky, Martin Weber u.a. Mehr unter: [...]

(Buchbesprechung im Forum von Alpic.net von Chris 22.12.2012)

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Vergnüglich zu lesende Erfahrungsberichte

Meine steinige Heimat von Walter Klier

Warum kennt jeder Walter Klier? Ganz klar, weil sich fast jeder schon über ungenaue oder gar falsche Beschreibungen in den großen AV-Führern über Karwendel, Zillertal, Stubai oder Ötztal geärgert hat. Und das, obwohl es auf der Hand liegt, dass man unmöglich sämtliche dieser Regionen so gut kennen kann wie seine Westentasche und sich halt eher mehr als weniger auf die Schilderungen anderer verlassen muss.

Und so ist dann manchmal mit links eigentlich rechts gemeint und östlich ist halt, in Abwandlung eines Blondinenwitzes ?das andere östlich?.

Warum das bei Walter Klier unvermeidlich ist, wird klar, wenn man seine unter dem Titel ?Meine steinige Heimat? zusammengefassten Bergerlebnisse liest. Dies sieht er glücklicherweise durchaus mit einer gewissen Selbstironie, wie sich in der Geschichte ?Normalweg zum Ochsenkopf? zeigt. Er wird schon wissen, warum er sich nicht als Führerautor outet, wenn er unterwegs ist. Indes hält er dies für nicht so schlimm wie es ist. Tatsächlich ist er halt schlichtweg nicht oft genug unterwegs. Wer am 5. Juni eines Jahres erst 14 Touren hinter sich hat, wird nie an die Leistungen eines Günther Laudahn anknüpfen können, der im Jahr mehrere hundert Gipfel bestiegen hat. Und wenn man dann noch über mehrtägige Touren in den Ötztalern liest, die nach einigen Irrwegen im Wettersturz am Auto enden ohne den Gipfel erreicht zu haben, zeigt sich halt schlichtweg, dass es wenig sinnvoll ist, den immer gleichen Autor mit der Bearbeitung von Führern verschiedener Gebiete zu beauftragen.
Aber schreiben kann er, wenn auch der Untertitel ein wenig irreführend ist: Es handelt sich nicht um Geschichten aus den Bergen, sondern um Erlebnisberichte des Autors. Diese sind für sich genommen aber ausgesprochen unterhaltsam und von einem nicht zu unterschätzenden Sprachwitz. So kann man sich, jedenfalls dann, wenn einem Schadenfreude kein fremdartiges Gefühl ist, durchaus daran ergötzen, wie man wegen unzweckmäßiger Ausrüstung den Abstieg im Dunkeln nicht findet und kurz oberhalb des Wandfußes biwakiert, wie man sich durch Bröselrouten mogelt und wie man einem Seil eine Stunde lang gut zureden muss, bis es sich aus seiner Verklemmung löst.

Über manches kann man freilich auch geteilter Meinung sein, etwa, wenn der Autor sich über Heerscharen von Wallfahrern im Karwendel aufregt, weil sie angeblich Gras zertrampelt zurücklassen und ihn, den Naturliebhaber behindern, wenn er mit Sondergenehmigung auf einem holprigen Karrenweg mit dem Auto in ansonsten davon verschonten Karwendeltälern tuckern muss.
Und malen kann Walter Klier auch. Mir sind die Bilder zwar etwas zu bunt geraten, aber das muss man erst mal so hinbringen.
Insgesamt legt Walter Klier hier einen durchaus vergnüglich zu lesenden Band vor, ein preiswertes Weihnachtsgeschenk für Bergliebhaber, die bei Schnee gerne am Kachelofen sitzen und lesen und von den sommerlichen Bergen träumen.

Buchbesprechung vom 16.12.2012 © Gipfelsammler vom Alpic.net/forum

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Neue Perspektiven für Tirol-Kenner und Anwärter

Tirol aus der Luft von Franz X. Bogner

Tirol ist ein Land, das reich an Sehenswürdigkeiten ist. Für Reiseführer und -zeitschriften wurden bereits unzählige Fotos von Schloss Ambras, den Seefelder Kirchen oder der Feste Kufstein, um nur wenige zu nennen, aufgenommen. Eines haben aber all diese Fotos gemeinsam: Sie wurden in der Regel vom Boden aus fotografiert.

Eine völlig andere Perspektive von Tiroler Städten und Dörfern sowie Burgen, Kirchen und anderen Sehenswürdigkeiten, aber auch von Bergen und Landschaften, bietet Franz X. Bogner in seinem Buch "Tirol aus der Luft". Auf über 110 Fotos, die vom Flugzeug aus aufgenommen wurden, wird den Leserinnen und Lesern Tirol aus der Vogelperspektive gezeigt. Franz X. Bogner ist Inhaber des Lehrstuhls für Didaktik der Biologie an der Universität Bayreuth und veröffentlichte bereits mehr als zwei Dutzend Bildbände mit Luftaufnahmen, vorzugsweise von bayerischen Flusslandschaften.

Eingeteilt ist das Buch "Tirol aus der Luft" in sieben Kapitel. Neben dem Vorwort entsprechen die übrigen sechs Kapitel der üblichen geographischen Gliederung des österreichischen Teils von Tirol: Innsbruck, Innsbruck Umgebung, Tiroler Unterland, Tiroler Oberland, Außerfern und Osttirol. Das Vorwort verfasste die Tiroler Kunsthistorikerin Monika Frenzel. Passend zur Thematik des Bildbands stellt sie die Geschichte Tirols vom Mittelalter bis zur Gegenwart aus der Perspektive eines Adlers, dem Tiroler Wappentier, dar, der über das Land gleitet. Die weiteren Kapitel beinhalten großformatige Fotos, die zum Teil sogar doppelseitig gedruckt sind. Neben den bereits angesprochenen Sehenswürdigkeiten zeigen die Aufnahmen zu einem Großteil Luftansichten von Gemeinden und Städten. Ebenso gehören einige Gebirgsaufnahmen wie etwa von der Hohen Salve, den Tuxer Voralpen und vom Hochvogel zum Repertoire, allerdings ist dies eindeutig kein Schwerpunkt des Buches. Festzustellen ist, dass der Fotograph nicht immer nur die Sonnenseite Tirols zeigt, sondern auch Bausünden wie das Westportal des Roppener Tunnels oder die Mautstellen vor dem Arlbergtunnel und auf der Brennerautobahn. Zu jedem Foto hat der Autor eine Beschreibung verfasst, die nicht nur ? wie in so manchem Bildband ? aus wenigen Worten zum dargestellten Motiv besteht, sondern recht ausführlich die Geschichte der fotografierten Sehenswürdigkeiten beleuchtet. So erklärt er beispielsweise die Namensherkunft des Seefelder Seekirchleins oder wie die Stadt Rattenberg das Problem lösen wollte, dass sie im Winter für drei Monate im Schatten liegt.

Fazit: Für alle Leserinnen und Leser, die Tirol einmal aus einer anderen Perspektive sehen möchten, als es üblicherweise in Reiseführern gezeigt wird, ist das Buch "Tirol aus der Luft" absolut empfehlenswert. Es richtet sich vor allem an Tirol-Kenner, die auf den Fotos allerlei interessante Details und Ansichten erkennen können, die vom Erdboden aus nicht sichtbar sind. Weniger geeignet ist das Buch jedoch für jene, die beim Namen "Tirol" nur an Berge, Goldenes Dachl und Hahnenkammrennen denken. Wer sich nicht einigermaßen mit der Geographie, insbesondere mit den Städten und Orten Tirols auskennt, wird das Buch wohl eher langweilig finden. Einziges Manko des Buches: Die bzw. der eine oder andere wird nach der Lektüre enttäuscht sein, dass gerade "ihr" oder "sein" Ort nicht aus der Luft abgelichtet wurde. So fehlen beispielsweise Aufnahmen aus dem Tannheimer Tal oder dem Paznauntal.
(Buchbesprechung im Alpic.net/forum von Chris am 09.10.2012)

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