Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Wanderpfa.de:
Vielfältige Tourenauswahl für Gipfelstürmer und Hüttenwanderer
Das Tiroler Vier-Jahreszeiten-Wanderbuch. 102 Wandertipps für Frühling, Sommer, Herbst und Winter von Hubert Gogl
Die meisten Wanderer sind im Sommer in den Tiroler Bergen unterwegs, wenn die Almen und Hütten geöffnet haben, die meisten Gipfel frei von Schnee und Eis sind und auf den Bergwiesen unzählige bunte Blumen wachsen. Dabei bietet Tirol dem Wanderer in allen vier Jahreszeiten lohnende Wanderziele, die meisten wissen es nur nicht.
Hubert Gogl behebt diese Wissenslücke und stellt in seinem „Tiroler vier Jahreszeiten Wanderbuch“ 102 Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Wintertouren vor. Gogl, Jahrgang 1966, kommt aus St. Jodok am Brenner und ist Berg- und Skiführer. Für Radio Tirol sendet er Berg-Freizeittipps.
Die 102 in diesem Buch vorgestellten Wanderungen (27 Frühlings-, 26 Sommer-, 27 Herbst- und 22 Winterwanderungen) liegen alle in Nordtirol. Ziele sind neben Gipfeln und Hütten auch Bergseen, Klammen und Burgen. Die Gehzeiten der Wanderungen bewegen sich zwischen 1 Std. 10 Min. und 6 ¾ Std., die maximale Steighöhe liegt bei 1475 Höhenmetern. Bei einigen Routen erfolgt die Auffahrt mit einer Bergbahn. Jede Tourenbeschreibung startet mit einer – leider nicht maßstabsgetreuen – Leiste, welche die wichtigsten Wegpunkte und deren Entfernung in Kilometern und Zeit angibt. Es folgt ein Steckbrief u. a. mit Angaben zu Ausgangspunkt, Gehzeit, Schwierigkeitsgrad und Einkehrmöglichkeiten. Großen Wert legt der Autor darauf, dass alle Ausgangspunkte mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind. Daher ist auch jeweils die „Anfahrt mit Öffis“ erklärt. Nach einer kurzen Einleitung und Motivation zur Begehung der Tour folgt die eigentliche Wegbeschreibung, die sehr gut nachvollziehbar verfasst ist. Bei den meisten Routen erläutert Gogl zusätzlich Alternativen. Abgerundet wird jede Tourenbeschreibung durch ein Wanderkärtchen, auf dem der Wegverlauf gut erkennbar eingezeichnet ist, und ein Foto.
Fazit: „Das Tiroler vier Jahreszeiten Wanderbuch“ bietet ein sehr breit gefächertes Tourenrepertoire in den Tiroler Bergen und Tälern. Einziges Manko des Buches ist meiner Meinung nach der große Radius: Der Wanderer, der im Außerfern wohnt, wird wohl kaum eine Tour im Raum Kitzbühel unternehmen. Ansonsten ist das Buch allen Wanderfreunden, die gerne ganzjährig in Nordtirol unterwegs sind, absolut zu empfehlen. Die informativen Tourenbeschreibungen und die zugehörigen Fotos machen richtig Lust, nicht nur im Sommer, sondern auch im Frühling, Herbst und Winter die Tiroler Berge zu erkunden. Auch die Auswahl der Touren wird jedem Bergfreund gerecht, so dass in diesem Buch jeder auf seine Kosten kommt – egal, ob Gipfelstürmer oder Hüttenwanderer.
Klappentext: Wandern hat zu allen Jahreszeiten seine Reize. Aber gerade in den Übergangszeiten stellt sich oft die Frage, welche Ziele jetzt geeignet wären. Welche Wege führen durch mittlere Höhenlagen, fangen die Sonne ein und sind vielleicht schon zeitig oder noch spät im Jahr schneefrei? Wo grünt und blüht es im Frühling zuerst? Welche Routen versprechen im Hochsommer mit Bächen, Bergseen oder Gletscherluft Abkühlung und Frische? Auf welche Aussichtspunkte kann man noch steigen, wenn die Tage schon kürzer sind? Und wo lässt sich der Winter auch ohne Ski am schönsten erleben? Mit seiner handverlesenen Tourenauswahl bietet das vorliegende Wanderbuch 102 Möglichkeiten, die landschaftliche Vielfalt Tirols zu allen Jahreszeiten wandernd zu erleben und dabei so manchen schönen Winkel zu entdecken.
(Buchbesprechung von Chris vom 30.04.2018 im alpinen Forum Alpic.net)
Hochwertiger Bildband mit Kaufempfehlung
Nepal von Dieter Höss
Zum Inhalt:
Menschen und Landschaften am Great Himalaya Trail – schon der Untertitel verrät es: Nepal und somit auch dieses Buch sind so viel mehr als nur der Mount Everest, der höchste Berg der Welt. Zwar widmen sich zwei Kapitel der mittlerweile sehr gut erschlossenen Khumbu-Region am Everest sowie dem unter Trekkern nicht weniger bekannten Annapurna Circuit.
Dennoch: Der Reiz dieses gewaltigen Bildbandes liegt mehr in den einsamen und durch Touristen bislang kaum betretenen Bergtälern der anderen Regionen Nepals. Selbst vermeintliche Nepalkenner lehrt das Buch eines Besseren und man wird regelrecht zum Entdecker einer scheinbar unbekannten Welt: Dolpo, Mugu oder doch Humla? Nie gehört? Das ist kaum verwunderlich, denn diese abgeschiedenen Fleckchen Erde liegen im Nordwesten des Landes, etwas abseits der großen Achttausender. Durch die bis vor wenigen Jahren andauernden Spannungen zwischen China und Tibet und teilweise auch politischen Interessen der USA, konnte sich der Tourismus dort und auch in anderen Ecken Nepals nicht entwickeln. Um der damit einhergehenden Verarmung der Bevölkerung und dem Wegzug in die pulsierende Metropole Kathmandu zu begegnen, wurde der Great Himalaya Trail ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Höhenweg wie man ihn aus den Alpen kennt, sondern vielmehr um eine Sammlung von Routenvorschlägen, die das ganze Land von Ost nach West durchziehen. Ziel ist dabei, auch den abgelegeneren Regionen Nepals etwas vom touristischen Kuchen zugutekommen zu lassen.
Das Buch von Dieter Höss folgt in einer sehr klaren und strukturierten Weise dem Great Himalaya Trail von Ost nach West. Es ist in erster Linie ein hochwertiger Bildband, der jedoch durch zahlreiche interessante Textbeiträge zu den einzelnen Regionen punkten kann. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf den Landschaften, sondern zu großen Teilen auch auf der einheimischen Bevölkerung und deren Jahrtausende alter Kultur. Für mich ist das Buch deshalb eine Art Reiseführer im Bildbandformat. Zwei Eigenschaften, die man an sich nicht kombinieren kann. Dieter Höss gelingt dieser Spagat jedoch perfekt, ohne dass entweder die Bildqualität, noch der Informationsgehalt darunter leidet. Für alle Nepalliebhaber und solche die es werden wollen ist das Werk deshalb eine absolute Pflichtlektüre. Sie ist kein Abklatsch der ohnehin bekannten Achttausender, sondern bettet diese nur teilweise mit in den Bildband ein. Allein daran merkt man, dass Nepal so viel mehr ist, als nur die Khumbu-Region mit dem höchsten Berg unseres Planeten.
Zum Autor:
Dieter Höss, Facharzt für Innere Medizin in Thiersee/Tirol, bereist Nepal seit mehr als 45 Jahren: dementsprechend groß und reich sind sein Schatz an Erfahrungswissen und sein Bildarchiv, denn die Kamera war von Anfang an immer dabei. Alle im Buch vorgestellten Regionen kennt er aus eigener Anschauung. Seine Verbundenheit mit Land und Leuten spiegelt sich auch in seinem Engagement für das Bildungsnetzwerk „Childaid – Kinder von Bhandar“ wider, dass er mit Schulbauten und der Finanzierung von Unterricht (u.a. mit dem Honorar aus diesem Buch) unterstützt.
Klappentext:
Das Projekt Great Himalaya Trail (GHT) wurde vor etwa 15 Jahren ins Leben gerufen, um die bekannten Hauptwanderrouten Nepals miteinander zu verbinden und so auch entlegenere, bisher wenig besuchte Regionen an einer bescheidenen wirtschaftlichen Entwicklung teilhaben zu lassen. Insgesamt ist dieses Wegenetz etwa 1600 Kilometer lang und führt entlang der höchsten Berge des Himalaya. Dabei gibt es jedoch keinen festgeschriebenen Wegverlauf, sondern vielerlei Möglichkeiten, bestehende Routen und Übergänge individuell zu kombinieren. Fest steht, dass der Great Himalaya Trail die großartigste Möglichkeit ist, Nepal in seiner ganzen Schönheit und Vielfalt zu erleben.
Fest steht auch, dass es außer einem sehr persönlich gehaltenen Reisebericht im Eigenverlag und englischsprachigen Guidebooks derzeit keine deutschsprachige Publikation gibt, die sich dem GHT widmet.
Diese Lücke schließt der vorliegende Bildband. Er gliedert sich – entsprechend den Regionen, die der Weg durchwandert – in zwölf große Kapitel, in denen die unterschiedlichen Natur- und Kulturräume Nepals vorgestellt werden. Ein Infoblock mit Original-Kartenausschnitten zum GHT rundet jedes Kapitel ab und bietet dem Leser Basis-Infos zur individuellen Reiseplanung.
Im Mittelpunkt aber steht im wahrsten Wortsinn die Betrachtung dieses faszinierenden Landes und seiner ungewöhnlichen landschaftlichen und ethnischen Vielfalt: großformatige Landschaftsbilder, ausdrucksstarke Porträts, Momentaufnahmen von religiösen Zeremonien und Alltagsszenen aus einer Welt, die in ihrer archaischen Schönheit wie aus der Zeit gefallen scheint.
Fazit:
Absolute Kaufempfehlung. Der Preis ist für einen Bildband in der hervorragenden Qualität fast schon günstig. Berücksichtigt man dazu noch den hohen Informationsgehalt, ist das Buch jeden Cent wert.
Prädikat: Unbedingt lesenswert
Ich habe die Wolken von oben und unten gesehen von Karl Gabl
Treffender als der offizielle Titel scheint mir der Untertitel ?Die Berge, das Wetter, mein Leben? mit dem fast schon alles gesagt ist, womit sich Karl Gabl, Wetterprophet und ?Sturmguru? aus seinem bisherigen Leben berichtet. 70 Jahre ist er alt ? wie viele Höhenbergsteiger haben sich über Jahrzehnte auf seine Prognosen verlassen können.
Ebenso wie Zehntausende von Normalbergsteigern, die sich wie ich, gerne auf die meist sehr zuverlässigen Vorhersagen der Wetterdienststelle Innsbruck verlassen. Was hat uns dieser Mensch, der nebenbei auch geprüfter Berg- und Skiführer ist, zu erzählen? Dass es nur eine kleine Auswahl aus der Fülle des Lebens sein kann, versteht sich dabei von selbst.
Über 20 eigene Geschichten sind es geworden, die Professor Karl Gabl zu Papier gebracht hat. Den Anfang bilden Kindheitserinnerungen aus der Nachkriegszeit. Amüsant zu lesen ist der Bericht über das Entstehen der Bergleidenschaft; kaum zu glauben wie der Zehnjährige mit seinem Onkel und vier weiteren Kindern ohne Seil den Patteriol ersteigt. Ebenso staunenswert ? vor allem wenn man die Ausrüstung Anfang der 70er Jahre bedenkt ? ist die damals höchste Skiabfahrt vom 7492m hohen Noshaq, dem höchsten Berg Afghanistans. Eingeschoben sind kurze Berichte von Weggefährten wie Wolfgang Nairz, Thomas und Alexander Huber, Gerlinde Kaltenbrunner, Heinz Zak und vielen anderen, die bei ihren Unternehmungen weltweit von seinen Ratschlägen profitiert haben. Ralf Dujmovits bringt es auf den Punkt ?Ihm habe ich ein großes Stück weit alle vierzehn Achttausender zu verdanken. Sowie alle meine Finger und Zehen.?
Die Geschichten wirken durchweg authentisch. Sehr eindrucksvoll berichtet Karl Gabl etwa von den 143 Lawinentoten im Winter 1954, von der vergeblichen Suche nach seiner Cousine Gertrud in einer Lawine am Rendl im Jahre 1976 und vom unbeschreiblichen Glück, von einer Lawine verschont zu bleiben, die über das eigene Haus hinwegfegt. Die dazu gehörigen Fotos aus dem Jahre 1988 lassen die Gewalt der Natur sichtbar werden. Besteigungen, Expeditionen und natürlich auch immer wieder das Wetter, von dem so oft der Erfolg eines Vorhabens und manchmal auch das eigene Leben abhängen.
Was bleibt zum Schluss? Der Stolz ?mit fast 66 Jahren noch einmal auf einem Siebentausender zu stehen?? Nein es bleibt viel mehr, als es Karl Gabl in seiner Bescheidenheit selbst ausdrückt. Es bleibt der Eindruck eines imposanten, vielgestaltigen Lebenswerks.
Prädikat: Unbedingt lesenswert.
Buchbesprechung von Gipfelsammler Claus aus dem Forum Alpic.net vom 06.11.2016
Umfassenden Werk über die verschiedensten Facetten von Julius Payer
Ich habe die Wolken von oben und unten gesehen von Karl Gabl
In diesem umfassenden Werk über Julius Payer werden die verschiedensten Facetten dieses bedeutenden Alpinisten und Polarforschers ausführlich beleuchtet.
Wer Payer nur auf seine Rolle als Erstbesteiger von fast 60 Gipfeln im Adamello- und Presanellagebiet und in der Ortlergruppe reduziert, wird ihm sicherlich nicht gerecht.
Für die Geschichte der Entdeckungen und Eroberungen wesentlich bedeutender sind seine Leistungen als Polarforscher und als Autor geografischer Werke. Daneben können sich auch seine Zeichnungen und Gemälde sehen lassen. Zahlreiche Abbildungen des Buches belegen diesen Eindruck.
Frank Berger gelingt es, einen allumfassenden Einblick in Leben und Tun Payers zu gewähren.
Der Leser erfährt nahezu alles über die Familiengeschichte Payers, die Entstehung seines Endeckerdranges, seine Militärlaufbahn und den über den detaillierten Ablauf seiner Bergfahrten und Expeditionen nach Grönland und in die Regionen des Nordpolarmeers. Nebenbei erfährt man auch einiges Anekdotenhafte etwa über die Namensgebung des Franz-Josef-Landes. Freilich: Der Autor ist Historiker. Einer, der sich viel mit der Thematik Polarkunde auseinandergesetzt hat. Kenntnisreich und belesen. Man darf sich vor diesem Hintergrund allerdings keinen spannend geschriebenen Roman erwarten. Aber wer sich etwa in die Situation Payers während des Winters in Grönland hineinversetzen möchte, wer Tag für Tag über das mühevolle Vorwärtskommen berichtet haben will, der kann große Teile des Lebens Payers miterleben, so groß ist die Vielzahl an akribisch zusammengetragenen Einzelheiten. Ob es aber wirklich notwendig ist, jeden einzelnen Regentag während der Erkundungen des Ortlergebietes zu schildern, mag jeder für sich beurteilen. Mir persönlich wird's da manchmal mal des Guten etwas zu viel.
Interessant ist aber jedenfalls auch der weitere Lebensweg Payers; seine Karriere als Künstler und sein Schicksal, dass ihn die Sprache verlieren ließ.
Alles in allem ist das anlässlich des 100. Todestages Julius Payers erschienene Werk so vielfältig angelegt, dass es, dem Schaffen dieses bedeutenden Mannes sicherlich mehr als nur gerecht wird. Es wäre ja auch schade, wenn er nur als Namensgeber einer bekannten Hütte an Südtirols höchstem Berg in Erinnerung bliebe.
Buchbesprechung von Gipfelsammler im Forum von Alpic.net
Ein wirklich rundum gelungener Bildband!
Stubai. Die Berge und das Tal von Zak Heinz
Beim Namen "Stubai" denken die meisten entweder an bekannte Gipfel wie Serles, Habicht, Zuckerhütl und Kalkkögel oder an die Skigebiete "Schlick 2000" und "Stubaier Gletscher". Dass das Stubaital, jenes 35 Kilometer lange Seitental des Wipptales südwestlich von Innsbruck, mehr zu bieten hat als Modegipfel und Skitourismus, beweist Heinz Zak in seinem Buch "Stubai ? Die Berge und das Tal".
Der frühere Hauptschullehrer Heinz Zak, Jahrgang 1958, wohnt in Scharnitz und ist als Extremkletterer mit den Stubaier Alpen sehr vertraut.
"Stubai ? Die Berge und das Tal" ist in erster Linie ein Bildband. Das Buch zeigt überwiegend große, teilweise auch doppelseitige Landschaftsaufnahmen aus den Bergen rund ums Stubaital. Alle Aufnahmen werden ausführlich beschrieben. Ergänzt werden die Fotos jedoch von rund zwei Dutzend kurzen Texten. Darin beschreibt der Autor unter anderem den Stubaier Höhenweg sowie von ihm unternommene Kletter- und Skitouren. Je weiter man in dem Buch beim Lesen voranschreitet, desto eindrucksvoller, aber auch waghalsiger werden die Unternehmungen, die Heinz Zak beschreibt. So erzählt er davon, wie er eine Vollmondnacht im November auf dem Gipfel des Wilden Pfaffs in 3456 Metern Höhe verbracht hat, dann berichtet er von seinen Erstbegehungen in den Kalkkögeln und schließlich vom Slacklining zwischen dem 150 Meter hohen Ilmturm und der Westwand der Ilmspitze. Selbstverständlich werden all diese Aktionen mit Bildern untermalt.
Fazit: Nicht nur für Freunde des Stubaitals, sondern für alle anderen Bergbegeisterten ist das Buch "Stubai ? Die Berge und das Tal" absolut empfehlenswert. Die Landschaftsaufnahmen sind äußerst eindrucksvoll und machen richtig Lust, die Stubaier Berge auf eigenen Sohlen kennen zu lernen. Die als Text verfassten Bergerlebnisse des Autors, die überwiegend in der Ich-Perspektive geschrieben sind, wirken sehr lebendig und erwecken beim Leser den Eindruck, selbst bei der Tour dabei gewesen zu sein. Die Anordnung der Texte hat Heinz Zak sehr klug gewählt, da die Spannung beim Lesen immer mehr zunimmt, weshalb man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ein wirklich rundum gelungener Bildband!
Klappentext: Von der weiten hochalpinen Gletscherwelt um Zuckerhütl und Wilden Freiger oder den dolomitenartigen Felszinnen der Kalkkögel über die erlebbare Urkraft des Wassers an den zahlreichen Seen, Wildbächen und Wasserfällen bis hin zu einzigartigen talnahen Kraftplätzen in der Natur: Das Stubaital und seine Berge sind zu allen Jahreszeiten ein Paradies für Wanderer und Bergsteiger. Heinz Zak zeigt in atemberaubenden Perspektiven und einzigartigen Bildern die ganze Größe und Schönheit dieser Bergwelt und stellt die schönsten Wander- und Tourenziele vor: eine Hymne an die Freude, selbst in den Bergen unterwegs zu sein, und ein Fest für die Sinne.
Buchbesprechung vom 17.04.16 © Chris vom Alpic.net/forum
Inhalte in eindringlichen, sensiblen Worten und Bildern
Schafe in Tirol von Susanne Schaber
"Schafe in Tirol"
ein fotografisches Portrait von Thomas Stoffaneller. Mit einem Essay von Susanne Schaber
Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2016, ISBN 978-3-7022-3493-5 , 39.95 EUR
Thomas Schaber ist Fotograf aus Innsbruck . Für die Bilder dieses Buches nahm er sich 3 ½ Jahre Zeit. Sie entstanden analog in Schwarz-Weiß-Technik.
Ihm erschien diese Technik angemessen zur Thematik des Buches, die traditionelle und fast archaische Schafzucht in Tirol zu dokumentieren.
So handwerklich und individuell wie der Umgang mit den Tieren stellte sich für ihn der Umgang mit der Kamera dar, ?...die Haptik, den Geruch, das Gefühl, den fertigen Abzug in den Händen zu halten...? im Gegensatz zur eher unemotionalen Computertechnik.
Die Einfachheit der Reduktion auf Licht und den Moment drückt somit das archaische Leben der Schafe wie auch der Menschen auf den gebirgigen Hochweiden in Tirol aus.
Den Fotografien voran geht ein Essay der Innsbruckerin Susanne Schaber.
Sie schildert die Bedeutsamkeit der Schafherden für die Besiedelung des alpinen Raumes, die Inanspruchnahme des Grundes, der durch das Beweiden entdeckt und erschlossen wurde. Die ersten Siedler wanderten mit den Tieren und errichteten jahreszeitliche Aufenthaltsorte.
Die Schafe und ihre Besitzer wechselten selbstverständlich über Grenzen, die für sie nur theoretisch existieren. In heute noch gültigen Weiderechten von 1415 wurde das immerwährende Weiderecht Südtiroler Schafe auf Tirols Weiden festgelegt. Alljährlich wechseln die Tiere mit ihren Schäfern Anfang Juni vom Schnalstal über Niederjoch und Hochjoch in die Venter Weidegebiete und im September wieder zurück. Über 40 km legen sie dabei zurück und überwinden Schneefelder und felsiges Gelände bis zur 3000m-Grenze. Seit vielen hundert Jahren hat sich diese Art der Reise nicht verändert, Zeugnis einer lebendigen Tradition.
Mehrere Rassen sind schon ausgestorben, das weiße Bergschaf ist das häufigste, die Zucht des robusten, eigenwilligen vor dem Aussterben bedrohen Tiroler Steinschafes wird in letzter Zeit wieder gefördert. Das Schaf als Lieferant eines wieder geschätzten Produktes wird wertgeschätzt. Nicht für die Masse, eher für den Liebhaber des Besonderen. Gutes Lammfleisch, würziger Käse und Molkereiprodukte und auch die ökologisch wertvolle Wolle begeistern Einheimische und Touristen. Nachhaltigkeit ist hier kein Schlagwort, sondern Realität. Es steckt viel Arbeit in der Aufzucht der Tiere und der Herstellung der Endprodukte, doch ist dies auch ein Weg für die Gebirgsanwohner, Leben und Lebensunterhalt sinnvoll miteinander zu verbinden und in der Heimat bleiben zu können.
Essayistin und Fotograf schildern diese Inhalte in eindringlichen, sensiblen Worten und Bildern.
Auf den Fotos von Thomas Stoffaneller wird die einzigartige archaische Atmosphäre durch die Schwarzweißtechnik sichtbar. Knappe kurze Sätze beschreiben Inhalt der Bilder für jeweils mehrere Seiten. Man erlebt die schöne Verbindung von Mensch und Tier, die soziale Gemeinschaft der Schafe untereinander, die Tiere als Teil der Landschaft. Mit einem Blick für die Feinheiten und das Wesentliche gelingt es dem Fotografen, die Einfachheit, aber auch das raue, beschwerliche Element abzubilden.
Der Bildband ist sehr grafisch gestaltet, eine klare Schrift unterstützt das schlichte Layout. Der Einband vermittelt sehr haptisch das Thema durch einen weißwollenen Umschlag.
Eine gelungene Publikation für kulturell Interessierte des alpinen Raumes speziell in Tirol.
Buchbesprechung vom 11.02.16 © Alpineblau vom Alpic.net/forum
Eindrucksvoll inszenierte Doku über das Leben auf der Alm
Schafe in Tirol von Susanne Schaber
Wanderer betrachten Almen oft nur als Einkehrmöglichkeit bei einer Bergtour oder als schönen Vordergrund für Bergfotos mit felsigen Gipfeln als Kulisse dahinter. Dabei gelten Almen seit Menschengedenken als alpine Kulturlandschaft, als Naturraum, als Wirtschaftsbetrieb und nicht zuletzt als Lebensraum sowohl für das Vieh als auch für Menschen.
Heutzutage gibt es in Österreich rund 8.700 Almen, die je nach Region auch Alpe, Schwaig, Kaser, Aste oder Vorsäß heißen. Susanne Schaber und Herbert Raffalt thematisieren in ihrem Buch ?Almen in Österreich? das Leben auf der Alm ?von Menschen und Tieren, vom Gestern und Heute?. Die Literaturkritikerin Susanne Schaber, Jahrgang 1961, stammt aus Innsbruck und lebt heute in Wien. Herbert Raffalt, Jahrgang 1964, ist staatlich geprüfter Bergführer und Fotograf. Er leitet die Alpinschule in Schladming.
Das Buch ?Almen in Österreich? ist in zwei Teile gegliedert. Zum ersten Abschnitt passt bestens der Buchuntertitel ?Von Menschen und Tieren, vom Gestern und heute?, denn hier werden Almen in ganz Österreich und die zu ihnen gehörenden Menschen präsentiert. So lernt der Leser beispielweise Susanne Türtscher kennen, die als ?Kräuterhexe? auf der Alpe Klesenza in Vorarlberg in Seminaren ihr Wissen über Heilpflanzen an Interessierte weitergibt. Oder Hans-Jörg Aschbacher, der im Kärtner Karlbad, einem alten Bauernbad, Kurgäste auf der Alm empfängt. Insgesamt werden in diesem Teil auf über 100 Seiten sieben Almen und ?ihre Menschen? vorgestellt. Abgerundet werden die einzelnen Kapitel mit teilweise doppelseitigen Fotos. Der zweite Teil ?Hundert Almtipps, oder: Die Qual der Wahl? stellt Kurzinformationen über Almen in den einzelnen österreichischen Bundesländern dar. Knapp werden Besonderheiten der jeweiligen Almen, deren Lage und Erreichbarkeit beschrieben. Einige Alminformationen sind ausführlicher auf Doppelseiten dargestellt, wobei die Texte mit Bildern bereichert werden.
Fazit:
Das Buch ?Almen in Österreich? stellt eindrucksvoll das Leben auf Almen dar. Es handelt sich dabei um kein Wanderbuch. Vielmehr stehen die Almen, ihre Menschen, deren Zusammenleben mit der Natur sowie die dazugehörigen Geschichten im Vordergrund. Da die Texte äußerst lebendig geschrieben sind, kann man sich als Leser sehr gut in die Almbewohner, ihre Lebensweise und ihre Traditionen hineinversetzen. Einen großen Beitrag dazu leisten auch die äußerst gelungenen Fotos, welche die Kapitel hervorragend ergänzen. Dabei dreht es sich nicht nur um die Alm als Landschaft, sondern der Fotograph thematisiert genauso wie die Texte häufig die Menschen auf den Almen.
Klappentext:
Prall grüne Bergwiesen voller saftiger Kräuter, das Bimmeln der Kuhglocken, die mit Holzschindeln gedeckte Hütte: Almen sind Sehnsuchtsorte. Die Unbeschwertheit unter freiem Himmel, das einmütige Zusammenleben mit den Tieren, die selbstproduzierten Nahrungsmittel und das langsamere Dahinziehen der Zeit ? all das gehört zu den Wunschträumen unserer Tage. Herbert Raffalt und Susanne Schaber haben sich auf die Suche gemacht nach dem wirklichen Leben auf der Alm, haben dabei Hirten, Almbauern und Volkskundler getroffen und das Wesen des Almlebens von heute erkundet. Ihre Bilder und Texte spiegeln die Vielfalt der Regionen und Kulturen und erzählen vom Reichtum der Traditionen und von einem historischen Erbe, das es zu bewahren gilt.
Buchbesprechung vom 11.01.16 © Chris vom Alpic.net/forum
Handliches Taschenbuch für den ambitionierten Radsportler
Das große Rennradtouren-Buch Tirol von Willi Hofer
Tirol ist ein Land für Sportbegeisterte. In erster Linie kommen hier Bergsportler voll auf ihre Kosten. Egal ob wandern, bergsteigen oder klettern ? für jeden ist etwas dabei. Aber auch für Radfahrer bietet diese Gegend viele Möglichkeiten. Für all diejenigen, welche die Landschaft zwischen Arlberg und Kitzbühel mit dem Rennrad erkunden möchten, stellt der Tiroler Extrem-Radfahrer Willi Hofer in seinem Buch "Das große Rennradtouren-Buch Tirol" über 100 Routen vor, die sich geographisch nicht nur auf Tirol beschränken, sondern auch in die angrenzenden Gegenden führen.
Das Buch beginnt mit einigen Listen: Zunächst mit einem Tourenverzeichnis, das chronologisch alle Routen kurz vorstellt. Es schließen sich eine alphabetisch geordnete Tourenliste, ein Pässeverzeichnis, eine Sortierung nach Schwierigkeitsgraden (von Anfänger bis Profis), eine Auflistung nach Fahrtzeit (von 1 ¼ Stunden bis 13 Stunden), eine topographische Sortierung (von flach bis sehr steil) und eine Non-Stop-Uphill-Übersicht (von 2181 m auf der Strecke von Meran zum Timmelsjoch bis 208 m auf der Strecke von Weißenbach am Lech zum Gaichtpass) an. Anschließend präsentiert der Autor mehrere Rennräder ? auffälligerweise von nur einem Hersteller ?, die seiner Meinung nach für die vorgestellten Touren hervorragend geeignet sind. Ferner gibt er Bekleidungs- und Ausrüstungstipps und stellt kurz einige touristische Informationen über Tirol dar. Die beschriebenen Rennradtouren sind in sechs Kapitel eingeteilt: Innsbruck-Süd, Innsbruck-West, Tirol West, Tirol-Ost (Hier ist nicht Osttirol gemeint!) und Rennrad-Rennen. Jede Tourenbeschreibungsseite beginnt oben mit Angaben zu Fahrtstrecke, Höhenmetern und Fahrtzeit. Am Seitenrand findet der Leser Hinweise zu Schwierigkeitsgrad, Ausgangsort und Etappen. Bei Touren, die nicht in Innsbruck starten, ist eine Wegbeschreibung für die Anfahrt mit dem Auto von der Tiroler Landeshauptstadt zum Ausgangsort angegeben. Die eigentliche Routenbeschreibung erfolgt stichwortartig, während der Mittelteil jeder Seite eher für die Motivation des Lesers gedacht ist, die jeweilige Tour zu unternehmen. Bei einigen Touren hat der Autor unter der Überschrift ?Schlagzeile? persönliche Erlebnisse zur jeweils beschriebenen Route eingebracht. Des Weiteren werden bei den meisten Touren Alternativstrecken aufgeführt. Im unteren Teil veranschaulicht ein Höhenprofil die Routenanforderungen. Schließlich sind Hinweise zur maximalen Steigung, zum maximalen Gefälle, zum höchsten und tiefsten Punkt der Tour, zum Verkehrsaufkommen auf den befahrenen Straßen (von sehr wenig Verkehr bis reges Verkehrsaufkommen), zur Schönheit der Tour und zu Raststationen ergänzt. Bei einigen Touren findet man Zusatzinformationen zu besonders empfehlenswerten Einkehrmöglichkeiten. Abgerundet wird jede Beschreibung durch eine Übersichtskarte und gelegentlich mit Fotos.
Fazit: "Das große Rennradtouren-Buch Tirol" bietet Radsportfreunden, die gerne in Tirol unterwegs sind, eine sehr große Auswahl an Strecken. Die meisten Routen sind Rundfahrten oder so gewählt, dass der Hinweg nicht exakt dem Rückweg entspricht, so dass die Touren sehr abwechslungsreich sind. Dazu tragen auch die zahlreichen zusätzlich beschriebenen Varianten bei. Osttirol, das ja politisch auch noch zum österreichischen Bundesland Tirol gehört, ist jedoch bis auf eine Rennrad-Rennen-Beschreibung vollkommen ausgeklammert. Die Tourenbeschreibungen sind übersichtlich, teilweise etwas knapp, aber immer mit allen notwendigen Hinweisen verfasst. Beim ersten Lesen verwirren die vielen Symbole etwas, die für die einzelnen Informationen stehen, aber zum Glück ist im Deckel des Buches eine praktische Legende, die alle Fragen schnell klärt. Die Kompaktheit der Tourenbeschreibungen führt dazu, dass Fotos teilweise keinen, in der Regel nur wenig Platz finden. Wer ein Freund großer Bildaufnahmen ist, ist mit diesem Buch falsch beraten. Dafür passt das handliche Taschenbuch in jeden Rucksack bzw. in die Rückentasche des Trikots. Sehr interessant ist, dass Willi Hofer im letzten Kapitel des Buches Strecken von Rennrad-Rennen beschreibt, die jeder ambitionierte Radsportler somit nachfahren kann. Wie sportbegeistert der Autor ist, demonstriert er dem Leser eindrucksvoll im Buchdeckel, wo er jeden Wettbewerb, an dem er in den letzten Jahren teilgenommen hat, inklusive der erreichten Platzierung auflistet.
Buchbesprechung vom 05.04.15 © Chris im Forum von Alpic.net
Eine Lektüre für lange Winterabende
"Es wird schon gut gehen" von Wolfgang Nairz; Horst Christoph
Kein Buch für den Rucksack, denn dazu ist es zu schwer und zu schön aufgemacht, aber eine Lektüre für einige, lange Winterabende, wenn es die überhaupt noch gibt, stellt der bergsteigerische Lebensbericht des Everest-Bezwingers Wolfgang Nairz dar
Schon aufgrund seiner Grundstruktur eignet sich das Buch besonders dafür, auch mal zwischendrin aus der Hand gelegt zu werden.
Für ein lückenloses Lesen am Stück bietet es zu viel an Informationen und ist auch stilistisch nicht unbedingt ein literarisches Meisterwerk. Aber das tut dem Inhalt keinen Abbruch. Im Gegenteil: Gerade die eigenen Erzählungen des Autors, die sich abwechseln mit interessanten Interviews des Journalisten Horst Christoph wirken durch ihre bodenständige Ursprünglichkeit authentisch. Hingegen hätte man sich den einen oder anderen Gastbeitrag diverser Wegbegleiter lieber gespart.<br><br>
Immer wieder gern lese ich Geschichten wie die von der Winterbegehung des Direkten Nordpfeilers an der Kleinen Ochsenwand, bei der die Verwendung des Knies beim Klettern jedes Mal einen Schnaps kostete. Bei uns war es in der Jungmannschaft das Auslösen eines Steines oder das ?Betreten? des Seiles mit Steigeisen, die eine Radlermaßschuld auslösten.
Geschichten von Besteigungen an den höchsten Bergen der Welt klingen hingegen für mich immer wie aus Tausend und einer Nacht, egal, wer sie wie erzählt. Schön zu Lesen, einfach hinzunehmen, weil ohnehin nicht nachprüfbar und für Otto Normalbergsteiger in der Regel auch nicht nachlebbar. Aber ein Buch dient ja in erster Linie der Unterhaltung und die liefert das Buch ohne Zweifel, unterstützt von über 80 Bildern.
Die Themenvielfalt ist übrigens sehr weit gestreut. Es finden sich auch Berichte über die Seven Summits und eine bemerkenswerte Ballonfahrt in der Mongolei.
Ein Highlight sind sicherlich die privaten Briefe der Everest-Expedition 1978, die im Rahmen der Veröffentlichung erstmals dem interessierten Publikum einen noch persönlicheren Eindruck des damaligen Geschehens vermitteln.
Der Titel selbst ist natürlich auch Anlass, über das Thema Risikomanagement im eigenen Bergsteigerleben nachzudenken. Wenn es bislang immer gut gegangen ist, lässt sich mit dem Satz ?Es wird schon gutgehen? sicherlich gut leben. Aber wie sagte doch Luis Trenker so schön? ?Aufpassen müsst?s Buam, aufpassen! Oamal ned aufpasst, und Du bist Dei? ganzes Leb?n lang tot!?
Buchbesprechung vom 25.01.15 © Gipfelsammler vom Alpic.net/forum
Die Landschaft mit anderen Augen sehen
Wege in die Vergangenheit in Tirol von Zucchelli Christine
Christine Zucchelli, geboren in Hall in Tirol, studierte Europäische Ethnologie und Sprachwissenschaften in Innsbruck und Dublin und verbindet als freischaffende Autorin kulturwissenschaftlicher Bücher ihre Freude am Wandern und Reisen mit der Leidenschaft für Erzähltraditionen, Literatur und Fotografie.
Sie verfasste bereits 2011 gemeinsam mit Daniela Deutsch einen Kulturwanderführer über das Außerfern :
Außerfern : Sagen und Mythen entdecken.
Ein umfangreiches Werk ist hier entstanden, laut Aussage der Autorin ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber beeindruckend, diese Fülle an kulturgeschichtlichen Hintergründen des Tiroler Landes.
Aufbau des Buches :
Im Klappentext werden die 55 Kulturwanderungen namentlich aufgelistet und auf einer Übersichtskarte gebietsübersichtlich vorgestellt. Dabei sind die Touren auf Tirol und Osttirol gleichmäßig verteilt. Etwa ein Drittel der Touren bewegt sich im Schwierigkeitsbereich Blau, der größere Anteil im Schwierigkeitsbereich Rot der Tiroler Wanderwegeklassifizierung. Die literarisch anmutenden Titel der Touren verleiten zum Stöbern und Querlesen und geben Hinweis auf die einzelnen Themen.
Zunächst gibt es eine Einweisung in den Gebrauch des Führers, speziell die Anforderungen und Alpinen Gefahren betreffend, mit Tips zum richtigen Verhalten im Gebirge, Hinweisen und den wichtigsten Telefonnummern für den Notfall, das Wetter oder den ÖPNV.
Man muss bedenken, daß zur Interessentengruppe sicher nicht nur eingefleischte Bergwanderer gehören, sondern auch speziell kulturgeschichtliche Personen mit weniger Erfahrung die Wege nachvollziehen möchten, sodaß diese Hinweise sicher doppelt Sinn machen.
Es folgt eine Zeittafel auf einer Doppelseite, die den Bogen von ca 33000 Jahren v.Chr. bis 1998, dem Jahre der Gründung Europaregion Tirol- Südtirol- Trentino schlägt.
Eine 16-seitige Abhandlung zur Geschichte Tirols folgt, mit den wichtigsten Abschnitten der bewegten Zeiten, bebildert und gut verständlich für den Laien dargestellt.
Nun folgen die Tourenbeschreibungen , übersichtlich nach Landesabschnitten gegliedert , da sind : Innsbruck Umgebung , Außerfern, Tiroler Oberland, Tiroler Unterland und Osttirol.
Jeder Tour ist ein Kasten vorangestellt, der eine grafische Streckenangabe mit Zeitbedarf und Höhenmetern im Auf-und Abstieg
beinhaltet, die einzelnen Streckenabschnitte integriert. Dazu folgen Infos zum Schwierigkeitsgrad, zur Wegbeschaffenheit, Einkehrmöglichkeiten, Verkehrsanbindung, speziellen aktuellen Infos und Adressen der Tourismusinformationen und Sehenswürdigkeiten.
Im Fließtext wird der Wegverlauf beschrieben, leicht verständlich und ausführlich. Zu den einzelnen Streckenabschnitten folgen Hinweise zur Geschichte des Weges. Sehenswerte Einrichtungen werden ebenfalls beschrieben, sodass einem auf der Tour nichts entgehen kann. In grün unterlegten weiteren Kästen wird zudem ein wichtiger Baustein der Geschichte gesondert behandelt, mit Originalzitaten versehen und reich bebildert. Letztendlich sind die Wegstrecken auf den Karten des BEV- Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen in Wien eingezeichnet. Es werden Varianten angeboten, ja nach Zeitbedarf und /oder anderen Einschränkungen.
Fazit :
Eine sehr beeindruckende Sammlung von lesenswerten geschichtlichen Informationen, ideal zusammengefasst und gebündelt. Manches Thema ist einem aufmerksamen Wanderer schon mal hier oder da begegnet, hier kann man alles nachlesen! Es ist spannend, sich mit den einzelnen Berichten zu beschäftigen, weil der Inhalt auch leicht zugänglich und schön bebildert dargestellt wird. Christine Zucchelli entführt uns in raue Zeiten von Brandopfern als Göttergaben, ins Reich der Steinzeitjäger, erzählt die bewegende Geschichte der Schwabenkinder, des Schafabtriebs der Schnalstaler Bauern, von Römerwegen und Salzstraßen und viel mehr. Die Autorin hat unglaublich liebevoll diese Ereignisse gesammelt und nachvollzogen, in handliche Touren verpackt und uns ein Paket geschnürt, das sicher für jeden das Seinige bietet : vom interessierten Spaziergang zur fordernden Bergtour, wobei der Hauptaspekt jederzeit dem kulturgeschichtlichen Ereignis gilt. Es ist eine Möglichkeit, die Landschaft mit anderen Augen zu sehen, auch zu erkennen, daß es eben oft eine Kulturlandschaft ist, vom Menschen bearbeitet und verändert, so wie sie sich uns heut darstellt und dem Unwissenden oft eine unberührte Landschaft vorgaukelt. Aber auch in den Weiten des Ötztals ist nachvollziehbar, wie wenig sich wiederum z.T. verändert hat, in Gebräuchen, und wie die Natur den Takt vorgibt.
Zielgruppe : Jeder interessierte Mensch, der mit offenen Augen durchs Tiroler Gebirge wandert oder das Inntal bereist. Altersmäßig gibt es keine Einschränkungen, gerade auch für Kinder sind die Touren äußerst spannend , wenn man sie mit ihnen gemeinsam erkundet.
Diese Wurzeln zu entdecken macht sicher nicht nur der Autorin Spaß : wenn man in der einen oder anderen Gegend zugange ist, macht es Sinn, noch einmal einen Blick in dieses Kompendium zu werfen, um einen Aufenthalt auszuschöpfen. Auch wenn man die Touren nicht genau abläuft, ist es dennoch interessant, die Spuren zu verfolgen und das Ganze nachzulesen. Genauso kann man sich natürlich auch gezielt Touren heraussuchen und dorthin reisen. Ein vielseitiges Buch - sehr zu empfehlen !
Persönlich bin ich nun bislang noch keine Tour direkt nachgewandert, aber es gibt einige Stationen, an denen ich schon vorbeigekommen bin und deswegen besonders interessiert war, ich würde aber das Buch wie in dem oben beschriebenen Sinn verwenden : Komme ich nach Osttirol oder ins Tiroler Unterland, werfe ich einen Blick in diesen Kulturwanderführer und würde ihn als Informtionsgrundlage nutzen und wenn die Umstände passen, bestimmt auch mal Wegabschnitte anschauen.
(Buchbesprechung im Forum von Alpic.net von Alpineblau 06.12.2014)









