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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Sago:

Scharfzüngige Literatin

Die Dame hinter dem Vorhang von Peters Veronika

In ihrem Roman gewährt Veronika Peters Einblicke in das Leben der englischen Exzentrikerin und Literatin Edith Sitwell. Edith wird Ende des 19. Jahrhundert in einem adligen Haus geboren, entspricht jedoch weder äußrlich noch charakterlich den Konventionen ihrer Zeit. Ihren Eltern, die ihre Brüder bevorzugen, bleibt sie ihr Leben lang nicht nur fremd, sondern muss auch erdulden, als Jugendliche in eine Art eisernen Rahmen gespannt zu werden, um ihr mehr körperliche Vorzüge zu verleihen.

Edith bleibt dennoch ihr Leben lang unverheiratet und teilt ihr Leben mit Bediensteten und berühmten Künstlern. Zwei dieser Angestellten sind Emma und ihre Tochter Jane, aus deren Perspektive wir Edith unkonventionelles Leben geschildert bekommen.

Der Roman hat mich stets gefesselt. Obwohl ich nun viel mehr über Edith Sitwells Leben weiß als vorher, muss ich doch sagen, dass mir sowohl Edith als auch die beiden Ich-Erzählerinnen Emma und Jane ein wenig fremd geblieben sind. Durch den Blick der beiden Bediensteten bleibt Edith trotz aller Nähe die Kunstfigur, als die sie sich selbst stets inszenierte. Emma verschwindet, nachdem sie ihr Leben an Edith Seite ihrer Tochter abgetreten hat, mit wenigen Ausnahmen fast spurlos aus der Erzählung. Warum Jane, die als außergewöhnlich schön beschrieben wird und sowohl warmherzig als auch pfiffig wirkt, sich dafür entscheidet, ihr Leben lang lediglich Edith Vertraute und Beobachterin zu bleiben, hat sich mir nicht erschlossen. Auch das zu Beginn aufgeworfene Rätsel um Janes Geburt wird am Schluss seltsam blass aufgelöst.
Dennoch ein lesenswerter Roman für alle, die mehr über Edith Sitwell erfahren wollen, dazu noch mit edler Ausstattung.

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Dämonenrauch

Kingdoms of Smoke - Die Verschwörung von Brigant von Sally Green

Mit ihrer Idee um den Dämonenrauch hat mich die Autorin wirklich begeistert. Es handelt sich hier um den ersten Teil einer Serie. Ich hoffe wirklich, dass die Folgebände auch auf Deutsch erscheinen und es Kingdom of Smoke nicht ergeht wie der hervorragenden Half Bad-Serie, ebenfalls von Sally Green.

Denn hier erschien bisher nur der erste Teil auf Deutsch, etwas, was sich Verlage wirklich einmal abgewöhnen sollten!

Brigant, Calidor und Pitoria sind drei Reiche, die zum Teil im Zwist miteinander liegen. Eine Ehe zwischen Catherine von Brigant und Print Tzsayn von Pitoria soll nun Frieden stiften. Für Catherine könnte diese Ehe durchaus Vorteile bieten, denn in Pitoria führen Frauen ein viel freieres Leben. Wäre da nicht ihre Zuneigung zu ihrem Leibgardisten Ambrose, die dieser durchaus erwidert. Weitere Protagonisten sind Tash, eine junge Dämonenjägerin, sowie Edyon, ein Dieb rätselhafter Herkunft, und March, letzter Abkömmling eines ausgerotteten Volkes. Sie alle verfolgen ihre eigenen Motive und werden nach und nach in eine wirklich gewaltige Verschwörung verwickelt, in der der Dämonenrauch eine große Rolle spielt. Tash spielt den Lockvogel, um die gefährlichen Dämonen zu erlegen. Ihre entweichende Seele lässt sich wegen der berauschenden Wirkung teuer verkaufen. Doch dieser Rauch kann insgeheim noch viel mehr...

Vor allem über die Dämonen hätte ich gern noch viel mehr gelesen, daher warte ich nun ungeduldig auf den zweiten Teil. Erst ziemlich gegen Ende des Buches vereinen sich die Handlungsstränge der Protagonisten, von denen mich jeder zu fesseln vermochte. Auch die ganze Ausstattung des Buches hat mir hervorragend gefallen.

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Auge um Auge

The Black Coats - ... denn wir vergeben keine Schuld von Colleen Oakes

Auch wenn es sich hier um ein Jugendbuch handelt, sollte dem Leser klar sein, dass es darin in Sachen Gewalt und Rache nicht gerade feinfühlig von statten geht. Bei den Black Coats handelt es sich um einen geheimen Bund, der es sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Gewalt, die Mädchen erfahren haben, zu rächen und zum Teil mit gleicher Münze zurückzuzahlen.

Die junge Thea wird nach dem Tod ihrer Cousine von den Black Coats angeworben. Besonders ist hier, dass die Black Coats selbst weiblich sind. Wie weit Rache und Gerechtigkeit auseinander liegen können und ob Selbstjustiz wirklich weiterhilft, mit diesen moralischen Fragen muss sich Thea bald auseinandersetzen. Denn auch hier Freund Drew gerät ins Visier der Black Coats…

Mit den Black Coats, ihren Aufnahmeritualen und dem Ordenshaus hat die Autorin ein faszinierendes Setting erschaffen, auf dessen Grundlage sich die Spannung kontinuierlich steigert. Trotzdem wurde mir vor dem Hintergrund der ernsten, fast philosophischen Fragen, manches einfach zu schnell abgehandelt. Das Ende hat es geschafft, mich zu überraschen. Dennoch hätte ich mir so manches Mal noch etwas mehr Tiefe gewünscht, auch bei der Charakterzeichnung.

Das Cover wurde nach meinem Geschmack etwas zu monochrom gestaltet. Das Buch würde mir in der Buchhandlung nicht ins Auge fallen.

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Alice in Lyaskye

One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt (Epische Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) von Jennifer Benkau

Wie einst Alice im Wunderland findet sich die junge Irin Mailin auf einmal in einer fantastischen Welt wieder. Eben trainierte sie noch in einer Kampfsportschule, nun flieht sie vor seltsamen, nie gesehenen Raubtieren und landet in einem mörderischen Baum. Kein Wunder, dass ihr der junge Mann, der ihr zu entkommen hilft, vorkommt wie Peter Pan.

Seinen Namen verrät er lange nicht und bleibt auch ansonsten wirklich geheimnisvoll. Doch auch als Mailin erfährt, dass er Liam heißt, bleibt immer die Frage: Kann sie ihm trauen? Liam scheint der geborene Lügner zu sein. Und was hat es damit auf sich, dass er sie warnt, Mädchen aus unserer Welt würden in Lyaskye geopfert?

Was als typisches Jugendbuch beginnt, entwickelt sich schnell zu einem einfallsreichen Fantasy-Roman mit frischen Ideen, einer wehrhaften Protagonistin und unverhofften Wendungen. So wie Mailin nach Lyaskye hineingerissen wird, saugt das Buch die Leserin förmlich zwichen die Seiten. Obwohl es sich um den ersten Band handelt, endet er glücklicherweise nicht mit dem schon beinahe üblichen Cliffhanger, sondern kommt zu einem recht runden Abschluss. Natürlich möchte ich trotzdem unbedingt wissen, wie es mit Mailin, Liam und Lyaskye weitergeht. Hoffentlichen kommt auch der nächste Teil mit einem so märchenhaft schönen Buchumschlag daher.

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Und täglich grüßt Agatha

Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle von Stuart Turton

Der Krimi wird beworben mit"Agatha Christie trifft Und täglich grüßt das Murmeltier". Das bringt es bereits perfekt auf den Punkt. Unser Protagonist, der sich erst nach einer ganzen Weile dunkel erinnern kann, dass er in Wirklichkeit Aidan heißt, findet sich nach und nach im Körper von acht Wirten wieder, um immer wieder denselben Tag zu durchleben.

Es gilt, einen Mord aufzuklären, oder besser noch, ihn zu verhindern. Dabei trifft Aidan auf mysteriöse verkleidete Gegenspieler und andere Figuren, die versuchen, ihm bei der Aufklärung zuvor zu kommen. Denn nur der Rätsellöser wird der Zeitschleife entkommen. Wer Freund und wer Feind ist, fällt schwer zu unterscheiden. Auf den gesamten 600 Seiten weiß der Autor immer wieder zu überraschen, denn hinter dem ursprünglichen Mord verbergen sich immer weitere.

Aidan fällt es zunehmend schwerer, sich an seine ursprüngliche Identität zu klammern. Wie er seine unterschiedlichen Wirte empfindet, ist grandios geschildert. Man kann dem Autor auch gar nicht genug Respekt zollen, dass er bei dem komplizierten Strickmuster des Romans stets den Überblick behält. Als Leser muss man wirklich am Ball bleiben, damit das gleichfalls gelingt, anderenfalls wird es manchmal etwas mühselig. Eigentlich müsste man das Buch an einem Stück lesen oder nach dem Auslesen gleich noch einmal, um alles zu würdigen.

Gelungen ist auch die Schilderung der Atmosphäre des runtergekommenen Landhauses Blackheath, das das Setting bildet. Vor dem Hintergrund der ungewöhnlichen Aufklärung des Zeitschleifen-Rätsels eine gewagte, aber erfolgreiche Kombination.

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Kleine Kunstwerke

Der lange Weg zu dir von Martin Widmark

Auch als Erwachsene haben mich die etwa 40 Seiten dieses Kinderbuches tief berührt.

Ein Tier zu verlieren, das ist für mich eines der schlimmsten Ereignisse, die mir widerfahren können. Und dennoch in der Regel irgendwann unvermeidlich.

So geht es auch Adam, dessen alter Hund stirbt. Es verlässt ihn jeder Lebensmut.

Auf der anderen Seite des Meeres leben die kleine Sonia und ihre Katze Mitzi, die sich mühsam durchschlagen müssen. Doch Mitzi spürt instinktiv, dass sie gebraucht werden und so machen sich beide auf die gefahrvolle Reise zu Adam.

Die in dunklen Farben gehaltenen Illustrationen sind wirklich kleine Kunstwerke und ergänzen den Text perfekt.
Auf kindgerechte Weise wird hier versucht, das eigentlich immer wieder Unbegreifbare erfassbar zu machen. Ein Buch über tiefe Trauer, Freundschaft und darüber, die Kraft für einen Neubeginn zu finden.

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Zauberdrache

Silberdrache (Silberdrache 1) von Angie Sage

Ich liebe Drachen und Jugendbücher. Daher komme ich an dieser Kombination auch als Erwachsene nicht vorbei. Hinzu kommt noch das wunderhübsche blaue Cover.

Das Mädchen Sirin bildet die Rahmenhandlung. In ihrer Welt sind Drachen und ihre menschlichen Reiter nur noch Legende. Darum fällt es Sirin umso schwerer an Wunder zu glauben, als ihre Mutter ernsthaft erkrankt.

Die Erzählung über diese Parallelwelt hat mir mit ihren philosophischen Anklängen über Hoffnung angesichts von Schicksalsschlägen gut gefallen. Andererseits blieb sie aber durch ihre Kürze etwas blass.

Der Hauptfokus liegt dagegen beim Handlungsstrang um Joss und seine Schwester. Sie wachsen in einer weiteren Parallelwelt als Waisen bei einer bösen Pflegefamilie auf. In ihrer Welt existieren mit den Raptoren auch bösartige und gefährliche Drachenverwandte, die Raptoren. Als Joss ein Drachenei vor die Füße rollt, ist das zwar nicht sehr innovativ, macht aber trotzdem Spaß. Denn aus diesem schlüpft der Silberdrache Lysander.
Die Handlung ist reichhaltig und wird sicher noch für Folgebände genügen.Ich werde der Geschichte weiter folgen. Auch wenn Joss mich nicht ganz überzeugen konnte, ist das Lysander gelungen.

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Sog des Verbrechens

Something in the Water – Im Sog des Verbrechens von Steadman Catherine

Mit dem Ende zu beginnen, kann manchmal ein raffinierter Kunstgriff sein. Und tatsächlich hat mich der Prolog, in dem Protagonistin Erin eine Leiche verscharrt, elektrisiert und in die Geschichte gesogen. Es blieb auch noch genügend Spannung übrig. Wie kam es zu der Tat und hat tatsächlich Erin sie verübt?

Zurück auf Anfang: Erin und ihr Mann flittern auf Bora Bora, obwohl sie knapp bei Kasse sind.

Die Versuchung ist daher groß, als sie beim Tauchen eine Tasche mit wertvollem Inhalt finden.

Eine falsche Entscheidung führt zur nächsten. Die zu Beginn sehr naiv wirkende Erin wächst immer mehr über sich hinaus und entwickelt handfeste kriminelle Fähigkeiten. Dies wurde für mich nicht immer plausibel erzählt. Auch der Spannungsbogen konnte nicht durchweg gehalten werden und mündet schließlich in einem etwas unrunden Ende.

Solide Thrillerkost mit hervorstechendem Cover, die mich aber nicht zum Nägelkauen verführte.

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Nichts ist okay

Alles okay von Nina LaCour

Schade, dass dieser bewegende Roman nicht länger dauerte. Dann hätte es sicher für die volle Punktzahl gereicht. Auch wenn ich ihn innerhalb weniger Stunden fertig gelesen hatte, wirkte seine schwermütige Stimmung doch eine ganze Weile nach.

Marin ist allein im Internat. Alle anderen sind über die Weihnachtstage nach Hause gefahren.

Doch Marin scheint nichts zu haben, wohin sie zurückkehren könnte. Und dass sich ihre beste Freundin Nabel zu Besuch angesagt hat, scheint auch nicht ihrem Wunsch zu entsprechen. Marin wirkt wie auf der Flucht. Doch was hat sie zurückgelassen?

Mit einfacher, aber poetischer Sprache und dennoch großer Sogwirkung erzählt die Autorin eine Coming of Age Story der besonderen Art. Wieder einmal ein kleines Highlight aus dem Hanser Verlag, mit dem ich eigentlich noch nie falsch gelegen habe.

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Berührend

Mein Leben als Sonntagskind von Judith Visser

Greta Thunberg, die junge schwedische Klima-Aktivistin, leidet an Asperger-Autismus und hat dem aktuell zu einem gewissen Bekanntheitsgrad verholfen. Als die Protagonistin Jasmijn in den 80er und 90er heranwäschst, war jedoch über die Besonderheiten der Betroffenen noch wenig bekannt. So ist es auch der Autorin selbst ergangen, der in jungen Jahren nicht einmal klar wahr, dass sie Asperger hat.

Aber ebenso wie Jasmijn muss sie gemerkt haben, sie ist anders. Der Kontakt zu Menschen und Lärm erschöpft sie in großem Maße, anders als den Durchschnittsmenschen.

Auf wunderbare und zu Herzen gehende Art und Weise verleiht die Autorin Jasmijn eine Stimme und weckt großes Verständnis. Da ich selbst von Hochbegabungen und Hochsensibilität betroffen bin, habe ich mich sogar das eine oder andere Mal wiedergefunden. Auch die Beziehung zu Elliot, die Jasmijn eingeht, wurde auf berührende Weise geschildert. Ein leises und wichtiges Buch.

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