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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Furbaby_Mom:

Solider Auftakt zum Romantasy-Unterwasser-Abenteuer mit kleinen Schwächen

Meeresglühen (Romantasy-Trilogie, Bd. 1) von Anna Fleck

Die Covergestaltung lässt sich mit einem Wort beschreiben: magisch! Das in betörenden Grüntönen wunderschön schimmernde Cover ist ein absoluter Hingucker im Bücherregal und passt mit den perlmuttfarbenen Schuppen auch inhaltlich optimal zur Story. Normalerweise nehme ich ein Buchcover eher nebenbei zur Kenntnis und fokussiere mich direkt auf den Klappentext eines Werkes, aber an diesem Eyecatcher aus dem Coppenrath Verlag kommt man einfach nicht vorbei!

Arzttochter Ella steht kurz vor ihrem Abitur und möchte die Ferien - wie jeden Sommer - im gemütlichen Häuschen ihrer leider inzwischen verstorbenen Oma in Cornwall verbringen.

Dort, wo die Brandung gegen die schroffen Klippen donnert, fühlt sie sich daheim – vereint mit ihrer besten Freundin Lisa und dem wuschelige Hund Snowflake. Doch in diesem Jahr ist alles anders, denn kurz nach ihrer Ankunft rettet Ella einen jungen Mann vor dem Ertrinken und schliddert in das größte Abenteuer ihres Lebens.
Aris, der attraktive Unbekannte, scheint nicht von dieser Welt zu sein, stellt Ella schnell fest, nachdem sie ihn aufgepäppelt hat. Er hadert mit der Sprache, trägt sonderbare Kleidung, hat noch nie eine Gabel benutzt und kennt weder Fußball noch die Bedeutung von anderen alltäglichen Gewohnheiten, Ländern oder Krankheiten. Zunächst spricht er in Rätseln, doch dann offenbart sich, dass Aris und alle, die ihm helfen, in größter Gefahr schweben. Er ist nur knapp seinen Entführern entkommen, die seiner Familie - den Herrschern eines unbekannten Reiches - Schaden zufügen wollen; nun versucht er verzweifelt, in seine Heimat zurückzukehren, um sein Volk zu warnen. Doch bis er dieses Vorhaben in die Tat umsetzen kann, sind die Verfolger ihm bereits dicht auf den Fersen und Ellas Herz schlägt immer heftiger für den Jungen mit der leuchtenden Haut und den meergrünen Augen…

Nachdem es ein Weilchen gedauert hat, bis ich ganz in der Story angekommen war, wurde es dann doch recht spannend. Die Disney-Vibes, speziell die Anspielungen auf "Arielle, die Meerjungfrau" waren unverkennbar und haben gut gepasst. Schon bei der ersten Beschreibung von Aris musste ich direkt an Prinz Erik denken. Sowohl Ella als auch Aris waren mir sympathisch, auch Aris' besten Freund mochte ich gern. Meine absoluten Lieblinge waren jedoch die rüstigen Seniorinnen Hildy und Helen; zwei Schwestern, die schon einige Abenteuer erlebt haben und die man am liebsten nur knuddeln möchte. In ihre kleine Pension würde ich sofort einziehen!

Aufgrund der eher einfachen Wortwahl merkt man schon deutlich, dass es sich um einen Jugendroman handelt, vor allem an Ellas mal witzigen, auf Dauer jedoch leicht anstrengenden Selbstgesprächen bzw. dem Duell mit ihrer inneren Stimme. Dennoch gibt es auch kritische Momente, wie z.B. eine Situation auf der Party des versnobten Unternehmersohns Tristan. Insgesamt empfand ich den Erzählstil, abgesehen von ein paar kleinen Längen im Mittelteil, als angenehm. Speziell die Elemente vom Unterwasser-Setting waren toll, hätten auch gerne noch etwas detaillierter bzw. intensiver beschrieben werden können. Ein großes Plus für mich war die Tatsache, dass die ganze Geschichte einzig aus Ellas Perspektive geschrieben worden ist; dadurch blieb Aris umso mysteriöser.

Fazit: Der Debütroman von Autorin Anna Fleck hat es thematisch in sich - eine mystische Unterwasserwelt, zahme Killerwale, ein Königshof voller Intrigen und Verschwörungen und natürlich eine ordentliche Portion Herzklopfen. Zu meinen persönlichen Highlights zählt es zwar nicht (- dafür konnten mich die beiden Hauptfiguren und ihre Love Story leider nicht genug catchen und meine Erwartungshaltung war nach vielen kürzlich gelesenen, herausragenden Büchern dieses Genres enorm hoch -), aber ich empfehle es gerne allen Fans von Jugendromanen und Romantasy-Werken, die eine Vorliebe für das Leben unter dem Meer haben.

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Ein herrlicher Ausflug in den berühmten Märchenwald

Geschichten mit Herrn Fuchs und Frau Elster - von Heinz Fülfe

Schon als Kind habe ich die niedlichen Geschichten von Herrn Fuchs und Frau Elster geliebt, sie gehören zu meinen schönsten Erinnerungen aus der unbeschwerten Sandmännchen-Zeit. Daher war ich ganz selig, als ich entdeckte, dass einige der Kurzgeschichten mittlerweile als Hörbuch-Download bei Random House Audio zur Verfügung stehen.

"Kreuzspinne und Kreuzschnabel!" – Ausgerechnet im idyllischen Märchenwald, wo alle Tiere miteinander befreundet sind, einander helfen und respektieren, treibt scheinbar ein Dieb sein Unwesen. Der kleine Igel Borstel ist untröstlich, als ihm sein Körbchen gestohlen wird, das bis zum Rand mit Köstlichkeiten für den erkälteten Onkel Uhu gefüllt war. Dabei hatte er nur ganz kurz nicht aufgepasst und mit seinen Freunden im frisch gefallenen Schnee gespielt, der so schön glitzerte. Zum Glück helfen Kater Mauz und Hase Hoppel dem traurigen Igelchen sofort bei der Suche und entdecken auch prompt eine verräterische Spur… Was wohl der schlaue Herr Fuchs zu den Ereignissen sagen wird? Das fragt sich auch die neugierige Frau Elster, der das Verhalten ihres guten Freundes höchst verdächtig vorkommt. In der zweiten Kurzgeschichte geht es weitaus gemütlicher, aber nicht minder unterhaltsam zu, denn ein Talentewettbewerb steht an und versetzt alle musikbegeisterten Bewohner des Märchenwaldes in helle Aufregung. – Natürlich bereiten auch Frau Elster und Herr Fuchs einen Auftritt vor, wobei sie unterschiedliche Auffassungen vom Begriff 'Talent' haben.

Mit viel Humor, Spannung und wunderbarer stimmlicher Interpretation durch Heinz Schröder, Heinz Fülfe und Friedgard Kurze ist dieses 45-minütige Werk ein absolutes Hörvergnügen und vermittelt Kindern (Höralter: ab 3 Jahren) auf spielerische Art wichtige Werte. Mein einziges Manko betrifft den technischen Aspekt: Das Hörspiel ist in mehrere MP3-Dateien unterteilt; hier hätte ich mir der Einfachheit halber pro Geschichte jeweils nur eine einzelne Datei gewünscht, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Fazit: Ein entzückender Hörgenuss für Jung und Alt!

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Ganz okay, jedoch etwas langatmig

A single kiss von Ivy Andrews

"A Single Kiss", erschienen im Dezember 2020 beim Blanvalet Verlag, bildet den Abschluss der vierteiligen L.O.V.E.-Reihe von Ivy Andrews und obwohl ich erst mit Band drei in die Geschichte eingestiegen bin, kamen mir die meisten Figuren bereits angenehm vertraut vor.

Das hellblaue, pastellfarbene Cover ist einfach ein Traum und bildet die perfekte optische Ergänzung zu den Vorgängerbänden.

Der abgebildete Tüllstoff umschmeichelt den geschwungenen Schriftzug und unterstreicht den Modehintergrund der Buchreihe.

Dieses Mal begleiten wir Ella Chevallier, die 'französische Paris Hilton' durch ihren Alltag im englischen Plymouth, wohin es das vor der Klatschpresse geflüchtete It-Girl nach einem Shitstorm verschlagen hat. Dort möchte sie, fernab vom Blitzlichtgewitter, ihrem Studium nachgehen und zu sich selbst finden. Ihre Familie und ihr Freund Étienne sind alles andere als begeistert von diesem Vorhaben und bezweifeln, dass die im Reichtum aufgewachsene Ella mit einem luxusfernen Leben zurechtkommen wird. Wider Erwarten fühlt sich die oft mit Vorurteilen konfrontierte junge Frau pudelwohl in ihrer neuen Mädchen-WG und kann endlich ihrer Liebe zur Fotografie nachgehen. Callum, der als Bad Boy verschriene 'König der Dunkelkammer', ist sofort fasziniert von der hübschen Französin. Normalerweise lässt er die Mädels reihenweise abblitzen, doch Ella hat es ihm angetan. Zu dumm, dass sie vergeben ist – noch dazu an einen Typen, der sie scheinbar gar nicht zu schätzen weiß…

Die sympathische Mädelstruppe war für mich das Highlight des Werkes. Val, mit der ich zuvor aufgrund ihrer störrischen Art auf keinen Nenner gekommen war, wirkte dieses Mal deutlich offener und weniger kratzbürstig/nervig. Ellas Leben in Paris sowie ihre Familienhintergründe (vor allem im Hinblick auf ihren Bruder Henri) erschienen mir, um ehrlich zu sein, spannender als ihr Neustart in England. In meinen Augen wäre das Drumherum einer Lovestory für sie gar nicht zwingend nötig gewesen, zumindest sprang der Funke zwischen Callum und ihr nicht auf mich über. Ihr Kennenlernen erfolgt relativ spät, wobei das Timing storytechnisch passt; jedoch störte mich die Tatsache, dass mir auf der Emotionsebene sowohl tiefe Gefühle als auch das genretypische Prickeln gefehlt haben. Meine Lieblingsfigur der Geschichte war Ellas liebenswerte Freundin Oxy, deren Einzelband ich gerne noch lesen möchte.

Erzähltechnisch gibt es leider einige Längen, die den Lesefluss deutlich ausbremsen. Den Schreibstil der Autorin empfand ich somit über viele Passagen als langatmig, viel zu detailliert beziehungsweise auf Nebensächlichkeiten fokussiert. Zudem wurden etliche Szenen, die bereits aus Band drei bekannt waren, lediglich aus einem anderen Blickwinkel erzählt. Im Gegensatz dazu verlief die im Klappentext angedeutete Konfrontation bzw. Problematik zwischen Ellas Eltern und Callum ziemlich flüchtig und nichtssagend.

Fazit: Inhaltlich fesselnder als der Vorgängerband, aber wirklich vom Hocker gerissen hat es mich nicht, insbesondere aufgrund der zähen Handlungsentwicklung. Thematisch ist das Werk sicherlich eine Option für alle Fotografieinteressierten sowie allgemein für Fans von New-Adult-Romanen. Da der außergewöhnliche, kreative Hintergrund der Buchreihe (Modeindustrie und Fotografie) mir gut gefallen hat, runde ich meine ursprünglichen 3,5 Sterne auf 4 Sterne auf.

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Herrlicher Wohlfühlroman mit spannender Vergangenheitsebene und tollem London-Flair

Die kleine Buchhandlung am Ufer der Themse von Frida Skybäck

Diese zauberhafte Feel-Good-Story über Neuanfänge, Familiengeheimnisse, Freundschaft und die Liebe zu Büchern war für mich das erste Werk aus der Feder von Autorin Frida Skybäck. Nicht nur die spannenden Plot-Elemente haben mich positiv überrascht, auch das Setting hat mich absolut begeistert!

Die Geschichte um die junge Schwedin Charlotte, die aus heiterem Himmel eine Buchhandlung in London erbt (von einer Tante, der sie nie zuvor begegnet ist und über die ihre Mutter zu Lebzeiten kaum ein Wort verloren hat) ist im Herbst 2019 beim Insel Verlag erschienen und schon nach wenigen Zeilen war mir klar, dass ich einen 5-Sterne-Read in den Händen halte.

Nach dem Unfalltod ihres geliebten Mannes klammert Charlotte sich an das gemeinsam errichtete Kosmetikunternehmen, vergräbt sich in Arbeit und ihre sozialen Kontakte beschränken sich auf einen guten Freund (und Angestellten) und ihre Therapeutin. Ihre Komfortzone zu verlassen ist das Letzte, wonach Charlotte der Sinn steht und doch hat sie keine Wahl, als der Nachlassverwalter ihrer verstorbenen Tante sie nach London beordert. Denn dort hat sie – ausgerechnet sie, die sich noch nie viel aus Literatur gemacht hat – eine Buchhandlung samt Personal und Wohnräumen geerbt. Keine Frage, das Haus im verregneten England muss schnellstens verkauft werden, immerhin ist ihr Lebensmittelpunkt in Schweden und ihre Firma führt sich nicht von allein. Aber wider Erwarten hat das urige Geschäft mit seinen großen, hölzernen Regalen, abgesessenen Möbeln und dem gemütlichen Kamin einen ganz eigenen Charme und übt eine ungeheure Faszination auf Charlotte aus; der Trubel der Großstadt scheint plötzlich ganz weit entfernt. Überwältigt von all den neuen Eindrücken und der Freundlichkeit der Mitarbeiterinnen, beschließt sie, alles daran zu setzen, das beinahe bankrotte Geschäft am Laufen zu erhalten und bei einem Verkauf auch die dazugehörigen Arbeitsplätze zu retten. Hinzu kommt ihre wachsende Neugier auf die Hintergründe, die einst zum Zerwürfnis zwischen zwei sich liebenden Schwestern gesorgt hatten und verhinderten, dass Charlotte ihre Tante Sara je kennenlernen durfte. Parallel zu dieser Gegenwartshandlung eröffnet sich nach kurzer Zeit eine Vergangenheitsebene, die in den frühen 80er-Jahren spielt, als Sara und Kristina von Schweden nach England flohen und einen Neustart wagten. Geschickt verknüpft Skybäck die Geschehnisse zu einem so mitreißenden Gesamtwerk, dass man das Buch vor lauter Spannung nicht mehr aus der Hand legen kann. Den fesselnden, unterhaltsamen und mit bildreichen Beschreibungen ausgeschmückten Schreibstil der Autorin kann ich gar nicht genug loben! Erzählt wird in der dritten Person, hauptsächlich aus der Perspektive von Charlotte, aber teilweise auch aus Sicht von Martinique, Sam und Kristina.

Die glaubwürdigen, aus dem Leben gegriffenen Figuren sind ein weiterer Pluspunkt dieses Werkes. In die sympathische weibliche Hauptfigur habe ich mich wunderbar hineinfühlen können. Besonders schätze ich an Charlotte, dass sie nicht in ihrer Trauer versinkt, enorm zielstrebig und organisiert vorgeht und nicht nur ihr eigenes Wohl im Sinne hat, sondern auch stets an ihre Mitmenschen denkt. Ihre Tierliebe zum knuffigen Hauskater Tennyson konnte ich nur zu gut nachvollziehen! Die mütterliche, warmherzige Martinique ist die Seele des Riverside Bookshops. Sie hat für jeden ein offenes Ohr, hilft wo sie kann und man möchte sie am liebsten knuddeln, insbesondere da ihre eigene Schwester (Marcia) Martiniques Gutmütigkeit schamlos ausnutzt. Mit der flippigen, jungen Angestellten Sam kam ich auf keinen grünen Nenner. Man könnte ihr oftmals taktloses und unverschämtes Verhalten vielleicht mit ihrer Jugend und Naivität entschuldigen, aber Sam ist alles andere als ein scheues Reh; sie strotzt vor Selbstbewusstsein und weiß genau, was sie tut. Ihre impulsive, ungeduldige, weltfremde und selbstverliebte Art trägt natürlich zur speziellen Dynamik des Buchladens bei und die Kunden schätzen (meistens zumindest) ihre frechen Sprüche. Auch wenn man sich gegen Ende etwas mehr für sie erwärmen kann, das einzig Positive an Sam war für mich die äußerst realistische Ausarbeitung ihres Charakters. Auf William, den hauseigenen Autor, der zum Spottpreis in einer der Mietwohnungen lebt, möchte ich hier nicht weiter eingehen – er war in meinen Augen eine nette Ergänzung, die Story hätte jedoch auch gut ohne ihn funktioniert.

Das unumstrittene Highlight der Geschichte waren für mich die Wohlfühlatmosphäre in der Buchhandlung sowie das London-Flair, das so einladend beschrieben worden ist, dass man richtig Fernweh bekommt und am liebsten direkt einen Städtetrip buchen würde. Wer noch kein Fan von London ist, wird es spätestens nach dieser Lektüre sein!

Dem heimelig anmutenden Cover zum Trotz vereint dieser lesenswerte Roman in sich so viel mehr als erwartet, speziell aufgrund der dramatischen Elemente und Überraschungen in der Vergangenheitsebene sowie dem Hauch einer Love Story, die angenehm leicht daherkommt und nicht unnötig übertrieben oder ausgereizt wird. Das Ende war für mich durch und durch stimmig.

"Hier am Riverside Drive haben Dinge die Tendenz, sich zum Guten zu wenden."

Fazit: Eine klare Leseempfehlung, nicht nur für Liebhaber von Feel-Good-Stories und London-Fans!

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Fulminanter Abschluss dieser grandiosen Familien-Saga

Die Schokoladenvilla - Zeit des Schicksals von Maria Nikolai

Über die vergangenen Jahre habe ich begeistert das Schicksal der sympathischen Kaufmannsfamilie in Stuttgart verfolgt, daher war ich mehr als gespannt auf den finalen Band der Schokoladenvilla-Trilogie (Penguin Verlag, 2020). Erneut hat der fesselnde Erzählstil von Erfolgsautorin Maria Nikolai mich nur so durch die Seiten fliegen lassen und wie das nun mal so ist bei richtig guten Büchern, stand ich vor dem Dilemma, dass ich unbedingt weiterlesen musste und gleichzeitig nicht wollte, dass die Geschichte um die mir so liebgewonnenen Figuren tatsächlich endet.

Alle drei Bände haben eine in sich geschlossene Handlung und können separat gelesen werden, dennoch würde ich diese mitreißende Saga allen Fans von historischen Romanen definitiv in ihrer Gesamtheit empfehlen.

Nach dem Tod des Familienoberhaupts kehrt die junge Chocolatière Victoria im Sommer 1936 früher als geplant aus Frankreich nach Stuttgart zurück, um ihrer Mutter in der Trauer um den Vater beizustehen und sie bei der Führung der Schokoladenmanufaktur zu unterstützen. Jede Epoche bringt wohl ihre Schwierigkeiten mit sich, allerdings steuert Deutschland zu diesem Zeitpunkt auf die bis dahin schlimmste Katastrophe zu – die Anfeindungen gegen die jüdische Bevölkerung nehmen bereits erschreckende Ausmaße an; die Stimmung im Land ist aufgeheizt und angespannt. Auch auf Judith Rheinberger wächst der Druck; der Ortsgruppenleiter bedrängt sie, das Familienunternehmen zu verkaufen. In Hitlers Augen liegt die natürliche Bestimmung "für die anständige Frau […] darin, ihrem Mann ein gutes Heim zu schaffen, dem Führer Kinder zu gebären und in der rechten Gesinnung zu erziehen" – und nicht in der Leitung einer Fabrik. Zu allem Überfluss taucht zudem ein Fremder aus Amerika auf, der ihre Hilfe benötigt: Andrew Miller, der einst für sein Unternehmen SweetCandy Ltd. einen Kredit bei der Schokoladenfabrik Rothmann aufgenommen hatte und dessen Firma mit unerklärlichen Verlusten, womöglich Sabotage zu kämpfen hat. Bald wird deutlich, dass Judith und ihre Familie sich zu einem bis dahin undenkbaren Schritt durchringen müssen, wenn sie ihr Lebenswerk vor dem Niedergang bewahren möchten...

Im Vordergrund stehen dieses Mal Judiths Kinder Victoria und Martin. Letzteren umgibt ein lange gehütetes Familiengeheimnis, das nun mit aller Macht ans Licht drängt und dessen Aufdeckung ich bereits seit dem Auftakt der Saga entgegenfiebere. Victoria hat viele positive Eigenschaften vor ihrer Mutter geerbt – Mut, Pflichtbewusstsein, Neugier und Herzlichkeit. Sie ist eine fabelhafte Protagonistin, der man einfach nur Glück wünschen mag. Andrew Millers Persönlichkeit bzw. seine wahren (?) Motive haben mich bis zuletzt rätseln lassen; kann man ihm trauen?

Man spürt in jeder Zeile nicht nur das Herzblut der Autorin, das in diese so wohl durchdachte, spannende Geschichte eingeflossen ist, sondern auch die intensive Recherche zu den realen historischen Ereignissen – speziell den Aspekt um die Olympischen Spiele im Jahr 1936 fand ich unheimlich interessant. Ein besonderes Lob verdienen zudem die detaillierten, stimmungsvollen Beschreibungen des New Yorker Alltags der 1930er Jahre, welche das einzigartige Flair der Metropole und der damaligen Zeit wunderbar einfangen, sowie die Tatsache, dass die Autorin zwar ernste Themen in puncto Nationalsozialismus anschneidet, der Roman sich jedoch keineswegs darin verliert bzw. darauf reduziert wird.

Das edle, mit Golddruck und Glitzerpartikeln verzierte Cover verleiht dem sensationellen Abschluss dieser Familientrilogie den verdienten Glanz und strahlt mit seinen kräftigen, fröhlichen Farben jene Leichtigkeit und Eleganz aus, die der Geschichte seit Band 1 zugrunde liegen. Im Innencover befindet sich ein Rezept für weiße Erdbeer-Champagner-Trüffel, das einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Überhaupt verleitet die Lektüre zum ein oder anderen Schokoladengenuss. Eine umfangreiche Sammlung an Zusatzinformationen erwartet die Leser/innen im Anhang, wo Glossar, Personenregister (über fiktive und reale Persönlichkeiten) sowie Details zum historischen Hintergrund das Werk abrunden.

Fazit: Für mich war es der stärkste Band dieser ohnehin schon zauberhaften Buchreihe! Sehr ungern nehme ich Abschied von der Schokoladenvilla und freue mich schon jetzt auf die zukünftigen Romane aus der Feder von Maria Nikolai!

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Angenehm leichte Liebesgeschichte ohne großes Drama

Girl At Heart von Kelly Oram

Für mich war dieser süße Jugendroman, der im November 2020 beim ONE Verlag erschienen ist, das erste Werk der sympathischen Autorin Kelly Oram. Über ihren Schreibstil hatte ich bereits in der Vergangenheit viel Positives gehört und nach dieser Lektüre stand für mich fest, dass ich nun auch ihre zuvor veröffentlichten Bücher, allen voran "Cinder & Ella", lesen möchte.

Die Aufmachung des Covers erinnert sehr an die Logos diverser Highschool-Sport-Teams, passt also wie die Faust aufs Auge zu einer Geschichte, in der Sport eine große Rolle spielen wird. Meine Befürchtung, eventuell von einer Vielzahl an Baseball-Begriffen erschlagen zu werden, hat sich jedoch zum Glück als unbegründet herausgestellt.

Charlie Hastings ist kein 'girly Girl', kein "typisches" Mädchen. Sie trägt keine Kleider, schminkt sich nicht, spielt Baseball und verbringt ihre Freizeit nicht mit Shoppen, sondern beim Training mit ihren besten Freunden – für Kevin, Diego und Eric ist sie wie eine Schwester. Bisher war es nie ein Problem für Charlie, dass die Jungs in ihr nur den Kumpel-Typ sehen, doch seit einiger Zeit ist sie unglücklich in Eric verliebt – und gerade, als sie sich dazu entschlossen hat, ihm ihre Gefühle zu gestehen, verkündet er stolz, dass er mit einem anderen Mädchen zum Prom gehen wird. Eine Katastrophe! Charlie will raus aus der Friendzone und ist wild entschlossen, ihr Image zu ändern, weiblicher zu werden. Mit dem maskulinen Sport soll es vorbei sein; eine Zukunft im Profi-Sport scheint für sie ohnehin unmöglich (trotz ihres unglaublichen Talents und den guten Kontakten ihres reichen Vaters, der einst selbst Profi-Spieler war) – welches College würde schon einem Mädchen ein Baseball-Stipendium anbieten?! Dann kann sie genauso gut gleich damit aufhören. Nur der charismatische Team-Kapitän Jace kann Charlie im letzten Moment davon abhalten, kurz vor den Meisterschaften die Mannschaft zu verlassen. Er schwärmt schon lange für sie und bietet ihr prompt seine Unterstützung in Sachen Typveränderung an. Plötzlich erkennen ihre Freunde Charlie nicht mehr wieder und vor allem Eric ist überhaupt nicht begeistert von dieser Entwicklung…

Ich habe mich mühelos in Charlie hineinversetzen können, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Sie hat ihren eigenen Kopf und immer einen lustigen Spruch auf Lager, ist ein sehr herzlicher Mensch und heillos überfordert, wenn es ums Flirten geht. Mit dem ganzen 'Mädchenkram' kennt sie sich nicht aus, umso mutiger finde ich ihren Entschluss, sich aus ihrer Komfortzone hinauszuwagen und etwas Neues zu versuchen. Auch ihr Vater ist zum Knuddeln! Er hat seine Tochter alleine großgezogen und bemüht sich nach Kräften, ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen, nicht nur in finanzieller Hinsicht. Dabei ist es ihm gelungen, Charlie zu einer verantwortungsbewussten jungen Frau zu erziehen und keine verwöhnte Prinzessin aus ihr zu machen. Jace und seine Zwillingsschwester Leila – hach, sie sind beinahe zu gut für diese Welt. Jace ist der Inbegriff des perfekten zukünftigen Schwiegersohns: immer anständig, geduldig und verständnisvoll. Ein wenig mehr Ecken und Kanten hätte ich ihm allerdings schon gewünscht, mir war er schlichtweg viel zu lieb. Damit meine ich nicht, dass er negatives Verhalten hätte zeigen sollen, sondern dass man bei aller Verliebtheit auch sein eigenes Selbstwertgefühl nicht aus den Augen verlieren darf. Die quirlige Leila, die Charlie fortan unter ihre Fittiche nimmt, muss man einfach mögen. Natürlich war sie als Figur extrem stereotypisch überzeichnet und auch die Tatsache, dass plötzlich all ihre Cheerleader-Freundinnen best friends mit Charlie sind, ist recht unrealistisch (ebenso wie die spielerische Lösung sämtlicher Probleme im Laufe der Handlung), das machte ihren Charakter aber nicht minder liebenswert. Abschließend muss ich für Eric eine Lanze brechen, dem wohl die Rolle des Bad Boys zugedacht worden ist – man kann von ihm und seinen Reaktionen halten was man will, aber der Junge kann schließlich nicht Gedanken lesen, mehr möchte ich dazu nicht verraten.

Der angenehme, unaufgeregte Schreibstil passt hervorragend zur Wohlfühlatmosphäre des Romans, ist locker, oftmals humorvoll und von realistischen, altersgerechten Dialogen geprägt. Hinsichtlich der Handlung erschienen mir viele Elemente enorm vorhersehbar, sodass ich die ganze Zeit gespannt auf den großen Knall wartete, den überraschenden Aha-Moment, der aber nicht kam. Dennoch wirkte die Story nie langweilig.

Fazit: Es muss nicht immer wahnsinnig tiefgründig sein. Dieser Roman ist wie gemacht zum Zurücklehnen und Entspannen. Perfekt für Fans von unschuldigen Highschool-Romanzen ohne großes Drama.

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Nicht ganz so toll wie erhofft

Verliebt in Virgin River von Robyn Carr

Schon viel Positives hatte ich über die Netflix-Serie gehört, die auf der gleichnamigen Buchreihe von Bestsellerautorin Robyn Carr beruht – dementsprechend gespannt war ich auf die damit verbundene Lektüre, zumal ich Geschichten mit idyllischem Kleinstadt-Setting liebe. "Verliebt in Virgin River", erschienen im November 2020 bei MIRA Taschenbuch, ist zwar bereits der 6.

Band der Reihe, aber da die Handlung eine in sich geschlossene Geschichte darstellt, sah ich dies nicht als Hindernis. Schnell stand fest: Dieser Band ist tatsächlich durchaus für Serien-Einsteiger geeignet, da keinerlei Vorkenntnisse nötig sind, um der Handlung folgen zu können.

Zur Handlung selbst gibt es nicht viel zu sagen: Heißer, 38-jähriger Ex-Pilot trifft in malerischem Örtchen auf bildhübsche 25-jährige angehende Studentin. Beide finden sich attraktiv. The End. Das mag sehr vereinfacht klingen, doch darauf läuft es hinaus und damit sind wir auch schon beim Knackpunkt angelangt. Mir fehlte die Tiefe in dieser Geschichte, in jeglicher Hinsicht. Es ist ein netter Roman für zwischendurch, wirklich kein schlechtes Buch; auf bald 500 Seiten (489) hätte ich mir allerdings viel, viel mehr erwartet. Mehr Emotionen bzw. eine gewisse Verbundenheit mit den Figuren.

Sowohl Shelby als auch Luke sind sympathische Hauptfiguren, daran gibt es nichts zu rütteln. Ich wünschte nur, man hätte sie besser kennengelernt, im Sinne von, sie wären intensiver ausgearbeitet worden. Shelby wird darauf reduziert a) wunderschön und b) unerfahren zu sein sowie c) ein gutes Herz zu haben, da sie einst aufopferungsvoll ihre kranke Mutter gepflegt hatte. Luke, dessen Figur mir etwas ausgereifter erschien, will keine Beziehung, weil er äußerst schlechte Erfahrungen damit gemacht hat und sehr enttäuscht worden ist. Seine weiteren Beweggründe (sich gegen eine feste Partnerschaft mir Shelby zu sperren) erschienen mir stimmig und sinnvoll; man konnte seine Gedanken gut nachvollziehen, ebenso die Reife, die er aufgrund des Altersunterschiedes Shelby voraushatte. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Leseerlebnis ein deutlich mitreißenderes gewesen wäre, wenn der Fokus der Story auf dieses Paar gelegt worden wäre. Stattdessen wird die Geschichte aus der Sicht eines allwissenden Erzählers wiedergegeben, der Einblick in die Gefühle ALLER Ortsbewohner/innen hat – und damit meine ich: Es war ein ständiges Hin und Her mit teilweise verwirrenden Übergängen innerhalb der Kapitel. Die Vielzahl an ausführlich eingebetteten Nebenfiguren & -plots ist erschlagend. Es war schlichtweg zu viel des Guten: neben Shelby & Luke gibt es ihren Onkel Walt & Ex-Schauspielerin Muriel, Doc Mullins, Mel & Jack, Vanessa & Paul, Mike & Brie, Cheryl, Art, Cameron & Brandy bzw. Abby, Lukes Brüder Sean & Aiden, seine Mutter Maureen, …

Die im Klappentext beschriebene Erwartung der weiblichen Hauptfigur (dass sie im Grunde ihres Herzens eher auf schicke, gebildete Anzugträger steht) empfand ich als irreführend – dieser Gedanke wird genau ein einziges Mal erwähnt und nicht einmal glaubwürdig untermauert, stattdessen geht es bald nur noch darum, dass sie und Luke einander anziehend finden. Aber warum, abgesehen von einem guten Aussehen? Das über die Optik hinausgehende, wahrhaftig verbindende Element fehlte mir.

Überraschend viele explizite Szenen lockerten den Roman etwas auf, wobei diese Würze die allgemeine Oberflächlichkeit nicht wettmachen konnte. Den Schreibstil der Autorin habe ich als angenehm empfunden - die Beschreibungen der Lokalität hätten gerne etwas detaillierter sein können, damit man die Natur und Virgin River noch bildlicher vor Augen hätte, waren aber okay. Einige der Dialoge fand ich enorm unrealistisch und bezweifle, dass jemand wirklich so reden würde. ("»Oh Bruder. Du bist hinter diesem Baby her und dabei so verspannt, dass du dir die Backenzähne noch flach schleifst. […]«")

Das war nun viel Kritik, aber natürlich gab es auch etwas Gutes. Hierzu zählt auf jeden Fall das traumhafte, mit herbstlichen Elementen versehene Cover, das die Leser/innen so richtig auf die landschaftliche Schönheit des Handlungsortes einstimmt und das Genre erkennen lässt. Man erwartet einen lockeren Wohlfühlroman und diese Erwartung wird erfüllt. Die beschriebene Atmosphäre einer Kleinstadt, in der jeder jeden kennt, wirkt ebenfalls überzeugend.

Fazit: 3/5 Sterne. Aus meiner Sicht ist es eine nette, gemütliche Lektüre zum Entspannen, allerdings kein Highlight, da die Vielzahl der Figuren und Nebenplots das wahre Kennenlernen der Hauptcharaktere unmöglich machten und mir insgesamt die emotionale Tiefe fehlte. Für Kenner und Fans der Fernseh-Serie ist das Werk sicherlich ein Muss.

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Tiefgründig, romantisch und wunderschön – nicht nur zur Weihnachtszeit

Eine Weihnachtshochzeit im Schnee von Sarah Morgan

Alle Jahre wieder freue ich mich auf die weihnachtlichen Familienromane von Bestsellerautorin Sarah Morgan, die mir meine geliebte Adventszeit noch mehr versüßen. "Eine Weihnachtshochzeit im Schnee" (erschienen im September 2020 bei HarperCollins) ist die perfekte Kombination aus Tiefgründigkeit und Herzklopfen und hat mir zauberhafte Lesestunden beschert!

Rosie, das Küken der Familie White, möchte heiraten.

An Weihnachten. Für viele Menschen mag das nach einer wahnsinnig romantischen Idee klingen, immerhin ist Weihnachten das Fest der Liebe. Rosies Familie hingegen ist entsetzt, denn die impulsive, flatterhafte junge Frau kennt ihren Verlobten erst seit wenigen Monaten und das ganze Vorhaben wirkt recht überstürzt. Außerdem soll die Hochzeit in den USA stattfinden, wo Rosie an einer Eliteuniversität promoviert – weit weg also von ihrer englischen Heimat. Mit einem flauen Gefühl im Magen reist Mutter Maggie trotz Flugangst nach Colorado. Für ihre geliebten Kinder würde sie schließlich alles tun. Bisher hat sie es nicht übers Herz gebracht, ihnen die traurige Wahrheit zu gestehen: die Ehe der Eltern ist gescheitert. Ihr Noch-Gatte und sie hassen sich nicht, haben sich vielmehr auseinandergelebt, was ich beinahe noch tragischer finde. Dennoch willigt Nick ein, während der Reise die Fassade des glücklichen Paares aufrechtzuerhalten. Wenigstens um Katie, die älteste Tochter, muss niemand sich sorgen – die passionierte Ärztin lebt für ihren Job und führt ein erfülltes Leben. Oder? Auf jeden Fall ist sie wild entschlossen, ihrer Schwester diese Schnapsidee einer spontanen Hochzeit auszureden und sie vor einem riesigen Fehler zu bewahren. Mit allerlei Zweifeln im Gepäck kommen die Whites in den USA zusammen und die Katastrophe scheint vorprogrammiert. Aber gerade zur Weihnachtszeit geschehen bekanntlich Wunder und die Liebe findet ihren Weg…

Gestaltungstechnisch erinnert das Cover (- angedeutete Figuren vor dem storyrelevanten Landschaftshintergrund -) an viele andere Werke der Autorin; dieser einheitliche Stil gefällt mir ausgesprochen gut. Die in den Schnee eingearbeiteten Glitzerpartikel funkeln tatsächlich wie Neuschnee in der Sonne und lassen das Buch gleich noch hochwertiger wirken. So schön!! (Einziges Manko: Der Buchrücken bekommt unheimlich schnell Leserillen.)

Erzählt wird aus drei weiblichen Perspektiven (Maggie, Katie und Rosie), jeweils in der dritten Person. Sarah Morgan ist eine Meisterin darin, facettenreiche, enorm liebenswerte Figuren zu erschaffen. Bereits nach wenigen Zeilen fühlte ich mit Maggie mit, konnte ihre Ängste und die Leere nachempfinden, mit der sie neuerdings täglich konfrontiert wird. Die Kinder sind aus dem Haus, Nick hat seine Karriere und sie, die stets in der Rolle der Mutter und Ehefrau aufgegangen war, steht vor dem Nichts. Man möchte Maggie einfach nur in den Arm nehmen und knuddeln. Sie ist die Personifizierung einer warmherzigen, liebevollen Mutter. Auch in Katie, die schon allein aufgrund ihres Jobs vom Typ her eher tough und abgeklärt ist, konnte ich mich mühelos hineinversetzen. Sie will immer die Starke, Zuverlässige, Beschützende sein – jemand, der die Familie zusammenhält. Selbst einmal Schwäche zu zeigen, das erlaubt sie sich nicht. Daher behält sie auch jenes traumatische Erlebnis, mit dem sie noch immer in Form von heftigen Flashbacks zu kämpfen hat, lieber für sich. Hinzu kommen die nagenden Zweifel bezüglich ihres Jobs in der Notaufnahme. Und die Braut, Rosie, ist zwar ein sympathischer Wirbelwind, blieb für mich allerdings eher im Hintergrund. Selbiges gilt für den Bräutigam. (Keine Kritik, ich fand die Handlungsstränge um Maggie und Katie schlichtweg interessanter und emotional fesselnder. Überhaupt stand die allgemeine Familiendynamik im Vordergrund und das war vollkommen in Ordnung.) Eine wichtige Rolle hingegen kommt Rosies zukünftiger Schwiegermutter zu; Catherine ist so eine tolle, bewundernswerte Persönlichkeit! Nach einem Schicksalsschlag hat sie nochmal einen kompletten Neustart gewagt und genießt es, anderen Menschen etwas Gutes zu tun; obendrein ist sie eine richtige Powerfrau. Sie gehört ganz klar zu meinen Story-Lieblingen.

Das Setting ist großartig! Colorado gleicht im Winter wahrhaftig einem Wunderland und die Autorin hat diesen Zauber der verschneiten Berge und Wälder traumhaft eingefangen. Man hört beim Lesen förmlich den Schnee unter den Stiefeln knirschen und spürt die klare, kalte Luft auf den Wangen. Ob Schlittenfahrten, Sportaktivitäten oder Spaziergänge, ein Großteil der Handlung spielt sich im Freien ab und macht richtig Lust auf die kalte Jahreszeit, auch wenn das Weihnachtsfeeling eventuell ein klein wenig prominenter hätte ausfallen können. In der Snowfall Lodge, der schicken Hotelanlage von Dans Familie, würde ich zu gerne mal eine Nacht verbringen – natürlich in einem der exquisiten Baumhäuser!

Dieser Roman strotzt nur so vor Authentizität – man meint, mittendrin im Geschehen zu sein. Wie immer lässt der einnehmende, zugleich gefühlvolle und humorvolle Schreibstil der Autorin die Seiten nur so dahinfliegen. Und weil bald Weihnachten ist, gibt es auch nicht nur ein, sondern gleich mehrere Happy Ends. Herz, was willst du mehr?!

Fazit: Sarah Morgan hat’s einfach drauf, jedes Werk ein Volltreffer. Von mir gibt es 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle Fans von romantischen Feel-Good-Stories, Weihnachtsromanen und Familiengeschichten.

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Ganz okay...

Küsse im Aprikosenhain von Persephone Haasis

Nach "Ein Sommer voller Himbeereis" wartete ich gespannt auf den neuen Roman von der sympathischen Autorin Persephone Haasis und hatte aufgrund ihres mir bereits bekannten, wunderbaren Schreibstils recht hohe Erwartungen an das Werk.

Nathalies Freund bittet sie um etwas Abstand - er möchte sich nach vier gemeinsamen Jahren über seine Gefühle für sie klarwerden; hierzu reist er mit dem gemeinsamen (von ihr bezahlten) Campingwagen ins sonnige Frankreich.

Mit dabei ist allerdings auch seine flirtlustige Arbeitskollegin…die er kurzerhand zu seiner neuen Freundin erklärt und Nathalie per Postkarte den Laufpass gibt. Ziemlich bitter, oder? Nathalie lässt diese Schmach nicht auf sich sitzen und reist dem Möchtegern-Blogger, der sie schon viel zu lange mit plumpen Ausreden abgespeist hatte, wutentbrannt hinterher. Eine Autopanne später und nachdem sie sämtliche Wertsachen unterwegs verloren hat, steht sie mitten in der französischen Pampa einem muffeligen Traktorfahrer gegenüber: Felix. Gnädigerweise nimmt dieser Nathalie und ihren Findelhund mit in den nächsten Ort und ahnt nicht, dass Nathalie demnächst ein Gästezimmer auf seinem Hof beziehen und sich bald in das Herz seiner Familie schleichen wird. Doch Felix hat der Liebe abgeschworen und außerdem will die Deutsche ohnehin bald wieder abreisen. Oder…?

Die Location ist einfach traumhaft gewählt worden – die detaillierten Beschreibungen zaubern direkt die wunderschöne Natur Frankreichs herbei – blühende Lavendelfelder, wohin das Auge blickt. Ein reizendes, verschlafenes kleines Dorf, wo jeder jeden kennt. Ein Aprikosenhof mit einer Familie, die so herzlich ist, dass man am liebsten nicht mehr abreisen möchte. Auch das mit Früchten verzierte und in kräftigen Farben gehaltene Cover fängt das Wohlfühlfeeling perfekt ein!

Die Figurenzeichnung von Nathalie hat mir insbesondere am Anfang des Romans sehr gefallen – man lernt sie schnell kennen und mögen; vor allem, als sie sich des ausgesetzten kleinen Hundes angenommen hat, sammelte sie jede Menge Pluspunkte bei mir.

Im Laufe der Handlung schleichen sich aber leider einige Längen ein. So gut mir die Atmosphäre und der Aufbau der Geschichte gefallen haben, so zäh sind teilweise manche Passagen im MIttelteil. Die viel zu ausführlichen Beschreibungen von der Marmeladen- bzw. Naturkosmetika-Herstellung kamen mir ungeheuer langatmig vor und bremsten die eigentliche Story aus. Das Prickeln zwischen Nathalie und Felix war für mich kaum spürbar. Auch die Tatsache, dass die Hofbesitzer ohne Nathalie komplett verloren und überfordert schienen mit ihrem regulären Alltag, wirkte auf mich ziemlich unglaubwürdig. Plötzlich taucht eine Marketing-Fachfrau bei ihnen auf, die sich mit Handlettering auskennt, ein paar Schildchen zeichnet und dank eines aus heiterem Himmel wiedergefundenen alten Kräutertagebuchs den ausschlaggebenden, womöglich rettenden Geistesblitz hat – naja … Die angenehmen Nebenfiguren gleichen dieses Manko gut, wenn auch nicht vollständig aus.

Fazit: An den Vorgängerband reicht das Buch leider bei Weitem nicht heran, doch es ist eine nette Geschichte für zwischendurch, die man gerne lesen kann, um sich den Sommer für ein paar Stunden zurückzuholen.

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Ein Muss für Indien-Fans!

Die unglaubliche Reise von Sitas Töchtern von Jaswal Balli Kaur

Die in London aufgewachsenen Schwestern Rajni, Shirnia und Jezmeen sind grundverschieden und stehen sich nicht sonderlich nahe, daran kann auch der Tod ihrer Mutter nichts ändern. Doch Sita hatte kurz vor ihrem Ableben noch ein Ass im Ärmel: in ihrem letzten Wunsch bittet sie die Mädchen, gemeinsam nach Indien zu reisen, in das Land ihrer Herkunft.

Prompt sind sich die jungen Frauen zum ersten Mal seit Langem über etwas einig: sie haben so gar keine Lust auf diesen Zwangsurlaub im lauten, hektischen, tropisch heißen Indien, zumal jede von ihnen gerade ganz andere Sorgen und mit eigenen Problemen zu kämpfen hat. Rajni hat erfahren, dass ihr 18-jähriger Sohn eine doppelt so alte Frau zur Freundin hat und demnächst Vater wird. Shirnia, die einst nach Australien ausgewandert war, fühlt sich mittlerweile in ihrer Vorzeige-Ehe mit einem reichen Inder und dessen herrischer Mutter unverstanden und bevormundet. Und von der kessen Jezmeen geht ein skandalöses Video viral, das ihren Traum von einer Schauspielkarriere für immer zu zerstören droht.

Die eigenwillige Familiendynamik der Shergill-Schwestern ist herrlich authentisch dargestellt worden – sie zanken und reizen sich bis aufs Blut, aber im Ernstfall halten sie doch zusammen und erkennen, wie wichtig sie einander sind. Alle Figuren sind gleichermaßen intensiv, facettenreich und schlichtweg glaubwürdig ausgearbeitet. Vor allem die besonnene Shirnia, die von ihrer Schwiegerfamilie eine schreckliche Pflichtaufgabe für ihren Indien-Aufenthalt aufgetragen bekommt, an der sie beinahe zerbricht, ist mir ans Herz gewachsen.

Für mich war dieser im März 2020 beim Goldmann Verlag erschienene Roman das erste Werk der Erfolgsautorin Balli Kaur Jaswal, aber ihr lockerer und zugleich feinfühliger Schreibstil, der mit viel Humor an den richtigen Stellen gewürzt ist, hat mir ausnehmend gut gefallen. Das farbenfrohe, mit edlen Goldakzenten verzierte Cover verspricht eine angenehme Wohlfühlstory; in Anbetracht all der faszinierenden indischen Impressionen in diesem Buch – lebendige Märkte, heilige Gedenkstätten, kunstvolle Tempel, spirituelle Rituale, geschichtsträchtige Traditionen – stimmt dies wohl. Dennoch zeichnet die Autorin kein verklärtes Bild von Indien, sondern schlägt auch ernste Töne an, die zum Nachdenken anregen. Sterbehilfe, die Alltäglichkeit von Vergewaltigungen, seelischer Missbrauch und veraltete Ansichten gegenüber Frauen sind zentrale Elemente der Handlung. Aufgrund der zahlreichen aufgeweckten Dialoge, witzigen Momente und rührenden Szenen verfällt man beim Lesen allerdings keineswegs in Negativität, im Gegenteil.

Fazit: Unheimlich atmosphärischer, tiefgründiger Indien-Roman über Familienzusammenhalt, Traditionen, den Mut zur Veränderung und die Suche nach dem individuellen Glück.

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