Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Ein Blick hinter die Instagram-Kulissen
Die Perfektionen von Vincenzo Latronico
Anna und Tom sind jung und leben im hippen Berlin. Natürlich in einer Altbauwohnung und natürlich machen sie "irgendwas mit Computern". Von zu Hause aus.
Wir lernen erstmal ihre Wohnung kennen, die 1:1 den vielen, vielen Instagram Bildern entspricht, die wir alle vor unserem Auge haben, wenn wir die Keywords "Berlin" Altbau" "junges Paar" "stylisch" und "Monstera" hören.
Uff, lebt die Generation tatsächlich so uniformiert wie es uns Social Media vorspiegelt?
Das Paar lässt sich treiben, kann weder gut genug deutsch noch sind sie englische Native Speaker, deshalb sehen sie auch keine anderen Jobprofile für sich, obwohl sie eine latente Unzufriedenheit spüren.
Weil sich ihre Wohnung gut temporär untervermieten lässt, können sie sich auch kürzere und längere Aufenthalte im Ausland leisten.
Schöne Fotos in den Social-Media-Profilen, Campari und Laptop, pittoreske Städtchen, all das.
Doch hinter den schönen Kulissen ist die Stimmung nicht gut.
Ein kurzer Einblick in das Leben dieser Generation, den sogenannten Digitalen Nomaden, die von überall aus arbeiten können, sich schon auch irgendwie engagieren, aber hadern, dass es an echten Herausforderungen fehlt (hallo? Klimawandel? Um nur ein Beispiel zu nennen) und fast neidisch auf die Kriegsgeneration sind.
"Die revolutionärste Zukunftsvision, die sie sich vorstellen konnten, war Geschlechtergerechtigkeit in Führungsetagen, Elektroautos, Vegetarismus"
Sie leben in ihrer Bubble in der "niemand Arzt oder Konditor oder Taxifahrer oder Mittelschullehrer war. Sie zogen ausschließlich durch Wohnungen voller Pflanzen und durch Cafés mit einwandfreiem WLAN. Auf lange Sicht kam man zu dem unvermeidlichen Schluss, dass es nichts anderes gab.
Das kurze Büchlein liest sich schnell und macht nachdenklich. Es ist keine Abrechnung und ob es tatsächlich ein Generationenporträt ist? Oder nicht doch nur einen bestimmten Teil dieser Generation betrifft?
Auf jeden Fall lesenswert.
Süße Teenie-Story
Das Geheimnis der Schokomagie (Schokomagie 1) von Mareike Allnoch
Die Zutaten des Buches sind eine nicht sehr selbstbewusste, dafür umso sympathischere Hauptdarstellerin, ein gutaussehender und noch dazu netter Präsidentensohn, viel Schokolade, Paris, Bösewichte und eine Portion Magie. Da kann doch fast nichts schiefgehen?
Geht es auch nicht, ganz im Gegenteil.
Die Grundzutaten wurden zu einer schönen, stimmigen Geschichte zusammengemischt, die Potential für Fortsetzungen hat.
Besonders gut haben mir auch die witzigen Kapitelüberschriften gefallen.
Am Ende gibt es sogar noch ein paar magische Rezepte, das gefällt mir auch sehr gut zur Abrundung.
Empfohlen wird das Buch ab zehn Jahren, das passt. Beste Freundinnen, blöde Klassenkameradinnen, erstes Herzklopfen. Dazu nicht allzu lange Kapitel plus je eine Illustration zur Auflockerung zum Kapitelanfang.
Und was sagt die Tochter? „Voll schönes Buch, fünf Sterne!“
Gute Unterhaltung mit kauzigen Charakteren
30 Tage Dunkelheit von Jenny Lund Madsen
Hannah schreibt Literatur mit Anspruch. Dumm nur, dass diese nur wenige Leser*innen findet, während jeder 08/15 Krimi dagegen begeistert gefeiert wird.
Aus dem Affekt heraus verkündet sie, dass ein Krimi in dreißig Tagen wohl kein Problem sei. Tja...jetzt heißt es, die großmundige Behauptung auch zu realisieren.
Um in einen Schreibfluss zu kommen, verzieht sie sich von Dänemark in ein kleines isländisches Dorf.
Das Buch hat mich bestens unterhalten.
Ich mochte sowohl die Seitenhiebe auf den Literaturbetrieb und den Rahmenplot, also Hannahs Wirken als anspruchsvolle Autorin und ihre verzweifelte Versuche, den Krimi auch wirklich zu schreiben.
Hannah selbst ist keine Person, die man auf Anhieb ins Herz schließt. Ganz im Gegenteil, sie ist grässlich. Das macht aber wiederum viel Spaß, ein Kollege Hannahs sagt es so schön "Niemand mag eine sympathische Hauptfigur in einem Krimi". Nein, dass kann man Hannah wirklich nicht nachsagen. Im Laufe der Handlung nähert man sich ihr aber an, sehr harte Schale, kein Sonnenschein, aber vielleicht doch nicht so übel wie anfangs gedacht.
Die Figur gefällt mir sehr gut!
Überhaupt sind alle Figuren sehr lebendig geschildert, es haben sich Bilder entwickelt, sie sind zu Bekannten geworden. Das mag ich sehr.
Der Krimi an sich ist nicht megaspannend, aber das Buch fesselt trotzdem.
Lediglich der Schluss hat mich nicht ganz so begeistert. Es war mir dann zu viel Show-Down, vielleicht ist hier die Drehbuchautorin in der Autorin durchgegangen? Das hätte so gut in einem Kinofilm gepasst, im Buch hat es mir nicht so gefallen. Zudem habe ich mit dem Motiv, nein, vielmehr mit den daraus resultierenden Handlungen so meine Probleme.
Deshalb wahrscheinlich das leicht diffuse Gefühl der Unzufriedenheit beim Beenden des Buches, das aber erst ganz am Ende entstand.
Insgesamt aber beste Unterhaltung, vier Sterne.
Klang spannender als es war
3000 Yen fürs Glück von Hika Harada
Ich habe mich hier auf Anhieb in das hübsche Cover verliebt.
Die Leseprobe habe ich vorab gelesen und so ganz gefesselt hat sich mich nicht. Aber ich dachte mir, dass wird schon noch.
Deshalb der Tipp: wenn man sich unsicher ist, hier hilft die Leseprobe bei der Entscheidung. Sie ist repräsentativ für das ganze Buch.
Wer sie mag, wird sicherlich auch das ganze Buch mögen und umgekehrt.
Ein Familienroman über das Sparen also.
Das erste Beispiel ging über einen kleineren Betrag. Wie man eine kleinere Geldsumme ausgibt, das soll viel über die eigene Persönlichkeit aussagen. Es werden die verschiedenen Kaufvarianten vorgestellt, aber tiefer ging es auch schon nicht. Keine Persönlichkeitsanalyse, hier war ich enttäuscht.
Es ist ein Roman, der sich zentral um das Thema Geld dreht. Kein Ratgeber über Geld!
Eine Familiengeschichte über vier Generationen.
Die Urgroßmutter, die keine ausreichende Rente hat.
Ihre Tochter, unglücklich in einer Ehe, die nur noch aus Routine besteht und im Bewusstsein, dass eine Scheidung finanziell nicht leistbar ist.
Dann ihre zwei Töchter - eine mit Familie und einer Sparmission für das Kind, die andere noch eine junge Berufseinsteigerin mit einer Wohnung im Wunschviertel, die aber Sparpläne torpediert.
Eigentlich alles spannend - aber mit dem Schreibstil hier eher aufzählend als erzählend und aus der Distanz betrachtet. Keine der Charaktere konnten mich mitnehmen.
Das Thema Geld war so dominant, dass die Figuren ihr komplettes Leben nur danach ausgerichtet haben. Keine hat auch in der Jugend die Leichtigkeit besessen, mal etwas aus der Lebensfreude heraus zu entscheiden und den Augenblick zu genießen. Ich spreche jetzt ja nicht von "Geld heraushauen", aber immer so 1000% vernünftig, puh.
Schön und gleichzeitig auch erschreckend war es, die Rolle der Familie in Japan (falls das allgemeingültig ist) zu sehen und zu verstehen. Einerseits ein Korsett, andererseits ein großer Zusammenhalt.
Die Einblicke in das japanische Alltagsleben über die Generationen hinweg fand ich schön und lesenswert, insgesamt konnte mich das Buch aber nicht abholen.
Zum Vorlesen und Selbst-Lesen, einfach schön
Emma und die Fürchterlichen Fünf von Hiltrud Baier
Emma und Hugo sind Geschwister und wie das so ist, findet Emma ihren Bruder meist ganz schön doof.
Bis dann eines Tages ein Pony vor ihrer Tür steht. Das alleine wäre ja schon ungewöhnlich, das Pony kann aber auch noch sprechen. Oder vielmehr: Emma kann Ponysprache verstehen. Und nicht nur diese!
Bald wird klar, das Pony Klara hat ein großes Problem und Emma will natürlich helfen.
Und Hugo? Der ist gar nicht so doof, eigentlich überhaupt nicht doof und ganz eigentlich sogar ein super Bruder!
Gemeinsam stürzen sich Vier- und Zweibeiner in ein Abenteuer!
Ich mochte das Buch auf Anhieb. Emma ist so tierlieb und hilfsbereit und die Fürchterlichen Fünf so sympathisch. Wobei ich nicht verstehe, warum die Fünf den Beinamen haben, denn wenn sie eines nicht sind, dann fürchterlich.
Hier zeigen es die Kinder den Erwachsenen in Sachen Tatkraft und dann zeigen die Erwachsenen den Kindern, dass vernünftig sein und Hilfsbereitschaft sich nicht ausschließt. Das Happy End ist einfach nur schön und rundum gelungen.
Ein ideales Buch zum Vorlesen.
Für fortgeschrittenen Erstlesende (ab 2. Klasse), die auch etwas mehr Text nicht scheuen (knapp 200 Seiten) und nicht unbedingt ganz viele Bilder benötigen auch perfekt.
Es ist ja gar nicht so leicht, Lesefutter für Leseanfänger*innen zu finden, die über die typischen Erstlesebücher hinausgehen und auch eine etwas komplexere und spannende Handlung haben und die man nicht sofort in einer Stunde ausgelesen hat. Das hier ist so ein Buch.
Mein bisheriger Lieblingsband
Der Donnerstagsmordclub und die verirrte Kugel von Richard Osman
Das ist der dritte Band über Donnerstagsmordclub - und mein bislang liebster Band.
Band eins fand ich vergleichsweise lau, Band zwei super und Band drei ist jetzt mein Highlight.
Ich liebe die muntere Seniorentruppe inzwischen und finde die Charaktere so schön ausgearbeitet und skurril.
Dieses Mal gibt es noch mehr Nebencharaktere, was dem Ganzen aber nicht schadet.
Ich mag besonders den Witz, ich habe mich beim Lesen köstlich amüsiert.
Das Unerwartete in den Aktionen, die vermeintlich gesetzten Senioren und wie sie mich immer wieder verblüffen (obwohl ich sie doch inzwischen kennen sollte).
Dazu gibt es aber auch leise Töne, die dem Ganzen Tiefe geben.
Etwa die zunehmende Demenz von Stephen und wie die Freunde rührend versuchen, das voreinander zu verbergen. Dann große Gefühle, die für die „Betroffenen“ ungewohnt sind.
Oder das Schwimmen im Pool bei Kälte und dem Hinweis, dass der Pool doch im Frühjahr auch noch da sei und die Antwort, dass man das aber von sich ja nicht wisse.
Oh, ich hoffe doch sehr, schließlich möchte ich doch auch nächsten Frühling wieder am Donnerstag im Puzzlezimmer dazukommen, wenn sich der (nun erweiterte) Donnerstagsmordclub trifft!
Eines meiner Highlight-Bücher 2023
22 Bahnen von Caroline Wahl
Caroline Wahl hat einen Debütroman geschrieben, der auch nach dem Lesen noch lange in mir nachhallt.
Tilda ist Mathematikstudentin und als solche eine Überfliegerin.
Allerdings ist das auch das Einzige, was rundläuft in ihrem Leben.
Ihr Alltag ist streng durchgetaktet, sie muss den Lebensunterhalt der kleinen Familie mitbestreiten und sitzt deshalb an der Supermarktkasse, um im Anschluss sofort nach Hause zu hetzen und sich um ihre kleine Schwester zu kümmern.
Nur Schwimmen, das gönnt sie sich. Immer 22 Bahnen.
Die große Tragik im Leben von Ida und ihrer Schwester, das ist die Mutter. Und die abwesenden Väter.
Die zwei Schwestern müssen ihr Leben irgendwie meistern und die Umstände schnüren einem beim Lesen die Kehle zu. Dabei ist nie melodramatisch und es sind nicht nur die "Großen" Dinge, die die Tragik vor Augen führen.
Auch Kleinigkeiten, wie etwa die vorsichtige Frage der kleinen Schwester, ob es "Mirácoli" statt "Gut&Günstig" zum Abendessen gibt. Tja, es gibt natürlich nicht das Original.
Die Zerissenheit Tildas, ihr Wunsch nach Freiheit und einem eigenen Leben und ihre große Liebe zur Schwester, ihr Verantwortungsbewusstsein, wir können ein wenig hineinlugen in ihr Leben.
Und dann gibt es da ja auch noch die Liebe.
Tilda und auch ihre Schwester sind Figuren, die mir sofort nahe waren. Ich vermute, es liegt auch daran, weil ich so in ihren Alltag eintauchen konnte.
Trotz aller Traurigkeit ein wunderschönes Buch, das auch mit lustigen und schönen Momenten aufwarten kann.
Der Schreibstil ist manchmal etwas ungewohnt. Wörtliche Rede wird nur durch das Voranstellen der Person und einem Doppelpunkt eingeleitet.
Ich habe über das Buch gelesen, dass Zahlen immer numerisch geschrieben werden, als Tribut an Tildas Mathematikbegabung. Das wäre mir nicht aufgefallen, aber ein Blättern im Buch hat das bestätigt.
208 Seiten, die es in sich haben. Eines meiner Highlight-Bücher 2023.
Höchstvergnüglich
Melody von Martin Suter
Tom Elmer war von Beruf Sohn. Ein endloses Jura-Studium, ein Lebensstil, der nicht dem eines Studenten entspricht, finanziert vom reichen Vater.
Als dieser stirbt und der Reichtum sich in Luft auflöst, muss Tom sich einen Job suchen. Seltsamerweise haben die Top-Anwaltskanzleien aber nicht auf ihn gewartet.
..
Deshalb nimmt er das Angebot des Dr. Stolz an, seine Nachlass zu ordnen und die Geschichtsschreibung nach dessen Tod entsprechend positiv darzustellen.
Dr. Stolz hat nicht mehr lange zu leben, aber in der verbleibenden Zeit entwickelt sich ein Nähe zwischen den Beiden.
Bald wird klar, dass das Verschwinden der Verlobten des Nationalrats Stolz vor 40 Jahren immer noch das große Thema in seinem Leben ist.
Das Buch war feine und köstliche Unterhaltung für mich.
Die Einblicke in das Leben der Schwerreichen, ihr Handeln und auch der Umgang anderer Menschen mit ihnen, die Freunde, die aber doch auch eher Zweckbeziehungen waren. Köstlich!
Das Geheimnis um Melody hat dann noch eine gute Spannung in die Handlung gebracht, auch hier hat mir die Auflösung sehr gut gefallen. Plötzliche Wendungen und dazu der unvergleichliche Stil Suters, die 336 Seiten waren viel zu schnell ausgelesen.
Feine Unterhaltung, Gesellschaftsstudie und Krimi-Elemente. Ein großes Lesevergnügen.
Schöne Rezeptauswahl - querbeet
Fatmanurs fabelhafte Backwelt von Fatmanur Kilic
Von Fatmanur Kilic habe ich bis zu dem Buch noch nie etwas gehört, was wohl daran liegt, dass ich nicht auf TicToc unterwegs bin.
Im Buch gibt es aber im Vorwort ein paar Infos zur Autorin, sie wirkt sehr sympathisch.
Was mir auch gut gefällt: sie hat eine Ausbildung zur Konditorin, also fachlich einen sehr guten Background.
Die Rezepte gliedern sich in
Basics und Grundrezepte
Klassiker á la Fatmanur
Easy peasy & megalecker
Schönes für besondere Anlässe
Kleine Köstlichkeiten & Desserts
Brot, Brötchen & Herzhaftes
Für langjährige Bäckerinnen und Bäcker ist wahrscheinlich nicht allzu viel Neues enthalten, aber meine Tochter als Backanfängerin hat ganz viele Rezepte entdeckt, die sie ausprobieren will. Und auch ich - mit doch ein paar Jährchen auf dem Buckel wurde fündig.
Für die Tochter sind die QR-Codes zur Video-Anleitung auch schön, ich brauche sie nicht und bin mit dem Print-Rezept viel glücklicher.
Aber es gibt beide Optionen, das ist doch gut.
Insgesamt wird Buttercreme gerne verwendet, die mag bei uns niemand in der Familie. Aber es gibt noch mehr als genügend anderer Rezepte, unter anderem auch viele lecker Dessert-Ideen.
Unsere Favoriten
Maulwurfkuchen mit Erdbeeren
Streuseltaler mit Johannisbeeren
Kernige Vitalkekse mit Cranberries
Donauwellen-Cupcakes mit Buttercreme-Topping (hier ist auch die Buttercreme o.k., in kleinen Mengen passt das schon)
Mini-Cheesecakes mit Beerenmix (aus der Muffins-Form).
Ach, noch viel mehr - uns gefällt das Buch wirklich sehr gut!
Ein anderer Blickwinkel und eine frische Interpretation
STONE BLIND – Der Blick der Medusa von Natalie Haynes
Es geht um Medusa und ihre Geschichte aus der griechischen Mythologie - so war meine Vorstellung.
Ja, das ist der rote Faden, aber es geht beileibe nicht nur um Medusa und ein wenig drumherum.
Vielmehr fährt die Autorin das große Götterkino auf. Alles was Rang und Namen hat, ist dabei. Und nachdem ich leider nicht viel Ahnung und Vorwissen hatte, für mich auch jede Menge Götter und Halbgötter, die ich nicht einordnen konnte.
Es erschließt sich dann schon alles, anfangs ist es aber ziemlich herausfordernd, weil es so viele Akteure sind.
Andererseits fand ich das aber -nach erster Irritation, weil ich mit einem alles dominierenden Medusa-Strang gerechnet habe - auch wiederum ziemlich gut, denn so habe ich endlich mal ziemlich viel aus der griechischen Mythologie mitbekommen.
Was mir auch gut gefallen hat, ist der andere Blickwinkel. Monster und strahlender Held? Wirklich richtig? Es kommt immer auf den Blickwinkel des Betrachters an und der war hier erfrischend anders. Man kann alles auch ganz anders wahrnehmen.
Schön auch der zeitweise flapsige Schreibstil, der keine verstaubte Göttersprache verwendete, sondern die völlig abgenervte Göttin schon mal sagen lässt "Er ist nur ein Fleischsack, der durch die Gegend rennt und allen auf die Nerven geht".
Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Buch brutal ist. Das liegt in der Natur des Ursprungs-Mythos, die Autorin scheut sich aber auch nicht, das Kind beim Namen zu nennen und verkriecht sich nicht hinter blumigen Umschreibungen.
Vergewaltigungen sind bei den Göttern an der Tagesordnung und Frauensolidarität Fehlanzeige. Es spritzt auch mal Hirnmasse - ich wollte das Buch eigentlich der Teenie-Tochter geben, das lasse ich jetzt aber lieber mal.
Aber keine Bange: es geht nicht in tiefe Detail-Beschreibungen von Gewaltszenen, aber benannt werden sie eben schon.
Insgesamt komplex, interessant und mit einer schönen Prise Humor.
Hat mir gut gefallen.
Übrigens auch das schöne Cover und die farblich passende Vorsatzpapier, ein Hingucker.











