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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Meli:

So nett, dass es schon ein bisschen langweilig ist

Proof of Hope von April Dawson

Aurora und ihre Schwestern haben nach ihren schlechten Erfahrungen beschlossen eine Treuetest-Agentur zu gründen und so müssen sie sich immer wieder mit untreuen Menschen auseinandersetzen. Da fällt es Aurora nur noch schwerer, sich auf eine Beziehung einzulassen. Elijah, dessen Vater gerne bei ihnen investieren möchte, kommt auch nicht infrage, da muss man schließlich professionellen Abstand wahren.

Deswegen will Aurora der Anziehung auch nicht nachgeben, nachdem sie schnell merken musste, dass ihre Vorurteile bei Elijah nicht zutreffen, und Elijah will ihren Wunsch respektieren. Beide sind sympathisch und ständig bemüht, sich zu verbessern. Auroras Familie ist liebevoll und unterstützt einander, bei Elijah sind die Verhältnisse auch so viele Jahre nach dem Seitensprung seines Vaters eher kompliziert und besonders mit seinem Halbbruder ist es ein ständiger Konkurrenzkampf.

Letztendlich fand ich die Liebesgeschichte der Protagonisten einfach ein bisschen zu langweilig. Sie sind beide so nett und zuvorkommend, dass es der Geschichte etwas an Biss fehlt. Es gibt zwar schon kleine Probleme, Hindernisse und auch Missverständnisse, aber die Protagonisten selbst sind so unkompliziert, dass das ganze Buch so gemütlich ist, dass es mich kaum noch packen konnte. Liebesromane sind ja schon sehr oft vorhersehbar, aber durch den reibungslosen Umgang zwischen Aurora und Elijah fand ich es auch nicht mehr besonders unterhaltsam.

In diesem Buch wird außerdem gendergerechte Sprache genutzt.

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Süßer Start, aber ab der Hälfte konnte es mich nicht mehr überzeugen

Everlove – Bis übers Ende dieser Welt hinaus von Tanya Byrne

Am Anfang liegt der Fokus auf der Liebesgeschichte von Ash und Poppy, die sich wirklich rasant entwickelt. Ash ist sofort mit ganzem Herzen dabei, auch wenn sie schon oft verletzt wurde. Ihre Familien bilden höchstens minimale Hindernisse, generell liegt einfach Liebe in der Luft und alles ist voller kitschiger Gefühle.

So perfekt wie alles ist, rechnet man auch schon mit einer Wende in der Geschichte, besonders weil schon im Klappentext von einem Unfall die Rede ist und im Prolog bekommt man auch schon etwas davon zu sehen. Das wirft schon einen Schatten auf die niedlichen Gefühle, aber nach dem Autounfall ändert sich die Atmosphäre der Geschichte vollkommen. Die magische Welt konnte mich leider nicht so ganz überzeugen, die Regeln waren mir etwas zu schwammig und danach konnte mich das ganze Buch nicht mehr packen.

Ich mochte besonders Ashs sympathische Familie mit Migrationshintergrund und fand es sehr schade, wie sehr sie dann plötzlich vernachlässigt wurden. Ich glaube, ich habe besonders von Ash ein anderes Verhalten erwartet und wurde da enttäuscht. Sie ist schon etwas naiv und sieht alles nur noch durch die rosarote Brille, ich hätte mir bei ihr auch noch ein paar andere Charaktereigenschaften gewünscht. Auch Poppy ist nicht viel mehr als einfach Ashs absolute Traumfrau.

Ash konnte schon vorher nur an Poppy denken und ist natürlich traurig, dass ihre Liebe frühzeitig ein Ende finden musste, und auch wenn im Buch schon recht schnell deutlich wird, dass es eine Liebesgeschichte sein soll, die stärker ist als der Tod, fehlte es mir besonders nach dem Unfall an Charaktertiefe und die Geschichte hat sich dann auch oberflächlicher entwickelt, als ich erwartet hätte.

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Schwieriger Start, aber dann doch ein spannendes Abenteuer

Book of Night von Holly Black

Charlie hatte früher mit krummen Geschäften zu tun, aber davon lässt sie nun lieber die Finger - gar nicht so einfach, wenn man schon einen gewissen Ruf hat. Sie war so gut darin, Bücher zu klauen, und plötzlich holt ihre Vergangenheit sie wieder ein und sie muss alte Geheimnisse lüften und Morde aufklären, um zu überleben.

Die Charaktere wurden mir nicht besonders schnell sympathisch, Charlie selbst ist durchaus interessant, aber sie wird auch vom Chaos angezogen und hat verbrecherische Anlagen. Seit ihrer Kindheit wurde sie immer tiefer in eine Welt voller Diebstahl und Betrügereien gezogen, oft war es Zwang, aber es ist auch Teil ihrer Persönlichkeit geworden. Nach und nach habe ich mich an sie gewöhnt und konnte ihre Handlungen nachvollziehen, wie ihre Ermittlungen, ihre Vorsicht und ihren Umgang mit anderen. Ihre Kindheit und Entwicklung über die Jahre fand ich wirklich spannend, aber es hat gedauert, bis ich mit ihr warm wurde.

Ihre Schwester Posey fand ich auch anstrengend, sie ist wie viele andere besessen von der Magie der Schatten, denn ein belebter Schatten ist gerade voll im Trend, und sie benimmt sich einfach wie eine egoistische Jugendliche. Dann ist da noch Charlies Freund Vincent, mit dem sie zusammenwohnt, aber ihre Beziehung ist schon seltsam, da Vincent ziemlich mysteriös ist und Charlie selbst oft nicht weiß, was sie von ihm halten soll und ob sie ihn eigentlich wirklich gern hat.

Die Welt der belebten Schatten, die ein Accessoire oder eine mächtige Waffe sein können, fand ich besonders am Anfang etwas verwirrend, ich mochte aber wie man es mit den Eigenheiten der Moderne kombiniert hat und Charlies Abenteuer und Ermittlungen fand ich wirklich sehr spannend.

Das einzige, was mich aber noch gestört hat, war wohl der Fall um Adam. Eine ehemalige Mitschülerin von Charlie bittet sie, ihren Freund Adam zu finden, der quasi Charlies Nachfolger im Verbrechergeschäft ist, und der ganze Fall konnte mich von vorne bis hinten nicht überzeugen. Warum sie ihn annimmt, wie sie dabei vorgeht und wie die Reaktionen ausfallen; es hat meiner Meinung nach nicht zur restlichen Geschichte oder Charlies Charakter gepasst.

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Viele Pläne, sehr viel Glück und ein seltsamer Wettkampf

Lightlark von Alex Aster

Die sechs Herrscher*innen der sechs Völker nehmen alle hundert Jahre am Centennial teil, bei dem einer von ihnen sterben muss, damit die Flüche über ihre Völker gebrochen werden, die ihnen seit fünfhundert Jahren das Leben schwer machen - bisher ist es ihnen nicht gelungen. Doch Isla vom Wildfolk ist eine Herrscherin ohne Kräfte und muss das gut verschleiern, damit sie überleben kann.

Zusammen mit ihren Lehrerinnen und mit ihrer besten Freundin Celeste, die als Starfolk-Herrscherin ebenfalls am Centennial teilnimmt, haben sie Pläne geschmiedet, damit sie den Wettkampf erfolgreich und möglichst unbeschadet überstehen. Es gibt allgemein sehr viele geheime Pläne und nicht alle erschienen mir wirklich logisch. Mich hat auch etwas gestört, wie einfach Isla trotz ihrer fehlenden Magie alle möglichen Situationen meistert, obwohl sie eigentlich planlos ist. Es wird so dargestellt, als schaffe sie das durch Können und Raffinesse, aber es ließ in meinen Augen eher ihre Konkurrenten inkompetent erscheinen.

Den Wettkampf fand ich eher enttäuschend und bin mir auch kaum sicher, ob man es überhaupt wirklich so nennen kann. Es gibt sechs kleine Prüfungen - jedes Oberhaupt darf eine Aufgabe stellen - und derjenige mit den meisten Punkten darf bestimmen, wer mit wem zusammenarbeitet. Diese Prüfungen hätten gerne etwas spannender sein können, denn sie sind oft so gestaltet, dass man das meiste aus Islas Perspektive gar nicht mitbekommt. Die übrigen Regeln des Centennial schienen mir auch nicht immer sinnvoll und ich hatte das Gefühl, dass es viele Widersprüche gibt.

Am Ende bin ich etwas zwiegespalten, da ich die Wendung nicht so ganz gelungen fand, auch wenn sie durchaus Sinn ergab. Den Versuch schätze ich wirklich und auch, wie man alles miteinander verknüpft hat, allerdings war es mir einfach etwas zu viel und daher letztendlich unglaubwürdig. Die Geschichte ist durch Geheimnisse, Pläne und die Konflikte zwischen den Herrschern schon spannend, wird jedoch sehr oberflächlich erzählt. Auch die Welt der sechs Völker scheint vielversprechend, aber man erfährt nur sehr wenig über ihre Kulturen und wie sie sich aufgrund ihrer speziellen Flüche entwickelt haben. Das Liebesdreieck konnte mich auch kaum begeistern.

Wegen der sehr unterschiedlichen Bewertungen, die es schon zu dem Buch gab, waren meine Erwartungen ziemlich niedrig und ich weiß nicht, ob es mir deswegen besser oder schlechter gefallen hat, letztendlich fand ich es jedenfalls eher durchschnittlich.

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Seltsames Tempo, bekannte Geschichten und eine enttäuschende Heldin

Elektra, die hell Leuchtende von Jennifer Saint

Am Anfang stehen noch Kassandra und Klytämnestra im Mittelpunkt. Kassandra kann in die Zukunft sehen, aber als sie den Wünschen des Gottes nicht entsprach, hat Apollo sie verflucht, sodass ihr niemand mehr glauben will, wenn sie ihre Familie vor Katastrophen warnt. Auch, als ihr Bruder Paris sie alle dem Untergang zu weihen droht, kann Kassandra immer nur zusehen, ohne etwas ausrichten zu können.

Klytämnestra ist die Schwester der bekannten Helena und schon bald die Frau des Königs der Griechen, Agamemnon. Der jahrelange Krieg hat schon für viel Abstand zwischen ihnen gesorgt, aber auch davor schon hatten sie oft unterschiedliche Ansichten. Nun möchte sie ihre Kinder vor Agamemnon und seinem Ehrgeiz beschützen, und vor dem Fluch, der über seiner Familie hängt und für schreckliche Mordfälle innerhalb der Familie sorgt.

Ihre Tochter Elektra ist am Anfang der Geschichte noch gar nicht geboren und danach ist sie noch lange sehr jung, erst zum Ende hin kommt sie wirklich zu Wort und da das Buch mich bis dahin kaum packen konnte, konnte ich auch danach kaum noch überzeugt werden. Weil der Buchtitel nun mal ihren Namen enthält, hatte ich mehr von Elektra erwartet, obwohl ich auch den Mythos schon einmal gehört hatte und eigentlich wusste, wie sich ihre Geschichte entwickeln muss.

Ich mochte das Tempo nicht besonders, ich konnte oft nicht nachvollziehen, wie viel Zeit verging, oft waren es Jahre, die man kaum spüren konnte. Natürlich habe ich viel aus den alten Sagen wiedererkannt und das hat schon dabei geholfen, dass ich der Geschichte trotzdem gut folgen konnte. Es gab jede Menge Namen und Charaktere, die am Trojanischen Krieg beteiligt waren, aber sie kamen und gingen oft sehr schnell, viele Ereignisse hat man auch kaum richtig miterlebt und das lässt alles etwas irrelevant erscheinen. Ich mochte an dem Buch zum Beispiel die feministischen Ansätze, aber trotz der Tode und Katastrophen ließ es mich eher kalt.

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Traumata und Neuanfänge

Shatter and Shine von Sarah Stankewitz

Es ist schon Monate her und eigentlich waren sie sogar getrennt, aber Hazel hatte geplant, sich wieder mit Mason zu versöhnen und hätte gern den Rest ihres Lebens mit ihm verbracht - doch Mason ist bei einem Einsatz in Afghanistan gestorben. Es fällt Hazel noch schwer, nach vorne zu blicken. Cameron ist aus dem Krieg zurückgekehrt, aber der Krieg hat ihn nicht verlassen: Er hat sein Gehör verloren und die traumatischen Erinnerungen begleiten ihn noch immer, er ist auch kaum bereit, sich der neuen Phase seines Lebens zu stellen.

Die Protagonisten brauchen beide einen Neuanfang und trotz ihrer Probleme und Ängste bietet das Buch eine langsame und gemütliche Liebesgeschichte, die ihre Höhen und Tiefen hat. Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind sie ein süßes Paar, das sich gegenseitig unterstützt und auch die sympathischen Nebencharaktere geben ihnen Halt.

Durch Camerons Gehörlosigkeit und weil er auch noch nicht so weit ist, Gespräche über Gebärdensprache zu führen, findet die Kommunikation zwischen ihm und Hazel hauptsächlich übers Handy statt, selbst wenn sie zusammen sind. Auch wenn ich Geschichten über Brieffreundschaften oder ähnliches sehr mag, besonders in der Anfangsphase, fand ich die Gespräche zwischen den Protagonisten so ein bisschen unpersönlich.

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Unterhaltsam, hätte aber gern noch spannender und magischer sein können

#London Whisper – Als Zofe tanzt man selten (aus der Reihe) von Aniela Ley

Die Geschichte setzt genau dort an, wo der Vorgänger geendet hat und so ist man sofort wieder im Geschehen. Doch nach einem spannenden Start lässt das Tempo schnell nach und die Hälfte des Buches ist danach eher gemütlich, aber auch unterhaltsam. Die außergewöhnliche Zofe Zoe bringt wieder frischen Wind in die Reihen der jungen Damen und gewinnt auch zunehmend an Bekanntheit.

Als heimliche Zeitreisende und Spionin kommt ihr das natürlich nicht immer gelegen.

Der Mittelteil zieht sich in die Länge, besonders nach dem Anfang, wo Zeitreisen, Mondscheinmagie und Antagonisten direkt einen Auftritt haben. Danach widmet sich die Geschichte wieder leichteren Themen, die im Vergleich schon etwas langweiliger sind und eher vom eigentlichen Abenteuer ablenken zu scheinen. Auch Zeitreisegefährte Hayden taucht lange kaum auf. Zum Ende hin gefiel mir das Buch aber auch wieder besser und ich bin auch schon gespannt auf das Finale der Trilogie.

Bei Regency-Romanen mag ich auch besonders den Charme durch die Etikette, die mal einschränkt und mal überwunden wird, aber Zoe hat ja kaum noch Respekt für die Regeln dieser Zeit und biegt sie sich bequem zurecht. Das fand ich mal amüsant, aber mal auch etwas enttäuschend. Mir hat aber gefallen, wie durch Zoes Einfluss die jungen Damen zusammenhalten, besonders die Freundschaften zwischen den Mädchen haben mir gut gefallen.

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Dramatische Skandale oder Familienbande?

Catching up with the Carters - In your arms von Fam Schaper

Athena hat längst genug von der Reality-TV-Show ihrer Familie, die ihr gesamtes Leben bestimmt, aber als sie kurz davor ist, alles hinter sich zu lassen, beschließt sie zu bleiben. Sie möchte ihre kleine Nichte beschützen, die auch schon viel Drama und Manipulation über sich ergehen lassen musste.

Und Athena ist nicht mehr bereit, sich den Entscheidungen ihrer Mutter Evelyn einfach so zu beugen.

Da Athena also am Set bleibt und weiterhin in der Show auftritt, haben wir hier einen viel besseren Blick hinter die Kulissen und können auch viel besser spüren, wie Evelyn Drama inszeniert und ihre Familie dazu bringt, auch mitzuspielen. In den Vorgängern hat man schon viel darüber gehört, aber ich fand es auf jeden Fall interessant, auch dabei zu sein und zu sehen, wie die Carters miteinander umgehen.

Die verschiedenen Familienmitglieder stehen sich nicht besonders nah. Es geht zwar jeder anders mit dem Druck der Show um, aber für einige ist es ihre Arbeit und während sie ständig eine Rolle spielen müssen, hatten sie keine Gelegenheit, ihre Beziehungen untereinander auch im echten Leben aufzubauen. Aber nun versucht Athena zumindest ein bisschen, das Steuer herumzureißen und die Dynamik in ihrer Familie zu verändern. Ich mochte ihre Initiative und dass sie auch versucht, selbstlos zu sein, dabei aber noch lange nicht perfekt ist. Aber wer wäre das nach so einer Kindheit und Jugend schon?

Während Athena versucht, Familienbande zu knüpfen, möchte Produktionsassistent Sam beweisen, dass er seinen Job gut macht, aber die Erwartungen seines Vaters sind hoch und dann wird seine Arbeit auch noch manipuliert. Obwohl er verärgert ist und Vorurteile hegt, beginnt er dann doch, Athenas Gründe zu verstehen und kann ihren Wunsch nach Veränderung respektieren.

In meinen Augen standen Athenas Bemühungen im Mittelpunkt, und die haben mir wirklich gut gefallen, ihre Liebesgeschichte mit Sam war eine gelungene Ergänzung.

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Düster, spannend & magisch

Wendy & Peter. Verloren im Nimmerwald von Aiden Thomas

Wendy und ihre jüngeren Brüder verschwanden im Wald, sechs Monate später tauchte Wendy allein wieder auf und konnte sich an nichts mehr erinnern. Das ist fünf Jahre her und plötzlich verschwinden wieder kleine Kinder. Dann taucht ein geheimnisvoller Junge auf, der behauptet, Peter Pan aus den Geschichten zu sein und er kommt Wendy so unglaublich vertraut vor .

..

Auch wenn Wendy sich nicht an die Zeit erinnert, in der sie verschwunden war, hat es ihr Leben verändert. Ihre Eltern haben lange nach den Kindern gesucht und die Jungen werden Jahre später immer noch vermisst, daher hängt schon lange ein Schleier der Trauer über ihrer Familie. Wendy ist älter geworden und versucht nach vorne zu blicken; sie würde gerne eine Ausbildung zur Krankenschwester machen. Aber sie gibt sich noch immer die Schuld daran, dass ihre Brüder nicht zurückgekehrt sind und quält sich weiter damit, dass sie sich an nichts erinnern kann. Als nun also wieder Kinder verschwinden und es scheint, als hinge dies mit dem Vorfall damals zusammen, wird sie wieder mit der Vergangenheit konfrontiert.

Peters Leben, seine ganze Existenz dreht sich darum, sich um die "verlorenen Kinder" im Nimmerland zu kümmern, doch plötzlich beginnt er zu altern und das Leid der entführten Kinder, deren Verbleib auch ihm unbekannt ist, lässt ihn verzweifeln. Wendy war schon immer besonders für ihn und da sie ihm einst geholfen hatte, seinen Schatten wieder an seinen Körper zu binden, hofft er, dass sie eine Lösung finden können.

Ich mochte diese dunkle Peter-Pan-Geschichte, in der man viel wiedererkennt - in meinem Fall von dem bekannten Zeichentrickfilm - und trotzdem hat es eine ganz andere Atmosphäre. Es geht ja hauptsächlich um verschwundene Kinder, Verlust und Peters Ängste wegen seines entflohenen Schattens und der Magie, die deswegen verrückt spielt. Gleichzeitig wird wegen der Kinder ermittelt, was die Geschichte noch etwas realistischer und auch spannend macht, weil sie Peter aufgrund seines seltsamen Auftretens verdächtigen.

Wendys Gedächtnisverlust sowie die Mysterien um Peter, die Kinder und den unheimlichen Wald sorgen für Spannung und auch für eine ernste, düstere Geschichte, der es aber auch nicht an Magie fehlt.

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Eine Stimme und Persönlichkeit für eine Frau, die mehr ist als eine Statue

Galatea von Madeline Miller

Der Künstler Pygmalion fand alle Frauen zu verkommen und schuf sich eine Frau aus Elfenbein, und die Göttin Venus hauchte ihr Leben ein. Jahre später findet er seine perfekte Frau aber nicht mehr so perfekt, denn Galatea hat eine Seele und eigene Wünsche ...

Galatea sieht sich selbst einfach als Frau, auch wenn sie als ehemalige Statue schon eine Außenseiterin ist.

Sie wünscht sich einfach ein normales Leben für sich und ihre Tochter, doch ihr Gatte erwartet immer nur die unberührte Perfektion, die er selbst ja eins erschaffen hat. Ihr Gatte hat sehr genaue Vorstellungen davon, was Frauen perfekt macht und alles andere ist in seinen Augen verdorben und nicht begehrenswert. Er bewundert nicht Galatea, sondern seine eigenen Vorstellungen und Schöpfungen. Galatea hingegen wünscht sich einfach Freiheit, aber sie kann es ihrem Gatten nie recht machen und all ihre Wünsche für sich und ihre Tochter werden brutal unterdrückt, eingesperrt von den unrealistischen Erwartungen eines misogynen Mannes.

Ich fand es schon sehr schade, dass die Geschichte von Galatea so kurz war, denn das Buch ist schon kurz und dann sind da noch die ganzseitigen Illustrationen von Thomke Meyer, ein Vorwort der Autorin, eine Übersetzung der Pygmalion-Geschichte von Ovid und ein Nachwort des Philologen Andreas Knabl, sodass die Geschichte selbst sehr kurz bleibt. Dabei fand ich zwar auch Vor- und Nachwort sehr interessant und die Illustrationen auch sehr hübsch, aber ich hätte auch nicht unbedingt so viele Erklärungen gebraucht. Ich weiß schon nicht, was ich über die Charaktere und diese moderne Interpretation sagen soll, denn das Buch analysiert diese Dinge ja schon selbst und da will ich eigentlich auch nicht viel vorwegnehmen.

Fazit
"Galatea" gibt Pygmalions Statue nicht nur eine Stimme, sondern auch eine Persönlichkeit und ist damit eine spannende neue Interpretation des alten Mythos. Ich wünschte nur, sie wäre etwas länger gewesen!

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