Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Gavroche:

Basteln

Im Kindergarten: Allererstes Schneiden von Kirstin Jebautzke

Dieser Block ist eine tolle Beschäftigung, wenn die Kita mal wieder geschlossen bleiben muss und die Kleinen zu Hause gut beschäftigt werden müssen, damit keine Langeweile aufkommt. Für dreijährige Kinder ist es je nach Motorik noch eine allzugroße Herausforderung und vor allem bei den schriftfreien Erläuterungen ist es gut, wenn man gemeinsam klärt, wie die Aufgabe gemeint ist.

Aber gut ist, dass es gleich Vorlagen für mehrere Versuche gibt beziehungsweise können mehrere Kinder gleichzeitig sich an die Aufgaben machen. Denn hier geht es nicht nur um das Schneiden, sondern auch darum, Ausgeschnittenes aufzukleben, anders zusammen zu setzen und natürlich nach dem eigenen Geschmack auszumalen. Hier werden durch unterschiedliche Anforderungen gleich diverse motorische Fähigkeiten gefördert und miteinander verbunden und zugleich macht es Spaß.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche

Anna

Trümmermädchen von Lilly Bernstein

Köln während des Zweiten Weltkriegs. Anna wächst bei ihrem Onkel Matthias und ihrer Tante Marie auf. Sie betreiben eine Bäckerei und deswegen wird der Onkel auch lange nicht eingezogen. Doch kurz nachdem der Onkel doch eingezogen wurde, kommt es zu einem Bombenangriff und die Bäckerei und somit der Lebensunterhalt der Familie werden zerstört.

Doch davon lassen sich die beiden Frauen nicht unterkriegen und gemeinsam mit einem polnischen Hilfsarbeiter machen sie sich an die Arbeit, damit die Kölner auch weiter Brot bekommen können und erfüllen somit Onkel Matthias' Auftrag. Der zweite Teil der Handlung spielt in der Nachkriegszeit und Anna ist mittlerweile zu einer Jugendlichen herangewachsen. Auch hier spielen Bäckerei und (der Duft von) Brot eine große Rolle. Eine sehr emotionale Geschichte, geschrieben in einem wunderbaren Schreibstil; ein Buch, das zu Herzen geht und nebenbei noch Geschichtslektionen gibt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche

Dänische Hochspannung

Leichenblume von Anne Mette Hancock

Dieses Buch wurde in der Vorankündigung schon so hochgelobt, unter anderem von Jussi Adler-Olsen, dessen Bücher ich sehr gerne lese und somit war meine Erwartung umso höher an das Buch von Anne Mette Hancock. Und auch das Gefühl, villeicht doch enttäuscht zu werden. Doch das war nicht der Fall. Die dänische Autorin hat mich mit ihrem Thriller-Debüt um den Kommissar Schäfer und die Kopenhagener Investigativ-Journalistin Heloise Kaldan überzeugen können.

Die Journalistin erhält eine Reihe von Briefen einer seit Jahren gesuchten Mörderin. Anna Kiel scheint so einige Details aus dem Leben von Heloise zu kennen. Kommissar Schäfer erhält die Information, dass man Anna Kiel gesehen hat. Wechselnde Perspektiven (das scheint seit einigen Jahren quasi ein "Muss" zu sein), überraschende Wendungen und eine schlüssige Auflösung und ein toller Schreibstil mit einem Gefühl für Spannung. Ich werde die Autorin bestimmt weiter "verfolgen" und empfehlen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche

Vier Frauen

Leichenblume von Anne Mette Hancock

Als erstes ist mir bei diesem Buch der Titel aufgefallen, der an die Beschreibung eines Gemäldes denken lässt, vermutlich vom Beginn des 20. Jahrhunderts. Mir gefiel der Titel gut und er hat sofort meine Neugierde geweckt. Das Cover wiederum passt nicht zum Titel, was ich erwartet hatte, aber macht nur umso neugieriger.

In dieser Familiengeschichte geht es um vier Frauen, die Geschichte erstreckt sich über ein ganzes Jahrhundert, eine Generationengeschichte und im Mittelpunkt steht jedoch ein Gemälde. Den chronologischen Anfang macht Senta, die mit ihrer Tochter Evelyn, zu der sie keine emotionale Bindung aufbauen kann, von einem Leben in Berlin träumt, in den wilden 20er Jahren. Evelyn wächst bei ihrer Tante auf und auch sie hat später kein einfaches Verhältnis zu ihrer Tochter, allerdings zu ihrer Enkelin Hanna. Evelyn erhält einen Brief, in dem es um ein verschollenes Gemälde geht, das dem jüdischen Vater von Sentas zweitem Ehemann gehörte. Vergangenheitsbewältigung, Familiengeschichte, Grauen des Krieges, jüdisches Leben, Mütter und Töchter - hier werden viele Themen angesprochen, doch das Buch ist nicht überfrachtet. Ein poetischer Schreibstil rundet das Ganze ab.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche

Beklemmend

Der Mädchenwald von Sam Lloyd

Elissa ist ganz aufgeregt, denn heute ist der Tag des Schachturniers und sie will unbedingt gewinnen. Es geht ihr mehr um die Ehre als um den Preis und der Vormittag verläuft auch wirklich gut. Doch dann geschieht etwas Unfassbares: Elissa wird entführt und wacht in einem dunklen Raum auf. Sie verletzt sich, ist natürlich verstört, aber versucht dennoch, den Raum und ihre Erinnerungen wie ein Schachbrett aufzubauen und alles logisch anzugehen.

Der Mann, der sie in der Gewalt hat, der "Ghul", verlangt absoluten Gehorsam von ihr, sonst wird sie bestraft bzw. im anderen Fall belohnt. Doch sie bekommt noch anderen Besuch, der zwölfjährige Elijah besucht sie. Doch er ist sehr weltfremd und lebt abgeschieden mit seiner Familie im Wald, ohne moderne Kommunikationsmittel. Bis zu einem gewissen Grad will er ihr helfen, doch einfach befreien kann er sie nicht.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht dieser beiden und aus der Polizistin Mairéad, die mit der Aufklärung des Falls beauftragt ist. Kurze Kapitel und oft wechselnde Perspektiven erhöhen die Spannung. Das Buch ist in zwei Teile unterteilt und es gibt immer wieder überraschende Wendungen bzw. eher Einsichten. Der Titel des Buches erklärt sich im Laufe der Handlung gut. Düster und beklemmend und bis zum Schluss überraschend.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche

Träume

Miss Bensons Reise von Rachel Joyce

Margery Benson hatte mal einen Lebenstraum: als ihr Vater ihr als Kind von dem goldenen Käfer in Neukaledonien ein Bild in einem Buch gezeigt hatte, wollte sie den Käfer unbedingt in der Realität sehen. Doch das Leben kam dazwischen und dieser Kindheitstraum geriet erstmal viele Jahre in Vergessenheit.

Bis er sich wieder in den Vordergrund drängt und Margery sich auf den Weg macht. Als Assistentin begleitet sie ausgerechnet Enid Pretty - auf den ersten Blick könnte kaum eine unpassender sein. So die Ausgangslage. Rachel Joyce konnte mich auch mit ihrem neuen Buch wieder einmal fesseln und auf eine abenteuerliche Reise mit starken Frauengestalten schicken. Das Gefühlsspektrum reichte von Trauer und Trauma hin zu Forscherdrang und Freundschaft und schickt uns auf eine tolle Reise ins Jahr 1950. Neben einer tollen Geschichte auch wieder ein wunderbarer Schreibstil.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche

Unendlich

Miss Bensons Reise von Rachel Joyce

Amy Evans ist 17 Jahre alt und lebt seit dem Tod ihres Vaters mit ihrer Mutter und ihrer Tante in London. Da sie früher schon öfter bei der Tante war, kennt sie ihre beste Freundin Jill schon länger und nun gehen sie auch gemeinsam auf die Saint Michael Schule, eine Schule, die sich die Mutter eigentlich nicht leisten kann, aber die die Tante bezahlt.

Auf einem Schulausflug auf die Tower Bridge stößt sie mit dem geheimnisvollen Louis zusammen und dabei stieben wortwörtlich die Funken, zumindest Amy sieht diese. Doch der Junge reagiert eher abweisend und unfreundlich. Doch was Amy bei dieser Begegnung gesehen hat vor ihrem inneren Auge, das hat sie doch schon mal gezeichnet. Überhaupt scheinen ihre Zeichnungen, die sie wie aus einem inneren Drang heraus zeichnet, eine tiefere Bedeutung zu haben. Schon bald lernt sie in der Schule auch Nathan kennen, der größte Konkurrent von Louis. Das erste Drittel des Buches zog sich meiner Meinung nach zu sehr und alles wies auf eine klassische Dreierbeziehung hin. Doch das besserte sich später zum Glück und es gab ein paar Überraschungen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche

Emotional

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder von Antonia Blum

Ein sehr emotionaler Auftaktband, der sich mit einer Kinderklinik zu Beginn des 20. Jahrhunderts beschäftigt, eine aufregende und neue Zeit für Krankenhäuser. Der Beginn ist schon sehr traurig. Nachdem erst so schön der sechte Geburtstag von Marlene gefeiert wird, stirbt die Mutter bereits ein paar Stunden später und Marlene und ihre kleine Schwester Emma sind Waisen.

Sie fliehen in die Hauptstadt Berlin, um dem Waisenhaus zu entkommen, was jedoch nicht gelingt, wie wir aus der Rückschau erfahren. Dann gibt es einen großen Zeitsprung und die beiden Schwestern dürfen ihre Ausbildung zur Kinderkrankenschwestern in der Klinik Weißensee beginnen. Welch aufregende Zeiten! Nicht nur für Marlene und Emma, sondern auch für uns als Leser, die hier gute Einblicke in die Ausbildung und die Funktionsweise der Klinik erhalten. Aber auch über die Rolle der Frau und die allgemeine politische Situation erfährt man hier - gut eingebunden in das Romangeschehen - so einiges. Ich fand es gut, dass die beiden Schwestern so unterschiedlich sind und habe immer mitgefiebert, ein wenig mehr noch mit Marlene, die eindeutig im Mittelpunkt steht. Toller Schreibstil, tolle Geschichte - ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche

Dengler ermittelt

Kreuzberg Blues von Wolfgang Schorlau

Georg Dengler ermittelt nunmehr bereits in seinem zehnten Fall. Und nun muss er auch noch von Stuttgart nach Berlin. Und das alles auch noch in Zeiten der Corona-Pandemie - also ein topaktueller Fall. Dies zeigt sich nicht nur daran, dass die handelnde Zeit in das Jahr 2020 mit der alles beherrschenden Corona-Pandemie gelegt wird, sondern auch das Thema ist brisant und leider nur allzu bekannt: es geht um Gentrifizierung.

Ein Immobilienhai, der mit seinen fiesen Methoden nicht nur Mietshäuser, sondern auch eine Kindertagesstätte schließen möchte, um an der Stelle ein schickes neues Haus für zahlungskräfitge Kunden bauen möchte. Dabei schreckt die Kröger AG nicht vor Ratten zurück. Und so ruft Silke, eine Freundin von Olga, diese zur Hilfe. Wie immer sehr gut recherchiert und die Problematik wird sehr deutlich, doch tritt der Unterhaltungsaspekt dabei auch nicht in den Hintergrund. Dengler hat es einfach drauf - bzw. Wolfgang Schorlau natürlich.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche

Beziehungen

Bären füttern verboten von Rachel Elliott

Sydney Smith steht im Mittelpunkt dieses Buches, denn alle anderen Charaktere, die hier vorkommen und deren Geschichte wir erfahren oder die wir gewissermaßen ein Stück weit ihres Lebensweges begleiten, treffen auf sie oder standen schon vorher in einer Beziehung zu ihr. Sydney ist Freerunnerin und zu ihrem 47.

Geburtstag traut sie sich endlich wieder nach St. Ives. Ihre Lebensgefährtin findet das außerordentlich befremdlich. Sydney wollte noch nie ihren Geburtstag feiern, doch nun verreist sie ganz alleine. Was steckt dahinter? Sehr viel, wie wir Leser im Laufe des Buches erfahren. Und auch, wie die Personen zusammenhängen. Eine gelungene Geschichte und ein toller Schreibstil. Eine Geschichte, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Aber auch eine Geschichte mit so einigen skurrilen Charakteren und schon ein wenig britisch - im positiven Sinn.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gavroche