Kunden em pfehlungen
Rezensionen von BarbaraM:
Ein unglaublich berührender, wunderschöner und faszinierender Roman
Tiger Roman. Gebunden. von Clark Polly
„Tiger“ von Polly Clark ist 2020 im Eisele Buchverlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 432 Seiten.
Dieses Buch ist ein tolles und intensiver Zusammenspiel von zunächst drei gänzlich unterschiedlichen Geschichten. Da wäre zunächst Frieda Bloom zu nennen. Sie ist Primatologin und lebt mit einem heftigen Trauma aufgrund eines schlimmen Überfall.
Dieses Trauma entwickelte sich zu einer Morphiumabhängigkeit und sie musste ihre geliebten Arbeitsstelle bei den Bonobo-Affen hinter sich lassen. Ihr neuer Job in einem Zoo lässt sie eine besondere Beziehung zu einem sibirischen Tigerweibchen knüpfen.
Nun schwenkt die Geschichte zu Tomas, der in Russland gemeinsam mit seinem Vater ein Tigerreservat leitet. Die Beziehung von Vater und Sohn ist alles andere als einfach und Tomas steckt mehr in der Rolle eines Untergebenen. Ein weiterer Sprung lässt den Leser zu Edith und ihrer Tochter Sina in die Einsamkeit eines Waldes in Sibirien gelangen. Auch deren Geschichte wird nun sehr eindrücklich erzählt.
Schlussendlich wird die Geschichte der sibirischen Tigers selbst erzählt und damit verknüpft sich dann auch die Geschichte der menschlichen Protagonisten.
Polly Clark gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren einerseits feinfühligen und ruhigen Schreibstil in den Bann zu ziehen und andererseits schreibt sie sehr hart und krass und nimmt kein Blatt vor den Mund. Ich als Leserin fühlte so ab der ersten Seite sowohl was die Höhen als auch die Tiefen von Frieda und Tomas, Edith und Sina anbelangt mit und konnte mich völlig in die menschlichen Protagonisten hineinversetzen und deren Gefühle und Gedanken nachvollziehen. Genauso ist es Polly Clark auch gelungen, die Taiga vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen und sie beschreibt den Naturraum und das Leben des sibirischen Tigers sehr detailliert und genau. Polly Clark schafft es in ihrem Roman dann letztendlich auf sehr spannende und faszinierende Art und Weise die Schicksale von Frieda, Tomas, Sina und dem sibirischen Tiger zusammenzuführen. Ich habe dies sehr genossen.
Als Kritikpunkt muss ich jedoch auch die harten Szenenwechsel zwischen den Geschichten nennen. Oftmals absolut eingetaucht, wurde ich als Leser sehr schroff aus der jeweiligen Geschichte herausgerissen und musste mich erst einmal mit der „neuen“ Umgebung anfreunden – wurde aber dann nach wenigen Seiten wieder sofort in den Bann gezogen.
Fazit: Ein wunderschöner, feinfühliger und faszinierender Roman.
Es war für mich ein Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Frieda, Tomas, Sina und dem sibirischen Tiger einzutauchen.
Es hat mich sehr berührt und bereichert und klingt ganz wunderbar in mir nach.
Ein wunderbares, spannendes Abenteuer gewürzt mit ganz viel frischer Bergluft!
Die kleine Dame in den Blauen Bergen von Stefanie Taschinski
Familie Bär erwartet Besuch von der Oma, aber leider ist die Lieblingskuh der Oma krank geworden und sie kann nicht kommen. Kurzerhand beschließt Familie Bär stattdessen nun der Oma einen Besuch in den blauen Bergen abzustatten. Die kleine Dame kommt auch mit, aber davon wissen nur die Kinder Lilly und Karlchen.
Doch allzu lange bleibt dies kein Geheimnis, denn nicht nur die Lieblingskuh der Oma benötigt die Hilfe der kleinen Dame, sondern auch die kleine Dame selbst wird in den blauen Bergen ernsthaft krank. Ob wohl alle wieder gesund werden und wie wird die Oma auf die kleine Dame reagieren? Selberlesen und dabei ein tolles Abenteuer erleben ist angesagt.
Mit ihrem Buch „Die kleine Dame in den blauen Bergen“ ist Stefanie Taschinski ein weiteres wunderbares, lebendiges und sehr lesenswertes Abenteuer gelungen, das im Arena Verlag 2020 erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 200 Seiten umfasst. Wenn ich richtig mitgezählt habe, dann ist es wohl das fünfte Abenteuer mit der kleinen Dame (die Extrabücher nicht mitgerechnet). Es ist geeignet für Kinder ab 8 Jahren zum Selberlesen, kann aber sicherlich auch schon ab 6 Jahren vorgelesen werden. Auf den ersten Blick spricht es sicherlich Mädchen an, es ist in meinen Augen aber auch für Jungs lesenswert.
Stefanie Taschinski gelingt es in einer absolut kindgerechten, klar verständlichen und modernen Sprache ihre Geschichte zu schreiben. Sie schafft es ab der ersten Seite eine Nähe zu ihren Lesern zu erzeugen. So macht das Lesen Spaß und Freude und die Geschichte ist ein richtiges Abenteuer!
Prima gefallen hat uns natürlich wieder die kleine Dame. Wir konnten prima mit ihr mitfühlen, uns mitfreuen und uns mit ihr ängstigen als sie so krank wurde. Aber auch die anderen Charaktere, wie Lilly, Karlchen und die Oma, haben uns begeistert. Chaka, das Chamäleon durfte natürlich auch wieder nicht fehlen. Mit der Oma hatten wir anfangs so unsere Probleme, weil sie so unnahbar und schroff zu ihren Enkeln und auch der kleinen Dame war. Aber sie macht ja eine tolle Entwicklung mit der ganzen Familie Bär und der kleinen Dame durch und am Ende haben auch wir sie ins Herz geschlossen.
Das Cover des Buches ist absolut passend zur Geschichte gestaltet und es gibt einiges darauf zu entdecken. Der Stil der Illustratorin Nina Dulleck ist einfach richtig toll. Er ist modern, witzig, detailliert und einfach frisch. Auch im Inneren des Buches sind so viele bunte Zeichnungen von Nina Dulleck zu finden, die das Gelesene sehr unterstreichen. Meine Tochter und mich hat es total angesprochen.
Und da uns nun so alles gefällt: die Geschichte insgesamt, die Charaktere, das passende Cover und die Illustrationen im Inneren des Buches und natürlich der frische und kindgerechte Schreibstil von Stefanie Taschinski, vergeben wir glatte 5 von 5 Punkten und wir hoffen darauf, das es noch weitere Bände um die kleine Dame, Chaka und Familie Bär geben wird.
Eine herzerwärmende Geschichte um den kleinen Tannenbaum namens Theo von Tanningen und seine liebenswerten Freunde
Theo von Tanningen Ein Weihnachtsbaum mit Lampenfieber. Gebunden. von Mauder Katharina
Theo von Tanningen ist ganz aufgeregt, denn es ist wieder so weit: es ist Weihnachtszeit. Er fiebert richtiggehend darauf hin, endlich ein echter Weihnachtsbaum für eine Familie zu werden. Und tatsächlich, Förster Tobias befestigt an seiner Spitze das heißersehnte rote Bändchen. Seine besten Freunde Igel Luis, Wildschwein Gundula und Eichhörnchen Millie staunen nicht schlecht und sind selbst ganz aufgeregt.
Zum Glück haben sie einander und halten immer fest zusammen, denn bis zum 24. Dezember sind es noch einige Tage und da kann noch so allerhand passieren. Schließlich gilt es noch eine Geburtstagsfeier vorzubereiten, den miesepetrigen Horst vom Forst in Weihnachtsstimmung zu versetzen, den ersten Schnee zu genießen, dem Igel Luis unter die Arme zu greifen und vieles mehr.
Mit ihrem Buch „Theo von Tanningen: Ein Weihnachtsbaum mit Lampenfieber“ ist Katharina Mauder ein so lesenswertes Abenteuer gelungen, das ganz viel weihnachtliche Stimmung verbreitet. Es ist im Esslinger Verlag erschienen und umfasst 112 Seiten, die sich auf neun kleine Kapitel verteilen.
Das Buch ist in einer kindgerechten, witzigen und alltäglichen Sprache geschrieben. Ein Element, das eine direkte Nähe zu den jungen Lesern erzeugt. Die vorkommenden Figuren sind alle sehr sympathisch, sogar den alten und oftmals schlechtgelaunten Horst vom Forst schließt man dann doch schnell ins Herz, als man seine Geschichte genauer kennen lernt.
Kinder können sich sehr gut mit den Figuren identifizieren. Wir haben richtig mitgefiebert, haben oftmals laut gelacht, uns mitgefreut und sind selbst in eine schöne weihnachtliche Stimmung versetzt worden.
Passend zur Geschichte sind viele schöne Zeichnungen von Illustrator Horst Hellmeier zu finden, welche das Waldabenteuer zur Weihnachtszeit wunderbar ergänzen und unterstreichen.
Fazit: Wir sprechen eine absolute Leseempfehlung aus für Jungen und Mädchen ab 5 Jahren.
Meine beiden Kinder haben dieses Buch „verschlungen“ und mir als Mama hat es ebenfalls richtig gut gefallen.
Erfrischend komisch und schräg und dabei unglaublich bildgewaltig!
60 Kilo Sonnenschein von Hallgrímur Helgason
„60 Kilo Sonnenschein“ von Hallgrimur Helgason ist im Jahr 2020 im Tropen Verlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 576 Seiten. Das Buch wurde ausgezeichnet mit dem isländischen Literaturpreis für den besten Roman des Jahres.
Im Zentrum der Geschichte steht zunächst die Person Eilifur.
Dieser hat eine Familie mit zwei Kindern zu versorgen und lebt in äußerst ärmlichen Verhältnissen in einer kleinen Hütte in einsamen Island zur Zeit des Überganges vom 19. auf das 20. Jahrhundert. Um seiner Familie eine Freude zu Weihnachten zu machen, möchte er etwas Weizen besorgen. Nach seiner Rückkehr findet er jedoch nur noch seinen Sohn Gestur lebend vor. Der Leser darf nun das weitere Leben des Gestur mitverfolgen und lernt vielfältige teilweise sehr skurrile Personen kennen, die alle im kargen Island leben und den schwierigen Umständen dort trotzen.
Halligrimur Helgason erzählt die Geschichte von Eilifur und Gestur in einem langsamen Tempo mit einem ganz eigenen Humor, teilweise etwas derb, manchmal auch etwas auf die Spitze getrieben, aber auch ganz zart und feinfühlig und vor allem bildgewaltig. Mir persönlich hat dies sehr gut gefallen und ich habe die Geschichte gerne gelesen. Oft habe ich mich selbst beim Schmunzeln ertappt.
Sehr fasziniert hat es mich, wie der Autor es schafft, den Leser in die naturgewaltige Welt Islands zur damaligen Zeit eintauchen zu lassen.
Ein Buch mit vielen wichtigen Botschaften, das leider erst in der zweiten Hälfte so richtig in Fahrt kommt
Liane und das Land der Geschichten von Elif Shafak
Liane liebt Geschichten und Bücher über alles, ihren Namen jedoch nicht, denn wegen diesem wird sie oft von ihren Mitschülern aufgezogen. Aufgrund dieser Hänseleien zieht sie sich gerne in die Schulbücherei zurück und steckt ihre Nase oft tief in die spannenden Bücher. Eines Tages macht sie dort die Entdeckung eines achten Kontinentes und plötzlich tauchen dann auch noch zwei hilfesuchende Kinder dieses Kontinentes auf, die sie mitnehmen auf eine spannende und fantastische Reise.
Aber mehr wird nicht verraten!
Mit ihrem Kinderbuchdebüt „Liane und das Land der Geschichten – Ein Buch über die Magie des Lebens“ ist Elif Shafak ein lesenswertes Abenteuer mit vielen wichtigen Botschaften gelungen, das im Verlag arsEdition erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 160 Seiten umfasst.
Bereits das kunterbunte und liebevoll gestaltete Cover ist ein echter Eyecatcher. Es lädt absolut zum Lesen und Träumen ein. Dafür benötigt man dann jedoch vor allem in der ersten Hälfte des Buches einen langen Atem. Viele Passagen ziehen sich in meinen Augen sehr lange durch viele Ausführungen hin und lassen einen Lesefluss zunächst nicht richtig aufkommen. Zudem wirkt die Atmosphäre anfangs sehr traurig und belastend, da Liane eine schwierige Zeit durchmacht. Sie wird gemobbt, ist oft alleine und einsam. Umso besser wird dann jedoch die zweite Hälfte des Buches. Hier wird es spannend, die Seiten fliegen nur so dahin und jetzt kommt richtige Lesefreude auf.
Manchmal hat man aufgrund des poetischen Schreibstils auch das Gefühl, man würde sich in einem echten Märchen befinden.
Sehr gefallen haben mir die vielen Botschaften, die in diesem Buch stecken. Neben der Wichtigkeit von Büchern, des Lesens und der Phantasie werden Themen wie Glück, Zufriedenheit, aber auch Ausgegrenztsein und Einsamkeit thematisiert.
Fazit: Ein Buch, das viele tolle Botschaften vermittelt, wenn man sich durch den langatmigen Anfang kämpft, das zum Nachdenken einlädt und dann leider viel zu schnell endet.
Schonungslos, ehrlich, schockierend, berührend
Wie ich verschwand von Laura Jungk
„Wie ich verschwand: Mein Weg aus der Magersucht“ von Laura Jungk ist im August 2020 im Ullstein Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 432 Seiten.
Die Autorin schildert hier ihre persönliche Geschichte um das Thema der Magersucht. Bereits mit 13 Jahren begann diese Essstörung.
Laura Jungk wog an ihrem Tiefpunkt lediglich 39 Kilogramm, litt an Depressionen und Zwängen, verletzte sich selbst und ihr Umfeld musste mehr oder weniger ohnmächtig zusehen. Nach der langen Abwärtsspirale fand Laura dann wieder den Mut, sich auf einen sehr steinigen Weg nach oben zu begeben und das Schöne in der Welt zu entdecken.
Laura Jungk gelingt es in ihrem Roman den Leser durch ihren ehrlichen, flüssig zu lesenden und ruhigen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Sie hat mich ab der ersten Seite sehr berührt. Laura Jungk erzählt ihre Geschichte mit all ihren Höhen und Tiefen und verheimlicht nichts. Sie lässt den Leser in ihre Gedanken und ihr Leben, das so sehr von der Magersucht beherrscht wird, eintauchen und schafft in meinen Augen so ein gewisses Verständnis für die Krankheit. Sie sensibilisiert mit ihrer persönlichen Geschichte und ruft auf, hinzusehen, zuzuhören und nicht aufzugeben. Am Ende des Buches gibt sie wertvolle Ratschläge für Betroffene, gibt Beratungsadressen und weitere Hintergründe für die Krankheit an.
Ich bewundere ihren persönlichen Kampf, ihren Mut und ihre Kraft und hoffe sehr, dass sie weiterhin ihren Weg gehen wird.
Fazit: Mich hat diese sehr persönliche Erzählung unwahrscheinlich beeindruckt und dies von der ersten Seite an. Die Gedanken und Ausführungen von Laura Jungk haben mich gepackt und machen den Roman so ehrlich und fesselnd.
Ich spreche eine absolute Leseempfehlung aus.
Fantasievoll, spannend und sehr atmosphärisch
Brombeerfuchs. Das Geheimnis von Weltende von Tordasi Kathrin
„Brombeerfuchs – Das Geheimnis von Weltende“ ist das wunderbare Fantasy-Jugend-Debüt von Kathrin Tordasi. Das Buch umfasst in der gebundenen Ausgabe 375 Seiten und ist im Verlag Sauerländer im September 2020 erschienen.
Eigentlich hätte es für Portia, die Urlaub bei ihren Tanten Bramble und Rose in Wales macht, werden können, doch da hat niemand mit dem listigen Robin Goodfellow und dem Finden eines Schlüssels in eine andere Welt gerechnet.
Wo befindet sich das passende Türschloss, was genau verbirgt sich hinter der Tür, sollte die Türe überhaupt geöffnet werden? Ein spannendes Abenteuer beginnt.
Das Buch „Brombeerfuchs – Das Geheimnis von Weltende“ liest sich sehr flüssig und sehr atmosphärisch. Kathrin Tordasi schreibt mitreisend, spannend, detailverliebt und versetzt den Leser mit den ersten Seiten in eine wunderbare Welt, die etwas an die irische Feenmythologie angelehnt ist. Die Autorin kann ganz leise und vorsichtig schreiben und dann wird es auf einmal düster und spannend und das hat mir so richtig gut gefallen. Ich konnte mir alles gut vorstellen: ich war im Cottage bei Bramble und Rose dabei, im Niemandsland mit Portia und Goodfellow, konnte das Feenland, so wunderschön beschrieben, vor meinem inneren Auge entstehen lassen, stand vor der Feenkönigin Titania, habe mitgefiebert als der Nebel aufzog, die Stimmung dunkel wurde und das Jagdhorn ertönte.
Die vorkommenden Charaktere im Buch sind toll ausgedacht und werden prima beschrieben. Ich habe Robin Goodfellow, Ben, Portia, Rose, Bramble und all die anderen in mein Herz geschlossen. Gerne hätte ich persönlich noch etwas mehr über Portia und auch Ben in der realen Welt erfahren. Aber vielleicht kommt dies ja auch noch in einem weiteren Band. Ich denke, dass die Geschichte bis jetzt auch gute Anknüpfungspunkte für weitere Abenteuer hätte. Ich würde mich jedenfalls sehr über eine Fortsetzung freuen.
Das Cover ist übrigens ein echter Hingucker. Ich mag die Farbgestaltung und das Schimmern der Schrift, genauso wie den gezeichneten Fuchs, bei dem man nicht weiß, ob er in einen See blickt oder eine andere Welt. Einfach traumhaft!
Geeignet ist das Buch für Leser ab 10 Jahren.
Fazit: Dieses Buch wird jeder junge Fantasy-Fan richtig gerne lesen. Es bietet auf den rund 400 Seiten eine wunderbare Atmosphäre, ganz viel Spannung und man möchte es einfach nicht mehr aus der Hand legen bis es gelesen ist.
Eine berührende, ehrliche und eindringliche Hommage an einen Vater
Sterben im Sommer von Zsuzsa Bánk
Mit ihrem Buch „Sterben im Sommer“, das 2020 im S.Fischer Verlag erschienen ist und in der gebundenen Ausgabe 240 Seiten umfasst, ist Zsuzsa Bánk eine feinfühlige und ehrliche, auf ihren Erinnerungen beruhende Hommage an ihren Vater gelungen.
Die Autorin Zsuzsa Bánk erzählt als Ich-Erzählerin von ihrem Vater, der aufgrund einer Krebserkrankung im Sommer 2018 stirbt.
Der Vater möchte ein letztes Mal einen Sommer in Ungarn am Balaton verbringen, jedoch geht es ihm dort kurz nach der Ankunft schlechter als erhofft. Es beginnt eine Odyssee durch viele Krankenhäuser, bevor er letzlich in einem solchen verstirbt. Die Autorin berichtet von ihrer Zeit am Krankenbett, von ihren Hoffnungen, Ängsten, dem Verdrängen der Wahrheit, ihrer großen Liebe zu ihrem Vater, ihren Erinnerungen, all ihren Emotionen und vielem mehr. Sie lässt den Leser teilhaben an ihrem Trauerprozess, an der Organisation der Trauerfeier und an der Zeit im ersten Jahr nach dem Tod, aber eben auch am Leben ihres geliebten Vaters.
Zsuzsa Bánk gelingt es in ihrem Buch den Leser durch ihren poetischen, feinfühligen und dabei so schonungslos ehrlichen und offenen Schreibstil in den Bann zu ziehen und, wie in meinem Fall, ihn mitten ins Herz zu treffen. Ich fühlte ab der ersten Seite mit und konnte mich gut in die Ich-Erzählerin hineinversetzen und deren Gefühle und Gedanken nachvollziehen und teilen.
Zsuzska Bánk setzt sich so ehrlich mit der Frage auseinander, was denn mit uns Menschen passiert, wenn ein geliebter Mensch stirbt, welche Prozesse wir hier durchlaufen, welche Gedanken dabei aufkommen, welche Hoffnungen und Ängste wir haben, die „Wahrheit“ verändern wollen oder verdrängen und mit welcher Heftigkeit die Traurigkeit und Verzweiflung ausbricht und sich der Dankbarkeit „unterordnet“.
Fazit: Ein sprachlich wunderbarer, authentischer, feinfühliger und sehr lesenswerter Roman, der nicht nur an der Oberfläche bleibt. Man merkt dem Buch an, dass es mit ganz viel Herzblut verfasst worden ist.
Es war für mich ein wirkliches Erlebnis, dieses Buch zu lesen.
Ein sensationeller Wissenspool für alle Winter-Hochbeetliebhaber und alle, die es noch werden wollen
Das sensationelle Winterhochbeet von Doris Kampas
„Das sensationelle Winterhochbeet – Ernten bis zum Abfrieren“ von Doris Kampas ist im September 2020 im Verlag Löwenzahn erschienen und umfasst 118 Seiten.
Dieses Buch ist bereits das zweite Buch zum Thema „Hochbeete“ das ich voller Begeisterung von Doris Kampas gelesen habe. Es steckt voller Informationen, Ideen, Anstöße, Tipps und vielem mehr.
Ich freue mich wieder, dass ich von dem enormen Expertenwissen von Frau Kampas profitieren darf. Einfach herrlich! In diesem Buch findet sowohl der Laie viele Informationen, als auch der „Hochbeet-Profi.
Das Buch ist aufgeteilt in zwei übergeordnete Kapitel. Der erste Teil „Und der Frost kann kommen“ geht auf die spezielle Befüllung und Vorbereitung eines Winterhochbeetes ein, auf die richtige Standortwahl, baut das Vorurteil ab, dass Gemüse im Winter draußen doch überhaupt nicht wachsen kann, gibt Hinweise zum Umgang mit typischen Krankheiten und Schädlingen und stellt in kurzen Portraits spezielle Pflanzensorten vor, die sich eben für den Anbau in einem Winterhochbeet eignen.
Der zweite Teil „Der Winter zeigt sich von seiner Gemüseseite: 7 Themenbeete zum Nachbauen“ bietet sieben ganz unterschiedliche Bepflanzungsmöglichkeiten zu verschiedenen Themen wie beispielsweise „Das Warme-Suppen-Winterhochbeet“ , „Das Eines-jeden-Vegetariers-Traum-Winterhochbeet“ oder auch „Das Asia-Gemüse-Winterhochbeet“. Richtig gut gefallen hat mir hier, dass es sich um keine starre Bepflanzungsanregung handelt, sondern dass man jedes Motto ganz an seinen persönlichen Geschmack anpassen kann und das wirklich rund um das ganze Jahr.
Ein besonderes Extra stellt am Ende des Buches ein Poster dar, bei dem man ablesen kann, welches Gemüse, man wann am besten sät, ab wann als Jungpflanze vorzieht und in welchem Monat man es als Jungpflanze anbaut. Mir gefällt es richtig gut, dass ich den perfekte Anbauzeitpunkt auf einen Blick und ganz schnell ablesen kann und ich empfinde das Poster als sehr gut gelungen.
Der Autorin gelingt es mit ihrem persönlichen und dabei unglaublich informativen Schreibstil, dem Leser ihre Leidenschaft für das Gärtnern mit einem Winter-Hochbeet nahe zu bringen. Doris Kampas macht dies auf sehr angenehme, lebendige, praxisnahe und anschauliche Art und Weise. Viele Tipps und Tricks lassen das Buch zu einem absoluten Leseerlebnis – nicht nur für Winter-Hochbeet-Laien - werden
Besonders hervorzuheben sind auch die wunderschönen, natürlich gehaltenen, bunten Zeichnungen der Illustratorin Ruth Veres und die vielen Fotos. Die ganze Gestaltung und das Layout sind qualitativ hochwertig, modern, frisch und gut durchdacht und man merkt als Leserin, dass in der Umsetzung sehr viel Herzblut steckt und es sich vielerlei Gedanken darum gemacht wurden.
Fazit: Hier handelt es sich um einen umfassenden Ratgeber zum Thema „Winter-Hochbeet“, der Anfängern einen tollen Einblick gibt, aber auch erfahrenere Gärtner können von diesem Buch, den Tipps, Tricks und enormen weitergegebenen Wissen profitieren.
Dieses Winter-Hochbeet-Abenteuer hat mich richtig überzeugt und ich weiß schon jetzt, dass ich es noch unzählige Male in die Hand nehmen werde.
Ein Bücherschatz für alle Piratenfans
Der kleine Fuchs liest vor. Ahoi, ihr wilden Piraten! von Kathrin Lena Orso
Mit ihrem Buch „AHOI, ihr wilden Piraten!“ ist Kathrin Lena Orso eine fantasievolle und vielfältige Piratengeschichtensammlung innerhalb der Reihe „Der kleine Fuchs liest vor“ gelungen, die im Verlag Ellermann erschienen ist und 60 Seiten umfasst.
In der Reihe „Der kleine Fuchs liest vor“ sind noch weitere Geschichtensammlungen nach Themen sortiert erschienen.
Es handelt sich hier beispielsweise um Bauernhofgeschichten, Gutenachtgeschichten, Feuerwehrgeschichten, Prinzessinnengeschichten usw.
Das Buch „AHOI, ihr wilden Piraten!“ umfasst acht ganz verschiedene Piratengeschichten und ist in einfach, klarer Sprache zu lesen.
Kathrin Lena Orsos Geschichten sind sehr vielfältig. Es kommen beispielweise nicht „nur“ Piraten vor, sondern auch Piratinnen, ein Piratenhuhn, ein Spielzeugpiratenschiff, ein Seeungeheuer, natürlich auch eine geheimnisvolle Flaschenpost, ein echter Piratenschatz und vieles mehr. Meine Kinder sind von dem Buch und den Ideen darinnen ebenfalls begeistert und würden am liebsten gleich selbst als Piraten in See stechen.
Unsere Lieblingsgeschichte in dem Buch heißt übrigens „Piri, das Piratenhuhn“ und die Botschaft, die in dieser Geschichte steckt gefällt uns richtig gut: an Träume glauben, sich nicht entmutigen lassen und dafür eintreten.
Passend zu jeder Geschichte sind immer wunderschöne große und kleine Zeichnungen von der Illustratorin Nima Kellner zu finden. Die Bilder sind farblich gestaltet und laden zum genauen Betrachten und Entdecken ein. Sie sind sehr liebevoll, klar, aber dennoch detailreich gezeichnet und haben meine Kinder und mich sehr angesprochen.
Fazit: Wir sprechen eine Leseempfehlung aus für Jungen und Mädchen ab 6-7 Jahren zum Selberlesen und ab 5 Jahren zum Vorlesen.
Wir fanden die acht unterschiedlichen Piratengeschichten sehr gelungen und schließen unsere Rezension ab mit einem kräftigen „AHOI“.











