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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von BarbaraM:

Eine unausgeglichene Beziehung

Constance von Patrick Mcgrath

„Constance“ von Patrick McGrath ist in der deutschen Ausgabe 2021 im Verlag Freies Geistesleben erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 282 Seiten.

Der ältere Sidney begegnet bei einer Buchpräsentation der jungen und rätselhaften Constance und ist sofort von ihr in den Bann gezogen.

Beide kommen sich näher und Sidney meint zu glauben, Constance, die unter einem „Vatertrauma“ leidet heilen und wirklich verstehen zu können. Sein Beschützerinstinkt ist geweckt. Die beiden heiraten, aber die Ehe ist sehr unausgeglichen und ob wahre Liebe im Spiel ist, bleibt zu bezweifeln...

Ehrlicherweise muss ich hier schreiben, dass ich mit diesem Buch etwas schwer getan habe und es mich nicht so recht packen konnte. Der Schreibstil war für mich oft verwirrend und schwerfällig und das flüssige Lesen fiel mir hierdurch sehr schwer. Wahrscheinlich war dies aber vom Autor so beabsichtigt...
Auch mit den Figuren im Roman konnte ich mich persönlich nicht anfreunden, geschweige denn mich in sie einfühlen oder dergleichen.
Aber dies ist mein persönliches Empfinden und ein anderer Leser, der diese Art von Bücher bevorzugt, wird sich vielleicht mit Freude darauf stürzen.

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Ein raffiniert gestricktes Buch

Reise ohne Wiederkehr oder Die geheimen Hefte des Michel Adanson von David Diop

Das Buch „Reise ohne Wiederkehr oder die geheimen Briefe des Michel Adanson“ von David Diop ist 2022 im Aufbau Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 238 Seiten.

Das Buch stellt den Versöhnungsversuch des Botanikers und Vaters Michel Adanson für seine Tochter Aglaia. Er erklärt sich in den an seine Tochter geschriebenen Briefen, warum er nie der Vater sein konnte, den sie verdient hätte und der er vielleicht hätte sein sollen.

Aglaia findet durch die Briefe ihres Vaters heraus, wer er wirklich war, kommt ihm erst nach seinem Tod wirklich nahe und beginnt, ihn zu begreifen.
Michel Adanson ist ein Botaniker aus voller Leidenschaft, der als erster weißer Naturforscher den Senegal bereist mit dem Ziel die Fauna vollständig zu dokumentieren. Aber auch die Einheimischen mit ihren Bräuchen und Riten faszinieren und interessieren ihn sehr. Als er von einer verschwundenen Heilerin erfährt, geht er auf die Suche nach ihr und wird fündig. Er verliebt sich unsterblich.

Mir hat an dem Buch besonders gefallen, wie sehr man als Leser in die Welt des Senegals, in die Zeit des Kolonialismus hineingeworfen wird. David Diop gelingt dies auf außerordentliche Art und Weise. Oft saß ich kopfschüttelnd, aber gleichzeitig auch fasziniert vor dem Buch.
Ich werde es sicherlich nochmals zur Hand nehmen.

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Ein wundervoller, vorsichtig geschriebener, einfühlsamer Roman

Briefe an Moa von Jenny Fagerlund

„Briefe an Moa“ von Jenny Fagerlund verfasst ist 2022 im DuMont Buchverlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 336 Seiten.

Moas Leben könnte so geradlinig weiterlaufen: sie hat einen Job, einen festen Freund, eine schöne Wohnung, Freunde. Aber der Schein trügt etwas, denn Moas Freund ist hauptsächlich an sich selbst interessiert, sie zweifelt, ob sie wirklich richtig für den Antiquitätenjob ist und ihre wichtige Stütze, die Großmutter Elsa ist erst kürzlich verstorben.

Aber gerade ihre tote Oma ist es, die Moa an sich selbst arbeiten lässt, die ihr Anstöße zum Reflektieren bietet und sie durch Briefe, die sie ihr zu Lebenszeiten geschrieben hat, auf die eigene Moa-Spur bringt.
Der Autorin Jenny Fagerlund gelingt es mit ihren leisen und ruhigen Tönen in einer meiner Meinung nach einzigartigen Art und Weise zu schreiben und ich fand es einfach wunderbar, dieses Buch zu lesen und habe dies sehr genossen. Ich habe mitgefiebert, mitgelacht, mitgedacht, mitgeweint und mich auch so mit Moa mitgefreut, als sich schlussendlich so vieles für sie gelöst hat, sie endlich ganz zu sich gefunden hat und nun weiß, was sie will und was auch nicht. Gerade die kleinen, vorsichtig und langsam geschriebenen Szenen machen dieses Buch zu etwas ganz besonderem.

Fazit: Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter. Es hat mich glücklich gemacht, hat mich schmunzeln lassen, nachdenklich gestimmt und im Augenwinkel saß auch die ein oder andere Träne. Ein toller, ganz besonderer Roman!

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Ein wunderbarer Roman mit einem ganz besonderen poetischen Zauber

Der große Sommer von Ewald Arenz

„Der große Sommer“ von Ewald Arenz ist 2021 im DuMont Buchverlag erschienen. Der Roman umfasst in der gebundenen Ausgabe 320 Seiten.

Frieder hat gerade Schwierigkeiten in der Schule und anstatt den Sommer mit seiner Leichtigkeit und Unbeschwertheit zu genießen und in den Urlaub zu fahren, muss er nun büffeln und zwar beim strengen Großvater.

Und dennoch ist es auch Sommer. Und es gibt auch noch Beate und Alma und Johann. Und das Leben mit wichtigen Gefühlen.

Ewald Arenz gelingt es in seinem Roman den Leser durch seinen feinfühligen und ruhigen Schreibstil in den Bann zu ziehen. Mir hat es sehr gut gefallen, die Selbstzweifel, Gedanken, Gefühle, das Heranwachsen von Frieder so hautnah zu erleben und dies ist wirklich das ganz große Verdienst des Autors. Er nimmt den Leser direkt mit in die Geschichte, schreibt so fein, genau, poetisch und versinkt niemals nie im Kitsch.
Was für ein unfassbares Sprachgefühl! Ich bewundere dies sehr und spreche eine absolute Leseempfehlung aus.

Fazit: Ein wunderschöner, feinfühliger und sehr lesenswerter Roman.
Es war für mich ein Erlebnis, dieses Buch zu lesen und in die Welt von Frieder einzutauchen.
So schön!

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Perfekt für alle Raupen- und Schmetterlingsforscher!

Auf Zeitreise mit Raupen und Schmetterlingen von Angelika Frank

„Auf Zeitreise mit Raupen und Schmetterlingen“ von Angelika Frank ist ein spannendes und informatives Sachbuch aus dem facilius Verlag und umfasst 72 Seiten.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass man zum Forschen geradezu herausgefordert wird. Es ist aufgebaut wie ein kleines Lexikon und beinhaltet viele, viele Querverweise.

Dieses Buch kann natürlich Seite für Seite von vorne nach hinten gelesen werden, aber wenn man den Querverweisen folgen möchte bzw. eher seinem ganz individuellen Interesse und Forscherdrang, dann wird in dem Buch von hinten nach vorne, zurück und wieder vor, nach oben und unten und hin und her gelesen. Es ist einfach wunderbar. Das Konzept des Buches gefällt mir persönlich außerordentlich gut!
Auf einer Doppelseite wird zu einem bestimmten Stichwort, wie beispielsweise „Puppe“, „Großer Kohlweißling“ oder „Urzeit-Raupe“, immer ein kleiner, gut verständlicher Text angeboten und zudem wird der Text durch sehr anschauliche Illustrationen und wunderschöne Fotos nochmals unterstrichen.

Meine Kinder haben unter dem Stichwort „Taubenschwänzchen“ angefangen zu forschen, da das Taubenschwänzchen bei uns im Garten so häufig anzufinden ist. Weiter ging es bei ihnen dann zur Raupe des Taubenschwänzchens, nach der wir jetzt unbedingt Ausschau halten müssen. Hier haben sie dann erfahren, dass die Beine am letzten Glied der Raupe „Nachschieber“ heißen und so ging es weiter und weiter – Es ist wirklich faszinierend, wie sich hier so ganz nebenbei Wissen angehäuft wird und sich die Kinder total ernst genommen fühlen.

Dieses Buch wird ganz sicherlich auch in meiner Klasse Einzug halten – wie man merkt, gefällt mir das Konzept eben wirklich richtig gut. Beim Thema „Schmetterlinge“ ist es im Sachkundeunterricht auf alle Fälle dabei.

Fazit:
Angelika Frank ist hier ein ganz tolles Sachbuch nicht nur für Kinder gelungen. Uns macht der „Naturkundeunterricht“ so richtig Spaß und wir lernen hier ganz nebenbei.
Ein wirklich hervorragendes Konzept steckt in diesem kleinen Buch!

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Ein schönes Backbuch zur bekannten Backbox mit zusätzlichen digitalen Features

Meine Backbox - Das Buch von Jennifer Kraus

„Meine Backbox – Das Buch: Die besten Rezepte“ von Ralf Frenzel (Herausgeber) und Jennifer Kraus (Autorin) ist 2021 im Verlag Tre Torri erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 160 Seiten.

Vielen dürfte das Konzept der „Backbox“ bekannt sein, bei der man sich eine Überraschungsbox bestellen kann, in der sich neue Rezepte und Zutaten rund ums Thema „Backen“ verstecken.

Zuhause angekommen lässt sich dann Feines und Leckeres selbst zubereiten. Passend hierzu ist nun ein Backbuch mit den besten Rezepten aus diesen Backboxen erschienen. Und ich muss sagen, das Buch ist wirklich sehr vielfältig und ideenreich. Es finden sich darin Rezepte aus folgenden Kategorien:

- Einmal um die ganze Welt
- Auf die Hand in den Mund
- Der Osterhase kommt
- Große Klassiker, ganz klein
- Beerenstark und tropisch lecker
- Herzhaft schlemmen
- Advent, Advent…

Gut gefällt mir, dass das Cover farblich sehr auf die Backboxen abgestimmt ist und man so optisch sehr schnell den Zusammenhang erkennt.
Die Rezepte empfinde ich als meist einfach nachzubereiten. Die Erklärungen sind leicht verständlich und Schritt für Schritt gut beschrieben. Auch die Zutaten sind nicht ausgefallen und das meiste hat jeder Hobbybäcker bestimmt im Vorratsschrank zuhause. Zusätzlich sind bei jedem Rezept Angaben zur Zubereitungs-, Back- und Ruhezeit angegeben, ebenso wie zur Anzahl der Portionen. Manchmal gibt es auch den ein oder anderen Zusatztipp bzw. -trick. Außerdem darf man sich an den tollen Rezeptbildern erfreuen, die natürlich auch als Anschauungshilfe dienen, wie das fertige Backergebnis einmal aussehen soll.
Ein großes Plus sind bei manchen Rezepten auch ein sogenanntes „Digitales Backerlebnis“. Hier kann man sich mittels der snoopstar App noch zusätzliche Inhalte wie Tutorials, praktische Tipps, Schablonen und vieles mehr herunterladen

Ich persönlich habe schon einige Rezepte ausprobiert und bin sehr von der leichten Umsetzung und auch dem Geschmack angetan. Besonders lecker geschmeckt haben mir die Mini-Bananenbrote, die ich zusätzlich noch mit einem Hauch von Zimt verfeinert habe. Meine Familie war auch vom Glühweinkuchen begeistert und natürlich der phänomenalen Dekoration.

Fazit: Ein schönes Kochbuch passend zur bekannten Backbox mit ansprechenden Fotos und digitalen Features.

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Hut ab vor dieser wundervollen, willensstarken und kämpferischen Frau!

Selma Lagerlöf - sie lebte die Freiheit und erfand Nils Holgersson von Charlotte von Feyerabend

In ihrem Buch „Selma Lagerlöff – sie lebte die Freiheit und erfand Nils Holgersson“ beschreibt Charlotte von Feyerabend das vielfältige Leben der berühmten Selma Lagerlöff und verwebt hierbei auch fiktionale Elemente. Die Romanbiografie ist 2021 im Verlag Droemer erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 368 Seiten.

Die Autorin Charlotte von Feyerabend erzählt in ihrem Buch vom bewegten und abenteuerlichen Leben der Selma Lagerlöff. Selma Lagerlöffs Traum war es schon als Kind, Schriftstellerin zu werden und als Leser darf man sie nun in drei Etappen auf ihrem Weg begleiten.
Selma Lagerlöff verbrachte eine glückliche Kindheit, jedoch musste bald der Hof, auf dem sie aufwuchs, verkauft werden. Als Lehrerin verdiente sie ihren Lebensunterhalt. Sie schrieb nebenbei ihre Geschichten und verlor nie ihren Glauben daran, eines Tages eine erfolgreiche Schriftstellerin zu sein. Dieses Ziel war ganz fest in ihr verankert und sie setzte sich über alles hinweg, das sich ihr dabei in den Weg stellte. Sie blieb sich selbst treu, erkämpfte sich ihren Platz in der damals von Männern besetzten Welt und wurde genau die erfolgreiche Schriftstellerin, die sie bis heute ist.
Auch ihre Liebesbeziehungen zu Frauen waren für die damalige Zeit ungewöhnlich. Aber auch in diesem Bereich kümmerte sich Selma Lagerlöff wenig um gesellschaftliche Konventionen. Sie hielt an sich selbst und dem, was ihr wichtig war, fest.

Charlotte von Feyerabend hat mit ihrem Roman ein kleines Kunstwerk erschaffen. Sie lässt den Leser ganz tief in das Leben der Selma Lagerlöff eintauchen, das sie meisterhaft recherchiert hat. Ihr Schreibstil ist fein und einfühlsam, manchmal fast poetisch und ergänzt wird dies durch viele Gedichte, Briefe, kurze Geschichten von Selma Lagerlöff selbst.
Ich als Leserin wurde regelrecht von diesem Schreibstil gefesselt und möchte keine einzige Seite im Buch missen. Die Leidenschaft, mit der Charlotte von Feyerabend ihr Buch verfasst hat, hat sich auf mich als Leserin absolut übertragen.
Gut gefällt mir auch, dass im Einband eine Karte von Schweden zu finden ist, auf der man die jeweiligen Stationen in Selma Lagerlöffs Leben noch einmal genauer einordnen kann.
Charlotte von Feyerabend schreibt mit ganz viel Liebe und Leidenschaft und mit unfassbar viel Hintergrundwissen. Einfach toll!
Ich spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus.

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Offene und ehrliche Gedanken über den Tod

Was bleibt, wenn wir sterben von Louise Brown

Was bleibt, wenn wir sterben: Erfahrungen einer Trauerrednerin“ von Louise Brown ist 2021 im Diogenes Verlag erschienen und umfasst in der Taschenbuchausgabe 256 Seiten.

Louise Browns Eltern versterben kurz hintereinander und dies war Anlass für sie, sich vielerlei Gedanken über den Tod und den Trauerprozess zu machen und letztendlich fand sie so auch ihren Weg zur Trauerrednerin.

Louise Brown ist es ein großes Bedürfnis, anderen Menschen von ihrer Arbeit zu erzählen, von ihren eigenen Erfahrungen, aber auch der Erfahrung von anderen mit dem Tod eines Angehörigen und der Trauerbewältigung und so etwas zur Enttabuisierung des Themas „Tod“ in unserer Gesellschaft beizutragen. Gleichzeitig möchte sie mit ihrem Buch Trost spenden und zum Nachdenken - auch über den eigenen Tod - anregen.

Louise Brown schreibt in ihrem Buch sehr einfühlsam, persönlich, ruhig, tröstlich und dabei auch immer positiv. Diesen Schreibstil habe ich beim Lesen sehr genossen und ich mochte auch die vielen philosophisch anmutenden Gedankenanstöße.
Louise Brown hat mich mit ihren Schilderungen sehr zum Nachdenken angeregt und mich darauf aufmerksam gemacht, dass das Reden im Umgang mit Trauernden in jedem Fall besser ist, als das Schweigen. Ebenso verdeutlicht sie, dass der Prozess des Trauerns sehr individuell ist und man sich dessen niemals schämen muss. Louise Brown schafft es, den Schrecken vor dem Tod zu nehmen und sich mit ihm auseinanderzusetzen. Ich merke, dass mir dies in meinem Leben immer wichtiger wird.

Ein wirklich inspirierendes, nachdenklich-machendes und dabei so offenes und positives Buch!

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Eine unnachahmliche, dunkle, poetische Reise – so empfehlenswert!

Grace - Vom Preisträger des Booker Prize 2023 ("Prophet Song") von Paul Lynch

„Grace“ von Paul Lynch ist 2021 im Verlag Oktaven erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 550 faszinierende Seiten – grandios übersetzt von Christa Schuenke.

Grace wird mit 14 Jahren in der dunkelsten Zeit Irlands um 1845, als eine große Hungersnot herrscht, von ihrer Mutter mit kurzgeschorenen Haaren und in Männerkleidung in die Welt geschickt, um sich fortan selbst zu versorgen.

Die Mutter selbst kann all ihre Kinder nicht mehr ernähren. Die Not ist groß und in Irland leidet jeder Hunger und sucht Arbeit und viele kämpfen ums nackte Überleben. Grace lebt jetzt auf der Straße, kämpft sich durch, erlebt Schlimmes, wächst daran und gibt niemals auf, erfindet sich immer wieder neu. Sie lernt die dunkelsten Ecken der menschlichen Seele kennen – von sich selbst und ihren Mitmenschen.

Paul Lynch lässt den Leser in wirklich kunstvoller Sprache in die Seele der vorkommenden Personen blicken. Ich war stellenweise so fasziniert von der Sprache, dass ich einzelne Passagen immer wieder lesen musste und die Worte drehten und wendeten sich dabei ganz vorsichtig in meinem Kopf. An dieser Stelle muss auch Christa Schuenke erwähnt werden, die dieses Werk meisterhaft ins Deutsche übertragen hat.
Lynchs Charaktere kommen dem Leser erschreckend nahe. Sie sind komplex und tiefgründig gezeichnet und für mich war die Begegnung mit ihnen sehr intensiv. Die vorherrschende Atmosphäre im Buch ist oft sehr dunkel, da sie von viel Elend, furchtbaren Erlebnissen, Not, Tod, Gewalt und unzähligen harten Blicken in die menschlichen Abgründe gezeichnet ist und dies muss man als Leser mögen.
In mir wirkt die Geschichte sehr nach und ich möchte sie auf keinen Fall missen.
Paul Lynch ist für mich eine ganz große Entdeckung.

Ich spreche ein glasklare Leseempfehlung aus.

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Ein feiner und intensiver Blick in die Welt des Spitzenkochs Res Hubler

Seelenwirt von Res Hubler

„Seelenwirt: Liebe geht durch den Magen, macht aber dort nicht Halt“ von Res Hubler verfasst ist 2021 im Fontis Verlag erschienen und umfasst in der gebundenen Ausgabe 256 Seiten. Das Buch ist auf der Grundlage autobiographischer Ereignisse geschrieben und beinhaltet zusätzlich 21 Rezepte aus Res Hublers Gourmetküche.

Res Hubler erzählt in seinem Buch seine bunte und faszinierende Lebensgeschichte. Sein beruflicher Werdegang war bereits mit seiner Geburt aus der Sicht seines dominanten Vaters vorgegeben: die „Krone“ als Koch und Wirt übernehmen. Und so wird er tatsächlich Koch, genießt aber dennoch auch die Freiheit, in die Küchen anderer Länder (Kanada, Südamerika, USA…) hineinzuschnuppern. Er kehrt dann aber doch zurück in die Schweiz und übernimmt den elterlichen Betrieb. Hier lernt er seine Frau kennen und beide führen die „Krone“ an die Spitze der Gastronomie, was mit unglaublich viel Stress, Leistungsdruck, Härte bis zu Depressionen und Panikattacken verbunden ist. Auch aufgrund eines Brandes krempeln die Hublers ihr Leben dann noch einmal um und machen sich auf den Weg der Erlebnisgastronomie und letztendlich beschreiten beide dann einen sozialen Weg im Hinblick auf die „Krone“. Res Hubler und seine Frau scheuen die Herausforderungen nicht, halten an ihrem Glauben fest und stehen füreinander ein.

Res Hubler gelingt es flüssig, anschaulich, klar, ohne Schnörkel und mit dem nötigen Humor zu schreiben und ich fand es einfach wunderbar, dieses Buch zu lesen und habe dies sehr genossen.

Fazit: Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter. Ich finde die Einblicke in die Sterneküche sehr spannend und gleichzeitig finde ich es bewundernswert wie sehr auf dem Boden und so nah an seinem Glauben geblieben Res Hubler ist. Vor der Tatsache, dass er es mit seiner Frau schaffte, sein Leben immer wieder umzukrempeln, innezuhalten und auch wirklich bewusst und gezielt zu überlegen und reflektieren, was denn nun ansteht, ziehe ich voller Respekt meinen Hut.
Eine tolle, ganz besondere Geschichte!

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